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Neue Ausgabe PASSION CHIRURGIE: Nachhaltigkeit in der Chirurgie

Hier geht’s zur neuen Ausgabe der PASSION CHIRURGIE 05/26: Nachhaltigkeit in der Chirurgie

Wie nachhaltig kann Chirurgie heute eigentlich sein? Die Mai-Ausgabe widmet sich der ökologischen Verantwortung im OP – von „Single Use“-Materialien bis zu klimaverträglicher Versorgung. Unser besonderer Blickfang: Das Coverbild der Künstlerin Maria Koijck, das den Ressourcenverbrauch ihres eigenen chirurgischen Eingriffs eindrucksvoll sichtbar macht. Aufschlussreiche Einblicke, klare Forderungen und neue Perspektiven zeigen: Nachhaltigkeit in der Chirurgie geht uns alle an.

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Eine entspannte Lektüre wünscht
Ihr PASSION CHIRURGIE-Team

Wege zu einer umweltbewussten chirurgischen Praxis

Antje Boccatius

Im März 2023 veröffentlichte ich meinen ersten Artikel zum Thema Nachhaltigkeit in einer chirurgischen Praxis. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Sie beschreibt die Fähigkeit, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie es uns gelingen kann, dieses anspruchsvolle Vorhaben im alltäglichen Praxisbetrieb und unter den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen verantwortungsvoll voranzutreiben.

Wie kann ein Team eine derart komplexe Aufgabe bewältigen?

Die Antwort liegt in einer nachhaltig geprägten und authentisch gelebten Unternehmenskultur sowie einer entsprechenden Führung. Diese beiden Elemente bilden die entscheidenden Pfeiler unserer Teamtransformation. Um Mitarbeitende in diesem Veränderungsprozess mitzunehmen, müssen sowohl Führung als auch Unternehmenskultur Schritt für Schritt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Indem Führungskräfte nachhaltige Werte vorleben, schaffen sie ein Arbeitsumfeld, das zur Zielerreichung motiviert und die Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen unterstützt. So kann es gelingen, dass eine Praxis nicht nur ökologisch verantwortungsvoll handelt, sondern auch langfristig erfolgreich bleibt.

Mitarbeitende motivieren

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dafür ist es notwendig, ein Bewusstsein und eine Akzeptanz für nachhaltiges Alltagshandeln zu entwickeln. Mitarbeitende sollen darin bestärkt werden, sowohl privat als auch beruflich ressourcenschonender zu leben und zu arbeiten.

Wir alle wissen, dass es schwerfällt, bestehende Gewohnheiten zu verändern. Der Satz „Das haben wir doch schon immer so gemacht“ ist vielen von uns vertraut – insbesondere von Kolleginnen und Kollegen, die sich mit Veränderungen schwertun (mich eingeschlossen). Dennoch kann es durch gemeinsam formulierte Ziele, eine offene und zuhörende Kommunikationskultur sowie das Wissen um psychologische Veränderungsprozesse gelingen, fest verankerte Routinen aufzubrechen. Entscheidend ist, Mitarbeitende aktiv zu beteiligen, sie in die Entwicklung von Maßnahmen einzubinden und transparent über Fortschritte zu informieren. Auf diese Weise können wir gemeinsam wirksame und nachhaltige Veränderungen erreichen. Ein starkes Wir-Gefühl, geprägt von gegenseitiger Unterstützung und Freude am gemeinsamen Fortschritt, fördert nicht nur das Miteinander, sondern auch die langfristige Weiterentwicklung der gesteckten Ziele.

So konnten wir die Ziele, die wir uns für das Jahr 2023 gesetzt hatten, kontinuierlich weiterentwickeln. Unsere Faxe werden inzwischen in einer digitalen Faxbox empfangen, wodurch wir einen erheblichen Papierverbrauch einsparen. Bestellungen erfolgen ausschließlich digital und online, was zusätzlich unseren Arbeitsalltag erleichtert. Bei der Verschreibung von Medikamenten achten wir darauf, Ibuprofen statt Diclofenac zu verordnen, da bekannt ist, dass Diclofenac das Abwasser stark belastet. Zudem tragen neue Computer mit moderner Technik dazu bei, die Stromkosten zu senken und unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Nachhaltigkeits­beauftragte in der Praxis

Eine Idee aus unserem gemeinsamen Ideenpool ist die Benennung einer oder eines Nachhaltigkeitsbeauftragten. Diese Person ist verantwortlich für die Analyse von Nachhaltigkeitschancen und -risiken innerhalb der Praxis. Darauf aufbauend werden gemeinsam Ziele und Maßnahmen entwickelt, um die Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern. In Teambesprechungen informiert die oder der Beauftragte regelmäßig über den Fortschritt der Strategieumsetzung sowie über die Einbindung externer Akteure wie Patientinnen, Patienten und Lieferanten.

Abschließend kann ich sagen, dass Nachhaltigkeit in der chirurgischen Praxis ein strategischer Erfolgsfaktor ist, der ökologische Verantwortung, ökonomische Stabilität und medizinische Qualität miteinander verbindet. Die erfolgreiche Umsetzung hängt maßgeblich von Führung, Teamkultur und strukturellen Rahmenbedingungen ab. Durch konsequente Digitalisierung, bewusste Material- und Medikamentenwahl sowie institutionalisierte Verantwortlichkeiten können chirurgische Praxen messbare Beiträge zum Klima- und Ressourcenschutz leisten – ohne Abstriche an der Versorgungsqualität.

Antje Boccatius

Qualitäts- und Praxismanagerin

Orthospine Magdeburg

Durchgangsarztpraxis

Lübecker Straße 32

39124 Magdeburg

Chirurgie

Boccatius A: Wege zu einer umweltbewussten chirurgischen Praxis. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 03_05.

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Editorial 05/2026: Nachhaltigkeit in der Chirurgie

Zur Maiausgabe PASSION CHIRURGIE: Nachhaltigkeit in der Chirurgie

Ökologische Bilanzen ärztlicher Tätigkeit in den Vordergrund zu rücken, fällt aktuell schwer. Krisen drohen dem Gesundheitssystem von überall. Die finanzielle Lücke im Gesundheitssektor ist neben den reinen Kosten auch auf ein Defizit bei den Einnahmen und eine Explosion bei den allgemeinen Ausgaben zurückzuführen. Und so fallen selbst die stetig flackernden Kriege in den weltversorgenden Energieregionen heftig ins Gewicht. Frieden in Europa reicht auch für ein stabiles Gesellschaftssystem nicht mehr aus. Bei so vielen drängenden Herausforderungen lässt sich nur allzu schnell vergessen, dass die ökologische Uhr weiterhin tickt und tickt und tickt. Gerade deshalb ist es so bedeutsam, das große Thema „gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten“ lebendig zu halten. Dieses Heft hat genau dieses Ziel!

Manchmal kann Kunst auf Dinge aufmerksam machen, für die wir im chirurgischen Alltag bereits betriebsblind sind. Auf dem Titelbild der Passion Chirurgie sehen Sie die Künstlerin Maria Koijck inmitten einer ihrer Installationen. Die gebürtige Niederländerin macht Dinge auf ästhetische Weise sichtbar, die uns in ihrer Drastik nicht bewusst sind: So hat sie bei dieser Aktion alle Einmalmaterialien, die rund um ihre Brust-Operation angefallen sind, gesammelt und als riesiges Muster um sich herum drapiert. Im Interview mit Frau Koijck haben wir nach ihrer Motivation für ihre Kunstaktion gefragt und wie sie sie praktisch durchgeführt hat. Ihre Antworten dazu sind unterhaltsam, erkenntnisreich und teilweise sogar abenteuerlich!

Die Anstrengungen ausgewählter Kliniken und Institute, die ökologische Bilanz von Gesundheitspflege zu verbessern, sind im wahrsten Sinne bemerkenswert. Klar scheint, dass Einrichtungen öffentlicher Trägerschaft wie Universitätskliniken mehr Möglichkeiten haben als der lokale Versorger um die Ecke. Aber man braucht nicht unbedingt Elektrofahrzeuge im Shuttleservice des Insektenhotels, um messbare Effekte zu erreichen. Ein einfacher Schlüssel scheint die Vermeidung von „Single-use Items“ zu sein, die nicht nur die Abfallmengen, sondern auch die Emissionen erhöhen. Ein weiteres Beispiel ist die Mülltrennung, die längst jeden Privathaushalt erreicht hat, Krankenhäuser aber oft ausspart. Hier ist jede einzelne Klinik gefragt, einen Beitrag zu leisten. Zur Umsetzung der Ziele müssen wir als Anwender endlich die Industrie in die Pflicht nehmen, die oft den Wiedereinsatz von Instrumenten zugunsten der eigenen Absätze unterbindet und „Design for Recycling“ selbst im anglifizierten Management-Talk für ein Fremdwort hält. Wir als Chirurginnen und Chirurgen haben den Hebel in der Hand, Lösungen einzufordern.

Liebe Leserinnen und Leser, den für die Chirurgie entscheidenden Punkt formuliert letztendlich Viszeralchirurg Johannes Klose: „Es ist nicht die Frage, welche OP-Methode die nachhaltigste ist, sondern wie wir chirurgische Versorgung insgesamt klimaverträglicher gestalten.“ Dieser eine Satz bringt die ökologische Diskussion in der Medizin sicherlich derzeit am besten auf den Punkt.

Packen wir es endlich an. Schaffen wir Bewusstsein.

Dr. med. Jonas Dohmen

Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie

Bonn

apl. Prof. Dr. med. Johannes Klose, MBA

Universitätsklinik und Poliklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie

Universitätsmedizin Halle (Saale)

Prof. Dr. med. Carsten Krones

Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie, Proktologie

Krankenhaus Düren gem. GmbH

Olivia Päßler

Presse & Kommunikation

Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V.

Dr. med. Ina Prinz-Bravin

Fachärztin für Viszeralchirurgie

Prof. Dr. Daniel Vallböhmer

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Evangelisches Klinikum Niederrhein gGmbH

Editorial

Dohmen J, Klose J, Krones C, Paessler O, Prinz-Bravin I, Vallboehmer D: Editorial Nachhaltigkeit in der Chirurgie. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 01.

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Kann ein Krankenhaus der Maximalversorgung überhaupt nachhaltig sein?

Bedeutung der Maximalversorger im deutschen Gesundheitswesen

Krankenhäuser der Maximalversorgung zählen zu den komplexesten Organisationsformen im Gesundheitswesen. Sie gewährleisten hochspezialisierte, innovative und interdisziplinäre Medizin auf höchstem Versorgungsniveau und garantieren die interprofessionelle 24/7-Akutversorgung. Überregionale Einzugsgebiete und die kooperative Unterstützung von Kliniken niedrigerer Versorgungsstufen ergänzen das Leistungsangebot. Sie bilden den ärztlichen Nachwuchs aus und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Forschung.

Gleichzeitig zählen gerade diese Einrichtungen zu den ressourcenintensivsten Institutionen der Gesellschaft. Sie verbrauchen hohe Mengen an Energie, Wasser und Materialien, produzieren große Abfallmengen und verursachen relevante CO2-Emissionen. Bis zu 5,3 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen (THG) entfallen weltweit auf den Gesundheitssektor und in Deutschland sogar bis zu rund 6 Prozent [5]. Damit übertrifft dieser Sektor in Bezug auf die THG-Emissionen den innerdeutschen Flugverkehr (knapp 4 Prozent) [4].

