Alle Artikel von kein Autor

Radioaktive Stoffe machen krank

Bei einem nuklearen Unfall – zum Beispiel bei einer Kernschmelze im Reaktor oder im Abklingbecken für abgebrannte Elemente – werden radioaktive Stoffe, „Radionuklide“, freigesetzt. Im Folgenden listen wir die bei Atomunfällen am häufigsten in die Biosphäre gelangenden Radionuklide auf und stellen ihre Auswirkungen für die Gesundheit dar.

Radioaktive Substanzen und ihre gesundheitlichen Auswirkungen

Cäsium-137 (Cs)

Halbwertszeit (HWZ) 30,2 Jahre, Betastrahler, zerfällt in „angeregtes“, metastabiles Barium 137m (Ba), das sich mit kurzer HWZ von 2,55 min unter starker Gammastrahlung in stabiles Ba 137 umwandelt. Die Aktivitätsbestimmung von Cs 137 mit dem Geigerzähler erfolgt direkt über diese Gammastrahlung

Caesium verteilt sich sehr leicht in der Umwelt; durch die oberirdischen Atomtests sind weltweit noch kleine Mengen zu finden. Die Forschung unterscheidet zwischen externer und interner Exposition: Eine externe Exposition findet statt, wenn man z.B. auf kontaminierter Erde geht oder Kontakt mit verseuchtem Material hat. Bei einer internen Exposition werden radioaktive Stoffe durch Atmen, Essen und Trinken in den Körper aufgenommen. Lebewesen behandeln Cs-137 wie Kalium. Aufgenommenes Cs-137 verteilt sich gleichmäßig im Körper, vor allem in weichem Gewebe, ganz besonders in der Muskulatur, auch im Herzmuskel. Wegen der guten Wasserlöslichkeit der meisten Caesiumsalze werden diese im Magen-Darm-Trakt vollständig resorbiert. Es kommt zu hohen Konzentrationen in den Muskeln, etwas weniger konzentriert wird Caesium in Knochen und Fettgewebe eingelagert. Die biologische Halbwertszeit beträgt 40 bis 200 Tage. Bei hoher externer Exposition kann es Verbrennungen geben, je nach Dosis kann die Exposition tödlich sein. Interne Exposition kann zu Herzmuskelstörungen führen, ferner zu Krebserkrankungen wie z.B. Karzinomen der Lungen und Enddarm.

Strahlenarten

Man unterscheidet Teilchenstrahlung (Neutronen-, Beta- und Alphastrahlen) und Wellenstrahlung (Gamma- und Röntgenstrahlen).

Alphastrahlen (α-Strahlen) haben eine Reichweite von wenigen Zentimetern, in lebendem Gewebe von etwa 0,05 mm. Ein Blatt Papier stellt bereits ein Hindernis für sie dar. Wenn aber Alphastrahler in den Körper aufgenommen („inkorporiert“) werden, richten sie großen Schaden an. Auf ihrer Spur durch lebende Zellen hinterlassen Alphateilchen eine „Schneise der Verwüstung“. Die biologische Schadwirkung der Alphastrahlen ist mindestens 20-mal stärker als die von Gammastrahlen.

Betastrahlen: Die Reichweite der Betateilchen ist unterschiedlich, je nach ihrer Energieausstattung. Die Reichweite ist aber nicht identisch mit der Schadwirkung, denn die Energie entlädt sich jeweils am Ende der Spur und richtet dort den Schaden an. Betastrahlen können durch dünne Metallplatten abgefangen werden.

Alpha-und Betastrahlen tragen zur äußeren Strahlenwirkung auf Lebewesen nur wenig bei: Ihre schädigende Wirkung entfalten sie jedoch als innere Strahlung nach Inkorporation von Radionukliden. Inkorporation kann über Atmung, Essen und Trinken stattfinden.

Gammastrahlen sind elektromagnetische Wellen mit hoher Energie und großer Durchdringungsfähigkeit. Die „Spur“ eines Gammastrahls im lebenden Gewebe ist lang, aber nicht so zerstörerisch wie bei den Teilchenstrahlen.

Cäsium-134 (Cs)

Halbwertszeit 2,1 Jahre, Beta- und (schwacher) Gammastrahler

Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 trug Cäsium 134 in den ersten zwei Jahrzehnten erheblich zu den dort gemessenen Strahlendosen bei. Heute sind wegen der im Vergleich zu Cs 137 kürzeren HWZ nur noch relativ geringe Mengen nachweisbar. Cs 134 verhält sich im Körper wie Cs137.

Jod 131 (I)

Halbwertszeit 8,02 Tage, Betastrahler und Gammastrahler, wobei die Gammastrahlung nur 10 % der Gesamtstrahlung ausmacht. Die von I 131 ausgehenden Betateilchen haben im Gewebe eine Reichweite von maximal 2 mm.

