Politik 25.08.2016
Vereinsgründung: Ambulante Ethikberatung in Hessen
In Hessen startet die bisher bundesweit einzigartige Initiative zur Beratung ethischer Konflikte im ambulanten Bereich.
“Während Ethikkommissionen in Krankenhäusern inzwischen ihren festen Platz haben, fehlen adäquate Angebote auf ambulanter Ebene”, so Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen. Um diese Lücke zu schließen, gründete sich am gestrigen Abend der Verein “Ambulante Ethikberatung in Hessen e.V.”. “Es bedarf einer Anlaufstelle für ethische Fragestellungen, an die sich alle Betroffenen wenden können – ob Patienten, Ärzte, Pfleger oder Angehörige”, erklärt der hessische Ärztekammerpräsident.
Die Idee zur Initiierung des Pilotprojekts ging bereits im Jahr 2012 vom Präsidenten der Landesärztekammer aus. 2014 wurde dann mit den Planungen zur Umsetzung begonnen. Aus verschiedenen Fachrichtungen und Berufsgruppen haben sich dazu bereits 27 Personen zu ethischen Beratern qualifizieren lassen, darunter Ärzte, Pfleger, Juristen, Betreuer und Theologen. Die ehrenamtlich Tätigen werden zunächst in den Regionen Marburg-Biedenkopf und Frankfurt am Main/Offenbach tätig sein. Als Grundlage für die Qualifizierung zum Ethikberater wurde das bundesweit anerkannte Curriculum für stationäre Ethikkommissionen der Akademie für Ethik in der Medizin für den ambulanten Bereich angepasst. “Weder in Deutschland noch international gibt es ausreichend Daten zur Ethikberatung in der ambulanten Behandlung. Ein Projekt, das so viele verschiedene Perspektiven einbezieht, gibt es in dieser Form noch nicht”, so Kornelia Hoppi Götze, Vorsitzende und Projektleiterin der Arbeitsgruppe “Ambulante Ethikberatung Marburg”.
Ab Herbst werden die Berater ihre Tätigkeit aufnehmen, die Landesärztekammer Hessen wird den Verein bei der Annahme und Vermittlung von Anfragen unterstützen. “Die Berater werden unter anderem mit Fragen zu ethischen Konfliktfällen am Lebensende von Patienten konfrontiert werden. Auch Uneinigkeiten bei der Behandlung oder in Versorgungsfragen werden auftreten”, so die Einschätzung von Boris Knopf, geschäftsführender Teamleiter des PalliativTeams Frankfurt gemeinnützige GmbH und Verantwortlicher für die Modellregion Frankfurt am Main/Offenbach.
Die Ethikberatung soll dabei helfen, Einzelfälle mit der nötigen Neutralität zu betrachten und so zur Lösungsfindung von ethischen Konflikten im Sinne der Betroffenen beizutragen.
Am Abend der Vereinsgründung wurden außerdem die fünf Mitglieder des Vorstands gewählt:
- Vorsitzender ist Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach,
- den 2. Vorsitz übernimmt Kornelia Hoppi Götze.
- Das Amt des Schriftleiters hat Boris Knopf inne und
- Bernd Posdzich ist Kassenwart.
Pfarrer Hans Karl Müller wurde als weiteres Vorstandsmitglied gewählt.
Quelle: Landesärztekammer Hessen, Im Vogelsgesang 3, 60488 Frankfurt am Main, https://www.laekh.de/, 06.07.2016
Politik
Politik 11.09.2026
Editorial 09/III-2026: Chirurgische Versorgung im Notfall und in Katastrophensituationen
Krise, Katastrophe und Krieg sind von abstrakten Szenarien zu realen Bedrohungen geworden. Die Ereignisse in der Ukraine verdeutlichen, dass die geopolitische Unsicherheit erheblich zugenommen hat....
Zum Artikel
Sektorübergreifend 01.09.2026
Ambulantes Operieren im Krankenhaus ist möglich! Teil 3
Im Zuge der fortschreitenden Ambulantisierung stehen die Krankenhäuser vor der Aufgabe, angeschlossene OP-Zentren zu errichten, wenn nicht bereits geschehen. Dies bringt umfängliche...
Zum Artikel
Politik 01.09.2026
Die gesamte Chirurgie ist gefordert
Die sicherheitspolitische und gesellschaftliche Lage in Deutschland und Europa hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Pandemie, Naturkatastrophen, Terrorlagen, hybride...
Zum Artikel














