Alle Artikel von Ingrid Mühlnikel

Dr. Michael Bartsch erhält Wolfgang Müller-Osten-Medaille 2020

Der Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen verleiht seit 1997 die Wolfgang Müller-Osten-Medaille. Mit der Medaille werden Mitglieder ausgezeichnet, die sich um den BDC in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der diesjährige Preisträger ist Dr. Michael Bartsch aus Roth. Dr. Michael Bartsch arbeitete in der unfallchirurgischen Abteilung der Universität Nürnberg-Erlangen. Danach wurde er Gründer und Gesellschafter des Medizinischen Versorgungszentrums ACUNA Praxisklinik Roth.

In der Begründung heißt es:

Der BDC ehrt damit einen chirurgisch breit ausgebildeten und versierten Chirurgen, dessen berufspolitische Aktivitäten immer die Einheit der Chirurgie zum Ziel hatten. Im Rahmen seiner ehrenamtlichen berufspolitischen Tätigkeit hat sich Dr. med. Michael Bartsch stets für eine konstruktive Zusammenarbeit des Berufsverbands der niedergelassenen Chirurgen (BNC) mit dem BDC eingesetzt. Er war zwischen den Verbänden ein verlässlicher Ansprechpartner des BDC-Vorstands und regelmäßig um einen sachgerechten Ausgleich bemüht. Mit der Verleihung der Wolfgang Müller-Osten-Medaille würdigt der BDC dieses außergewöhnliche Engagement.

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BDC-Journalistenpreis 2020 erhält Autorin des NDR-Gesundheitsmagazin „Visite“

Der diesjährige Journalistenpreis des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) geht an die freie Fernsehjournalistin Anna Schubert. Frau Anna Schubert arbeitet für das Gesundheitsmagazin „Visite“ des Norddeutschen Rundfunks. In der Reihe „Operation Leben“ schildert sie einfühlsam die Patientengeschichte von dem an Speiseröhrenkrebs erkrankten Robert E. Nur eine Operation kann das Leben des 50-jährigen Patienten noch retten. Die Ärzte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel entscheiden sich für eine Operation mit dem DaVinci-Roboter.

Anna Schubert beschreibt eindrücklich und in einer für Laien anschaulichen Sprache die einzelnen OP-Schritte einer gefährlichen und komplexen Operation in der neben der Entfernung des Tumors auch der obere Verdauungstrakt rekonstruiert wird. Sie erklärt die Arbeitsteilung des OP-Teams, erläutert die einzelnen Instrumente und deren Funktionsweise. Sie bereitet damit den Boden für ein grundsätzliches Verständnis von roboterassistierter Chirurgie.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC: „Frau Schubert ist es gelungen, einen lebensnahen und zugleich informativen Beitrag zu erstellen, der das Fach Chirurgie in seiner umfassenden Leistungsfähigkeit zeigt. Denn Ziel des BDC-Journalistenpreises ist es, die Faszination aller Fächer des Gebiets Chirurgie einem breiten Publikum zu vermitteln.“

Aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens wurde der Journalistenpreis in diesem Jahr virtuell in der Präsidiumssitzung des BDC vergeben.

Über den Preis

Der Journalistenpreis des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen wird einmal im Jahr vergeben. Er ist mit 1.500 Euro dotiert. Die Jurymitglieder gehören dem Vorstand des BDC an.

Mit dem Preis werden herausragende Beiträge in Print, Hörfunk, TV und Social Media ausgezeichnet, die das Fach Chirurgie in seinem Spektrum einem breiten Publikum differenziert und zugleich anschaulich näherbringen. Der Preis wird seit 2014 vergeben.

Weitere BDC-Pressemitteilungen… 

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BDC startet neue eAkademie für Fortbildung

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e. V. (BDC) hat sein Fort- und Weiterbildungsangebot neu strukturiert und neue digitale Formate entwickelt. Durch ein einmaliges LogIn können BDC-Mitglieder und Nichtmitglieder aus mehr als 500 Kursen und digitalen Lerninhalten das passende Fortbildungsangebot aus dem gesamten Spektrum der Chirurgie für sich heraussuchen.

