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DGG-Jahrestagung „Faszination Gefäßchirurgie“: Jetzt anmelden!

Vom 13. bis 16.10.2021 findet im Congress Center Rosengarten in Mannheim die 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin statt. Die Tagung erfolgt in Form einer Hybridveranstaltung mit einem direkten wissenschaftlichen Austausch, einem webbasierten Streaming und der Möglichkeit eines On-Demand-Zuganges.

Das Tagungsmotto lautet: „Faszination Gefäßchirurgie: Innovativ und Offen“.

Das Motto spiegelt auch das sich immer weiter ausdehnende, breite Spektrum der Gefäßchirurgie mit endovaskulären Techniken, Hybrideingriffen und offenen Gefäßoperationen wider. Ziel ist es, die Expansion des Wissens und der neuen technischen Möglichkeiten in der Gefäßmedizin und Gefäßchirurgie darzustellen und weiter voranzubringen.

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

Und hier geht’s zur Registrierung.

Live-Webinar „Hernie kontakt“ im Oktober: Update Rezidiv-Leistenhernien

Mit einem Update der Rezidiv-Leistenhernien mit und ohne Schmerz greift die BDC|Akademie in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) die nun zweimal im Jahr stattfindende Reihe „Hernie kontakt“ wieder auf.

Im Fokus der Reihe stehen aktuelle und kontroverse Themen der Hernienchirurgie. Das Format hatte seine Premiere bereits im Sommer 2020.

Live-Webinar: „Hernie kontakt“ am 27. Oktober 2021 um 17.00 Uhr

 

Referenten:

Dr. med. Ralph Lorenz, 3+CHIRURGEN, Berlin
Prof. Dr. med. Henning Niebuhr, HAMBURGER HERNIEN CENTRUM
Dr. med. Wolfgang Reinpold, HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg
Dr. med. Bernd Stechemesser, Hernienzentrum Köln

 

Hier geht’s zum Programm und zur Anmeldung.

 

PASSION CHIRURGIE im September: Orthopädie und Unfallchirurgie

Liebe BDC-Mitglieder,

Orthopädie und Unfallchirurgie stehen im Fokus der aktuellen Ausgabe, passend zum Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der vom 26. bis 29. Oktober 2021 in Berlin stattfindet. Der BDC ist wieder mit einem Stand vertreten: Halle 2.2, Stand 56. Lassen Sie uns gern in den Austausch kommen, wenn Sie auch vor Ort sind. Wir freuen uns auf Sie!

Hier geht’s zur digitalen Ausgabe

Jetzt sind Sie gefragt: Um das Seminarprogramm der BDC|Akademie noch stärker nach Ihren Bedürfnissen ausrichten, führen wir aktuell eine Umfrage durch. Unter dem Stichwort „Fortbildung mit Zukunft“ können Sie als Mitglied mitentscheiden, wie sich neue Lernformate mit angepassten Inhalten in der BDC|Akademie entwickeln sollen. Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten erfolgen im letzten Quartal dieses Jahres. Lesen Sie auch den Beitrag von BDC|Akademie-Leiter Professor Schröder ab S.16.

Hier geht´s zur Umfrage

Wr wünschen Ihnen eine entspannte Lektüre.
Ihre PASSION CHIRURGIE-Redaktion

Bald Anspruch auf ärztliche Zweitmeinung vor Eingriffen an der Wirbelsäule

Wer vor bestimmten planbaren operativen Eingriffen an der Wirbelsäule steht, hat künftig Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung. Unabhängige und besonders qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte prüfen dann, ob die empfohlene Operation tatsächlich medizinisch notwendig ist.

Die Möglichkeit der ärztlichen Zweitmeinung soll dabei helfen, medizinisch nicht notwendigen Eingriffe zu verhindern. Mit dem Beschluss vom Donnerstag (16.9.2021) ergänzte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seine Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren (Zm-RL) um einen sechsten planbaren Eingriff.

Die Richtlinie umfasst bisher folgende Eingriffe:

Eingriff 1: Mandeloperationen (Tonsillektomien, Tonsillotomien)
Eingriff 2: Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien)
Eingriff 3: Arthroskopische Eingriffe an der Schulter
Eingriff 4: Amputation beim diabetischen Fußsyndrom
Eingriff 5: Implantationen einer Knieendoprothese

Hier geht’s zum vollständigen Text der G-BA-Meldung.

