Berlin, den 25.08.2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. (DGKJCH) setzt sich für eine altersentsprechende Umgebung in Krankenhäusern und rund um eine OP ein. Aus Sicht der chirurgischen Fachgesellschaft spielen hierbei Clowns in der Medizin eine tragende Rolle. Deshalb spricht sie sich dafür aus, dass ihr Einsatz an Krankenhäusern gefördert und finanziell unterstützt wird.

Die professionell ausgebildeten Künstlerinnen und Künstler der Clowns in der Medizin bringen Lachen und Heiterkeit in Krankenhäuser und stärken damit die Resilienz von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Die positive Energie der Clowns überträgt sich nicht nur auf die Familien, auch das gesamte OP-Team, inklusive dem Hol- und Bringdienst nehmen am Spiel teil und erleben eine andere Stimmung im Umfeld von Operationen bei Kindern und Jugendlichen.

„Gerade in Kliniken kann der Alltag für Kinder und Jugendliche und deren Familien mit großem Stress und auch Ängsten verbunden sein. Oft wissen die Familien nicht, was auf sie zukommt, ob im geplanten stationären Behandlungsverlauf oder bei akuten Aufnahmegründen. Die Gegenwart der Clowns und ihre beruhigende Wirkung ist für uns Ärztinnen und Ärzte eine enorme Hilfe bei der Ausübung unserer Arbeit – vor, während und nach der OP“, erklärt Professor Dr. Guido Seitz, Präsident der DGKJCH.

Die Clowns in der Medizin sind unter anderem auf operativen Kinderstationen tätig und begleiten Kinder und Jugendliche direkt bis in den OP. Dies führt zu Stressabbau und Entspannung nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den begleitenden Sorgeberechtigten, die entspannter die Zeit rund um die Operation erleben. Die Clowns holen die Patient:innen und Sorgeberechtigten auf der Station ab und begleiten sie bis zum Einschlafen auf dem Operationstisch.

Die Clowns in der Medizin haben in vielen Kinderkrankenhäusern inzwischen einen festen Platz und sind wichtiger Teil des Behandlungsteams. „Seitdem die Clowns der Roten Nasen unsere Patientinnen und Patienten bis in den Operationssaal begleiten, hat sich die Stimmung auf dem Weg zum Zentral-OP deutlich verändert. Es wird viel gelacht, die Kinder scheinen das Vertrauen zum Krankenhauspersonal schneller aufzubauen und sie haben eine Bezugsperson von der Station bis in den Operationssaal hinein, die allen Beteiligten Sicherheit und Ruhe bringt“, erklärt Dr. Petra Degenhardt, Chefärztin für Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

„Mit ihrer Arbeit tragen die Clowns in der Medizin zur kindgerechten Krankenhausversorgung bei und sind aus Sicht der DGKJCH damit ein wesentlicher Faktor zur Umsetzung der EACH-Charta (European Association for Children in Hospital) in den Krankenhäusern, die die Rechte aller Kinder vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt beschreibt“ unterstreicht Dr. Joachim Suß, Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg und Pressesprecher der DGKJCH. Das Ziel von EACH und seinen Mitgliedsorganisationen ist, diese Rechte in den Ländern Europas in verbindlicher Weise umzusetzen. Zu den wesentlichen Rechten gehören unter anderem das Recht auf altersgerechte Information, auf Privatsphäre, auf Mitbestimmung, auf Zugang zu Informationen, auf Beteiligung und auf kindgerechte Umgebung.

Quellen:

https://www.rotenasen.de
EACH-Charta

dgkjch

Berlin, den 16.07.2026 – Grillen ist eine äußerst beliebte und gesellige Freizeitbeschäftigung und Kinder machen gerne mit. Dass das Vergnügen aber gerade für Kinder Gefahren mit weitreichenden Folgen birgt, zeigen die Zahlen an Verbrennungen durch Grillunfälle: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie zählt in Deutschland rund 4.000 Fälle pro Jahr. Dr. Joachim Suß ist Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg. Katrin Scherwatzki bringt eine über 20-jährige Erfahrung als Verbrennungsschwester an derselben Klinik mit. Im Interview erklären sie, wo Gefahren lauern, wie man sie vermeidet und was zu tun ist, wenn das Kind sich doch am Grill verbrannt hat.

Wie sehen Verbrennungen bei Kindern durch Grillunfälle aus und was ist das Besondere an diesen Verbrennungen?

Suß: Das dramatische ist, dass die klassischen Grillunfälle durch Brandbeschleuniger ausgelöst werden. Diese lösen eine extreme Hitzeentwicklung in Höhe des Grills aus. Unbeteiligte werden hiervon immer überrascht und können sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Kinder sind häufig mit dem Gesicht in der Höhe der Verpuffung und erleiden durch die Flammen dramatische Verletzung im Gesicht, Oberkörper und Armen sowie Händen.

Was sollen Eltern tun, wenn das Kind sich am Grill verbrannt hat?

Scherwatzki: Sofortiges lokales kühlen und Gabe eines Schmerzmittels, sauberes Abdecken der Wunde, dann Aufsuchen des Kinderarztes, denn: Verbrennungen sollten, wenn die Eltern keine Erfahrung haben, immer ärztlich begutachtet werden.