Jod 131 ist ein flüchtiges Radionuklid, das sich über die Luft schnell großflächig verbreitet und von den Menschen eingeatmet werden kann. Es ist auch gut wasserlöslich. Da sich Jod auf Pflanzen ablagert und von Tieren aufgenommen wird, gelangt es in konzentrierter Form schnell in Milch, Fleisch und Fisch und so in die Nahrungskette des Menschen. Die Schilddrüse nimmt Jod so lange auf, bis ihre Aufnahmekapazität gesättigt ist – im Normalfall ist die Schilddrüse nicht gesättigt. Daher führt eine Exposition mit radioaktivem Jod durch einen Atomunfall dazu, dass es in der Schilddrüse gespeichert wird. Es wird dort nur langsam abgebaut. Insbesondere bei Kindern – aber auch bei Erwachsenen – wurde nach Radiojodexposition ein stark erhöhtes Schilddrüsenkrebsrisiko nachgewiesen. Niedrigere Dosen können Schilddrüsenfunktionsstörungen verursachen, z. B. Hypothyreose (Schilddrüsen-Unterfunktion).

Um die Risiken von Schilddrüsenerkrankungen nach einem Atomunfall zu mindern, sollten Tabletten mit Kaliumjodid an die Bevölkerung verteilt werden.

Diese Jod-Tabletten enthalten ungefährliches, nicht radioaktives Jod 127, das die Transportwege in der Schilddrüse für das radioaktive Jod blockiert. Die Jodprophylaxe kann jedoch nur gelingen, wenn das Kaliumjodid vor dem Kontakt mit radioaktivem Jod eingenommen wird.(Dosierungen s. gesondertes Merkblatt ).

Die biologische Halbwertszeit von Jod 131 ist in den verschiedenen Organen unterschiedlich: In der Schilddrüse beträgt sie 100 Tage, in Knochen 14 Tage, in Nieren, Milz und Gonaden 7 Tage.

Jod 129 (I)

Halbwertszeit 15,7 Mio. Jahre (!), im Vergleich zu I 131 schwächerer Beta- und Gammastrahler.

Jod 129 kommt hauptsächlich in Atomkraftwerken vor. In die Umwelt gelangte es vor allem aber durch die oberirdischen Atomtests. Jod 129 verhält sich wie Jod 131 und ist ebenfalls schädlich für die Schilddrüse. Es verteilt sich wie Jod 131 in der Umwelt. Seine biologische Halbwertszeit im Körper beträgt ca. 120 Tage.

Strontium 90 (Sr)

Halbwertszeit 28,6 Jahre, Betastrahler

Strontium 90 ist ein künstliches Radionuklid aus der Atomkernspaltung, das bei den Atomtests und AKW-Unfällen wie Tschernobyl und Fukushima in großen Mengen freigesetzt wurde und wird. In Spuren wird es auch im Normalbetrieb eines AKW über Abluft und Abwasser abgegeben. Über die Nahrungskette kann es in den menschlichen Körper gelangen. Als ein Element, das chemisch dem Kalzium ähnlich ist, wird es in Knochen und Zähne eingebaut, wo es sich anreichert und bis zu 40 Jahre bleiben kann. Besonders gefährdet sind Kinder aller Altersstufen, weil ihr wachsender Organismus einen großen Kalziumbedarf hat und Strontium für Kalzium hält.

20 bis 30% des in den Körper aufgenommenen Strontiums bleiben in den Knochen und im Knochenmark, ca. 1% bleibt im Blut und in den Weichteilen, der Rest wird ausgeschieden. Die Inkorporation von Strontium 90 führt vor allem zu Knochenkrebs und Leukämie. Es gilt als eine der Hauptursachen für Leukämie im Kindesalter.

Plutonium (Pu)

Halbwertszeiten Pu 238: 87,7 Jahre; Pu 239: 24.110 Jahre; Pu 240: 6.564 Jahre; alle Isotope sind Alphastrahler. Pu kommt in der Natur nicht oder allenfalls in geringen Spuren vor.

Plutonium gehört zu den giftigsten Stoffen überhaupt und ist hoch radioaktiv. Es wurde bisher durch den Atombombeneinsatz in Nagasaki und durch Atomunfälle (z. B. Majak, Tschernobyl) freigesetzt. Durch die oberirdischen Atomtests sind 4 Tonnen Plutonium weltweit verteilt. Viele Menschen, die neben Anlagen zur Produktion von Atomwaffen leben, wurden mit Plutonium 239 kontaminiert. Nach einer Freisetzung können Partikel durch Staub, Wasser und Nahrung in den Körper aufgenommen werden. Pu lagert sich im Knochenmark und in der Leber ab. Das Einatmen von plutoniumhaltigen Partikeln führt zu Lungenkrebs. Die Einnahme weniger tausendstel Gramm des Elements verursacht tödliche Strahlenschäden. Plutonium ist auch als Schwermetall hochgradig toxisch und besonders schädlich für die Nieren. Die biologische Halbwertszeit von Pu 239 beträgt in den Knochen 100 Jahre, in der Leber 40 Jahre.