G-BA-Beschluss RiLi Zweitmeinungsverfahren - Amputation diabetischer Fuß

GBA verlängert Corona-Sonderregeln bis 31. Dezember 2021

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag (16.9.2021) die Corona-Sonderregeln für die telefonische Krankschreibung bei leichten Atemwegsinfekten, für ärztlich verordnete Leistungen sowie für die telefonische Beratung in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Gründe für die Verlängerung Angesichts sind die leichte Übertragbarkeit der Delta-Variante des Coronavirus und die nur langsam voranschreitende Impfung der Bevölkerung.

Die Verlängerung betrifft die Sonderregeln, deren Geltungsdauer nicht an die epidemische Lage nationaler Tragweite geknüpft ist, sondern vom G-BA befristet beschlossen wurden.

Hier geht’s zur vollständigen G-BA-Meldung.

WINHO-Befragung zu Tumorkonferenzen: Bitte mitmachen!

Das Wissenschaftliche Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) in Köln sucht noch Teilnehmer für seine Online-Befragung zu interdisziplinären Tumorkonferenzen und vergleichbaren Fallbesprechungen.  Die Befragung ist anonym und dauert bis zu 15 Minuten.

Hier geht’s zur Umfrage.

(Falls die Weiterleitung durch Anklicken des Links nicht direkt funktionieren sollte, kopieren Sie den Link bitte in die Adressleiste Ihres Internetbrowsers.)

An wen richtet sich die Befragung?

Die Befragung richtet sich an alle Ärzt*innen, die Patient*innen mit hämatologischen/onkologischen Erkrankungen versorgen, unabhängig von ihrer Fachrichtung, beruflichen Position und wie häufig sie bereits an Tumorkonferenzen teilgenommen haben.

Wir bitten explizit auch Ärzt*innen, die nicht oder unregelmäßig an Tumorkonferenzen und ähnlichen interdisziplinären Besprechungen teilnehmen, sich zu beteiligen.

Warum findet diese Befragung statt?

Interdisziplinäre Fallbesprechungen sind wichtige, aber auch sehr ressourcenintensive Bestandteile der Versorgung krebskranker Menschen. Dennoch gibt es in Deutschland kaum Daten zu Strukturen, Prozessen und Kriterien zur Qualitätssicherung und -verbesserung von Tumorkonferenzen und vergleichbaren interdisziplinären Besprechungen. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen verschiedener Fach- und Berufsverbände entwickelt. Die Ergebnisse sollen zur Weiterentwicklung qualitätssichernder Maßnahmen verwendet werden. Nur durch eine hohe Beteiligung seitens der Ärzteschaft kann eine aussagekräftige Datengrundlage hierfür geschaffen werden.

Bitte leiten Sie den Link zur Befragung auch an Ihre Kolleg*innen weiter!

Falls Sie Rückfragen zur Befragung haben oder weitere Auskünfte zum Projekt wünschen, stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung. Das Projekt wird vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Wenn Sie den Fragebogen bereits über andere Kanäle erhalten oder schon ausgefüllt haben, bitten wir diese Dopplung zu entschuldigen.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung und Weiterleitung der Online-Befragung!

BDC-Live-Webinar zu Osteosyntheseverfahren: Jetzt anmelden!

Das Live-Webinar des BDC zu den Osteosyntheseverfahren an der unteren Extremität aus dem Fachgebiet Orthopädie/Unfallchirurgie vom 7. bis. 8. Oktober 2021 – jeweils von 16.00 bis etwa 20.00 Uhr – sucht noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das Webinar richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die kurz vor dem Facharzt Orthopädie/Unfallchirurgie oder vor der Prüfung „Spezielle Unfallchirurgie“ stehen, und natürlich an alle, die einfach ihr schon vorhandenes Wissen auf diesem Fachgebiet auffrischen wollen. Inhaltlich geht es um die Diagnostik und Therapie der im klinischen Alltag relevanten knöchernen Verletzungen der unteren Extremität. Der Schwerpunkt liegt auf evidenzbasierten Aussagen und neuesten therapeutischen Verfahren. Das Webinar ist ein Baustein für den Erwerb des Zertifikats „Osteosynthese“ des BDC.

Live-Webinar: „Osteosyntheseverfahren an der unteren Extremität“

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. med. Michael Paul Hahn, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinikum Bremen-Mitte

Hier geht’s zum Programm und zur Anmeldung.

