Alle Artikel von Dr. med. Ingo Flessenkämper

Akademie aktuell: Facharztseminar Gefäßchirurgie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Wissenszuwachs in der Medizin ist exponentiell. Gerade auch in der Gefäßchirurgie haben sich die Behandlungsstrategien fortwährend geändert. Techniken und Materialien unterliegen einem steten Wandel, sodass ein Update jedem von uns gut zu Gesicht steht.

BDC und DGG haben zusammen ein Programm aufgestellt, das Ihnen den aktuellen Wissensstand in der gesamten Gefäßchirurgie in nur einer Woche komprimiert anbietet. Alle Vorträge sind auf dem neuesten Stand und ideal, um sich zum Beispiel auf die Facharztprüfung vorzubereiten oder um sich ein „Refreshing“ zu leisten. Auch für erfahrene Gefäßchirurgen gibt es viel zu lernen.

Wir freuen uns, Ihnen mit den Fachreferenten aus der ganzen Bundesrepublik nicht nur den gesamten Wissensstand anbieten zu können, sondern auch für die Vorträge einen Zeitrahmen ermöglicht zu haben, der Diskussionen wirklich zulässt.

Ich würde mich freuen, Sie in Berlin begrüßen zu dürfen!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Dr. med. Ingo Flessenkämper

Aktueller Termin
Facharztseminar Gefäßchirurgie06.02. bis 10.02.2017, Berlin

Flessenkämper I. Akademie aktuell: Facharztseminar Gefäßchirurgie. Passion Chirurgie. 2016 Oktober; 6(10): Artikel 03_02.

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Rezension: Operative und interventionelle Gefäßmedizin

Operative und interventionelle Gefäßmedizin
Debus, Eike Sebastian; Gross-Fengels, Walter (Hrsg.)
2012, 2012, XVIII, 995 S. 855 Abb. in Farbe
ISBN: 978-3-642-01709-4, € 229,00
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Sebastian Debus (Gefäßchirurg) und Walter Grossfengels (Radiologe) haben bereits mit ihrer interdisziplinären Herausgeberschaft die üblichen Pfade deutschsprachiger Lehrbücher in der Gefäßmedizin verlassen. Ihr Ansatz spiegelt die medizinisch notwendige Überschreitung der Gebietsgrenzen wider, vor denen Wissen, Fertigkeiten und Alltag in der Gefäßmedizin schon lange nicht mehr Halt machen. Zur Definition ihrer Zielgruppe formulieren sie den Anspruch, mit diesem Buch vom Studenten über Assistenten und Nicht-Gefäßmediziner bis zum Gefäßspezialisten, alle für ihr Fach begeistern zu wollen. Das ist viel! Und so benötigen sie auch 995 Seiten, um in 49 Kapiteln mit meist deutschen, aber auch vielen europäischen Autoren diesem Anspruch gerecht zu werden. Die optische Aufmachung ist hervorragend. Die klare Gliederung des Textes, der Wechsel der Schriftfarbe zwischen allgemeinem Text und zusammenfassenden Kernaussagen und die hohe Qualität vieler Abbildungen machen das Lesen abwechslungsreich und zu einem Vergnügen. Hierzu trägt auch die klare Sprache bei, die in manchen Kapiteln erfrischend die Färbung des einzelnen Autors trägt.

Die 855 Abbildungen beinhalten hervorragende mehrfarbige Zeichnungen, fotographische Situsdarstellungen und Operationspräparate, klinische Bilder und vor allem auch Bildmaterial jeglicher bildgebenden Technik, dem die radiologische Mitherausgeberschaft gut getan hat. Einige Bilder hätte ich mir noch bei der Darstellung der mechanischen Thrombektomiekatheter gewünscht, die sicher nicht jedem Leser vertraut sind. An anderer Stelle, bei den Nierenarterienstenosen, findet man dafür die Abbildung eines noch wenig bekannten steuerbaren Führungskatheters, wie man sie sonst nicht findet.

Dazu kommen noch über 200 Tabellen, die sehr hilfreich sind und die wohl in vielen Vorträgen wieder auftauchen werden. Ähnliches kann von den Grafiken z. B. in dem epidemiologischen Kapitel erwartet werden, da sie in ihrer Übersichtlichkeit, der klaren graphischen Gestaltung im Mehrfarbendruck und in ihrer Aussagekraft überzeugen. Überhaupt ist das Kapitel über Epidemiologie und Versorgung von Gefäßpatienten in Deutschland herauszuheben. Die Aufnahme der Versorgungsforschung in ein solches Werk überzeugt, stellt sie doch einen reichhaltigen Fundus an Fakten und Daten für den Interessierten dar und erstellt an mancher Stelle erstmals mit Zahlen ein reelles Bild der Versorgungsrealität. Hier findet man Zahlen, auf deren Basis wohl demnächst viele Argumente geschärft werden. Dieses Kapitel gehört zu dem generell lesenswerten allgemeinenTeil, in dem sich die Autoren teils spürbar beschränken mussten, aber es z. B. in den Kapiteln über die Geschichte der Gefäßchirurgie durchaus verstehen, den Wunsch zu „Mehr“ zu wecken.

