Vergütung 01.05.2012
Sachgerechte Kodierung der peranalen Operation eines Rektumprolaps mittels Stapler
Frage:
Die sachgerechte Kodierung bzw. Abrechnung der peranalen Operation eines Rektumprolaps mittels Stapler sorgt weiterhin für Diskussionen im Kollegenkreis und bei den Kostenträgern. Es stehen die OPS-Codes 5-482.b-, 5-482.90 und 5-484.27 zur Verfügung, welche je nach Sichtweise unterschiedlich zur Anwendung gebracht werden.
Strittig ist i.d.R., wie die Differenzierung zwischen tubulärer Resektion und Manschetten-/Segmentresektion vorzunehmen ist und ob die Größe des Resektates das Differenzierungsmerkmal darstellt.
Antwort:
Bei der Kodierung von per- bzw. transanalen Rektumresektionen wird im OPS zwischen peranalen lokalen Vollwandexzisionen (5-482.-) und tubulären Rektumresektionen (5-484.2-) unterschieden, die zu unterschiedlichen Abrechnungsergebnissen führen. Mit dem OPS-Kodebereich 5-484.- sind prinzipiell nicht nur (sub-)totale Rektumresektionen abbildbar, sondern auch Manschetten- bzw. „Segment“-Resektionen (z.B. 5-484.01). Verbindliche Definitionen, wie lang eine Manschette oder ein „Segment“ (anatomisch am Rektum gar nicht definierbar!) für die Kodierung sein muss, existieren nicht. Aus klassifikatorischer Sicht ist allerdings klarzustellen, dass die tubuläre Resektion einer Manschette oder eines Segmentes auf jeden Fall mit 5-484.2-kodierbar ist, einen spezifischeren Kode für die tubuläre Manschetten- oder Segmentresektion gibt es nicht! Wenn die tubuläre Manschettenresektion trans-/peranal mit Stapler durchgeführt wird, ist sie mit 5-484.27 zu verschlüsseln. Anderslautenden Kommentierungen muss ich daher leider widersprechen.
Eine lokale Exzision mit Stapler liegt vor, wenn mit einem Stapler eine semizirkuläre Vollwandexzision durchgeführt wird (5-482.b1) oder mit zweimaligem Staplereinsatz eine zirkuläre Vollwandexzision erfolgt (5-482.b0). Minimale Nachresektionen oder Korrekturen der Klammernahtreihe wären noch mit einer lokalen Exzision vereinbar. Sollten dagegen eine weitergehende Resektion mit Staplereinsatz erfolgen, sind die Bedingungen der tubulären Resektion gegeben. Es bleibt sicher ein kritischer Grenzbereich, der nur durch Beurteilung des Einzelfalls zu lösen sein wird.
Bartkowski R. Fragen und Antworten: Sachgerechte Kodierung der peranalen Operation eines Rektumprolaps mittels Stapler. Passion Chirurgie. 2012 Mai; 2 (05): Artikel 08_01
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