Nachhaltigkeit und Maximalversorgung – Synergie oder Widerspruch?

Es stellt sich daher die Frage, ob Nachhaltigkeit für diese Institutionen letztlich ein wohlmeinender, aber realitätsferner Anspruch ist.

Die Erfahrung am Universitätsklinikum Augsburg (UKA) zeigt: Ein Krankenhaus der Maximalversorgung kann und muss nachhaltig handeln. Nicht trotz, sondern gerade wegen des Versorgungsauftrags. Nachhaltigkeit ist keine Imagefrage oder Einzelmaßnahme, sondern eine Bringschuld gegenüber den Patientinnen und Patienten, den Mitarbeitenden und gegenüber der Gesellschaft.

Universitätsmedizin im Spannungsfeld planetarer Grenzen

Die globalen Klima- und Umweltveränderungen sind längst keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr. Extremwetterereignisse, hitzebedingte Mortalität, veränderte Infektionsdynamiken und zunehmende chronische Belastungen betreffen die Versorgungsrealität unmittelbar [1]. Zugleich trägt der Gesundheitssektor selbst erheblich zu Treibhausgasemissionen bei. Daraus entsteht ein ethischer Doppelauftrag mit Konfliktpotential: Das UKA als Maximalversorger ist dazu aufgerufen, seinen Patientinnen und Patienten hochtechnisierte Medizin anzubieten und gleichzeitig den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Mit dem aktualisierten International Code of Medical Ethics wurde ökologische Nachhaltigkeit explizit als ärztliche Verpflichtung verankert [7]. Gesundheit zu schützen bedeutet heute auch, natürliche Lebensgrundlagen zu erhalten. Für die Universitätsmedizin Augsburg, die Forschung, Lehre und Krankenversorgung verbindet, ist diese Perspektive integraler Bestandteil des Selbstverständnisses. Dabei erstreckt sich nachhaltiges Handeln nicht nur auf ökologische, sondern explizit auch auf soziale und ökonomische Dimensionen.

Das Universitätsklinikum Augsburg als ein Haus der Maximalversorgung

Das UKA als eines der jüngsten Universitätsklinika in Deutschland gehört mit über 7.600 Mitarbeitenden, 66.870 stationären und 239.430 ambulanten Fällen im Jahr 2025 zu den größten Kliniken des Freistaats. 1.699 stationäre Planbetten und 46 teilstationäre Plätzen stehen für 24 Kliniken und fünf Institute zur Verfügung.

Im Januar 2026 eröffnete das UKA sein neues, hochtechnisiertes Zentrum für Intensivtherapie (ZIT) mit insgesamt 135 Intensiv- und Intermediate-Care Bettenplätzen als eines der modernsten dieser Art in Bayern. Im März 2023 entschied der Freistaat Bayern über einen Neubau des bettenführenden Zentralgebäudes des UKA bis zum Jahr 2040. Die diesbezüglichen Planungen laufen auf Hochtouren.

In Bezug auf soziale Nachhaltigkeit stellt das UKA mit rund 450 Ausbildungsplätzen einen der größten Ausbildungsträger in ganz Bayerisch Schwaben dar.

Vision und Institutionalisierung von Nachhaltigkeit

Das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit bedeutet in erster Linie eine Vision auf Vorstandsebene. Der zweite Schlüssel für gelingende Nachhaltigkeit an einem Maximalversorger liegt in ausgesuchten Governancestrukturen.

  • Eindeutige personelle und organisatorische Verantwortlichkeiten – bestenfalls in Nähe zur Unternehmensleitung – verankern Zielsetzungen auf einer transparenten und dynamisch fortzuschreibenden Zeitschiene.
  • Einschlägige Regelwerke sichern die Aufgaben, Projektvorhaben und Berichtspflichten verbindlich ab.
  • Wiederkehrende Prüfung und Fortentwicklung der hinterlegten Inhalte stehen für belastbare Qualität und Zukunftsorientiertheit.
  • Zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben stellt der Vorstand entsprechende finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung.
  • Die Institution gibt Raum für Netzwerkarbeit mit der internen und externen Öffentlichkeit.
  • Im Idealfall bauen die Verantwortlichen wissenschaftliche Kooperationen auf.

Umsetzung der Institutiona­lisierung am UKA

Etablierung wirksamer Strukturen

Am UKA etablierte der Vorstand im Jahr 2019 die interprofessionelle Initiative „University Medicine Augsburg Goes Green“ (UMAGG). Der Lenkungskreis von UMAGG vereint Vertreterinnen und Vertreter der Vorstandebene, des ärztlichen und pflegerischen Dienstes, der Administration sowie der Medizinischen Fakultät und der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg (siehe Organigramm Lenkungskreis UMAGG).

Die Leitung bekleidet eine stellvertretende Vorstandsposition und steht damit als Garant für einen niedrigschwelligen Austausch mit der obersten Leitungsebene.

Die Interprofessionalität des Gremiums repräsentiert Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe. Die vom Vorstand verabschiedete Satzung von UMAGG steht für die Verbindlichkeit der Aufgaben und deren Zielerreichung.

Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur

Seit Februar 2024 ist Nachhaltigkeit eine von vier tragenden Säulen des Leitbildes des Universitätsklinikums Augsburg – gleichrangig mit Menschen, Innovation sowie Forschung und Lehre.

Zeitgleich verabschiedete der Vorstand den Code of Conduct. Auch dieser greift alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit auf. Der Vorstand sichert den Durchdringungsgrad beider Regelwerke durch wiederkehrende Vorstellungen beispielsweise im Rahmen des Einführungstages für neue Mitarbeitende ab. Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit wird zudem u. a. durch die systematische Anwendung des Lob-, Anregungs- und Beschwerdefahrens, das anonyme Hinweisgebersystem und das Angebot zur Durchführung ethischer Fallbesprechungen abgebildet.

Abb. 1: Organigramm Lenkungskreis UMAGG

Nachhaltigkeit als ethische und gesellschaftliche Verpflichtung

Die bildungspolitische Dimension von Nachhaltigkeit griff das UKA unter anderem über das Klinische Ethikkomitee (KEK) auf. Dieses nahm im Jahr 2024 die ökologische Nachhaltigkeit ausdrücklich in seine Beratungsdimension auf [6].

Netzwerke und wissenschaftliche Einbindung

Nachhaltigkeit in der Universitätsmedizin erfordert Kommunikation. Die Initiative UMAGG ist regional und national vernetzt, unter anderem im Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg, im Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V. sowie in gesundheitsbezogenen Klimanetzwerken.

Die enge Verbindung zur Universität Augsburg und der Medizinischen Fakultät mit dem Forschungsschwerpunkt Environmental Health Sciences (EHS) ermöglicht eine wissenschaftliche Aufarbeitung nachhaltigkeitsbezogener Fragestellungen. Nachhaltigkeit wird dadurch nicht nur operativ umgesetzt, sondern akademisch reflektiert und im Schulterschluss mit der Universität Augsburg weiterentwickelt.

Transparenz und Messbarkeit

Obwohl die gesetzliche Berichtspflicht nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erst ab 2028 greift, veröffentlichte das UKA für das Berichtsjahr 2024 erstmalig einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem VSME-Standard auf freiwilliger Basis [3]. Auf der Agenda für das Jahr 2026 steht die neuerliche Erhebung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse nach erfolgter Revision auf EU-Ebene.

Diese freiwillige Transparenz schafft die Grundlage für systematische Weiterentwicklung. Emissionen in Scope 1, 2 und 3, Energieverbräuche, Abfallstrukturen, Wasserentnahme sowie soziale und Governance-Kennzahlen werden dokumentiert und für Entscheidungsträger steuerbar gemacht.

Abb. 2: Leitbild des UKA

Klimaneutralität als strategische Zielmarke

Im Kontext der Planungen für den Neubau des UKA (s. o.) verfasste eine Expertengruppe unter Federführung der Stabsstelle Medizin und Gesellschaft ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept für die Betriebsplanung des Neubaus [2]. Die hinterlegte Zeitschiene resultierte in einem klimaneutralen UKA unter der Voraussetzung einer Neubauinbetriebnahme bis 2040 („Zero Emission Hospital 2040“). Energiestandards, Energieversorgung, Materialwahl und Prozessorganisation sind mit Klimazielen frühzeitig in Einklang zu bringen.

Operationalisierung von Nachhaltigkeit

Eine Zahl von insgesamt 16 Projekten sind unter UMAGG seit dem Jahr 2019 an den Start gegangen. Unter anderem dienen sie den Nachhaltigkeitszielen Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Erhalt der Artenvielfalt, Ressourcenschonung, Energieeffizienz, der nachhaltigen Verpflegung, dem betrieblichen Mobilitätsmanagement und dem Hitzeschutzplan für das UKA.

Schlussfolgerung

Ein Krankenhaus der Maximalversorgung kann nachhaltig sein. Nachhaltigkeit ist unter hochkomplexen Versorgungsbedingungen möglich, wenn sie strategisch verankert, messbar gemacht und kulturell getragen wird.

Die zentrale Herausforderung liegt weniger in der prinzipiellen Umsetzbarkeit als in der strukturellen Ausgestaltung: Nachhaltiges Handeln erfordert klare Verantwortlichkeiten, langfristige Planungshorizonte und geeignete regulatorische sowie finanzielle Rahmenbedingungen.

Universitätsmedizin steht für Exzellenz, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung. In Zeiten globaler Klima- und Umweltveränderungen erweitert sich dieser Anspruch.

Die Debatte sollte daher nicht lauten, ob Maximalversorgung nachhaltig sein kann, sondern unter welchen strukturellen und politischen Bedingungen nachhaltiges Handeln systematisch ermöglicht wird.

Abb. 3: UKA-Stufenkonzept zur Klimaneutralität bis 2040 I Neubauinbetriebnahme

Literatur

[1]   An der Heiden, Zacher, RKI -Geschäftsstelle für Klimawandel & Gesundheit, Diercke und Bremer (2024). Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 38 / 2024, Robert Koch-Institut

[2]   Linné, R., R. Binder, D. Bolkenius, D. Dubbelfeld (2024). „Nachhaltigkeitskonzept für die Betriebsorganisationsplanung des Neubaus des Universitätsklinikums Augsburg“. Universitätsklinikum Augsburg, Stabsstelle Medizin und Gesellschaft. Abrufbar unter: https://www.uk-augsburg.de/fileadmin/Daten/UEber_uns/UMAGG/Nachhaltigkeitsberichte/Nachhaltigkeitskonzept_Neubau.pdf.

[3]   Wabnitz K., Buser H., Linné R. (2026). „Nachhaltigkeitsbericht 2024.“ Universitätsklinikum Augsburg, abrufbar unter: https://www.uk-augsburg.de/fileadmin/Daten/UEber_uns/UMAGG/Nachhaltigkeitsberichte/UKA_NHB_2024.pdf.

