Alle Artikel von Prof. Dr. med. Peter Mailänder

Rezension: Anatomie und Biomechanik der Hand

Anatomie und Biomechanik der Hand
Bernhard Hirt, Harun Seyhan,Michael Wagner, Rainer Zumhasch
3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2014
128 S. , 130 Abb. , gebunden
ISBN: 9783131665133, 59,99 Euro
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Anatomie und Biomechanik der Hand gibt auf 126 Seiten mit 149 Abbildungen einen kurzen Überblick über die Grundlagen der Anatomie und der Biomechanik der Hand.

Das erste Kapitel befasst sich mit der Anatomie und der funktionellen Anatomie der Hand. Nach einer Einleitung werden der Aufbau und die Funktion des proximalen und distalen Radioulnargelenkes erklärt. In einem weiteren Kapitel geht es um das Handgelenk und die Bewegungsachsen. Schließlich widmet sich ein Kapitel dem Daumen, der Mittelhand und den Fingergelenken. Positiv fällt auf, dass anatomische Zeichnungen, Röntgenbilder, erklärende Skizzen und intraoperative Bilder zu einem Thema gemeinsam behandelt werden. Hinter jedem Komplex gibt es einen Absatz Praxis, in dem die klinische Bedeutung der zuvor beschriebenen anatomischen Strukturen, z. B. bei Frakturen und Luxationen, speziell erklärt wird. Dieser didaktische Schachzug führt dazu, dass der Leser die zuvor beschriebenen, trockenen Fakten besser aufnehmen und nachvollziehen kann. Besonders wichtige Details werden in einem Punkt Merke nochmals farblich hervorgehoben. Sie können dadurch in ihrer Bedeutung besser verstanden werden.

Besonders viel Raum geben die Autoren dem Handgelenk bzw. der Handwurzel und der komplexen Biomechanik dieses bedeutenden Gelenkes. Die wichtigen Winkelmessungen und Bandverbindungen werden ausführlich beschrieben und verständlich erklärt. Positiv hervorzuheben ist, dass nach kurzen erläuternden Passagen stets Zusammenfassungen und praktische klinische Anwendungen folgen.

In Abbildungen sind z. B. die verschiedenen Bandsysteme des Handgelenkes und der Handwurzel auch in ihrer Wertigkeit didaktisch gut aufbereitet. Neben der Anatomie des Skelettes sowie der einzelnen Knochen und Bandverbindungen werden die einzelnen Muskeln von Unterarm und Hand genau beschrieben, in übersichtlichen Abbildungen veranschaulicht und in ihrer Funktion klar nachvollziehbar erklärt.

Detailliert wird auf die Arthrokinematik des Handgelenkes im spezifischen eingegangen. Ein eigener Abschnitt befasst sich mit der Anatomie und den daraus entstehenden funktionellen Besonderheiten von Beuge- und Strecksehnen. Die Nervenversorgung der Hand wird anhand von übersichtlichen umfassenden Abbildungen für die einzelnen Stammnerven anschaulich verdeutlicht. Die Besonderheiten der Anatomie und Funktion des Daumenstrahls werden umfassend thematisiert. Ausführlich besprechen die Autoren die sich daraus ergebenden praktischen Konsequenzen für die wichtigsten Erkrankungen des Daumenstrahls. Sie gehen dabei gezielt ein auf die wichtigen Erkrankungen, die sich z. B. aus der Anatomie der Palmaraponeurose beim Morbus Dupuytren ergeben, sowie auf die Besonderheiten des Karpalkanales und der Guyon’schen Loge. Die Besonderheiten der Grund-, Mittel- und Endgelenke in ihrem Aufbau und die sich daraus ergebenden funktionellen Konsequenzen für Mobilisierung und Immobilisierung werden anschaulich erklärt.

Im zweiten Kapital werden die Anatomie in vivo von Strukturen an Unterarm und Hand dargestellt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erklärung der topographischen Anatomie und ausführlichen Zeichnungen. Die in der Tiefe verborgenen anatomischen Strukturen werden auf der Haut sichtbar gemacht. Das Buch enthält eine praktische Anleitung für das Tasten bestimmter Punkte und damit verbundener anatomischer Strukturen. Dabei wird vor allem die Anatomie der Beuge- und Strecksehnen thematisiert. Die angewandte Anatomie wird exemplarisch an der topographischen Anatomie der Unterarmmuskulatur proximal in Höhe des Ellenbogengelenkes dargestellt. Die sich daraus ergebende Konsequenz, z. B. für die Epicondylitis wird nachvollziehbar aufgezeigt. Besonders einprägsam sind die anatomischen Zeichnungen auf der Haut, die die darunter liegenden Strukturen lokalisieren und erklären.