 

bvmd mahnt „zeitnahe Umsetzung“ der Approbationsordnung an

„Es braucht eine zeitnahe Umsetzung der Approbationsordnung, sonst kann eine zeitgemäße medizini­sche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Zukunft nicht mehr gewährleistet werden”, sagte bvmd-Vizepräsident für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Philip Plättner, am Dienstag (7.9.21) gegenüber der Presse.

Nur eine hochwertige Ausbildung mit Stärkung der ambulanten Medizin werde auch langfristig die Versor­gung auch in strukturschwachen Regionen und auf dem Land sichern können, so Plättner.

Diese und weitere Herausforderungen lassen sich nach Auffassung des bvmd nur mit einer reformierten Approbationsordnung meistern. Bund und Länder sollen nun die Verhandlungen dazu zu einem Abschluss zu bringen.

Sinnvoll am weiterentwickelten Referentenentwurf sei das interprofessionelle Lernen, der praktisch orientierte Unterricht und eine stärkere Orientierung an der hausärztlichen Versorgung. Kritisch sieht man unter anderem die weitere  Aufsplittung der Staatsexamina in zusätzliche lokale Anteile, was die nationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse gefährde.

Hier geht’s zur Pressemitteilung des bvmd vom 7.9.2021

Bundestagswahl 2021 – Wie möchte die Politik das Gesundheitswesen verändern?

Bundestagswahl 2021 – Wie möchte die Politik das Gesundheitswesen verändern?

BDC-Einschätzung der Wahlprüfsteine 2021

Sind Sie noch unentschlossen? Oder wissen Sie schon, für wen Sie sich am 26. September 2021 entscheiden werden?

Eine – insbesondere auch für den Gesundheitsbereich – außergewöhnliche Legislaturperiode geht zu Ende. Sie startete mit einem dynamischen Gesundheitsminister, der nicht nur seine Mitarbeiter im Ministerium, sondern die gesamte Gesundheitsbranche mit einer unvergleichlichen Anzahl an Gesetzen in Atem hielt und wurde dann überschattet von den allgegenwärtigen und andauernden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Spätestens im Zuge der Bundestagswahlen wird es dringend Zeit, sich wieder dem gesamten Spektrum der anstehenden Fragen zu widmen. Denn trotz des Gesetzeskonvoluts der aktuellen Legislaturperiode sind noch Punkte offengeblieben.

Der BDC hat anlässlich der Bundestagswahl alle derzeit im Deutschen Bundestag vertretenen politischen Parteien um eine kurze Stellungnahme zu ausgewählten gesundheitspolitischen Fragen gebeten, die im Folgenden eingeordnet werden sollen. Die Antworten im Einzelnen finden Sie auf den nachfolgenden Seiten dieser Ausgabe. Nicht geantwortet haben, auch auf mehrmaliges Nachfragen, FDP und Linke, so dass sich auch die folgenden Ausführungen auf die Antworten von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90 Die Grünen und AfD beziehen.

Freiberuflichkeit

Prägend für die ärztliche Tätigkeit und die Qualität der Gesundheitsversorgung wird sicherlich der Stellenwert sein, welcher der ärztlichen Freiberuflichkeit als Wert auch in Zukunft beigemessen wird. Daher haben wir die Frage danach auch als BDC-Wahlprüfstein formuliert. Tatsächlich positionieren sich alle Parteien eindeutig für die Freiberuflichkeit. Dabei stellen CDU/CSU noch einmal explizit die ärztliche Therapiefreiheit und Unabhängigkeit als Kern eines freiheitlichen Gesundheitswesens heraus. Die Grünen geben kurz und bündig an, dass diese für Ihre Partei nicht zur Disposition stünde, und die AfD geht spezifisch auf die Trägerschaft von Medizinischen Versorgungszentren ein, welche weiterhin, innerhalb von Personengesellschaften, ausschließlich ärztlicher Leitung unterstehen müssen, um die fachlich unabhängige Tätigkeit auch weiterhin zu ermöglichen. Die SPD führt noch etwas weiter aus dazu, wie der Grundsatz der Freiberuflichkeit durch Rahmenbedingungen unterstützt und bewahrt werden solle und kündigt an, Anreize für gewinnorientierte Entscheidungen zu Gunsten eines sektorenübergreifenden Qualitätswettbewerbs („Pay für Performance“ [P4P]) abbauen zu wollen.

Aus BDC-Sicht ist vordergründig nichts gegen P4P einzuwenden. Jedoch mangelt es auch international an Erfolgsbeispielen für die nachhaltige Einführung solcher Systeme. In der Umsetzung sind diese meist zu komplex und mit zu vielen Fehlanreizen behaftet. Darüber hinaus mangelt es an überzeugenden Qualitätsparametern.