[4]   Deutscher Ärzteverlag (2022). „Gesundheitsbranche umweltschädlicher als Flugverkehr.“ MT im Dialog. Abrufbar unter: https://www.mtdialog.de/news/artikel/gesundheitsbranche-umweltschaedlicher-als-flugverkehr#:~:text=Ausgerechnet%20die%20Gesundheitsbranche%20tr%C3%A4gt%20einen%20wesentlichen%20Teil,ausst%C3%B6%C3%9Ft%20als%20die%20Schifffahrt%20oder%20der%20Flugverkehr.

[5]   Karliner, J., S. Slotterback, R. Boyd, B. Ashby, K. Steele und J. Wang (2020). „Health care’s climate footprint: the health sector contribution and opportunities for action.“ European journal of public health 30 (Supplement_5): ckaa165. 843.

[6]   Edenhofer O., M. Herrmann (2025). „Erderwärmung: Klimapolitische Konsequenzen und die Verantwortung des Gesundheitswesens“. Jahresveranstaltung des Klinisches Ethikkomitee am Universitätsklinikum Augsburg 2025. Abrufbar unter: https://www.uk-augsburg.de/fileadmin/Daten/Zentrale-Einrichtungen/Klinisches_Ethikkomitee/PDFs/KEK_0002_Plakat_2025.pdf.

[7]   Parsa-Parsi, R. W. (2022). „The international code of medical ethics of the world medical association.“ jama 328(20): 2018-2021.

Korrespondierende Autorin:
Dr. Renate Linné

Stv. Kaufmännische Direktorin

Leitung Stabstelle Medizin und Gesellschaft

Universitätsklinikum Augsburg

renate.linne@uk-augsburg.de

Helene Buser

Referentin der Kaufmännischen Direktion

Universitätsklinikum Augsburg

helene.buser@uk-augsburg.de

Chirurgie

Linné R, Buser H: Kann ein Krankenhaus der Maximalversorgung überhaupt nachhaltig sein? Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 03_04.

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Berufspolitik aktuell: Nachhaltigkeit in der Politik

Da dies mein letzter Kommentar nach zwanzig Jahren Vizepräsidentschaft im BDC ist, will ich die aktuelle Tagespolitik nur am Rande streifen und mich mehr darauf fokussieren, wie Politik, im Speziellen Gesundheitspolitik nachhaltig gestaltet werden kann und ob überhaupt Nachhaltigkeit erwünscht ist.

Der Begriff Nachhaltigkeit wird gemeinhin im Zusammenhang mit dem Umweltschutz definiert als Aufgabe, „Ressourcen so zu nutzen, dass die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generationen erfüllt werden, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.“ Nachhaltigkeit umfasst aber nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch ökonomische und soziale Dimensionen., damit eben auch die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Wir haben also auf der einen Seite Bedürfnisse, auf der anderen Seite Ressourcen. Angesichts der demographischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts sind die Bedürfnisse massiv gestiegen und werden weiter steigen, die Ressourcen aber hinken in ihrer Entwicklung hinterher. Aufgabe einer nachhaltigen Politik müsste es demnach sein, die sich aufzeigende Schere zwischen den beiden Polen zu schließen.

Der Versuch, in den jetzt nach Vorlage der Vorschläge der Gesundheitskommission anstehenden Gesetzesvorhaben Einsparungen auf der Seite der Leistungserbringer vorzunehmen, verringert die Ressourcen und ist damit auf den ersten Blich nicht nachhaltig. Bei einer anderen Betrachtung wird aber ein anderes ebenso gewichtiges Bedürfnis der Bevölkerung befriedigt, nämlich keinen weiteren Anstieg der Versicherungsbeiträge zuzulassen. Zweites Beispiel Krankenhausreform: Die ursprüngliche Version von Minister Lauterbach ist zwar durch das Krankenhaus-Anpassungsgesetz entschärft worden, dennoch ist das Prinzip das Gleiche. Einsparungen auf der Kostenseite durch Krankenhausschließungen, damit Verminderung der Ressourcen, aber mit der Hoffnung auf Beitragssatzstabilisierung.

Politik wählt also immer den Weg der Bedürfnisbefriedung stabiler Beiträge in Form einer Ressourcenverknappung auf dem Rücken der Leistungserbringer und nimmt keine Rücksicht auf das Bedürfnis nach maximaler Gesundheitsleistung, denn es muss klar sein, dass reduzierte Leistungsangebote auch zu verminderten Leistungen führen werden. Interessanterweise ist die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt gefragt worden, welches der beiden für sich betrachtet nachvollziehbaren Bedürfnisse diese vordringlich befriedigt sehen will. Jedenfalls ist abzusehen, dass mit derlei kurzfristigen Sparmaßnahmen keine Nachhaltigkeit im Sinne der Definition, schon gar nicht für zukünftige Generationen erreicht werden wird.

Wenn also die Ressourcen nicht mehr reichen, muss nach meiner Auffassung die Frage gestellt und beantwortet werden, ob nicht die Bedürfnisse seitens der Bevölkerung aktiv reduziert werden sollten und nicht indirekt durch immer neue Sparmaßnahmen, die durchaus am Ende den gleichen Effekt haben. Nirgendwo auf der Welt ist das Leistungsversprechen der Gesundheitsversorgung derart umfangreich wie bei uns. Man darf darüber nachdenken, ob in anderen Ländern die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger geringer ist, weil sie weniger erwarten dürfen. Hierzulande ist es aber ein politisches No-Go, Kürzungen im Leistungsangebot und damit eine nachhaltige Schonung des Gesamtsystems auch nur zu diskutieren. Der Grund ist einfach. Allgemein gilt: wer Wahlen gewinnen will, muss Versprechen abgeben und nicht Appelle zum Verzicht. Bedauerlicherweise hat das mit Nachhaltigkeit nicht das Geringste zu tun. Es fehlt der Mut zu unpopulären Einschnitten und letztlich der Wille, im Sinne einer echten Nachhaltigkeit Entscheidungen zu treffen, die über die jeweilige Legislaturperiode hinaus zum Wohle der kommenden Generation ausgerichtet sind. Trotz der eher düsteren Aussichten blicke ich dankbar und mit etwas Stolz auf das Erreichte, auch mit Zerknirschung auf das Unerreichte zurück und wünsche Ihnen und dem BDC viel Erfolg beim Streben nach der eigenen Nachhaltigkeit.

Rüggeberg JA: Nachhaltigkeit in der Politik. 2026 Mai; 16(05): Artikel 05_01.

BDC-Praxistest: Carus Green – Nachhaltigkeit und höhere Umweltverträglichkeit am Universitätsklinikum Dresden

Vorwort – Grün, grün, grün sind alle meine Kleider…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft in einem komplexen Krankenhausbetrieb erfolgreich umzusetzen, ist eine große Aufgabe. In Zeiten, in denen es in vielen Häusern ums das nackten Überleben geht, treten Programme wie die Umweltverträglichkeit von Medizin verständlicherweise in den Hintergrund. Umso wichtiger werden dann die leuchtenden Beispiele wie in diesem Fall das Universitätsklinikum Dresden.

Das UKD hat mit seiner Initiative „Carus Green“ sehr erfolgreich Nachhaltigkeit und Umweltschonung im eigenen Klinikbetrieb etabliert. Die präsentierten Maßnahmen stellen gute Beispiele dar, die sich in der Gruppe, aber auch als Einzelteile auf andere Häuser übertragen lassen. Man muss nicht einen biodiversen Campus pflegen, kann aber sehr leicht Recyclingquoten erhöhen. Man muss auch keine veganen Menüs anbieten, kann aber sehr leicht Narkosegase umstellen. Die Initiative steht also nicht nur in der Tradition des Namensgebers des UKD, Carl Gustav Carus, der als einer der bedeutendsten Ärzte der Romantischen Medizin gilt. Die einzelnen Maßnahmen sind ganz handfest. Es wird schwer sein, in Zeiten großer finanzieller Belastungen im Gesundheitswesen, für Projekte dieser Art aktuell Gehör zu finden. Das schlagende Argument wird „Einsparungen“ lauten, aber auch die lassen sich mit ökologischen Veränderungen erreichen. Wir müssen am Ball bleiben, denn ein gesundes Gesundheitssystem nutzt uns in einer kranken Umwelt wenig.

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Prof. Dr. med. C. J. Krones und Prof. Dr. med. D. Vallböhmer

„Wir sind ein umweltfreundliches Klinikum“ – ein Leitsatz, dem sich das Universitätsklinikum Dresden bereits seit 2012 mit der Initiative „Carus Green“ verschrieben hat. Das Gesundheitswesen trägt in Deutschland zwischen 5,2 % und 6,7 % zu den gesamten Treibhausgasemissionen bei, wobei Krankenhäuser international etwa 30 % der Emissionen im Gesundheitssektor verursachen [1]. Als Maximalversorger mit über 1.400 Betten zeigt das Dresdner Uniklinikum, wie ökologische Nachhaltigkeit im Klinikalltag gelingen kann – trotz angespannter Finanzierungssituation und eines Systems, das Nachhaltigkeitsmaßnahmen nicht gesondert vergütet.

Entstehung: Vom Trainee-Projekt zur Nachhaltigkeitsmarke

Die Initiative „Carus Green“ entstand 2012 aus einem interdisziplinär besetzten Trainee-Projekt. Zwölf Trainees aus unterschiedlichen Fachbereichen – darunter Rechtsstelle, Pflege, Bau und Technik, Personal, Finanzen und Qualitätsmanagement – erarbeiteten in einer Konzeptphase erste Handlungsfelder und Maßnahmenkataloge. Im Anschluss wurde das Projekt an eine neu gegründete Mitarbeiterinitiative übergeben, die bis heute unter Koordination der Krankenhausökologie fortbesteht. Sechs zentrale Handlungsfelder wurden definiert: Bildung/Sensibilisierung, Campusgestaltung/Biodiversität, Ressourcenverbrauch, Energiemanagement, Verpflegung und Mobilität.

Umgesetzte Maßnahmen im Überblick

Seit 2012 wurden zahlreiche Projekte realisiert, die messbare ökologische und ökonomische Effekte erzielen:

  • Energie: Photovoltaik-Anlagen mit über 140 kWp Gesamtleistung erzeugen jährlich ca. 130 MWh Strom und sparen 48 t CO2 Emissionen. LED-Umrüstungen reduzieren den Strombezug um weitere 82 MWh pro Jahr. Das bedarfsorientierte Herunterfahren von OP-Lüftungsanlagen in betriebsfreien Zeiten spart zusätzlich 40 MWh jährlich und wurde zur Blaupause für andere Kliniken. Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 ermöglicht eine systematische Erfassung weiterer Einsparpotenziale.
  • Narkosegase: Die Umstellung von Desfluran auf Sevofluran in Verbindung mit der Minimal-Flow-Anästhesie senkt die direkten Treibhausgasemissionen erheblich.
  • Mobilität: Aktuell 22 Elektrofahrzeuge ersetzen rund ein Viertel des konventionellen Fuhrparks. Ergänzt wird dies durch Lastenräder, abschließbare Fahrradstellplätze, Job-Bike-Angebote und die Teilnahme am Stadtradeln.
  • Ressourcen: Die Recyclingpapierquote wurde auf über 50 % gesteigert. Über 120 Wasserspender vermeiden Einwegplastikflaschen, das Projekt „Stifte sammeln“ führte zum Recycling von 4,4 t Material und vermied 9 t CO2. Weitere Maßnahmen umfassen Mehrweg-OP-Kittel, die Rückführung von Polypropylen und Polyethylen in den Stoffkreislauf, die Wiederverwendung von Styroporboxen sowie einen internen Möbelkiosk.
  • Biodiversität und Campus: Blühwiesen, Insektenhotels und Nistkästen schaffen naturnahe Lebensräume für Insekten sowie Erholungsräume für Patient:innen und Mitarbeitende.
  • Verpflegung: Die sukzessive Einführung vegetarischer und veganer Menüs im Mitarbeiterrestaurant ebnet den Weg in Richtung der Planetary Health Diet.

