Alle Artikel von Ingrid Mühlnikel

70 Prozent angehender Chefarzt-AspirantInnen sehen Einflussmöglichkeiten in der Balance zwischen Ökonomie und Ethik

In 46 Prozent der Bewerbungsgespräche dominieren wirtschaftliche Zielsetzungen. Jeder Fünfte fühlt sich unter Druck gesetzt.

 Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen ist sechzehn Jahre nach Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG) weit vorangeschritten und beeinflusst maßgeblich auch die Berufsausübung der Chirurgen. Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen hat deswegen im Bundestagswahljahr eine Umfrage unter seinen Mitgliedern initiiert, um den Stellenwert von ökonomischen Zielsetzungen in Bewerbungsgesprächen auf Chefarzt-Positionen sowie den Umgang der BewerberInnen damit, zu untersuchen.

Das Ergebnis: 46 Prozent der Befragten erklärten, dass wirtschaftliche Ziele in den Einstellungsgesprächen einen hohen Stellenwert hatten. Rund 75 Prozent der Befragten berichteten von Anforderungen wie Mitarbeit bei der Unternehmensentwicklung über die Steigerung von Patientenzahlen bis zur Stärkung der Wettbewerbsposition des Unternehmens. Mehr als 40 Prozent von ihnen sahen sich mit dem Management knapper Personalressourcen im Gespräch konfrontiert.

Jeder Dritte der BewerberInnen gab aber auch an, sich durch die wirtschaftlichen Anforderungen im Stellenprofil nicht unter Druck gesetzt zu fühlen. Rund 70 Prozent der Chefarzt-AspirantInnen sehen gar Chancen, die Gewichtung von Ökonomie und medizinethischen Erwägungen in ihrer späteren Abteilung durch das eigene Verhalten beeinflussen zu können. Jeder Fünfte der Befragung gab an, einen Druck durch die ökonomischen Ziele zu verspüren.

Auf die Frage, ob in konkreten Einzelfällen einmal eine OP-Indikation gestellt wurde, die nicht zwingend geboten war, aber die der Erreichung ökonomischer Ziele diente, antworteten 85 Prozent der ChirurgInnen mit Nein.

Mitautor und Mitglied erweiterter Vorstand des BDC, Prof. Dr. Carsten Johannes Krones: „Die Befragung legt offen in welchem Spannungsfeld sich der Beruf des Chefarztes und der Chefärztin heute befindet. Wir sehen aber auch das Potenzial der Chefärzte und Chefärztinnen, sich in Bewerbungsgesprächen als Gesprächspartner auf Augenhöhe präsentieren zu können und die wirtschaftlichen Ziele im Sinne eines nachhaltigen Krankenhausmanagements gemeinsam mit der Geschäftsführung zu definieren. Denn der Arztberuf ist und bleibt ein freier Beruf und damit gilt auch im Anstellungsverhältnis die ärztliche Weisungsfreiheit, also im Kern die Therapiefreiheit.“

Dr. Erik Allemeyer, Autor der Studie: „Dabei ist es uns wichtig klarzustellen: Ökonomische Rahmenbedingungen sind auch in der Medizin notwendig. Der überwiegende Teil der Befragten sieht dies offenkundig ebenso und ist bereit zur Mitgestaltung der medizinischen und wirtschaftlichen Anforderungen in der künftigen Position. Das sollte dann auch eingefordert werden.“

Prof. Dr. Werner Vogd, Universität Witten/Herdecke, Mitautor der Studie: „Es ist seit mehr als zehn Jahren allen Beteiligten bekannt, dass das DRG-System, so wie es derzeit konfiguriert ist, die falschen Anreize setzt. Chefärzte stehen hier besonders unter Druck.“

Prof. Dr. Dr. med. Karl-Heinz Wehkamp, Socium Forschungszentrum, Universität Bremen, Mitautor der Studie: „Das Ergebnis unserer Studie ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Krankenhausmedizin strukturell unter die Herrschaft kaufmännischer und wettbewerblicher Prämissen geraten ist. Ein Krankenhaus sucht heute Chefärzte, die nicht nur betriebswirtschaftlich denken und handeln, sondern die auch die Zumutung aushalten müssen, mit äußerst knapp kalkuliertem Personal und Material zu arbeiten. Medizinische Qualitätsstandards werden somit unvermeidlich bedroht.“

