Alle Artikel von Claudia Kunze

Anspruch auf Zweitmeinung künftig auch vor geplanter Entfernung der Gallenblase

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute (20.10.2022) beschlossen, dass gesetzlich Versicherte künftig auch vor einer geplanten Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) Anspruch auf eine zweite ärztliche Meinung haben. Die sogenannten Zweitmeiner prüfen, ob die empfohlene Operation auch aus ihrer Sicht medizinisch wirklich notwendig ist. Zudem beraten sie die Versicherten zu möglichen Behandlungsalternativen. Voraussichtlich ab 1. Januar 2023 steht dieses Angebot zur Verfügung. Ambulant oder stationär tätige Ärztinnen und Ärzte können ab diesem Zeitpunkt bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eine Genehmigung beantragen, Zweitmeinungen abgeben und mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu dürfen.

Ärztinnen und Ärzte, die bei einer geplanten Entfernung der Gallenblase als sogenannte Zweitmeiner tätig sein wollen, müssen in einer der folgenden Fachrichtungen qualifiziert sein und mindestens fünf Jahre nach dem Facharztstatus in ihrem Gebiet unmittelbar in der Patientenversorgung tätig gewesen sein:

  • Innere Medizin und Gastroenterologie,
  • Allgemeinchirurgie,
  • Viszeralchirurgie,
  • Kinder- und Jugendchirurgie oder
  • Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugend-Gastroenterologie.

Zudem gelten die in der Zweitmeinungs-Richtlinie des G-BA festgelegten generellen Anforderungen, die zweitmeinungsgebende Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich ihrer Qualifikation und Unabhängigkeit erfüllen müssen.

Inanspruchnahme

Wenn das Bundesministerium für Gesundheit keine rechtlichen Einwände gegen den Beschluss hat, wird er im Bundesanzeiger veröffentlicht. Er tritt dann nicht unmittelbar, sondern am ersten Tag des darauffolgenden Quartals in Kraft: voraussichtlich am 1. Januar 2023.

In Deutschland wird jährlich bei ca. 200 000 Patientinnen und Patienten die Gallenblase entfernt – das ist deutlich mehr als im europäischen Vergleich.

G-BA-Pressemitteilung vom 20.10.2022

Erstes Webinar der UEMS Section of Surgery am 13.10.2022

UEMS Section of Surgery │Webinar zum Thema Polytrauma Management

Die UEMS Section of Surgery bietet am Donnerstag, 13.10.2022 18:30 Uhr erstmalig ein Webinar an zum Polytrauma Management. Das Polytrauma-Management bedarf eines spezialisierten Teams. Professor Pfeifer wird die Entwicklung von den Anfängen zu einer hochspezialisierten interdisziplinären Aufgabe aufzeigen, an der zahlreiche medizinische Fachrichtungen beteiligt sind.

Referent: Prof. Dr. Roman Pfeifer
Moderator: Prof. Sebastian Roka

Professor Dr. Pfeifer ist Oberarzt an der Abteilung für Traumatologie am Universitätsspital Zürich. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt bildet die translationale und klinische Forschung im Polytrauma-Management.

Mehr Informationen und der Link zur Anmeldung sind hier zu finden: Webinar UEMS

©BÄK

Bundesärztekammer feiert ihr 75. Jubiläum

Zum heutigen besonderen Jubiläum der Bundesärztekammer gratuliert der BDC sehr herzlich.

In seinem Beitrag zur Festschrift betont BDC-Vizepräsident und Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände Dr. Jörg Rüggeberg die Rolle der Bundesärztekammer als stets einflussreicher Mahner für die Wahrung der ärztlichen Freiheit. “Natürlich muss sie auch zu konkreter Gesetzgebung Stellung beziehen, aber das übergeordnete Ziel, ethische Grundsätze und vor allem das Primat der freien Berufsausübung zu vertreten, machen die BÄK zu einer unabhängigen Institution aller deutschen Ärztinnen und Ärzte”, so Rüggeberg.

Der feierliche Festakt zum Jubiläum findet im Rahmen der Generalversammlung des Weltärztebundes (WMA) statt, der vom 5. bis 8. Oktober in Berlin tagt und auch sein 75-jähriges Bestehen feiert. Als Gastrednerin wird Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, erwartet. Sie wird zum Thema „Medizin der Zukunft – Arztrolle im Wandel“ sprechen.

.

Kinderintensivstationen gesucht: DIVI koordiniert Versorgungsnetzwerk für intensivpflichtige Kinder aus der Ukraine

Durch die stark steigenden Flüchtlingszahlen aus dem Kriegsgebiet Ukraine werden vermutlich auch deutlich mehr kranke, verletzte und versorgungsbedürftige Kinder in Deutschland eintreffen. Um schon jetzt eine Infrastruktur aufzubauen und den intensivpflichtigen Kindern so gut wie möglich helfen zu können, hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) eine zentrale Koordinierungsstelle ins Leben gerufen, bei der Kinderintensiv-Anfragen ab sofort über eine zentrale E-Mail-Adresse eingehen und koordiniert innerhalb Deutschlands verteilt werden können. Bundesweit wurden Kinderintensivstationen angeschrieben mit der Bitte, Ansprechpartner für Anfragen zu benennen. Über 50 Kinderintensivstationen machen bereits mit.