Halbwertszeit (HWZ)

Die physikalische Halbwertszeit ist die Zeit, in der die Hälfte einer bestimmten Menge einer radioaktiven Substanz zerfallen ist. Das entstehende Zerfallsprodukt kann ebenfalls radioaktiv sein. Die Hälfte des Restes, also ein Viertel der ursprünglichen Menge, zerfällt wiederum in der gleichen Zeit, und so fort. HWZ mit 10 multipliziert ergibt die Zeit, in der die Ausgangsmenge (fast) vollständig zerfallen ist. Die biologische Halbwertszeit bezeichnet die Zeitspanne, in der in einem Lebewesen (Mensch, Tier, Pflanze , Einzeller) eine in den Organismus gelangte Menge eines radioaktiven Stoffes durch biologische Prozesse (Stoffwechsel, Ausscheidung, usw.) auf die Hälfte abgesunken ist.

Einer der Fukushima-Reaktoren wurde mit Brennelementen aus MOX (Mischoxid aus Uran 235 und Pu 239) betrieben. So ist zu befürchten, dass im Vergleich zu Tschernobyl mehr Pu freigesetzt wird. Auch mit Actinoiden (Transuranen) wie Thorium, Protactinium, Neptunium, Americium, Curium muss in den radioaktiven Wolken gerechnet werden. Durch diese Elemente wird die Strahlung viel gefährlicher.

 

Hall X, Eisenberg W. Radioaktive Stoffe machen krank. Passion Chirurgie. 2011 April; 1(4): Artikel 03_05.

Eine Information der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) Redaktion: Xanthe Hall, Dr. Winfrid Eisenberg, IPPNW Geschäftsstelle, Körtestraße 10, 10967 Berlin, E-Mail: ippnw@ippnw.de

Prof. Dr. Hans-Egon Posth, Ehrenmitglied des BDC und Gewinner der WMO-Medaille

Am 3. Februar 2011 verstarb der ehemalige Vizepräsident des BDC, Prof. Dr. Hans-Egon Posth im Alter von fast 91 Jahren.

Prof. Posth war Mitglied des BDC seit 1965. Von 1973-1982 war er Beisitzer des geschäftlichen Vorstandes, 1982-1986 Schriftführer und von 1986-1994 Vize-Präsident. Er erfüllte im BDC seine Aufgaben ohne viel Aufheben um seine Person zu machen. Seine Erfahrung, Weitsicht und Weisheit kamen der Arbeit des gesamten BDC zu Gute.

Als „junger Präsident“ war es für mich ein Glücksfall, Prof. Posth an meiner Seite zu haben. Auf verschiedenen Reisen zu Veranstaltungen des BDC kamen wir uns näher. Seine ruhige, geschickte Art, zu moderieren, hat oft die Wogen geglättet, wenn konträre Meinungen aufeinander prallten. Für mich war es eine große Ehre, ihm 1993 im Namen des Präsidiums die Ehrenmitgliedschaft im BDC zu verleihen. 1997 wurde ihm auch die Müller-Osten Medaille verliehen. Der BDC wird sich an sein Wirken mit Dankbarkeit und Achtung stets erinnern.

(Den Nachruf verfasste Professor Karl Hempel)

Ärztemangel und wachsender Versorgungsbedarf – wer behandelt künftig chirurgische Patienten?

Gemeinsame Pressemitteilung von: BDC, BAO, BNC

Gemeinsame Pressemitteilung von: Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC), Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) und Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO)

Ärztemangel und wachsender Versorgungsbedarf – wer behandelt künftig chirurgische Patienten?

Immer mehr niedergelassene Chirurgen in Deutschland nähern sich dem Rentenalter, Kliniken klagen über unbesetzte Facharzt- und Assistenzarztstellen. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter und benötigen intensivere ärztliche Versorgung. Dieser Spagat kann nur sektorenübergreifend und mit Unterstützung qualifizierter Assistenzberufe gelingen, so das Fazit der Chirurgen und ambulanten Operateure beim 13. BNC-Bundeskongress, dem 25. BDC-Chirurgentag und der BAO-Jahrestagung, die erstmals gemeinsam vom 4. bis 6. März 2011 in Nürnberg stattgefunden haben.

Nürnberg, 8. März 2011. Bis zum Jahr 2020 werden etwa 55 Prozent der niedergelassenen Chirurgen und 32 Prozent der Krankenhauschirurgen in Deutschland in Rente gehen. Bereits heute verzeichnen 35 Prozent der Kliniken unbesetzte Facharztstellen, bei den Assistenzarztstellen ist sogar in jeder zweiten Klinik mindestens eine Stelle vakant. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter und benötigen intensivere ärztliche Versorgung – und der medizinische Fortschritt ermöglicht Operationen und moderne Therapien bis ins hohe Lebensalter.