Den Schwerpunkt der neuen BDC|eAkademie bilden etablierte e-Learningangebote wie zum Beispiel die Webinarserie zu aktuellen Leitlinien oder auch BlendedLearning-Programme. Erstmalig werden chirurgische Fortbildungsinhalte – aktuell Perioperatives Management – als Podcasts angeboten. Kurse wie die Masterclass Hernienchirugie, aber auch Managementseminare rund um das Thema Niederlassung werden ebenfalls teilweise digital vermittelt. Ergänzt wird das Online-Angebot durch eine inhaltlich ausgerichtete Suchfunktion sowie einer Vielzahl abrufbarer CME-Artikel. Die Benutzeroberfläche der BDC|eAkademie wurde komplett neu überarbeitet. Übersichtlich können die Nutzer rasch erkennen, ob und wie viele CME-Punkte vergeben werden oder wie lange die Angebote zertifiziert sind.

Prof. Wolfgang Schröder, Leiter der BDC|eAkademie: „Unabhängig von Corona haben wir an unserer modernen und leistungsfähigen E-Learning-Plattform gearbeitet. Unsere Mitglieder wie auch Interessierte wollen immer mehr ortsunabhängig und zeitlich flexibel Fort- und Weiterbildungsangebote wahrnehmen. Diesem Wunsch sind wir jetzt mit der BDC|eAkademie nachgekommen und hoffen nun auf ein reges Interesse.“

Zu den Programmneuheiten zählen beispielsweise das Live-Webinar zur S1-Leitlinie „Interdisziplinär abgestimmte Empfehlungen zum Personal- und Patientenschutz bei Durchführung planbarer Eingriffe zur Zeit der Sars-CoV-2-Pandemie.“

Mehr als 20.000 Nutzer und Nutzerinnen haben sich in den vergangenen Jahren auf den BDC-eigenen Plattformen fort- und weitergebildet.  Einer der am häufigsten nachgefragten Fortbildungsinhalte, der Online-Kurs „Was gibt’s Neues in der Chirurgie 2020?“, rundet das Angebot neben chirurgischen Präsenzveranstaltungen, die derzeit aus aktuellem Anlass nicht angeboten werden können, ab.

HIER gehts zur BDC|eAkademie… 

Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) ist mit über 17.600 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er vertritt die berufspolitischen Interessen deutscher Chirurginnen und Chirurgen in Klinik und Praxis.

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PresseSPIEGEL 2020

DAS CORONA-VIRUS BEHERRSCHTE IN DIESEM JAHR AUCH DIE PRESSEARBEIT DES BDC. EINIGE AUSZÜGE HABEN WIR FÜR SIE ZUSAMMENGESTELLT.

 

01. April 2020
Ärzteblatt
Hausärzte wünschen sich in der Coronakrise mehr Unterstützung

Auch der Berufsverband der Deutschen Chirurgen verwies auf die Notwendigkeit von Schutzkleidung – und warnte in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Verknappung von Schutzmasken durch eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. „Wir weisen deswegen darauf hin, dass Schutzmasken für den medizinischen Gebrauch primär den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vorbehalten sein sollten in Zeiten, in denen diese Medizinprodukte nur schwer zu beschaffen sind“, heißt es in einer heutigen Mitteilung.

17. Juni 2020
ÄrzteZeitung
BÄK und PKV verhandeln Verlängerung der Hygienepauschale

Gerade erst hat sich die Allianz Deutscher Ärzteverbände in einem Brief an PKV-Verbandsdirektor Dr. Florian Reuther über das Verhalten der PKV in der Krise heftig beschwert. „Man gewinnt den Eindruck, dass die Private Krankenversicherung die Effekte aus der gesundheitspolitisch notwendigen Reaktion zur Eindämmung der Pandemie dankend entgegennimmt, ohne die allen Beteiligten des Systems Verantwortung für eine dauerhafte Stabilisierung wahrzunehmen“, schreibt der Sprecher der Allianz, Dr. Jörg Rüggeberg. Die Beteiligung der PKV an den Krisenkosten bezeichnet er im Vergleich mit dem GKV-Rettungsschirm als unzureichend.

30. Juli 2020
Sächsische Zeitung
OP-Stau in Kliniken hält noch lange an

Eine neue Studie zeigt, welche Eingriffe wegen Corona am häufigsten verschoben worden. Ärzte fordern, dass das bei einer zweiten Welle besser wird.

Viele Patienten, deren Operation wegen der Corona-Krise verschoben wurde, werden wohl noch mehrere Monate auf den Eingriff warten müssen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) vorgestellt hat.