Organisationsstruktur und Erfolgsfaktoren

Das Carus-Green-Team organisierte sich in Arbeitsgruppen und traf sich regelmäßig zum Projektupdate. Die Mitglieder fungierten als Ideengeber:innen, Vernetzer:innen wichtiger Stakeholder und Empfänger:innen von Mitarbeitervorschlägen – die konkrete Umsetzung erfolgt meist in den jeweiligen Fachbereichen. Diese dezentrale Struktur bei zentraler Koordination durch die Krankenhausökologie hat sich als praxistauglich erwiesen. Um weitere Potentiale heben zu können wird es künftig eine neue Carus Green-Steuerungsgruppe geben, die die Umweltstrategie weiter ausbaut, zentral koordiniert und regelmäßig Bericht an den Vorstand erstattet.

Erfolgsfaktoren für die Übertragbarkeit:

  • Engagierte Mitarbeitende, die für ökologische Themen brennen
  • Rückendeckung durch die Geschäftsleitung
  • Niedrigschwellige erste Maßnahmen (Energiespartipps, zusätzliche Abfallfraktionen, Blühwiesen)
  • Eine gemeinsame Dachmarke, die Sichtbarkeit schafft

Herausforderungen und Learnings

Der kontinuierliche Erhalt implementierter Maßnahmen gestaltet sich im Klinikalltag anspruchsvoll. Die Erkenntnis reifte, dass es in jedem Bereich sogenannte Umwelt- und Energiebotschafter:innen braucht – Mitarbeitende, denen diese Themen persönlich wichtig sind und die nach entsprechender Schulung dauerhaft in ihrem Bereich auf die Umsetzung achten. Diese „Carus Green Botschafter:innen“ sollen künftig als Multiplikator:innen den Nachhaltigkeitsgedanken ins Kollegium tragen.

Ausblick und Preisträger 2025

Im September 2025 wurde „Carus Green“ mit dem Lohfert-Preis „Green Hospital – Umweltschutz und Ressourceneffizienz in Krankenhäusern“ ausgezeichnet. Außerdem stand man im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Gesundheit 2025. „Diese Würdigungen verstehen wir aber vor allem aber als Auftrag zur Weiterentwicklung, denn es ist noch sehr viel zu tun. An Ideen, wie man universitäre Spitzenmedizin nachhaltiger und umweltfreundlicher machen kann, mangelt es nicht.“

Konkrete Ziele für 2026 umfassen die systematische Erhebung von Kennzahlen zu CO2-Einsparungen, die kontinuierliche Erweiterung der PV-Kapazität sowie die Optimierung des Campus in Richtung eines klimaresilienten, biodiversitätsfreundlichen, gesundheitsfördernden Raumes.

Hier geht’s zu einem Interview mit
Carolin Liebel-Ros, Betriebsbeauftragte
für Abfall im Universitätsklinikum
Carl Gustav Carus Dresden,
und Patrick Emmerlich zur Initiative
„Carus Green“…

Literatur

[1]   Pichler P et al. (2019). International comparison of health care carbon footprints. https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ab19e1, zuletzt geprüft am 08.06.2023

Dipl.-Ing.(BA) Patrick Emmerlich

Referent für Umweltschutz

Team Krankenhausökologie

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

patrick.emmerlich@uniklinikum-dresden.de

Gesundheitspolitik

Emmerlich P: BDC-Praxistest: Carus Green – Nachhaltigkeit und höhere Umweltverträglichkeit am Universitätsklinikum Dresden. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 05_02.

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Nachhaltigkeit in der Medizintechnik – warum sich ein Recycling lohnt

Der Auftrag des Gesundheitswesens ist eindeutig. Es soll Krankheiten behandeln, Leben retten und die Lebensqualität sichern. Wenn in Deutschland über Klimaschutz gesprochen wird, fällt der Begriff Gesundheitssektor jedoch meist spät. Dabei ist seine Klimabilanz beachtlich. Globale Analysen beziffern den Anteil des Gesundheitswesens an den weltweiten Treibhausgasemissionen auf rund 5 % [3]. Für Deutschland weist das Bundesgesundheitsministerium für 2019 rund 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus. Dies entspricht 6 % der nationalen Emissionen [5].

Noch deutlicher wird die Problematik mit Blick auf die Ressourcenperspektive. Der Rohstoffbedarf des deutschen Gesundheitssektors liegt bei etwa 107 Millionen Tonnen pro Jahr, das entspricht 5 % des gesamten deutschen Rohstoffverbrauchs [7].

Parallel dazu wächst der Druck auf die Branche. Emissionen sollen gesenkt und Ressourcenkreisläufe geschlossen werden. Der Deutsche Ärztetag fordert die Klimaneutralität des Gesundheitswesens [1] und die EU setzt mit Kreislaufwirtschafts- und Rohstoffstrategien den Rahmen [2].

Abb. 1: Das Team Medizintechnik-Recycling am Fraunhofer IWKS bestehend aus von links: Leonie Wenzel, Dr. Romy Auerbach, Daniel Hikisch

Wie „linear“ der Alltag in deutschen Krankenhäusern ist, zeigt ein Blick in die Abfallstatistiken. Eine aktuelle Benchmarkstudie der Hochschule Pforzheim mit 122 Krankenhausstandorten zeigt, dass im Mittel 1.545 kg Abfall pro Bett und Jahr anfällt. Innerhalb der Abfallgruppe 18 01 („Abfälle aus der Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten beim Menschen“) dominiert der nicht infektiöse Abfall (18 01 04) mit rund 95,6 % der Masse [6]. Nach geltendem Abfallrecht wäre ein großer Teil dieses Abfalls stofflich verwertbar, wird aber in der Praxis nahezu vollständig thermisch behandelt [4]. In Bezug auf die Klima- und Ressourcenpolitik ist dieser Sachverhalt problematisch, da auf dieser Grundlage weder die Klimaneutralität noch eine Kreislaufwirtschaft entstehen kann.

In der Praxis dominieren Einwegprodukte die Kliniklandschaft. Häufig kommen Verbundkunststoffe und Hochleistungspolymere zum Einsatz, die mit etablierten mechanischen Recyclingverfahren kaum hochwertig zu verwerten sind.

Gleichzeitig stammen in Deutschland 81 % der gesundheitsbezogenen Emissionen aus dem Bereich Scope 3, also aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen [5]. Genau dort finden sich auch die durch Einwegprodukte verursachten Emissionen wieder. Kurz gesagt ist das, was heute in der Klinik als „Abfall“ endet, ein wesentlicher Teil des Klima- und Ressourcenproblems und zugleich ein wichtiger Hebel für Lösungen. Vor diesem Hintergrund braucht es Akteure, die technische Lösungen und neue Konzepte in den Klinikalltag bringen. Genau hier setzt das Fraunhofer IWKS an.

Die Rolle des Fraunhofer IWKS

Im Themenfeld Kreislaufwirtschaft entwickelt das Institut

  • ganzheitliche Kreislaufwirtschaftskonzepte,
  • innovative Verfahren durch sensorbasierte und KI-gestützte Trenn- und Sortierprozesse,
  • Geschäftsmodellentwicklungen,
  • Etablierung von Sammel- und Recyclingstrategien,
  • sowie Short-loop und Long-loop Recyclingstrategien für sämtliche Wertstoff- und Abfallströme.

Für den Gesundheitssektor bedeutet das sehr konkret, dass aus Wegwerfprodukten Wertstoffquellen werden.

Gemeinsam mit dem Institut für Recycling, Ökologie, Design (IRED) entwickelte das Fraunhofer IWKS bereits 2018 ein Sammel- und Verwertungssystem für Einweg-Instrumente aus Chromstahl. Dabei wurden gebrauchte Instrumente in speziellen Abwurfbeuteln gesammelt, über die klinikinterne Logistik in gesicherte Container verbracht und von dort aus gebündelt direkt in eine Edelstahlschmelze überführt. Die Erprobung in vier deutschen Kliniken zeigte, dass das System hygienisch sicher, praktisch umsetzbar und rechtlich zulässig ist. Eine Risikobewertung ergab keine erhöhten Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken gegenüber der bisherigen Entsorgung über den allgemeinen Krankenhausabfall.

Abb. 2: Bestimmung der Materialzusammensetzung einer Endoprothese mittels Röntgenstrahlen (im Bild: Hr. Hikisch)

Auch für typische Verbrauchsprodukte wie Einweghandschuhe, Schutzkleidung oder Wundabdeckungen wäre ein rohstofferhaltendes Recycling der Königsweg. Am Fraunhofer IWKS werden dazu unter anderem Plasmapyrolyse-Verfahren erprobt, mit denen sich aus verunreinigten Kunststoffabfällen Wasserstoff und elementarer Kohlenstoff zurückgewinnen lassen. Solche Verfahren sind gerade für stark kontaminierte Fraktionen interessant, bei denen das mechanische Recycling an seine Grenzen stößt.

Abb. 3: Bestimmung der Materialzusammensetzung einer Endoprothese mittels Röntgenstrahlen (im Bild: Hr. Hikisch)

Herausforderungen und Lösungsansätze

Trotz dieser Fortschritte bleiben Kreislauflösungen in der Medizin noch die Ausnahme. Aus Sicht des Fraunhofer IWKS zeichnet sich ab, dass weitere Schritte erforderlich sind.

Medizinprodukte sind bislang überwiegend nicht recyclinggerecht konstruiert. Aufwendige Verbundmaterialien, fehlende Kennzeichnungen und intransparente Materialdaten erschweren jede hochwertige Verwertung. „Design-for-Recycling“, modulare Bauweisen und digitale Produktpässe könnten hier Abhilfe schaffen und sind zugleich Voraussetzung, um EU-Vorgaben zu erfüllen [2].

Aktuell existieren in Deutschland keine etablierten Verwertungspfade, die dem komplexen Wertgehalt der klinischen Wertstoffe Rechnung tragen. Verschiedene Häuser und Hersteller testen Insellösungen, jedoch fehlt eine flächendeckende Umsetzung. Stoffstromanalysen der deutschen Krankenhäuser können dabei helfen, Ziele zu formulieren und Fortschritte messbar zu machen. Wiederaufbereitete Produkte und Sekundärrohstoffe sollten nicht die Ausnahme darstellen, sondern zum Regelfall werden, während Sicherheit und Qualität gewährleistet sind.

Obwohl die Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen zunehmend Aufmerksamkeit erhält, verläuft die Umsetzung nur langsam. Die Gründe liegen vor allem in regulatorischen Lücken mit unverbindlichen Vorgaben und einer fehlenden Gesamtstrategie für medizinische Abfälle. Gleichzeitig stehen Kliniken unter starkem ökonomischem Druck durch begrenzte Budgets und Personalmangel. Die Auflagen des Gesundheitsschutzes erschweren eine Zuführung zum Recycling. Oftmals ist das Mengengerüst einzelner Kliniken und Praxen auch nicht hoch genug, um eine ökonomische Logistikkette aufzubauen und eine separate Sammlung ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Darüber hinaus erschweren technische und organisatorische Hürden eine effiziente Sammlung, Sortierung und Verwertung. Gerade deshalb kommt Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer IWKS eine Schlüsselrolle zu. Sie können praxistaugliche Technologien entwickeln, diese im Klinikalltag testen, Risiken bewerten, gemeinsam mit Industrie und Kliniken neue Geschäftsmodelle und Logistiklösungen gestalten und unterstützen Politik und Verbände bei der Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen.

Abb. 4: Darstellung modularer Endoprothese: Knieendoprothese mit Schaft

Abb. 5: Darstellung modularer Endoprothesenkomponenten (links: Hüftendoprothese, rechts: Knieendoprothese mit Anhaftungen von Knochenzement)

Die Zukunft – zum Wegwerfen zu schade

Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist längst mehr als ein Image-Thema. Sie entscheidet mit über Versorgungsqualität, Versorgungssicherheit und die Glaubwürdigkeit eines Systems, das Gesundheit schützen soll, ohne selbst schädliche Nebenwirkungen zu erzeugen. Hersteller und Nutzer sind aus ökologischen und ökonomischen Gründen gut beraten, die Recyclingquote von Medizinprodukten nachhaltig zu verbessern, um die darin enthaltenen Wertstoffe zurückzugewinnen. Die Datenlage ist klar. Emissionen, Rohstoff- und Abfallmengen sind hoch und die technische Machbarkeit einer Kreislaufführung ist an vielen Stellen belegt.

Das Fraunhofer IWKS begleitet Kliniken, Hersteller und Entsorger entlang der Wertschöpfungskette mit anwendungsnaher Forschung, regulatorischem Verständnis und einem belastbaren Netzwerk. Aufbauend auf den gemeinsam mit dem Institut für Recycling, Ökologie, Design (IRED) erzielten Ergebnissen richtet das Fraunhofer IWKS aktuell den Fokus auf weitere hochwertige Stoffströme wie metallische Einmalinstrumente, hochwertige Verpackungen und auch Explantate, bei denen die Rückgewinnung von Legierungen und Funktionswerkstoffen im Vordergrund steht. In einer intern laufenden Machbarkeitsstudie werden hierzu sichere, rechtlich belastbare und wirtschaftliche Verwertungspfade geprüft.

Als nächster Schritt sollen die validierten Ansätze in den Pilotmaßstab überführt und gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Gesundheitswesen und Entsorgungswirtschaft in einem Verbundprojekt weiterentwickelt werden. Welche Stoffströme im Projekt adressiert werden, legen die beteiligten Partner fest.

Informationen und Ansprechpartner finden sich HIER.

Literatur

[1]   Bundesärztekammer (2021): TOP Vb Nachtragshaushalt für das Geschäftsjahr 2021/2022 (01.07.2021–30.06.2022) – Bericht über die Beratungen in den Finanzgremien. Berlin: Bundesärztekammer (125. Deutscher Ärztetag, Beschlussprotokoll).

[2]   Europäische Kommission (2020): Ein neuer Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft — Für ein saubereres und wettbewerbsfähigeres Europa. Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202401252 (abgerufen am 27.02.2026).

[3]   Health Care Without Harm; Arup (2019): Health care’s climate footprint: How the health sector contributes to the global climate crisis and opportunities for action. Verfügbar unter: https://global.noharm.org/resources/health-care-climate-footprint-report (abgerufen am 19.01.2026).

[4]   Lukac, S.; Schüler-Toprak, S.; Hasenburg, A.; Goeckenjan-Festag, M. (2025): Nachhaltigkeit in der Klinik – Was können wir tun? Die Gynäkologie 58(6), 373–380. https://doi.org/10.1007/s00129-025-05341-2.

[5]   Pichler, P.-P.; Jaccard, I. S.; Hanewinkel, L.; Weisz, H. (2023): Sachbericht zum Projekt: Evidenzbasis Treibhausgasemissionen des deutschen Gesundheitswesens „GermanHealthCFP“. Berlin: Bundesministerium für Gesundheit. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Abschlussberichte/GermanHealthCFP_Sachbericht.pdf (abgerufen am 27.02.2026).

[6]   Vielsack, A. (2025): Benchmarkstudie zur Abfallentstehung an deutschen Krankenhäusern. Verfügbar unter: https://www.hs-pforzheim.de/fileadmin/user_upload/uploads_redakteur/Forschung/IWWT/Projekte/meik/Aktuelle_Benchmarkstudie_Version.pdf (abgerufen am 23.02.2026).

[7]   Ostertag, K.; Bratan, T.; Gandenberger, C.; Hüsing, B.; Pfaff, M. (2021): Ressourcenschonung im Gesundheitssektor – Erschließung von Synergien zwischen den Politikfeldern Ressourcenschonung und Gesundheit. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (TEXTE 15/2021). Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen (abgerufen am 27.02.2026).

Korrespondierende Autorin:

Dr. Romy Auerbach

Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Alzenau und Hanau

romy.auerbach@iwks.fraunhofer.de

www.iwks.fraunhofer.de

Daniel Hikisch

Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Alzenau und Hanau

Leonie Wenzel, M. Eng.

Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Alzenau und Hanau

Chirurgie

Hikisch D, Auerbach R, Wenzel L: Nachhaltigkeit in der Medizintechnik – warum sich ein Recycling lohnt. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 03_02.

www.bdc.de

CO2-Fußabdruck von offenen Operationen, Laparoskopie und Robotik

Nachhaltigkeit als neue Dimension chirurgischer Versorgungsqualität

Der Klimawandel rückt die ökologische Verantwortung des Gesundheitswesens zunehmend in den Fokus. In den westlichen Industrienationen verursacht das Gesundheitssystem 4–8 % der nationalen Treibhausgasemissionen [1, 2]. Der Operationssaal zählt dabei zu den ressourcen- und energieintensivsten Bereichen eines Krankenhauses und trägt wesentlich zu dessen CO2-Emissionen bei [3]. Lebenszyklusanalysen zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Emissionen nicht intraoperativ, sondern in vorgelagerten Produktions- und Lieferketten entsteht. Offene Verfahren sind apparativ weniger komplex, können jedoch durch längere postoperative Verweildauer relativ höhere Gesamtressourcenverbräuche verursachen. Laparoskopische Eingriffe weisen häufig einen erhöhten materialbedingten CO2-Ausstoß auf, profitieren jedoch von verkürzten Krankenhausaufenthalten und reduzierten Komplikationsraten. Robotische Verfahren zeigen derzeit meist die höchsten prozedurbezogenen Emissionen, insbesondere aufgrund energieintensiver Systemtechnik und limitierter Instrumentennutzungszyklen.

Neben der Operationstechnik beeinflussen strukturelle Faktoren wie OP-Auslastung, Energiequelle des Krankenhauses, Instrumentenmanagement und insbesondere die Wahl des Anästhesieverfahrens die Klimabilanz erheblich. Nachhaltige Chirurgie erfordert daher eine systemische, interdisziplinäre Betrachtung. Die ökologische Bewertung chirurgischer Verfahren sollte die gesamte Behandlungskette berücksichtigen. Nachhaltigkeit entwickelt sich damit zu einer zusätzlichen Dimension chirurgischer Qualität, ohne die patientenzentrierte Indikationsstellung zu kompromittieren. Das Ziel dieses Beitrags ist es, den CO2-Fußabdruck offener, laparoskopischer und robotischer Operationsverfahren vergleichend darzustellen und zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren.

Emissionsquellen im OP

Die Emissionen entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments, LCA) zeigen, dass ein großer Anteil der CO2-Last aus Herstellung, Transport und Entsorgung von Medizinprodukten stammt [4, 5]. Relevante Quellen sind:

  • Energiebedarf von Raumlufttechnik (Laminar-Flow), Klimatisierung und Beleuchtung
  • Stromverbrauch medizinischer Geräte
  • Produktion und Entsorgung von Einwegmaterialien
  • Sterilisation und Aufbereitung von Mehrweginstrumenten
  • Anästhesiegase mit hohem Treibhauspotenzial
  • Logistik und Lieferketten

Oft werden 60–80 % der Emissionen vorgelagerten Prozessen zugeschrieben [5]. Die Wahl des Verfahrens beeinflusst somit nicht nur den intraoperativen Verbrauch, sondern auch die industrielle Emissionsbilanz.

Offene Chirurgie

Der CO2-Fußabdruck, ausgedrückt als das CO2-Aquivalent (CO2e), gilt als das direkteste Maß für die verursachte Umweltbelastung eines bestimmten Ereignisses, Methode, Verfahren oder ähnlichem [6]. Daher wurde die Bestimmung des CO2e auch in der Chirurgie untersucht, um das mit der Prozedur verbundene Ausmaß der Umweltbelastung quantifizieren zu können.

Offene Eingriffe sind apparativ weniger komplex als minimalinvasiver Verfahren. So entfallen etwa Insufflatoren, Videotürme oder Robotersysteme. Insgesamt ist die Datenlage zum CO2-Fußabdruck der offenen Chirurgie schmal. Wenige Daten zu gynäkologischen Prozeduren suggerieren eine bessere CO2-Bilanz offener Operationen im Vergleich zur minimalinvasiven Technik [7, 8]. Im direkten OP-Vergleich zeigen sich teils geringere gerätebezogene Emissionen [4]. Dieser Vorteil relativiert sich jedoch bei Einbezug postoperativer Faktoren. Längere Verweildauer, höherer Analgetikabedarf und potenziell mehr Wundkomplikationen können den stationären Ressourcenverbrauch erhöhen [3]. Eine valide ökologische Bewertung muss daher die gesamte Behandlungskette berücksichtigen.