Bürgerversicherung und Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Mit Ausnahme der SPD befürworten alle Parteien den Fortbestand von sowohl gesetzlicher als auch privater Krankenversicherung. Die SPD strebt weiterhin eine Bürgerversicherung unter Abschaffung der GOÄ an. Die AfD führt aus, dass es wichtig sei, auch bei den Versicherungsmodellen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zukünftig mehr Pluralität zuzulassen, beispielsweise für Hausarztmodelle, oder auch, um Leistungen aus dem individuellen Versicherungsportfolio auszuschließen. Insbesondere letzteres lehnt der BDC ab, da dem Basisversicherungsschutz in Deutschland ein zentraler Stellenwert im Rahmen der Daseinsvorsorge zukommt. Die Grünen konkretisieren, dass sie ein integriertes Krankenversicherungssystem als spezifische Form der „Bürger*innenversicherung“ anstreben. In einem solchen System aus gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen beteiligen sich alle Versicherten gleichermaßen an der solidarischen Finanzierung des Gesundheitswesens. CDU/CSU äußern als einzige explizit, dass sie den konsentierten Entwurf der GOÄ nach der Bundestagswahl prüfen und als Rechtsverordnung einbringen werden. Die Würdigung dieses aufwändig erstellten und mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung konsentierten Entwurfs ist aus Sicht des BDC begrüßenswert. Die AfD will sich in Zukunft für einen Inflationsausgleich einsetzen und dafür, die ärztliche gegenüber der technischen Leistung aufzuwerten. Die Grünen wollen den jahrelangen Stillstand bei der Anpassung der GOÄ auch zukünftig nicht mehr hinnehmen und verweisen auf die hohe Bedeutung einer betriebswirtschaftlichen Kalkulation der einzelnen Gebührenordnungspositionen sowie den Vorschlag der Honorarkommission, die GOÄ auf gesetzlicher Grundlage zwischen Bundesärztekammer und PKV-Verband zu verhandeln. Aus Sicht des BDC handelt es sich dabei um sachgerechte Vorschläge.

Optimierung an der Sektorengrenze, zukünftige Krankenhauslandschaft und Versorgung auf dem Land

Die CDU strebt die Kooperation von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten an und will dafür Potenziale der Digitalisierung einschließlich der Telemedizin nutzen. Konkrete Aussagen zur zukünftigen Krankenhauslandschaft werden umschifft und lediglich Kommunen als Unterstützer bei der Umsetzung von quartiersbezogenen, sektorenübergreifenden Konzepten genannt. Hingegen legen SPD und die Grünen explizite Pläne dar zur Umwandlung kleinerer Krankenhäuser in sektorenübergreifende Zentren für eine wohnortnahe Basisversorgung. Die SPD führt am dezidiertesten zur Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft aus, mit regionalen Basiszentren, überregionalen Spezial- sowie Unikliniken und sektoren- und berufsübergreifender Versorgung anhand von integrierten Patientenpfaden für komplexe Krankheitsbilder. Die Grünen stellen eine Reform der Investitionsfinanzierung für Krankenhäuser in Aussicht. Dabei soll der Bund mitfinanzieren und dafür Mitbestimmungsrechte erhalten, z. B. bei der Krankenhausplanung.

Aus Sicht des BDC bleibt die CDU bei den Ausführungen zur sektorenübergreifenden Versorgung am ehesten unklar. Als Beispiel für eine gelungene sektorenübergreifende Vernetzung wird dementsprechend auch das Ersteinschätzungsverfahren bei ambulanten Notfallleistungen angeführt. Hier handelt es sich jedoch eher um eine sektorenübergreifende Perspektive im Management, bzw. in der Zuweisung von Patienten zur Versorgungsebene, nicht aber um Ansätze für eine sektorenübergreifende Versorgung. Ob dies als Vor- oder Nachteil gewertet wird, liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Der BDC befürwortet grundsätzlich maßvolle Umstrukturierungen einschließlich Zentrenbildung.

