Alle Artikel von Prof. Dr. Matthias Anthuber

Nierentransplantation und Lebendspende

Die erste längerfristig erfolgreiche Nierentransplantation (NTx) wurde 1954 in Boston zwischen eineiigen Zwillingsbrüdern durchgeführt. Der amerikanische Chirurg Joseph Murray erhielt 1990 hierfür den Nobelpreis für Medizin. Die heutige Standard-Operationsmethode der heterotopen Transplantation in die Fossa iliaca wurde bereits damals etabliert. Die Transplantationsmedizin hat sich seither als interdisziplinäres Fach von Chirurgie und Innerer Medizin, aber auch Immunologie, Urologie, Pädiatrie etc. stetig weiterentwickelt. Dank dieser Fortschritte ist die Transplantation heute die Therapie der Wahl für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz. Gegenüber der lebenslangen Dialyse führt sie zu einer nachweislich besseren körperlichen Leistungsfähigkeit, einer Verbesserung der Lebensqualität und einer längeren Lebenserwartung. Darüber hinaus ist sie auch kostengünstiger. Deshalb sollte jeder prä- bzw. terminal nierenkranke Patient über die Möglichkeit einer NTx aufgeklärt und für eine Aufnahme auf die Warteliste bei Eurotransplant, der Vermittlungsstelle für Organe, evaluiert werden.

Indikation zur Nierentransplantation

Prinzipiell kommt jeder Patient mit chronischer Niereninsuffizienz für eine NTx in Betracht. Es gibt nur wenige absolute Kontraindikationen wie ein metastasiertes Tumorleiden oder eine nicht beherrschte Infektion. Letztlich ist immer eine individuelle Abwägung von Chancen und Risiken erforderlich.

Zur Organisation der Organvergaben werden an den Transplantationszentren Wartelisten (WL) geführt. Vor Aufnahme auf die WL wird der Patient gründlich untersucht, um Risikofaktoren und Begleiterkrankungen erkennen und behandeln zu können. Immunologische Untersuchungen sind eine wichtige Voraussetzung zur Planung der Immunsuppression und Organallokation. Nach Komplettierung aller Untersuchungen entscheidet die interdisziplinäre Transplantationskonferenz nach dem 6-Augen-Prinzip über die Listung. Während der oftmals langen Wartezeit auf eine postmortale Spende muss der Gesundheitszustand des Patienten regelmäßig reevaluiert werden.

Organvergabe/Allokation

Von den rund 60.000 bis 80.000 Dialysepatienten in Deutschland befanden sich zum Jahresende 2019 7148 Patienten aktiv auf der Warteliste. Neu aufgenommen werden ca. 3000 Patienten pro Jahr. Im Jahr 2019 wurden aufgrund des Organmangels aber nur 1628 NTx durchgeführt. Vor allem aus diesem Missverhältnis resultiert die lange Wartezeit von bis zu 10 Jahren auf eine Organtransplantation.

Als Vermittlungsstelle für die Organvergabe wurde im Transplantationsgesetz (TPG) Eurotransplant (ET) festgelegt. ET, eine Stiftung mit Sitz im holländischen Leiden, wurde vor 50 Jahren gegründet, um den Austausch immunologisch möglichst passender Organe und damit ein langes Transplantatüberleben zu ermöglichen.

Alle in Deutschland wartenden Patienten sind absolut gleich zu behandeln. Die Organvergabe erfolgt nach einem festgelegten Punktesystem. Relevant für die Punktevergabe sind neben der Wartezeit vor allem der Grad der immunologischen Übereinstimmung von Spender und Empfänger (HLA-Match), die Entfernung zwischen Spender- und Empfängerzentrum und die Länderbilanz. Diese Kriterien sind im Eurotransplant Kidney Allocation System (ETKAS), einem Computer-basiertem Algorithmus, hinterlegt. Bei einem Organangebot wird ein Punktewert für jeden Empfänger berechnet und eine Rangliste erstellt. Das gespendete Organ wird einem Empfänger direkt zugeordnet und das jeweilige Tx-Zentrum von ET informiert. Die Wartezeit in Deutschland beträgt in diesem Programm im Mittel mehr als 7 Jahre.

Für ältere Patienten (Spender und Empfänger über 65 Jahre) wurde vor über 20 Jahren und mit großem Erfolg das Eurotransplant-Senior-Programm (ESP), auch „old for old“ genannt, eingeführt. Im ESP wird eine schnelle regionale Verteilung der Organe mit kurzer Ischä­miezeit einer optimalen immunologischen Übereinstimmung vorgezogen. Im ESP beträgt die Wartezeit oft weniger als 3 Jahre. Darüber hinaus gibt es kleinere Sonderprogramme für so genannte marginale Nieren und für hochimmunisierte Patienten, die im beschleunigten Vermittlungsverfahren verteilt werden.

