Dieses Seminar dient zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung für Viszeralchirugie sowie als Update für Fachärztinnen und Fachärzte.
Von gastroenterologischen, endokrinen und onkologischen Erkrankungen über die große onkologische Chirurgie des Gastrointestinaltrakts, Hernienchirurgie, minimal-invasive Chirurgie bis hin zu Koloproktologie und Endoskopie – Referent:innen aus ganz Deutschland machen Sie in fünf Tagen fit für Ihre Prüfung und bringen Sie auf den neuesten Stand der Behandlungsstrategien und Techniken der Viszeralchirurgie.
Sie erhalten einen umfassenden, prüfungsrelevanten Überblick über das gesamte Spektrum der Viszeralchirurgie.
Erfahrene Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland vermitteln Ihnen:
klar strukturierte, prüfungsrelevante Inhalt
aktuelle Leitlinien und evidenzbasierte Behandlungsstrategie
praxisnahe Entscheidungsalgorithmen für den klinischen Alltag
typische Prüfungsfragen und Fallbeispiele
So gewinnen Sie Sicherheit für die Prüfung und aktualisieren gleichzeitig Ihr Wissen auf den neuesten Stand chirurgischer Techniken.
BDC-Mitglieder erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.
Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), seiner Fachgesellschaften und des BDC bleibt der Entwurf zu stark technik- und strukturorientiert und zu wenig prozessorientiert. Entscheidend ist nicht allein, dass Daten “vorhanden” oder “interoperabel” sind, sondern dass sie im OP-, Stations-, Notfall- und Ambulanzalltag schnell, vollständig, validiert und haftungsrechtlich belastbar verfügbar sind. Eine ePA, die unvollständige Medikationsdaten, alte Befunde oder unklare Verantwortlichkeiten enthält, kann in der chirurgischen Versorgung nicht nur nutzlos, sondern gefährlich sein.
Kritisch ist zudem, dass neue Pflichten für Leistungserbringer entstehen, ohne dass der klinische Mehraufwand realistisch abgebildet wird.
Gestern hat sich der Gesundheitsausschuss abschließend mit der Apothekenreform beschäftigt. Dazu erklären die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner:
„Gemeinsam haben unisono Ärzteverbände, KVen und KBV davor gewarnt, Apothekern originär ärztliche Aufgaben zu übertragen, obwohl sie dafür nicht qualifiziert sind. Ärztliche Diagnostik, Indikationsstellung und Therapie sind keine Bausteine, die nach Belieben in andere Hände gegeben werden dürfen. Unsere Hinweise sind von der Politik ignoriert worden. Und schlimmer noch: Sie hat ihren die Patientensicherheit gefährdenden Kurs noch einmal beschleunigt. Gleichzeitig beschert sie den Praxen noch mehr Arbeit. Beispielsweise sollen noch zu definierende Testungen auf Erreger in Apotheken zukünftig als ‚apothekenüblich‘ aufgeführt werden. Soll jeder Versicherte mit Wunsch getestet werden? Stellt der Apotheker die Indikation, ob ein Test notwendig ist – und falls ja, nach welchen Kriterien? Kurzum: Es droht eine Leistungsausweitung durch nicht evidenzbasiertes, anlassloses Testen. Erhebt die Apotheke einen positiven Befund, wird der Versicherte zum Arzt geschickt, wo sehr wahrscheinlich eine weitere Testung durchgeführt werden muss. Zudem sollen in Apotheken auch Blutentnahmen möglich sein – unter Beaufsichtigung sollen sogar Pharmaziepraktikanten Hand bzw. Nadel am Patienten anlegen können. Das liest sich ein wenig wie ein Programm für Jugend forscht, kann aber für Patienten, die dies tatsächlich in Anspruch nehmen wollen, mit ernsten Konsequenzen verbunden sein. Das Ganze ist das genaue Gegenteil von evidenzbasierter Medizin, wirtschaftlichem Handeln und der Vermeidung von Doppelstrukturen. Schlimmer geht’s immer, scheint das aktuelle Motto der Politik zu lauten.“
Die Pressemitteilung sowie eine Stellungnahme der KBV zum “Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung” finden Sie hier.
