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Eine starke Chirurgie braucht einen starken Berufsverband! Dies ist die Grundvoraussetzung für die Durchsetzung gemeinsamer Interessen. Der Ansatzpunkt meiner Tätigkeit soll dementsprechend darin liegen, Gemeinsamkeiten auszuloten und mögliche gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren. Mein vorrangiges, spezielles Interesse liegt hierbei klar in den Bereichen Nachwuchs und Weiterbildung, weshalb ich mich hier sowohl auf das erweiterte Präsidium als auch auf die Tätigkeit im Gemeinsamen Weiterbildungsausschuss beziehen möchte.

Praxisorientierte Aus- und Weiterbildung für den Nachwuchs

Die Kernaufgabe eines Weiterbildungsausschusses liegt für mich in der Schaffung der Voraussetzungen, die es dem Nachwuchs ermöglichen, eine qualitativ hochwertige, praxisorientierte Aus- und Weiterbildung in einem adäquaten Zeitrahmen zu absolvieren. Die Probleme, angemessene Bedingungen für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zu schaffen und überhaupt Nachwuchs für die klinische Tätigkeit zu gewinnen, sind in allen medizinischen Bereichen gleich. Die chirurgischen Gebiete stehen vor identischen Problemen, so dass es sinnvoll erscheint, nach Synergien zu suchen und die begrenzt vorhandenen Kapazitäten in den einzelnen Fachgesellschaften zu nutzen und gemeinsame Programme zur Nachwuchsakquisition und -förderung zu erstellen.

Eine Parallelität in der DGG und dem BDC stellen die in beiden Organisationen existierenden Akademien dar. Hier gilt es zu sortieren, welche Thematik in der jeweiligen Akademie am besten aufgehoben ist, was kann man gemeinsam gestalten und wo können eventuell sogar gemeinsame neue Programme aufgelegt werden (z. B. Strahlenschutz).

In der Gefäßchirurgie herrscht, wie in manch anderer Fachgesellschaft, in weiten Teilen die Auffassung, dass Doppelstrukturen der wissenschaftlichen Gesellschaft und des Berufsverbandes kontraproduktiv sind und gemeinsame Strukturen gebildet werden müssen. Dies sehen wir als eine wesentliche Aufgabe von Prof. Bruch, wobei wir den Präsidenten nach Möglichkeit unterstützen möchten.

Aktualisierung der WBO

Eine weitere gebietsübergreifende Problematik liegt in der Neustrukturierung des fachbezogenen Röntgens und des Strahlenschutzes. Hier stehen viele chirurgische Gebiete vor sehr ähnlichen Problemen, so dass es – wie bereits angekündigt- nur sinnvoll erscheint, auch hier gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren.

Die Gefäßchirurgie hat sich wie viele andere Gebiete rasant weiterentwickelt. Viele neue Techniken haben Einzug in den klinischen Alltag genommen. Dies spiegelt sich in der aktuellen WBO nicht wieder. Die dort festgelegten Weiterbildungsinhalte decken bei weitem nicht den Bedarf und die klinische Realität ab. Eine Aktualisierung der Weiterbildungsordnung ist dringend geboten. Diese soll zum nächsten Ärztetag eingebracht werden. An dieser Stelle soll im Weiterbildungsausschuss geklärt werden, ob diese Änderungen in einen chirurgischen Antragsblock sinnvoll integriert werden können.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

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Autor des Artikels

Dr. med. Ingo Flessenkämper

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