Zu jedem Kapitel wird dem Leser, der noch weiter ins Detail gehen will, ein umfangreiches Literaturverzeichnis geboten, in welchem die grundlegenden, teils älteren Quellen, aber auch topaktuelle Arbeiten, teils aus dem Erscheinungsjahr des Buches genannt werden. Dies trifft besonders für das Kapitel über den cruropedalen Gefäßabschnitt zu, das dadurch aktuelle Techniken der Intervention – mit sehr klaren angiographischen Darstellungen praxisbezogen untermauert – zu bieten hat. In dem extrem gelungenen Abschnitt über die supraaortalen Arterien werden zusätzlich Webadressen als Quelle genannt, was wiederum den Vorteil hat, dass diese nicht nur brandaktuell aus dem Erscheinungsjahr zitiert sind, sondern der Leser hier auch mit fortlaufender Aktualisierung rechnen kann. Überhaupt haben es die Herausgeber geschafft, Wissen auf dem neuesten Stand zu integrieren, wozu noch exemplarisch das Kapitel über die interventionellen Techniken im tiefen Venensystem genannt sei.

Der strukturelle Aufbau des Inhalts unterscheidet sich von anderen Lehrbüchern, da er den Inhalt nach Gefäßregionen gliedert, in denen dann alle Pathologien abgehandelt werden sollen. Dieses Konzept leuchtet ein, wird aber nicht immer konsequent durchgehalten. So vermisst man im Bereich der Viszeral- und Nierenarterien – zwei ansonsten von großer Erfahrung geprägten extrem lesenswerten Kapiteln – hier plazierte Informationen über die dort bedeutsamen Aneurysmen. Diese Identifikation einer kleinen strukturellen Unterlassung stellt aber Mäkeln auf höchstem Niveau dar. Denn in diesem Buch fehlt nichts. Es ist ein rundum gelungenes Werk, das den genannten Zielgruppen sicher gerecht wird und dem an der Gefäßmedizin interessierten Leser viel Wissen anbietet, das er mit viel Freude beim Lesen aufnehmen kann. Der Preis von 229,-€ erscheint auf jeden Fall angemessen.

Flessenkämper I. Rezension: Operative und interventionelle Gefäßmedizin. Passion Chirurgie. 2012 Dezember; 2(12): Artikel 03_07.

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Rezension: Trainer vaskuläre Interventionen

Trainer Vaskuläre Interventionen
Jürgen Schröder
Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2011.
230 Seiten, 552 Abbildungen, 9 Tabellen, gebunden.
ISBN 978-3-13-153211-4
109,95 Euro
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Soeben in 2011 ist diese praktische Anleitung zum Erlernen interventioneller Techniken, wie es sie bisher in dieser Form deutschsprachig nicht gab, erschienen. Der Autor definiert als Zielgruppe den Anfänger, der sich mit diesen Techniken vertraut machen will. Dies wird ihm in diesem Buch in profunder Weise gelingen. Auf 223 Seiten werden ihm Grundlagen, Materialien und Techniken nahe gebracht, mit denen sich ein breites Spektrum interventioneller Tätigkeiten abdecken lässt. Hierbei reicht der Reigen von der initialen Punktion bis zu renalen Interventionen. Lesenswert ist, wie hier nicht heruntergespielt wird, welche Fehler allein bei dem Gefäßzugang unterlaufen können, besser noch: Für den Anfänger nachvollziehbar werden realistische Vermeidungsstrategien dargelegt.

Bei den Materialien werden die Prinzipien erläutert. Natürlich kann nicht jedes einzelne Produkt benannt werden, doch hält sich der Autor glücklicherweise nicht an Produktneutralität und nennt Ross und Reiter, so dass sich ein Anfänger auch orientieren kann.

Mit 552 schematischen Zeichnungen in 10 logisch gegliederten Kapiteln werden die Sachverhalte klar und ohne überflüssiges Beiwerk dargestellt. Der Charme des Buches liegt auch darin, dass vom Autor zwar die standardisierten Verfahrensweisen geschildert werden, aber darüber hinaus auch Tricks verraten werden, die auf einer langen Berufspraxis beruhen und deren Kenntnis anderweitig mühsam erworben werden müsste.

Das durchaus lesenswerte Kapitel 1 „Allgemeines“ wird einschließlich des Strahlenschutzes extrem abgekürzt. Zu Recht. Letzterer ist so extrem wichtig, dass er eigener Darstellungen bedarf und gesetzlichen Auflagen untersteht, die in Kursen gelehrt werden und von jedem Anwender zu 100% einzuhalten sind.