Minimalinvasive Chirurgie

Die minimalinvasive Chirurgie erfordert neben der CO2-Insufflation, Video- und Lichtsysteme sowie häufig Einweg-Trokare und Energieinstrumente. Für einzelne Eingriffe wurde ein erhöhter materialbedingter CO2-Ausstoß gegenüber offenen Verfahren beschrieben [4]. Robotische Systeme erhöhen Präzision und Ergonomie, gehen jedoch mit zusätzlichem apparativem Aufwand einher: höherer Energiebedarf, komplexe Herstellung der Plattform sowie limitierte Nutzungszyklen der Instrumente. Vergleichende Analysen berichten häufig die höchsten prozedurbezogenen Emissionen für robotische Eingriffe [7]. Haupttreiber sind Produktion und begrenzte Wiederverwendbarkeit der Instrumente. Gleichzeitig sind postoperative Vorteile gut belegt: weniger Schmerzen, geringere Komplikationsraten, kürzere Liegedauer [3, 6]. Diese Effekte reduzieren stationäre Ressourcen und können die Gesamtbilanz verbessern. Präzisere Daten hinsichtlich des CO2-Fußabdruckes kommen wieder aus der Gynäkologie. Robotische Operationen, wie die robotisch-assistierte Hysterektomie, weisen dabei im Vergleich zur laparoskopischen Technik ein höheres CO2e auf. Im Durchschnitt entsteht bei einer robotischen Hysterektomie ein CO2e von 40,3 kg pro Patientin im Vergleich zu 29,9 kg CO2e pro Patientin im Rahmen einer laparoskopischen Hysterektomie oder 22,7 kg CO2e pro Patientin bei einer konventionell offenen Hysterektomie [7, 8]. Damit verursacht eine robotische Hysterektomie durchschnittlich eine höheres CO2e verglichen mit den laparoskopischen bzw. offenen Operationstechnik (p<0,01). Im Vergleich dazu weisen andere chirurgische Prozeduren ein deutlich niedrigeres CO2e auf. Eine minimalinvasive Emulsifikation der Augenlinse führt zu einem CO2e von 6 kg pro Fall [10]. Die CO2-Emission wird dabei insbesondere durch die notwendige Energie und die Entsorgung des entstandenen Mülls verursacht.

Abb. 1: Vergleich des CO2-Fußabdrucks von offenen Operationen, Laparoskopie und Robotik, Emissionsquellen im OP und Reduktionsstrategien.

Bei der minimalinvasiven Chirurgie wird die CO2-Emission einerseits durch die Insufflation des Gases zur Herstellung eines Pneumoperitoneums verwendet [10]. Das dadurch versuchte CO2e akkumuliert sich im Jahr auf geschätzte 355.294 Tonnen CO2, die in den USA jährlich durch laparoskopische oder robotische Operationen verursacht werden [11]. Dennoch ist die reine CO2-Insufflation und der damit verbundene Ausstoß von Treibhausgasen nicht der einzige Grund für das hohe CO2e der minimalinvasiven Chirurgie. Alle für die Sterilisation der Instrumente notwendige Energie, der Energieverbrauch der Geräte an sich (Strom-Applikator für die monopolaren oder bipolaren Koagulationsgeräte oder der Monitor), der OP-Beleuchtung oder der durch die Anästhesie verursachte Verbrauch an CO2 hat einen erheblichen Anteil an dem CO2e minimalinvasiver Operationen [10]. Hier zeigt sich zugleich eine Möglichkeit, das CO2e zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise die Verwendung von total intravenösen Narkoseführungen und der Verzicht auf Gasnarkosen [12]. Allein durch die Verwendung der total intravenösen Anästhesie (TIVA) kann eine Reduktion des CO2e um knapp ein Drittel erreicht werden [12, 13].

Strukturelle Faktoren

Zentrale Ansätze zur Reduktion der CO2-Belastung minimalinvasiver Operationen sind standardisierte OP-Sets, die Reduktion unnötiger Einwegkomponenten und – wo sicher möglich – der Einsatz von Mehrweginstrumenten [15]. Neben dem Verfahren wirken OP-Dauer, Saalauslastung, Energiequelle der Klinik, Wiederaufbereitung und Abfallmanagement auf die Bilanz. Green-OR-Initiativen zeigen relevante Reduktionen ohne Einbußen der Patientensicherheit [15, 16]. Optimierte Instrumentensiebe, Verpackungsreduktion, Recyclingprogramme und energieeffiziente Raumlufttechnik sind wirksame Maßnahmen. Eine erneuerbare Stromversorgung verbessert die Bilanz aller Verfahren deutlich [16].

Fazit

Der OP ist ein Emissions-Hotspot. Offene Verfahren sind apparativ weniger komplex, aber nicht automatisch klimafreundlicher. Laparoskopische Eingriffe verursachen höhere Materialemissionen, können durch kürzere Verweildauer kompensieren. Robotische Operationen zeigen derzeit meist die höchsten prozedurbezogenen Emissionen. Entscheidend ist die systemische Optimierung der chirurgischen Versorgung. Die Indikationsstellung bleibt primär patientenorientiert. Klimaschutz darf die Behandlungsqualität nicht kompromittieren. Sind Verfahren klinisch gleichwertig, kann die ökologische Bilanz jedoch ein legitimer Entscheidungsfaktor sein. Nachhaltigkeit wird damit zu einer zusätzlichen Dimension chirurgischer Qualität. Die entscheidende Frage lautet daher nicht „Welches Operationsverfahren ist am nachhaltigsten?“, sondern „Wie gestaltet man chirurgische Versorgung insgesamt klimaverträglicher?“. Nachhaltiges Handeln und achtsames Operieren wird damit zu einer neuen Qualitätsdimension chirurgischer Exzellenz.

Literatur

[1]   Eckelman MJ, Sherman J. Environmental impacts of the U.S. health care system and effects on public health. PLoS One. 2016;11(6):e0157014.

[2]   World Health Organization. Health care’s climate footprint: how the health sector contributes to the global climate crisis and opportunities for action. Geneva: WHO; 2019.

[3]   MacNeill AJ, Lillywhite R, Brown CJ. The impact of surgery on global climate: a carbon footprinting study of operating theatres in three health systems. Lancet Planet Health. 2017;1(9):e381–e388.

[4]   Thiel CL, Eckelman M, Guido R, et al. Environmental impacts of surgical procedures: life cycle assessment of hysterectomy in the United States. Environ Sci Technol. 2015;49(3):1779–1786.

[5]   Rizan C, Steinbach I, Nicholson R, Lillywhite R, Reed M. The carbon footprint of surgical operations: a systematic review. Ann Surg. 2020;272(6):986–995.

[6]   Rodríguez de Santiago, E., et al., Reducing the environmental footprint of gastrointestinal endoscopy: European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) and European Society of Gastroenterology and Endoscopy Nurses and Associates (ESGENA) Position Statement. Endoscopy, 2022. 54(8): p. 797-826.

[7]   Woods DL, Mcandrew T, Nevadunsky N, Hou JY, Goldberg G, Yi-Shin Kuo D et al (2015) Carbon footprint of robotically-assisted laparoscopy, laparoscopy and laparotomy: a comparison. Intern J Med Robot Comp Assis Surg 11(4):406–412

[8]   Ramani S, Hartnett J, Karki S, Gallousis SM, Clark M, Andikyan V (2023) Carbon dioxide emissions and environmental impact of different surgical modalities of hysterectomies. J Soc Laparoendos Surg. 10.4293/JSLS.2023.00021

[9]   Papadopoulou A, Kumar NS, Vanhoestenberghe A, Francis NK.Br J Surg. 2022 Sep 9;109(10):921-932. doi: 10.1093/bjs/znac191.

[10] Thiel, C.L., et al., Cataract surgery and environmental sustainability: Waste and lifecycle assessment of phacoemulsification at a private healthcare facility. J Cataract Refract Surg, 2017. 43(11): p. 1391-1398.

[11] Thiel CL, Woods NC, Bilec MM. Strategies to reduce greenhouse gas emissions from laparoscopic surgery. J Minim Invasive Gynecol. 2018;25(6):1025–1033.

[12] Power, N.E., et al., Environmental impact of minimally invasive surgery in the United States: an estimate of the carbon dioxide footprint. J Endourol, 2012. 26(12): p. 1639-44.

[13] Singh, H., et al., Mandatory Reporting of Emissions to Achieve Net-Zero Health Care. N Engl J Med, 2022. 387(26): p. 2469-2476.

[14] Sherman JD, Thiel C, MacNeill A, et al. The Green Print: advancement of environmental sustainability in healthcare. Resour Conserv Recycl. 2020;161:104882.

[15] Overcash M. A comparison of reusable and disposable perioperative textiles: sustainability state-of-the-art 2012. Anesth Analg. 2012;114(5):1055–1066.

[16] Wyssusek KH, Keys MT, van Zundert AAJ. Operating room greening initiatives – the old, the new, and the way forward: a narrative review. Waste Manag Res. 2019;37(1):3–19.

Klose J: CO2-Fußabdruck von offenen Operationen, Laparoskopie und Robotik. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 03_01.

OP-Abfall als Kunstobjekt – Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe

Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe

Der BDC befragt die Nachhaltigkeitskünstlerin aus Groningen, Niederlande, zu ihrer Arbeit.

Passion Chirurgie: Können Sie uns etwas mehr über sich und Ihre Kunst erzählen?
Maria Koijck (MK): Ich bin Maria Koijck, geboren 1965, und habe mein ganzes Leben in Groningen verbracht.

Mit achtzehn begann ich ein Studium an der Kunstakademie, brach es aber nach der Hälfte ab. Es wurde einfach zu viel geredet und zu wenig gemacht. Ich hatte absolut keine Ahnung, was ich dort eigentlich tat. Im dritten Jahr gab ich das Studium ganz auf und beschloss aus Frustration und dem Wunsch heraus, endlich einen richtigen Beruf zu erlernen, Klempnerin zu werden.

Das war auch nicht ganz mein Ding, aber ich habe gelernt, wie man Rohre verlegt und Abflüsse anschließt. Damit habe ich etwas Geld verdient und mit meinen Ersparnissen bin ich nach Frankreich gefahren, um Fallschirmspringen zu gehen. Dort ging es schief: Ich habe mir den Knöchel gebrochen und landete wieder im Krankenhaus in Groningen. Die Genesung dauerte ein Jahr, und ich war oft dort.

Während dieser Wochen wurde mir etwas klar: Die Arbeit der Krankenschwestern war wunderschön und wichtig. Das inspirierte mich dazu, eine berufsbegleitende Ausbildung zur examinierten Krankenschwester zu absolvieren. Ich arbeitete viele Jahre lang mit großer Freude als Krankenschwester, aber man kann sich seinem Wesen nicht entziehen, und schließlich fand ich nach vielen Umwegen meinen Weg zurück zur Kunst.

Ein echter Wendepunkt kam während eines Besuchs in Sierra Leone. Ich war auf Einladung eines Freundes dort, der für Save the Children arbeitete. Dort sah ich zum ersten Mal die „Plastiksuppe“ – nicht als abstraktes Konzept, sondern in der Realität. Dieses Bild veränderte mein Leben. Von diesem Moment an beschloss ich, dass sich meine Kunst darauf konzentrieren musste, das Bewusstsein für unsere seltsamen und oft absurden Abfallgewohnheiten zu schärfen.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass die Menge an Abfall, die während Ihrer Krebsbehandlung anfällt, zu einem Thema werden könnte, über das man sprechen sollte?
MK: Als ich die Schere, mit der gerade meine Verbände abgeschnitten worden waren, im Behälter für scharfe Gegenstände liegen sah. Ich verstand wirklich nicht, was sie dort zu suchen hatte, und brachte sie, ohne mir dessen bewusst zu sein, zur Krankenschwester zurück. Sie sagte mir, das sei völlig normal: Es handele sich um eine Einwegschere. Ich dachte sofort: Wer ist hier verrückt? Edelstahl ist ein wertvolles Material, das man mehrmals verwenden kann – Einweg? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Von diesem Moment an wusste ich: Ich muss etwas dagegen unternehmen.