Am Ende findet der Leser eine Literaturübersicht der wichtigsten zitierten Arbeiten sowie ein Sachverzeichnis. Das Buch ist eine didaktisch gut aufbereitete und wertvolle Darstellung der Anatomie und Biomechanik der Hand. Es eignet sich die Aus- und Weiterbildung von Physio- und Ergotherapeuten sowie von Angehörigen der Krankenpflegeberufe. Für Studierende der Medizin und junge Ärztinnen und Ärzte bildet es eine gute Grundlage zum Einstieg in die Thematik.

Mailänder P. Rezension: Anatomie und Biomechanik der Hand. Passion Chirurgie. 2015 August; 5(8): Artikel 03_07.

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Rezension: Chirurgie der Hand – Der Notfall

Chirurgie der Hand – Der Notfall
Hrsg. von Michel Merle, Gilles Dautel und Stefan Rehart
im Thieme Verlag in der 2. Auflage, 2011
400 Seiten, 1140 Abbildungen
ISBN: 978-3131065728, 49,99 Euro
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Das o. g. Lehrbuch stellte eine vollständige Überarbeitung und Erweiterung des in der ersten Auflage erschienenen Buches dar. Das Werk hat 388 Seiten und enthält 1140 Abbildungen sowie 11 Tabellen. Insgesamt haben 17 Autoren an dem Buch mitgewirkt.

Das erste Kapitel befasst sich mit den regionalen Anästhesieverfahren an der oberen Extremität. Hierbei werden die allgemeinen Regeln zur Vorbereitung bei Operationen und speziell handchirurgischen Eingriffen erläutert. Insbesondere wird auf die Problematik der ambulanten Operation eingegangen. Es folgt eine Erklärung der verwendeten Medikamente und der entsprechenden Geräte zur Neurostimulation. Ausführlich wird über die einzelnen peripheren Nerven anatomisch berichtet. Die entsprechenden Lokalisationen, insbesondere für die supraclaviculäre und infraclaviculäre sowie axilläre Plexusanästhesie des Armes, werden anatomisch genau erklärt. Die klassischen Nervenblockaden distal des Plexus brachialis werden in schönen Abbildungen klar dargestellt.

Im zweiten Kapitel wird Allgemeines über die Physiologie und Pathophysiologie der Lappenperfusion bzw. der Mikroperfusion dargestellt. Insbesondere wird auf den Ischämiereperfusionsschaden bei der Übertragung freier Gewebetransplantate eingegangen. In einem Technikkapitel werden Instrumente und Nahtmaterial in schönen Abbildungen vorgestellt. Es folgt ein allgemeines Kapitel mit strategischen Überlegungen bei insbesondere schweren Verletzungen und allgemeinen Überlegungen zur Rekonstruktion der beschädigten Handfunktionen.

Im fünften Kapitel wird konkret auf die Gelenkverletzungen mit Distorsion und Luxation eingegangen. Hier kommt dem Daumengrundgelenk mit der Verletzung des „Skidaumens“ eine besondere Aufmerksamkeit zu. Zum Zweiten werden Mittelgelenksverletzungen und deren Problematik sowohl bei operativer als auch bei konservativer Therapie ausführlich erklärt. Luxationen der Karpometakarpalgelenke als besonders schwerwiegende und folgenreiche Verletzungen werden gesondert behandelt. Insbesondere wird auf die bildgebende erweiterte Diagnostik zur raschen Verifizierung dieser Verletzung eingegangen, ganz aktuelle Operationsverfahren werden nebeneinandergestellt und Vor- und Nachteile geschildert. Insbesondere die Behandlung von speziellen Gelenkverletzungen am Mittelgelenk mit dem Ligamentotaxor werden ausführlich erklärt. Klassische Verfahren wie die Drahtosteosynthese sowie Miniplatten- und Schraubenosteosynthesen werden folgerichtig erwähnt.