Die Möglichkeiten der kombinierten operativen und endovaskulären Vorgehensweise werden im Buch erwähnt, aber nicht wesentlich ausgeweitet, was verständlich ist, da auch dies nicht zwingend in den definierten Ansatz dieser Publikation gehört. Der Autor hält sich auch an anderer Stelle an den vordefinierten Rahmen. So werden Prozeduren an der Carotisstrombahn und der Aorta zwar kurz erwähnt, aber mit der richtigen Begründung aus einer detaillierten Beschreibung ausgeschlossen: „Wer sich daran wagt, sollte dieses Buch nicht mehr brauchen.“ Sicherlich. Aber viel dafür notwendiges Wissen und Handling ist in diesem Buch auch enthalten.

Diese Publikation fokussiert auf die technische Durchführung der endovaskulären Prozedur. Für 109.95€ wird dem interventionell interessierten Leser ein „Kochbuch“ im besten Sinne geboten. Der Autor gibt für dieses Geld viel Wissen preis. Ein Buch, das fehlte!

Flessenkämper I. Buchrezension: Trainer vaskuläre Interventionen. Passion Chirurgie. 2011 Juli; 1 (7): Artikel 03_05.

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Zukunftspläne – Referat Gefäßchirurgie

Eine starke Chirurgie braucht einen starken Berufsverband! Dies ist die Grundvoraussetzung für die Durchsetzung gemeinsamer Interessen. Der Ansatzpunkt meiner Tätigkeit soll dementsprechend darin liegen, Gemeinsamkeiten auszuloten und mögliche gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren. Mein vorrangiges, spezielles Interesse liegt hierbei klar in den Bereichen Nachwuchs und Weiterbildung, weshalb ich mich hier sowohl auf das erweiterte Präsidium als auch auf die Tätigkeit im Gemeinsamen Weiterbildungsausschuss beziehen möchte.

Praxisorientierte Aus- und Weiterbildung für den Nachwuchs

Die Kernaufgabe eines Weiterbildungsausschusses liegt für mich in der Schaffung der Voraussetzungen, die es dem Nachwuchs ermöglichen, eine qualitativ hochwertige, praxisorientierte Aus- und Weiterbildung in einem adäquaten Zeitrahmen zu absolvieren. Die Probleme, angemessene Bedingungen für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zu schaffen und überhaupt Nachwuchs für die klinische Tätigkeit zu gewinnen, sind in allen medizinischen Bereichen gleich. Die chirurgischen Gebiete stehen vor identischen Problemen, so dass es sinnvoll erscheint, nach Synergien zu suchen und die begrenzt vorhandenen Kapazitäten in den einzelnen Fachgesellschaften zu nutzen und gemeinsame Programme zur Nachwuchsakquisition und -förderung zu erstellen.

Eine Parallelität in der DGG und dem BDC stellen die in beiden Organisationen existierenden Akademien dar. Hier gilt es zu sortieren, welche Thematik in der jeweiligen Akademie am besten aufgehoben ist, was kann man gemeinsam gestalten und wo können eventuell sogar gemeinsame neue Programme aufgelegt werden (z. B. Strahlenschutz).

In der Gefäßchirurgie herrscht, wie in manch anderer Fachgesellschaft, in weiten Teilen die Auffassung, dass Doppelstrukturen der wissenschaftlichen Gesellschaft und des Berufsverbandes kontraproduktiv sind und gemeinsame Strukturen gebildet werden müssen. Dies sehen wir als eine wesentliche Aufgabe von Prof. Bruch, wobei wir den Präsidenten nach Möglichkeit unterstützen möchten.

Aktualisierung der WBO

Eine weitere gebietsübergreifende Problematik liegt in der Neustrukturierung des fachbezogenen Röntgens und des Strahlenschutzes. Hier stehen viele chirurgische Gebiete vor sehr ähnlichen Problemen, so dass es – wie bereits angekündigt- nur sinnvoll erscheint, auch hier gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren.

Die Gefäßchirurgie hat sich wie viele andere Gebiete rasant weiterentwickelt. Viele neue Techniken haben Einzug in den klinischen Alltag genommen. Dies spiegelt sich in der aktuellen WBO nicht wieder. Die dort festgelegten Weiterbildungsinhalte decken bei weitem nicht den Bedarf und die klinische Realität ab. Eine Aktualisierung der Weiterbildungsordnung ist dringend geboten. Diese soll zum nächsten Ärztetag eingebracht werden. An dieser Stelle soll im Weiterbildungsausschuss geklärt werden, ob diese Änderungen in einen chirurgischen Antragsblock sinnvoll integriert werden können.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

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