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News vom BDC|Sport-Team

Das offizielle BDC-Trikot

Die offizielle Teambekleidung der BDC-Sportinitiative „Running Surgeons“ können Sie beim BDC bestellen. Trikot und Hose (kurz) bestehen aus atmungsaktivem Funktionsmaterial und halten Sie auch beim Ausdauersport angenehm trocken. Das „Running-Surgeons-Trikot“ wurde speziell für den BDC in kleiner Auflage hergestellt. Sie erhalten ein funktionales Unikat, das Ihnen lange Freude machen wird.

Bestellung des BDC-Trikots

Online bestellen unter www.bdc-shop.de

Für Rückfragen:
Tel.: 030/28004 – 100
Post an: BDC e.V., Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin

Folgende Angaben sind nötig:

  • Name, Vorname
  • Anschrift
  • BDC-Mitgliedsnummer
  • Anzahl und Trikotgröße (fallen klein aus): S – M – L – XL – XXL
  • Trikotwunsch:

Funktionsshirt Woman (19,90 €)

Funktionsshirt Man (19,90 €)

Funktionshose Woman/Man (19,90 €)

Kombi (Shirt und Hose) Woman (29,90 €)

Kombi (Shirt und Hose) Man (29,90 €)

Auszeichnungen und Ernennungen von BDC-Mitgliedern – 1. Quartal 2012

Aus Passion Chirurgie 01/2012

Dr. med. Martin Adolph ist seit Januar 2012 neuer Chefarzt der Gefäßchirurgie am Städtischen Klinikum Neunkirchen.

Dr. med. Lutz Arnold ist seit August 2011 neuer Chefarzt der Abteilung Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie am Kreiskrankenhaus Kirchberg.

Dr. med. Doris Beißel ist seit Januar 2012 neue Chefärztin der Viszeralchirurgie am Katholischen Krankenhaus Hagen gGmbH.

Dr. med. Christian Clausen ist seit Januar 2012 neuer Chefarzt der Abteilung Unfall-, Hand, Fuß und wiederherstellende Chirurgie an der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg.

Prof. Dr. med. Roland Croner, geschäftsführender Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Universitätsklinik Erlangen, wurde im Juli 2011 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Dr. med. Dolores de Mattia ist seit Dezember neue Chefärztin der Gefäßchirurgie am Krankenhaus Pfullendorf.

Prof. Dr. med. Alois Fürst, Direktor der Klinik für Chirurgie am Regensburger Caritsas-Krankenhaus St. Josef, wurde im September 2011 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Prof. Dr. med. Bruno Geier, Chefarzt der Abteilung für Gefäßchirurgie und Phlebologie am Bethanien-Krankenhaus in Moers, wurde eine außerplanmäßige Professur verliehen.

Dr. med. Kay Großer ist seit Juli 2011 neuer Chefarzt der Kinderchirurgie des Helios Klinikums Erfurt.

Dr. med. Mathias Schelden ist neuer Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Bauchchirurgie am Kreiskrankenhaus St. Ingbert.

Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Steurer ist neuer Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart.

Dr. med. Elke Wagler ist seit August 2011 neue Chefärztin der Abteilung Onkochirurgie am St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen.

Aus Passion Chirurgie 02/2012

Dr. med. Andrea Beuleke ist seit Januar diesen Jahres neue Chefärztin der Abteilung für Allgemein- u. Viszeralchirurgie am Klinikum Grossburgwedel in der Region Hannover.

Prof. Dr. med. Peter Büchler, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirugie am Klinikum Kempten, wurde von der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität München zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Dr. med. Holger Dießel ist neuer Chef der chirurgischen Abteilung am Krankenhaus St.-Josef-Stift in Delmenhorst.

Priv.-Doz. Dr. med. Bertram Illert ist seit Januar 2012 neuer ärztlicher Direktor der Sana Klinik Eutin.

Dr. med. Ursula Kempf ist seit Januar 2012 neue Chefärztin der Klinik für Gefäßchirurgie am HELIOS Klinikum Siegburg.

Prof. Dr. med. Brigitte Kipfmüller ist seit Februar 2012 Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus in Köthen.

Dr. med. Lars Kock ist seit Januar 2012 Chefarzt der neugegründeten Klinik für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie im Herz- und Gefäßzentrum am Albertinen-Krankenhaus Hamburg.

Priv.-Doz. Dr. med. Roger Kuhn ist seit Oktober 2011 der Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am marienhospital in Bottrop.

Prof. Dr. med. Habil. Frank Marusch ist seit Januar 2012 zum Chefarzt der Abteilung für Koloproktologie, Minimalinvasive Chirurgie und Hernienchirurgie an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

Dr. med. Kai Mehlhase ist seit Dezember 2011 Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- u. Gefäßchirurgie am HELIOS Klinik in Rottweil.

Dr. med. Martin Oechsner ist seit Januar 2012 neuer Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus in Rotenburg a. d. Fulda.

Dr. med. Andreas Rasp ist seit Oktober 2011 neuer Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Asklepios Stadtklinik in Bad Tölz.

Dr. med. Matthias Richter ist seit Januar 2012 Chefarzt der Chirurgie am St. Vinzenz-Krankenhaus in Altena.

