03.07.2026

Sehr persönlich nachgefragt bei Janina Deyng

Korrespondierender Autor Thomas Schmitz-Rixen

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?

Menschen in Momenten großer Unsicherheit begleiten, durch Operationen helfen und Sorgen lindern.

Welchen klinischen Schwerpunkt haben Sie?

Neuroonkologie

Was war für Ihr berufliches Fortkommen besonders hilfreich?

Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, auch in schwierigen Situationen weiterzulernen.

Was ist Ihre größte Inspiration?

Meine Eltern und viele Kolleginnen aus dem Chirurginnen-Verein.

Was haben Sie erst vor kurzem in Ihre chirurgische Praxis implementiert?

Noch in der Mache: Ich möchte feste „Stop Points“ im OP nutzen. Das reduziert Varianz, erzwingt strukturierte Entscheidungen und erhöht die Nachvollziehbarkeit für die Ärzt:innen in Weiterbildung.

Welche persönlichen Visionen möchten Sie gerne umsetzen?

Ich möchte eine Chirurgie mitgestalten, in der trotz des enormen wirtschaftlichen Drucks die Zeit für das menschliche Gespräch nicht verloren geht. Mein Ziel ist es, dass jede Patientin und jeder Patient sich vor und nach der OP nicht nur medizinisch bestens versorgt, sondern vor allem als Mensch gesehen und verstanden fühlt.

Welche Publikation der letzten zwei Jahre halten Sie für einen Game Changer in Ihrem Fach?

Microbubble-enhanced transcranial focused ultrasound with temozolomide for patients with high-grade glioma (BT008NA): a multicentre, open-label, phase 1/2 trial. DOI 10.1016/S1470-2045(25)00492-9

Wie fördern Sie die persönliche und fachliche Entwicklung in Ihrem Team?

Ich versuche, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Verantwortung übernommen werden kann, ohne Angst vor Fehlern zu haben.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Der Krieg mit den Molchen – aktueller denn je.

Mit welchem Song wachen Sie in der Früh am liebsten auf?

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt – Danger Dan.

In der Gesundheitspolitik gibt es viele Baustellen. Was sollte als Erstes angepackt werden?

Digitalisierung ist für mich kein Selbstzweck, sondern die Chance, Medizin effizienter und patientenorientierter zu machen. Wenn Daten sinnvoll vernetzt werden, gewinnen wir vor allem eines: mehr Zeit für die Menschen.

Wie gehen Sie mit Frustrationen um?

Ich versuche, die Ursache der Frustration zu verstehen und zu überlegen, ob und wie ich die Situation konkret verbessern kann.

Drei Dinge, die Ihnen am Herzen liegen?

Verlässlichkeit, Empathie und Offenheit

Wo werden sie schwach?

Wenn meine Kinder lachen.

Was bringt Sie zum Lachen?

Situationskomik

Was gehört für Sie zu einem gelungenen Tag?

Zeit mit meiner Familie, Zeit im OP, etwas Gutes zu essen – und ein Moment der Ruhe.

Muss eine Chirurgin/ein Chirurg Optimismus ausstrahlen?

Ich glaube, Zuversicht ist wichtig – besonders in Situationen, die für Patientinnen und Patienten mit Angst verbunden sind. Gleichzeitig sollten wir immer ehrlich und realistisch bleiben.

Dr. med. Janina Deyng

Fachärztin für Neurochirurgie

Beisitzerin Die Chirurginnen e. V.

Verheiratet, 2 Kinder, Bibliotheks-begeistert,

Oberärztin am Klinikum Merheim, Kliniken der Stadt Köln

Die Fragen stellte Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Schmitz-Rixen.

Thomas Schmitz-Rixen

GeneralsekretärDeutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)Luisenstraße 58/5910117Berlin

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