Qualifizierte Assistenzberufe können Chirurgen und Operateure entlasten
Der Münchener Gesundheitsökonom Prof. Günter Neubauer sieht eine Lösung für dieses Problem in der Delegation ärztlicher Leistungen: „Ärzte sollten sich auf das konzentrieren, was sie am besten können – und andere Leistungen qualifizierten Assistenzberufen überlassen“, sagte Neubauer bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des gemeinsamen Bundeskongresses Chirurgie 2011. Auch die chirurgischen Referenten bezeichneten die vermehrte Delegation von Leistungen als alternativlos.

So stellte der BDC-Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg fest: „Die Kliniken können in diesem Punkt viel von niedergelassenen Chirurgen und Belegpraxen lernen, wo qualifizierte Arzthelferinnen den Arzt längst von vielen Tätigkeiten entlasten.“ Ein wichtiger Schritt sei die Schaffung qualifizierter Berufsbilder, etwa des Chirurgisch-Technischen Assistenten (CTA) oder der Chirurgisch-Administrativen Assistentin (CAA), für die der BDC gerade ein modulares Weiterbildungskonzept entwickelt hat.

Der Präsident der Landesärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst betonte allerdings, dass letztlich immer der Arzt die ganzheitliche Verantwortung für den Patienten tragen müsse: „Delegieren heißt zwar übertragen, doch die Verantwortung für durchgeführte Tätigkeiten bleibt beim Arzt!“ Der Vertreter des BNC, der Chirurg Dr. Stephan Dittrich aus Thüringen, forderte deshalb eine gezielte Versorgungsplanung: „Wir müssen klar definieren, wer wen wie wann und wo behandeln kann und darf.“

Berufsverbände wollen die Trennung zwischen ambulantem und stationärem Sektor überwinden
Klar ist immerhin, dass die strikte Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im deutschen Gesundheitssystem längst überholt ist. Die chirurgischen Berufsverbände engagieren sich seit vielen Jahren für neue Versorgungsmodelle, darunter die Integrierte Versorgung, Tageskliniken sowie das Beleg- und Honorararztwesen.

Mit der gemeinsamen Ausrichtung ihrer jeweiligen Jahreskongresse präsentierten der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC), der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) dieses Engagement nun erstmals auch nach außen. Ihr gemeinsamer Kongress war mit über 1.000 Teilnehmern ein wichtiger Brückenschlag zwischen Klinik und Praxis sowie den beteiligten Fachgruppen. „Wir alle haben das Gefühl, dass hier etwas Besonderes passiert“, lobte BAO-Präsident Dr. Axel Neumann den Schulterschluss der drei Berufsverbände.

Pressekontakt:

Antje Soleimanian, Freie Medizinjournalistin
Essener Str. 4, D3, 22419 Hamburg
Tel.: 040 32596116, antje.soleimanian@bncev.de

Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC)
www.bncev.de

Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC)
www.bdc.de

Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO)
www.operieren.de

Ende der Budgetgrenzen beim Ambulanten Operieren ab 2012 – Verbände loben Vorstoß Röslers

Gemeinsame Pressemitteilung von: BDC, BAO, BNC

Die Forderung der ambulanten Operateure nach einer Abschaffung der Budgetierung ambulanter Operationen hat in Berlin offenbar endlich Gehör gefunden: Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat in den vergangenen Tagen mehrfach gegenüber der Presse erklärt, die aktuellen Zuwachsgrenzen beim Ambulanten Operieren bereits ab 1. Januar 2012 abschaffen zu wollen. In einem Interview mit „KV-TV Praxis“, dem Web-TV der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) erklärte der Minister, dass die Budget-Obergrenzen für extrabudgetäre Leistungen dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ widersprechen.

Fairer Wettbewerb zwischen Krankenhäusern und ambulanten OP-Zentren
Doch damit nicht genug: Rösler kündigte auch an, die ungleichen Wettbewerbsbedingungen des stationären und des ambulanten Sektors beseitigen zu wollen: „Die Frage der Investitionskosten muss geklärt werden.“ Es sei bekannt, dass Krankenhäuser für die stationäre Versorgung– anders als niedergelassene Ärzte –Landesmittel in Form von Investitionsförderung erhielten. „Insofern gibt es hier einiges zu regeln. Ziel ist es, hier ein faires System auf den Weg zu bringen“, sagte Rösler.