31. Juli 2020
ÄrzteZeitung
Chirurgen stärken den Niedergelassenen den Rücken

Klinik- und Vertragsärzte beharken sich wegen der bevorstehenden Notfallreform. Jetzt hat Professor Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen, ein Machtwort gesprochen. (…)

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hat nun den Niedergelassenen den Rücken gestärkt. Die Auseinandersetzungen darüber, ob die niedergelassenen Ärzte oder die Ärzte in den Krankenhäusern mehr zur Bewältigung des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus beigetragen haben, schade dem Gesundheitssystem insgesamt, wird der Präsident des BDC, Professor Hans-Joachim Meyer, in einer Mitteilung des Verbandes zitiert.

31. Juli 2020
ÄrzteZeitung
Welche Operationen wegen Corona am häufigsten ausgesetzt wurden

Eine OP-Datenauswertung offenbart, welche Eingriffe am häufigsten wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden. Nun gehe es darum, den Rückstau abzuarbeiten und Pandemiepläne künftig besser anzupassen, betonen die Chirurgen.

OPs, die am häufigsten aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben wurden, sind Katarakt-OPs (Rückgang von -79 Prozent), die Entfernung der Rachenmandeln (-82 Prozent) und die Implantation von Kniegelenkendoprothesen (-80 Prozent). Insgesamt seien OPs während des medizinischen Shutdowns um 41 Prozent zurückgegangen, meldet der Berufsverband der Deutschen Chirurgen unter Berufung auf ein bundesweites Benchmarking-Programm für OP-Prozesszeiten.

31. Juli 2020
Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. online
BDC kritisiert „kleinlichen Streit um Erfolge in der Pandemiebewältigung“

In die aktuelle Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und den Kassenärztlichen Vereinigungen um bisher erreichte Erfolge in der Pandemiebewältigung hat sich nun auch der Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) eingeschaltet. Er bezeichnete den Streit als „unangemessen“ und erklärte, er werde „der Tragweite dieser weltweiten medizinischen Krise nicht gerecht“. So sagte BDC-Präsident Prof. Hans-Joachim Meyer: „Der Streit darum, ob die niedergelassenen Ärzte, die nach eigenen Aussagen sechs von sieben Covid-19-Patienten erfolgreich behandelt haben oder ob die Ärzte in den Notfallambulanzen und auf den Intensivstationen der Krankenhäuser den Ausbruch des Sars-CoV-2 maßgeblich haben bewältigen können, ist wenig nachvollziehbar und schadet dem Ansehen unseres Gesundheitssystems insgesamt.“

August 2020
Focus Gesundheit
Mythen-Check: Hören Ärzte tatsächlich Musik im OP?

„Musik im OP gibt es sicherlich in Einzelfällen, sofern Chefarzt und Klinikleitung es erlauben. Hierzulande ist es unseres Wissens nach aber kein flächendeckendes Phänomen“, erklärt der Berufsverband der Deutschen Chirurgen.

03. August 2020
BVMed MedTec News
Verschobene OPs: Chirurgen fordern Anpassung von Pandemieplänen

Die Auswertung von Daten eines bundesweiten Benchmarking-Programms für OP-Prozesszeiten hat einen Rückgang der Operationen von 41 Prozent während des Shutdowns im April ergeben (Details auch in der Infografik weiter unten). Das Ziel des medizinischen Shutdowns, elektive Operationen weitestgehend zu verschieben und den medizinischen Betrieb von Volllast in einen auf COVID-19 ausgerichteten Notbetrieb umzusteuern, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umgesetzt, so der Bundesverband der Deutschen Chirurgen (BDC).

 

07. August 2020
Marburger Bund Zeitung
Die Hälfte der Beatmeten starben

Ein Benchmarking belegt den Rückgang der Operationen im April von 41 Prozent. … Prof. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen: „Das Ziel des medizinischen Lockdowns, …, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umgesetzt.“

28. September 2020
Deutsches Ärzteblatt
GOÄ: Hygienepauschale bis Jahresende verlängert

Kritik kommt vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). … „Wir werden sicherlich nicht die Hälfte an Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anwenden, ohne unsere Patienten zu gefährden“, erklärte Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC. Die Krankenkassen seien zu Beginn der Pandemie durch den Gesetzgeber verpflichtet worden, anhand eines umfangreichen Rettungsschirms, die Kliniken und Arztpraxen vor den finanziellen Folgen der Pandemie abzusichern.