Hands on: Trainingskurs für die minimalinvasive Chirurgie im Olympus Center Hamburg am 11.-12. Juni 2026
Im Kurs wird zuerst ein kurzer Überblick über die Prinzipien der Laparoskopie sowie die Geräte und Instrumente gegeben. Danach
werden Kenntnisse im Bereich Kameraführung und Koordination im 2D-Bild sowie Nähen, Knoten und Schneiden mit Basisübungen im
Boxtrainer, am perfundierten Organmodell und mit dem Computersimulator eingeübt.
Was erwartet Teilnehmende?
Interaktive Schulungseinheiten
Simulationen und praktische Übungen
Basiseingriffe und anspruchsvollere Eingriffe und Anastomosentechniken
Fokus auf Präzision, Sicherheit und Effizienz
Für wen eignet sich der Kurs?
Geeignet ist der Kurs vor allem für Weiterbildungsassistent:innen und als Refresher für Fachärztinnen -und ärzte.
Der Kurs wird als CAMIC1 im Rahmen des CAMIC-Curriculums für das BDC-Zertifikat “Laparoskopische Chirurgie” angerechnet.
Nürnberg/Berlin/Hannover, den 15.05.2026 – Im Zuge der Debatte um die ärztliche Weiterbildung hat der Deutsche Ärztetag eine Reihe von Anträgen zur weiteren Bearbeitung an den Vorstand der Bundesärztekammer verwiesen. Darunter auch einen fachübergreifenden Antrag zur Stärkung ärztlicher Weiterbildungsverbünde, der von anästhesiologischen, chirurgischen und internistischen Delegierten eingebracht worden war.
Der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA), der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) und der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI) sehen in der Überweisung des Antrags an den Vorstand ein wichtiges Signal, die Diskussion über zukunftsfähige Strukturen der ärztlichen Weiterbildung weiter voranzutreiben. Ziel ist es, bestehende Hürden in der Weiterbildung zu beseitigen und sie stärker an die Anforderungen einer zunehmend zentralisierten und sektorenübergreifenden Versorgung anzupassen.
Hintergrund ist die fortschreitende Spezialisierung im Zuge der Krankenhausreform. Medizinische Leistungen werden künftig stärker konzentriert. Dadurch können einzelne Weiterbildungsinhalte zunehmend nicht mehr an jedem Standort vollständig vermittelt werden. Weiterbildungsverbünde, in denen Ärztinnen und Ärzte unterschiedliche Einrichtungen durchlaufen, werden damit oftmals zur Voraussetzung für eine vollständige fachärztliche Qualifikation.
„Eine hochwertige fachärztliche Weiterbildung lässt sich unter den veränderten Versorgungsstrukturen vielerorts nur noch in vernetzten Systemen sicherstellen. Dafür brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, die Rotationen zwischen Einrichtungen ermöglichen, fördern und finanziell absichern“, erklärt BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck.
Nun brauche es nun konkrete politische und regulatorische Schritte, um die Etablierung und den Betrieb von Weiterbildungsverbünden nachhaltig zu erleichtern. Dazu gehört insbesondere, geeignete arbeitsrechtliche Voraussetzungen für standortübergreifende Rotationen zu schaffen und rechtliche Hürden für längere Weiterbildungsabschnitte in Verbundstrukturen abzubauen. Aus Sicht der Verbände sollte der Vorstand der Bundesärztekammer diese Anliegen nun gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit sowie weiteren zuständigen Gesetz- und Verordnungsgebern weiterverfolgen.
„Weiterbildung muss für junge Ärztinnen und Ärzte planbar und verlässlich sein. Wenn Rotationen organisatorisch scheitern oder Strukturen fehlen, wird Weiterbildung unnötig erschwert und verliert an Attraktivität. Das hat direkte Auswirkungen auf die Gewinnung qualifizierten Nachwuchses und damit auf die zukünftige Versorgung“, betont BDC-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans-Joachim Meyer.
Gleichzeitig bekräftigen die Verbände die bereits im vergangenen Jahr formulierte Forderung nach einer verlässlichen und vollständigen Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung. Trotz gesetzlicher Vorgaben im Krankenhausfinanzierungsgesetz ist eine flächendeckende Umsetzung bislang nicht erreicht.
Vor diesem Hintergrund fordern sie die zuständigen Akteure erneut auf, die Finanzierung ärztlicher Weiterbildung sicherzustellen – insbesondere in Verbundstrukturen und sektorenübergreifenden Modellen. Darüber hinaus sollen Weiterbildungsverbünde im Zuge der Krankenhausreform als strukturelles Qualitätskriterium berücksichtigt werden.