Zum Studiendesign
Die Umfrage wurde unter ChefärztInnen aller chirurgischen Fächer, die zwischen 2016 und 2019 eine Führungsposition übernommen haben, durchgeführt. Insgesamt 1.890 beim BDC registrierte chirurgische ChefärztInnen und OberärztInnen wurden angeschrieben, davon beteiligten sich 455 an der Umfrage, 114 von ihnen sind im Untersuchungszeitraum in eine Chefarztposition gewechselt. Die Teilnehmer arbeiten trägerübergreifend an kommunalen wie privaten und freigemeinnützigen Einrichtungen. Darüber hinaus wurden sieben ÄrztInnen in qualifizierten Interviews befragt.

Kontakt zu den Autoren der Studie
Dr. med. E. Allemeyer
Niels-Stensen-Kliniken
Franziskus Hospital Harderberg
Tel. 0541-502-2910
E-Mail: [email protected]

Internationaler Frauentag: BDC fordert familienfreundlichere Arbeitsplätze in der Chirurgie

Immer mehr Frauen studieren Medizin. Wenn es aber um die Besetzung von Leitungsstellen in der Chirurgie geht, sind Chirurginnen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Dr. Frauke Fritze-Büttner, Leiterin des Themenreferates Beruf und Familie beim Berufsverband der Deutschen Chirurgen, sieht unter anderem auch die Arbeitsbedingungen in den Kliniken als einen Grund dafür, dass sich so wenige Frauen auf leitende Positionen in der Chirurgie vorbereiten und bewerben. „Viele Chirurginnen scheuen schlicht die Dreifachbelastung zwischen Job, Familie und Haushalt“, so Fritze-Büttner. „Sie sehen sich im chirurgischen Alltag mit wenig planbaren Arbeitszeiten konfrontiert. Das liegt zum einen in der Natur der Sache, ist aber in Teilen auch der Organisation geschuldet und kommt für viele Frauen daher nicht in Frage.“ Die Entscheidung, keine ärztliche Leitungsposition in einer Klinik einnehmen zu wollen, fällt offenbar in der Phase der Facharztweiterbildung. „Der Anteil der Ärztinnen, die den Facharzt, später aber keine leitende Position anstreben, ist drei Mal größer als bei Ärzten“, so Fritze-Büttner.

Diese Zahlen finden ihren Niederschlag in den klinischen Hierarchiestufen. Während der Anteil der Chirurginnen in oberärztlicher Stellung knapp 20 Prozent beträgt, werden chirurgische Führungspositionen wie Chefarzt-/leitende Stellen nur noch in zirka fünf Prozent der Fälle mit Frauen besetzt. „Diese Zahlen belegen einen deutlichen Handlungsbedarf,“ so Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen. „Wir wünschen uns mehr Frauen in leitenden Positionen. Als Rollenvorbilder wirken diese dann auf die jungen Kolleginnen und ziehen weitere Frauen nach sich.“

Zu den wichtigsten Instrumenten einer familienfreundlichen Arbeitsplatzkultur in Kliniken gehören Jobsharing-Modelle, auch in Führungspositionen, flexible Arbeitszeiten, Unterstützung beim Kita-Betreuungsangebot, das Angebot von Teilzeitstellen, auch für männliche Kollegen, und eine möglichst verbindliche Arbeitsplatzausgestaltung für junge Mütter im Arztberuf. „Kinder und eine chirurgische Karriere dürfen sich,“ so Fritze-Büttner, „nicht mehr ausschließen. Das verlangt – insbesondere in einem Berufsfeld wie der Chirurgie – von allen Beteiligten viel Mut, Engagement und Aufgeschlossenheit. Der gesellschaftliche Wandel darf nicht länger an den Kliniken vorbeigehen.“

 

 

BDC-Journalistenpreis 2021 ausgeschrieben

Chirurgie ist ein faszinierendes medizinisches Fach. Da wo konservative Methoden nicht mehr greifen, kommt die Chirurgie ins Spiel. Kaum ein Fach ist so vielseitig: Von der Allgemein- über die Herzchirurgie, Viszeral-, Thorax-, Gefäß-, Kinder-, Plastische und Ästhetische Chirurgie bis hin zur Orthopädie und Unfallchirurgie – sie alle zählen zu den insgesamt acht Spezialisierungen.