16. Oktober 2020
Deutsches Ärzteblatt
Pflegepersonal­untergrenzen: Vier neue Bereiche ab 2021

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hält die Ausweitung der PPUG hingegen grundsätzlich für richtig. „Pflegepersonaluntergrenzen dienen zuvorderst der Patientensicherheit und sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege und im ärztlichen Dienst zu verbessern“, meint BDC-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer.

01. November 2020
Ärztenachrich­tendienst
BDC fordert „Lockdown mit Augenmaß“

Die akute Versorgung darf sich auch in der Corona-Pandemie nicht nur auf Covid-19-Patienten beschränken. Patienten mit anderen komplexen Krankheitsbildern müssten den gleichen Anspruch auf akute Versorgung haben, fordert der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC).

 

04. November 2020
Health & Care Management
Chirurgen fordern planbare OPs weiterzuführen

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) warnt davor, im November erneut geplante OPs zu verschieben. “Ein zweiter Stau elektiver Operationen ist den Patienten nicht zuzumuten”, sagt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC.

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BDC: Lockdown mit Augenmaß

Patienten mit anderen komplexen Krankheitsbildern müssen den gleichen Anspruch auf akute Versorgung wie Covid-19-Patienten haben

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen fordert im Zuge eines zweiten Lockdowns planbare Operationen und Interventionen in erforderlichem Umfang unter strenger Indikationsstellung weiterzuführen. „Wir sollten aus den Erfahrungen, die wir im Frühjahr dieses Jahres mit Sars-CoV-2 gemacht haben, lernen und die stationäre Versorgung so lange wie möglich für weitere schwere elektive Krankheitsbilder offen halten“, so Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen. „Aktuell sind wir dabei, die aufgeschobenen Operationen nachzuholen. Ein zweiter Stau elektiver Operationen ist den Patienten nicht zuzumuten.“

Es ist unstrittig, dass angesichts der Dynamik des Infektionsgeschehens Kapazitäten für die Behandlung von COVID-Patienten freigehalten werden müssen. Das bedeutet auch, dass Stationen der Regelversorgung teilweise umgewidmet werden und geschultes Personal an anderer Stelle eingesetzt werden muss. Dies hat zur Folge, dass Regelbehandlungen reduziert, aber eben nicht vollständig eingestellt werden sollten. „Niemand sollte wegen COVID sterben, ohne daran erkrankt zu sein“.

„Da wir voraussichtlich noch eine längere Zeit mit dem Virus leben müssen, geht es jetzt in der zweiten Welle darum, wie wir das Infektionsgeschehen in den stationären Alltag integrieren“, so H.-J. Meyer. „Denn auch Krankenhäuser mit ihrem dort tätigen Personal sind öffentliche Räume“, so H.-J. Meyer. „Deswegen setzen wir auf eine aufgeklärte Bevölkerung und den besonderen Schutz der Risikogruppen, ohne die weiterhin erforderlichen Therapien gänzlich auszusetzen.“

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BDC befürwortet Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) hält die durch das Bundesgesundheitsministerium per Ersatzvornahme beschlossene Ausweitung der Pflegeper-sonaluntergrenzen (PpUG) auf weitere medizinische Fachbereiche grundsätzlich für richtig. „Pflegepersonaluntergrenzen dienen zuvorderst der Patientensicherheit und sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege und im ärztlichen Dienst zu verbessern“, so Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen.

„Wir sehen aber auch, dass die Ressource Pflegekraft begrenzt ist und allen Bemühungen zum Trotz sich der Pflegemangel weiter verschärfen wird. Deswegen sollten Instrumente der Personalplanung unbedingt mit einer Strukturreform der Krankenhauslandschaft abgestimmt sein“, so H.-J. Meyer. Kritisch sieht der BDC den Zeitpunkt der Einführung der sehr bürokratischen Vorgaben. „Bund und Länder sind zudem vor allem damit beschäftigt, ein verbindliches Regelwerk zur Bewältigung der Corona-Pandemie auf die Beine zu stellen. Weitere Vorgaben in diesen Zeiten halten wir für wir für wenig sinnvoll.“

 

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BDC kritisiert Halbierung der Hygienezuschläge durch Private Krankenversicherung

Berlin, den 29.9.2020 – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) kritisiert die Entscheidung der Privaten Krankenversicherung ab dem 1. Oktober 2020 nur noch die Hälfte der bisherigen Hygienezuschläge für Privatpatienten zu bezahlen.