Digitalisierung

Alle Parteien unterstreichen den besonderen Stellenwert der Digitalisierung im Gesundheitswesen. CDU/CSU und die Grünen heben dabei die Bedeutung der elektronischen Patientenakte hervor, CDU/CSU und SPD deren Nutzen für die sektorenübergreifende Versorgung. Während CDU/CSU mehrfach den Stellenwert von Digitalen Gesundheitsanwendungen („Gesundheits-Apps“, „Digas“) betont, ist die AfD diesbezüglich kritisch und fordert randomisiert-kontrollierte Studien zum Wirksamkeitsnachweis ein. Der BDC sieht die allzu niedrigschwellige Einführung von „Digas“, welche Patient:innen unbegrenzt und auch direkt von ihren Krankenkassen erhalten können, kritisch.

Katastrophenschutz/Pande­miebewältigung

Einigkeit besteht darin, dass der öffentliche Gesundheitsdienst aufgewertet werden soll. Die SPD plant zusätzlich, die Vernetzung sowohl mit dem Katastrophenschutz als auch mit Einrichtungen der ärztlichen Regelversorgung zu stärken. Die Grünen fordern mehr Kooperation der vorhandenen Strukturen sowie Koordination auf europäischer Ebene, sowohl im Bereich von Notfallkapazitäten als auch in der Produktion von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Alles in allem sinnvolle, wenn auch noch sehr grundlegende Konzepte.

Zusammenfassung

Die unterschiedlichen Positionen hinsichtlich der Bürgerversicherung bestehen fort. Die Grünen haben dazu einen interessanten Kompromissvorschlag eines Nebeneinanders von GKV und PKV innerhalb einer Bürger*innenversicherung entwickelt, der inhaltlich aber erst bewertet werden kann, wenn konkrete Details dazu vorgelegt werden. Die CDU nimmt als einzige Partei Bezug auf den konsentierten Vorschlag für eine neue GOÄ. Alle Parteien bekennen sich zur ärztlichen Freiberuflichkeit. Innovationspotenzial auf dem Weg zur sektorenübergreifenden Versorgung einschließlich der Umwandlung von Strukturen zu einem gestuften Versorgungssystem sehen insbesondere SPD und Grüne. Die SPD avisiert mit der Einführung eines sektorenübergreifenden Vergütungssystems und der Ergänzung der Vergütung durch P4P besonders umfassende Reformen. Die Parteien eint der Anspruch, die Digitalisierung fördern und den öffentlichen Gesundheitsdienst aufwerten zu wollen.

Der BDC hat anlässlich der Bundestagswahl im September 2021 alle derzeit im Deutschen Bundestag vertretenen politischen Parteien um eine kurze Stellungnahme zu ausgewählten gesundheitspolitischen Fragen gebeten. Die Reihenfolge richtet sich nach den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017.

Die Fragen lauteten für alle Parteien:

  1. Wie stehen Sie zur Einführung einer Bürgerversicherung?
  2. An welchen Stellen würden Sie die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) weiterentwickeln?
  3. Wo sehen Sie die freiberufliche Ärzteschaft in Zukunft?
  4. Welche Optimierungen an der Grenze der ambulanten zur stationären Versorgung halten Sie für erforderlich?
  5. Wo sehen Sie weiteren Umstrukturierungsbedarf in der Krankenhauslandschaft?
  6. Wie wollen Sie die ärztliche Versorgung auf dem Land verbessern?
  7. Worauf legen Sie bei der weiteren Digitalisierung im Gesundheitswesen besonders wert?
  8. Was muss sich im Gesundheitswesen unbedingt ändern, um für weitere Pandemien besser gerüstet zu sein

Mit Ausnahme der FDP und der LINKEN haben die Parteien unsere Fragen beantwortet. Den Wortlaut können Sie hier nachlesen.

Bundestagswahl 2021 – Wie möchte die Politik das Gesundheitswesen verändern? Passion Chirurgie. 2021 August; 11(07/08): Artikel 05_01.

Kodierunterstützung für Arztpraxen ab Januar 2022

Ab Januar 2022 erhalten Arztpraxen über ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) eine digitale Unterstützung beim Verschlüsseln von Diagnosen. Neue Regeln oder Vorgaben gibt es dabei nicht: Die ICD-10-GM ist und bleibt die Basis. Damit kommt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einem Auftrag aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz nach.

Seit dem Jahr 2000 sind Vertragsärzte und -psychotherapeuten gesetzlich verpflichtet, ihre Diagnosen nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, ICD) in der jeweils gültigen deutschen Fassung zu verschlüsseln.

Details zu Funktionen, Bausteinen und rechtlichen Grundlagen sowie ein Video zur Kodierunterstützung finden sich auf der Website der KBV.