Alle Artikel von Olivia Päßler

Berufsverband der Deutschen Chirurgie startet digitales Netzwerk mit Doctolib Connect

Berlin, den 31.03.2026 – Doctolib, eines der führenden Healthtech-Unternehmen in Europa, und der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) haben ein gemeinsames digitales Netzwerk über Doctolib Connect für bis zu 16.000 Chirurginnen und Chirurgen in Deutschland eingerichtet. Mit dem sogenannten BDC-Messenger können sich Chirurginnen und Chirurgen ab sofort einfach vernetzen und austauschen – über Praxis- und Klinikgrenzen hinweg.

Bisher waren Chirurginnen und Chirurgen bei fachlichen Rückfragen oder Themen rund um ihren Beruf häufig auf persönliche Kontakte per E-Mail oder Telefon angewiesen. Der BDC-Messenger schafft erstmals eine zentrale Lösung für die Vernetzung untereinander und mit dem Verband. Mit dem BDC-Messenger von Doctolib Connect steht Mitgliedern ein kostenfreies, DSGVO-konformes Kooperationstool zur Verfügung, das speziell für den medizinischen Bereich entwickelt wurde. Chirurginnen und Chirurgen können sich damit direkt und sicher austauschen und per Textnachricht, Sprach- oder Videoanruf kommunizieren. Als Mitglieder des Netzwerks können sie etwa Befunde teilen, Patientenfälle anonym besprechen oder Karrieretipps austauschen. Zusätzlich kann der BDC seine Mitglieder mit Informationen rund um den chirurgischen Beruf versorgen, wie etwa zu den Themen Karriere, Vergütung, Recht und Weiterbildung. Pro Jahr werden insgesamt über alle medizinischen Einrichtungen hinweg bereits rund zwanzig Millionen Nachrichten über Doctolib Connect versandt.

„Die unbürokratische, digitale Vernetzung ist auch für Chirurginnen und Chirurgen unverzichtbar geworden. Mit dem BDC-Messenger über Doctolib Connect bieten wir unseren Mitgliedern ein Tool, das den Austausch untereinander erheblich erleichtert. Die Bedienung ist intuitiv und die Informationsvermittlung erfolgt unmittelbar. Eine erhebliche Erleichterung im chirurgischen Alltag”, sagt BDC-Geschäftsführerin Dr. Friederike Burgdorf.

„Die Zusammenarbeit mit dem BDC unterstützt unser Ziel, Ärztinnen und Ärzte im Alltag zu verbinden. Die über 300.000 Nutzerinnen und Nutzer von Doctolib Connect in Deutschland zeigen, dass es eine große Nachfrage für einfache und sichere Kommunikation gibt. Mit dem BDC-Messenger erhalten Chirurginnen und Chirurgen jetzt eine Kooperationslösung, die einen spürbaren Mehrwert bietet – von der Zweitmeinung bis zur schnellen Rückfrage”, sagt Ricardo Colón, Head of Doctolib Connect.

Das BDC-Connect-Netzwerk startete im Februar 2026. BDC-Mitglieder können sich über diese Seite registrieren: www.bdc.de/neu-fuer-mitglieder-der-bdc-messenger-bei-doctolib-connect/

Über Doctolib

Doctolib entwickelt seit 2013 Technologien, die medizinische Fachkräfte im Arbeitsalltag entlasten und ihnen mehr Zeit für ihre Patient:innen zurückgeben. In Europa nutzen mehr als 500.000 Gesundheitsfachkräfte digitale Lösungen von Doctolib, davon 120.000 in Deutschland. Zudem setzen 600 MVZ und Krankenhäuser in Deutschland Doctolib-Lösungen ein. Die All-in-one-Praxissoftware für Arztpraxen vereint Terminbuchung, Patientenaufnahme, sichere Kommunikation, elektronische Patientenakte und Abrechnung in einem System. Sie wird durch KI-Assistenten für administrative Aufgaben ergänzt. Der digitale Gesundheitsbegleiter des Health-Tech-Unternehmens bietet 90 Millionen Menschen in Europa, davon über 25 Millionen in Deutschland, über die App einfachen und sicheren Zugang zu Prävention und medizinischer Versorgung. Dies hilft Menschen, schneller die richtigen Fachärzt:innen zu finden, ihre Gesundheit besser zu verstehen und somit ein gesünderes Leben zu führen. Mit 3.000 Mitarbeitenden in mehr als 30 Städten arbeitet Doctolib jeden Tag mit medizinischem Fachpersonal zusammen, um die Zukunft des Gesundheitswesens mitzugestalten – dank zuverlässiger Technologie und hoher medizinischer Standards.