Kinderintensivmedizinische Anfragen können ab sofort an die zentrale DIVI-Koordinierungsstelle gerichtet werden über die E-Mail: picu-ukraine@divi.de.

Intensivmedizinische Abteilungen, die sich noch am Versorgungsnetzwerk beteiligen möchten, können sich bei Interesse ebenfalls an picu-ukraine@divi.de wenden.

BDC|Sachsen Jahrestreffen in 2021 digital: Vorstandswahl

Sehr geehrte Kolleginnen,
sehr geehrte Kollegen,

zur diesjährigen Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes des Landesverbandes BDC|Sachsen laden wir Sie herzlich ein. Aufgrund der möglichen Einschränkungen im Rahmen der Kontaktbe-schränkungen haben wir uns entschieden, diese Veranstaltung online als Zoom-Konferenz am  11. November 2021 um 17:30 Uhr durchzuführen.

Wir bitten um Ihre Teilnahmebestätigung per E-Mail an mail@bdc.de, damit der Berufsverband der Deutschen Chirurgen Ihnen den entsprechenden Zoom-Link mailen kann.

Ich habe mich entschlossen, aus Altersgründen nicht noch einmal für den Vorsitz des Landesverbandes zu kandidieren. Als meinen Nachfolger in diesem Amt schlage ich Ihnen Herrn Chefarzt Dr. Schütz aus Chemnitz vor. Als Stellvertreter und Vertreter der niedergelassenen Chirurgen kandidiert wieder Herr Prof. Dr. Hammer aus Leipzig. Die Wahl wird Herr Dr. Fiedler aus Aue leiten. Sofern Sie weitere Vorschläge für den Vorstand des Landesverbandes BDC|Sachsen haben, senden Sie mir diese bitte bis spätestens
10. November 2021 direkt zu: dr@weiss-e.de.

Donnerstag, 11. November 2021, 17.30 Uhr
Zoomkonferenz

Wir freuen uns auf Sie!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Dr. E. Weiß

Programm 2021

PASSION CHIRURGIE im September: Orthopädie und Unfallchirurgie

Liebe BDC-Mitglieder,

Orthopädie und Unfallchirurgie stehen im Fokus der aktuellen Ausgabe, passend zum Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der vom 26. bis 29. Oktober 2021 in Berlin stattfindet. Der BDC ist wieder mit einem Stand vertreten: Halle 2.2, Stand 56. Lassen Sie uns gern in den Austausch kommen, wenn Sie auch vor Ort sind. Wir freuen uns auf Sie!

Hier geht’s zur digitalen Ausgabe

Jetzt sind Sie gefragt: Um das Seminarprogramm der BDC|Akademie noch stärker nach Ihren Bedürfnissen ausrichten, führen wir aktuell eine Umfrage durch. Unter dem Stichwort „Fortbildung mit Zukunft“ können Sie als Mitglied mitentscheiden, wie sich neue Lernformate mit angepassten Inhalten in der BDC|Akademie entwickeln sollen. Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten erfolgen im letzten Quartal dieses Jahres. Lesen Sie auch den Beitrag von BDC|Akademie-Leiter Professor Schröder ab S.16.

Hier geht´s zur Umfrage

Wr wünschen Ihnen eine entspannte Lektüre.
Ihre PASSION CHIRURGIE-Redaktion

Neue Ausgabe PASSION CHIRURGIE erschienen: Update Proktologie

Liebe BDC-Mitglieder,

die operative Proktologie hat sich in den letzten Jahren zu einem hochspezialisierten Bereich der Viszeralchirurgie entwickelt. Durch viele neue Therapieverfahren und operative Techniken gehen die heutigen Möglichkeiten weit über die Behandlung von Hämorrhoiden und Fissuren hinaus. Die Komplexität der Eingriffe nimmt zu. Grund genug, drei Fachartikel diesem Thema in der aktuellen Ausgabe der Passion Chirurgie zu widmen. Los geht es ab Seite 8.

Mit großen Schritten bewegen wir uns auf die Bundestagswahl am 26. September 2021 zu. Damit wird eine Legislaturperiode beendet, die den Gesundheitsbereich in Atem gehalten hat. Was erwarten wir nun von der kommenden Legislatur? Wir haben alle derzeit im Deutschen Bundestag vertretenen politischen Parteien um ein Statement zu ausgewählten gesundheitspolitischen Wahlprüfsteinen gebeten. BDC-Geschäftsführerin Dr. Burgdorf gibt Ihnen ab Seite 44 einen Überblick zu den wichtigsten Aussagen.