Mit dem BDC-Journalistenpreis soll die Faszination Chirurgie in der Publikumsberichterstattung gefördert werden. Ausgezeichnet werden Arbeiten in Print, Funk und Fernsehen sowie Podcasts, Videos und Blogs auf hohem journalistischen Niveau. Die Beiträge sollen fachlich fundiert und dennoch allgemeinverständlich, die Leistungen des Fachs Chirurgie, Entwicklungen auf dem Gebiet sowie die Chirurgie betreffende gesundheitspolitische Auswirkungen thematisieren sowie professionellen Standards der journalistischen Sorgfaltspflicht genügen.

Der Preis wird einmal im Jahr während der Präsidiumssitzung des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen e. V. verliehen. Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro. Der/die PreisträgerIn erhält dazu eine BDC-Logo-Skulptur.

Die Teilnahmevoraussetzungen

  • Die Beiträge müssen in einem deutschsprachigen Medium/Plattform im Zeitraum vom 01. Juli 2020 bis 31. Juni 2021 erschienen sein. Jeder Autor kann nur einen Beitrag einreichen, Autoren-Teams für jeweils einen Beitrag sind möglich
  • Die Beiträge müssen redaktionell unabhängig erstellt worden sein
  • Die aussagefähige Bewerbung bitte bis spätestens 1. September 2021 in digitaler Form einreichen unter: Claudia Kunze, Pressestelle des BDC, [email protected]

Die Beiträge bitte in folgenden Formaten einreichen:

  • Print: pdf und/oder Word-Datei unter Nennung des Mediums und der Reichweite
  • Hörfunk: MP3-Datei unter Nennung des Sendetermins und Sendeplatzes
  • Fernsehbeitrag: MP4-Datei unter Nennung des Sendetermins und Sendeplatzes
  • Social-Media: Link und/oder pdf und Angaben zur Reichweite

Über die Vergabe des Preises entscheidet der Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen. Der/Die PreisträgerIn wird schriftlich informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zum Journalistenpreis.

Dr. Michael Bartsch erhält Wolfgang Müller-Osten-Medaille 2020

Der Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen verleiht seit 1997 die Wolfgang Müller-Osten-Medaille. Mit der Medaille werden Mitglieder ausgezeichnet, die sich um den BDC in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der diesjährige Preisträger ist Dr. Michael Bartsch aus Roth. Dr. Michael Bartsch arbeitete in der unfallchirurgischen Abteilung der Universität Nürnberg-Erlangen. Danach wurde er Gründer und Gesellschafter des Medizinischen Versorgungszentrums ACUNA Praxisklinik Roth.

In der Begründung heißt es:

Der BDC ehrt damit einen chirurgisch breit ausgebildeten und versierten Chirurgen, dessen berufspolitische Aktivitäten immer die Einheit der Chirurgie zum Ziel hatten. Im Rahmen seiner ehrenamtlichen berufspolitischen Tätigkeit hat sich Dr. med. Michael Bartsch stets für eine konstruktive Zusammenarbeit des Berufsverbands der niedergelassenen Chirurgen (BNC) mit dem BDC eingesetzt. Er war zwischen den Verbänden ein verlässlicher Ansprechpartner des BDC-Vorstands und regelmäßig um einen sachgerechten Ausgleich bemüht. Mit der Verleihung der Wolfgang Müller-Osten-Medaille würdigt der BDC dieses außergewöhnliche Engagement.

BDC-Journalistenpreis 2020 erhält Autorin des NDR-Gesundheitsmagazin „Visite“

Der diesjährige Journalistenpreis des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) geht an die freie Fernsehjournalistin Anna Schubert. Frau Anna Schubert arbeitet für das Gesundheitsmagazin „Visite“ des Norddeutschen Rundfunks. In der Reihe „Operation Leben“ schildert sie einfühlsam die Patientengeschichte von dem an Speiseröhrenkrebs erkrankten Robert E. Nur eine Operation kann das Leben des 50-jährigen Patienten noch retten. Die Ärzte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel entscheiden sich für eine Operation mit dem DaVinci-Roboter.