10. Gemeinsame Frühjahrstagung von ANC und BDC – Brandenburg und Berlin am 9. Mai 2026

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

„KI geht unter die Haut – Innovation trifft Präzision.“ Sie sind herzlich eingeladen zur BDC-ANC Frühjahrstagung!

Die inzwischen 10. Gemeinsame Frühjahrtagung lädt Sie sehr herzlich ein, gemeinsam einen Blick in die Zukunft der modernen Chirurgie zu werfen. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke in den Einsatz von KI in der Chirurgie sowie aktuelle Entwicklungen in der Fußchirurgie, Dermatochirurgie und Viszeralchirugie. Renommierte Expertinnen und Experten präsentieren neueste Erkenntnisse und diskutieren praxisnahe Ansätze für den klinischen Alltag. Seien Sie dabei und lassen Sie sich von innovativen Ideen und interdisziplinärem Austausch inspirieren.

Wir laden Sie sehr herzlich nach Potsdam ein und würden uns sehr freuen, wenn Sie sich an der offenen Diskussion zu diesen Themen aktiv beteiligen würden.

Im Rahmen der Frühjahrssitzung erfolgt auch die Wahl des Vorsitzes des Landesverbandes Berlin, zu der zusätzlich gesondert eingeladen wird!

Datum:     Samstag, 09. Mai 2026
Uhrzeit:    10:00 – 14:00 Uhr
Ort:           KV Brandenburg Potsdam, Saal Brandenburg
Pappelallee 5, 14469 Potsdam

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Frank Marusch
Vorsitz
LV BDC|Brandenburg
Dr. Ralf Greese
Vorsitz
ANC Brandenburg
Dr. Volker Lacher
Vorsitz
ANC Berlin

 

 

 

Dr. Ralph Lorenz
Vorsitz
LV BDC|Berlin
Dr. Katharina Paul-Promchan
Vorsitz
LV BDC|Berlin
Einladung

Die Krankenhausreform muss chirurgisch kranke Kinder und Jugendliche stärker berücksichtigen

Berlin, den 17.03.2026 – In einer Stellungnahme an den Bundestag äußert sich die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) zur Ausgestaltung der Krankenhausreform. Die Fachgesellschaft beklagt, dass die finanzielle, personelle und strukturelle Absicherung der operativen Kinder- und Jugendmedizin im Rahmen des beschlossenen Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) sowie des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) nicht ausreichend berücksichtigt sei. „Da die Krankenhausreform an den Strukturen der Erwachsenenmedizin ausgerichtet ist, wird die Versorgung dieser vulnerablen Patientengruppe mit speziellen Bedürfnissen zukünftig nicht hinreichend gewährleistet sein“, erklärt DGKJCH-Präsidentin PD Dr. Barbara Ludwikowski.

Die Forderungen der DGKJCH:

Sonderzuschläge für Kinder- und Jugendmedizin

Die Sonderzuschläge für die Kinder- und Jugendchirurgie müssen über 2028 hinaus sichergestellt werden. Bisher würden sie bis 2028 bezahlt, dies reiche zur finanziellen Absicherung der kinderchirurgischen Abteilungen nicht aus.

Leistungsgruppen

Spezialisierten Leistungsgruppen wie die Leistungsgruppe 16 „Spezielle Kinder- und Jugendchirurgie“, sollten die Versorgung komplex kranker Kinder insbesondere mit angeborenen Fehlbildungen regeln. Die DGKJCH fordert, die Leistungsgruppe 16 in das Gesetz wieder mit aufzunehmen.

Derzeit geplant sei, dass die Leistungsgruppe 15 „Allgemeine Kinderchirurgie“ die generelle operative Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland regeln soll. Hierbei würden etwa Personaluntergrenzen von drei Kinderchirurg:innen vorausgesetzt.

Gleichzeitig könnten Kinder und Jugendliche nach wie vor in Einrichtungen der Erwachsenenmedizin behandelt werden. Dies sei ein Widerspruch zur dringend notwendigen fachspezifischen Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Die DGKJCH dringt darauf, dass es neben ausgebildeten Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen speziell ausgestattete Krankenhausabteilungen für Kinder und Jugendliche geben muss, inklusive des entsprechend geschulten Pflegepersonals. Die kinderchirurgische Fachgesellschaft betont in diesem Zusammenhang, dass diese Vorhaltung einer entsprechenden Finanzierung bedarf.