Wie können Verbrennungen durch Grillunfälle vermieden werden?

Suß: Die goldene Regel lautet: keine Brandbeschleuniger wie z.B. Spiritus verwenden und immer und ausnahmslos die Kinder beaufsichtigen. Nicht unachtsam heiße Kohlen entsorgen. Die Kohle abbrennen lassen und vernünftig ablöschen.

Welche unterschiedlichen Risiken bergen die verschiedenen Arten von Grills

Scherwatzki:
Gas: Risiko der Gasverpuffung – Verbrennung im Gesicht/Oberkörper/Arme/Hände

Elektro: steht auf dem Tisch und damit in Reichweite von Kinderhänden – Kontaktverbrennung

Kohle: Verwendung von Brandbeschleunigern und damit Flammenentwicklung mit Folgen wie beim Gasgrill; unachtsames Entsorgen heißer Kohle und damit Verletzungsrisiko insbesondere für die Füße

Welche Maßnahmen ergreifen Sie in der Klinik bei Kindern, die Verbrennungen durch Grillunfälle erlitten haben?

Suß: Schmerztherapie einleiten, Flüssigkeit über eine Infusion geben, prüfen, ob Begleitverletzungen vorhanden sind (z.B. Atemwege, Sinnesorgane, Herz/Kreislauf, Extremitätenverletzung, Neurologie) und dann die Wundversorgung der thermischen Verletzung. Der Tetanusschutz wird abgefragt und es wird geprüft, ob die Versorgung ambulant erfolgen kann oder eine stationäre Behandlung notwendig ist.

Wie werden leichte Fälle versorgt?

Scherwatzki: Diese bekommen bei uns einen speziellen Salbenverband oder eine spezielle Wundauflage. In der Regel können diese Fälle ambulant weiter versorgt werden und wir binden diese an unsere spezielle Wundsprechstunde an.

Wie werden schwere Fälle versorgt? Wann muss die Kinderchirurgie operieren?

Suß: Schwere Fälle werden immer stationär im OP versorgt, ggf. ist auch eine Behandlung in einem unserer Spezialbetten im Schwerbrandverletztenzentrum notwendig. Dann erfolgt die Versorgung durch ein interdisziplinäres hochspezialisiertes Team.

Wir arbeiten mit sehr speziellen Wundauflagen und Hautersatzmaterialien. Wenn die Haut nicht abheilt, dann werden diese Bereiche durch eine Hauttransplantation gedeckt und zur Abheilung gebracht.

Wie ist die Nachsorge?

Suß/Scherwatzki: Die Nachsorge ist neben der Notfallversorgung und der akuten Behandlung die dritte Säule für eine nachhaltig erfolgreiche Behandlung von thermischen Verletzungen. Sie reicht von der Wundkontrolle mit Verhaltensempfehlungen (eincremen/Sonnenschutz), über die Einleitung einer Kompressionsbehandlung/Schienenversorgung bis hin zur Planung von Korrekturoperationen, etwa wenn Gelenkfunktionen durch Narben eingeschränkt sind. Eine gute Nachsorge ist immer eine Teamarbeit und erfordert jahrelange Erfahrung.

 

www.dgkjch.de

Berlin, den 16.12.2025 – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) ruft zum klaren Handeln für das Wohl der Jüngsten unserer Gesellschaft auf. Unter dem Leitmotiv „Kindergesundheit stärken – Versorgung umfassend verbessern und nachhaltig finanzieren“ fordert die Fachgesellschaft eine entschlossene Entscheidung für die langfristige Sicherung der kinder- und jugendchirurgischen Versorgung in Deutschland.

So fordert die DGKJCH konkret, die Leistungsgruppe 16 „spezielle Kinder- und Jugendchirurgie“ beizubehalten. „Bei einer Nichteinführung dieser Leistungsgruppen wird eine wichtige Chance zur optimalen Versorgung von komplex erkrankten Kindern und Jugendlichen vertan“, erklärt die Präsidentin der DGKJCH, PD Dr. Barbara Ludwikowski. Für diese speziellen Fälle fordert die DGKJCH eine Leistungsgruppe 16, damit eine hochqualifizierte Behandlung mit ausreichend zur Verfügung stehendem qualifizierten Personal erfolgen kann.

Ambulante kindgerechte Versorgung an den Kliniken muss gewährleistet werden
Des Weiteren weist die Fachgesellschaft auf die Notwendigkeit der kindgerechten Notfallversorgung hin und fordert eine Institutsambulanz, das heißt die Möglichkeit der ambulanten Versorgung an den Kliniken. „Die kinder- und jugendchirurgische Notfallversorgung findet flächendeckend in den Notfallambulanzen der Kliniken statt. Viele Standorte können zukünftig keine vollständige Notfallversorgung rund um die Uhr mehr gewährleisten – ein Zustand, der in der Erwachsenenmedizin undenkbar wäre. In der Praxis bietet die KV derzeit keine verlässliche Versorgungsstruktur für diese Patientengruppe an – eine schwere Benachteiligung dieser vulnerablen Patientengruppe. Auch unter 116117 wird regelmäßig auf die – überlastete – Notfallambulanz verwiesen“, erklärt Dr. Joachim Suß, Pressesprecher der DGKJCH.