Anna Schubert beschreibt eindrücklich und in einer für Laien anschaulichen Sprache die einzelnen OP-Schritte einer gefährlichen und komplexen Operation in der neben der Entfernung des Tumors auch der obere Verdauungstrakt rekonstruiert wird. Sie erklärt die Arbeitsteilung des OP-Teams, erläutert die einzelnen Instrumente und deren Funktionsweise. Sie bereitet damit den Boden für ein grundsätzliches Verständnis von roboterassistierter Chirurgie.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC: „Frau Schubert ist es gelungen, einen lebensnahen und zugleich informativen Beitrag zu erstellen, der das Fach Chirurgie in seiner umfassenden Leistungsfähigkeit zeigt. Denn Ziel des BDC-Journalistenpreises ist es, die Faszination aller Fächer des Gebiets Chirurgie einem breiten Publikum zu vermitteln.“

Aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens wurde der Journalistenpreis in diesem Jahr virtuell in der Präsidiumssitzung des BDC vergeben.

Über den Preis

Der Journalistenpreis des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen wird einmal im Jahr vergeben. Er ist mit 1.500 Euro dotiert. Die Jurymitglieder gehören dem Vorstand des BDC an.

Mit dem Preis werden herausragende Beiträge in Print, Hörfunk, TV und Social Media ausgezeichnet, die das Fach Chirurgie in seinem Spektrum einem breiten Publikum differenziert und zugleich anschaulich näherbringen. Der Preis wird seit 2014 vergeben.

Weitere BDC-Pressemitteilungen… 

BDC startet neue eAkademie für Fortbildung

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e. V. (BDC) hat sein Fort- und Weiterbildungsangebot neu strukturiert und neue digitale Formate entwickelt. Durch ein einmaliges LogIn können BDC-Mitglieder und Nichtmitglieder aus mehr als 500 Kursen und digitalen Lerninhalten das passende Fortbildungsangebot aus dem gesamten Spektrum der Chirurgie für sich heraussuchen.

Den Schwerpunkt der neuen BDC|eAkademie bilden etablierte e-Learningangebote wie zum Beispiel die Webinarserie zu aktuellen Leitlinien oder auch BlendedLearning-Programme. Erstmalig werden chirurgische Fortbildungsinhalte – aktuell Perioperatives Management – als Podcasts angeboten. Kurse wie die Masterclass Hernienchirugie, aber auch Managementseminare rund um das Thema Niederlassung werden ebenfalls teilweise digital vermittelt. Ergänzt wird das Online-Angebot durch eine inhaltlich ausgerichtete Suchfunktion sowie einer Vielzahl abrufbarer CME-Artikel. Die Benutzeroberfläche der BDC|eAkademie wurde komplett neu überarbeitet. Übersichtlich können die Nutzer rasch erkennen, ob und wie viele CME-Punkte vergeben werden oder wie lange die Angebote zertifiziert sind.

Prof. Wolfgang Schröder, Leiter der BDC|eAkademie: „Unabhängig von Corona haben wir an unserer modernen und leistungsfähigen E-Learning-Plattform gearbeitet. Unsere Mitglieder wie auch Interessierte wollen immer mehr ortsunabhängig und zeitlich flexibel Fort- und Weiterbildungsangebote wahrnehmen. Diesem Wunsch sind wir jetzt mit der BDC|eAkademie nachgekommen und hoffen nun auf ein reges Interesse.“

Zu den Programmneuheiten zählen beispielsweise das Live-Webinar zur S1-Leitlinie „Interdisziplinär abgestimmte Empfehlungen zum Personal- und Patientenschutz bei Durchführung planbarer Eingriffe zur Zeit der Sars-CoV-2-Pandemie.“

Mehr als 20.000 Nutzer und Nutzerinnen haben sich in den vergangenen Jahren auf den BDC-eigenen Plattformen fort- und weitergebildet.  Einer der am häufigsten nachgefragten Fortbildungsinhalte, der Online-Kurs „Was gibt’s Neues in der Chirurgie 2020?“, rundet das Angebot neben chirurgischen Präsenzveranstaltungen, die derzeit aus aktuellem Anlass nicht angeboten werden können, ab.

