Alle Artikel von Hans-Joachim Meyer

Das Referat für „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ stellt sich vor

Bei dem Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit denken die meisten in erster Linie an den Austausch mit der externen Öffentlichkeit. Im Berufsverband der Deutschen Chirurgen sind die Mitglieder – also sozusagen die interne Öffentlichkeit – mindestens genauso wichtig. Das Referat umfasst demnach neben der Erstellung von Pressemeldungen und der Beobachtung der Medien auch die Online-Kommunikation mit den Mitgliedern und vor allem die Mitgliederzeitschrift PASSION CHIRURGIE.

Die enge Zusammenarbeit der DGCH und des BDC spiegelt sich in diesem Referat besonders wider. Seit einiger Zeit wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam gestaltet, um insgesamt die Wahrnehmung des Verbandes zu stärken und mit einer Stimme gehört zu werden. Weitere Fachgesellschaften unter dem Dach der DGCH sollen künftig in die Pressearbeit mit dem BDC und der DGCH einbezogen werden – immer mit dem Ziel, gemeinsam gesteigerte Aufmerksamkeit zu bekommen.

Bei unserer Mitgliederzeitschrift des BDC und der DGCH, PASSION CHIRURGIE, funktioniert die Zusammenarbeit schon sehr gut. Beide Geschäftsstellen gestalten in Abstimmung mit uns die Inhalte der Zeitschrift.

Wie wir alle wissen, sind Social Media, gerade für die jüngere Generation der Chirurginnen und Chirurgen, eine sehr wichtige und nicht wegzudenkende Kommunikationsform. Wir sind schon lange aktiv in sozialen Netzwerken und werden diesen Bereich künftig ausweiten. Aktuell bauen wir beispielsweise das Instagram-Profil des BDC auf. Folgen Sie uns gern!

Kooperationen mit Studierendenverbänden, dem Perspektivforum Junge Chirurgie oder auch dem Bündnis Junge Ärzte werden im Social Web schon länger umgesetzt. Das soll in Zukunft Hand in Hand mit den Nachwuchsvertretern in weiteren Kampagnen intensiviert werden.

Neue Mitglieder für den BDC zu gewinnen ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, auch für unser Referat. Wir entwickeln vor allem mit den Nachwuchsvertretern und -koordinatorinnen Ansprachen an junge Kolleginnen und Kollegen, um zu zeigen, warum es sich lohnt, Teil unseres starken Netzwerkes zu sein. Unsere Mitgliederstrukturen verändern sich zunehmend in Richtung der jüngeren Generationen, denn die Babyboomer verabschieden sich langsam wohlverdient aus dem Arbeitsleben. Wir legen den Fokus in Zukunft vermehrt auf Studierende, PJler und Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, um sie in berufspolitischen Zielen zu unterstützen, aber auch, um in den eigenen Reihen Verbesserungen zu erreichen.

Zusammengefasst bleiben wir mit unseren Kommunikationskanälen, extern und intern, am Puls der Zeit und werden die „klassische“ Pressearbeit in enger Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften und den Themen- bzw. Fach-Referaten im BDC weiter ausweiten.

Noch ein Wort zum Abschluss: Seien Sie selber aktiv und schicken Sie uns gerne eigene Artikel, von denen Sie meinen, dass Ihre Kollegen, also unsere Leser, davon einen Gewinn haben könnten.

Meyer HJ, Rüggeberg JA: Das Referat für „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit „ stellt sich vor. Passion Chirurgie. 2019 April, 9(04): Artikel 07_02.

Nachruf auf Dr. rer. pol. Ronny Dittmar

Am 26. Februar. 2019 ist nach langer, tapfer ertragener Krankheit Dr. Ronny Dittmar, unser hoch geschätzter Geschäftsführer des BDC, kurz vor Erreichen seines 43. Lebensjahres verstorben.