Organangebot und Transplantation

Ein Nierenangebot von Eurotransplant ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Bei entsprechender Organqualität und immunologischer Übereinstimmung wird in Rücksprache mit dem betreuenden Nephrologen der Empfänger unverzüglich einbestellt. Eine Hämodialyse unmittelbar vor der Transplantation ist meist nur im Falle einer Hyperkaliämie oder Hypervolämie notwendig. Unverzichtbar ist das Vorliegen eines negativen Crossmatch (Ausschluss präformierter Antikörper beim Empfänger gegen Spenderantigene), bevor mit der Operation begonnen werden kann. Diese dauert je nach OP-Situs und Komplexität 2 bis 3 Stunden.

Die Transplantatniere wird extraperitoneal im Bereich der Fossa iliaca platziert. Der Anschluss der Spendergefäße erfolgt an die Beckengefäße des Empfängers. (Abb. 1)

Abb. 1: Gefäßanastomose
© Zeichnung: Jonathan Dimes in: Breitner, Chirurgische Operationslehre Band 12 Transplantationschirurgie 2. Auflage 1996 Urban & Schwarzenberg © Elsevier GmbH, Urban & Fischer, München

Der Ureter wird antirefluxiv in die Blase implantiert, u. U. wird zur inneren Schienung und Schutz der Uretrozystostomie ein DJ-Katheter eingelegt. (Abb. 2)

Abb. 2: Ureteroneocystostomie
© Zeichnung: Jonathan Dimes in: Breitner, Chirurgische Operationslehre Band 12 ­Transplantationschirurgie 2. Auflage 1996 Urban & Schwarzenberg © Elsevier GmbH, Urban & Fischer, München

Postoperativ ist ein engmaschiges Monitoring erforderlich. Hierzu zählt die Erfassung von Diuresemenge, Flüssigkeitsbilanz, Körpergewicht, Vitalparametern, Elektrolyten und Blutzucker. Anfangs tägliche laborchemische und sonographische Untersuchungen inkl. farbcodierter Dopplersonografie (FKDS) dienen u.a. der Beurteilung der Nierenperfusion sowie dem Ausschluss eines Hämatoms, Urinoms oder einer Lymphozele im OP-Gebiet und einer Thrombose der Transplantatgefäße. Die Dosis der Immunsuppressiva wird individuell an regelmäßig bestimmte Wirkspiegel angepasst.

Der intraoperativ gelegte Blasenkatheter wird ab dem fünften postoperativen Tag entfernt. Die Ureterschiene, so eine eingelegt wurde, verbleibt für zwei bis sechs Wochen und wird dann per Zystoskopie entfernt. Der komplikationslose Aufenthalt nach NTx dauert ungefähr zwei bis drei Wochen.

Eine entscheidende Bedeutung im Hinblick auf den langfristigen Transplantationserfolg hat die enge Zusammenarbeit zwischen dem Transplantationszentrum und dem niedergelassenen Nephrologen.

Im Sinne einer kontinuierlichen Qualitätssicherung werden alle relevanten Daten zukünftig in einem bundesweiten Transplantationsregister erfasst.

Immunsuppression nach NTx

Die Immunsuppression nach NTx wird als Kombinationstherapie mehrerer Substanzen durchgeführt. Diese beeinflussen über unterschiedliche Mechanismen die zelluläre und humorale Immunantwort.

Als häufigstes immunsuppressives Protokoll hat sich die Kombination folgender Substanzgruppen etabliert:

  1. einen IL-2 Rezeptor-Antikörper (z.B. Basiliximab) zur Induktionstherapie, der nur initial im stationären Aufenthalt verabreicht wird
  2. breit immunsuppressiv wirkende Glukokortikoide
  3. ein IMPDH-Inhibitor (Mycophenolat-Mofetil bzw. Mycophenolsäure), der die Purinsynthese in Lymphozyten hemmt
  4. ein Calcineurininhibitor (CNI) (Tacrolimus oder Cyclosporin A), welcher in die Signaltransduktion und Aktivierung von T-Zellen eingreift

Es gilt der Grundsatz: So viel Immunsuppression wie nötig, so wenig wie möglich. Ziel ist es durch die Kombination und eine individuelle Dosisfindung nicht-immunologische Nebenwirkungen gering zu halten und gleichzeitig eine ausreichende immunsuppressive Wirkung sicherzustellen.

Komplikationen nach Nierentransplantation

Frühzeitiges Erkennen und adäquate Behandlung von Komplikationen sind für das kurz- und langfristige Transplantatüberleben von großer Bedeutung.

Bedrohliche Komplikationen sind arterielle und venöse Thrombosen der Nierengefäße, die zwar selten sind (<1 %), aber häufig zum frühzeitigen Verlust des Transplantats führen können. Aber auch Blutungen, Urinome und Lymphozelen sind therapiebedürftige Komplikationen im OP-Gebiet. Letztere bilden sich häufig von selbst zurück, erfordern gelegentlich aber auch eine interventionelle oder chirurgische Behandlung.

Die wichtigste immunologische Komplikation ist die akute Abstoßungsreaktion. Typische Zeichen sind Rückgang der Diurese, Blutdruckanstieg und Verschlechterung der Transplantatfunktion mit Anstieg des Serumkreatinins oder selten Nachweis einer Proteinurie. Im Ultraschall der Transplantatniere können sich ein erhöhter Gefäßwiderstand und ein geschwollenes Transplantat zeigen. Die Diagnosesicherung erfolgt bioptisch. Die akute T-Zell-vermittelte Abstoßung ist oft mit Steroiden gut behandelbar. Antikörper-vermittelte Abstoßungen verlaufen meist fulminant und sind schwerer zu behandeln. Sie erfordern ein komplexes Management mit Plasmaseparation und Gabe von Immunglobulinen zur Immunmodulation.

Komplikationen durch die Immunsuppression sind insbesondere Infekte und im Langzeitverlauf auch ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen. Die häufigsten bakteriellen Infektionen nach NTx sind Harnwegsinfektionen, bis hin zur Urosepsis mit akutem Transplantatversagen, und Pneumonien. Bezüglich gelegentlich nach NTx auftretenden opportunistischen Infektionen (z.B. Pneumocystis carinii Infektion, CMV etc.) werden regelmäßige Screenings durchgeführt und prophylaktisch bzw. präemptiv behandelt. Bei den Tumorerkrankungen ist insbesondere das erhöhte Risiko für Hauttumore zu beachten.

Weitere Komplikationen sind in Abhängigkeit vom Alter kardiovaskuläre Erkrankungen und der Posttransplantationsdiabetes.

Immunsuppressiva müssen im Langzeitverlauf sorgfältig und gezielt ausgewählt werden. Eine Umstellung oder Reduktion der Immunsuppression muss dem Transplantationszentrum vorbehalten bleiben.

Lebendspende (LRD)

Der Anteil der LRD an der Gesamtzahl der Nierentransplantation beträgt in Deutschland ca. 30 %. Vorteile sind eine kürzere Wartezeit mit der Möglichkeit der präemptiven Transplantation vor Dialysebeginn und bessere kurz- und langfristige Ergebnisse im Hinblick auf das Transplantatüberleben. Wichtige Voraussetzungen sind nach dem Transplantationsgesetz (TPG) die Freiwilligkeit der Spende durch einen in persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehenden Spender und der sichere Ausschluss von Organhandel.

Das oberste Ziel ist es, das Leben und die Gesundheit des Spenders nicht zu gefährden. Eine gründliche Erfassung und Bewertung von Komorbiditäten und Risikofaktoren des Spenders ist daher unabdingbar. Neben der internistischen und chirurgischen Evaluation und Aufklärung ist auch eine psychiatrische Begutachtung vorgeschrieben. Nach Stufenaufklärung erfolgt dann die Vorstellung bei der Lebendspendekommission der jeweiligen Landesärztekammer (LÄK). Nach Erhalt des Ethikvotums kann die Spende stattfinden.

Die Lebendspende ist mittlerweile auch bei nicht passenden Blutgruppenkonstellationen als so genannte ABO-inkompatible Transplantation möglich. Voraussetzung dafür ist eine intensivierte Immunsuppression und eine Behandlung mit mehrfachem Plasmaaustausch oder Immunadsorption des Empfängers vor und ggf. auch nach der Transplantation. Bei etwas erhöhter Komplikationsrate frühpostoperativ sind die Langzeitergebnisse mit denen der blutgruppenkompatiblen Spende vergleichbar. Zur Vorbereitung der Lebendspende werden eine seitengetrennte Funktionsdiagnostik und eine radiologische Darstellung der Gefäßanatomie der Niere durchgeführt (MRT-Angiographie). Die Untersuchungsergebnisse entscheiden über die Seitenwahl. Tendenziell strebt man an, die „bessere“ Niere beim Spender zu belassen.

Mit dem Ziel, die Morbidität des Spenders zu reduzieren, hat sich die chirurgische Technik von der offenen hin zur minimal-invasiven, laparoskopischen Entnahme entwickelt. Die Komplikationsrate der Entnahmeoperation ist gering, wobei Blutungen (1–3 %) die gravierendsten Komplikationen darstellen. Von großer Wichtigkeit ist in diesem Zusammenhang die sichere Gefäßversorgung beim Absetzen der Nierengefäße. Die postoperative Letalität des Spenders ist mit 0,01 bis 0,03 % insgesamt sehr niedrig.

Der stationäre Aufenthalt des Spenders beträgt ca. drei bis sieben Tage. Lebendspender müssen lebenslang nachversorgt und auch regelmäßig im Transplantationszentrum vorstellig werden, so dass eine Funktionsverschlechterung des verbleibenden Organs frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Das Risiko des Lebendspenders innerhalb von 15 Jahren dialysepflichtig zu werden, ist mit <1 % sehr gering und vergleichbar dem einer gesunden Vergleichspopulation von Nichtspendern. Trotzdem muss nach aktueller Datenlage von einem leicht erhöhten Risiko einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz ausgegangen werden.

Für Spender und Empfänger findet eine standardisierte Qualitätssicherung statt. Auch die Daten der Lebendspender werden, wie die der Empfänger, in Zukunft in einem Transplantationsregister dokumentiert.

Fazit / Ausblick

Die Nierentransplantation führt im Vergleich zur Dialyse zu einer verbesserten Lebensqualität und einer verlängerten Lebenserwartung. Deshalb sollte jeder terminal nierenkranke Patient auf die Möglichkeit der Transplantation hingewiesen und für die Warteliste evaluiert werden.

Zur Sicherung des langfristigen Transplantationserfolges muss eine engmaschige Nachsorge durch das Transplantationszentrum und den Nephrologen des Patienten erfolgen. Eine Mitbetreuung durch das Transplantationszentrum ist bei allen schwerwiegenden Erkrankungen und vor Eingriffen oder Interventionen essenziell. Wegen der überragenden Bedeutung der Immunsuppression für das Transplantatüberleben muss jede Änderung der Medikation mit dem Transplantationszentrum abgestimmt werden.

Die Ergebnisse der Lebendspende sind hervorragend, gerade auch mit der laparoskopischen Entnahmetechnik. Die Spenderauswahl unterliegt strengen Regeln und muss immer unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Gesundheit des Spenders erfolgen.

Das Transplantationsregister wird uns in Zukunft einen noch detaillierteren Überblick über die Langzeit-Ergebnisse von Transplantationen und Lebendspenden in Deutschland geben.

BDC|Akademie

Seminare für Allgemein- und Viszeralchirurgie 2020/2021

Der BDC bietet Facharztseminare zur Allgemein- und Viszeralchirurgie an und eine ­spezielle Seminarreihe „Viszeralchirurgie Kompakt“.

Diese Seminarreihe bildet die gesamte Viszeralchirurgie in ihrer ganzen Breite ab und richtet sich an Fachärzte, Oberärzte und leitende Chirurgen, die sich in kompakter Form auf den aktuellen Stand in Teilbereichen der Viszeralchirurgie bringen wollen.

Die in der Regel zweitägigen Workshops bestehen aus einem Update in Seminarform, welches den chirurgischen Wissensstand in komprimierter Form präsentiert, und einem Hospitationstag im OP oder der Demonstration von Live-Operationen. Sehen, wie es die Experten vor Ort machen. Somit bieten alle Seminare ausreichend Möglichkeit, neue Therapiekonzepte und aktuelle chirurgische Techniken mit den Operateuren zu diskutieren.

HIER KLICKEN für Seminarinhalte und -Anmeldung…

Sommer F, Hoffmann M, Anthuber M: Nierentransplantation und Lebendspende. Passion Chirurgie. 2020 Oktober, 10(10): Artikel 03_01.

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Einladung zum 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie dürfen mein Organisationsteam und ich Sie ganz herzlich nach München einladen. Wir freuen uns, dass die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) durch ihre Jahrestagungen den Kongress aufwerten und thematisch bereichern. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG), die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und erstmals auch die Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie bringen sich mit ihren Frühjahrstagungen aktiv ein und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität dieses traditionsreichen Kongresses. Selbstverständlich werden auch wieder der Berufsverband der Deutschen Chirurgen, die Bundeswehr, der Berufsverband für Pflegeberufe und die Rettungsdienste mit eigenen sowie interdisziplinären bzw. interprofessionellen Veranstaltungen mit dabei sein.

In Zeiten wieder zunehmender nationalistischer Bestrebungen in der Weltpolitik möchten wir unsere Kolleginnen und Kollegen aus den deutschsprachigen Nachbarländern und aus der Gemeinschaft der Chirurgen aller Länder herzlich zu uns nach Deutschland einladen und zum fachlichen Meinungsaustausch auffordern. Kommen Sie nach München zum Kongress der DGCH und lassen Sie uns gemeinsam mit Ihnen ein Zeichen für grenzüberschreitenden Wissensaustausch und vertrauensvolle Kooperation zum Wohle der uns anvertrauten Patienten setzen!

Erstmalig werden wir mit dem Sultanat Oman ein Partnerland aus dem arabischen Kulturkreis zu Gast haben. Seit Jahrzehnten werden in klinischen Spitzeneinrichtungen unseres Landes arabische Patienten erfolgreich behandelt. Aber auch die Expertise deutscher Chirurgen wird in den eigenen Kliniken vor Ort hoch geschätzt. Darüber hinaus haben mittlerweile viele Kolleginnen und Kollegen aus arabischen Ländern in unserem Land erfolgreich eine chirurgische Weiterbildung abgeschlossen und weitere werden kommen. Deshalb freuen wir uns auf die Weiterentwicklung einer vielschichtigen Kooperation mit den chirurgischen Kollegen aus diesen fernen Ländern.

Den Kongress 2019 begleitet das Motto:

„VOLLE KRAFT VORAUS – MIT HERZ, HAND UND VERSTAND!“

Warum dieses Motto? Fortschritte in der Chirurgie und ganz besonders die bahnbrechenden Neuentwicklungen wurden nicht durch Zögern und Zaudern erreicht. Denken Sie nur nur an die Transplantationschirurgie, die Endoprothetik oder die endovaskulären OP-Verfahren, die durch grenzgängerische, furchtlose und entscheidungsfreudige Persönlichkeiten Quantensprünge in der Chirurgie ermöglichten. Die optimistische Grundeinstellung und der mutige Blick nach vorne haben seit jeher den Beruf des Chirurgen, egal in welchem Teilgebiet, geprägt. Gerade auch nach enttäuschenden Behandlungsverläufen sich immer wieder aufzuraffen und nach Verbesserungen zu streben ist Bestandteil unserer „chirurgischen DNA“.

Dabei darf aber niemals ungerichteter Aktionismus in Diagnostik, Indikationsstellung und OP-Durchführung unser Handeln prägen. Grundlage von allem ist unsere Empathie. Dafür steht das Herz. Chirurgie ohne eine emotionale Bindung zum Patienten entbehrt der unverzichtbaren Vertrauensgrundlage im Verhältnis zwischen Patient und Arzt und verbreitet Kälte. Für das Verbindende in dieser Patienten-Arzt-Beziehung steht in zweierlei Hinsicht die Hand. Wir nehmen den Kranken in seiner Hilflosigkeit und in seiner Erwartung von uns Hilfe zu erhalten, emotional an die Hand. Und schließlich legen wir im wahrsten Sinne des Wortes Hand an den Patienten, um ihn Kraft unserer manuellen Fähigkeiten und erlernter OP-Techniken zu heilen. Dies ist wiederum nur möglich auf der Grundlage von Wissen und Erfahrung. Dafür steht der Verstand. Das kontinuierliche Streben nach Wissensvermehrung durch Grundlagenforschung und klinische Studien entwickelt nur dann das Potenzial für wahren Fortschritt, wenn dieses Faktenwissen reflektiert im Spiegel der eigenen Erfahrungswelt in der individuellen Situation jedes einzelnen Patienten zum Tragen kommt. Verstehen ist eben nicht gleich Verstand! Das Verstehen von Fakten bedarf der Modulation, der kritischen Einordnung durch den Chirurgen, um der Individualität des Patienten gerecht zu werden und um am Ende zu Entscheidungen zu gelangen, die vom Verstand und vom Verständnis für den kranken Menschen geleitet sind. Diese Vorstellungen von zupackender und zuversichtlicher, Menschenzugewandter und wissensbasierter Chirurgie hoffen wir in den Kongresstagen in München in jeder wissenschaftlichen Sitzung und in jedem persönlichen Gedankenaustausch vermitteln zu können!

Der Kongress wird inhaltlich und strukturell bewährte Formate nicht verlassen. So erfolgt die Programmgestaltung gemeinsam und in Absprache mit den Präsidenten der teilnehmenden chirurgischen Fachgesellschaften. Viel Raum soll wieder den interdisziplinären Sitzungen gegeben werden, weil diese am besten die klinische Realität in unseren Krankenhäusern und Kliniken widerspiegeln und den Gedankenaustausch über Fachgrenzen hinweg fördern. „Sitzungs-Triple“, die sich den Schwerpunkten „Leitliniengerechte Therapie“, „Tipps und Tricks“ und „Komplikationsmanagement“ widmen, sollen kompakt, evidenzbasiert, aber gleichzeitig auch erfahrungsmoduliert aktuelle Themen darstellen. Video- und Postersitzungen, Kurse, Workshops, Satellitensymposien, das Chirurgische Trainingslabor und das Studentenforum werden in bewährter Manier die verschiedenen Interessen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansprechen.

In zunehmend unsicheren Zeiten durch den weltumspannenden Terrorismus und Großschadensereignisse benötigen wir mehr denn je die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen der Bundeswehr und freuen uns auf deren aktive Mitgestaltung des Kongresses. Schließlich wird es auch wieder ein in den Kongress integriertes Programm für Pflegeberufe geben, das vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe eigenständig gestaltet und interprofessionelle Sitzungen ergänzen wird.

Damit wir auch in Zukunft das Gesundheitswesen aktiv mitgestalten können, bleibt es unverzichtbar auch Themen abseits des kurativen chirurgischen Tagesgeschehens aufzugreifen, um in einem Gedankenaustausch und Schulterschluss mit politisch Verantwortlichen, den Administrationen von Kliniken, Berufsverbänden und den Partnern aus der Pharma- und Medizinprodukteindustrie den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Ein besonderer Höhepunkt des Kongresses soll der Organspendelauf sein. Sie alle wissen um die besorgniserregenden Entwicklungen der Organspende in Deutschland. Wir wollen dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mit diesem Lauf und der Beteiligung nicht nur von Kongressteilnehmern, sondern auch prominenten Persönlichkeiten aus dem Leistungssport, der Politik, der Gesellschaft und der laufinteressierten Öffentlichkeit eine unüberhörbare Stimme geben.

Am Donnerstag der Kongresswoche wird die DGCH gemeinsam mit der DGAV, der DGKCH, der DGG und der DGT zum gemeinsamen Festabend an einen Veranstaltungsort einladen, den Sie so in München noch nicht kennengelernt haben. Wir sind uns sicher, dass Ort und Rahmen des Festabends Ihnen in idealer Form ausreichend Gelegenheit geben werden, abseits des wissenschaftlichen Programms in entspannter Atmosphäre Kontakte zu pflegen und neue Freundschaften zu schließen.

Freundschaft ist in allen Lebensbereichen die Grundlage eines vertrauensvollen Miteinanders. Deshalb lade ich Sie im Namen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und freundschaftlicher Verbundenheit zu allen beteiligten chirurgischen Fachdisziplinen und deren Präsidenten zum 136. Kongress der DGCH ein. Kommen Sie zahlreich nach München und geben Sie unserem Motto „Volle Kraft voraus – mit Herz, Hand und Verstand“ einen hörbaren, vielstimmigen Widerhall!

Hier geht´s zur Kongresswebsite.

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Einladung zum 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie dürfen mein Organisationsteam und ich Sie ganz herzlich nach München einladen. Wir freuen uns, dass die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) durch ihre Jahrestagungen den Kongress aufwerten und thematisch bereichern. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG), die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und erstmals auch die Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie bringen sich mit ihren Frühjahrstagungen aktiv ein und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität dieses traditionsreichen Kongresses.

Selbstverständlich werden auch wieder der Berufsverband der Deutschen Chirurgen, die Bundeswehr, der Berufsverband für Pflegeberufe und die Rettungsdienste mit eigenen sowie interdisziplinären bzw. interprofessionellen Veranstaltungen mit dabei sein.
In Zeiten wieder zunehmender nationalistischer Bestrebungen in der Weltpolitik möchten wir unsere Kolleginnen und Kollegen aus den deutschsprachigen Nachbarländern und aus der Gemeinschaft der Chirurgen aller Länder herzlich zu uns nach Deutschland einladen und zum fachlichen Meinungsaustausch auffordern. Kommen Sie nach München zum Kongress der DGCH und lassen Sie uns gemeinsam mit Ihnen ein Zeichen für grenzüberschreitenden Wissensaustausch und vertrauensvolle Kooperation zum Wohle der uns anvertrauten Patienten setzen!

Erstmalig werden wir mit dem Sultanat Oman ein Partnerland aus dem arabischen Kulturkreis zu Gast haben. Seit Jahrzehnten werden in klinischen Spitzeneinrichtungen unseres Landes arabische Patienten erfolgreich behandelt. Aber auch die Expertise deutscher Chirurgen wird in den eigenen Kliniken vor Ort hoch geschätzt. Darüber hinaus haben mittlerweile viele Kolleginnen und Kollegen aus arabischen Ländern in unserem Land erfolgreich eine chirurgische Weiterbildung abgeschlossen und weitere werden kommen. Deshalb freuen wir uns auf die Weiterentwicklung einer vielschichtigen Kooperation mit den chirurgischen Kollegen aus diesen fernen Ländern.

Den Kongress 2019 begleitet das Motto:
„Volle Kraft voraus – mit Herz, Hand und Verstand!“

Warum dieses Motto? Fortschritte in der Chirurgie und ganz besonders die bahnbrechenden Neuentwicklungen wurden nicht durch Zögern und Zaudern erreicht. Denken Sie nur nur an die Transplantationschirurgie, die Endoprothetik oder die endovaskulären OP-Verfahren, die durch grenzgängerische, furchtlose und entscheidungsfreudige Persönlichkeiten Quantensprünge in der Chirurgie ermöglichten. Die optimistische Grundeinstellung und der mutige Blick nach vorne haben seit jeher den Beruf des Chirurgen, egal in welchem Teilgebiet, geprägt. Gerade auch nach enttäuschenden Behandlungsverläufen sich immer wieder aufzuraffen und nach Verbesserungen zu streben ist Bestandteil unserer „chirurgischen DNA“.

Dabei darf aber niemals ungerichteter Aktionismus in Diagnostik, Indikationsstellung und OP-Durchführung unser Handeln prägen. Grundlage von allem ist unsere Empathie. Dafür steht das Herz. Chirurgie ohne eine emotionale Bindung zum Patienten entbehrt der unverzichtbaren Vertrauensgrundlage im Verhältnis zwischen Patient und Arzt und verbreitet Kälte. Für das Verbindende in dieser Patienten-Arzt-Beziehung steht in zweierlei Hinsicht die Hand. Wir nehmen den Kranken in seiner Hilflosigkeit und in seiner Erwartung von uns Hilfe zu erhalten, emotional an die Hand. Und schließlich legen wir im wahrsten Sinne des Wortes Hand an den Patienten, um ihn Kraft unserer manuellen Fähigkeiten und erlernter OP-Techniken zu heilen. Dies ist wiederum nur möglich auf der Grundlage von Wissen und Erfahrung. Dafür steht der Verstand. Das kontinuierliche Streben nach Wissensvermehrung durch Grundlagenforschung und klinische Studien entwickelt nur dann das Potenzial für wahren Fortschritt, wenn dieses Faktenwissen reflektiert im Spiegel der eigenen Erfahrungswelt in der individuellen Situation jedes einzelnen Patienten zum Tragen kommt. Verstehen ist eben nicht gleich Verstand! Das Verstehen von Fakten bedarf der Modulation, der kritischen Einordnung durch den Chirurgen, um der Individualität des Patienten gerecht zu werden und um am Ende zu Entscheidungen zu gelangen, die vom Verstand und vom Verständnis für den kranken Menschen geleitet sind. Diese Vorstellungen von zupackender und zuversichtlicher, Menschenzugewandter und wissensbasierter Chirurgie hoffen wir in den Kongresstagen in München in jeder wissenschaftlichen Sitzung und in jedem persönlichen Gedankenaustausch vermitteln zu können!

Der Kongress wird inhaltlich und strukturell bewährte Formate nicht verlassen. So erfolgt die Programmgestaltung gemeinsam und in Absprache mit den Präsidenten der teilnehmenden chirurgischen Fachgesellschaften. Viel Raum soll wieder den interdisziplinären Sitzungen gegeben werden, weil diese am besten die klinische Realität in unseren Krankenhäusern und Kliniken widerspiegeln und den Gedankenaustausch über Fachgrenzen hinweg fördern. „Sitzungs-Triple“, die sich den Schwerpunkten „Leitliniengerechte Therapie“, „Tipps und Tricks“ und „Komplikationsmanagement“ widmen, sollen kompakt, evidenzbasiert, aber gleichzeitig auch erfahrungsmoduliert aktuelle Themen darstellen. Video- und Postersitzungen, Kurse, Workshops, Satellitensymposien, das Chirurgische Trainingslabor und das Studentenforum werden in bewährter Manier die verschiedenen Interessen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansprechen.

In zunehmend unsicheren Zeiten durch den weltumspannenden Terrorismus und Großschadensereignisse benötigen wir mehr denn je die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen der Bundeswehr und freuen uns auf deren aktive Mitgestaltung des Kongresses. Schließlich wird es auch wieder ein in den Kongress integriertes Programm für Pflegeberufe geben, das vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe eigenständig gestaltet und interprofessionelle Sitzungen ergänzen wird.

Damit wir auch in Zukunft das Gesundheitswesen aktiv mitgestalten können, bleibt es unverzichtbar auch Themen abseits des kurativen chirurgischen Tagesgeschehens aufzugreifen, um in einem Gedankenaustausch und Schulterschluss mit politisch Verantwortlichen, den Administrationen von Kliniken, Berufsverbänden und den Partnern aus der Pharma- und Medizinprodukteindustrie den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Ein besonderer Höhepunkt des Kongresses soll der Organspendelauf sein. Sie alle Wissen um die besorgniserregenden Entwicklungen der Organspende in Deutschland. Wir wollen dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mit diesem Lauf und der Beteiligung nicht nur von Kongressteilnehmern, sondern auch prominenten Persönlichkeiten aus dem Leistungssport, der Politik, der Gesellschaft und der laufinteressierten Öffentlichkeit eine unüberhörbare Stimme geben.

Am Donnerstag der Kongresswoche wird die DGCH gemeinsam mit der DGAV, der DGKCH, der DGG und der DGT zum gemeinsamen Festabend an einen Veranstaltungsort einladen, den Sie so in München noch nicht kennengelernt haben. Wir sind uns sicher, dass Ort und Rahmen des Festabends Ihnen in idealer Form ausreichend Gelegenheit geben werden, abseits des wissenschaftlichen Programms in entspannter Atmosphäre Kontakte zu pflegen und neue Freundschaften zu schließen.

Freundschaft ist in allen Lebensbereichen die Grundlage eines vertrauensvollen Miteinanders. Deshalb lade ich Sie im Namen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und freundschaftlicher Verbundenheit zu allen beteiligten chirurgischen Fachdisziplinen und deren Präsidenten zum 136. Kongress der DGCH ein. Kommen Sie zahlreich nach München und geben Sie unserem Motto „Volle Kraft voraus – mit Herz, Hand und Verstand“ einen hörbaren, vielstimmigen Widerhall!

Es grüßen Sie herzlich
Ihr

Prof. Dr. med. Matthias Anthuber
Präsident der DGCH 2018/2019

mit Dr. Bernd Geißler, Dr. Florian Sommer, Dr. Bernadette Kriening und Dr. Matthias Schrempf (Organisationsteam)

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Konzeption: Weiterbildungsseminar Allgemeinchirurgie

Am Klinikum Augsburg wurde vom 27.02 bis 02.03.2012 ein Weiterbildungsseminar zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung Allgemeinchirurgie durchgeführt. Auf Grund der parallel laufenden Weiterbildungsordnungen 1993, 2004 und 2004 in der Fassung von 2010 für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der darin niedergelegten unterschiedlichen Weiterbildungsinhalte sowie als Folge negativer Rückmeldungen über die große Anzahl von Frontalvorträgen mit zu wenig Diskussionszeit in früheren Seminaren, haben wir uns entschlossen das Weiterbildungsangebot heutigen Ansprüchen an Inhalt und Struktur anzupassen.

Ganz grundsätzlich wurde darauf Wert gelegt nur Themen anzubieten, die in ihrer Häufigkeit eine herausragend Rolle im allgemein-, viszeral, unfall- und gefäßchirurgischen Tagesablauf spielen. Jedes Referat sollte durch ein Impulsreferat von nicht mehr als acht Minuten in die Thematik einführen. Tiefergehende Fragen sollten im Sinne von problemorientiertem Lernen an zwei bis drei klinischen Fällen im intensiven Dialog mit den Teilnehmern bearbeitet werden. Darüber hinaus sollten prüfungsrelevante Fragen vorgestellt werden, um den Teilnehmern einen Eindruck zu vermitteln, in welcher Form üblicherweise Wissensinhalte in der Facharztprüfung abgefragt werden.

Darüber hinaus wurde die Seminarwoche zeitlich und inhaltlich neu strukturiert, um den veränderten Weiterbildungsordnungen und den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmer mehr gerecht zu werden. Im Einzelnen hieß das, dass von Montag bis einschließlich Mittwoch allgemein- und viszeralchirurgische Themen von ausgewiesenen Referenten aus der Region im intensiven Dialog mit den angehenden Chirurgen diskutiert wurden. Am Donnerstag war das Lehrangebot zweigeteilt:

Den Kollegen, die sich intensiver in die Viszeralchirurgie einarbeiten wollten, wurde ein entsprechendes Programm in der fortgeschrittenen Viszeralchirurgie geboten. Den Kollegen, die, weil sie noch den Allgemeinchirurgen nach alter Weiterbildungsordnung anstreben und deshalb auch die Unfallchirurgie in der Prüfung abdecken müssen (und das war die eindeutige Mehrzahl der Teilnehmer), wurde ein inhaltlich dichtes unfallchirurgisches Programm, das sich auch an der Diagnostik und Therapie des Häufigen orientierte, geboten. Der Freitag hatte allein die Gefäßchirurgie zum Inhalt, wobei auch hier darauf geachtet wurde, die Fragestellungen zu bearbeiten, die für einen Allgemeinchirurgen alter Prägung gefäßchirurgisch tatsächlich von Relevanz sind.

Kritische Bewertung:

Die Veränderung weg von Frontalvorträgen hin zu Impulsvorträgen mit ausführlichen Falldiskussionen und Diskussion prüfungsrelevanter Fragen wurde überwiegend sehr positiv aufgenommen. Manche Referenten hatten noch etwas Schwierigkeiten in acht Minuten in das Thema einzuführen, was ja in der Tat eine große Herausforderung darstellt, weswegen manchmal am Ende die Falldiskussion doch zu kurz kam. Einige Teilnehmer hätten sich durchaus gewünscht sich am Donnerstag nicht für Unfallchirurgie oder Viszeralchirurgie entscheiden zu müssen, weil sie beides gerne in dieser Tiefe gehört hätten, und beklagten deshalb einen gewissen „Informationsverlust“. In diesem Zusammenhang wurde mehrfach auch der Wunsch artikuliert, das Seminar um einen weiteren Tag zu verlängern, um „alles mitnehmen“ zu können.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die inhaltliche Neustrukturierung sehr gut bewertet wurde. Die zeitliche Aufteilung kam noch nicht so gut an, doch dies dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass sehr viele Teilnehmer nach der alten Weiterbildungsordnung den Allgemeinchirurgen anstreben.

Anthuber M. Konzeption: Weiterbildungsseminar Allgemeinchirurgie. Passion Chirurgie. 2012 Juli/August; 2(07/08): Artikel 02_07_01.

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BDC|Landesverband Bayern

Jahresbericht 2009

Im Regionalverband Bayern waren die Aktivitäten im Jahre 2009 vor allem wieder durch eine rege Tätigkeit im Bereich der Weiterbildungsseminare gekennzeichnet. Vom 28. bis 30. Januar veranstaltete Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Edgar Mayr, Chefarzt der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Augburg für angehende Unfallchirurgen am eigenen Haus das unfallchirurgische Weiterbildungsseminar. 78 Kolleginnen und Kollegen nahmen an der 3-tägigen Veranstaltung teil. Es folgte vom 23. bis 27. Februar das Weiterbildungsseminar für angehende Allgemeinchirurgen (Teilnehmer 87), veranstaltet durch Herrn Prof. Wolf Heitland am Klinikum Bogenhausen. Vom 30. November bis 04. Dezember wurde schließlich für 65 Kolleginnen und Kollegen von Herrn Prof. Dr. Klaus Wölfle das Weiterbildungsseminar für angehende Gefäßchirurgen am Klinikum Augsburg durchgeführt.

Die Rückkopplungen von Seiten der Teilnehmer waren für alle Seminare außerordentlich positiv.

Schon traditionell wurde die Mitgliederversammlung und eine gesundheitspolitische Stunde als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung für die Mitglieder das BDC in das Programm der Jahrestagung der Vereinigung der Bayerischen Chirurgen integriert. Dieser Kongress wurde vom Regionalvorsitzenden des Landesverbandes Bayern des BDC, Herrn Prof. Dr. Matthias Anthuber, Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg in der Kongresshalle Augsburg durchgeführt. Themen der Veranstaltung waren Problemstellungen für die niedergelassenen Chirurgen durch die aktuelle Gesundheitsgesetzgebung, zukünftige Strukturanforderungen an stationäre Einrichtungen, die bedarfsgerechte Weiterbildung und schließlich Fragen zum Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung. Der Präsident des BDC, Herr Prof. Dr. Michael Polonius war persönlich bei beiden Veranstaltungen zugegen und brachte sich aktiv in die Gestaltung ein.

Darüber hinaus gab es gelegentliche Anfragen meist rechtlicher Natur, die an den Justitiar des BDC, Herrn Dr. Jörg Heberer, in der Geschäftsstelle in Berlin weitergeleitet wurden.

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