BDA-Präsidentin Prof. Dr. Grietje Beck mahnt: „Die Finanzierung der Weiterbildung ist gesetzlich angelegt, aber in der Versorgungspraxis noch immer nicht ausreichend sichergestellt. Gleichzeitig steigen die strukturellen Anforderungen – beides muss zusammen gedacht werden, damit die Qualität der Patientenversorgung langfristig gesichert bleibt.“ Ohne entsprechende strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen drohe Weiterbildung unter den veränderten Versorgungsstrukturen zunehmend fragmentiert zu verlaufen.
Die Verbände sehen in der Stärkung von Weiterbildungsverbünden einen entscheidenden Baustein, um die fachärztliche Weiterbildung an die veränderten Versorgungsrealitäten anzupassen und den ärztlichen Nachwuchs nachhaltig zu sichern. „Mit der Überweisung an den Vorstand der Bundesärztekammer ist die Diskussion angestoßen. Entscheidend ist jetzt, dass diese auch umgesetzt werden – damit Weiterbildung unter den neuen Versorgungsbedingungen nicht zum Engpass wird“, erklären BDA, BDC und BDI gemeinsam.
Nürnberg/Berlin/Hannover, den 18. Mai 2026 –Die Ambulantisierung medizinischer Leistungen ist politisch gewollt – droht jedoch an widersprüchlichen gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu scheitern. Anlässlich des Deutschen Ärztetages fordern der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e. V. (BDA), der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) und der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI) gemeinsam verlässliche gesetzliche und ökonomische Grundlagen für eine sektorenübergreifende Versorgung.
Die Verbände haben die zentralen Themen im Vorfeld des Deutschen Ärztetages intensiv mit den Delegierten ihrer Fachgebiete beraten. Nun wurden zwei Anträge vom Deutschen Ärztetag beschlossen, ein weiterer zur vertieften Beratung an das Präsidium überwiesen.
Die Verbände sehen sich durch die Beschlüsse des Deutschen Ärztetages in ihrer Einschätzung bestätigt, dass bei der Ambulantisierung dringend nachgesteuert werden muss. Im Zentrum ihrer Forderungen stehen die sachgerechte Vergütung ambulanter Leistungen sowie von Behandlungen, die Krankenhausaufenthalte vermeiden sollen, rechtliche Sicherheit für ärztliche Kooperationen sowie eine realistische Bewertung gesundheitspolitischer Reformen.
„Wir sehen derzeit die Gefahr, dass gut gemeinte Reformansätze in der praktischen Umsetzung an strukturellen Hürden scheitern werden. Wenn komplexe Leistungen mit großen Rechtsunsicherheiten behaftet sind und zum Teil eklatant unterfinanziert sind, wird die gewünschte Verlagerung in den ambulanten Bereich nicht erfolgen“, sagt BDC-Vizepräsident Dr. Jörg-A. Rüggeberg. BDA-Präsidentin Professor Dr. Grietje Beck ergänzt: „Ambulantisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss sich an der Versorgungsrealität orientieren. Wenn Leistungen zunehmend ambulant erbracht werden sollen, müssen Vergütung, rechtliche Rahmenbedingungen und Systemlogik konsistent ausgestaltet sein.“
Forderung nach einer adäquaten Vergütung bei Hybrid-DRGs
Konkret fordern die Verbände, die Vergütungssystematik der sogenannten Hybrid-DRGs an die tatsächlichen Kostenstrukturen anzupassen. Diese wurden 2024 eingeführt, um die ambulante Durchführung von Operationen zu ermöglichen, die bisher oft stationär erfolgten. Gleichzeitig ist gesetzlich vorgesehen, ihre Vergütung schrittweise auf das Niveau rein ambulanter Leistungen abzusenken.
Die Leistungen im Rahmen des Hybrid-DRG Katalogs umfassen auch kurzstationäre Behandlungen mit einer Verweildauer von bis zu zwei Tagen. Sie gehen damit also über den klassischen ambulanten Versorgungsumfang hinaus. Eine Absenkung der Vergütung würde diese Versorgungsform daher wirtschaftlich nicht mehr abbilden und so die politisch gewollte Ambulantisierung ausbremsen. „Die Hybrid-DRGs umfassen inzwischen ausdrücklich diese kurzstationären Fälle mit bis zu zwei Behandlungstagen. Gleichzeitig soll ihre Vergütung perspektivisch auf das Niveau rein ambulanter Leistungen abgesenkt werden? Das passt nicht zusammen“, kritisiert BDA-Vizepräsident Dr. Frank Vescia.
