Die Diskussion um ein berufspolitisches Brennpunktthema, die Vorstellung von Innovationen in der Chirurgie und die Würdigung und Verabschiedung von bisherigen Vorstandsmitgliedern – all dies fand in festlichem Rahmen während des Ehrensymposiums am 30. Juni im Langenbeck-Virchow-Haus statt.
Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, leitete den fachlichen Teil der Veranstaltung ein. Er beschrieb die aktuelle Situation in der Gesundheitspolitik und für die Ärzteschaft und würdigte dabei die produktive Zusammenarbeit mit dem BDC.
Ein thematischer Höhepunkt war die von Dr. Jörg-A. Rüggeberg moderierte Podiumsdiskussion zum Thema Hybrid-DRG. Die geladenen Diskussionspartner Dr. Klaus Reinhardt, Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Dr. David Scheller-Kreinsen, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) nahmen Stellung zu mitunter konfrontativen Fragen von Seiten Rüggeberg und ihrer Gesprächspartner.
Professor Christiane Bruns beschrieb in ihrem Festvortrag die Viszeralchirurgie von morgen und welche Innovationen bereits heute in der Chirurgie zum Tragen kommen. Sie betonte dabei, dass Diversität, Gleichberechtigung, Digitalisierung und Robotik sowie neue Ansätze in Forschung und Praxis Voraussetzung für eine Medizin von morgen seien.
In sehr persönlichen und emotionalen Laudationes verabschiedete sich der BDC von scheidenden Vorstandsmitgliedern:
Professor Carolin Tonus verabschiedete sich von ihrem Kollegen, Weggefährten und Freund Dr. Jörg Rüggeberg, Professor Carsten Krones von seinem ehemaligen Mentor Professor Michael Betzler, BDC-Geschäftsführerin Dr. Friederike Burgdorf würdigte in ihrer Rede die chirurgische Leistung und das Wirken von Professor Hans-Joachim Meyer in BDC und DGCH.
Mit bewegenden Worten verabschiedete sich Professor Hans-Joachim Meyer als BDC-Präsident und dankte seinen Kolleginnen und Kollegen sowie dem BDC-Team für die gemeinsame Zeit und die gute Zusammenarbeit. Die Schlussworte sprach Professor Dietmar Pennig, der ab dem 1. Juli die Präsidentschaft des BDC übernommen hat.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Peter Kalbe und Professor Wolfgang Schröder, die ab dem 1. Juli die Vizepräsidenschaft des BDC übernehmen werden.
Herzlichen Dank an unseren vertrauensvollen Partner, die Ecclesia Gruppe, die die Veranstaltung gesponsert hat.
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Fotos: Jürgen ALOIsius Morgenroth Fotografie, BDC
Für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen ein Muss – der Bundeskongress Chirurgie, der dieses Jahr vom 6. bis 7. Februar in Nürnberg stattfand. Der BDC präsentierte sich gemeinsam mit seinem Versicherungsmakler Ecclesia mit seinem neuen und optisch deutlich verbesserten Stand und bot Raum zum Austausch und Netzwerken. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war gut, das Interesse an den wissenschaftlichen Sitzungen von BDC-Vorstand, Geschäftsführung und -mandatsträger:innen groß. Das BDC-Team informierte in diesem Jahr unter anderem über den neuen BDC-Messenger Doctolib-Connect, der innerhalb von wenigen Tagen die Marke von 100 Mitgliedern überschritten hat.
Extrakt des Vortrags von Dirk Farghal zur BDC-Sitzung “How I do it: Standardoperationen nach Leitlinie oder nach Erfahrungswerten?”: Was braucht man wirklich für die Vorbereitung einer ambulanten OP?
Extrakt des Vortrags von Dr. Ralf Schmitz zur BDC-Sitzung “Junges Forum – Weiterbildung der Zukunft”: Modellprojekt sektorenübergreifende Weiterbildung in O und U?