Bessere Rahmenbedingungen machen Ambulantes Operieren zur Erfolgsstory
Die unterzeichnenden Verbände lobten Röslers Vorstoß: „Mit besseren politischen Rahmenbedingungen kann das Ambulante Operieren endlich zu einer Erfolgsstory werden. Das Ambulante Operieren ist sicher, weil gegenüber einer stationären Behandlung deutlich weniger Infektionen auftreten und weil der Eingriff grundsätzlich von einem Facharzt erbracht wird. Patienten können sich nach dem Eingriff zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung erholen, sind schneller wieder arbeitsfähig und brauchen weniger Schmerzmittel“, meinte BNC-Präsident Dr. Dieter Haack. BAO-Präsident Dr. Axel Neumann ergänzte: „Die ambulanten Operateure haben seit Jahren aus eigener Tasche in moderne und sichere OP-Zentren investiert, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Der Sinneswandel im Bundesgesundheitsministerium ist überfällig.“ Auch BDC-Vizepräsident Dr. Jörg-A. Rüggeberg pflichtete bei: „Ambulante und stationäre Eingriffe müssen nach der gleichen Systematik finanziert werden, denn der einzige Unterschied liegt in der zusätzlichen Hotelleistung der Klinik.“

Das Interview mit Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler finden Sie hier:
http://www.kv-tv.net/film-o-thek.html

Über den BAO
Der Bundesverband Ambulantes Operieren e.V. (BAO) vertritt auf Bundesebene die fachlichen und politischen Interessen der ambulanten Operateure verschiedener Fachrichtungen (Chirurgen, Orthopäden, Augenärzte, Gynäkologen, Kieferchirurgen, Urologen, HNO-Ärzte und Dermatologen) und der ambulant tätigen Anästhesiologen.
http://www.operieren.de <http://www.operieren.de>

Über den BNC
Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) vertritt die fachlichen und politischen Interessen der freiberuflichen Chirurgen in Deutschland. Er führt hierzu auf Bundesebene den Dialog mit Politikern, Krankenkassen, Wirtschaft und anderen Berufsverbänden.
http://www.bncev.de <http://www.operieren.de>

Über den BDC
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen ist mit knapp 16.000 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen der Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis und feierte im April 2010 sein 50-jähriges Bestehen.
http://www.bdc.de

Pressekontakt:
Antje Soleimanian, Freie Medizinjournalistin
Essener Str. 4, D3, 22419 Hamburg
Tel.: 040 32596116,
antje.soleimanian@bncev.de

Lauterbach – Sanktionen gegen Ärzte

Berlin, Februar 2011: Es ist einer der ehernen Grundsätze moderner Demokratien, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Diesem Grundsatz fühlt sich die Sozialdemokratie von jeher verpflichtet. Im Medizinsystem wird dem Patientenwohl höchster Vorrang eingeräumt.

Für Prof. Lauterbach sollten beide Gebote bindend sein. Würde er aus dieser Motivation allein seinen Vorschlag unterbreitet haben, wäre eine Ermahnung an die Ärzte und eine Aufforderung zur Selbstverpflichtung und zum Dialog der richtige Weg gewesen.

Bedingt durch den demographischen Wandel werden dem Medizinsystem in Zukunft nur noch sehr begrenzte Finanzmittel zur Verfügung stehen. Daher ist, wie der Präsident des Berufsverband der Deutschen Chirurgen, Prof. H.-P. Bruch, meint, der Dialog zwischen der Politik und der Ärzteschaft außerordentlich wichtig, damit unter den gegebenen Umständen die besten Lösungen für die Patienten gefunden werden, Lösungen, die in erster Linie dem Patientenwohl dienen, und dafür Sorge tragen, dass das Kapital im System sparsam und bestmöglich verwandt wird.

Eine so drastische Strafandrohung, wie von Prof. Lauterbach vorgeschlagen, die eine in vielen Fällen nur gefühlte Ungleichbehandlung von Menschen betrifft, unterbindet den Dialog, sät Misstrauen und ist mit unserem Rechtsempfinden nur schwer vereinbar. Prof. Lauterbach ist ein dem wissenschaftlichen Denken verpflichteter Hochschullehrer, dem die Folgen kontroverser Äußerungen durchaus bewusst sein müssen.

Was also kann ihn bewogen haben, eine neue Offensive zu eröffnen?

Jedem, der sich mit der Zukunft unserer Sozialsysteme befasst, wird bewusst, dass die Gesellschaft dem demographischen Wandel weitgehend unvorbereitet ausgeliefert ist. Irgendwann zwischen 2016 und 2026 werden unsere Sozialsysteme ihre Grenzen überschreiten und was heute gesichert erscheint, wird in Frage gestellt werden müssen.
Alle Verantwortlichen wären daher aufgerufen, jetzt über eine Veränderung des Medizinsystems nachzudenken, damit auch in Zukunft denen geholfen werden kann, die der Hilfe bedürfen.