Hybrid-DRG

Die DGKJCH begrüßt die Wiedereinführung der Hybrid-DRGs bei Kindern und Jugendlichen, da sie eine ambulante oder kurzstationäre Versorgung zum Wohl von Kindern und Jugendlichen ohne längere Trennung von zu Hause sicherstelle.

Aus Sicht der Fachgesellschaft ist sie aber in vielen Fällen aufgrund der zu komplexen angedachten Diagnosen nicht umsetzbar und gefährde so die Sicherstellung einer fachgerechten postoperativen Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Die DGKJCH fordert daher nur ausgewählte Operationen aus dem ambulanten Bereich für die Hybrid-DRGs bei Patient:innen unter 18 Jahren auszuwählen.

Fachärztliche Weiterbildung

Die DGKJCH setzt sich dafür ein, dass ausschließlich ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten für Kinderchirurgie für die Behandlung komplex erkrankter Kinder und Jugendlicher eingesetzt werden dürften. Dies setze voraus, dass in Zukunft eine spezialisierte Weiterbildung in diesem Bereich – strukturell und finanziell – gesichert sei.

In ihrer Stellungnahme an die Politik appelliert die DGKJCH, der Patientengruppe der Kinder- und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. „Kinder haben ein Recht auf eine interprofessionelle hochspezialisierte Behandlung, insbesondere bei komplexen Erkrankungen wie angeborenen Fehlbildungen oder Tumoren, denn sie leben ihr ganzes Leben lang mit den Konsequenzen, so DGKJCH-Pressesprecher Dr. Joachim Suß.

Primärversorgung – digitale Lösungen jetzt

Berlin, den 02.03.2026 – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) fordert, dass die Primärversorgung auf digitalen Systemen zur Ersteinschätzung aufbauen muss. „Wenn eine funktionierende und sichere digitale Infrastruktur als Grundvoraussetzung für die Primärversorgung nicht gegeben ist, landen wir im Organisationschaos und alles wird ineffizienter und teurer“, warnt Unfallchirurg und BDC-Vizepräsident Dr. Jörg-A. Rüggeberg.

Der Chirurgieverband begrüßt grundsätzlich die Devise „Digital vor ambulant vor stationär“. Eine digitale Ersteinschätzung – mit anschließender verpflichtender Patientensteuerung in die jeweils angemessene Versorgungsebene – sieht er als Vorbedingung für die erfolgreiche Einführung eines Primärversorgungssystems in Deutschland. Bedingung dafür sei, dass sie flächendeckend und (sektoren-)übergreifend funktioniere, zertifiziert und sicher sei. Der Berufsverband fordert, dass dies Inhalt des geplanten Gesetzes für digitale Versorgung und den Gesundheitsdatenraum sein müsse und dass für die Entwicklung, Erprobung und Umsetzung eines solchen Systems genügend Zeit eingeräumt werde.

Von der Primärarztsteuerung ausgenommen bleiben sollen laut BDC Patientinnen und Patienten mit akuten Verletzungen wie etwa frischen Wunden oder Knochenbrüchen. Diese benötigten weiterhin einen direkten und raschen Zugang zu chirurgischen Praxen. Dies gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund der jetzt schon bestehenden Überlastung von Notaufnahmen und Rettungsstellen in den Kliniken. „Im Bereich der Unfallchirurgie existiert mit dem Durchgangsarzt-Verfahren ein schon jahrzehntelang bewährtes Steuerungsverfahren für Arbeitsunfall-Verletzte. Dies kann als Blaupause für den Direktzugang von Verletzten zum Facharzt dienen, denn die Durchgangsärzte und -ärztinnen sind ohnehin nach dem Ärztevertrag gemäß § 34(3) SGB VII verpflichtet, Behandlungskapazitäten für die Akutbehandlung von Unfallverletzten vorzuhalten“, erklärt Unfallchirurg und BDC-Vizepräsident Dr. Peter Kalbe.

Für Patientinnen und Patienten nach stationärem Aufenthalt oder mit gesichertem längerfristigem Behandlungsbedarf sollte ebenfalls ein Direktzugang zur fachärztlichen Weiterbehandlung vorgesehen werden. Damit könnten unnötige Kontakte in der Hausarztpraxis bzw. wiederholte (digitale) strukturierte (Erst-)Einschätzungen des Behandlungsbedarfs vermieden und Aufwände und Kosten gespart werden.