Priv.-Doz. Dr. med. Klaus-Peter Riesener leitet seit Januar 2012 auch die Chirurgie am Sixtus-Hospital Haltern.

Dr. med. Alfons Scherber ist neuer Chefarzt der Gefäßchirurgie am Knappschafts-Krankenhaus in Püttlingen.

Dr. med. Farhad Schahmirzadi ist seit Januar 2012 neuer Chefarzt der Abteilung Chirurgie am Sertürner-Krankenhaus in Einbeck.

Aus Passion Chirurgie 03/2012

Dr. med. Heike Bien ist seit Februar 2012 neue Chefärztin für Allgemein- und Gefäßchirurgie des Bördekrankenhauses Neindorf.

Dr. med. Andreas Comman ist seit März 2012 neuer Chefarzt des chirurgischen Fachbereichs für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Klinik Bogen.

Prof. Dr. med. Ch. Josten, Chefarzt der Abteilung für Unfall-, Wiederherstellungs- und Plastischen Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Priv.-Doz. Dr. med. Roger Kuhn ist seit Oktober 2011 Leiter der chirurgischen Klinik des Marienhospitals in Bottrop.

Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Leiter der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum der Goethe-Universität, ist nun auch neuer Leiter der Sektion Grundlagenforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Dr. med. Dieter Richter leitet seit August 2011 die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall.

Dr. med. Susanne Rudisch ist neue Chefärztin der Allgemein und Viszeralchirurgie am Krankenhaus in Lauf.

Dr. med. Rupertus Schnabel ist neuer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Clemens-Hospital in Geldern.

Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Sido ist neuer Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Elisabeth Gemeinschaftskrankenhaus in Bonn.

Dr. med Bernd Wittner ist neuer leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Diakonie-Klinikums in Halle

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen gratuliert seinen Mitgliedern zu den Auszeichnungen, Ernennungen und neuen Funktionen.
Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn sich für Sie beruflich etwas ändert. Senden Sie uns einfach eine kurze Nachricht mit Ihrer neuen Funktion und wir veröffentlichen die Neuigkeiten an dieser Stelle, gerne auch mit Ihrem Foto. Bitte schreiben Sie an passion_chirurgie@bdc.de.

Berufsunfähigkeit bei Chirurgen

Die steigende Lebenserwartung und die damit einhergehende Verlängerung der Lebensarbeitszeit bringt ein erhöhtes Risiko mit sich, berufsunfähig zu werden. Betroffen sind alle Berufsgruppen – und Chirurgen in besonderem Maße.

Ein Chirurg steht unter großem körperlichem und seelischem Stress – und das meist über Jahre seines Lebens hinweg. Er muss sich oft stundenlang konzentrieren und erbringt Hochleistungsarbeiten, die nicht nur seine Augen, sondern auch seine feinmotorischen Fähigkeiten enorm beanspruchen. Die Anforderungen seines Berufs gehen in der Regel nicht spurlos am Chirurgen vorüber.

Die mit fast 30 % häufigste Ursachen für Berufsunfähigkeit bei Ärzten sind die Nerven und die Psyche: Zu nennen sind hier z. B. Burnout oder verschiedene Nervenerkrankungen wie etwa das Karpaltunnelsyndrom oder die Trigeminusneuralgie.

Während Krebserkrankungen häufig erst im höheren Alter auftreten, sind Erkrankungen des Bewegungsapparates vielfach auch schon bei jüngeren Chirurgen zu beklagen. Die Beschwerden lassen sich häufig auf die zum Arztberuf gehörende Zwangshaltung, z. B. bei chirurgischen Eingriffen, zurückführen. Langes Stehen oder eine unbequeme, belastende Kopf-, Nacken-, Rücken- oder Armhaltung schaden dem Bewegungsapparat. Gerade bei einer hohen Arbeitsdichte können Chirurgen oftmals nicht auf eine ergonomische Arbeitsposition achten.

Etwas weniger häufig, aber für Chirurgen besonders brisant, sind Infektionen, wie z. B. (chronische) Hepatitis B. Hat die zuständige Behörde (z. B. das Gesundheitsamt) wegen einer chronischen Infektionskrankheit ein Berufsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) ausgesprochen, muss der Chirurg ggf. sein ärztliches Tätigkeitsfeld wechseln. Eine berufliche Neuorientierung kann mit finanziellen Einbußen verbunden sein. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung mit Infektionsklausel für Humanmediziner zahlt zu 100 % bereits bei einem für mindestens sechs Monate verhängten Berufsverbot.

Zwar kann man einer Berufsunfähigkeit durch einen gesunden Lebenswandel vorbeugen, aber man kann sie letztlich nicht verhindern. Gegen die finanziellen Folgen kann man sich absichern.

Reicht die Absicherung über das Versorgungswerk?

Berufsunfähigkeit bedeutet, dass man seinen Beruf – aus welcher Ursache auch immer – nicht mehr ausüben kann. Während Unfallversicherungen lediglich nach Unfällen greifen, besteht ein Leistungsanspruch bei einer privaten oder berufsständischen Berufsunfähigkeitsabsicherung unabhängig von der Ursache (bei Krankheit, Unfall und auch bei Kräfteverfall).