Extrakt des Vortrags von Professor Thomas Auhuber zur BDC-Sitzung Hybrid-DRG
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| Bildrechte: BDC |
Keine Praxis läuft ohne sie – die Medizinischen Fachangestellten, kurz: MFA. Die gut ausgebildeten Praxismitarbeitenden verfügen über Fachkenntnis, soziale Kompetenz und Organisationstalent. Am Tresen oder im Behandlungszimmer sorgen sie für möglichst reibungslose Abläufe – und erfüllen vom Arzt delegierte medizinische Aufgaben. Ein Erfahrungsbericht aus Schwerin:
In der Praxis von Dr. Heike Thierfeld, hausärztlich tätige Fachärztin für Allgemeinmedizin und Chirurgie, und Dr. Andreas Oling, Chirurg, Unfallchirurg und Durchgangsarzt, geben sich selbst an diesem Mittwochnachmittag Patienten die Klinke in die Hand. Drei MFA und zwei Auszubildende im dritten Lehrjahr gehören zum Team, neben den beiden Ärzten, die in dem modernen Versorgungszentrum mit Blick aufs Schweriner Schloss zwischen Vorbereitungs-, Behandlungs-, OP- und Aufwachräumen pendeln.
Jeder kennt hier seine Aufgaben, seinen Bereich, morgens beim „Arbeits-Frühstück“ wird der Tag geplant und genau durchgetaktet, werden aktuelle Fälle und die anstehenden Aufgaben besprochen. „Kommunikation ist die halbe Miete“, meint Dr. Thierfeld. Das sei wie im Alltag einer großen Familie, der ohne gute Abstimmung auch nicht laufe.
MFA-Ausbildung seit zwei Jahrzehnten
Vor mehr als 20 Jahren gründete das Ärzteehepaar seine gemeinsame Praxis, die seit 2006 in der Rechtsform eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) arbeitet. Seit Beginn engagieren sich die Inhaber für den Nachwuchs, auch als Lehrpraxis für die Universitätsmedizin Rostock und die Medical School in Schwerin. Ebenso bilden sie regelmäßig MFA aus, ermöglichen Famulaturen und für die Jüngsten sogar Schülerpraktika.
„MFA bilden wir in erster Linie für den Eigenbedarf aus“, sagt Heike Thierfeld. Dies sei eine Grundvoraussetzung für das Fortbestehen ihrer Praxis, für die Sicherung des medizinischen Personals von heute und morgen. „Die Niedergelassenen müssen sich selbst um ihr Praxispersonal bemühen“, betont sie.
Dr. Thierfeld ist es ein erklärtes Anliegen, mehr ambulante Kollegen vom Sinn und der Notwendigkeit, selbst MFA auszubilden, zu überzeugen, um damit den Fachkräftemangel zu mildern. Auch wenn der Aufwand für die Praxisinhaber hoch sei und ihrer Ansicht nach nicht vergütet werde – die praxisnahe duale Ausbildung Medizinischer Fachangestellter sei der „Goldstandard“ für die Nachwuchssicherung.

Abb. 1: Lilly Haack ist MFA in Schwerin
MFA an der Schnittstelle zwischen Arzt und Patient
Lilly Haack (20) hat im Juli 2025 bei Dres. Thierfeld und Oling ihre dreijährige duale Ausbildung zur MFA erfolgreich abgeschlossen – und ist nahtlos von ihnen übernommen worden. Dabei war Lillys Weg durchaus nicht nur eben: So hätte sie Ende des ersten Ausbildungsjahres für ein paar Monate mal in einem Autohaus „angeheuert“, um schließlich doch noch ihre MFA-Laufbahn fortzusetzen – motivierter denn je, wie sie heute meint.
Seit diesem Sommer ist Lilly angestellte MFA in der Schweriner Praxis und hier insbesondere in der Wundversorgung, Hygiene und Instrumentenaufbereitung sowie als Assistenz im ambulanten OP tätig. „Die Chirurgie hat es mir angetan“, so die junge Frau. Vor allem bei Operationen müsse konzentriert, zügig und strukturiert gearbeitet werden, perfekte Hygiene und Qualität seien unabdingbar. „Das liegt mir!“
Vanessa Malethan (24), die seit sieben Jahren in der Praxis tätig ist und im Jahr 2020 ihre MFA-Ausbildung abschloss, hat ihre Berufswahl nie bereut, wie sie erklärt. Sie schätze besonders die gute Kommunikation im Team. Morgens beim Kaffee gebe es stets ein Update zum Verlauf des vorigen Tages sowie zu den bevorstehenden Aufgaben. Probleme und Fragen würden offen diskutiert, davon profitierten alle Mitarbeitenden, ob am Tresen, im Labor, beim Röntgen, in den Behandlungs- oder Operationsräumen. „Königinnen-Wissen gibt es bei uns nicht“, betont Dr. Thierfeld.