Eine Fülle von Fragen harrt der Beantwortung:

  1. Wie viel Medizin kann und will sich die Gesellschaft noch leisten?
  2. Wie soll die Bevölkerung in der Fläche versorgt werden?
  3. Wie viel Medizin brauchen wir und in welcher Spezialisierung?
  4. Wie können die Vorhaltekosten den Krankenhäusern gesenkt werden?
  5. Wie werden ambulanter und stationärer Bereich in Zukunft optimal vernetzt?
  6. Sind unsere Aus- und Weiterbildungssysteme den Herausforderungen der Zukunft noch gewachsen?

Wer diese und weitere Fragen beantworten will, braucht eine ungeschminkte Analyse der aktuellen und künftigen Situation und einen strukturierten Dialog, der möglichst losgelöst von Eigeninteressen, dem Patientenwohl verpflichtet ist. Wer durch Bußgeld- oder Strafandrohung den Dialog unterbindet und Misstrauen zwischen Partnern erzeugt, muss also eine andere Intention verfolgen. Vielleicht heißt das Ziel ja Staatsmedizin.

Dient die Diskreditierung der Ärzteschaft in erster Linie dem Systemwechsel? Dies würde die Politik davon entbinden, den Menschen zu sagen, dass wir uns vieles nicht mehr werden leisten können und dass viele persönlich und wissentlich eingegangene Risiken nicht mehr sozialisiert werden dürfen. Im Wege der Zuteilung, Priorisierung und Rationierung kann dem Patienten, je nach Kassenlage, dann von Staatswegen zugeordnet werden, was ihm zusteht.

Ob die Systemüberwindung hin zur reinen Staatsmedizin allerdings dem Patientenwohl in jedem Falle dient, ob nicht intendierte Gleichheit der Menschen durch Gleichmacherei auf niedrigem Niveau ersetzt wird, ob nicht die Motivation der Ärzteschaft empfindlich getroffen wird, darf mit Blick auf alle bekannten staatlichen Medizinsysteme – übrigens auch auf die skandinavischen – deutlich hinterfragt werden.

Schnittpunkt Chirurgie 2011 – Erster Nachwuchskongress für Chirurgen

Berlin, Januar 2011: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) veranstalten vom 18. bis 19. März 2011 in Berlin mit „Schnittpunkt Chirurgie“ den ersten Deutschen Nachwuchskongress für Chirurgie. In Kooperation mit fünf weiteren Fachgesellschaften bildet die Veranstaltung den gesamten chronologischen Werdegang angehender Chirurgen ab.

„Dieses Kongressformat ist einmalig auf dem deutschen Bildungsmarkt“, teilen die Organisatoren Prof. Wolfgang Schröder und PD Carsten Krones, Leiter der BDC|Akademie, und Prof. Hartmut Siebert, Generalsekretär der DGOU, mit.

„Schnittpunkt Chirurgie“ richtet sich zeitgleich an Medizinstudenten, chirurgische Berufseinsteiger und Assistenzärzte in der chirurgischen Facharztweiterbildung. Der Kongress zielt dabei nicht nur auf eine engere Verzahnung von studentischer Aus- und klinischer Weiterbildung. In der Kombination von aktuellem Fachwissen und praktischen Workshops mit Themen der Berufspolitik und der Karriereplanung deckt „Schnittpunkt Chirurgie“ auch die wichtigsten Fragen neben der klinischen Medizin ab.

Für die jungen Zielgruppen stehen insgesamt sechs Themenblöcke zur Auswahl, die sich inhaltlich am Stand der Berufsbildung orientieren.

Das Programm im Überblick:
Block 1 „Keine Angst vor dem Hammerexamen“ für Studenten
Block 2 „Die ersten 100 Tage Chirurgie“ für Berufseinsteiger
Block 3 „Wegweiser Facharzt Allgemein- und Viszeralchirurgie“ für Facharztanwärter
Block 4 „Wegweiser Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie“ für Facharztanwärter
Block 5 „Berufspolitik mal anders“ für alle Teilnehmer
Block 6 „Workshop für Laparoskopie“ und Hands-on-Kurse

Der Nachwuchskongress „Schnittpunkt Chirurgie“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von:
Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC)
Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)
Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT)

Ziele und Projekte der Referate des BDC

Auf Mitgliederversammlung des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen im April 2010 wurden neue Vertreter in das geschäftsführende Präsidium und in den Vorstand sowie neue Mandatsträger gewählt.

Im Folgenden stellen Ihnen die Repräsentanten der Referate ihre Ziele und Projekte in dieser Amtsperiode vor.

Referat Gefäßchirurgie
Zukunftspläne - Referat Herzchirurgie
Referat Kinderchirurgie
Referat Plastische Chirurgie
Referat Thoraxchirurgie
Referat Unfallchirurgie/Orthopädie
Referat Viszeralchirurgie
BDC|Akademie
Vertreterin der Chirurginnen
Vertreter der Oberärzte
Vertreter für Nachwuchsförderung
Vertreter für CME, CPD und Neuen Medien
Referat niedergelassene Chirurgen

Auszeichnungen und Ernennungen von BDC-Mitgliedern – 1. Quartal 2011

Aus Passion Chirurgie 01/2011

Prof. Dr. med. Ulrich Krause ist seit Juli 2010 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen.