HIER gehts zur BDC|eAkademie… 

Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) ist mit über 17.600 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen deutscher Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis.

PresseSPIEGEL 2020

DAS CORONA-VIRUS BEHERRSCHTE IN DIESEM JAHR AUCH DIE PRESSEARBEIT DES BDC. EINIGE AUSZÜGE HABEN WIR FÜR SIE ZUSAMMENGESTELLT.

 

01. April 2020
Ärzteblatt
Hausärzte wünschen sich in der Coronakrise mehr Unterstützung

Auch der Berufsverband der Deutschen Chirurgen verwies auf die Notwendigkeit von Schutzkleidung – und warnte in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Verknappung von Schutzmasken durch eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. „Wir weisen deswegen darauf hin, dass Schutzmasken für den medizinischen Gebrauch primär den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vorbehalten sein sollten in Zeiten, in denen diese Medizinprodukte nur schwer zu beschaffen sind“, heißt es in einer heutigen Mitteilung.

17. Juni 2020
ÄrzteZeitung
BÄK und PKV verhandeln Verlängerung der Hygienepauschale

Gerade erst hat sich die Allianz Deutscher Ärzteverbände in einem Brief an PKV-Verbandsdirektor Dr. Florian Reuther über das Verhalten der PKV in der Krise heftig beschwert. „Man gewinnt den Eindruck, dass die Private Krankenversicherung die Effekte aus der gesundheitspolitisch notwendigen Reaktion zur Eindämmung der Pandemie dankend entgegennimmt, ohne die allen Beteiligten des Systems Verantwortung für eine dauerhafte Stabilisierung wahrzunehmen“, schreibt der Sprecher der Allianz, Dr. Jörg Rüggeberg. Die Beteiligung der PKV an den Krisenkosten bezeichnet er im Vergleich mit dem GKV-Rettungsschirm als unzureichend.

30. Juli 2020
Sächsische Zeitung
OP-Stau in Kliniken hält noch lange an

Eine neue Studie zeigt, welche Eingriffe wegen Corona am häufigsten verschoben worden. Ärzte fordern, dass das bei einer zweiten Welle besser wird.

Viele Patienten, deren Operation wegen der Corona-Krise verschoben wurde, werden wohl noch mehrere Monate auf den Eingriff warten müssen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) vorgestellt hat.

31. Juli 2020
ÄrzteZeitung
Chirurgen stärken den Niedergelassenen den Rücken

Klinik- und Vertragsärzte beharken sich wegen der bevorstehenden Notfallreform. Jetzt hat Professor Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen, ein Machtwort gesprochen. (…)

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hat nun den Niedergelassenen den Rücken gestärkt. Die Auseinandersetzungen darüber, ob die niedergelassenen Ärzte oder die Ärzte in den Krankenhäusern mehr zur Bewältigung des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus beigetragen haben, schade dem Gesundheitssystem insgesamt, wird der Präsident des BDC, Professor Hans-Joachim Meyer, in einer Mitteilung des Verbandes zitiert.

31. Juli 2020
ÄrzteZeitung
Welche Operationen wegen Corona am häufigsten ausgesetzt wurden

Eine OP-Datenauswertung offenbart, welche Eingriffe am häufigsten wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden. Nun gehe es darum, den Rückstau abzuarbeiten und Pandemiepläne künftig besser anzupassen, betonen die Chirurgen.

OPs, die am häufigsten aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben wurden, sind Katarakt-OPs (Rückgang von -79 Prozent), die Entfernung der Rachenmandeln (-82 Prozent) und die Implantation von Kniegelenkendoprothesen (-80 Prozent). Insgesamt seien OPs während des medizinischen Shutdowns um 41 Prozent zurückgegangen, meldet der Berufsverband der Deutschen Chirurgen unter Berufung auf ein bundesweites Benchmarking-Programm für OP-Prozesszeiten.

