06.04.2017

Hygiene-Tipp: Defizite im OP

Korrespondierender Autor Klaus-Dieter Zastrow

Bei Begehungen des Referates für Gesundheit der Stadt München im Jahr 2013 wurde die Situation in den OP-Abteilungen (35 Krankenhäuser, 59 OP-Abteilungen) kritisch analysiert. Dabei wurden vor allem folgende Defizite festgestellt:

  • nicht sachgerechte präoperative Haarentfernung (15 %)
  • präoperative Rasur mit Einmalrasierern (19 %)
  • nicht sachgerechte präoperative Hautreinigung/-desinfektion, z. B. Besprühen der Haut ohne Mechanik (8 %)
  • keine sachgerechte Technik beim Abwischen (18 %)
  • keine Einhaltung der vorgegebenen Einwirkzeit (12 %)
  • nicht sachgerechte perioperative Antibiotikaprophylaxe bzw. kein Vorliegen eines Standards (41 %)
  • kein korrektes Tragen von Hauben (61 %)
  • kein korrektes Tragen von Mund-Nasen-Schutz (25 %)
  • keine Einhaltung der Einwirkzeit bei der chirurgischen Händedesinfektion (12 %)
  • Tragen von Baumwollkitteln als OP-Schutzkittel (7 %)
  • keine ausreichende Umsetzung der Indikationen zur hygienischen Händedesinfektion vor aseptischen Tätigkeiten (56 %) und nach Patientenkontakt (71 %)
  • Vorhaltung aufgezogener Medikamente länger als eine Stunde vor Gabe (51 %)
  • Gabe von Propofol nicht unmittelbar nach dem Aufziehen (49 %)

Die ausführliche Studie ist veröffentlicht: Gleich, Lindner: Hygiene & Medizin 2016, 41, D71-80.

Der Kurztipp gibt die Meinung der Verfasser wieder.

Popp W. / Zastrow K.-D. Hygiene-Tipp: Defizite im OP. Passion Chirurgie. 2017 März; 7(03): Artikel 04_04.

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