Ärzte delegieren medizinische Aufgaben
Was hält MFA längerfristig im System der ambulanten Versorgung? Verantwortung, Wertschätzung, ein vielfältiges, abwechslungsreiches wie auch anspruchsvolles Aufgabengebiet, selbstständiges Arbeiten, klare Kommunikation seien die Basis für Motivation und Zufriedenheit im Team. Dafür sei konstruktiver Austausch sehr wichtig, sagt Dr. Oling. Unterforderung müsse ebenso vermieden werden wie Überforderung. „Selbst ausbilden ist die Lösung.“
Ärzte dürfen sehr viele Aufgaben an ihre MFA delegieren, sofern diese über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen: Wunden versorgen, Blut abnehmen, Tropf legen, Verbände wechseln, Gips anlegen, beim Operieren assistieren. Daneben unterstützen MFA die Praxisinhaber bei der Terminplanung, Abrechnung, Dokumentation. Sie sind am Tresen die ersten Ansprechpartner für die Patienten, begleiten diese vor, während und nach den Untersuchungen und Behandlungen.
„MFA erfahren meist positives Feedback von unseren Patienten“, sagt Dr. Thierfeld. Das wirke sich günstig auf das Selbstwertgefühl der jungen Mitarbeiterinnen aus. „Von den Patienten bekomme ich viel zurück“, meint Lilly. Dies mache Stress oder Probleme im Praxisalltag allemal wett. Das Vertrauen der Patienten, ihr Dank gebe ihr viel, sie fühle sich gebraucht und anerkannt.
Und die Praxisinhaber? „Wir dürfen erleben, wie aus Kindern, die gerade die Schule beendet haben, erwachsene, gut ausgebildete Menschen werden – und haben unseren Anteil daran“, so die Ärztin. „Wir bilden neben den MFA Persönlichkeiten aus.“
Ärztekammer: Positiver Trend bei MFA-Ausbildung
In den ambulanten Praxen der ca. 3.300 Vertragsärzte und -psychotherapeuten in M-V sind gegenwärtig etwa 9.000 nicht-ärztliche Mitarbeitende – MFA, Arzthelferinnen, Krankenschwestern u.a. – beschäftigt.
Sylvie Kather, Leiterin des Fachbereichs MFA der Ärztekammer M-V, erklärte, dass der Anteil der ausbildenden Praxen in M-V in den letzten Jahren von ca. 6 auf jetzt 7,4 Prozent (Stand: August 2025) gestiegen sei. In diesem Sommer bestanden in M-V 103 junge Frauen und Männer erfolgreich die Abschlussprüfungen zur oder zum MFA, weitere 10 erreichten nicht das Ausbildungsziel. Zugleich steigen die Zahlen der MFA-Auszubildenden in M-V weiter an: Ende August 2025 befanden sich 119 Azubis im dritten, 153 im zweiten und 179 im ersten Lehrjahr, dazu kamen 41 Umschüler in beiden Jahrgängen.
Einen Clip zum Thema „Ein Tag als Medizinische:r Fachangestellte:r (m/w/d)“ können Arztpraxen z. B. auf ihrer Website einbinden. Das Video finden Sie auf der Webseite der Bundesärztekammer, klicken Sie HIER.

Grit Büttner
Leiterin
Abteilung KV-Medien und Kommunikation
Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern
Erstveröffentlichung im Oktober 2025 (Nr. 397) in „Journal“, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der KV Mecklenburg-Vorpommern.