31. Juli 2020
Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. online
BDC kritisiert „kleinlichen Streit um Erfolge in der Pandemiebewältigung“

In die aktuelle Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und den Kassenärztlichen Vereinigungen um bisher erreichte Erfolge in der Pandemiebewältigung hat sich nun auch der Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) eingeschaltet. Er bezeichnete den Streit als „unangemessen“ und erklärte, er werde „der Tragweite dieser weltweiten medizinischen Krise nicht gerecht“. So sagte BDC-Präsident Prof. Hans-Joachim Meyer: „Der Streit darum, ob die niedergelassenen Ärzte, die nach eigenen Aussagen sechs von sieben Covid-19-Patienten erfolgreich behandelt haben oder ob die Ärzte in den Notfallambulanzen und auf den Intensivstationen der Krankenhäuser den Ausbruch des Sars-CoV-2 maßgeblich haben bewältigen können, ist wenig nachvollziehbar und schadet dem Ansehen unseres Gesundheitssystems insgesamt.“

August 2020
Focus Gesundheit
Mythen-Check: Hören Ärzte tatsächlich Musik im OP?

„Musik im OP gibt es sicherlich in Einzelfällen, sofern Chefarzt und Klinikleitung es erlauben. Hierzulande ist es unseres Wissens nach aber kein flächendeckendes Phänomen“, erklärt der Berufsverband der Deutschen Chirurgen.

03. August 2020
BVMed MedTec News
Verschobene OPs: Chirurgen fordern Anpassung von Pandemieplänen

Die Auswertung von Daten eines bundesweiten Benchmarking-Programms für OP-Prozesszeiten hat einen Rückgang der Operationen von 41 Prozent während des Shutdowns im April ergeben (Details auch in der Infografik weiter unten). Das Ziel des medizinischen Shutdowns, elektive Operationen weitestgehend zu verschieben und den medizinischen Betrieb von Volllast in einen auf COVID-19 ausgerichteten Notbetrieb umzusteuern, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umgesetzt, so der Bundesverband der Deutschen Chirurgen (BDC).

 

07. August 2020
Marburger Bund Zeitung
Die Hälfte der Beatmeten starben

Ein Benchmarking belegt den Rückgang der Operationen im April von 41 Prozent. … Prof. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen: „Das Ziel des medizinischen Lockdowns, …, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umgesetzt.“

28. September 2020
Deutsches Ärzteblatt
GOÄ: Hygienepauschale bis Jahresende verlängert

Kritik kommt vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). … „Wir werden sicherlich nicht die Hälfte an Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anwenden, ohne unsere Patienten zu gefährden“, erklärte Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC. Die Krankenkassen seien zu Beginn der Pandemie durch den Gesetzgeber verpflichtet worden, anhand eines umfangreichen Rettungsschirms, die Kliniken und Arztpraxen vor den finanziellen Folgen der Pandemie abzusichern.

16. Oktober 2020
Deutsches Ärzteblatt
Pflegepersonal­untergrenzen: Vier neue Bereiche ab 2021

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hält die Ausweitung der PPUG hingegen grundsätzlich für richtig. „Pflegepersonaluntergrenzen dienen zuvorderst der Patientensicherheit und sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege und im ärztlichen Dienst zu verbessern“, meint BDC-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer.

01. November 2020
Ärztenachrich­tendienst
BDC fordert „Lockdown mit Augenmaß“

Die akute Versorgung darf sich auch in der Corona-Pandemie nicht nur auf Covid-19-Patienten beschränken. Patienten mit anderen komplexen Krankheitsbildern müssten den gleichen Anspruch auf akute Versorgung haben, fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC).

 

04. November 2020
Health & Care Management
Chirurgen fordern planbare OPs weiterzuführen

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) warnt davor, im November erneut geplante OPs zu verschieben. „Ein zweiter Stau elektiver Operationen ist den Patienten nicht zuzumuten“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC.

BDC: Lockdown mit Augenmaß

Patienten mit anderen komplexen Krankheitsbildern müssen den gleichen Anspruch auf akute Versorgung wie Covid-19-Patienten haben

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen fordert im Zuge eines zweiten Lockdowns planbare Operationen und Interventionen in erforderlichem Umfang unter strenger Indikationsstellung weiterzuführen. „Wir sollten aus den Erfahrungen, die wir im Frühjahr dieses Jahres mit Sars-CoV-2 gemacht haben, lernen und die stationäre Versorgung so lange wie möglich für weitere schwere elektive Krankheitsbilder offen halten“, so Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen. „Aktuell sind wir dabei, die aufgeschobenen Operationen nachzuholen. Ein zweiter Stau elektiver Operationen ist den Patienten nicht zuzumuten.“

Es ist unstrittig, dass angesichts der Dynamik des Infektionsgeschehens Kapazitäten für die Behandlung von COVID-Patienten freigehalten werden müssen. Das bedeutet auch, dass Stationen der Regelversorgung teilweise umgewidmet werden und geschultes Personal an anderer Stelle eingesetzt werden muss. Dies hat zur Folge, dass Regelbehandlungen reduziert, aber eben nicht vollständig eingestellt werden sollten. „Niemand sollte wegen COVID sterben, ohne daran erkrankt zu sein“.

„Da wir voraussichtlich noch eine längere Zeit mit dem Virus leben müssen, geht es jetzt in der zweiten Welle darum, wie wir das Infektionsgeschehen in den stationären Alltag integrieren“, so H.-J. Meyer. „Denn auch Krankenhäuser mit ihrem dort tätigen Personal sind öffentliche Räume“, so H.-J. Meyer. „Deswegen setzen wir auf eine aufgeklärte Bevölkerung und den besonderen Schutz der Risikogruppen, ohne die weiterhin erforderlichen Therapien gänzlich auszusetzen.“

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BDC befürwortet Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) hält die durch das Bundesgesundheitsministerium per Ersatzvornahme beschlossene Ausweitung der Pflegeper-sonaluntergrenzen (PpUG) auf weitere medizinische Fachbereiche grundsätzlich für richtig. „Pflegepersonaluntergrenzen dienen zuvorderst der Patientensicherheit und sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege und im ärztlichen Dienst zu verbessern“, so Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen.

„Wir sehen aber auch, dass die Ressource Pflegekraft begrenzt ist und allen Bemühungen zum Trotz sich der Pflegemangel weiter verschärfen wird. Deswegen sollten Instrumente der Personalplanung unbedingt mit einer Strukturreform der Krankenhauslandschaft abgestimmt sein“, so H.-J. Meyer. Kritisch sieht der BDC den Zeitpunkt der Einführung der sehr bürokratischen Vorgaben. „Bund und Länder sind zudem vor allem damit beschäftigt, ein verbindliches Regelwerk zur Bewältigung der Corona-Pandemie auf die Beine zu stellen. Weitere Vorgaben in diesen Zeiten halten wir für wir für wenig sinnvoll.“

 

BDC kritisiert Halbierung der Hygienezuschläge durch Private Krankenversicherung

Berlin, den 29.9.2020 – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) kritisiert die Entscheidung der Privaten Krankenversicherung ab dem 1. Oktober 2020 nur noch die Hälfte der bisherigen Hygienezuschläge für Privatpatienten zu bezahlen.

„Wir werden sicherlich nicht die Hälfte an Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anwenden, ohne unsere Patienten zu gefährden“, erklärt Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC. Die gesetzlichen Krankenkassen wurden zu Beginn der Pandemie durch den Gesetzgeber verpflichtet, anhand eines umfangreichen Rettungsschirms, die Kliniken und Arztpraxen vor den finanziellen Folgen der Pandemie abzusichern. „Dagegen mussten die privaten Versicherer erst mühsam überzeugt werden, dass auch sie eine solidarische Verpflichtung zu Sicherung der Krankenversorgung haben. Jetzt sind die dafür vorgesehenen Mittel ohne stichhaltige Begründung halbiert worden, obwohl die tatsächlichen Kosten unverändert geblieben sind. Kliniken und Arztpraxen sind damit diejenigen, die den Schutz der Patienten auf eigene Kosten übernehmen“, so Dr. Jörg-A. Rüggeberg. „Es zeigt sich, dass in einer Krise einige solidarisch agieren, andere eher nicht. Selbstverständlich wird auch weiter der Hygieneschutz unserer Patienten oberste Priorität haben, wir hätten uns allerdings gewünscht, dass diese Auffassung von allen Beteiligten uneingeschränkt geteilt wird.“