Dr. Dittmar hat erste Erfahrungen in der medizinischen Versorgung als ausgebildeter Altenpfleger gesammelt, bevor er sich an der Universität Bayreuth dem Studium der Gesundheitsökonomie zugewandt hat. Dort hat er den Hochschulabschluss sowie die Promotion zum Thema „Informationstechnologische Innovationen im Gesundheitswesen“ erreicht. Im Mai 2012 hat Dr. Dittmar als Referent für Projektentwicklung und Neue Medien im BDC unter der innerbetrieblichen Leitung der damaligen Geschäftsführung seine umfassenden Kenntnisse und Fähigkeiten einsetzen können. Ab November 2015 übernahm er die Position des alleinverant­wortlichen Geschäftsführers, die er bis zu seinem tragischen krankheitsbedingten Ausfall im Frühjahr 2018 voller Einsatz ausgefüllt hat.

Dr. Dittmar hat im BDC maßgeblich an der Entwicklung neuer Projekte gearbeitet, unter anderem an der neuen Webinar-Plattform, an der Weiterentwicklung des BDC-eigenen E-Learnings zur chirurgischen Fort- und Weiterbildung sowie im Management der Deutschen Akademie für chirurgische Fort- und Weiterbildung. Die dort neu eingeführten Strukturen tragen wesentlich seine Handschrift. Ebenfalls herausragenden Verdienst hat er in der Weiterentwicklung der Homepage, des Mitgliederverwaltungssystems, der Neustrukturierung unserer Verbandszeitschrift PASSION CHIRURGIE und vieler neuer webbasierter Angebote für unsere Mitglieder. Sein Fachwissen auf dem Gebiet der Informationstechnologie ist Grundlage für den Aufbruch des BDC in ein neues Zeitalter der Kommunikation und Dienstleistung.

Viele innovative Ideen hat Herr Dr. Dittmar dem Vorstand vortragen können. Kaum jemals gab es dabei ein negatives Votum. Ohne seinen unermüdlichen Einsatz ist es nicht vorstellbar, dass der BDC die heutige starke Position in der Verbändelandschaft gefunden hätte. Wir verlieren in Dr. Dittmar einen schwer zu ersetzenden Motor und werden täglich an ihn erinnert durch die vielen laufenden Projekte, die seine Handschrift tragen.

Der eigentliche Verlust betrifft aber natürlich den Menschen Ronny Dittmar. Es ist unfassbar tragisch, dass ein so junger Mann noch vor der vollen Entfaltung seiner Möglichkeiten aus dem Leben gerissen wird. Es ist ungerecht, dass er die Früchte seiner Arbeit nicht hat ernten dürfen. Umso bewundernswerter ist es, dass er in voller Kenntnis seines ihm drohenden Schicksals niemals sich selbst aufgegeben hat und solange es möglich war, ohne Klagen an seinem Arbeitsplatz geblieben ist.

Ronny Dittmar war im BDC vom gesamten Team hochgeschätzt und mit den meisten freundschaftlich verbunden. Trotz der hierarchischen Stellung als Vorgesetzter hat er sich immer als Teil eines Gesamtwerks verstanden und stand allen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Auch gegenüber dem Vorstand des BDC hat er in der ihm eigenen bescheidenen Art stets die Sache über die Person gestellt. Wir alle konnten ihm bedingungslos vertrauen und haben seine Anregungen immer gerne aufgenommen.

Ronny Dittmar hat für den BDC gelebt, ja gebrannt. Jeder, der ihn auch außerhalb der Geschäftsräume, z. B. bei Seminareröffnungen erleben durfte, hat spüren können, dass hier ein Mensch seine Idealvorstellungen verwirklicht. Nur so ist der große Erfolg seiner Arbeit möglich geworden.

Wir verlieren mit Dr. Ronny Dittmar einen im Auftreten bescheidenen und zurückhaltenden lieben Menschen, der in seiner Arbeit unermüdlich den Fortschritt im Blick hatte und nachhaltige Verbesserungen für alle Mitglieder des BDC bewirkt hat.

Unser Mitgefühl gilt in dieser schweren Zeit seinen Angehörigen, insbesondere seinen Eltern, seiner Frau und seinen Kindern. Der persönliche Verlust wiegt immer schwerer und ist durch nichts zu begleichen.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen wird das Andenken an Dr. Dittmar mit großer Dankbarkeit bewahren.