Das Versorgungswerk bietet zwar eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung speziell für ärztliche Tätigkeiten, sichert aber nur den „schlimmsten Fall“ ab. Während der berufsständische Berufsunfähigkeitsschutz erst greift, wenn eine 100 %-ige Berufsunfähigkeit für ärztliche Tätigkeiten vorliegt (gilt für alle ärztlichen Tätigkeiten), zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherungen bereits dann die volle Leistung, wenn eine 50 %-ige Berufsunfähigkeit besteht. Im Gegensatz zur berufsständischen Absicherung orientiert sich die private Berufsunfähigkeitsversicherung an der tatsächlich ausgeübten ärztlichen Tätigkeit (mit Tätigkeitsbeschreibung).

Die private Berufsunfähigkeitsrente dient der Absicherung des Lebensstandards bereits bei partieller Berufsunfähigkeit. Ärzte sorgen damit für den Fall vor, dass Vollzeitarbeit für sie nur noch durch eine berufliche Neuorientierung im ärztlichen Berufsfeld möglich ist. Ein solcher Schritt erfordert in der Regel finanzielle Mittel, die mitunter aus vorhandenem Vermögen aufgewendet werden müssen.

Für Chirurgen mit Familie und/oder anderweitigen laufenden Verpflichtungen ist die Sicherung des Lebensstandards – bei partieller oder voller Berufsunfähigkeit – existenziell.

Worauf ist bei der Wahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten?

Bei der Entscheidung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, ist der Preis für die meisten Kunden das wichtigste Kriterium. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Im Markt gibt es Berufsunfähigkeitsversicherungen, die sich in Qualität und Leistung deutlich unterscheiden.

Eine einfache Basis-Berufsunfähigkeitsversicherung ist nur wenige Euro preiswerter als eine erweiterte Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausgezeichneten Leistungen, bietet aber weit weniger. Zwar enthalten die meisten Basis-Berufsunfähigkeitsversicherungen keine abstrakte Verweisung mehr („abstrakte Verweisung“ bedeutet, dass der Versicherer die Leistung verweigern kann, wenn der berufsunfähige Chirurg auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann), dafür sehen sie aber einen Prognosezeitraum von 36 Monaten vor.

Kaum ein Facharzt wird, beispielsweise bei Burnout oder Depressionen, eine Krankheitsdauer von mindestens 36 Monaten prognostizieren. Der Prognosezeitraum macht es damit bei vielen Erkrankungen unmöglich, die Berufsunfähigkeitsrente von Beginn an zu beantragen.

Auf der Suche nach der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Ärzte daher auf folgende Aspekte achten, die ein Zeichen für höchste Qualität sind:

  • Finanzstärke des Versicherers
  • ausgezeichnete Bedingungsqualität des Produktes
  • günstiger Anbieter aus dem Gesamtmarkt für den ausgeübten Beruf
  • Prognosezeitraum sechs Monate
  • keine abstrakte Verweisung
  • weltweiter Versicherungsschutz
  • Infektionsklausel für Humanmediziner (berufsunfähig wird ein Mediziner auch durch ein Berufsverbot wegen einer Infektion, z. B. chronische Hepatitis B)
  • keine Arztanordnungsklausel (schmerzhafte Eingriffe kann der Versicherer nicht verlangen, selbst wenn eine Heilungschance besteht; der Betroffene entscheidet selbst)
  • Pflicht zur zeitnahen Information über den Stand der Leistungsprüfung (Schutz vor Verschleppung der Leistungsprüfung)
  • Verzicht auf befristetes Leistungsanerkenntnis (Schutz vor wiederholter Antragstellung auf Leistung)
  • Verzicht auf Meldeverpflichtung während des Leistungsbezugs

Nur für BDC-Mitglieder und einzigartig am Markt: Kostenübernahme für professionelle und unabhängige Begleitung der Antragstellung.

Der BDC hat für seine Mitglieder einen qualitativ hochwertigen Berufsunfähigkeitsschutz zu einem sehr günstigen Preis und mit einzigartigen Extras verhandelt.

Ist Berufsunfähigkeitsschutz steuerlich gefördert?

Der private Berufsunfähigkeitsschutz ist heute kaum noch steuerlich absetzbar, da bei Vorsorgeaufwendungen zunächst die Krankenversicherung mit dem vollen Basisbeitrag abgesetzt wird. Damit ist der Vorsorge-Höchstbetrag in der Regel ausgeschöpft. Zudem sinkt der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen jährlich. Im Jahr 2020 wird er für Angestellte nurmehr 1.900 Euro und für Freiberufler und Selbstständige 2.400 Euro p. a. betragen.

In Kombination mit einer Basisrente fördert der Staat Berufsunfähigkeitsschutz aber zukünftig mit bis zu 40 %.

Deshalb ist es finanziell attraktiv, die Berufsunfähigkeitsversicherung in eine Basisrente einzubinden. Auf diese Weise kann der Beitrag steuerlich geltend gemacht werden. Die steuerliche Absetzbarkeit steigt jedes Jahr um 2 % und erreicht im Jahr 2025 100 %. Im Leistungsfall erhöht sich dadurch der steuerpflichtige Anteil. Die Absicherung sollte daher etwas höher ausfallen als bei einer nicht geförderten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Auch für BDC-Mitglieder ist der besondere BDC-Berufsunfähigkeitsschutz jetzt über eine Basisrente steuerlich absetzbar. Der BDC hat seine Rahmenvereinbarung um die Basisrente erweitert.