Chirurgie+
Für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen ein Muss – der Bundeskongress Chirurgie, der dieses Jahr vom 6. bis 7. Februar in Nürnberg stattfand. Der BDC präsentierte sich gemeinsam mit seinem Versicherungsmakler Ecclesia mit seinem neuen und optisch deutlich verbesserten Stand und bot Raum zum Austausch und Netzwerken. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war gut, das Interesse an den wissenschaftlichen Sitzungen von BDC-Vorstand, Geschäftsführung und -mandatsträger:innen groß. Das BDC-Team informierte in diesem Jahr unter anderem über den neuen BDC-Messenger Doctolib-Connect, der innerhalb von wenigen Tagen die Marke von 100 Mitgliedern überschritten hat.
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Am 7. – 8. November trafen sich in Berlin die BDC-Themenreferate zur Präsentation ihrer Aktivitäten und zur Besprechung von für den Verband wichtigen Themen und Aufgaben.
Zum zweiten Mal hat beim DKOU der Workshop „Vorbereitung auf die Niederlassung“ stattgefunden. Rund 30 Teilnehmende wurden in drei Stunden von erfahrenen und von jüngeren Kollegen über die Vor- und Nachteile und die wesentlichen Bedingungen für eine Niederlassung im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie und als Durchgangsarzt informiert. Es gab eine rege Beteiligung und zahlreiche Detailfragen konnten beantwortet werden. Der Workshop beruht auf dem Beispiel des BDC-Workshops zu diesem Thema, der regelmäßig bei Deutschen Chirurgenkongress (DCK) angeboten wird, auch wieder 2026 in Leipzig.
Auf dem Foto (von links): Dr. Peter Kalbe, BDC, Dr. Johannes Flechtenmacher, Dr. Alexander Rucker, beide BVOU, David Ullmann, Richard Trauth, beide Junges Forum DGOU
Im Nachgang zur Bundestagswahl fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC), dass die in der vergangenen Legislaturperiode angestoßenen Reformen zügig weiterentwickelt und umgesetzt werden.
„Die Reform des Gesundheitssystems muss mit Priorität vorangetrieben werden. Ohne geht es nicht weiter, wenn wir den Versorgungsbedarf einer immer älter werdenden Bevölkerung auch in Zukunft abdecken wollen. Wir erwarten daher von der Politik, dass sich die Regierung schnell bildet und ihre Arbeit in der Gesundheitspolitik konstruktiv fortsetzt“, betont BDC-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer.
So sieht der Chirurgieverband im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) gute Ansätze, fordert aber, dass es gemeinsam mit den Ländern weiterentwickelt wird, um die zentralen Probleme anzugehen. „Unter anderem fordern wir, dass die Politik konkrete Lösungen für die Finanzierung der fachärztlichen Weiterbildung entwickelt. Chirurgischen Nachwuchs zu gewinnen, ist heute schon herausfordernd. Ohne eine geregelte, qualitativ hochwertige Weiterbildung werden uns zukünftig noch mehr angehende Fachärztinnen und Fachärzte abspringen“, erklärt BDC-Geschäftsführerin Dr. Friederike Burgdorf.
Die fachärztliche Weiterbildung und die Nachwuchssicherung gehören zu den Schwerpunktthemen der Sitzungen des Verbands beim diesjährigen Deutschen Chirurgiekongress, der vom 26. bis 28. März in München stattfindet. Für das Thema Krankenhausreform hat der BDC Professor Christian Karagiannidis, Mitglied des Expert:innenrats „Gesundheit und Resilienz“ der Bundesregierung, sowie den CSU-Fraktionsvorsitzenden im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, als Sprecher eingeladen.
Im Rahmen der Krankenhausreform wird auch die Notfallreform zur Sprache kommen. „Es ist uns wichtig, der Politik zu signalisieren, dass das Notfallgesetz dringend verabschiedet werden muss. Für eine Patientensteuerung, die effizient ist und eine sinnvolle und gute Versorgung der Bevölkerung darstellt, ist es unabdingbar und sollte mit der Krankenhausreform selbstverständlich verzahnt sein“, betont Burgdorf.