Neben einem „Sternmodell“ von Überweisungen an Fachärzte und
-ärztinnen, die allesamt von der primärversorgenden Hausarztpraxis ausgelöst werden sollen, müsse auch ein „Kettenmodell“ möglich sein, in dem Überweisungen unter der Fachärzteschaft – in der Regel nach Primärzugang über die Hausarztpraxis – weiterhin möglich sein sollen. Dies würde helfen, die Mehrbelastung für Hausarztpraxen zu reduzieren und die Effektivität der Behandlungen zu erhöhen.

„Wir brauchen kein System, das durch starre Regelungen mehr Bürokratie und übervolle Hausarztpraxen und Notaufnahmen auf der einen Seite schafft und die Patientinnen und Patienten auf der anderen Seite durch Mehraufwand nur noch stärker belastet. Wir brauchen ein System, das eine effiziente und sinnvolle Versorgung sicherstellt“, betont BDC-Geschäftsführerin Dr. Friederike Burgdorf. Der BDC bietet bei der Umsetzung eines solchen Systems seine fachliche Expertise im Bereich der chirurgischen Berufspraxis an.

Neu für Mitglieder: Der BDC-Messenger bei Doctolib Connect!

Es ist soweit! Der neue BDC-Messenger ist “up and running”!
Der Messenger bietet BDC-Mitgliedern exklusiv eine Plattform zum Netzwerken und datensicheren Austausch von Informationen unter Chirurginnen und Chirurgen. Darüber hinaus stellt der BDC hier relevante aktuelle Informationen rund um den chirurgischen Beruf bereit. Seien Sie immer auf dem neuesten Stand zu den Themen wie Vergütung, Rechtstipps, etc.

Los geht’s!
Klicken Sie sich durch die jeweiligen Themenkanäle und finden Sie die Beiträge, die für Sie wichtig sind!
Tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen in den geschützten Chatgruppen zu bestimmten Themen aus. Eine Liste der existierenden Chats finden Sie im Themenkanal „Chatgruppen“. Sollten Sie Mitglied in bestimmten Chats werden wollen, schreiben Sie einfach an mail@bdc.de.

Einen Einblick in die App und ihre Funktionen erhalten Sie im Erklärvideo.

Eine Anleitung, zum Download der App und zum Beitreten ins BDC-Netzwerk finden Sie hier: BDC-Messenger_Anleitung.

Direktzugang:

Journalistenpreis 2025 – „Kliniken am Limit – wer überlebt die Krankenhausreform?“

Tatjana Mischke hat 2025 den BDC-Journalistenpreis für ihre Reportage „Kliniken am Limit – wer überlebt die Krankenhausreform?“ (SWR 2025, Produktionsfirma Thurnfilm GmbH) erhalten. Mit ihrem Beitrag hat sie sich gegen 37 weitere hochklassige Bewerbungen durchgesetzt.

„Überzeugt hat die Jury die hohe gesundheitspolitische Relevanz des gewählten Themas. Außerdem gelingt es Tatjana Mischke, das sehr komplexe Thema Krankenhausreform, das in unserem ohnehin schon schwer durchschaubaren Gesundheitssystem angesiedelt ist, fundiert und anschaulich zu beschreiben. Die Auswirkungen der Krankenhausreform beschäftigen den BDC und die gesamte medizinische Gemeinschaft bereits intensiv auf der fachlich-politischen Ebene. Wir freuen uns, wenn das Thema durch solche journalistischen Arbeiten der Bevölkerung nähergebracht werden“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC in seiner Laudatio.

Abb. 1: Übergabe des Journalistenpreis 2025, v.l.n.r.: Dr. J.-A. Rüggeberg, Dr. P. Kalbe, Prof. Dr. Dr. h.c. H.-J. Meyer, T. Mischke, Dr. F. Burgdorf

Die 45-minütige Reportage ist am 17. September dieses Jahres im SWR erschienen und in der Mediathek abrufbar. Tatjana Mischke hat zur Krankenhausreform umfassend recherchiert und stellt sie differenziert und faktenbezogen auf allen Ebenen – Politik, Kliniken und Patienten allgemeinverständlich dar. Auf Patientenebene beschreibt sie konkrete Fälle, auf die die Reform unmittelbare Auswirkungen hat und unternimmt mit einem Ärzteteam sogar eine simulierte Notfallanfahrt zu einer Klinik. Die Redakteurin konnte relevante Entscheidungsträgerinnen und -träger, sowohl von Seiten der Ärzteschaft und Kliniklandschaft als auch aus der Politik, als Interviewpartner gewinnen, wodurch die Zuschauenden Einblicke zum Thema aus verschiedenen Perspektiven bekommen können.

Die Preisträgerin Tatjana Mischke im Interview mit Olivia Päßler vom BDC.

BDC: Wie sind Sie zum Thema „Krankenhausreform“ gekommen, was hat Sie dazu bewegt, darüber einen Beitrag zu drehen?

Tatjana Mischke (TM): Die Krankenhausreform ist eine der größten Strukturreformen der vergangenen Jahre und schon deshalb ein wichtiges Thema, das uns alle beschäftigen sollte. Mich hat die Frage interessiert, ob das KHVVG in der Lage ist, die grundlegenden Veränderungen, die besonders die stationäre Versorgung braucht, anzustoßen. Während sich die Branche bei der Analyse des Missstandes weitgehend einig zu sein scheint, gibt es sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie man Verbesserungen erreichen kann. Ein Beispiel: Wenn Einigkeit darüber besteht, dass die Konzentration von Leistung eine Verbesserung im Sinne der Patienten bewirken kann, wäre die Frage, ob Mindestvorhaltezahlen und Fallzahlen die besten Kriterien sind, um über Schließungen zu entscheiden. Aber die Debatte ist komplex und würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen.

BDC: Welche Aspekte waren Ihnen beim Konzipieren des Beitrags wichtig?

TM: Mein Fokus lag auf der Frage, welche Kriterien bei der Schließung von Krankenhäusern angesetzt werden. Das Treatment habe ich noch zu der Zeit geschrieben, als zwar im Bundesrat über das KHVVG abgestimmt wurde – es aber keine öffentlich zugängliche Auswertungsanalyse gab. Nach einer längeren Beschäftigung würde ich heute dringend fordern, dass die heute vorhandenen Analysen transparenter in Bezug auf die angewendeten Parameter und für die ländliche Bevölkerung verständlicher kommuniziert sein müssten.

Die Frage, wie die Versorgung in ländlichen Regionen gesichert werden kann, damit das Überleben nicht vom Wohnort abhängt, finde ich für den Zusammenhalt der Gesellschaft fundamental. Politisch scheint es daher sinnvoll, eine Strukturreform der stationären Versorgung, die die Schließung von Krankenhäusern zur Folge hat, nur zusammen mit der Reform der Notfallversorgung auf den Weg zu bringen.

BDC: Warum haben Sie sich für einen Klinikfall in der Viszeralchirurgie entschieden?

TM: In der Recherche habe ich festgestellt, dass planbare Operationen in der Endoprothetik und in der komplexen Viszeralchirurgie (LG 16) argumentativ als „elektiver Eingriff“ in einen Topf geworfen werden. Mir hat sich diese Argumentation als schwierig dargestellt, und ich wollte zur Debatte beitragen. Es stellt sich dabei die Frage, ob die Interessen der älteren Krebspatienten aus dem ländlichen Raum ausreichend berücksichtigt sind. Deren Bedürfnisse während der Behandlung einer lebensbedrohlichen Erkrankung unterscheiden sich grundlegend von den Bedürfnissen der Menschen, die eine Knie-OP brauchen. Zusätzlich wären bei der Streichung von Fachbereichen die Wechselwirkungen zwischen Leistungsgruppen stärker zu berücksichtigen. Das betrifft besonders die Notfallversorgung in ländlichen Gebieten. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen schien mir interessant und ausreichend relevant für einen TV-Beitrag.

BDC: Wie lange haben Sie für Vorbereitung, Dreh und Produktion gebraucht? Bitte um kurzen Einblick, wie umfangreich die Erstellung einer solchen Reportage ist.

TM: Kurz zusammengefasst: Es steckt mehr Arbeit drin, als man es von außen sieht. Das hängt auch mit den speziellen Anforderungen in diesem finanzstarken Wirtschaftszweig zusammen. Die Interessensvertretungen aus den Fachbereichen sind stark – die Intransparenz hoch. Eigene Fehleinschätzungen sind da kaum auszuschließen. Will man sie mindestens minimieren, braucht es Zeit.

