Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie 08.08.2022
Ukraine: Nachholbedarf bei Schussverletzungen für deutsche Ärzte
Das wehrmedizinische Wissen ist Deutschland ist offensichtlich ausbaufähig. Viele Operationstechniken im Bereich von Schussverletzungen stammten noch aus der Zeit der Weltkriege. Entsprechend hoch sei jetzt der Fortbildungsbedarf, sagt Prof. Stefan Schultze-Mosgau, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Jena nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes vom 4.8.2022. Das Blatt beruft sich auf eine Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG).
Deutsche Ärztinnen und Ärzte müssten bei der Versorgung verwundeter ukrainischer Soldaten vor allem mit hierzulande seltenen Verletzungen, hervorgerufen durch Schüsse oder Explosionen, rechnen. Bis zu 50 Prozent der Verletzungen beträfen Kopf, Hals oder Gesicht, so die DGMKG.
Nach einer anderen Meldung des Deutschen Ärzteblattes vom 5.8.2022 sind die ukrainischen Krankenhäuser durch die täglich steigende Zahl von Verwundeten mittlerweile an der Belastungsgrenze. Auch Polen, Moldau und die Slowakei hätten angesichts des großen Zustroms um Notevakuierungen in andere europäische Staaten gebeten. Der Zivilschutz der Europäischen Union (EU) habe bislang 1.000 medizinische Überführungen ukrainischer Patienten koordiniert, so das Blatt nach einer Mitteilung der EU-Kommission vom selben Tag.
Neben Deutschland hätten bisher 17 weitere EU-Staaten Behandlungsbedürftige aufgenommen, Kriegsverwundete und chronisch Kranke.
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