Da Berufsunfähigkeitsversicherungen sehr komplex sind, ist es nicht empfehlenswert, selbst und auf eigene Verantwortung Verträge abzuschließen. Erfahrene Berater wissen, worauf es ankommt. Auf der sicheren Seite ist, wer den Berufsunfähigkeitsschutz über einen Makler wie den BDC-Versicherungsservice abschließt. Der Makler steht per Gesetz auf der Seite des Kunden und haftet im Schadenfall.

Ecclesia. Berufsunfähigkeit bei Chirurgen. Passion Chirurgie. 2012 Januar; 2(1): Artikel 04_01.

Bericht Workshop ‘Chirurgie zum Mitmachen’ am 22.10.2011 in Berlin

Erfahrungsbericht eines Kursteilnehmers

Dass die Chirurgie ein Fach mit Nachwuchsproblemen ist, ist sicherlich nicht jedem Mediziner bewusst. In den ersten Semestern sprechen noch viele Studenten von einem Traumjob in der Chirurgie, doch mit Fortschreiten des Studiums nimmt dieser Wunsch zunehmend ab. Zu sehr sind viele Studenten von den Arbeitszeiten, dem harten Umgangston oder der strengen Hierarchie abgeschreckt worden. Die in Deutschland durchgeführten Operationen werden in den kommenden Jahren steigen, nur wer soll diese durchführen? Laut aktuellen Hochrechnungen ist der zukünftige Bedarf an Chirurgen nicht gedeckt. So ergibt sich für die kommenden Absolventen zwar ein positiver Jobmarkt, doch das Grundproblem bleibt bestehen.

Um dem entgegenzutreten wurde die Nachwuchsförderung unter dem Titel „Nur Mut! Kein Durchschnittsjob: ChirurgIn“ vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) ins Leben gerufen und die Workshops sind seither bestens besucht. Aufmerksam wurde ich auf die Kampagne über die Internetseite www.chirurg-werden.de und entschied mich kurzentschlossen zur Teilnahme am Kurs im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus. Zum Glück ließ ich mir mit meiner Entscheidung nicht viel Bedenkzeit, da der Kurs schon in Kürze ausgebucht war.

Somit befand ich mich am 22.10.2011 im Foyer der Aesculap Akademie und traf dort nicht nur auf Berliner Kommilitonen, sondern erhielt an der Anmeldung auch ein farbiges Namensschild, welches die Gruppen für die späteren Workshops einteilte. Bis zum Beginn der Veranstaltung kam ich sehr schnell mit den restlichen Teilnehmern ins Gespräch und man diskutierte über Berufswünsche, Erwartungen und die klinische Ausbildung an der jeweiligen Universität. Das Foyer wurde immer voller und beim Blick durch den Raum machte ich eine interessante Entdeckung, die Zeiten der männerdominierten Chirurgie könnten schon bald der Vergangenheit angehören, denn auch bei dieser Veranstaltung waren die männlichen Teilnehmer in der Minderheit.

Dr. med. Jörg Ansorg eröffnete die Veranstaltung als einer von vier Rednern, die den ersten theoretisch geprägten Teil der Veranstaltung ausmachten. Er verstand es, den humoristischen Charakter dieser Kampagne aufzugreifen und uns über die Thematiken der Nachswuchssorge, der chirugischen Weiterbildungen sowie der Verbindung von Familie und Beruf zu informieren, ohne uns mit Statistiken zu erschlagen. Die Atmosphäre im Seminarraum war sehr angenehm und das Interesse an den chirurgischen Fachdisziplinen wurde weiter bestärkt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stand im Fokus der Fragen aus dem Plenum. Offen wurden Themen, wie z. B. die Erwähnung des Kinderwunsches in einem Bewerbungsgespräch diskutiert. Dabei wurde klar, dass diese Kampagne mit modernen Ansichten und vielen Lösungsansätzen voranschreitet, aber womöglich noch nicht jeden potentiellen Arbeitgeber erreicht hat.

Herr Rainer Kübke, Dr. Matthias Krüger und Dipl. Med. Stefan Anders führten uns anschließend nicht nur durch ihr chirurgisches Fachgebiet, sondern schufen mit ihren Präsentationen und Fallbeispielen den fachlichen Rahmen sowie den klinischen Bezug zu den im zweiten Teil folgenden Workshops.

Die Workshops beinhalteten die drei Blöcke: „Übungen minimalinvasive Chirurgie“, „Naht- und Knotenkurs“ und „Thoraxdrainage“. Dank der Unterstützung der Firmen Aeskulap, BBraun und Covidien wurden wir freundlich durch die firmeneigenen Instruktoren angeleitet und hatten auch die Möglichkeit, mit modernsten Materialien zu üben.

Abb. 1: Die Studenten bei der simulierten Thoraxdrainage (22.10.2011).

Nach ca. 55 Minuten hatte Dr. med. Jörg Ansorg die undankbare Aufgabe, uns zur nächsten Station zu geleiten. Auch wenn die Vorfreude auf die kommende Station stets groß war, wurden die Teilnehmer von der praktischen Tätigkeit spürbar angesteckt und hätten sicherlich noch weitere Stunden an den Trainern verbringen können.