BDC: Was hat Sie am meisten geprägt, wer am meisten beeindruckt während der Dreharbeiten?

TM Es gab viele bleibende Eindrücke. Überall da, wo Mediziner mit einem stabilen Wertekompass und einer intrinsischen Motivation im Sinne der Patienten arbeiten – ohne sich durch ökonomische Zwänge die Entscheidungen diktieren zu lassen – wird gute Medizin gemacht. Und wenn die genannten Faktoren zusammenkommen, hat mich das durchaus beeindruckt.

BDC: Welche gesundheitspolitischen Themen haben Sie bisher behandelt?

TM: Ich habe eine Reportage zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Medizin gemacht. Ebenso einen TV-Beitrag zu der Frage, wie man die im europäischen Vergleich hohen Operationszahlen in der Endoprothetik korrigieren kann. Außerdem einen Artikel zur medizinischen Versorgung in Israel und den palästinensischen Gebieten.

BDC: An welchem Thema arbeiten Sie derzeit?

TM: Aktuell beschäftige ich mich mit verschiedenen Aspekten der Demokratiestärkung und Demokratieförderung.

Hier geht es zum Beitrag in der ARD Mediathek: www./bit.ly/Journalistenpreis25

 

Päßler O: Journalistenpreis 2025 – „Kliniken am Limit – wer überlebt die Krankenhausreform?“ Passion Chirurgie. 2026 März; 16(03/I): Artikel 09.

Journalistinnen und Journalisten: Bewerben Sie sich für den BDC-Journalistenpreis!

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) schreibt zum 13. Mal seinen renommierten Journalistenpreis aus. Mit diesem Preis möchte der Verband die journalistischen Beiträge auszeichnen, die die Chirurgie und ihre Facetten auf informative und packende Art beschreibt. Der Preis wird jährlich im Spätherbst verliehen. Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro.

Die Auszeichnung ist für journalistische Arbeiten aller Art vorgesehen. Die Beiträge sind in Textform oder für Radio, TV, als Podcast oder Online-Video willkommen. Sie sollen fachlich fundiert und allgemeinverständlich die Leistungen des Fachs Chirurgie, Entwicklungen auf diesem Gebiet oder die Chirurgie betreffende gesundheitspolitische Aspekte thematisieren. Alle Beiträge müssen den professionellen Standards der journalistischen Arbeit und Sorgfaltspflicht genügen. Jeder Autor beziehungsweise jede Autorin kann einen Beitrag einreichen, Autoren-Teams für jeweils einen Beitrag sind möglich. „Die Veränderung der Krankenhaus- und Praxenlandschaft, die Überalterung der Gesellschaft und weltweite Krisen und Kriege beeinflussen maßgeblich die Arbeit von Chirurginnen und Chirurgen in Deutschland. Vergangenes Jahr haben wir bereits eine hohe Anzahl an Einreichungen erhalten, die diese Themen sehr professionell und aus chirurgischer Sicht behandelt haben. Wir sind gespannt und freuen uns auf die Beiträge in diesem Jahr“, erklärt der Präsident des BDC, Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer.

Die Beiträge müssen in einem deutschsprachigen Publikumsmedium im Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis 30. Oktober 2026 erschienen sein oder noch erscheinen. Senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung bitte bis spätestens 31. Oktober 2026 bevorzugt per E-Mail an Olivia Päßler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (presse@bdc.de).

Über die Vergabe des Preises entscheidet der BDC-Vorstand. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird schriftlich informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Informationen zum Verfahren, insbesondere zu den Formaten der Beiträge und die bisherigen Preisträger finden Sie auf unserer Themenseite zum Journalistenpreis. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Rückblick auf den Bundeskongress Chirurgie 2026 in Nürnberg

Für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen ein Muss – der Bundeskongress Chirurgie, der dieses Jahr vom 6. bis 7. Februar in Nürnberg stattfand. Der BDC präsentierte sich gemeinsam mit seinem Versicherungsmakler Ecclesia mit seinem neuen und optisch deutlich verbesserten Stand und bot Raum zum Austausch und Netzwerken. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war gut, das Interesse an den wissenschaftlichen Sitzungen von BDC-Vorstand, Geschäftsführung und -mandatsträger:innen groß. Das BDC-Team informierte in diesem Jahr unter anderem über den neuen BDC-Messenger Doctolib-Connect, der innerhalb von wenigen Tagen die Marke von 100 Mitgliedern überschritten hat.

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