Ein eigenes Kapitel befasst sich mit den Verletzungen von Blutgefäßen, insbesondere mit Revaskularisationen und Replantationen, wobei auf die Besonderheit der mikrochirurgischen Technik und die Problematik der kurzen Anoxämiezeiten eingegangen wird.

Das Kapitel neun befasst sich mit der Defektdeckung bei Hautschäden. Hier werden von Fingerkuppendefekten mit konservativer Behandlung und entsprechend guten Ergebnissen bis über die klassischen Lappenplastiken zur neurovaskulären Rekonstruktion entsprechender Hautanteile vorgestellt. Dieses Kapitel ist besonders schön durch farbige Abbildungen und erklärt viele Varianten für die einzelnen möglichen Defekte. Die Autoren verfügen über eine große klinische Erfahrung, sodass für eigentlich jeden speziellen Fall eine Lösung für den Leser angeboten wird.

Ein besonderes Kapitel ist den großen Substanzdefekten an der Hand gewidmet. Hier wird z. B. die klassische Leistenlappenplastik ebenso wie die kombinierte mikrochirurgische Rekonstruktion unter Verwendung verschiedener Gewebeanteile erklärt. Es werden ausgedehnte Verletzungen gezeigt mit entsprechender Notwendigkeit des radikalen Debridements und der Deckung von komplett denudierten Arealen im Bereich der Hohlhand oder auch im Bereich des gesamten Handrückens. Vor- und Nachteile der klassischen und mikrochirurgischen Operationsverfahren werden gegeneinander abgewogen. Die Abbildungen sind von guter Qualität und didaktisch aufgearbeitet. Auch hier werden für fast alle möglichen Defekte, Lösungen mit zum Teil aufwändigen Operationsverfahren und kombinierten Transplantaten ausführlich mit gutem, überzeugendem Bildmaterial gezeigt. Taktische Überlegungen bei der Rekonstruktion großer neurovaskulärer Defekte auf die Palmar- und Dorsalseite der Hand werden ausführlich erklärt.

Das Kapitel 10 befasst sich mit den Beugesehnenverletzungen. Hierbei werden von der Schnittführung bis zu den unterschiedlichen Nahttechniken in den verschiedenen Regionen der Sehnenverletzung alle Varianten der Beugesehnennaht und auch der Beugesehnenrekonstruktion durch zweizeitige Transplantation erklärt. Besonderer Wert wird auf die Nachbehandlung mit Frühmobilisierung und intensiver krankengymnastischer und ergotherapeutischer Behandlung gelegt.

Das darauffolgende Kapitel behandelt in Analogie und gleicher Ausführlichkeit und Akribie die Rekonstruktionstechniken bzw. Nahttechniken bei Verletzungen der Strecksehnen.

Im 12. Kapitel wird auf die Amputationstechniken eingegangen. Ein gesondertes Kapitel behandelt die in der Praxis häufig vorkommenden Verletzungen des Fingernagels und des umgebenden Gewebes. Hier werden besondere OP-Techniken, die in der Praxis eine große Bedeutung haben, ausführlich mit gutem Bildmaterial gezeigt.

Das Kapitel 14 behandelt die Verletzung peripherer Nerven, wobei zunächst die anatomischen und physiologischen Grundlagen sowie die diagnostischen Probleme erklärt werden. Über die Mikroanatomie der Nerven werden die verschiedenen Möglichkeiten der Nervenkoaptation, der Nervenüberbrückung und insbesondere der Nerventransplantation durch autologes Gewebe erklärt.

Der Verletzung der Fingeramputation ist ein spezielles Kapitel zur Technik der Fingerreplantation gewidmet. Hier werden alle Schritte der Replantation von Osteosynthese über Sehnennähte bis zur Versorgung der neurovaskulären Strukturen ausführlich erklärt. Spezielle taktische Tipps werden gegeben, und anhand von schönen klinischen Beispielen wird die immense Bedeutung, die die Replantationschirurgie heute auch noch hat, dargestellt.

Das Kapitel 16 behandelt die Replantation der Hand mit der Problematik der Anoxämiezeit und der besonderen Verantwortung des Operateurs für das weitere Schicksal des Patienten. Hier werden auch realistische Angaben zu den erreichbaren Funktionen nach solchen Operationen gegeben.