„Wir werden sicherlich nicht die Hälfte an Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anwenden, ohne unsere Patienten zu gefährden“, erklärt Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC. Die gesetzlichen Krankenkassen wurden zu Beginn der Pandemie durch den Gesetzgeber verpflichtet, anhand eines umfangreichen Rettungsschirms, die Kliniken und Arztpraxen vor den finanziellen Folgen der Pandemie abzusichern. „Dagegen mussten die privaten Versicherer erst mühsam überzeugt werden, dass auch sie eine solidarische Verpflichtung zu Sicherung der Krankenversorgung haben. Jetzt sind die dafür vorgesehenen Mittel ohne stichhaltige Begründung halbiert worden, obwohl die tatsächlichen Kosten unverändert geblieben sind. Kliniken und Arztpraxen sind damit diejenigen, die den Schutz der Patienten auf eigene Kosten übernehmen“, so Dr. Jörg-A. Rüggeberg. „Es zeigt sich, dass in einer Krise einige solidarisch agieren, andere eher nicht. Selbstverständlich wird auch weiter der Hygieneschutz unserer Patienten oberste Priorität haben, wir hätten uns allerdings gewünscht, dass diese Auffassung von allen Beteiligten uneingeschränkt geteilt wird.“

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Mehr Bundeskompetenz im Gesundheitssektor erforderlich

Krankenhauszukunftsgesetz setzt richtige Investitionsschwerpunkte.  Eine Neuordnung der Versorgungsstrukturen steht dagegen noch aus.

Berlin, 24. September 2020 – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) befürwortet die mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) implementierten Investitionshilfen des Bundes und der Länder für eine moderne Ausstattung der Kliniken. „Mit der Digitalisierung und der Modernisierung von Notfallstrukturen werden zwei Kernthemen angegangen, deren hohe Bedeutung auch in der Pandemie erneut deutlich geworden ist“, so Dr. Friederike Burgdorf, Geschäftsführerin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen.

Dem Bund sollten bei einer Kofinanzierung perspektivisch auch Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden, denn „die eigentliche Neuordnung der Versorgungsstrukturen mit einer Konsolidierung von Krankenhausstrukturen auf der einen Seite und der Schaffung sektorenübergreifender Strukturen andererseits steht weiterhin aus“, so Burgdorf. Letzteres scheiterte bisher regelmäßig an der föderal bestimmten Planung.

Der BDC spricht sich zudem gegen die Einführung eines zweiprozentigen Abschlages für Kliniken aus, die keine ausreichenden digitalen Dienste anbieten. Der Verband hält Sanktionen dieser Art in seinen Auswirkungen auch im stationären Bereich für kontraproduktiv.

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Die Einheit der Chirurgie hat weiterhin hohe Priorität

» Prof. Dr. Dr. Michael Ehrenfeld über die Ziele seiner Präsidentschaft, die Arbeit am nächsten DCK und warum es sinnvoll ist, die Approbationsordnungen für Zahn- und für Humanmedizin stärker aufeinander abzustimmen.

Passion Chirurgie: Herr Prof. Ehrenfeld, Sie haben zum 1. Juli 2020 das Amt des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie angetreten. Welche zentralen Themen möchten Sie in der Zeit Ihrer Präsidentschaft für die Chirurgen im Allgemeinen und für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen im Besonderen anstoßen?

Michael Ehrenfeld: Ein wichtiger Punkt ist und bleibt die Weiterentwicklung der DGCH in ihrer Funktion als „Muttergesellschaft“ für alle Chirurgen. Das Projekt „Einheit der Chirurgie“ ist weiterhin schwierig voranzutreiben und braucht aus meiner Sicht neuen Schwung.

Daneben wird die Weiterentwicklung und besondere Positionierung des DCK als zentraler Kongress aller chirurgischen Fächer eine Rolle spielen. Hierzu ist bereits seit Jahren eine sehr aktive und produktive Arbeitsgruppe eingerichtet, die unbedingt erhalten bleiben und befördert werden sollte.

Eine Herausforderung – sicherlich in jeder Präsidentschaft – ist unsere heterogene Mitgliederschaft. Es geht darum, den sogenannten Mehrwert für jede einzelne Fachgesellschaft deutlich zu machen. Potenzial sehe ich beispielsweise in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auch ein seit Jahren bereits im Vorstand der DGCH diskutiertes Thema. Wir sollten Themen gemeinsam strukturierter bearbeiten und Synergien in der Pressearbeit heben. Insgesamt wünsche ich mir eine stärkere Präsenz unseres Berufsstandes in der Öffentlichkeit, auch in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld stellt unsere Mitgliederstruktur dar. Mit der Zeit hat sich ein Geflecht aus persönlichen und assoziierten Mitgliedern entwickelt, das ein relativ kompliziertes Stimmrecht nach sich zieht. Projekte gibt’s also genug.