Dr. med. Martin Lainka ist seit Oktober 2010 Chefarzt des Fachbereichs Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid.

Priv.-Doz. Dr. med. Klaus Prenzel ist seit Anfang November 2010 Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Unfallchirurgie am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

PD Dr. Claus-Georg Schmedt ist seit Oktober 2010 Chefarzt in der Klinik für Gefäßchirurgie im Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall.

Aus Passion Chirurgie 02/2011

Prof. Dr. Matthias Peiper ist neuer Chef der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie am Katholischen Krankenhaus St. Joseph in Essen.

Prof. Dr. med. Thomas Becker ist seit November 2010 neuer Direktor der Klinik für Allgemein- u. Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (Campus Kiel).

Prof. Dr. med. Hans Lippert Direktor der Klinik für Allgemeine-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Magdeburg wurde die Ehrendoktorwürde der medizinischen Universität Gdansk verliehen.

Prof. Dr. med. Edgar Silber, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale) wurde anlässlich des 90. Geburtstages der medizinischen Universität Poznan mit deren Verdienstmedaille ausgezeichnet.

Prof. Dr. med. Jörg Kalff ist seit Dezember 2010 neuer Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- u. Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Elmar Lindhorst ist seit November 2010 Chef der chirurgischen Abteilung der Medinos-Klinik Neuhaus an Rennweg.

Priv.-Doz. Dr. med. Sven Eisold ist seit Dezember 2010 neuer Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Sana Kliniken Lübeck.

Dr. med. Frank Schönbach ist seit Ende 2010 Chefarzt der Chirurgie der Bernhard-Weiß-Klinik in Kredenbach.

Dr. med. Stefan Bolte ist seit Januar 2011 neuer Chefarzt der Abteilung für Viszeral-, Unfall- und orthopädische Chirurgie an der Klinik Diepholz (Niedersachsen).

Dr. med. Manfred Hausmann-Albers ist seit Anfang 2011 leitender Oberarzt der Unfallchirurgie am Augustinus-Krankenhaus Düren-Lendersdorf.

Dr. med. Marius Passon ist seit 2011 Leiter der Chirurgie am Krankenhaus Bethesda in Freudenberg (Nordrhein-Westfalen).

Dr. med. Thomas Löffler ist sei Anfang 2011 neuer Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Chirurgischen Klinik Dr. Rinecker in München

Dr. med. Lutz Riedel, niedergelassener Chirurg in Mainz, wurde zum stellv. Vors. der KV-Verordnetenversammlung Rheinland-Pfalz gewählt.

Dr. Ch. Sellschopp, niedergelassener Chirurg und Belegarzt an der Park-Klinik Kiel, wurde zum Vors. der KV-Verordnetenversammlung Schleswig-Holstein gewählt.

Uwe Zorn ist seit Dezember 2010 neuer Chefarzt am St. Walburga-Krankenhaus Meschede.

Guido Barth ist seit Anfang des Jahres neuer Chefarzt der Abteilung für Chirurgie am Krankenhaus Leutkirch im Allgäu.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen gratuliert seinen Mitgliedern zu den Auszeichnungen, Ernennungen und neuen Funktionen.
Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn sich für Sie beruflich etwas ändert. Senden Sie uns einfach eine kurze Nachricht mit Ihrer neuen Funktion und wir veröffentlichen die Neuigkeiten an dieser Stelle, gerne auch mit Ihrem Foto. Bitte schreiben Sie an passion_chirurgie@bdc.de.

Einladung an Presse- und Medienvertreter

24. Chirurgentag 2010, 15. bis 16. Oktober 2010 in Berlin

Der Chirurgentag ist die zentrale Veranstaltung für chirurgische Weiter- und Fortbildung des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC), der mit knapp 16.000 Mitgliedern größten europäischen Chirurgenvereinigung. Der traditionelle Jahreskongress beschäftigt sich neben einem umfangreichen Angebot an praktischer Fortbildung mit zentralen Zukunftsthemen für chirurgisch tätige Ärztinnen und Ärzte – und ihre Patienten.

Unter der neuen Leitung von Professor Dr. Wolfgang Schröder und PD Dr. Carsten J. Krones fokussiert der 24. Chirurgentag – essentials 2010 – stark auf den chirurgischen Nachwuchs. Mit der Öffnung des Chirurgentages für Studenten beschreitet der BDC in diesem Jahr Neuland. Das Angebot richtet sich an Medizinstudenten kurz vor der letzten großen Prüfung.

Unter dem Motto „Keine Angst vor dem Hammerexamen“ bietet die BDC|Akademie einen zweitägigen Crashkurs, der fit für das Staatsexamen macht und gleichzeitig das Interesse an der Chirurgie wecken soll.