Bei der Abschlussrunde und dem anschließenden Imbiss über den Dächern von Berlin kam noch einmal der Kontakt zwischen den Klinikern und den vielen angereisten Studenten zustande und es konnten weitere offene Fragen geklärt werden.

Bestärkt in dem Wunsch ein chirurgisches Fach zu ergreifen und mit reichlich Lektüre ausgestattet, trat ich den Rückweg nach Greifswald an. Warum also die Reise zu einem der Workshops antreten? Ganz einfach, es macht nicht nur großen Spaß und lehrt einige theoretische und praktische Inhalte, die im Studium meist zu kurz kommen, sondern man wird für dieses Fachgebiet motiviert, sodass vielleicht dem ein oder anderen erst klar wird: ChirurgIn ist sicherlich kein Durchschnittsjob und auch nicht der leichteste und kürzeste Weg, aber es ist und bleibt ein lohnenswertes Ziel für jeden angehenden Mediziner.

Tank J. Workshop „Chirurgie zum Mitmachen“ am 22.10.2011 in Berlin. Erfahrungsbericht eines Kursteilnehmers. Passion Chirurgie. 2012 Januar; 2(1): Artikel 02_06.

Schau Dich schlau – Minimalinvasive Chirurgie – Teil 2

In dieser Ausgabe ergänzen wir den Auftakt der Schau Dich schlau-Reihe im November mit zwei weiteren Podcasts zur minimalinvasiven Chirurgie aus dem HELIOS Klinikum Krefeld, Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie.

„Wie macht der/die das eigentlich?“ – Kennen Sie die Frage?

Es dürfte wohl die am häufigsten gedachte Fragestellung in einer chirurgischen Ausbildung sein – oft in Zusammenhang mit den ganz einfachen Dingen oder den Details eines größeren Eingriffes, die man sich nicht traute zu fragen oder die der Weiterbilder nach 20 Jahren Tätigkeit einfach müde war zu erklären.

Nun steckt aber der Teufel bekanntlich im Detail, daher macht es Sinn sich gerade dieser Problematik zu stellen. Auf der 1. Jahrestagung der CAMIC im Juni 2011 in Krefeld haben wir unter dem Motto „Blick aufs Detail“ nach einer Lösung für die kleinen Probleme im chirurgischen Alltag gesucht und einen neuen Weg gefunden:
Erstmals auf einem deutschen Chirurgie-Kongress waren kurze Weiterbildungs-Podcasts zu ganz „banalen“ Themen Grundlage einer Sitzung. In den 5-minütigen Clips ging es um Fragen der Indikation/Kontraindikation zu MIC-Chirurgie, Instrumentenkunde, Trokarplatzierung, Besonderheiten der Anästhesie oder zur Frage der Konversion, die dann nach der Präsentation mit den Referenten diskutiert wurden.

Die Resonanz auf die Sitzung war sehr gut und damit auch klar, dass die Idee für eine einmalige Aktion eigentlich zu schade ist.

Das neue Format der Mitgliederzeitschrift des BDC „Passion Chirurgie“ bietet aufgrund der technischen Möglichkeiten ideale Voraussetzungen, die Podcasts einem breiteren Publikum zuzuführen. Damit war die Idee einer neuen Reihe geboren, die wir gemeinsam mit dem BDC zur Serie „Schau Dich schlau“ weiter entwickelt haben.

In dieser Ausgabe präsentieren wir Ihnen zwei Podacsts zu Fragen der Minimalinvasiven Chirurgie:

Laparoskopisches Operieren, Material und Techniken (Martin W. Strik)

Minimalinvasive Chirurgie – Indikation, Kontraindikation (G. Woeste)

Auszeichnungen und Ernennungen von BDC-Mitgliedern – 4. Quartal 2011

Aus Passion Chirurgie 12/2011

Priv.-Doz. Dr. Peter Baier ist seit Oktober 2011 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim.

Prof. Dr. med. Rudolf Beisse ist seit Mai 2011 Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Rummelsberg in Schwarzenbruck.

Dr. med. Spiridon Botsios ist neuer Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Proktologie, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Kreiskrankenhaus in Waldbröl.

Dr. med. Ralf-Georg Chlebusch ist seit April 2011 Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Unfallchirurgie und Orthopädie am Diakoniezentrum Paulinenstift des Stiftungsklinikums Mittelrhein.

Dr. Detlef Drüppel, langjähriger Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie, ist neuer Ärztlicher Direktor des St. Walburga-Krankenhauses.

PD Dr. med. Bernd Füchtmeier ist seit Juli 2011 neuer Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg.

Dr. med. Florian Hilsenbeck ist neuer leitender Oberarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Main-Spessart.

Prof. Dr. Christoph Josten, Direktor der Klinik für für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie im Zentrum für Chirurgie der Universität Leipzig, ist ab Januar 2012 neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Dr. med. Reinhold Lang ist der neue Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Ottobeurer Kreisklinik.

Dr. med. Matthias Lenk ist neuer kommissarischer Leiter der Gefäß- und Thoraxchirurgie an den Sana Kliniken Lübeck.