Wer hat Sie in Ihrem Bestreben unterstützt, Einblick in die enorme Menge an gebrauchten Materialien zu gewinnen?
MK: Meine Onkologin teilte meiner Chirurgin sofort mit, wer ich war und was ich wollte. Ich wollte nach meiner Brustrekonstruktion meine chirurgischen Abfälle mit nach Hause nehmen. Sie gab zu, dass dies eine ungewöhnliche Bitte war, aber sie hatte vollstes Verständnis dafür. Als ich nach zehn Stunden Narkose aufwachte, stand sie strahlend neben meinem Bett: Sechs große Säcke mit Abfällen standen in meinem Zimmer bereit.

Wer hat positiv auf Ihr Projekt reagiert?
MK: Eigentlich zunächst einmal niemand! Die Leute fanden es seltsam, Krankenhausabfälle zu einem Projekt zu machen. „Du wurdest gut behandelt und es geht dir jetzt besser, oder?“, sagten sie. Es bedurfte viel Überzeugungsarbeit, um klar zu machen, dass es nicht um mich ging, sondern um die enorme Umweltverschmutzung in Krankenhäusern.

Meine Tochter hat mir bei dem Video geholfen – sie ist Videografin –, aber selbst sie sagte: „Mama, ich würde gerne wissen, was in deinem Kopf vorgeht, dass du auf so etwas kommst.“

Während COVID, als ein Theater leer stand, habe ich dort zusammen mit einer Gruppe von Freunden und meiner Tochter die Aufnahmen gemacht. Als der gesamte Abfall ausgelegt war, konnte man plötzlich spüren, wie sich die Atmosphäre veränderte: Hier geschah etwas. Von diesem Moment an erhielt ich nichts als Unterstützung und Lob für das Projekt.

Auf welche Hindernisse sind Sie bei der Arbeit an deinem Projekt gestoßen?
MK: Als ich meinen Abfall aus dem Krankenhaus mitnehmen wollte, stellte sich heraus, dass das gar nicht so einfach war. Die Krankenhaushygieneabteilung war der Meinung, dass der Abfall ihnen gehörte und ich ihn nicht mitnehmen durfte. Letztendlich haben wir ihn zusammen mit dem Pflegepersonal an einem Sonntagabend heimlich aus dem Krankenhaus geschmuggelt.

Wie wurde Ihre Botschaft von der Öffentlichkeit und den Medien aufgenommen?
MK: Ich war völlig überwältigt. Von dem Moment an, als mein Video online ging, eskalierte die Situation plötzlich. Es kamen Reaktionen aus aller Welt. In den ersten zwei Monaten gab es enorme Aufmerksamkeit, mit Interviews im Fernsehen und im Radio. Aber es gab auch Ärzte, die mich persönlich anriefen, um mir zu danken. Im Gesundheitswesen war dieses Problem seit langem bekannt – aber wie bringt man es auf die richtige Art und Weise an die richtige Zielgruppe? Mein Video war genau die richtige Antwort darauf.

Auch jetzt noch erhalte ich Anfragen von Menschen aus allen Teilen der Welt, die mein Video für Vorträge, Bildungsprogramme und Publikationen verwenden möchten.

Hier geht’s direkt zu Maria Koijcks Video…

Zur Person

Maria Koijck
Designerin bei Bas-is und freischaffende Künstlerin
Niederlande
www.mariakoijck.com

Welche Reaktionen haben Sie erhalten?
MK: Wie bereits erwähnt: alles von völliger Verwunderung und Bewunderung bis hin zu dankbaren Nachrichten von Ärzten und Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Es hat offensichtlich bei vielen Menschen einen Nerv getroffen.

„Maria schuf ein Kunstwerk aus Abfällen, die bei einer Operation anfielen: ihrer eigenen Operation.“ Haben Sie schon vor Ihrer Operation mit Abfällen gearbeitet, oder war die Operation der Moment, in dem Sie begonnen haben, sich darauf zu konzentrieren?
MK: Seit meiner Zeit in Sierra Leone hatte ich beschlossen, meine Kunst den Abfällen zu widmen. Schon vor meiner Brustkrebsdiagnose habe ich große Gemeinschafts-Kunstprojekte ins Leben gerufen. Zusammen mit lokalen Gemeinschaften haben wir aus Abfall große Tiere geschaffen: Zuerst haben wir aufgeräumt, um Materialien zu sammeln, und diese dann in große Kreaturen verwandelt. Ich habe einen riesigen Dinosaurier aus Plastikflaschen in Brasilien, ein Nashorn aus Dosen in Südafrika, einen Flamingo aus Flip-Flops in Bonaire und vieles mehr geschaffen.

Als bei mir Brustkrebs diagnostiziert wurde, erschien es mir völlig logisch, dieses Thema auf persönlicher Ebene anzugehen. Vor allem, weil ich als ehemalige Krankenschwester aus einer ganz anderen Zeit die Dringlichkeit dieses Themas plötzlich noch stärker empfand.

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?
MK: Im Moment konzentriere ich mich auf Zigarettenkippen. Wussten Sie, dass eine einzige Zigarettenkippe 1.000 Liter Wasser mit Mikroplastik verschmutzen kann? Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen.

Wie können wir uns stärker dafür sensibilisieren, Abfall zu vermeiden? Haben Sie eine Empfehlung aus der Perspektive eines Künstlers?
MK: Machen Sie das Problem auf schöne, originelle Weise sichtbar, sodass die Menschen es sich tatsächlich ansehen und ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen wollen. Wenn Sie mit dem Finger auf andere zeigen und ihnen die Schuld geben, hat das den gegenteiligen Effekt. Die Menschen gehen sofort in die Defensive und ziehen sich zurück.

Panorama

OP-Abfall als Kunstobjekt – Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 09.

www.bdc.de

BDC-Praxistest: Mit oder Ohne? Unsterile Handschuhe

Vorwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Das Gesundheitswesen ist der Dienstleistungssektor mit den höchsten Treibhausgasemissionen. So entspricht der Klima-Fußabdruck des weltweiten Gesundheitswesens 4,4 % der globalen Nettoemissionen, entsprechend den jährlichen Treibhausgasemissionen von 514 kohlebetriebenen Kraftwerken. Natürlich besteht allgemeiner Konsens, dass die Gesundheitsversorgung zu priorisieren ist. Es ist jedoch zeitgemäß zu evaluieren, ob auch hier ein Einsparpotential aus Sicht der ökologischen Nachhaltigkeit gegeben ist.

Was kann denn in unserem klinischen Alltag eingespart werden? Eine der von uns am häufigsten verwendeten Produkte in der täglichen Arbeit sind unsterile Handschuhe. So wird der globale Markt für medizinische Einmalhandschuhe perspektivisch von ca. 15 Mrd. USD im Jahr 2022 auf ca. 21 Mrd. USD im Jahr 2029 wachsen. Aber ist vielleicht für Patienten und Umwelt „weniger mehr“? Sieht das Tragen von Einmalhandschuhen oft hygienischer aus als es tatsächlich ist? Falls wir tatsächlich in unserer täglichen Arbeit fälschlicherweise zu oft „mit“ anstatt „ohne“ unterwegs sind, könnte der sachgerechte Einsatz von Handschuhen zur häufigeren Händedesinfektion, geringeren Hautbelastung des Personals, weniger Abfall und geringeren Kosten führen.

Anregende Lektüre wünschen

Prof. Dr. med. C. J. Krones

und

Prof. Dr. med. D. Vallböhmer

Der bewusste Einsatz unsteriler Handschuhe als Hebel für hygienische und ökologische Fortschritte im perioperativen Management

Wir alle kennen folgende Situationen: Eine Ärztin oder Pflegende verlässt ein Patientenzimmer mit benutzten Handschuhen an den Händen, um auf dem Flur etwas aus dem Pflegewagen zu entnehmen oder um zu telefonieren. Im Nachbarzimmer dokumentiert eine Fachkraft in der elektronischen Patientenakte den soeben durchgeführten Verbandswechsel, obwohl sie noch die dabei verwendeten Handschuhe trägt. Ein paar Türen weiter bereitet ein Arzt eine Impfung vor. Aus Routine greift er zu einem frischen Paar Handschuhe, obwohl dazu für eine solche Injektion keine Indikation besteht. Auch beim Umlagern einer Patientin im Nebenzimmer gehen die Teammitglieder wie selbstverständlich zur Handschuhbox, obwohl kein Kontakt zu Blut oder Ausscheidungen zu erwarten ist.

Im Klinikalltag ist der Griff zur Handschuhbox häufig zum Reflex geworden. Die dahinterstehende Logik scheint auf den ersten Blick überzeugend: „Mit Handschuhen kann ich mich selbst vor Infektionen schützen – und den Patient:innen schadet es auch nicht.“ Jedoch beginnt genau hier das Problem des unbewussten Gebrauchs von unsterilen Handschuhen: Studien zeigen, dass sich Mitarbeitende vor und nach dem Patient:innen-Kontakt deutlich seltener die Hände desinfizieren, wenn sie Handschuhe tragen. [1] So hat eine gut gemeinte Schutzmaßnahme am Ende unter Umständen das Gegenteil zur Folge: Eine erhöhte Infektionsrate.

Verwendung zu vieler Handschuhe – trotz klarer Empfehlungen

Unsterile Handschuhe sind ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Aus Beobachtungsstudien wissen wir allerdings, dass rund 35 bis 45 Prozent der Handschuhnutzung im klinischen Alltag medizinisch nicht indiziert sind. [1] Das Problem ist weniger der Handschuhgebrauch selbst als das Verhalten, das er auslöst: „Handschuh statt Händedesinfektion“ – anstatt „Handschuh plus Händedesinfektion“. Denn viele Mitarbeitende in Gesundheitsberufen verlassen sich fälschlich auf die „Barriere“ des Handschuhs und verzichten dabei auf die Händedesinfektion vor und nach dem Patient:innen-Kontakt. Zudem werden teilweise dieselben Handschuhe über mehrere Tätigkeiten hinweg getragen oder sogar zwischen dem Kontakt mit verschiedenen Patient:innen nicht gewechselt. Dies führt zur Verbreitung von Erregern – zwischen verschiedenen Körperstellen oder Wunden und zwischen verschiedenen Patient:innen und dem Personal.

Vielen Mitarbeitenden ist nicht bekannt, dass unsterile Handschuhe nicht 100-prozentig dicht sind, denn sie können teilweise mikroskopisch kleine Defekte aufweisen, durch die Krankheitserreger von Patient:innen auf die Haut von Pflegefachkräften, Ärzten und Ärztinnen, Therapeut:innen und anderen Gesundheitsberufler:innen übertragen werden können, und umgekehrt. Zudem kann das unkontrollierte Ausziehen der Handschuhe zu einer Kontamination der Hände oder Handgelenke mit erregerhaltigem Material führen. Werden die Hände nach dem Patient:innen-Kontakt dann nicht desinfiziert, steht einer Verbreitung der Erreger wenig im Weg. Hygienisch bleibt daher klar: Keine Maßnahme ersetzt die korrekte Händedesinfektion!