Im Kapitel 17 wird die Fingerbank, eine praktische Nutzung von Geweben, die man zur Rekonstruktion verlorener Anteile der Hand benutzen kann, aufgezeigt. Insbesondere bei schweren Verletzungen bietet es sich an, Anteile der nicht zu erhaltenden Finger und Hand zur Rekonstruktion anderer Anteile primär zu verwenden, sodass die Entnahme von Nerven-, Sehnen-, Haut- und Knochentransplantaten an anderer Stelle dem Patienten erspart werden kann.

Der in der Handchirurgie sehr wichtigen postoperativen Verbandstechnik wird das letzte Kapitel gewidmet. Ein ausführliches Sachverzeichnis schließt dieses rundherum gelungene Lehrbuch der Handchirurgie für den handchirurgischen Notfall in guter Qualität ab.

Das vorliegende Werk kann den in der Handchirurgie Tätigen vorbehaltlos empfohlen werden.

Mailänder P. Rezension: Chirurgie der Hand – Der Notfall. Passion Chirurgie. 2012 April; 2(04): Artikel 03_07.

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Editorial: Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die Plastische Chirurgie gründet sich auf die vier Säulen der rekonstruktiven, der ästhetischen, der Hand- und der Verbrennungschirurgie. Daran wird deutlich, daß ein breites Spektrum chirurgischer Fertigkeiten mit den dazugehörigen Kenntnissen der Anatomie und Physiologie im Rahmen der Aus- und Weiterbildung weitergegeben und erlernt werden müssen. Um so wichtiger erscheint es uns, darauf hinzuweisen, daß eine basischirurgische Ausbildung zu Beginn der Weiterbildung unverzichtbar ist. Schon im Rahmen des Medizinstudiums sollten alle Studierenden die Möglichkeit erhalten, das Fach der Plastischen Chirurgie kennen zu lernen.

Während in den Medien und im Bewusstsein der Öffentlichkeit das Bild der Plastischen Chirurgie im wesentlichen durch die Ästhetische Chirurgie geprägt wird, sieht der klinische Alltag der Plastischen Chirurgen in Praxen und Kliniken häufig ganz anders aus. Die rasante Entwicklung aller chirurgischer Disziplinen in den letzten Jahrzehnten, die Fortschritte der Intensivmedizin und die Veränderung der Altersstruktur unserer Bevölkerung stellen große Herausforderungen insbesondere an die rekonstruktive Plastische Chirurgie. Gerade in diesem Bereich kann die Lebensqualität nach Unfällen oder nach Tumorresektionen durch frühzeitige Wiederherstellung von Funktionen und Ästhetik erheblich verbessert werden.

Aus dem breiten Spektrum der Plastischen Chirurgie ergeben sich für die jungen Ärztinnen und Ärzte viele Freiheitsgrade für ihre spätere Tätigkeit. Ein Berufsleben kann gleichermaßen erfüllt sein, ob man in einer Praxis, einer kleinen oder mittelgroßen Klinik oder in einem Haus der Maximalversorgung arbeitet.

Eine besondere Rolle spielt die Versorgung schwerbrandverletzter Patienten in der Plastischen Chirurgie. Auch heute noch gehört es zu den größten Herausforderungen, Patienten mit Brandverletzungen in einer Ausdehnung von mehr als 50 % der Körperoberfläche erfolgreich zu behandeln. In der Zusammmenarbeit mit fast allen Fachdisziplinen erhalten junge Ärztinnen und Ärzte einen einzigartigen Einblick in das komplexe Wissen, welches zur Behandlung Schwerbrandverletzter unerlässlich ist. Sie lernen den Umgang mit Grenzsituationen und schwierigen ethischen Fragestellungen und sie gehen nach unserer Meinung aus solch einer Ausbildung auch menschlich und moralisch gestärkt in ihr weiteres Berufsleben.