Prof. Dr. med. Ulrich C. Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte des Marienhospitals Stuttgart der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, wurde von der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

PD Dr. med. Christian Müller-Mai ist seit kurzem Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St.-Marien Hospital in Lünen.

Dr. med. Dara Orangi ist seit Mai der Chefarzt des Notfallzentrums der Klinik für Unfallchirurgie des Klinikum Erfurts.

Prof. Dr. med. Bernward Passlick, Ärztlicher Direktor der thoraxchirurgischen Abteilung des Freiburger Klinikums, wurde anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) im September 2011 für zwei Jahre zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt.

Prof. Dr. med. Marcus Remo Raum ist seit Juni Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Traumalogie des Helios Klinikums Siegburg.

Prof. Dr. med. Martinus Richter ist seit Oktober 2011 neuer Chefarzt der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am Krankenhaus Rummelsberg.

Dr. Rupertus Schnabel ist neuer Chefarzt der Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am St.-Clemens-Hospital.

Prof. Dr. med. Emre Yekebas ist neuer Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Darmstadt.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen gratuliert seinen Mitgliedern zu den Auszeichnungen, Ernennungen und neuen Funktionen.
Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn sich für Sie beruflich etwas ändert. Senden Sie uns einfach eine kurze Nachricht mit Ihrer neuen Funktion und wir veröffentlichen die Neuigkeiten an dieser Stelle, gerne auch mit Ihrem Foto. Bitte schreiben Sie an passion_chirurgie@bdc.de.

Ambulante Chirurgie am Limit? BDC legt aktuelle Kostenstrukturanalyse für chirurgische Praxen vor

Podcast und Pressemappe sowie weiteres Informationsmaterial zum Download

Die in chirurgischen Praxen anfallenden Kosten sind deutlich höher als bisher von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kalkuliert.
Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen e.V. (BDC). Sie erfasst rund 15 Prozent aller chirurgischen Praxen in Deutschland. Darin zeigt sich unter anderem, dass niedergelassene Chirurgen für ihren Praxisbetrieb pro Jahr etwa 20.000 Euro mehr aufbringen müssen als von der KBV beziehungsweise dem statistischen Bundesamt veranschlagt.

Die Kostenstrukturerhebungen des BDC in chirurgischen Praxen liefern aussagekräftige, repräsentative Zahlen. Die zentralen Ergebnisse des Gutachtens stellt der BDC im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Podcast zur Pressekonferenz
Pressemappe
Präsentation Dr. Rüggeberg vom 12.11.2010
Präsentation Dr. Popp vom 12.11.2010

App.in.den.OP®: BDC und Ärzte-Verlag kooperieren beim Stellenmarkt

Berlin, November 2011:  Ab sofort bietet der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) seinen Mitgliedern mit App.in.den.OP® einen online Stellenmarkt. Die Stellenanzeigen sind sowohl auf der BDC-Website (www.bdc.de), als auch über eine kostenfreie App (App.in.den.OP®) für iPhone und iPad abrufbar. Der Stellenmarkt enthält die vorselektierten chirurgischen Stellenanzeigen des Stellenmarktes im Deutschen Ärzteblatt und der Website www.aerztestellen.de. Ab Oktober 2011 werden auch die E-Learning-Plattform (www.ecme-center.org), das Chirurgen-Netzwerk (www.cnetz.org) und die Webseite der BDC-Nachwuchskampagne (www.chirurg-werden.de) mit „App.in.den.OP“ verknüpft sein.

Die Gesamtübersicht der Stellenanzeigen können BDC-Mitglieder in der Rubrik „Markt“ auf www.bdc.de aufrufen. Die Anzeigen werden zusätzlich mit Bannern auf den Websiten des Verbandes beworben. Die Banner blenden ihre Inhalte dynamisch ein, verfügbare Stellenanzeigen werden kontinuierlich nachgeladen und für jeweils fünf Sekunden angezeigt. Dabei werden die wichtigsten Informationen der Stellenausschreibung wie Dienststellung, chirurgische Disziplin, Klinik und Bundesland im Banner eingeblendet. Klickt der Nutzer auf dieses Banner, werden Details der Ausschreibung sowie die Originalanzeige aus dem Ärzteblatt in einem neuen Fenster sichtbar.

Am Fuß der Detailansicht kann man mit dem Inserenten per E-Mail Kontakt aufnehmen oder die Anzeige an Kolleginnen und Kollegen per E-Mail weiterleiten. Eine Filterfunktion, die sich mit einem Klick auf die rechte untere Ecke des Banners öffnet, ermöglicht dem Nutzer eine auf seine Bedürfnisse angepasste Konfiguration: Er kann sich beispielsweise nur die Oberarztstellen in der Allgemeinchirurgie in Berlin anzeigen lassen.

„Wir verstehen App.in.den.OP® als einen innovativen Service für unsere Mitglieder und als perfekte Ergänzung zur regulären Stellenanzeige für Kliniken und Praxen. Denn wir bieten mit App.in.den.OP® sowohl den suchenden Kliniken, als auch interessierten Chirurginnen und Chirurgen, die den nächsten Karriereschritt gehen wollen, damit einen interessanten und leicht zu bedienenden Service“, beschreibt Dr. med. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des BDC, den Mehrwert des BDC-Stellenmarktes.