PC: Der diesjährige DGCH-Kongress musste aufgrund von Corona abgesagt werden. Welche Pläne haben Sie für den Kongress 2021? Ist eine rein digitale Veranstaltung eine denkbare Lösung?

ME: Wir planen zunächst einen Präsenzkongress und sind bereits in intensiven Gesprächen mit der Messe München. Diese wird uns ein Hygienekonzept vorstellen, aus dem hervorgeht, welche Veranstaltungsformate letztlich möglich sein werden, wie viele Besucher in einen Raum dürfen und welche Anforderungen die Aussteller erfüllen müssen. Wir prüfen auch die Option, ob wir mehr Fläche für den Kongress anmieten können.

Da heute niemand weiß, wie sich die Coronaepidemie in einem dreiviertel Jahr darstellt, brauchen wir einen Plan B. Das heißt, wir planen auch für einen sogenannten Hybridkongress, also einen Kongress mit kombinierten Präsenz- und Onlineveranstaltungen. Die dritte Alternative wäre ein komplett digitaler DCK. Die höchste Priorität räumen wir aber einem Präsenzkongress ein. Die zwischenmenschlichen Komponenten in den Pausen und beim Besuch der Industrieausstellung sind nicht hoch genug einzuschätzen, Stichwort Netzwerkbildung. Im Oktober werden wir dann entscheiden, in welcher Form der DCK nächstes Jahr in München stattfinden wird.

PC: Im November 2019 hat das Bundesgesundheitsministerium ein Referentenentwurf für ein Gesetz zur Neuordnung der Approbationsordnung vorgelegt. Trotz der Nähe zur Humanmedizin und speziell zum Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die Zahnmedizin nicht Bestandteil des humanmedizinischen Studiums. Sollten die Studiengänge nicht teilweise harmonisiert werden und auch die Zahnmedizin in die Studienordnung integriert werden?

ME: Die Approbationsordnung für Zahnmedizin stammt in ihrer Grundkonzeption von 1955. Sie ist zwar vor kurzem novelliert worden, trotzdem bietet die in Diskussion befindliche neue Approbationsordnung Ärzte (Projekt Medizin 2020) einen perfekten Rahmen, die beiden Approbationsordnungen der Humanmedizin im Kontext zu überarbeiten und wenn möglich auch enger zu verzahnen. Künftig ist es sinnvoll, wenn Zahnmedizinstudenten mehr medizinische Zusammenhänge vermittelt bekommen, denn die Gesellschaft wandelt sich und die Zahnmediziner behandeln beispielsweise immer mehr Patienten im höheren Alter oder auch Personen mit Vorerkrankungen und Einschränkungen. Deshalb begrüßen wir eine gemeinsame Vorklinik, in der Studierende der Zahnmedizin und Medizin gemeinsam lernen. Aber auch in den klinischen Abschnitten ist aus meiner Sicht die gegenseitige Wissensvermittlung sinnvoll, das heißt auch Vermittlung von Kenntnissen einiger grundlegender zahnärztlicher Krankheitsbilder in die Medizin, wie aktuelle Kariestheorien, Prophylaxekonzepte oder der Ätiopathologie von Parodontitis, eine der Erkrankungen mit der höchsten Prävalenz in unserer Bevölkerung.

Auch vor dem Hintergrund, dass wir immer jüngere Studienanfänger haben, kann eine gemeinsame Vorklinik Zahnmedizin und Humanmedizin als Orientierungsphase dienen. Der einfachere Wechsel zwischen Human- und Zahnmedizin stellt eine bessere Entscheidungsgrundlage für die Studierenden dar, ob sie nun besser für Humanmedizin oder Zahnmedizin geeignet sind. Deswegen ist eine gemeinsame Novellierung der beiden Approbationsordnungen in unserem Sinne.

PC: Wie können die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen die Einheit der Chirurgie befördern?