Weitere Kongressthemen mit besonderem Interesse für Fach- und Publikumsmedien sind in diesem Jahr die endokrine Chirurgie, Hernienchirurgie und Koloproktologie. Für unfallchirurgisch Interessierte stehen Verletzungen der oberen Extremität, die Versorgung des diabetischen Fußes und die Wirbelsäulenchirurgie auf dem Programm. Jedes Thema informiert über den aktuellsten Stand von angewandter Wissenschaft und Technik.

Ergänzend setzt sich die Berufspolitik mit den wichtigen Themen Weiterbildungs-management und Markenbildung auseinander.

Das Programm des Chirurgentages bietet ein umfassendes Update für die alltags-orientierte chirurgische Praxis in Krankenhaus und Niederlassung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Chirurgentages unterwww.chirurgentag.de. Parallel zum Kongress bieten wir Ihnen in den Räumen der BDC-Geschäftsstelle die Chance zu Hintergrundgesprächen mit dem BDC-Vorstand, den Akademieleitern sowie medizinischen Experten.

Zur Anmeldung und Akkreditierung nutzen Sie bitte das beigefügte Antwortfax. Die BDC-Pressestelle steht Ihnen gern zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen ist mit knapp 16.000 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen der Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis und feierte im April 2010 sein 50-jähriges Bestehen.

Kosteneinsparung durch Kostenerstattung

Berlin, Oktober 2010: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministers Dr. Philipp Rösler, über eine Änderung des §13 SGB V eine Stärkung des Prinzips Kostenerstattung für die Patienten zu erreichen. Kostenerstattung führt zu mehr Transparenz und kann Patienten motivieren, ihre Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen selbstkritisch zu über­denken. Kostenerstattung wird damit im Ergebnis zu einer Verminderung von Kosten führen.

„Die Möglichkeit, Kostenerstattung zu wählen, besteht für die Patienten schon seit Langem. Allerdings ist die entsprechende Passage im Sozialgesetzbuch V (§13) so ausgestaltet, dass mehr Hindernisse als Anreize gesetzt sind, so dass bis heute kaum jemand von dieser sinnvollen Option Gebrauch macht,“ erklärte der Vizepräsident des BDC, Dr. Jörg-A. Rüggeberg heute in Berlin.

So müsse ein Patient sich langfristig an diese Entscheidung binden und könne nicht im Einzelfall wählen. Weiter sei die Kostenerstattung per Gesetz mit einem obligatorischen Eigenanteil verbunden, unabhängig von der Frage, wie sinnvoll und notwendig die medizinische Leistung im Einzelfall sei. Wegen dieser automatischen Verwaltungsabgabe an die Kassen und der schwierigen Umrechnung einer quasi privaten Rechnung in die Erstattungsregeln des Sachleistungsprinzips verbleibe bei den Patienten ein Restbetrag, der außerhalb der Verantwortung der Ärzte liege.

Die Krankenkassen würden das Prinzip Kostenerstattung gern als „Abzocke“ der Ärzte verunglimpfen. Dabei seien es im Endergebnis die Kassen selbst, die ihren Versicherten nicht die vollen Rechnungsbeträge erstatteten.

Es sei bedauerlich, wenn durch emotional besetzte Fehlinformation ein sinnvoller Ansatz zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen boykottiert werde. Kostenerstattung sei im Gegensatz zum bisher geltenden Sachleistungsprinzip völlig transparent, da die Patienten eine nach Einzelleistung aufgeschlüsselte Rechnung erhielten. So würde auch jedem Einzelnen deutlich, mit welchen Kosten die Solidargemeinschaft im konkreten Fall belastet wird.

Ziel müsse sein, eine Sensibilität zu erreichen und ggf. auf nicht zwingend erforderliche Maßnahmen in Zukunft zu verzichten. Gleichzeitig sei eine transparente Rechnungslegung geeignet, Wettbewerbselemente unter den Leistungserbringern, aber vor allem unter den Kassen zu fördern. Denn diese könnten über ihre jeweiligen Tarife selber entscheiden, welche finanziellen Eigenleistungen bei Ihren Versicherten verbleiben und welche ggf. die Kasse übernimmt.

„Es scheint so zu sein, dass die Kassen ihre Versicherten lieber im Dunkel einer intransparenten Systematik lassen wollen und ihnen nicht gestatten, eigenverantwortlich selbst zu entscheiden, wie viel ihnen im Einzelfall ihre Gesundheit wert ist.“ so Rüggeberg. „Wer dem Einzelnen die Möglichkeit rationalen Handelns verweigert, darf nicht am Ende die Rationierung für alle beklagen.“

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen ist mit knapp 16.000 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen der Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis und feierte im April 2010 sein 50-jähriges Bestehen.