Scheinselbständigkeit durch Rechtssicherheit verhindern
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der geplanten Reform des Statusfeststellungsverfahrens. Die Verbände fordern, ärztliche Tätigkeiten in gesetzlich vorgesehenen Kooperationsformen – etwa bei ambulanten Operationen oder in sektorenübergreifenden Versorgungsmodellen – eindeutig als selbstständige Tätigkeit anzuerkennen. Derzeit besteht das Risiko, dass solche Kooperationen als Scheinselbstständigkeit eingestuft werden, was die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich erheblich erschwert.
„Moderne Patientenversorgung funktioniert nur im Zusammenspiel der Sektoren. Wenn Kooperationen rechtlich unsicher bleiben, wird die Weiterentwicklung der Versorgung ausgebremst“, betont Christine Neumann-Grutzeck, Präsidentin des BDI.
Transparente Bewertung der Einsparungen in der GOÄ
Darüber hinaus fordern die Verbände, bei der Bewertung der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auch die Einsparpotenziale auf Seiten der privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe systematisch zu berücksichtigen. Hintergrund sind grundlegende Änderungen im Abrechnungssystem: Künftig sollen Rechnungen standardisiert und digital verarbeitet werden, viele Prüfprozesse können automatisiert erfolgen. Das reduziert den bisherigen manuellen Aufwand bei den Kostenträgern erheblich. In der politischen Diskussion werde bislang jedoch vor allem auf mögliche Mehrausgaben geschaut, während diese Entlastungen unberücksichtigt blieben. Das führe zu einer verzerrten Gesamtbewertung der Reform.
„Wenn wir über die Kosten der GOÄ sprechen, müssen wir auch die Effizienzgewinne im System ehrlich einbeziehen. Weniger Bürokratie und automatisierte Prüfungen entlasten die Kostenträger spürbar – das darf in der Bewertung nicht ausgeblendet werden“, betont BDA-Präsidentin Prof. Dr. Grietje Beck. Die Verbände fordern daher, diese Einsparungen transparent darzustellen und bei der Gesamtbewertung der Reform zu berücksichtigen, um Spielräume für eine sachgerechte Vergütung ärztlicher Leistungen zu schaffen.
„Ambulantisierung kann nur gelingen, wenn Vergütung, Recht und Systembewertung aufeinander abgestimmt sind. Andernfalls droht eine Reform, die gut gemeint ist, in der Versorgungspraxis ins Leere zu laufen“, erklären die Präsidentinnen und Präsidenten von BDA, BDC und BDI gemeinsam.
Anlässlich der jüngsten Berichte über Machtmissbrauch und sexualisierte Belästigungen auf dem Ärztetag in Hannover fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgie lückenlose Aufklärung und Konsequenzen.
Der BDC schließt sich damit der Kritik zahlreicher Delegierter und Verbände an: Ein solches Verhalten ist mit dem ärztlichen Gelöbnis, mit der Würde des Berufsstandes und mit dem Anspruch auf ein zeitgemäßes respektvolles Miteinander absolut unvereinbar.
Dazu erklären Vorstand und Geschäftsführung des BDC:
Machtmissbrauch in jeder Form, ob als verbale Herabwürdigung, öffentliche Bloßstellung, Mobbing, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung, sexuell aufgeladene Kommentare oder körperliche Übergriffe wird vom BDC entschieden abgelehnt und verurteilt.
Das chirurgische Arbeitsumfeld, insbesondere der Operationssaal und die fachärztliche Weiterbildung darf kein rechtsfreier Raum sein. Respekt, Kollegialität und professionelles Verhalten sind keine optionalen Soft Skills, sondern verbindliche Grundlagen und selbstverständlicher Bestandteil unserer Berufsausübung.
Wer Machtpositionen in der Chirurgie innehat, als Chefarzt/-ärztin, als Weiterbildungsermächtigte, als Sektionsleiter:innen oder als Kongressteilnehmende, trägt Verantwortung für die Arbeitskultur. Diese Verantwortung ist nicht delegierbar.