Der Chirurgieverband fordert von der Politik, in die Ausarbeitung der Reformgesetze einbezogen zu werden. BDC-Präsident Meyer: „Unsere Chirurginnen und Chirurgen in Deutschland sichern die Grundversorgung auf dem Land und sind in der universitären Spitzenmedizin vertreten. Wir vertreten diese für die gesundheitliche Versorgungslandschaft wichtigen Fachkräfte und haben die nötige Expertise, um sich in beratender Funktion aktiv miteinzubringen.“
Zum Positionspapier des BDC
Für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen ist der Bundeskongress Chirurgie, der dieses Jahr vom 21. bis 22. Februar in Nürnberg stattfand, eine zentrale Veranstaltung. An den zwei Kongresstagen versammelten sich BDC-Mitglieder und Kolleginnen und Kollegen am gut positionierten BDC-Stand zum Austausch beim Kaffee. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war gut, das Interesse an den wissenschaftlichen Sitzungen von BDC-Vorstand, Geschäftsführung und -mandatsträger:innen sehr groß. Die anschließenden Fragerunden nutzten viele zur Klärung von Fragen. Das BDC-Team stand vor Ort wie immer für alle Fragen rund um den Verband und eine Mitgliedschaft zur Verfügung.
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| Bildrechte: BDC |
Berichte über einzelne Veranstaltungen
Anlässlich des Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg am 21. und 22. Februar fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) niedergelassene und an Kliniken angestellte Chirurginnen und Chirurgen auf, sich Hand in Hand für eine bessere chirurgische Versorgung und gute Arbeitsbedingungen in der Chirurgie einzusetzen.
Ziel des Verbands, der Chirurginnen und Chirurgen aus Klinik und Niederlassung gleichermaßen vertritt, ist es, den Austausch zwischen den Sektoren zu stärken, Kräfte zu bündeln und chirurgische Themen gemeinsam vor Politik und Gesellschaft zu vertreten.
„Beim größten Kongress für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen, dem Bundeskongress Chirurgie, möchten wir die Teilnehmenden dazu motivieren, die gemeinsamen Themen lösungsorientiert anzugehen. Die Lage des Gesundheitssystems und die anstehenden Veränderungen durch die Krankenhausreform lassen im Prinzip nichts Anderes zu“, betont BDC-Vizepräsident Dr. Peter Kalbe.
Der BDC beschäftigt sich mit einer Reihe von Themen, die beide Sektoren einschließen. So befürwortet er die Förderung regionaler sektorenverbindender Versorgungsmodelle. Dabei soll insbesondere unter anderem die gemeinsame Nutzung von vorhandenen Strukturen und Personal durch gesetzliche Änderungen erleichtert werden, etwa im Rahmen der Personalüberlassung. Der Verband fordert zudem, das Belegarztsystem zu stabilisieren und Consultant-Systeme rechtlich abzusichern.
In diesem Sinne befürwortet der BDC auch die Bildung von Verbünden zur chirurgischen Weiterbildung in Kooperation mit den Landesärztekammern. Weiterbildungsverbünde sollen sowohl zwischen verschiedenen stationären Leistungsträgern, als auch in der Kooperation mit chirurgischen Facharztpraxen geschaffen werden. Der Aufwand für die Weiterbildung im Krankenhaus und in den Praxen muss laut BDC finanziert werden.
Die spezielle sektorengleiche Vergütung nach § 115f SGB V (Hybrid-DRG) soll nach Ansicht des BDC weiterentwickelt werden. „Die umfassenden Änderungen vor dem Parlamentsbeschluss zum KHVVG Ende 2024 bedeuten, dass sich die Rahmenbedingungen der Versorgung bis 2030 kontinuierlich verschlechtern und deutlich hinter das jetzige Honorar-Niveau zurückfallen würden. Die angestrebte und sinnvolle Ambulantisierung kann auf diese Weise nicht gelingen, weil die Motivation der Behandelnden fehlt“, erklärt Kalbe. Der BDC fordert daher für die Hybrid-DRGs eine angemessene Kalkulation auf Grundlage geeigneter empirischer Kostendaten des ambulanten und stationären Bereichs, eine Staffelung der Vergütung nach der Eingriffsdauer und Komplexität und die Rücknahme der automatischen Honorardegression auf EBM-Niveau bis 2030.