Schwerpunkte dieser Ausgabe sind die Defektdeckung nach dem Auftreten von Dekubitalulzera, die rekonstruktiven Möglichkeiten in der interdisziplinären Therapie von Weichteilsarkomen und nicht zuletzt die Mammaaugmentation als eine der häufigsten Operationen in der Ästhetischen Chirurgie. Dekubitalulzera treten bei jungen Patienten nach schweren Unfällen z. B. bei Querschnittlähmungen aber auch nach langer Intensivtherapie auf. Bei älteren Menschen sind Frakturen besonders am proximalen Femur oder Immobilität nach schweren Erkrankungen die Ursachen. Nach einem radikalen Debridement kann hier die Defektdeckung ein- oder zweizeitg erfolgen. Die sicheren lokalen myokutanen Lappenplastiken aus der Glutealmuskulatur oder der Oberschenkelrückseite gewährleisten eine hohe Druckbelastung und hohe Durchblutungsqualität. Wesentlich für das postoperative Ergebnis ist die Nachbehandlung in speziellen druckentlastenden Betten.

Die rekonstruktiven Operationsverfahren nach der Resektion von Weichteilsarkomen stellen sehr hohe Anforderungen an die Plastische Chirurgie. Nach Diagnosesicherung durch Probeexzision (PE) (evtl. Zweitmeinung), lokaler Bildgebung und Staging werden in der Tumorkonferenz die Strategien festgelegt. Nach Tumorresektion mit Sicherheitsabstand erfolgt ein- oder zweizeitig die oft aufwändige primäre funktionelle Rekonstruktion. Hierbei müssen Aspekte der Lebenserwartung der Patienten, aber auch eine postoperative Strahlentherapie und Chemotherapie berücksichtigt werden.

Die Mammaaugmentation ist eine medienwirksame und oft spektakuläre ästhetisch chirurgische Operation. Für die betroffenen Patientinnen erfüllt sie häufig einen lange gehegten Wunsch der Erhöhung der Attraktivität ihres Körpers. Durch moderne Implantate sind die materialbedingten Komplikationen seltener geworden. Trotzdem erfordert dieser Eingriff eine ehrliche Aufklärung über die Risiken (z. B. Kapselfibrose).

Die Plastische Chirurgie bietet viele motivierende und konstruktive Möglichkeiten im Konzert der chirurgischen Disziplinen.

Mailänder P. Editorial Plastische Chirurgie. Passion Chirurgie. 2011 Dezember; 1(12): Artikel 01_01.

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Editorial: Plastische und Handchirurgie – zwei starke Partner

Die Fachgebiete der plastischen Chirurgie und der Handchirurgie haben in den letzten 20 Jahren in Deutschland eine erstaunliche Entwicklung genommen. Während die Vertreter dieser Disziplinen früher als seltene Exoten galten, haben beide Fachgebiete in der Versorgung der Bevölkerung, aber auch in der akademischen Aus- und der ärztlichen Weiterbildung einen festen Platz erhalten. Die Handchirurgie hat eine Vorbildfunktion für die Umsetzung interdisziplinärer Konzepte, weil ihre Mitglieder aus den verschiedenen Fachgebieten der Chirurgie, der Unfallchirurgie, der Orthopädie, der Kinderchirurgie und der plastischen Chirurgie stammen. Die Weiterbildungsseminare der Handchirurgen beim BDC haben mit die beste Resonanz aller Veranstaltungen.

Die plastische Chirurgie ist gerade im Bereich der rekonstruktiven Chirurgie ein wichtiger Bestandteil in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit allen chirurgisch Tätigen in Deutschland und darüber hinaus geworden. Aufwändige plastisch-chirurgische Rekonstruktionen nach angeborenen Fehlbildungen, posttraumatischen oder nach Tumorentfernung entstandenen Defekten gehören heute schon zum Standard einer modernen Klinik. Im Bereich der ästhetischen Chirurgie liegt die Verantwortung für eine ehrliche und solide Arbeit bei der Fachgesellschaft. Die sehr anspruchsvolle Behandlung von Schwerbrandverletzten stellt eine besondere Spezialität unseres Fachgebietes dar. Hier wird in Zusammenarbeit mit Chirurgen, Kinderärzten, Kinderchirurgen, Anästhesisten und Intensivmedizinern eine besonders schwere und belastende Arbeit geleistet. Im Rahmen dieser und einer weiteren Ausgabe von Passion Chirurgie soll ein Überblick über unser Leistungsspektrum im Konzert der Chirurgie gegeben werden.

Mailänder P. Plastische und Handchirurgie – zwei starke Partner. Passion Chirurgie. 2011 August; 1(8): Artikel 01_01.

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