Bei den Ärztekammern sollten Anlaufstellen für die Betroffenen eingerichtet werden. Fehlverhalten muss berufsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Gleichberechtigung und ein wertschätzendes Umfeld in der Chirurgie zu fördern und zu erreichen, ist das Ziel des BDC. Wir stehen der Bundesärztekammer und den Landesärztekammern für die angekündigten Maßnahmen zur Seite und unterstützen in der Ausarbeitung und Beratung vollumfänglich die erforderlichen Schritte. Insbesondere während der ärztlichen Weiterbildung benötigen wir Strukturen, die Abhängigkeiten reduzieren und die Weiterzubildenden bei der Wahrnehmung ihrer Rechte stärken.
Prof. Dr. med. Dr. h.c.
Hans-Joachim Meyer
Präsident
Die Delegierten der Ärztekammer Berlin werden sich in Kürze mit dem Thema „Einführung einer Facharztqualifikation Facharzt/Fachärztin für klinische Akut- und Notfallmedizin“ befassen.
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e. V. (BDC) spricht sich gegen die Einführung einer solchen Facharztqualifikation aus. Die Probleme in deutschen Notaufnahmen sind auch aus Sicht des BDC primär organisatorischer Natur. Notfallpatienten sollten auch weiterhin direkt von dem für ihre Erkrankung notwendigem Fachgebiet behandelt werden. Die Einführung einer neuen Schnittstelle zwischen Notaufnahme und Hauptabteilung der jeweiligen Klinik sollte unbedingt vermieden werden.
Die vor wenigen Jahren etablierte Zusatzweiterbildung Klinische Akutund Notfallmedizin ist unseres Erachtens eine geeignete Qualifikation im
Sinne einer fachlich fundierten Versorgung in den Notaufnahmen.
Herzlichen Glückwunsch der neu gewählten Vorstandsspitze des BDC-Landesverbands Berlin! Am vergangenen Samstag fand die Wahl während der gemeinsamen Frühjahrstagung von ANC, BDC|Brandenburg und BDC|Berlin statt.
Die neue Doppelspitze besteht aus:
Dr. med. Marie Samland und Dr. Karsten Mann
2. Vorsitzender: Dr. Ralph Lorenz
Regionalvertreter: Dr. Max von Seebach
und stellvertr. Regionalvertreter: Dr. Gunnar Peters.
Ein herzliches Dankeschön geht an die bisherige Leitung Dr. Katharina Paul-Promchan und Dr. Ralph Lorenz!
Wir freuen uns über ein tatkräftiges Team, das die brennenden berufspolitischen Themen
wie Weiterbildung, Krankenhausreform, Sektorenvernetzung oder auch die Hybrid-DRGs für Berlin und Brandenburg angehen will.
Der BDC wünscht dem neu gewählten Vorstand viel Freude und Erfolg bei seiner Arbeit!
Unser Format BDC|Schnittstelle präsentiert in regelmäßigen Abständen Persönlichkeiten mit wichtigen Funktionen im BDC. Heute im Fokus: Dr. Matthias Krüger, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Landesverbandsvorsitzender des BDC|Sachsen-Anhalt.
1. Welchen Auftrag haben Sie sich für Ihren Landesverband persönlich auf die Fahne geschrieben. Was sind Ihre Pläne in Sachsen-Anhalt?
Zusammen mit dem Vorstand strebe ich eine stärkere Verzahnung der Mitglieder Sachsen-Anhalt mit den gesundheitlichen Themen des Landes Sachsen-Anhalt an. Weiterhin plane ich eine Professionalisierung der Verbandsarbeit an den Themen- und Problemfeldern der chirurgisch-ländlichen Versorgungsrealität. Ziel ist es eine stärkere Anbindung der Mitglieder an den BDC durch regelmäßige Veranstaltungen, gern als Hybridformat mit den anderen Landesverbänden Mitteldeutschlands. Hierzu werden ich – gemeinsam mit dem Vorstand – in den nächsten Wochen und Monaten intensive Gespräche führen und Konzept erarbeiten. Eine Befragung der Mitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt zu diesen Themenfeldern unter dem Motto: “Was wünsche ich von meinem Landesverband?” soll die Grundlage dafür sein. Ich möchte den intersektoralen und interprofessionalen Austausch mit allen Protagonisten fördern und sowohl mit den Leistungsträgern aber auch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausbauen. Am Ende soll ein starkes berufspolitisches Netzwerk aus allen an der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt beteiligten Akteuren entstehen.
2. Welches Thema liegt Ihnen in den nächsten Jahren besonders am Herzen? Mir liegen folgende 5 Themenfelder besonders am Herzen:
– Fachkräftemangel im Gesundheitswesen
– Chirurgische Aus- und Weiterbildung (Finanzierung, Verbundweiterbildung, Möglichkeiten der intersektoralen Weiterbildung)
– Gesamte Gebiet Krankenhausreform insbesondere einer flächendeckenden Sicherstellung der chirurgischen Versorgungsqualität (Leistungsgruppen)
– Stärkere Verzahnung von Ökonomie und Medizin im Sinne einer Stärkung der medizinischen Excellence in den Führungsgremien von Gesundheitseinrichtungen
– Modernisierung des Landesverbandes – Mitmachen-Mitgestalten-Versorgung sichern
3. Wie möchten Sie die Themen mit dem BDC anpacken? Wen und was benötigen Sie dafür? Welche sind zu überwinden? Die Bearbeitung der Themen und deren erfolgreiche Umsetzung sind stark von dem Engagement der Mitglieder abhängig. Diese gilt es für den Landesverband und für die Berufspolitik zu motivieren. Die alltägliche Belastung der Chirurginnen und Chirurgen in Weiterbildung, als Fach-, Ober- und Chefärzte sind mitunter enorm und lassen hier scheinbar wenig Spielraum. Der ökonomische Druck spaltet mitunter Ökonomie und Medizin. Die Gespräche auf Führungsebene werden kontroverser. Nicht nur die Themen und Problemfelder ansprechen, sondern auch aktiv mitanpacken muss das Ziel sein. Dafür müssen geeignete Formate neu gedacht und etabliert werden. Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewerkstelligen können.
4. Welche Verantwortung und welchen spezifischen Einfluss auf die Politik hat der BDC als berufspolitischer Vertreter aller Chirurginnen und Chirurgen und haben speziell die Landesverbände aus Ihrer Sicht? Leider muss ich feststellen, dass unser Einfluss auf die Politik in den letzten Jahren stark gesunken bis nahezu null ist. Die Politik scheint uns als Interessensgruppe nicht mehr richtig wahrzunehmen. Ursache ist hier sicherlich, dass es uns nicht gelungen ist als „Einheit der Chirurgie“ aufzutreten. Die diesbezüglichen jahrelangen Bemühungen des BDC waren nicht ausreichend erfolgreich. Die Besitzstandswahrungen der einzelnen
Interessensgruppen waren scheinbar zu groß. Die Verlustaversionen verhinderten zeitweise eine starke gemeinsame Stimme. Hier muss der BDC wieder klar als berufspolitische Stimme auftreten. Aus meiner Sicht haben die Landesverbände die Verantwortung, sich zu einer starken Stimme unter dem Motto: Chirurgie gestaltet Versorgung durch den Aufbau eines starken intersektoral-interprofessionalen Netzwerkes aus Landespolitik, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. In der „Versorgungsallianz Gesundheit“ sind alle Interessierten eingeladen mitzumachen.
5. Was wünschen Sie sich für deinen Landesverband, den BDC und deine Arbeit in den nächsten Jahren nach innen und nach außen? Für den Landesverband wünsche ich mir einen lebendigen und engagierten Landesverband, der sich traut, auch unangenehme gesundheitspolitische Positionen im Interesse unserer Mitglieder anzusprechen, zu diskutieren aber auch Lösungen zu erarbeiten.
Mein Slogan für Sachsen-Anhalt ist: „Chirurgie braucht Engagement. Unseres.“
Für den BDC insgesamt wünsche ich mir:
Innen
1. Ausbau der Transparenz für die Mitglieder der Arbeit des BDCs in der Gremienarbeit
2. Controlling der Effizienz der Gremienarbeit
3. Modernisierung der Vereinsstruktur und ggf. Überprüfung der Vereinsziele
Außen
1. Stärkere Förderung des chirurgischen Nachwuchses – Ohne Nachwuchs keine Versorgung
2. Starke Stimme für verlässliche gesundheitspolitische Rahmenbedingungen – Versorgung braucht politische Verlässlichkeit
3. Aufbau eines starken Netzwerkes aller an der Gesundheitsversorgung beteiligten Partner – Partnerschaft für die Zukunft der Chirurgie
6. Warum lohnt sich als Mitglied ein Engagement im BDC und wer kann/sollte für ein Mandat kandidieren? Ein Engagement im BDC lohnt sich, weil berufspolitische Entscheidungen unseren Alltag unmittelbar beeinflussen – Arbeitsbedingungen, Weiterbildung, Krankenhausstrukturen oder Vergütung. Wenn wir diese Themen nicht selbst mitgestalten, werden sie von anderen entschieden. Der BDC bietet die Möglichkeit, die Zukunft der Chirurgie aktiv mitzuprägen und sich gleichzeitig mit engagierten Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen. Die Akademie ist seit Jahren ein Garant für qualitative Fort- und Weiterbildung. Ich wünsche mir, dass sich künftig noch mehr Kolleginnen und Kollegen für ein Mandat im Verband zur Verfügung stellen – aus Klinik und Praxis, aus unterschiedlichen chirurgischen Disziplinen und besonders auch aus der jüngeren Generation. Der Verband lebt von der Vielfalt der Perspektiven. Der BDC ist über viele Jahre von sehr erfahrenen Persönlichkeiten geprägt worden, denen wir viel zu verdanken haben. Gleichzeitig ist es wichtig, dass nun auch jüngere Kolleginnen und Kollegen Verantwortung übernehmen und neue Ideen einbringen. Es geht nicht darum, die Lebensleistung der „Alten“ in Frage zu stellen, sondern darum, auf diesem Fundament gemeinsam die Zukunft der Chirurgie weiterzuentwickeln.
Berufspolitik braucht Erfahrung – aber sie braucht genauso neue Perspektiven und Engagement.
Kurzporträt Dr. Matthias Krüger
Dr. Matthias Krüger ist Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit besonderer Expertise in der kolorektalen Chirurgie. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich klinisch und wissenschaftlich mit Erkrankungen des Kolons und Rektums sowie von Beckenbodenfunktionsstörungen nach operativen Eingriffen.
Neben seiner operativen Tätigkeit gilt sein Interesse der Weiterentwicklung von Qualität, Sicherheit und Organisation in der Medizin. Fragen des klinischen Risiko- und Qualitätsmanagements sowie die
gesundheitsökonomischen Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems auf Klinik-, Landesund Bundesebene bilden einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit.
Mit seinem Master of Arts in Health Business Administration verbindet er medizinische Expertise mit ökonomischem Verständnis. Sein Anliegen ist es, eine gemeinsame Sprache zwischen Medizin und Ökonomie zu entwickeln, um klinische Qualität, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und strategische Krankenhausentwicklung besser miteinander zu verbinden. Darüber hinaus engagiert er sich für moderne Führung im Gesundheitswesen. Als Netzwerkexperte und systemischer Businesscoach für Führungskräfte setzt er sich für zeitgemäße Führungsinstrumente, interdisziplinäre Zusammenarbeit und starke professionelle Netzwerke im Gesundheitssystem ein.
Sein berufspolitisches Engagement begann bereits während der Assistenzarztzeit im Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC). Dort engagierte er sich früh in der Nachwuchsförderung und war Mitglied des Präsidiums. Sein Ziel war und ist es, jungen Chirurginnen und Chirurgen eine stärkere Stimme in der Berufspolitik zu geben. In diesem Zusammenhang war er auch Mitbegründer des Bündnisses Junge Ärzte.
Heute ist Dr. Matthias Krüger Landesvorsitzender des BDC in Sachsen-Anhalt und befindet sich in seiner zweiten Legislaturperiode. Sein besonderes Anliegen ist es, die chirurgische Versorgung – insbesondere in einem Flächenland – aktiv mitzugestalten und den Dialog zwischen Chirurgie, Politik und allen Partnern der Gesundheitsversorgung zu stärken.
FA für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Zusatzqualifikation: spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie, Notfallmedizin
Master of Arts Health Business Administration
Klinischer Risikomanager
Lehrbeauftragter Chirurgie im Studiengang Physician Assistance an der Hochschule Anhalt, Köthen
Systemischer Businesscoach (Quadriga University)
Externer Fachauditor DIN ISO En 9001-2015 und Organzentren
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