Als Teil der engen Kooperation von BDC und Ärzte-Verlag erhalten alle Anzeigenkunden des Deutschen Ärzteblattes, die eine chirurgische Stelle ausschreiben, eine kostenfreie 30-tägige Repräsentanz ihrer Anzeige im BDC-Stellenmarkt. „Mit mehr als 100.000 Seitenabrufen und ca. 400.000 Bannereinblendungen monatlich ist der BDC ein starker und attraktiver Partner für alle, die Verstärkung für Ihre Klinik oder Praxis suchen“, sagt Ansorg.

Ausführliche Informationen zu den Funktionen des Stellenmarktes und den Schaltmöglichkeiten erhalten Interessierte im BDC|Shop (www.bdc-shop.de). Dort können Stellenanzeigen neu gebucht oder deren Platzierung auf den BDC-Webseiten verlängert werden können.

Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC)
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen ist mit über 16.000 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen deutscher Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis.

Stellenmarkt Deutsches Ärzteblatt
Deutschlands Print- und Online-Stellenmarkt für Ärzte gibt es im Deutschen Ärzteblatt und auf www.aerztestellen.de. Die wöchentlich erscheinenden Stellenagebote erreichen Woche für Woche rund 400.000 Ärzte: Im Printbereich sind das, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen 85,4 Prozent [1] aller Chef- und Oberärzte und 79,2 Prozent [1] aller Assistenz- und Stationsärzte. Online erzielt der Stellenmarkt monatlich 3.423.574 Seitenzugriffe [2] und rund 847.774 Besucher [2] . Damit zählt der Print- und Online-Stellenmarkt des Deutschen Ärzteblattes zu den führenden Stellenmärkten bei Ärzten.

Literatur
[1] lt. LA-MED 2010, Klinikerstudie, LpA Leser pro Ausgabe. Stand Juni 2010

[2] August 2011

Spezialärztliche Versorgung sinnvoll strukturieren

Gemeinsame Presseerklärung BDC und BDI

Berlin, Oktober 2011: Chirurgen und Internisten begrüßen den Ansatz des Gesetzgebers, im Versorgungsgesetz die strikte Trennung der stationären und ambulanten Versorgung durch die Einführung einer spezial(fach)ärztlichen Ebene aufzulockern. In einer gemeinsamen Erklärung betonen die beiden größten europäischen ärztlichen Berufsverbände gleichwohl, dass der richtige Weg nicht durch falsche Instrumente behindert werden darf.

„Es ist richtig, dass komplexe Behandlungen und die dazugehörige Diagnostik dort erbracht werden soll, wo dem Patienten die höchste Kompetenz geboten wird“, so Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Internisten (BDI). „Das kann sowohl eine Klinik wie auch eine speziell ausgerichtet ambulante Praxis sein“, ergänzt Prof. Dr. Hans Peter Bruch, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC). Beide Verbände fordern aber mit Nachdruck für diese neue Versorgungsebene den so genannten Facharztstatus, der garantiert, dass nur ein Facharzt mit abgeschlossener Weiterbildung in der spezialfach-ärztlichen Versorgung tätig werden darf. Der bisher vorgesehene Facharzt-standard reiche dafür nicht aus, weil es dann auch genügen würde, die eigentliche Facharztkompetenz nur im Hintergrund vorzuhalten. „Damit riskiert man eine Absenkung der Behandlungsqualität zum Nachteil der Patienten“, so die beiden Präsidenten.

Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zum Erfolg liegt in der Absicht, die Ausgestaltung der Details dem Gemeinsamen Bundesausschuss zu übertragen. Die Verbände raten dringend dazu, dieses in dreiseitigen Verhandlungen der Beteiligten (Krankenhausgesellschaft, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenkassen) unmittelbar zu regeln. „Wir haben für den Bereich des Ambulanten Operierens im Rahmen des §115b SGB V über dreiseitige Verträge sehr schnell und pragmatisch die notwendigen Details regeln können.“ erläutert der Vizepräsident des BDC, Dr. Jörg-A. Rüggeberg, ehemals auch Vorsitzender des Bundesverbandes für Ambu-lantes Operieren (BAO). „ Im Grunde ist das Ambulante Operieren der Vorläufer der jetzigen Neufassung zum §116, insofern sehe ich keinen Grund, ein bewährtes Verfahren leichtfertig zu verlassen“ Nach Ansicht der beiden Verbände ist das Verfahren im GBA schwerfällig und intransparent. In dreiseitigen Verträgen, ggf. auch mit Beteiligung der Länder und der Patientenverbände, lassen sich die konkreten Regelungsbedarfe leichter und zielorientierter abschließen.

Beide Verbände fordern für die neue Versorgungsebene eine für beide Seiten gleiche Vergütungssystematik. Da es sich im Wesentlichen um bisher stationär behandelte Patienten handelt, bietet es sich an, hierfür das

DRG-System um „ambulante sektorübergreifende DRG“ zu ergänzen. Nur so wird sich auch die von den Kassen geforderte Bereinigung umsetzen lassen, ohne diese ausschließlich zu Lasten der bisherigen ambulanten Versorgung abzuwickeln.