Hier geht’s zur digitalen Ausgabe

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre PASSION CHIRURGIE-Redaktion

Fluthilfe – Aktuelle Information der KV Nordrhein für Praxen

Die KV Nordrhein hat infolge der Flutkatastrophe Hinweise für betroffene Praxen und für Praxen zusammengefasst, die ihre betroffenen Kolleginnen und Kollegen unterstützen möchten. Nachdem das Wasser nun abgeflossen ist, zeichnet sich das volle Ausmaß der Flutkatastrophe erst nach und nach ab. In Nordrhein hat das Hochwasser viele Regionen besonders stark getroffen.

Das Infopapier fasst die wichtigsten Handlungsempfehlungen zu den Themen

 

  • Abschlagszahlungen
  • Mengenbegrenzung
  • Schutzschirm
  • beschädigte Akten
  • Praxisschließung
  • Wirtschaftlichkeitsregress

zusammen.

Info für Praxen zur Fluthilfe

Deutscher Ärztetag: Studierende weiterhin für zügige Reform des Medizinstudiums

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) forderte anlässlich des 124. Deutschen Ärztetages erneut die Politik auf, endlich das Medizinstudium zu reformieren. „Die Novelle der Approbationsordnung ist überfällig – sie passt das Medizinstudium von gestern an die Medizin von morgen an“, betonte bvmd-Präsident Lucas Thieme in seiner Videobotschaft im Rahmen der Eröffnung des virtu­el­len Deutschen Ärztetages.

Finanzierungsvorbehalte und offene Fragen müssten umgehend geklärt werden, damit die neue Ärztliche Approbationsordnung noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden könne. Für viele der Neue­rungen im aktuell vorliegenden Referentenentwurf hätten die Ärzteschaft und die Medizinstudierende seit Jahrzehnten gekämpft, sagte Thieme. Sie seien Bestandteile des Masterplans Medizinstudium 2020: Mehr Praxisnähe mit der konsequenten Ausrichtung des Studiums auf grundlegende ärztliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, eine Aufwertung der ambulanten Medizin und die Berücksichtigung der Digitalisierung. Einen besonderen Fokus legte der bvmd-Präsident auf das Praktische Jahr (PJ). „Hier konnten wir den An­liegen der Studierenden mit zahlreichen Stellungnahmen, einem Aktionstag mit Demonstrationszügen in einigen Universitätsstädten und schließlich einer Petition mit mehr als 100.000 Unterzeichnenden Gehör verschaffen“, berichtete er. Die Medizinstudierenden seien erfreut, dass im aktuellen Referentenentwurf zur Reform der Approbations­ordnung den studentischen Forderungen nach einer Lockerung der Fehlzeitenregelung, nach PJ-begleiten­den Lehrveranstaltungen, nach einem Zugang zu den Patientenverwaltungssystemen und nach einer klaren Verantwortlichkeitsstruktur weitgehend entsprochen wurde.

Durch großes Engagement sei es ferner gelungen, die pandemiebedingte Wiedereinführung des Hammer­examens in den meisten Bundesländern abzuwenden und die Wahlfreiheit im Praktischen Jahr zu erhalten sowie eine Ausnahmeregelung für COVID-19-bedingte Fehlzeiten im Praktischen Jahr durchzusetzen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Zi Trendreport zeigt erneut deutlichen Rückgang der ambulanten Behandlungsfälle

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat sich mit der Veränderung der vertragsärztlichen Leistungsinanspruchnahme seit Beginn der COVID-Krise für das gesamte Jahr 2020 beschäftigt und die Ergebnisse kürzlich in einem Trendreport veröffentlicht. Demnach führen Kontaktbeschränkungen immer auch zu einer geringeren Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen.

Nachdem die Inanspruchnahme vertragsärztlicher und vertragspsychotherapeutischer Leistungen mit Beginn der COVID-19-Krise Anfang März 2020 stark zurückgegangen und sich erst ab Ende Mai wieder normalisiert hatte, haben die Fallzahlen mit dem zweiten Lockdown ab November 2020 erneut deutlich nachgegeben. Mit Beginn des vierten Quartals sind die Gesamtfallzahlen gegenüber dem Vorjahr zwar zunächst leicht angestiegen (+6,3 Prozent), waren dann ab Anfang November aber mit einem Minus von bis zu 4,5 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten wieder stark rückläufig. Bezogen auf die Versorgungsbereiche sind die stärksten Fallzahlrückgänge bei Kinder- und Jugendärzten mit einem Rückgang von bis zu 16,7 Prozent zu beobachten. Bei psychotherapeutisch tätigen Ärzten betrug der Fallzahlrückgang bis zu 14,1 Prozent. Zudem ist die Anzahl hausärztlicher Fälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt im November 2020 mit minus 13,2 Prozent deutlich unter den Vorjahreswert gesunken. Auch innerhalb der Gruppe der Fachärzte sind ab November erneut Fallzahlrückgänge zu beobachten. Am stärksten fallen diese bei den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten (-15 Prozent) und Chirurgen (-12,5 Prozent) aus.

Mehr Details finden Sie im Trendreport

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland