Panorama 01.03.2007
Walther Weissauer zum 85. Geburtstag
Am 10.11.06 wurde Prof. Dr.h.c. Walther Weissauer, der langjährige Justitiar des BDC, 85 Jahre alt. Sein 70. Geburtstag, in feierlichem Rahmen und mit wissenschaftlichen Vorträgen, sein 80. in großer froher Runde veranstaltet von den Berufsverbänden der Anästhesisten und Chirurgen, sind noch in lebhafter Erinnerung. Zu seinem 75. Geburtstag erschien eine Würdigung im „Chirurg BDC“. Die Verdienste Walther Weissauers wurden gerühmt. Sie wirklich ganz zu ermessen würde ein Buch füllen und doch hätte man mit Sicherheit einiges Wichtiges vergessen. Wer das Glück hatte, 16 Jahre mit ihm zusammenzuarbeiten, weiß um die unschätzbaren Verdienste, die er sich in der Arbeit für den BDC erworben hat. Ich denke an Abkommen mit anderen Berufsverbänden über die Arbeitsteilung, entscheidende juristische Hilfe bei Satzungsänderungen und viele Publikationen, die Maßstäbe setzten. Besonders befriedigend für ihn war, wenn er Chirurgen helfen konnte, die sich mit ihren Nöten an ihn wandten. Unvergessen sind mir die gemeinsamen Rundgänge durch die Industrieausstellung beim Deutschen Chirurgenkongress.
Wir wurden immer von zahlreichen Chirurgen angesprochen, die uns ihre Sorgen darlegten und um Rat fragten. Der „Höhepunkt“ war die Frage eines Chirurgen, der seine Herkunft wegen seines bayrischen Dialektes nicht verleugnen konnte, ob es denn mit der Patientenaufklärung wirklich ernst sei. Er – der Chirurg – wäre bislang auch ohne Aufklärung zurechtgekommen. Er habe den Patienten erklärt, dass sie operiert werden müssten und warum, das habe genügt. Weissauer machte ihm, auch auf bayrisch, mit feinem Humor klar, dass auch er nun nicht mehr umhin könne, gründlich aufzuklären. Der Chirurg machte ein bekümmertes Gesicht, versprach aber, die Patienten in Zukunft aufzuklären. Dies ist eine kleine Episode am Rande, vieles könnte ich noch erzählen.
Walther Weissauers Sprache ist klar, seine Sprachfiguren sind einprägsam. Das Schwierige lässt er einfach erscheinen und zeigt, dass das Einfache am schwierigsten zu formulieren ist. 16 Jahre lang ist Walther Weissauer jede Woche zur Geschäftsstelle des BDC nach Hamburg gekommen. Im Zwiegespräch haben er und ich die anstehenden Fragen gelöst und beantwortet. Der Humor kam nicht zu kurz, wir haben viel gelacht, manchmal auch über uns selbst. Der Inhalt der Strophe aus dem Abendlied des Wandsbeker Dichters Matthias Claudius, die des Menschen Selbstüberschätzung zum Ausdruck bringt, war uns immer gegenwärtig. Sie lautet: Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel…
Der BDC dankt ihm für sein Wirken und wünscht für die weiteren Lebensjahre alles Gute.
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