Dieses BDC-Basischirurgie-Seminar vermittelt Berufseinsteigern das nötige Grundwissen und die chirurgischen Basisfertigkeiten, die für den Berufsalltag auf der Station, im Nachtdienst und in der Notaufnahme notwendig sind.
Neu an diesem Seminar ist der modulare Aufbau. Die ersten beiden Tage werden online durchgeführt, sodass Sie von Zuhause oder direkt aus Ihrer Arbeit teilnehmen und die breit gefächerten Informationen über Krankheitsbilder und die ersten Therapiemaßnahmen in der Notaufnahme sowie allgemeine Informationen, die Ihnen die Entscheidungen in der Stationsarbeit erleichtern, aufnehmen können. Die Vorträge werden Ihnen im Nachhinein zum Nachlesen zur Verfügung gestellt.
Der zweite Teil des Seminars findet Freitag und Samstag in einem Berliner Trainingszentrum statt. Am ersten Tag haben wir den Focus auf Reanimation und kleinere Nähübungen zum Warmwerden gelegt. Der zweite Tag wird Ihnen die Laparoskopie und die Anlage von Anastomosen näherbringen.
Sie sparen Arbeits- und Reisezeit mit dem Online-Kurs und verzichten trotzdem nicht auf den kollegialen Austausch, da die beiden letzten Kursteile in Präsenz in Berlin stattfinden!
Das nächste Basischirurgie-Seminar findet statt:
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Teil I online: |
07. – 08. Oktober 2024 |
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Teil II Workshops: |
18. – 19. Oktober 2024, Berlin |
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BDC: Seminar „Basischirurgie“: ein Teil online, ein Teil in Präsenz. Passion Chirurgie. 2024 September; 14(09/QIII): Artikel 04_01.
Dirk Langemeyer ist seit Anfang Juli 2024 neuer Chef- und Praxisarzt in der Inselklinik Föhr-Amrum. Zuvor war Dirk Langemeyer leitender Oberarzt einer unfall- und handchirurgischen Abteilung mit einer Zulassung zum „Schwerstverletztenverfahren“ der Berufsgenossenschaften im Segment „Handchirurgie“ in Bad Oeynhausen.
Dott. Tommaso Micali ist seit August 2024 neuer Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie der Asklepios Harzkliniken in Goslar.
Dr. med. Hans-Joachim Neuhaus übernahm Anfang Juli 2024 die Position des Ärztlichen Direktors der Stadtklinik Hemer. Er ist Leitender Oberarzt in der Orthopädie und Unfallchirurgie und Zentrumsleiter des Hemeraner Endoprothetikzentrums (EPZ).
PD Dr. med. Marcus Overhaus ist neuer Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg. Zuletzt war Overhaus in gleicher Position am Cellitinnen Krankenhaus St. Hildegardis in Köln-Lindenthal tätig. Seine besondere Expertise liegt in der minimalinvasiven Koloproktologie, der Hernienchirurgie und der endokrinen Chirurgie.
Dr. med. Axel Protze leitet seit Mai 2024 als Chefarzt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am SRH-Klinikum Naumburg.
Dr. med. Ioannis Tsakiris hat Anfang Juli 2024 die Position des Chefarztes der Klinik für Akut- und Notfallmedizin im Klinikum Frankfurt (Oder) übernommen. Tsakiris war vorher ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme des Asklepios Klinikums Uckermark und als Hubschrauber-Notarzt auf dem Christoph 64 im Einsatz. Seine letzte Station war die des Oberarztes der Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Sana Klinikum Lichtenberg.
Dr. med. univ. Anna-Maria Ziegler übernahm Anfang August die Chefärztinposition der Kinder- und Jugendchirurgie des Klinikums Mutterhaus in Trier. Dr. Ziegler war zuletzt Oberärztin für Kinder- und Jugendchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.
Poolärzte im ärztlichen Bereitschaftsdienst werden zukünftig wie Selbstständige behandelt. Das geht aus der jüngsten Einigung zwischen dem Deutschen Rentenversicherung Bund und dem GKV-Spitzenverband hervor, die den Vollzug für die Einigung mitgeteilt haben. Damit stehen die Bedingungen, die Ärzte und Ärztinnen erfüllen müssen, um im Bereitschaftsdienst als Selbstständige zu gelten, fest.
An der Selbstständigkeit würde sich demnach auch dann nichts ändern, wenn eine Kassenärztliche Vereinigung eine Sicherstellungspauschale für die Bereitschaft eines Vertragsarztes oder einer Vertragsärztin zur Teilnahme an der Erfüllung des Sicherstellungsauftrages gewährt.
Mit dem onlinebasierten Facharztseminar möchten wir Ihnen gebündelt und systematisch die wichtigsten Themen aus Orthopädie und Unfallchirurgie näherbringen, um Ihnen eine optimale Rekapitulation zu ermöglichen. Dafür gehen wir insbesondere auch auf zumeist selten vermittelte Inhalte, wie z. B. der Kinder- und Tumororthopädie, ein. Fallbeispiele für die klassische Prüfungssituationen runden unseren Kurs ab und geben Ihnen die notwendige Sicherheit für die anstehende Facharztprüfung. Vom Polytrauma über State of the Art bei Hallux valgus Korrekturen, Sportverletzungen, Rheuma und Skoliose bis hin zu kindlichen Wachstumsstörungen – nach Absolvierung dieses Webinars sind Sie fit für Ihre Prüfung.
Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.
Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.
Betrifft: Artikel von Dr. med. Peter Kalbe in Passion Chirurgie 03/QI/2024 „KI- basierte Arztbrieferstellung – Entlastung für Ärztinnen und Ärzte durch generative Sprachmodelle“.
Sehr geehrte Frau Klug,
Sehr geehrter Herr Dr. Kalbe,
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die schon jetzt häufig schlechte Qualität der E-Briefe sich mit KI verbessern lässt, wenn die grundsätzliche „Kunst“ der Abfassung und das Verständnis für den Sinn und Zweck dieser wichtigen Dokumente nicht gegeben ist (oder nicht mehr gelernt wird).
Ich versuche meinen Stationsärztinnen und -ärzten mit Mühen beizubringen, dass in jedem E-Brief der individuelle Fall abzubilden ist, sodass der Adressat weiß, wie der Krankheitsverlauf und die Behandlung waren und welche Konsequenzen und weiteren Maßnahmen zu treffen sind. Stattdessen werden mit Vorliebe Textbausteine verwendet, die einen Brief bis zur Unkenntlichkeit degenerieren lassen. Ich lese aus Akuthäusern Briefe, die man – sorry – getrost in die Tonne treten könnte, weil sie zwar wohlformuliert, aber inhaltlich völlig nichtssagend sind. Da werden nach Endoprothesen Standardtextbausteine automatisiert erstellt, in denen immer gute Verläufe ohne Komplikationen und mit besten Ergebnissen geschildert werden. Kniegelenke sind immer 0-0-90° beweglich, weil das die QS so verlangt. De facto kommen Patienten mit schlechter Beweglichkeit und sezernierenden Wunden.
Teilweise werden Textbausteine verwendet, die für jede beliebige OP gelten könnten. „… auf die prä-OP vorliegenden Befunde dürfen wir verweisen (Nein, die haben wir gar nicht!), … die OP erfolgte am … der Verlauf war komplikationsfrei … wir entließen …” usw. Alles Bla-bla. Ich habe im PEER-Review-Verfahren einen Reha-E-Brief mit mangelhaft bewertet, weil er komplett (man kann es ja nicht beweisen, aber beim Lesen zu 95 % spüren) aus Textbausteinen bestand. Selbst der Abschlussbefund wurde offensichtlich 1:1 vom Aufnahmebefund kopiert.
Ich fürchte einfach, dass eine KI-gesteuerte Erstellung die Sache nicht besser macht, zwar noch schöner formulierte Briefe produziert, die aber dadurch inhaltlich nicht besser werden. Die Kunst der Arztbrieferstellung könnte dann gänzlich verloren gehen, jedenfalls wenn KI ärztliches Denken ersetzt.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Achim Schröder
aus Bad Rothenfelde
Antwort des Autors
Sehr geehrter Herr Kollege Schröder!
Als niedergelassener Chirurg kann ich Ihre Kritik an den uns übermittelten Arztbriefen sehr gut nachvollziehen. Dort werden oft Befunde, die Medikation, und ja, da stimme ich zu, auch Textbausteine aneinandergereiht, ohne auf die Relevanz für den Rezipienten und vor allem auf die Bedeutung für die Weiterbehandlung zu achten. Als Empfänger, das haben Sie auch berichtet, hat man dann Probleme, aus dem Wust von Informationen das Wesentliche zu extrahieren. Dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass die Verfasser der Briefe oft unter massivem Zeitdruck stehen und wohl auch aus medikolegalen Erwägungen angehalten sind, umfassende (aber ungefilterte und ungewichtete) Informationen in den Berichten zu übermitteln. Da verspreche ich mir schon Fortschritte durch einen gut programmierten Algorithmus, der aus dem Konglomerat von Daten im KIS eben genau das extrahiert, was für die Weiterbehandlung wichtig ist, sei es denn vielleicht auch nur als zusammenfassende Epikrise. Ich hoffe, dass ich mit meinem Optimismus nicht danebenliege und dass eine fortgeschrittene KI dann bessere inhaltliche Leistungen bringt als das freundliche Geschwafel, das man aktuell gelegentlich von ChatGPT erhält.
Freundliche kollegiale Grüße
Dr. med. Peter Kalbe
Vizepräsident BDC
Schröder A: Leserbrief. Passion Chirurgie. 2024 Juli/August; 14(07/08): Artikel 04_03.
Junge, warum hast du nichts gelernt? Die neue Krankenhausreform, das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz
(KHVVG) soll die Krankenhausversorgung in Deutschland verbessern. Ärztliche Weiterbildung
jedoch, wird hierin noch klein – beziehungsweise selten – geschrieben. Doch worum geht es hier genau? Und welche Konsequenzen hat
die Krankenhausreform für die ärztliche Weiterbildung?
Surgeon Talk Moderator Professor Dr. Benedikt Braun hat sich mit BDC-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, BDC-Vizepräsident Dr. med. Peter Kalbe sowie DGCH-Generalsekretär Professor Dr. Thomas Schmitz-Rixen zum Gespräch dazu getroffen. Alle drei sind Vorsitzende der Weiterbildungskommission Chirurgie. Viel Spaß beim Anhören!
HIER geht es zum Positionspapier der Gemeinsamen Weiterbildungskommission Chirurgie zur Förderung und Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen und
bedarfsgerechten Weiterbildung im Gebiet Chirurgie
HIER geht es zum Podcast selber…
Der zweitägige Operationskurs mit Workshop richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, Fach- und Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und bietet die Möglichkeit, nach kurzen Vorträgen operative Zugangswege sowie diverse Techniken an Präparaten unter fachkundiger Anleitung zu trainieren.
Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.
Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.
Dieses Onlineseminar dient zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung zur Zusatzweiterbildung für Spezielle Unfallchirurgie sowie als Update für Fachärzte und -ärztinnen. Referent:innen aus ganz Deutschland machen Sie in nur zwei Tagen fit für Ihre Prüfung und bringen Sie auf den neuesten Stand der Behandlungsstrategien und Techniken der Speziellen Unfallchirurgie.
Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.
Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.
Dieser Artikel stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er galt unter den Einsendungen für den BDC-Journalistenpreis 2023 als einer der Favoriten.
Es geschah wie aus dem Nichts heraus auf dem Weg von der Garage ins Haus. Wolfgang Münch spürte einen heftigen Stich in der Herzgegend, und sein Brustkorb fühlte sich plötzlich so beklemmend eng an, dass er nach Luft schnappte. Mit aller Kraft schleppte sich der 75-Jährige ins Haus, legte sich aufs Sofa und blickte aus dem Fenster. Wie jedes Jahr verbrachte der pensionierte Gymnasiallehrer auch diesen Winter im Farmhaus seiner Freunde in Südafrika. „Als ich in die saftig-grüne Buschlandschaft blickte, dachte ich, das wäre eigentlich ein schöner Ort zum Sterben“, erinnert sich Münch (der eigentlich anders heißt).
Zum Glück war die Attacke zehn Minuten später wieder vorbei. Am nächsten Morgen fuhr Münch mit dem Auto ins 130 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Pretoria. Dort diagnostizierten die Ärzte einen Hinterwandinfarkt. Dabei verschließt sich meist das rechte Herzkranzgefäß, das die Rückwand des Herzens mit Blut versorgt. Infolgedessen können die Muskelzellen an der Rückwand des Herzens nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und sterben ab. Schnell stand fest, dass es nur eine Möglichkeit gab, die Minderdurchblutung seines Herzens zu beseitigen: Der Oberpfälzer benötigte einen Bypass.
So wie ihm geht es vielen Menschen. Pro Jahr erfolgen hierzulande etwa 45.000 Bypassoperationen. Dabei werden verstopfte Gefäße mit Adern oder Venen aus anderen Bereichen des Körpers überbrückt. Man kann sich das vorstellen wie eine Umgehungstrasse um die verstopfte Stelle herum. Das Blut kann so über das Ersatzgefäß ungehindert an den Engstellen vorbeifließen und den Herzmuskel wieder mit Sauerstoff und Energie versorgen. Bypassoperationen sind für Experten eigentlich ein Routineeingriff. Dennoch löst die Vorstellung einer Operation am offenen Herzen bei vielen Betroffenen – verständlicherweise – Ängste aus.
Deutlich weniger furchteinflößend erscheint da für viele die Implantation eines Stents. Das Drahtgeflecht in Form einer kleinen Hülse stützt das Gefäß von innen. Anders als eine Bypassoperation ist der Eingriff minimalinvasiv und liegt auch deshalb im Trend: Gut 300.000 Stent-Implantationen finden pro Jahr deutschlandweit statt. Bypassoperationen stehen da im Vergleich weit hinten an. Dabei sind sie häufig die bessere Alternative und versprechen nach Untersuchungen verschiedener wissenschaftlicher Studien eine längere Lebenserwartung. Für wen also eignet sich ein Bypass besonders gut?
Nachdem die Ärzte in Pretoria Wolfgang Münch mitgeteilt hatten, dass er operiert werden müsse, entschied er sich, zurück nach Deutschland zu fliegen – ansonsten hätte er die immens teuren Behandlungskosten in Südafrika selbst bezahlen müssen. Er hatte Glück, alles verlief glimpflich, den Großteil der Reise verbrachte er schlafend und ohne größere Beschwerden. Einen starken Druck auf dem Herzen verspürte er erst während des Krankentransports vom Münchner Flughafen ins Deutsche Herzzentrum München.
Wie alle Patienten wurde auch Münch von einem interdisziplinären Herzteam betreut, das im Kern aus Kardiologe, Herzchirurg und Anästhesist besteht. Das ist ein gängiges Verfahren in deutschen Kliniken und heute vorgeschrieben. „Dieses Team nimmt jeden Patienten selbst in Augenschein“, sagt Prof. Heribert Schunkert. Der Kardiologe ist ärztlicher Direktor des Herzzentrums und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „In die Therapiewahl sollen zum Wohl des Patienten die Expertisen der unterschiedlichen Fachbereiche einfließen.“
Bei Münch ergaben die Untersuchungen, dass er seit Jahren an einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) litt. Die Krankheit ist weit verbreitet. Allein in Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen daran – oft wie Münch ohne es zu bemerken. Die Betroffenen bekommen zunächst nicht mit, dass sich Fett- und Kalkablagerungen an der Innenwand ihrer Herzkranzgefäße abgesetzt haben. Dadurch verengen sich jedoch die Adern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. „In dem Prozess spielen Vererbung und Alter genauso wie der Lebensstil eine entscheidende Rolle“, erklärt Kardiologe Schunkert. „Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Stress schädigen die Gefäße und sind die größten vermeidbaren Risikofaktoren.“
Mit der Zeit wachsen die Ablagerungen und behindern den Blutstrom. Das Herz wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Bemerkbar macht sich das etwa beim Treppensteigen oder einem Sprint zum Bus“, erklärt der Arzt. „Atemnot, ein Druckgefühl und manchmal auch ein Brennen in der Brust sind typische Anzeichen einer Angina Pectoris, dem Hauptsymptom einer Erkrankung der Herzkranzarterien.“ Das Besondere: Die Beschwerden treten zunächst nur unter Belastung auf und verschwinden im Ruhezustand wieder.
Heilbar ist die KHK zwar nicht. Aus medizinischer Sicht ist dennoch klar: „Bei einer Gefäßverkalkung in den Herzkranzgefäßen muss etwas unternommen werden“, sagt Schunkert. „Unbehandelt drohen Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und plötzlicher Herztod.“
Für alle Patienten gilt: Medikamente sind unverzichtbar, um das Fortschreiten der Ablagerungen aufzuhalten. Ob dann mittels Stents oder Bypass behandelt wird, ist abhängig von der Komplexität der Erkrankung. Ist das Gefäß nur an einer Stelle verengt, wird diese mithilfe eines Stents erweitert. Die Implantation dauert oft nicht länger als 15 Minuten und findet unter örtlicher Betäubung statt. Ein Kardiologe schiebt einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) vom Handgelenk oder der Leiste aus über die Hauptschlagader bis zum Herzen und spritzt ein Kontrastmittel. Mittels Röntgenaufnahme werden die Herzkranzgefäße beurteilt.
Auf diese Weise kann auch die genaue Lage der Engstelle lokalisiert werden. „An dieser wird ein Miniaturballon aufgeblasen, der den zusammengefalteten Stent trägt. Durch den Druck entfaltet sich der Stent, drückt sich in die Wand des Blutgefäßes und stabilisiert das erweiterte Gefäß“, erklärt der Experte. „Bestehende Kalkablagerungen werden dabei an die Gefäßwand gedrückt. Der Stent sorgt dafür, dass das Blut wieder ungehindert fließen kann.“
Bei Patienten mit fortgeschrittener KHK, also wenn viele Arterien stark betroffen sind oder die Symptome heftiger, ergaben allerdings verschiedene Studien, dass fünf Jahre nach einer Stent-Implantation etwa 13 Prozent der Patienten verstorben waren. Zum Vergleich: Bei einer Bypassoperation waren es in dem Fall weniger als zehn Prozent. „Das liegt daran, dass es wieder zu Verengungen im Bereich der Stents kommt“, sagt Prof. Rüdiger Lange. Er ist Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum München. „Die Patienten müssen öfter erneut einen Stent bekommen. Dadurch ist die Langzeitüberlebensrate etwas schlechter als beim Bypass.“
Zu einer Bypassoperation raten Ärzte, wenn alle drei großen Äste der Herzkranzarterien betroffen sind und viele Stents eingesetzt werden müssten. „In diesem Fall ist es besser, mit dem Bypass eine Umgehung zu legen und die verstopften Gefäße mit Adern oder Venen aus dem Körper zu überbrücken“, sagt Herzchirurg Lange. „Ein Bypass ist ebenfalls notwendig bei Patienten mit Diabetes sowie hochgradigen und diffusen Verengungen.“
Bei Münch hatten sich infolge der Koronaren Herzkrankheit im Laufe der Zeit viele und weitverzweigte Verengungen in den Herzkranzgefäßen gebildet. Er benötigte gleich drei Bypässe. Dazu wurde zunächst das Brustbein mit einer Stichsäge der Länge nach durchtrennt. An der Rückseite des Brustbeins – der Wand des Brustkorbs – sind die Brustwandarterien eingebettet. „Diese müssen herausisoliert und die Seitenäste verschlossen werden“, erklärt Herzchirurg Lange. „Danach können sie für einen Bypass verwendet werden.“
Nun wird der Herzbeutel geöffnet. Die Herz-Lungen-Maschine wird an die Hohlvene und an die Hauptschlagader angeschlossen. Bevor das Herz still gestellt wird, kühlen die Mediziner die Körpertemperatur auf 34 Grad herunter. „Ziel ist es, dadurch den Sauerstoffbedarf des Herzens massiv zu verringern“, erklärt der Experte. Ist der Patient heruntergekühlt, wird die Hauptschlagader abgeklemmt. Mittels einer speziellen kalten und extrem kaliumhaltigen Lösung wird das Herz für eine Dauer von 60 bis 120 Minuten stillgestellt.
Während dieser Zeit wird der Bypass hinter verengte oder verschlossene Gefäßabschnitte genäht. Zur Herstellung des Bypasses werden auch oft Arterien oder Venen aus Armen oder Beinen verwendet. Ein Ende wird hinter der Verstopfung an das Herzkranzgefäß genäht, das andere an die Hauptschlagader, die Aorta. „Auf diese Weise kann der nachfolgende Herzmuskel wieder mit Blut versorgt werden“, erklärt Lange. „Der Trend ist in den letzten zwanzig Jahren immer mehr zu arteriellen Bypässen gegangen.“
Am häufigsten werden dazu die beiden Brustwandarterien genutzt. Der entscheidende Vorteil von Bypässen sei, so Lange, dass nach zehn Jahren höchstens zehn Prozent verschlossen seien. Zum Vergleich: Bei venösen Bypässen seien im gleichen Zeitraum 20 bis 25 Prozent verschlossen. Ein arterieller Bypass ist auch oft die einzige Lösung, weil viele Patienten unter Krampfadern leiden. Dadurch ist nicht genügend Venenmaterial im Körper zur Überbrückung der Engstellen vorhanden. Künftig könnte es gerade für diese Patienten eine Alternative geben: Ein Kieler Forscherteam arbeitet daran, feine Blutgefäße für Bypassimplantate mittels 3-D-Drucker künstlich herzustellen.
Mittlerweile ist es auch möglich, den Bypass ohne einen Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine zu legen. Bei der sogenannten Off-Pump-Chirurgie sind die Belastung und die Gefahr von Komplikationen für den Patienten geringer. Das ist auch der Grund, weshalb das Verfahren im Trend ist. „In diesem Fall hat man allerdings nicht zu allen Regionen des Herzens perfekten Zugang“, sagt Lange. „Sind die Gefäße sehr stark verkalkt und arteriosklerotisch verändert, kann es manchmal sehr schwierig werden, sie ohne stillstehendes Herz mit einem Bypass zu versorgen.“
Egal, ob mit oder ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine: Der Eingriff birgt natürlich auch Gefahren. Um eine weitere Operation am offenen Herzen zu vermeiden, werden deshalb bei einer Bypassoperation oft noch eine oder mehrere defekte Herzklappen ausgetauscht – so wie bei Ludwig Meier. Der 64-Jährige brauchte neben einem Bypass dringend noch eine neue Aortenklappe. Durch Zufall war bei Meier (der ebenfalls anders heißt) während der Voruntersuchungen für eine Bandscheiben-OP ein extrem ho her Blutdruck festgestellt worden. Auch die Werte des Belastungs-EKGs waren auffällig gewesen.
Ein Ultraschall des Herzens hatte ergeben, dass Meier schwer herzkrank war – ohne etwas davon zu spüren. „Das war ein Schock“, sagt der ehemalige Verwaltungsangestellte aus Reichertshausen in der Nähe von Oberpfaffenhofen. „Natürlich hatte ich große Angst vor der Operation.“ Bei Meier war ein Herzkranzgefäß so stark verkalkt, dass mittels einer Vene aus dem Oberschenkel ein Bypass gelegt werden musste. Zudem war die Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader durch Verschleißprozesse verengt.
Zehn Prozent der über 80-Jährigen leiden unter einer Verengung der Aortenklappe, in der Fachsprache „Stenose“ genannt. Ihr Herz muss mehr Kraft aufbringen, um genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Das Herz wird dabei überstrapaziert und auf Dauer geschädigt. Eine Aortenklappen-Stenose äußert sich anfangs beispielsweise durch Schwindel, Luftnot und Leistungseinschränkung. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kommt es innerhalb weniger Jahre zu einer Herzschwäche.
Um das zu verhindern, wird die defekte Klappe durch eine mechanische oder biologische Prothese ersetzt. Mechanische Klappen haben zwar den Vorteil, dass sie in der Regel ein Leben lang halten. „Allerdings erfordern sie immer eine Gerinnungshemmung mit Marcumar, weil sich sonst lebensbedrohliche Blutgerinnsel an der künstlichen Herzklappe ablagern können“, erklärt Herzchirurg Lange. Das ist auch der Grund, weshalb biologische Klappen immer gefragter sind. Diese müssen zwar meist nach zehn bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Dafür müssen die Patienten aber keine Blutverdünner einnehmen.
Meier und Münch übrigens sind nach ihren Eingriffen beide wieder fit – und fast etwas dankbar, dass ihre unbemerkten Herzerkrankungen noch rechtzeitig erkannt wurden.
Sabine Hoffmann
Journalistin
Hoffmann S: Ein Umweg schenkt ein längeres Leben. Passion Chirurgie. 2024 Juni; 14(06/II): Artikel 09_01.
ADVERTORIAL
Varizenbehandlung mit großem Potential für die Chirurgie
Die Sklerotherapie ist eine sichere und effektive Behandlungsoption und nach wie vor die einzige Methode, mit der alle Varizentypen erfolgreich therapierbar sind – einschließlich insuffizienter Stammvenen. Laut Leitlinien gilt die Sklerotherapie als Goldstandard für die Therapie von Besenreisern und retikulären Varizen. Selbst bei Stammvenen wird die Sklerotherapie als eine gute Alternative zu den thermischen und operativen Verfahren beurteilt, insbesondere bei älteren und multimorbiden Patienten.
Indikationen in der chirurgischen Praxis
Die ultraschallgesteuerte Schaum-Sklerotherapie hat sich bereits in zahlreichen Studien als effektive und sichere Behandlungsmethode für Varizen der CEAP-Stadien C2 bis C6 erwiesen. Neben Stammvarizen werden auch Rezidivvarizen mehr und mehr sklerosiert. Eine vom Venenzentrum Freiburg unter Leitung der Gefäßchirurgin Dr. N. Kriechenbauer initiierte Studie bestätigt die hohe Verschlussrate bei Crossenrezidiven nach Sklerosierung. So konnte vier Wochen nach der ersten Behandlung mit Sklerotherapie bei 58,2 % der Probanden ein kompletter Verschluss und bei weiteren 30 % ein Teilverschluss der betroffenen Venen erreicht werden. Nach drei Monaten lag die Quote bei 77,7 % bzw. 13,6 %. Somit war die Schaum-Sklerotherapie in 91 % der Fälle erfolgreich. Eine zweite oder dritte Behandlung war lediglich bei 16 bzw. 17 Probanden erforderlich.1
Zudem hat sich die ultraschallgestützte Schaumsklerosierung zur Therapie von Perforans- und Seitenastvarizen bewährt. Insbesondere nach der Behandlung der Stammvarizen mit thermischen oder chirurgischen Verfahren wird die Schaum-Sklerotherapie als sinnvolle Ergänzung für die Seitenäste und kleinere Varizen empfohlen.2
Effektiv, gut verträglich und kosteneffizient
Im Vergleich zu operativen und thermischen Methoden weist die Schaum-Sklerosierung einige Vorteile auf, da die minimalinvasive Methode unter anderem ohne jegliche Anästhesie auskommt und nach der Behandlung direkt wieder den normalen täglichen Aktivitäten nachgegangen werden kann. Damit können selbst Risikopatienten wie adipöse, multimorbide, hoch betagte oder mit Antikoagulantien behandelte Patienten mit dem Verfahren erfolgreich behandelt werden.
Minimalinvasive Varizenbehandlungen wie die Sklerotherapie werden in der chirurgischen Praxis immer wichtiger, auch da sie patientenseitig zusehends nachgefragt werden und bei allen Varizentypen erfolgreich eingesetzt werden können.
Vor allem aber ist die Sklerotherapie die Methode der Wahl für C1-Varizen sowie Seitenastvarizen und bietet sich als alleinige Therapiemethode oder sinnvolle Ergänzung zu operativen und thermischen Methoden bei Stammvenen an. Aktuell gewinnt die Schaum-Sklerotherapie auch bei der Behandlung von Rezidivvarizen mehr und mehr an Bedeutung. Daher spielt die Sklerotherapie im Hinblick auf die Behandlung des kompletten Beins eine entscheidende Rolle, da nur mit der Sklerotherapie eine vollständige Entfernung aller Varizentypen gewährleistet werden kann.
Die Sklerotherapie bietet sich auch besonders für Berufstätige an, die Arbeitsunfähigkeitszeiten oder Immobilitäten vermeiden möchten.
Im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualität ist die Schaum-Sklerotherapie selbst bei Stammvarizen ebenso effektiv wie operative oder thermische Verfahren.3,4 Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse ist bei der Sklerotherapie laut Studiendaten verglichen mit anderen Methoden gering. Zudem ist die Sklerotherapie die kosteneffektivste aller Behandlungsmethoden.2,5 Es können insbesondere bei größeren Varizen mehrere Behandlungen notwendig sein, aber das nehmen die meisten Patienten aufgrund der Vorteile gerne in Kauf. Ein guter Grund mit der Sklerotherapie zu starten.
Die schonende Sklerotherapie ist auch besonders für Risikopatienten geeignet.
1 Kriechenbauer N et al. Erste Ergebnisse der NeoSklero-Studie – Effektivität der Schaumsklerosierung bei Neoangiogenesen und Crossenrezidiven. Vasomed 33. Jahrgang_5_ 2021:169.
2 De Maeseneer MG et al. European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2022 Clinical Practice Guidelines on the Management of Chronic Venous Disease of the Lower Limbs. Eur J Vasc Endovasc Surg 2022;63:184-267.
3 Shadid N et al. Randomized clinical trial of ultrasound-guided foam sclerotherapy versus surgery for the incompetent great saphenous vein. Br J Surg 2012; 99 (8): 1062–70.
4 Rasmussen LH et al. Randomized clinical trial comparing endovenous laser ablation, radiofrequency abla-tion, foam sclerotherapy and surgical stripping for great saphenous varicose veins. Br J Surg 2011;98:1079-87.
5 Rabe E et al. for the Guideline Group. European guidelines for sclerotherapy in chronic venous disorders. Phlebology. 2014;29:338–54