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) hat das Problem des Fehlgebrauches und der fehlenden zusätzlichen Händedesinfektion deshalb ausdrücklich adressiert. In einem Kommentar zum indikationsgerechten Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe beschreibt sie, dass Handschuhe im deutschen Gesundheitswesen zu häufig und zu ungezielt eingesetzt werden – und dass dieser Übergebrauch hygienisch problematisch ist. Die KRINKO betont zugleich, dass medizinische Einmalhandschuhe ein unverzichtbares Instrument des Infektionsschutzes bleiben – jedoch nur in den richtigen Situationen und mit der richtigen Anwendung. Ihre Empfehlungen zeigen deutlich, wann Handschuhe erforderlich sind und wann nicht. Damit gibt sie erstmals eine präzise Orientierung, die Gesundheitsberufler:innen unmittelbar unterstützt. [2]

Trotz dieser nicht erst seit der KRINKO-Empfehlung definierten Indikationen ist der Handschuhverbrauch in vielen Einrichtungen in den letzten Jahren weiter gestiegen. Rückmeldungen aus dem Mitgliedsnetzwerk des Kompetenzzentrums für klimaresiliente Medizin und Gesundheitseinrichtungen (KliMeG | www.klimeg.de) zeigen, dass insbesondere die SARS-CoV-2-Pandemie diesen Trend verstärkt hat – während der Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln zum Teil zurückgegangen ist!

Wann sind unsterile Handschuhe wirklich indiziert – und wann nicht?

Indikationen für die Verwendung:

  • Kontakt mit Blut, Sekreten oder Exkreten
  • Umgang mit Erregern, gegen die alkoholische Händedesinfektionsmittel teilweise unwirksam sind (z. B. Clostridioides difficile aufgrund der Sporenbildung)
  • Kontakt mit Schleimhäuten
  • Kontakt mit nicht-intakter Haut
  • Kontakt mit z. B. Zytostatika und Desinfektionsmitteln

Keine Indikationen bestehen in den folgenden Fällen, hier reicht die alleinige hygienische Händedesinfektion aus, z. B. bei:

  • Körperlichen Untersuchungen ohne Kontakt zu Körperflüssigkeiten, Schleimhäuten und nicht-intakter Haut
  • Umlagern, Mobilisieren oder Transportieren von Patient:innen
  • Messen von Vitalzeichen (Blutdruck, Temperatur, Puls)
  • Verabreichen von Mahlzeiten oder Anreichen von Essen
  • Dokumentation und Computerarbeit
  • Sonografie und vielen weiteren diagnostischen Tätigkeiten an intakter Haut

Abb. 1: Indikationen für den bewussten Gebrauch unsteriler Handschuhe. © KliMeG

Weitere Vorteile durch das Weglassen nicht-indizierter unsteriler Handschuhe

1. Ökologische Dimension

Der Über- und Fehlgebrauch unsteriler Handschuhe ist nicht nur ein hygienisches Risiko, sondern auch ein bislang unterschätzter Faktor einer der größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit: Dem Klimawandel. Das Gesundheitswesen verursacht ca. sechs Prozent der bundesweiten Treibhausgasemissionen und trägt damit erheblich zu einer Krise bei, die wiederum unsere Gesundheit massiv beeinträchtigt – durch Hitzewellen, Extremwetterereignisse, Luftverschmutzung und die Ausbreitung bisher in Deutschland unbekannter Infektionskrankheiten. [3] Vor diesem Hintergrund haben sich im KliMeG-Netzwerk bereits über 350 Einrichtungen auf den Weg gemacht, Klimaschutz im Krankenhaus konkret umzusetzen. Ein überraschend großer Hebel hierbei: Der Verbrauch nicht-steriler Handschuhe.

Analysen zeigen, dass Handschuhe bis zu einem Prozent der Gesamtemissionen eines Krankenhauses verursachen können [4]. Ihre Herstellung basiert überwiegend auf kunststoffbasierten Materialien; entlang der Produktions- und Lieferkette werden erhebliche Mengen Energie, Wasser und Chemikalien eingesetzt. Am Ende steht eine Entsorgung unnötig großer Mengen an Abfall, mit entsprechendem ökologischem Fußabdruck. Jeder eingesparte Handschuh reduziert daher nicht nur Kunststoff, sondern unmittelbar auch Emissionen und Ressourcenverbrauch.

2. Hautgesundheit des Krankenhauspersonals

Beim Tragen von Handschuhen entsteht zwischen Haut und Handschuh häufig eine sogenannte feuchte Kammer, die die Haut aufweicht und anfälliger für Irritationen und Ekzeme macht. Wer seltener Handschuhe trägt, berichtet von weniger Hautproblemen und weniger Belastung durch Schwitzen.

3. Empathischer Patient:innen-Kontakt

Berührungen ohne Handschuhe wird von vielen Patient:innen als wärmer, direkter und empathischer erlebt. Gerade in pflegerischen und ärztlichen Situationen, in denen keine Indikation für Handschuhe besteht – etwa beim Eincremen, bei der Mobilisation oder bei der körperlichen Untersuchung ohne Kontakt zu Körperflüssigkeiten – kann direkter Hautkontakt das Erleben von Fürsorge und Nähe stärken und damit den Genesungsprozess positiv beeinflussen.

Jetzt aktiv werden! Mit unserer Kampagne „Mit oder Ohne? – Handschuhe bewusst einsetzen“

Gemeinsam mit Kolleg:innen aus Hygiene, Pflege, OP-Management und Klimamanagement hat KliMeG die Kampagne „Mit oder Ohne? – Handschuhe bewusst einsetzen“ entwickelt. Unser Ziel ist, dass alle Gesundheitsberufler:innen genau wissen, in welchen Situationen unsterile Handschuhe tatsächlich erforderlich sind – und dass Handschuhe niemals die hygienische Händedesinfektion ersetzen.

Die Kampagne wurde mit Unterstützung der Röchling-Stiftung ins Leben gerufen. Die KliMeG-Webseite dient als zentrale Anlaufstelle, die alle Materialien bündelt, die für die Umsetzung in Ihrer Einrichtung benötigt werden:

  • Wissenschaftlich geprüfte Informationen
  • Poster zum Aushängen
  • Info-Sheets mit Indikationen
  • Schulungsfolien
  • Praxisleitfaden
  • Social Media-Vorlagen
  • Kommunikationsbausteine für Intranet, Newsletter oder Stationsaushänge

Alle Materialien können HIER kostenlos heruntergeladen und an die eigene Klinik angepasst werden.

4. Ökonomische Vorteile

Schließlich sind auch ökonomische Effekte messbar: Weniger Handschuhe bedeuten weniger Einkauf, weniger Abfallvolumen sowie geringere Entsorgungs- und Beschaffungskosten. In Zeiten knapper Budgets und steigender Preise ist dies ein überzeugender Nebeneffekt.

Umsetzung der Kampagne im OP- und Stationsalltag

In der Praxis hat sich ein mehrstufiges Vorgehen bewährt. Zunächst melden sich interessierte Häuser über die Kampagnen-Website an und benennen eine:n Koordinator:in, die häufig aus dem Bereich Hygiene, Pflege, Klimamanagement oder dem Ärztlichen Dienst kommt. In einem online Start-Workshop werden die Kampagne erläutert, typische Fehlanwendungen dargestellt und erste Ideen für lokale Maßnahmen gesammelt.

Im nächsten Schritt formen viele Einrichtungen ein interdisziplinäres Projektteam aus Pflege, Ärzt:innen, Hygiene, Arbeitsschutz, Einkauf und Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Team sichtet die Einkaufsdaten zum Handschuhverbrauch, identifiziert Schwerpunktbereiche – häufig OP, Notaufnahme oder Intensivstation – und definiert messbare Ziele.

Auf Station oder im OP selbst kommen anschließend die Kampagnenmaterialien zum Einsatz: Poster in Aufenthaltsräumen, Info-Sheets mit KRINKO-Indikationen an Desinfektionsmittelspendern und Handschuhboxen, kurze Schulungssessions im Rahmen bestehender Fortbildungen, Quiz-Formate für Teams oder Fallbeispiele in Morgenbesprechungen.

Erfahrungen aus der Praxis und Ausblick

Mittlerweile beteiligen sich bereits über 50 Einrichtungen aktiv an der Kampagne – von großen Maximalversorgern über Fachkliniken bis zu Praxen und Pflegeeinrichtungen. In den monatlichen online Austauschformaten berichten viele von ähnlichen Mustern: Einem sehr hohen Ausgangsverbrauch, teils verunsicherten Teams nach der Pandemie und der Erfahrung, dass schon kleine Interventionen spürbare Effekte haben können. Gerade im perioperativen Management ist der bewusste Umgang mit Einmalhandschuhen ein naheliegender Baustein für eine nachhaltigere und sicherere Versorgung. Er verbindet zentrale Ziele chirurgischer Einrichtungen: Hohe Patient:innen-Sicherheit, guter Arbeitsschutz, effiziente Prozesse und eine Reduktion des ökologischen Fußabdrucks.

Am Ende ist die Frage „Mit oder Ohne?“ keine Detailfrage, sondern ein Symbol für einen größeren kulturellen Wandel: Weg von reflexhaften Routinen, hin zu bewussten Entscheidungen auf Basis von Evidenz. Wenn es gelingt, dass Gesundheitsberufler:innen im perioperativen Setting diese Frage immer wieder kurz stellen – und informiert beantworten – ist viel gewonnen: Infektionsschutz, Hautgesundheit, Klimaschutz. In einem Wort zusammengefasst: Gesundheitsschutz.

Literatur

[1]   Bellini C, Eder M, Senn L, Sommerstein R, Vuichard-Gysin D, Schmiedel Y et al. Providing care to patients in contact isolation: is the systematic use of gloves still indicated? Swiss Med Wkly 2022; 152:w30110. doi: 10.4414/SMW.2022.w30110.
[2]   Robert-Koch-Institut. Kommentar der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zum indikationsgerechten Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe im Gesundheitswesen. Epidemiologisches Bulletin 2024:3–15 [Stand: 04.12.2025]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2024/10_24.pdf?__blob=publicationFile&v=3.
[3]   Traidl-Hoffmann C, Schulz CM, Herrmann M, Simon B, Hrsg. Planetary health: Klima, Umwelt und Gesundheit im Anthropozän. Berlin: MWV; 2021. Verfügbar unter: https://www.beck-elibrary.de/10.32745/9783954666737.
[4]   Schneider M, Michael J. Nachhaltiger Einkauf in der Charité. Nachhaltiger Einkauf in der Klinik 2025:18–9 [Stand: 04.12.2025]. Verfügbar unter: https://epaper.nachhaltige-beschaffung.com/p/special-interest/24-06-25/r/10/18-19/8695/1950013.

Dr. Katharina Schilcher

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Kompetenzzentrum für klimaresiliente Medizin und Gesundheitseinrichtungen

kathi.schilcher@gmail.com

Dr. Sybille Barkhausen

Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene

Universitätsklinikum Freiburg

Gesundheitspolitik

Schilcher K, Barkhausen S: BDC-Praxistest: Mit oder Ohne? Der bewusste Einsatz unsteriler Handschuhe. Passion Chirurgie. 2025 Januar/Februar; 16(01/02): Artikel 05_02.

www.bdc.de