Auch bei der Notfallreform sollen Praxen und Kliniken reibungslos Hand in Hand arbeiten können: Kernpunkt eines sinnvollen Notfallgesetzes ist laut BDC eine sachgerechte Steuerung in die richtige Versorgungsebene. Dazu sei auch die Einbeziehung von Kooperationspraxen sinnvoll, sofern deren zusätzlicher Aufwand analog zur TSS-Vermittlung gegenfinanziert wird. „Die Notaufnahmen der Krankenhäuser und die Rettungsdienste müssen von banalen Fällen entlastet werden. Die Reform des Rettungsdienstes darf außerdem die Notfallreform nicht zeitlich verzögern“, fordert BDC-Vorstandsmitglied Dr. Ralf Schmitz.
„All diese Themen sind dicke Bretter und lassen sich nur bearbeiten und vertreten, wenn beide Sektoren ihre Expertise einfließen lassen. Unsere Forderungen an die Politik finden dann erst richtig Gehör, wenn wir mit einer Stimme sprechen“, erklärt Schmitz.
Der BDC ist dieses Jahr beim Bundeskongress Chirurgie mit zahlreichen Sitzungen und beim Berufspolitischen Nachmittag vertreten.
Sie wollen genau wissen, wie Sie strukturiert an einen Niederlassungswunsch herangehen können? Dann nutzen Sie das BDC-Webinar um zu erfahren, welche Vorbereitungen zur Umsetzung essentiell sind. Der Fokus wird auf den rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten liegen. Mit den beiden Vizepräsidenten des BDC stehen Ihnen langjährig erfahrene Kollegen zur Seite, die dieses Format bisher mit großer Resonanz im Rahmen des Chirurgenkongresses angeboten haben. Seit 2020 bietet der BDC die Beratung digital in Form eines Online-Workshops an.
Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 30 Personen begrenzt, damit die Referenten sich ganz direkt mit Ihnen persönlich austauschen können und insbesondere im digitalen Format der Charakter eines Workshops erhalten bleibt. Sie haben bereits viele Fragen? Stellen Sie diese direkt bei der Anmeldung – sie werden Ihnen dann im Webinar beantwortet.
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BDC-Webinar „Beratung zur Niederlassung“ 14.04.2021, 13:15 – 14:45 Uhr Dr. med. Peter Kalbe Dr. med Jörg-Andreas Rüggeberg Anmeldung und Einreichung der ersten Fragen unter: |
Im Fokus des Webinars stehen folgende Themen:
- Strukturen im ambulanten Gesundheitswesen: KV, Ärztekammer, Kassenverbände, BG
- Rechtliche Grundlagen: Berufsrecht, Vertragsarztrecht, Zulassungsrecht, Sozialrecht
- Wie komme ich an eine vertragsärztliche Zulassung? Ausschreibungsverfahren, Neugründung, Praxisübernahme, Assoziation, Belegarzt, Zulassung als Angestellter, Zulassung über Sonderbedarf
D-Arzt-Zulassung - Qualifikationsgebundene Zusatzgenehmigungen
- Gesetzliche Vorgaben für die Einrichtung eines OPs, Hygiene, §115b SGB V
- Was ist eine chirurgische Praxis wert und welche Erfolgsaussichten bestehen? Goodwill, Wert der Einrichtung, Standort, Wettbewerb, Leistungsspektrum
- Praxisformen: Welche ist die richtige für mich? Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis, Praxisgemeinschaft, MVZ, (Teil-)Leistungserbringergemeinschaft
- Verträge: Kaufvertrag, Partnerschaftsvertrag, Arbeitsvertrag, Mietvertrag
Reichen Sie Ihre individuellen Fragen bereits bei der Anmeldung ein




























































































