BDC|News 13.10.2017
Protokoll des Jahrestreffen 2017 von BDC|Baden-Württemberg & Rheinland-Pfalz
Herr Wagner (Landesvorsitzender BDC RLP) eröffnet die Sitzung wie geplant um 14 Uhr mit Grußworten an die anwesenden Teilnehmer. Er bezeichnet die Facharzt-Weiterbildung sowohl in der Klinik als auch in der Praxis als den Schwerpunkt der Vorträge und begrüßt die Referenten Prof. Stier aus Erfurt und Herrn Studier-Fischer aus Ludwigshafen, der auch stellvertretender Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz ist. Herr Schäffer aus Stuttgart, Landesvorsitzender des BDC|Baden-Württemberg heißt die Referenten Herrn Kyriss aus Stuttgart-Gerlingen und Herrn Jaschke aus Waldkirch willkommen.
Herr Stier beginnt die Vortragsreihe mit dem Thema: „Ist die Weiterbildung zum Allgemeinchirurgen noch erstrebenswert.“ Der Inhalt ist weitgehend mit dem Vortrag identisch, der auf dem Workshop im Februar in Berlin zum Thema „Weiterbildung“ gehalten wurde. Er thematisiert, dass für viele Weiterbildungsassistenten nicht genügend Eingriffe der großen Viszeralchirurgie, wie beispielsweise Operationen des Colons, zur Verfügung stünden. Weiterhin wird ausgeführt, dass Umfragen unter Weiterbildungsassistenten eine Bevorzugung der Spezialisierung, beispielsweise zum Viszeralchirurgen, ergeben hätten. Auf die rechtliche Problematik des Anspruchs einer Patientenversorgung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft bei gleichzeitig fachübergreifendem Bereitschaftsdienst wird hingewiesen, ebenso auf die Folgen einer transparenten Berichterstattung der Kliniken über die Art der Eingriffe und Anzahl der Weiterbildungsassistenten. Eine Diskrepanz zwischen Ist und Soll der Eingriffe in der Weiterbildung ließe letztlich Rückschlüsse auf die Auslastung bzw. Ausbildungsmöglichkeit von Assistenten zu und habe evtl. Auswirkungen auf die Anzahl der Assistentenstellen. Die sich anschließende Diskussion ist, wie zu erwarten, kontrovers, da in den Bundesländern unterschiedliche Gegebenheiten vorliegen.
Es folgt der Vortrag von Herrn Kyriss über eine „optimierte Organisation des chirurgischen Trainings (in der Klinik)“. Ausbildung ist Oberarztaufgabe und dies muss auch so benannt und vergütet werden.
Es wird ein für alle Weiterbildungsassistenten transparentes Weiterbildungskonzept, welches schriftlich festgelegt wird, dargestellt. Halbjährliche Gespräche werden von Seiten des Oberarztes und jährliche von Seiten des leitenden Arztes mit den Assistenten geführt und der Stand der Weiterbildung evaluiert. Alle Weiterbildungsassistenten können jederzeit ihren Weiterbildungsstand und den der „konkurrierenden“ Kollegen auf einem aktuellen Tableau einsehen. Da jeder Weiterbildungsassistent die seinem Ausbildungsstand angemessenen Eingriffe nach Plan durchführt, herrscht im jeweiligen Weiterbildungsjahr ein Gleichstand. Kein Assistent wird übervorteilt. Die Diskussionsbeiträge sehen das Konzept sehr positiv. In der Unfallklinik Ludwigshafen wird ein ähnliches Modell verfolgt.
Herr Studier-Fischer, BGU Ludwigshafen, informiert anschließend über eine korrekte und sinnhaltige Berichterstattung bei Arbeitsunfällen im ärztlichen Erstbericht der gesetzlichen Unfallversicherung (sog. D-Arztbericht). Häufig finden sich unpräzise (Unfallhergang) oder gar unpassende Angaben, beispielsweise AU 2 Wochen bei einer Fersenbeinfraktur. Der Vortrag war informativ, eine Diskussion war nicht notwendig.
Im letzten Vortrag bemängelte Herr Jaschke (Waldkirch) die Schwierigkeiten, Stellen für die Weiterbildung in den chirurgischen Praxen zu schaffen, da diese für die Praxisinhaber sehr kostenintensiv seien und eine Förderung entsprechend den Hausärzten in den meisten KVen nicht erfolge. Eine teilweise Weiterbildung (ca. 12 Monate) in einer chirurgischen Praxis sei aber dringend geboten, weil viele Eingriffe häufig nur noch ambulant erfolgten. Im Anschluss an diesen Vortag ergab sich eine längere Diskussion im kleinen Kreis, wo Möglichkeiten der Förderung ausgelotet wurden. Der Stein der Weisen wurde jedoch nicht gefunden.
Die Wahl von Dr. Jörg Fischböck zum Landesvorsitzenden des BDC Rheinland-Pfalz und von Dr. Studier-Fischer zum stellvertretenden Vorsitzenden erfolgte anschließend auf Vorschlag des bisherigen Vorsitzenden durch Akklamation. Nach der Wahl wurde die Mitgliederversammlung um 16.30 Uhr beendet.
Dr. Michael H. Wagner
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