ME: Gerade weil die DGMKG eine kleinere Fachgesellschaft ist, sehe ich die Möglichkeit aus der „Außenseiterposition“ heraus, wertvolle Impulse beispielsweise für das Projekt „Einheit der Chirurgie“ zu geben, da für uns der sogenannte Mehrwert der Mitgliedschaft in der DGCH klar erkennbar und unbestritten ist. Größere Fachgesellschaften stehen mitunter in einem Spannungsfeld, dass sich nur schwer auflösen lässt. Und nicht zu vergessen, die Idee der Einheit leben wir seit 2000 vor. Die DGMKG ist aus einer Fusion der wissenschaftlichen Fachgesellschaft und des Berufsverbandes entstanden. Das war kein einfacher Weg. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, können für das strategische Ziel „Einheit der Chirurgie“ aber durchaus bedeutsam sein.

PC: Wie hat das Sars-CoV-2 Virus Ihren Berufsstand herausgefordert? Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sind Aerosolen in besonderer Weise ausgesetzt: Benötigen Sie und Ihre Kollegen einen besonders hohen Schutz?

ME: Zunächst einmal sind alle Fächer, die in einem engen Kontakt zum oberen Luftweg arbeiten, betroffen: also beispielsweise auch Anästhesisten oder Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Aber es ist richtig, viele unserer Mitarbeiter waren und sind sehr besorgt und wir nehmen diese Ängste auch sehr ernst. Insofern haben wir unseren ohnehin hohen Schutzstandard noch einmal deutlich ausgebaut und arbeiten mit Kittel- und Augenschutz sowie bei Bedarf FFP2-Masken. Vor Operationen werden die Patienten auf das Sars-CoV-2 getestet.

»Zur Person

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Michael Ehrenfeld begann 1974 sein Studium der Zahnmedizin an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt am Main. 1977 nahm er das Studium der Medizin an der gleichnamigen Universität auf. Es folgten die Promotion in Zahnmedizin und Medizin in den Jahren 1980 und 1985 sowie die Habilitation 1989 an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. 1988 trat er die Stelle als Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in Tübingen an. Seit 1996 leitet er als Direktor die Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität München.

Der dreifache Familienvater von inzwischen erwachsenen Kindern bezeichnet sich als „Workaholic“ mit den Interessen Literatur, Musik und Sport, insbesondere Mountain-biken und Bergwandern, in seiner Freizeit.

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Work-Life-Balance hält Einzug auch in der Chirurgie

zur Artikelserie …

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer im Gespräch über Veränderungen in der Arbeitskultur und ihre Auswirkungen auf das Fach, über Effekte der Kommerzialisierung in der Medizin und wie Nachwuchskräfte gewonnen werden können.

Interview mit Dr. Frauke Fritze-Büttner aus der Jubiläumsartikelserie zu 60 Jahre BDC.

Die leitende Oberärztin und Fachärztin für Chirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie, Frau Dr. Frauke Fritze-Büttner, über den Spagat zwischen Job und Beruf, das Mutterschutzgesetz und ihre Motivation, Chirurgin zu werden.

PC: Was war Ihr Impuls bzw. Ihre Motivation Chirurgin zu werden?
Fritze-Büttner: Den festen Wunsch Ärztin zu werden, hatte ich bereits in der achten Schulklasse. Einen Patienten durch eine Operation zu heilen oder auch zu retten, war Faszination und mein persönlicher Antrieb zugleich, diesen Beruf zu ergreifen. Im Übrigen gegen den Ratschlag meines Vaters, der selbst Mediziner war. Er dachte an all diese Hindernisse wie überlange Arbeitszeiten und die mitunter schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

PC: Mehr als 60 Prozent der Medizinstudierenden sind weiblich. Als Chirurginnen arbeiten aktuell nur 17 Prozent. Warum ist das Fach Chirurgie offenkundig nicht so attraktiv für Frauen?
FB: Zu berücksichtigen ist, dass innerhalb der chirurgischen Fachdisziplinen der Anteil an Frauen variiert, so sind viel mehr Chirurginnen viszeralchirurgisch als kardiochirurgisch tätig. Ein Teil der Medizinstudentinnen schreckt sicherlich vor dem Alltag in der Chirurgie zurück – auch weil die Arbeit in einem chirurgischen Fach nicht immer planbar ist. Zum anderen sollten sich die jungen Kolleginnen selbstbewusst den chirurgischen Beruf zutrauen, der neben handwerklicher Geschicklichkeit eine hohe Einsatzbereitschaft und Courage erfordert.

PC: Sie sind selbst Mutter eines Sohnes. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Job und Familie?
FB: In meinem Falle kann ich auf ein gut funktionierendes familiäres Back-up zurückgreifen: Das heißt, mein Mann unterstützt mich und auch die Großeltern springen mal ein. Ich habe aber auch das persönliche Ziel, die Klinik zu einer gewissen Uhrzeit zu verlassen, um dann auch intensiv Zeit mit meinem Sohn verbringen zu können. Um dies umsetzen zu können, hilft auch unsere Abteilungskultur, in der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Priorität hat.

PC: Inwieweit spielt es eine Rolle, dass es in der Chirurgie nur wenig weibliche Vorbilder gibt?
FB: Das stimmt. In der Vergangenheit war die Chirurgie ein männlich dominiertes Fach. Die Chirurginnen profilierten sich erst in den letzten Jahrzehnten. Als ich 1996 an der chirurgischen Klinik in Greifswald anfing, waren wir von zirka 23 Kollegen nur drei Frauen. Das ändert sich nun erfreulicherweise, wenn auch langsam.

PC: Studien zeigen, dass besonders viele Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) abspringen. Muss sich die Ärztezunft nicht darüber Gedanken machen, wie das PJ attraktiver gestaltet werden kann?
FB: Wir müssen die Studierenden für unser Fach begeistern. Das geht vor allem, wenn wir auf sie eingehen und sie in unsere Tätigkeit einbeziehen. Dazu gehören Vorlesungen, Bedside-Teaching und Nahtkurse. Wichtig ist aber auch, dass wir ihnen Wertschätzung entgegenbringen und ihnen vorleben, wie ein gutes Team funktioniert und wie man auch in unserer Profession eine Work-Life-Balance umsetzen kann.

PC: Das Mutterschutzgesetz, das eine Hürde für angehende Chirurginnen darstellte, wurde inzwischen reformiert, sodass auch schwangere Chirurginnen ihre Weiterbildung fortsetzen können. War das eine ausreichende Reform oder gibt es noch Handlungsbedarf?
FB: Leider ja, es ist nach wir vor so, dass schwangere Chirurginnen ihre operative Tätigkeit nicht oder nur sehr erschwert fortführen können. Das Problem sind die „unverantwortbaren Gefährdungen“. Die Ärztinnen könnten unter Umständen zum Beispiel Röntgenstrahlen, Narkosegasen oder auch Infektionskrankheiten ausgesetzt sein, die die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden könnten. Und weil die Haftungsfrage ungeklärt ist, entscheiden Arbeitgeber in der Regel sehr restriktiv.

Im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist mittlerweile ein Ausschuss eingerichtet worden, der in Fragen des Mutterschutzes beratend tätig ist. Das hat aber bislang noch keine Auswirkungen auf die Praxis der Chirurginnen. Das heißt, junge angehende Chirurginnen, die schwanger werden, müssen mit Unterbrechungen in ihrer operativen fachärztlichen Weiterbildung rechnen.

PC: Flexible Arbeitszeiten, die den Beruf mit der Familie vereinbaren, sind nicht nur für Chirurginnen, sondern auch für ihre männlichen Kollegen ein großes Thema. Inwieweit sind die Arbeitgeber schon darauf eingestellt und was müsste sich da noch tun?
FB: Das Thema betrifft im Grunde alle Fachrichtungen. Ich bin überzeugt davon, dass es ein Umdenken bei den Chefärzten und Geschäftsführungen der Kliniken geben wird. Einfach, weil sich die jungen ÄrztInnen den Arbeitsplatz künftig aussuchen können. Und da spielen die Themen Teilzeit, Überstundenerfassung und -ausgleich, Elternzeit – für Mütter und Väter –, Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten, angepasst an die Organisationsstrukturen der Abteilung, eine ganz große Rolle. Auch über Jobsharing sollten wir uns zunehmend Gedanken machen. Warum sollen sich nicht zwei KollegInnen eine Stelle teilen?

» Zur Person

Frau Dr. med. Frauke Fritze-Büttner ist leitende Oberärztin und Fachärztin für Chirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie, Sana-Kliniken AG, Sana Klinik Lichtenberg. Frau Dr. Fritze-Büttner ist Mutter eines Sohnes.

Mühlnikel I: Work-Life-Balance hält Einzug auch in der Chirurgie. Passion Chirurgie. 2020 September, 10(09/III): Artikel 09_01.

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