Panorama 01.09.2013
Protokoll der Mitgliederversammlung 2013 und Bericht des Präsidenten
TOP 1 Begrüßung und Bericht des Präsidenten
Die Mitgliederversammlung wird vom Präsidenten, Prof. Bruch, eröffnet, der alle Teilnehmenden begrüßt und konstatiert, dass die Einladung rechtzeitig allen Mitgliedern des BDC zugesandt wurde. Dem Vorstand sind keine weiteren Anträge zugeleitet worden. Im Rahmen der Totenehrung bittet der Präsident die Anwesenden sich von den Plätzen zu erheben. Danach hält der Präsident den Arbeitsbericht für das Jahr 2012/2013. Der Bericht liegt als Wortlaut dem Protokoll vor. Der Präsident konstatiert für den Berichtszeitraum eine arbeitsreiche und erfolgreiche Arbeit. Es wurden 643 neue Mitglieder geworben, insbesondere aus den Reihen der Ärzte in Weiterbildung. 35 % der Neumitglieder sind Ärztinnen. Er spricht seinen Dank an alle Handelnden aus. Aufgrund der rasanten Veränderungen, die auch erheblich mit finanziellen Kosten zusammenhängen, informiert der Präsident die Mitglieder des BDC über eine Veränderung, dass ab sofort der Schatzmeister mit im Vorstand arbeitet. Danach geht der Präsident auf besondere Aktivitäten des Berufsverbandes ein. Dabei hebt er hervor, das Chirurgensuchportal als größtes deutsches Mitarbeiterportal und berichtet auch, dass kritische Punkte, die im Portal nicht verankert waren, eingebaut wurden. Eine weitere wichtige Aktivität des Berufsverbandes gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie war der Workshop Quo Vadis Chirurgia am 15. Februar 2013, welches sich mit dem Branding für die Chirurgie und mit der Zukunft unseres Medizinsystems beschäftigte. Die notwendige Öffentlichkeitsarbeit muss vorangetrieben werden und der Präsident verweist auf eine tatkräftige Unterstützung der Bundesärztekammer und der Bundes-KV. Auch der Chirurgenkongress in Nürnberg 2013 wurde ein großer Erfolg und dokumentiert die gute Zusammenarbeit der ambulant und stationär tätigen Chirurgen.
Er dankt neben dem Präsidenten von BNC und BAO, Herrn Haack und Herrn Neumann, insbesondere Herrn Dietrich für seine hohe Organisationskunst. Die hohe Teilnahme von BDC-Mitgliedern bezeugt nach Meinung von Prof. Bruch, dass die Niederlassung wieder attraktiver wird.
Zum Thema Einheit der Deutschen Chirurgen konstatiert der Präsident eine konstruktive Diskussion, die Arbeit von Prof. Kruse in München als auch im Rahmen der Telefonbefragung wurde besonders hervorgehoben. Insgesamt konnte von Prof. Bruch festgestellt werden, dass sich erste Ergebnisse zeigen, und dass nach einem Treffen in Murnau wichtige Absprachen wöchentlich durchgeführt werden. Der Nachwuchskongress war mit mehr als 400 studentischen Teilnehmern ein großer Erfolg und dieser Erfolg muss in erster Linie den beiden Akademieleitern, Herrn Krones und Herrn Schröder sowie der hervorragenden Organisation von Frau Paech und ihrem Team in der BDC-Geschäftsstelle zugeschrieben werden.
Unter der Federführung von Herrn Krüger und Herrn Vallböhmer wurde die Nachwuchskampagne des BDC auch im 5. Jahr ihres Bestehens erfolgreich fortgeführt. Es wurden 7000 junge Kollegen erreicht. Die Facebook-Seite mit mehr als 2000 Clipps zeigt die Attraktivität der Webseite: chirurg-werden.de. Nach den Zahlen der Bundesärztekammer konnte festgestellt werden, dass doch ausreichend Nachwuchs für die Chirurgie vorhanden ist, und er konstatiert, dass sich die Arbeit um den Nachwuchs in den letzten Jahren stark gelohnt hat. Insgesamt muss, wenn die Attraktivität der Weiterbildung im Gebiet der Chirurgie weiter bestehen soll, ein Minimalbetrag von 7200 Euro pro Jahr für die Weiterbildung bereitgestellt werden.
Gemeinsam mit der Hochschule Bochum wurde im Jahr 2012 eine Generationsbefragung unter den jungen Mitgliedern durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 2700 von 16800 an dieser Befragung. Dabei stellte sich heraus, dass die Chirurgen hoch motiviert und einsatzbereit sind, jedoch klare Vorstellungen haben zur curricularen Weiterbildung und zur Ausgestaltung der Arbeitsstätte i. S. der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
In einer weiteren Studie, die unterstützt wurde von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), wurde der Umgang von Chirurginnen und Chirurgen mit „Nichtwissen“ untersucht. „Nichtwissen“ ist zu verstehen als Informationsdefizite durch die voranschreitende Arbeitsverdichtung durch veränderte Arbeitsabläufe in Bezug auf das Arbeitszeitgesetz. Dabei zeigte sich, dass in allen Alters- und Dienstgruppen die Information elektronisch auf mobilen Endgeräten abzurufen wäre.
In einer weiteren wichtigen Erhebung, die der BDC 2012 initiiert hat, wurde die Zusammenarbeit zwischen Chefärzten und Geschäftsführung beleuchtet. Hier dankt er Frau Tonus und Herrn Kapitza für die durchgeführte Erhebung. Es zeigten sich hier viele Defizite, die aber auch gute Anzeichen aufwiesen für die Verbesserung der Zusammenarbeit auf beiden Seiten. Für 2013 ist geplant, eine ähnliche Erhebung durchzuführen mit dem Fokus auf die Geschäftsführer und dann sollen Handlungskonzepte konkret ausgearbeitet werden, um die Zusammenarbeit zu verbessern.
Im Besonderen geht dann Prof. Bruch auf die Arbeit der Akademie ein. Er konstatiert, dass alle Fachgesellschaften eingebunden werden konnten, und dass es sich notwendig machte, eine eigene Geschäftsordnung zu erarbeiten, die es den Mitgliedern der Akademie möglich macht, ihre Leiter intern auszuwählen und im Einvernehmen mit dem Vorstand die Inhalte zu gestalten. Im Zusammenhang mit der Akademie sei auch erwähnt, dass der BDC in Kooperation mit der ESI neue Lehr- und Lernmethoden erprobt. Es ist Dr. Ansorg, dem Geschäftsführer, gelungen, eine völlig neue Seminarreihe aufzubauen. Im Jahr 2012 konnten die berufspolitischen Aktivitäten des BDC erheblich ausgeweitet werden. Dies aus der Erkenntnis, dass wir einerseits unsere Vertretung in der UEMS weiter ausbauen müssen, wobei Prof. Polonius, der Expräsident des BDC, in der Sektion Chirurgie eine hervorragende Vorarbeit geleistet hat. Die Gemeinschaft der fachärztlichen Berufsverbände konnte neu aufgestellt und mit Unterstützung von Dr. Heberer konnte eine neue Satzung aufgestellt werden.
Am 17. Januar 2013 wurde vom Vorstand der GFB Herr Wesiack und Herr Bruch zum Vizepräsidenten bzw. zum Präsidenten der GFB gewählt. Für die weitere Arbeit konnte der Präsident feststellen, dass mit dem Referenten Projektentwicklung & Neue Medien, Dr. Dittmar und Frau Reisinger, Pressesprecherin der GFB, gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit gelegt wurden.
Im Rahmen der Versorgungsforschung wurde ein weiteres Projekt vorangetrieben, gemeinsam mit Prof. Mansky, um der Frage nachzugehen, ob mit den gemeldeten Daten an die gesetzlichen Krankenversicherungen Rückschlüsse zu ziehen sind auf die Art der Behandlung und deren Erfolg. Hierin könnte ein Schlüssel liegen für eine Neuausrichtung der Arbeitsverteilung im Gesundheitssystem und eine völlig neue Möglichkeit der Qualitätssicherung.
Die Weiterbildungskommission der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie hat sich neu konstituiert und sich eine neue Geschäftsordnung gegeben, die der Tatsache Rechnung trägt, dass sich Verantwortlichkeiten und Verbände aufeinander zu bewegen. Der Vorsitz wird in Zukunft von 3 Personen wahrgenommen. Der Berufsverband der Orthopäden und Unfallchirurgen sowie der Berufsverband der Niedergelassenen Chirurgen werden mit Sitz und Stimme aufgenommen.
Zum Schluss ging der Präsident noch auf personelle Veränderungen im BDC-Präsidium ein. Frau Leschber wurde für das Amt der Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie vorgeschlagen und wird im Falle der Berufung ihr Referat abgeben. Der Präsident dankt Frau Leschber für die geleistete Arbeit, die sie mit viel Engagement und Herzblut wahrgenommen hat. Als Nachfolgerin wird Frau Prof. Katja Schlosser aus Marburg der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. Des Weiteren wird bekanntgegeben, dass Herr Norbert Hennes sich bereiterklärt hat, das Amt des Referatsoberarztvertreters im Präsidium des BDC zu übernehmen, da Frau Prof. Seifert die Vizepräsidentschaft des BDC übernommen hat. An ihrer Seite wird Frau Kollegin Gerlind Amtsberg, Greifswald, für das Amt der Stellvertreterin vorgeschlagen. Das Gremium nimmt die Wahl beider Vorschläge an.
Abschließend dankt der Präsident Prof. Tilman Mischkowsky für seine über 10 Jahre intensive Tätigkeit im Präsidium und im Vorstand des BDC. Er wird den BDC aber nicht verlassen und weiterhin aktiv den BDC in der Müller-Osten-Stiftung vertreten. Die Mitgliederversammlung bestätigt die Wahl von Frau Prof. Seifert für das Amt der Vizepräsidentin.
TOP 2 Bericht des Schatzmeisters:
Entsprechend der Tagesordnung hält dann Herr Mayer, Schatzmeister des BDC, einen Bericht. Er dankt gleich zum Anfang der Geschäftsführung für die geleistete Zuarbeit. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 1,552 Millionen Euro als Beiträge eingenommen, die Rechtsschutzversicherung brachte
653 000 Euro Erlöse, so dass eine Steigerung von 10 % zu verzeichnen ist. Die Ausgaben, so Herr Mayer, halten sich in Grenzen und wurden den gegebenen Situationen angepasst. Dabei konnte eine leichte Steigerung im Bereich der Personalkosten verbucht werden. Die in den letzten Jahren satzungsgemäßen Ausgaben im Bereich der Akademie konnten erfreulicherweise gesenkt werden. Während wir noch 2009 39 % Ausgaben verbuchen konnten, schafften wir es 2012 auf 24 %. Die Rechtsberatung, auch ein wesentlicher Teil der Aufgaben des BDC, konnte mit 170.000 Euro stabil gehalten werden. Als Betriebsergebnis wurde eine Steigerung von fast 100.000 Euro verbucht, die für neue Felder der Nachwuchskampagne Professionalisierung der Akademie und EDV-Projekte unbedingt benötigt werden. Die Wirtschaftsprüfung erfolgte am 12.04.2013 und bestätigte eine untadelige Auflistung der Ein- und Ausgaben sowie eine untadelige Arbeit im Bereich der Finanzen. Herr Mayer verweist noch einmal darauf, dass die Bilanzen jetzt eingesehen werden könnten.
Prof. Polonius, Expräsident des BDC, dankt Herrn Mayer für seine geleistete Arbeit und empfiehlt der Mitgliederversammlung die Entlastung des Vorstandes, welche einstimmig angenommen wurde.
TOP 3 Bericht des Justiziars
Herr Heberer konstatiert eine intensive Arbeit. Insgesamt werden 8 Anfragen pro Tag, auch sonntags, beantwortet. Nach einer internen Statistik wurden 7,7 Anfragen 2011 beantwortet und bearbeitet, so dass eine leichte Steigerung zu konstatieren ist. Die meisten Anfragen sind dann zu dokumentieren, wenn sich Veränderungen in den gesetzlichen Grundlagen ergeben und im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten mit der Geschäftsführung bei Oberärzten und Chefärzten. Insgesamt konnte er bisher in den 16 Jahren rechtlicher Beratung des BDC nur 2 kritische Äußerungen konstatieren. Abschließend zeigte er sich zuversichtlich, dass sich das neue Patientenrechtegesetz nicht auswirken wird auf eine veränderte Rechtssprechung.
Der Präsident dankt Herrn Heberer für seine geleistete Arbeit und da im Rahmen der Tagesordnung Verschiedenes kaum Anfragen zu verzeichnen sind, beendet er die Mitgliederversammlung und wünscht allen noch einen guten Kongress.
Fleck U. Protokoll der Mitgliederversammlung 2013 und Bericht des Präsidenten. Passion Chirurgie. 2013 September; 3(09): Artikel 11_01.
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