Es muss auch eindeutig geregelt sein, dass immer ein einheitlicher Preis für die gleiche Leistung fällig wird. „Wenn das in eine Beliebigkeit zwischen Krankenkassen einerseits und Kliniken und Ärzten andererseits gegeben wird, droht ein Einkaufsmodell mit schweren Nachteilen für unsere Patienten.“ so Dr. Hans Friedrich Spies, Vizepräsident des BDI. „Es ist zu befürchten, dass Kassen ihre Patienten zum günstigsten Anbieter schicken und so die freie Arztwahl ihrer Versicherten einschränken. Es geht aber in diesem Bereich vor allem um Qualität und nicht um das Prinzip des billigen Jakobs.“

Chirurgen und Internisten sind das Fundament der Krankenhausversorgung und ebenso ein Garant für die ambulante Versorgung der Bevölkerung. Aus dieser Verantwortung heraus handeln sie gemeinsam, um die notwendige Überwindung der Grenze zwischen stationärer und ambulanter Versorgung durch zielführende Formulierungen im Gesetz zu erleichtern.

Informationslogistik erhöht Effizienz, Produktivität und Qualität der Versorgung in operativen Abteilungen

Zusammenfassung des folgenden englischen Artikels von T.R. Hansen and T.H. Bank „How Clinical Logistics Can Increase Efficiency, Productivity And Quality Of Care In ORs.” durch Dr. K. Busch, MBE

Im klinischen Alltag wird viel Zeit auf die Beschaffung von Informationen verwendet:

  • dem Verbleib von Mitarbeitern, womit sie gerade befasst und wie lange sie wohl noch gebunden sind,
  • Veränderungen in der OP Planung und
  • ob das richtige Personal und der richtige Patient im richtigen Saal anwesend sind.

Üblicherweise werden diese Informationen in Operationsabteilungen über Whiteboards, Telefonanrufe und elektronische Buchungssystem ausgetauscht.

Dabei zeigen die Systeme Nachteile wie:

  • Nur an einer Stelle einsehbar und nicht stets aktualisiert (Whiteboard),
  • Störung/Unterbrechung bei anderen Tätigkeiten, sobald schneller Zugriff auf Informationen und Wissen notwendig ist bzw. Wartezeiten bei unbeantworteten Anrufen (Telefone) oder
  • der Handlungsbedarf für die Aktualisierung bei Änderungen im Ablauf von Operationen. (elektronisches Buchungssystem).

Die Folge solcher nicht miteinander vernetzter Kommunikationsplattformen sind Unterbrechungen des Arbeitsablaufs von Mitarbeitern für den Informationsgewinn anderer, zeit- und nervenraubende Informationsbeschaffung für die eigene Arbeit, ein hohes Risiko der Fehlinformation und nicht selten ein aufreibendes Arbeitsklima.

Studien zeigten, dass alte Informations- und Kommunikationswerkzeuge wie Whiteboards oder Ausdruck von OP-Plänen in den OP-Abteilungen weder einen ausreichend aktuellen und validen Überblick, noch eine ergonomische Koordination ermöglichen.

Hansen beschreibt eine dänische Lösung zur Informationslogistik, die die Vorteile von Real-Time-Informationen nutzt, um allen am Prozess beteiligten Mitarbeitern einen umfassenden und aktuellen Überblick über die OP-Abteilung mit ihren personellen und weiteren Ressourcen zu verschaffen. Es gelingt dabei, die Koordination und Adjustierung des Patienten-Work-Flows so optimal wie möglich zu gestalten.

Die vorgestellte Lösung integriert folgende Systeme, die modifiziert und erweitert werden können:

  • große Touchdisplays verteilt im OP, sowie den angeschlossenen Abteilungen (Stationen, Sterilisation etc.),
  • automatisches Trackingsystem (z.B. Ultraschall),
  • mobile Endgeräte (DECT, Smartphones etc.), um von überall im Krankenhaus, im Bereitschaftsdienst, aber auch von jedem anderen Ort aus Informationen im System sehen und editieren zu können,
  • asynchrone Kommunikationstechniken (Chat, Messangers etc.) um die Kommunikation mit einem Minimum an Unterbrechungen für die Mitarbeiter zu gewährleisten, sowie
  • Videobilder von Orten, bei denen eine visuelle Kommunikation wichtig ist (Fenster in den OP-Saal).

Anwenderbeobachtungen nach Einführung der dänischen Softwarelösung CETREA SURGICAL im Regionalkrankenhaus Horsens (Dänemark) zeigten, dass die Produktivität der OP-Abteilung jährlich um 4 % angehoben, die Ausnutzung der OP-Säle um 15 % gesteigert und das die Anzahl der abgesetzten Operationen um 64 % gesenkt wurde.

Das Personal berichtete von einem besseren Überblick über die Aufgaben und den Work-Flow, was die Koordination der Arbeit erleichtere. Zudem sei die Anzahl der Unterbrechungen bei der Arbeit und das Hinein- und Hinauslaufen aus dem OP-Saal während der Operation stark reduziert worden.

Somit scheint sich durch diese Lösung eine Verbesserung der ökonomischen Leistungserbringung mit der Realisierung eines stressfreieren Arbeitsumfeldes realisieren zu lassen.