Nachhaltige Finanzierung statt kurzfristiger Sparlogik
Die DGKJCH appeliert an die Politik, die geplanten Reformen so zu gestalten, dass Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendchirurgie dauerhaft strukturell und finanziell abgesichert werden. „Wir fordern: Ausnahme der Kindermedizin von rein betriebswirtschaftlichen Bewertungsmaßstäben, verlässliche Finanzierung von Vorhaltekosten und Investitionen in Ausbildung, Personal und interdisziplinäre Zusammenarbeit“, erklärt Professor Dr. Guido Seitz, Stellvertretender Präsident der DGKJCH. Neben der Akutmedizin müssten laut DGKJCH auch Prävention, Früherkennung und Nachsorge gestärkt werden. Kinderchirurgische Eingriffe seien oft Teil eines längeren Behandlungsweges – dieser dürfe nicht durch Bürokratie oder Unterfinanzierung unterbrochen werden. „Wenn jetzt keine nachhaltige Reform beschlossen wird, riskieren wir, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland nicht mehr flächendeckend und kindgerecht versorgt werden können“ betont PD. Dr. Barbara Ludwikowski, Präsidentin der DGKJCH.

www.dgkjch.de

Berlin, den 5. Dezember 2025 – Zum diesjährigen Tag des brandverletzten Kindes am 7. Dezember möchte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. (DGKJCH) gemeinsam mit dem Arbeitskreis “Das schwerbrandverletzte Kind” die Gefahren von Feuerwerkskörpern bei Kindern und Jugendlichen stärker in den Fokus rücken. “Jedes Jahr kommt es – bereits Wochen vor Silvester – zu teils lebensbedrohlichen Verletzungen. Besonders betroffen sind Hände, Gesicht und Augen. Viele dieser Unfälle ließen sich durch frühzeitige Aufklärung und konsequente Präventionsmaßnahmen verhindern”, erklärt die DGKJCH-Präsidentin Dr. PD Barbara Ludwikowski.

„Kinderböller“ sind gefährliche Sprengstoffe
Frei verkäufliche Kleinstfeuerwerkskörper, etwa die sogenannten Kinderböller (F1 Kleinstfeuerwerk), können trotz ihres Namens extrem gefährlich werden: So können sie schwere Verbrennungen verursachen, Fingerverletzungen bis hin zu Amputationen auslösen und durch unkontrollierte Explosionen besonders ungeschützte junge Nutzerinnen und Nutzer gefährden. Die einfache Verfügbarkeit verstärkt die falsche Annahme, diese Produkte seien sicher.

Illegale „Polenböller“: Leicht verfügbar, unberechenbar und gefährlich
Eine besonders große Bedrohung stellen nach wie vor illegale Feuerwerkskörper aus dem Ausland dar, insbesondere die sogenannten „Polenböller“. Diese Produkte besitzen keine geprüfte Sicherheitskennzeichnung, enthalten oft deutlich mehr oder andersartige Explosivstoffe und können unberechenbar zünden. Die unkomplizierte Bestellung über das Internet führt dazu, dass diese extrem gefährlichen Böller bereits lange vor Silvester im Umlauf sind und zu schweren Verletzungen führen.

“Nur gemeinsam mit Eltern, Schulen und Vereinen, die mit uns auf das Thema aufmerksam machen, können wir schwere Verletzungen durch Feuerwerkskörper verhindern”, erklärt Dr. Mechthild Sinnig, Kinderchirurgin am Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder in Hannover. Die DGKJCH macht in diesem Zusammenhang auf die engagierte Arbeit von Paulinchen e.V. aufmerksam. Der Verein hat Tipps für einen möglichst sicheren Umgang mit Feuerwerkskörpern zusammengestellt:

Mehr Sicherheitstipps gibt es auf der Paulinchen-Webseite unter www.paulinchen.de.

www.dgkjch.de

Zum Aktionstag angemeldet hatten sich rund einhundert Aktionspartner:innen. Darunter waren Brandverletztenzentren, Spezialkliniken für brandverletzte Kinder, Feuerwehren, Kindertagesstätten und viele Weitere. Sie zeigten die schwerwiegenden und oft unterschätzten Folgen von Verbrennungen und Verbrühungen im Kindesalter auf und gaben Tipps zur Prävention und zu Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Der BDC hat im Rahmen des Aktionstags auf den Verein Paulinchen e.V. und sein Engagement für brandverletzte Kinder und Jugendliche aufmerksam gemacht. Anlässlich seines 30jährigen Bestehens hat der Verein kürzlich eine Fotoausstellung gezeigt. Die künstlerischen Fotografien zeigen 17 heute erwachsene „Paulinchen-Kinder“, die vor Jahren eine Verbrennung oder Verbrühung erlitten haben. Bilder davon zeigt der BDC auf seinem Instagram-Profil.

Mehr Informationen: