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Initiative des BDC zur Bundestagswahl am 27.09.2009

Berlin, September 2009: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) startet bei niedergelassenen Chirurgen in den Praxen eine Aktion zur Bundestagswahl 2009. Mit Plakaten und Informationsmaterialien sollen die Patienten sensibilisiert werden, dass Sie bei der Wahl auch über die Strukturen einer zukünftigen Gesundheitsversorgung entscheiden. „Unsere Kampagne informiert, und verzichtet auf Polemik“, erklärte der Vizepräsident des Verbandes, Dr. Jörg-A. Rüggeberg. „Wir geben allerdings Entscheidungshilfen, indem wir die Aussagen der Parteien für sich selbst sprechen lassen.“

Der BDC hatte den fünf im Bundestag vertretenen Parteien konkrete Fragen zur Gesundheitspolitik gestellt. Die Antworten auf diese Fragen wurden zusammen mit einem Plakat an alle chirurgischen Praxen in Deutschland ausgeliefert. Das Plakat thematisiert als Auswirkung der aktuellen Gesundheitspolitik den drohenden Verlust der von den Patienten geschätzten wohnortnahen und individuellen Versorgung durch den Facharzt ihres Vertrauens. In den Begleitinformationen können sich die Patienten auch ein Bild über weitere gesundheitspolitische Ansätze der Parteien machen und dies bei ihrer Wahlentscheidung berücksichtigen.

„Wir wissen natürlich, das die Gesundheitspolitik nur ein Teilaspekt für die Wahlentscheidung ist. Trotzdem wollen wir mit dieser Aktion die Bürger zumindest gesundheitspolitisch aufklären, gezielt auf Probleme im Gesundheitssektor aufmerksam machen und über die Pläne der Parteien informieren.“ erklärte der Initiator der Aktion, Dr. med. J.-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC und praktizierender niedergelassener Chirurg aus Bremen.

Mit der Initiative will der BDC e.V. eine Änderung der aktuellen Gesundheitspolitik erreichen und damit die Rahmenbedingungen für die Versorgung verbessern. „Im Vordergrund steht für uns Ärzte immer eine bestmögliche Behandlung der Patienten. Das können wir am besten ohne staatliche Einmischung, ohne übertriebene Regulation und ohne ausufernde Verwaltung“, so Dr. Rüggeberg. “Wir wollen, dass jeder Bürger frei in seiner Entscheidung ist, welche Leistung er in Anspruch nimmt und was sie ihm wert ist. Insofern favorisieren wir Parteiprogramme, die auf Freiheit und Eigenverantwortung setzen und lehnen staatliche Bevormundung ab.“

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf: Gehen Sie wählen!

2009: Die Dritte Auszeichnung in Folge für das [eCME-Center]

Berlin, Juni 2009: Zum dritten Male ist der BDC in diesem Jahr mit seiner E-Learning–Plattform, dem [eCME-Center], ausgezeichnet worden – und schon zum vierten Mal erhält der BDC den jährlich verliehenen Comenius-EduMedia-Award.

Die Auszeichnung

Die GPI (Gesellschaft für Päddagogik und Information e.v) und die ESEC (European Society of Education and Communication) verleihen in Kooperation seit 2006 das Comenius-Euromedia-Siegel und eine Comenius-Euromedia-Medaille, zusammengefasst: den Comenius-EduMedia-Award.

Die Stiftung kürt vor allem pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch hervorragende didaktische Multimedia-Produkte und eurokulturelle Bildungsmedien.

In einem zweistufigen Vergabeverfahren werden die Qualitätskriterien geprüft und nur die besten eines Einreichungsjahrganges erhalten in der 2. Stufe die begehrten Comenius-Medaillen.

Das [eCME-Center] wurde 2009 in der Kategorie „Berufsbildung“ ausgezeichnet und erhielt das Siegel und eine der 25 Medaillen.

Das [eCME-Center]:

Das [eCME-Center] des BDC ist mit über 550 Kursen die größte Onlinefortbildungsplattform für Chirurgen im deutschsprachigen Internet und zeichnet sich durch ein userfreundliches Design mit verbesserten und erweiterten Funktionen aus.
Federführend betreut BDC-Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg das Projekt. Durch die zahlreichen Auszeichnungen des [eCME-Center] fühlt er sich bestätigt, mit zukunftsweisenden Bildungsangeboten die chirurgische Weiter- und Fortbildung zu fördern.
Neuste Projekte sind das Kurspaket zu ärztlichen Basistechniken, sowie ein modluares Lernprogramm zur wirtschaftlichen Praxisführung, das speziell für niedergelassene Chirurgen und Orthopäden entwickelt wurde.

Aktion: “Patientenschutz durch Hygiene” präsentiert drei neue Aufklärungsfilme

Berlin, Juli 2009: Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Essen und dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) drei neue Aufklärungsfilme zur Händehygiene produziert.

Die Aufklärungsfilme mit dem Titel „Get your disinfection“ sind witzige Dreiminüter, die daran erinnern sollen, dass Händedesinfektion in Krankenhäusern und Praxen immer ganz groß geschrieben werden muss. Denn: „Hände waschen alleine reicht nicht aus!“ betont Dr. Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Hygieniker.

Die von Prof. Walter Popp von der Universitätsklinik Essen entwickelten Filme, bilden eine gute Grundlage zur stetigen Erinnerung im Alltag. „Es ist immer besser, die Menschen mit freundlichen Hinweisen statt mit langatmigen Vorschriften in Behördendeutsch zu motivieren, das Richtige zu tun“, sagt Popp, und freut sich über die positive Resonanz auf frühere Filme.

Zu finden sind die Filme u.a. auf der auf der Homepage des BDC (www.bdc.de), der Webseite der DGKH (www.dgkh.de) und auf www.youtube.de (Stichwort ‚Krankenhaushygiene’).

Die Aktion

Im Frühjahr 2008 startete die Aktion ‚Patientenschutz durch Hygiene’. Initiatoren sind die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der Berufsverband Deutscher Hygieniker (BDH) und der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC).
Der BDC informiert seine knapp 16.000 Mitglieder mit regelmäßigen Newslettern, Wissenstests, Erinnerungsmails mit kurzen Texten, Hinweisen auf Videos und Aktionen, die das Hygienebewusstsein schärfen. „Die Kampagne kommt gut an und schafft auch bei Routinetätigkeiten wie der Händedesinfektion immer wieder die erforderliche Aufmerksamkeit“, berichtet Dr. Jörg Ansorg, Hauptgeschäftsführer des BDC, von den Erfahrungen des letzten Jahres.

Die Kampagne wird fortgesetzt und auf andere Hygienethemen, wie die Vermeidung von Wundinfekten, ausgedehnt.

Get your disinfection

Drei neue Videos zum Thema “Get your disinfection” in unserem YouTube Channel “krankenhaushygiene” veröffentlicht.

Weiter zum YouTube Channel und allen Videos

Eigenverantwortung stärken – Dirigismus verhindern

Resolution des BDC

München, April 09: Auf der BDC-Mitgliederversammlung in München stellte Dr. Jörg–Andreas Rüggeberg, Vizepräsident des BDC, folgende Resolution vor:

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen fordert mit Nachdruck eine öffentliche Diskussion zu grundlegenden Fragen in der Gestaltung eines zukünftigen modernen und auf eine optimale Versorgung der Patienten ausgerichteten Gesundheitssystems. Insbesondere ist es erforderlich, eine generationengerechte und nachhaltige Finanzierung zu garantieren, damit die insbesondere zu Lasten der sozial Schwachen immer weiter klaffende Schere zwischen Leistungsbedarf und Leistungsfähigkeit wieder geschlossen wird.

Ein zunehmend durch Budgets und dirigistische Regulationen gesteuertes System kann nicht in der Lage sein, das weitgehend unbegrenzte Leistungsversprechen der Politik umzusetzen. Die Konsequenzen sind bereits erkennbar: Mangelversorgung, Wartelisten, drohende Rationierung.

Es ist daher zwingend erforderlich, in einem wettbewerblich orientierten System auch die Verantwortlichkeiten neu zu regeln. Der Bürger muss in die Lage versetzt werden, durch eigene Entscheidung die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung zu steuern. Eine Übertragung dieser Entscheidung auf Dritte führt zu Fehlentwicklungen, die letztlich in einer Rationierung für alle endet.

Der BDC ist sich sehr wohl bewusst, dass subsidiäre Entscheidungen zur individuellen Gesundheitsversorgung Grenzen finden bei lebensbedrohenden oder erheblich die Lebensqualität beeinträchtigenden Erkrankungen. Eine „Amerikanisierung“ des deutschen Gesundheitssystems muss daher durch solidarisch zu tragende Absicherungen existentieller Risiken selbstverständlich verhindert werden. Erst recht darf es aber keine weitere „Sozialisierung“ geben in Form staatlich dirigistischer Regulation mit einer für alle gleichen Einheitsversorgung auf niedrigem Niveau. Die Erfahrungen anderer Länder mit Einheitsversicherungen zeigen, dass damit der hohe Standard der in Deutschland gewohnten Versorgung nicht haltbar sein wird.

Der BDC fordert im Wahljahr von den Parteien eine unvoreingenommene Diskussion über die zukünftige Gesundheits- und Sozialpolitik und wird eigene Vorschläge einbringen.

Die Resolution wurde auf der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen.
(Eine Enthaltung)

Presseecho

Der BDC als Finalist des eureleA 2009 auf der CeBIT und Dr. Ansorg in der Financial Times Deutschland über die Möglichkeiten von E-Learning Modellen.

Berlin, 10.03.09: European eLearning Award 2009

Nach dem zweiten Platz des Bildungsmedien-Preis „digita“ stand die E-Learning Plattform des BDC, das [eCME-Center], erneut in einer erstklassig besetzten Endrunde – im Finale des eureleA 2009. Der European eLearning Award wurde wie vergangenes Jahr auf der CeBIT verliehen.

In der Kategorie “Professional eLearning – Beste Projektwirkung“ musste der BDC den ersten Preis nur knapp dem Pilotprojekt der Polizei-Online überlassen und ist stolz auf diese hervorragende Platzierung.

Am Wettbewerb hatten 120 Bewerber aus 13 Ländern teilgenommen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Die Financial Times Deutschland veröffentlichte am 08.03.09 ein Interview mit dem Hauptgeschäftsführer des BDC, Dr. Ansorg, über E-Learning- Anwendungen und deren Grenzen in der chirurgischen Weiter- und Fortbildung sowie über die Erfahrungen mit dem [eCME-Center].

Das [eCME-Center] des BDC ist mit über 550 Kursen die größte Fortbildungs­plattform für Chirurgen im deutschsprachigen Internet.

Vize beim Deutschen Bildungsmedien-Preis “Digita 2009”

Hannover, 19.02.2009 Hannover / didacta Bildungsmesse: Die E-Learning Plattform des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, das [eCME-Center], wurde zum Deutschen Bildungsmedienpreis „digita 2009“ nominiert. In der Kategorie „Berufliche Bildung und Studium – Weiterbildung“ wurde das System des BDC schließlich mit dem Zweiten Platz geehrt.

Seit 1995 prämieren die Veranstalter mit dem Bildungspreis „digita“ Lehr- und Lernangebote, die sich durch herausragende Pädagogik und Didaktik, optimale Nutzung des Computers, sowie überzeugende graphische und technische Gestaltung auszeichnen.

Der Inhalt steht im Mittelpunkt

Das [eCME-Center] ist mit über 500 Kursen die größte Onlinefortbildungs­plattform für Chirurgen im deutschsprachigen Internet und zeichnet sich durch ein userfreundliches Design mit verbesserten und erweiterten Funktionen aus.

Der BDC betreibt seine E-Learning-Plattform seit 2002 und entschloß sich 2008 zum Relaunch des [eCME-Center]. Der Internet-Dienstleister theCode lieferte dazu die E-Learning Technologie mit Kursverwaltung und Buchungssystem.

Der leichte Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Operations- und Videokursen sowie aufgezeichneten Vorträgen medizinischer Experten ist ein entscheidendes Erfolgsmerkmal des [eCME-Center]. Zusätzlich hilft die Plattform beim Auffinden von geeignetem Lernmaterial mittels einer Kategorie- und Metadatensuche.

Innovative Features zur medizinischen Weiter- und Fortbildung, wie die Kurszertifizierung und die Anbindung an Informationssysteme der Ärztekammern, erleichtern die Administration, was die laufenden Kosten ebenso reduziert wie das komplette Transaktions- und Buchhaltungs-Backend mit ePayment-Anbindung.

Hoffnung auf den eureleA 2009

Die überzeugende und innovative Lernplattform des BDC wurde in diesem Jahr zusätzlich für den Europäischen E-Learning Award „eureleA 2009“ nominiert. Seit nun mehr 5 Jahren werden mit diesem Preis herausragende Projekte für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien ausgezeichnet.

In den folgenden vier Dimensionen wird je ein Preis verliehen:

  • Spitzenleistung bei der Projektwirkung
  • Spitzenleistung im Projektmanagement
  • Exzellenz in der Mediendidaktik
  • Herausragende technische Umsetzung

„Der Berufsverband ist seit Jahren ein auf europäischer Ebene geschätzer Ansprechpartner für chirurgische Weiter- und Fortbildung. Diese Kompetenz haben wir in den vergangenen Jahren auf das Internet ausgedehnt und arbeiten im E-Learning mit Partnern und Gesellschaften diverser europäischer Länder zusammen,“ berichtet Dr. Jörg Ansorg, Hauptgeschäftsführer des BDC.

Seit dem Relaunch des [eCME-Center] können Interessenten im In- und Ausland am Know-How des BDC und der theCode AG partizipieren. Verbandsspezifische Mandanten in verschiedenen Sprachen werden kostengünstig aufgesetzt, wobei „hinter den Kulissen“ Inhalte, Kurse und Lernpakete gemeinsam genutzt werden.

Verlage, Agenturen und Forschungsgruppen nutzen über einen speziellen Provider-Mandanten das [eCME-Center] als attraktiven Vertriebskanal für ihre medizinischen Lernangebote bei voller Kosten- und Erlöskontrolle.

Die Preisverleihung findet am 6. März 2009 ab 16:00 Uhr auf der CeBIT Hannover im Forum Learning & Knowledge Solutions in Messehalle 6 statt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

www.ecme-center.org
www.digita.de
www.theco.de
www.cebit-learning-knowledge.de/award.html

3. Berliner Hernientage

Berlin, 10.01.2009: Wie schon im letzten Jahr unterstützt der BDC die Berliner Hernientage. Das Fachpublikum, aber auch die Pressevertreter können zwei Tage mit Spezialisten die Neuheiten in der Hernienchirugie hautnah erleben.

Am 30. / 31. Januar 2009 finden nunmehr zum dritten Mal die Berliner Hernientage statt. Veranstalter sind Dr. Ralph Lorenz aus der Praxis 3Chirurgen und Dr. Bernd Stechemesser aus dem Vivantes Auguste Victoria Krankenhaus Berlin.

Im Hotel Ellington werden zahlreiche auch internationale Referenten und Gastoperateure erwartet. Im Rahmen von Liveoperationen, die per Satellit aus dem Vivantes Auguste Victoria Krankenhaus in den Vortragsraum übertragen werden, kann der interessierte Chirurg auch Vorträge und Diskussionen erwarten.

Die Schwerpunkte sind:

  • Gibt es Entscheidungshilfen für ein differenziertes Hernienkonzept?
  • Wie ist der Stellenwert der konventionellen netztfreien Hernienchirugie heute?
  • Welche Fixierung von Netzen ist zu empfehlen?
  • Differentialdiagnose des Leistenschmerzes und postoperatives Schmerzmanagement
  • Biomechanik der Bauchdecke

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung und das Anmeldeformular finden Sie unter www.berliner-hernientage.de.

Ambulantes Operieren 2009 nur bei zugesicherter Kostenübernahme

19.12.2008: In Schleswig Holstein wird ab Januar 2009 ambulantes Operieren nur gegen Zusage der Kostenübernahme erfolgen. Alles andere würde die niedergelassenen Operateure in den Ruin treiben.

Durch Beschluss im Schiedsamt Schleswig-Holstein vom 26.11.2008 wurde der Punktwert für alle operativen Leistungen mit 3,5 Cent festgeschrieben.

sämtliche bestehenden Strukturverträge werden zum Ablauf des Jahres 2008 von den Kassen gekündigt. Damit ergibt sich für die ambulant tätigen Operateure ab dem nächsten Jahr ein Honorarverlust von ungefähr 20%. Der Preis für ambulante Operationen setzt sich zu etwa 80% aus Technik-, Raum- und Personalkosten zusammen. Der ambulant operierende Chirurg erbringt seine hoch qualifizierte operative Leistung ohne eigenes Entgeld.

Diese Situation kann verständlicherweise nicht akzeptiert werden. In einer vom Regionalvertreter Schleswig-Holstein einberufenen Sitzung am 17.12.2008 in Kiel wurde das weitere Vorgehen intensiv diskutiert. Es waren etwa 70% der niedergelassenen Mitglieder im BDC Schleswig-Holstein anwesend, was für einen Flächenstaat eine bemerkenswerte Quote ist. Vom Regionalvertreter Dr. Schmitz wurde das Konzept vorgestellt, das derzeit in Zusammenarbeit mit sämtlichen operativ tätigen Berufsverbänden, der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) sowie der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein mit Unterstützung der lokalen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erarbeitet wird. Ziel ist kurzfristig über ein Moratorium von zwei Quartalen den Status quo unter Fortzahlung der Vergütung in Höhe der Strukturverträge zu sichern. Während dieser Zeit soll dann mit allen beteiligten Fachgruppen, Verbänden und Kassenvertretern ein geeignetes und tragfähiges Konzept entwickelt werden. Dieses soll die ambulante Versorgung in Schleswig Holstein auf Dauer sichern.

Sollte es kurzfristig nicht zur Fortsetzung der Strukturverträge über die Jahreswende kommen, so soll ab dem 19.01.2009 ein Patient nur dann ambulant operiert werden, wenn von seiner Krankenkasse eine schriftlich zugesicherte Kostenübernahmeerklärung in Höhe der Preise aus dem Jahr 2008 vorliegt.  Dieses Vorgehen wurde von den anwesenden Mitgliedern in einem Akt bemerkenswerter Solidarität einstimmig angenommen. Der BDC Schleswig-Holstein folgt so der Entscheidung des ANC Schleswig-Holstein vom 03.12.2008.

Bei Rückfragen steht Ihnen gerne Dr. Ralf W. Schmitz, Regionalvertreter BDC Schleswig-Holstein zur Verfügung.

BDI will gegen Änderung des § 73b SGB V alle Rechtsmittel ausschöpfen

Wiesbaden, 04.11.2008: Die Korrektur des § 73b SGB V, in dem die hausarztzentrierte Versorgung geregelt wird, wird vom Erweiterten Vorstand des Berufsverbands Deutscher Internisten BDI e.V. entschieden missbilligt. In einer am 1. November in Wiesbaden einstimmig verabschiedeten Resolution sprach sich der Vorstand dafür aus, gegen dieses Gesetz sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen.

Dem Änderungsantrag der Bayerischen Staatsregierung haben im Deutschen Bundestag 385 Abgeordnete der Koalitionsfraktionen gegen 164 Abgeordnete der Opposition, darunter einige wenige Abgeordnete der Koalitionsparteien, zugestimmt. Damit hat die Koalition nicht nur den erwünschten Wettbewerb im Gesundheitswesen ad absurdum geführt, sondern den Sicherstellungsauftrag der Körperschaft Kassenärztliche Vereinigung durch das Monopol eines privatrechtlichen Verbandes, nämlich des Hausärzteverbandes, ersetzt.

Dabei ignoriert der Gesetzgeber völlig die Tatsache, dass an der hausärztlichen Versorgung nicht nur Allgemeinärzte, sondern in großem Umfang auch Internisten, Kinderärzte und ehemalige praktische Ärzte teilnehmen.

Die Bevorzugung des Hausärzteverbands hat zur Folge, dass auch Nicht-Mitglieder diesem Verband beitreten müssen, wenn sie von der Versorgung nicht aus­ge­schaltet werden wollen. Der Erweiterte BDI-Vorstand weist darauf hin, dass die vom Gesetzgeber erhoffte Verbesserung der hausärztlichen Versorgung durch die Ausgrenzung besonders qualifizierter Arztgruppen nicht gelingen kann. Ohne die an der HA-Versorgung teilnehmenden 12.000 Internisten kann die Patientenversorgung nicht sichergestellt bleiben.

Nicht am falschen Ende sparen!

Berlin, 17. Oktober 2008: Die Fragestellungen, die der diesjährige Chirurgentag am 17. und 18. Oktober in Berlin anpackt, sind vielfältig und gesellschaftspolitisch relevant. Warum führt die Adipositas-Chirurgie in Deutschland noch ein Schattendasein, wie steht es um den ärztlichen Nachwuchs – insbesondere um den weiblichen – und was motiviert Ärzte und Kliniken zu einer verbesserten Fehlerkultur?

Obwohl Deutschland beim Thema Übergewicht mit 22,9% adipösen Erwachsenen europaweit an erster Stelle steht (europäischer Durschnitt: 15,7%), bildet es bei der Anwendung moderner Verfahren der Adipositas-Chirurgie eher das Schlusslicht. In den USA hat sich die Zahl der Operationen wegen morbider Adipositas innerhalb eines Jahrzehnts mehr als versechsfacht. In Frankreich liegt die Zahl der chirurgischen Eingriffe jüngsten Angaben zufolge bei 26,9 und in Österreich bei 23,5 pro 100.000 Einwohner, in Deutschland dagegen nur bei 3,6. „Dabei stellt die chirurgische Therapie nach gegenwärtigem Kenntnisstand die einzig effektive Behandlungsform dar“, wie Professor Joachim Jähne auf der Pressekonferenz zum 22. Chirurgentag ausführte.

Als wissenschaftlicher Leiter der Fachtagung wies er auf den Umstand hin, dass es sich bei der chirurgischen Therapie der Adipositas aufgrund der Studienlage mittlerweile um eine wichtige und weltweit anerkannte Form evidenzbasierter Medizin handelt. „Es bedarf dringend einer aktuellen Bewertung, um eine hinreichende Basis zur Indikation und operativen Verfahrenswahl bei dieser risikoträchtigen Patientengruppe zu erhalten und die derzeit eher restriktiv gehandhabte Erstattungspraxis bariatrischer Verfahren zu überdenken“, so Jähne.

Dabei gehe es nicht nur um das verlängerte Leben und die verbesserte Lebensqualität der Patienten, sondern auch um die gesundheits­ökonomischen Vorteile. So werden bereits jetzt knapp 5 % aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern für die – meist insuffiziente – Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die morbide Adipositas schon 1997 als Krankheit anerkannt hat, fehlt die gesundheitspolitische Anerkennung in Deutschland noch immer. Patienten müssen die Erstattung der Operations-kosten bei der gesetzlichen Krankenkasse im Einzelfall beantragen und nicht selten selbst dafür aufkommen, was bei Kosten von etwa 6.000 Euro für die Operation viele überfordert.

Am Samstag, dem 18. Oktober um 11:00 Uhr, können Patienten, ärztliche Kollegen und Interessierte in einem Online-Expertenchat zur Adipositaschirurgie ihre Fragen an die Experten Prof. Dr. Rudolf Weiner, Frankfurt a.M., und Prof. Dr. Joachim Jähne, Hannover, stellen.

Wege aus der Nachwuchskrise – „Nur Mut!“

Wer wird uns morgen operieren, wenn wir dem Nachwuchsmangel in der Chirurgie nicht aktiv begegnen? Die aktue Relevanz dieser Frage bewog den Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) dazu, im Januar 2008 seine Nachwuchskampagne „Nur Mut! Kein Durchschnittsjob: ChirurgIn“ zu starten.

Erste Ergebnisse werden zum 22. Chirurgentag präsentiert, der am 17. und 18. Oktober in Berlin stattfindet. „Nach einem halben Jahr können wir auf einen erfolgreichen Start unserer Aktion zurückblicken“, sagte Dr. Jörg Ansorg, Hauptgeschäftsführer des BDC. „Zirka 500 Medizinstudenten haben an einer der zehn Info-Veranstaltungen im ertsen Halbjahr 2008 teilgenommen.“ Bis Jahresende dürften weitere 500 Interessenten hinzukommen. „Die Perspektiven in der Chirurgie sind so gut wie lange nicht“, so Ansorg. „In den kommenden 10 Jahren gehen rund die Hälfte der niedergelassenen Chirurgen und mehr als ein Drittel der Krankenhauschirurgen in Rente. Nachfolger sind rar und werden in fünf bis zehn Jahren ihre Arbeitsbedingungen in einem sehr viel größeren Umfang als heute selbst bestimmen können.“

93% würden es wieder tun: Umfrage zur Berufszufriedenheit unter Chirurginnen

Wie diese Arbeitsbedingungen dann aussehen sollten, lässt sich zumindest teilweise aus einer großen Umfrage des BDC ablesen, an der sich im Sommer 2008 weit mehr als 900 deutsche Chirurginnen beteiligten. Geklagt wird von den Chirurginnen vor allem über die überbordende Bürokratie und Administration (79%), Überstunden und lange Dienste (65%) sowie über eine schlecht organisierte bzw. chaotische Arbeitssituation (38%).

„Dennoch würden 93% der befragten Ärztinnen den Beruf der Chirurgin wieder ergreifen, wobei 37% sagen, dass sich dafür die Bedingungen ändern müssten“, berichtete Dr. Gunda Leschber, Chefärztin der Thoraxchirurgischen Klinik an der Evangelischen Lungenklinik Berlin und Vertreterin der Chirurginnen im BDC-Vorstand. Leschber hat diese in Deutschland erstmals durchgeführte Umfrage initiiert und präsentiert die gerade ausgewerteten Ergebnisse beim Chirurgentag.

„Besonders das Praktische Jahr (PJ) hat großen Einfluss auf die Berufswahl. Hier lernen die Studenten das Fach mit allen Vor- und Nachteilen kennen.“ Ein gutes Image der Chirurgie bei Frauen sei wichtig, da mittlerweile 60 bis 70% der Studienanfänger in der Medizin weiblich seien und angesichts des absoluten Mangels an Ärzten und speziell Chirurgen auf dieses Potenzial nicht verzichtet werden könne.

Fehlervermeidung für Arzt und Patient: Klinisches Risikomanagement

Neben der Zukunft der Deutschen Chirurgie und insbesondere deren Nachwuchs widmet der Chirurgentag auch dem Klinischen Risikomangement und der ärztlichen Fehlerkultur besondere Aufmerksamkeit. Im Praxisseminar „Riskmanagement“ wird der Risikoberater Martin Meilwes (GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung bmH) unter anderem von konkreten Erfahrungen mit dem Auditinstrument „riskala“ berichten, in das Auswertungen von mehr als 90.000 Heilwesenschäden bzw. Anspruch­stellungen gegenüber den Versicherungen eingeflossen sind und zur Entwicklung von über 1.500 Präventionsmaßnahmen führten.

„Im Rahmen unserer Patientenrisiko- und Sicherheitsanalysen wurden Patienten auch postnarkotisch befragt. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich und verdeutlichen den Nutzen und die Notwendigkeit dieser Maßnahme“, betonte Meilwes bei der Pressekonferenz.

Riskmanagment im Krankenhaus bedeutet aktive Prävention von Schaden­fällen. Es mindert nicht nur das Risiko für Patienten, sondern auch die Gefahr für Arzt und Klinik, in eine Haftungsauseinandersetzung zu geraten. Riskmanagement vermeidet aktiv Fehler, bevor sie entstehen und man als Arzt darüber in anonymen Medien berichten soll, und wird zum „Wettbewerbs­faktor“ einer sich stärker differenzierenden Krankenhauslandschaft.