Nachruf zum Tod von Prof. h.c. Dr. med. Karl Hempel

in memoriam

Prof. h.c. Dr. med.

Karl Hempel

(*12.06.1923 – † 07.12.2018)

 

Am 7.12.2018 verstarb im 96. Lebensjahr der langjährige Präsident und Ehrenpräsident des BDC, Professor h.c. Dr. med. Karl Hempel. Wie kein Zweiter hat Prof. Hempel die Geschicke des BDC in einer äußerst bewegten Zeit mit Ruhe und Besonnenheit bestimmt. Wir gedenken Seiner mit tief empfundener Hochachtung.

Karl Hempel („der Preuße“) wurde am 12. Juni 1923 in Kolberg/Pommern geboren, absolvierte das Abitur am humanistischen Domgymnasium, anschließend das Medizinstudium in Berlin und Würzburg mit Unterbrechungen durch Wehrdienst und Fronteinsatz. 1946 folgte der Abschluss mit Staatsexamen und Promotion in Hamburg. Nach Assistenz- und Oberarztjahren wurde er 1969 als Chefarzt der Chirurgischen Abteilung am AK Hamburg Wandsbek gewählt und war dort zusätzlich als Ärztlicher Direktor bis zu seiner Pensionierung 1988 tätig.

Während seiner chirurgischen Tätigkeit unternahm er zahlreiche Studienreisen ins Ausland, u. a. nach Kopenhagen, Chur, London, Glasgow und vor allem in die USA (Harvard, New York, Newark und North Carolina). 1982, also noch während seiner aktiven Zeit, wurde Karl Hempel vom Präsidium des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC) einstimmig als Nachfolger von Prof. Müller-Osten zum Präsidenten gewählt, ein Amt, das er über vier Wahlperioden bis 1998 ausübte. Bei der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Prof. Witte wurde Karl Hempel wiederum einstimmig vom geschäftsführenden Präsidium des BDC zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im November 1998 wird ihm neben der Ehrenmitgliedschaft die Ehrenmedaille des BDC verliehen. Zu seinem 95. Geburtstag durften wir ihm die Wolfgang-Müller-Osten Medaille noch persönlich in Hamburg überreichen.

Seine Präsidentschaft wird immer verbunden sein mit dem Ausbau des BDC zur größten Chirurgenvereinigung Europas und der klaren Aufgabentrennung eines Berufsverbandes gegenüber wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Von ihm stammt das prägende Wort: „Die Gesellschaft ist für die Chirurgie da, der BDC für die Chirurgen!“ In seiner Amtszeit nahm die Mitgliederzahl des BDC von 3.400 (1982) auf 12.539 (1998) zu.

Besonders bewegend für den „Preußen“ Karl Hempel war die Wiedervereinigung Deutschlands 1989. Sobald wie möglich wurden die Chirurgen in der ehemaligen DDR besucht und mit „Rat und Tat“, vor allem durch Fachbücher und Zeitschriften, unterstützt. Viele Kolleginnen und Kollegen konnten für die Mitgliedschaft und Mitarbeit im BDC gewonnen werden und wurden zu persönlichen Freunden. Vorbildhaft ist Karl Hempel dabei vorurteilsfrei mit selbstverständlicher und menschlicher Art mit den oft schwierigen Biographien der Kollegen umgegangen.

Ein weiterer Meilenstein seiner Präsidentschaft war die Gründung der „Akademie für Chirurgische Weiter- und praktische Fortbildung“, heute die größte Akademie für die Durchführung zahlreicher Seminare zur Fort- und Weiterbildung für junge Chirurgen, für Postgraduierte sowie leitende Krankenhausärzte und Niedergelassene.

Der Ausbau der Rechtsberatung und vor allem eine enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand und Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), deren Ehrenmitglied er war, haben den Mitgliedern des BDC den Wert des Verbandes verdeutlicht sowie mögliche Animositäten und Reibungsverluste erfreulicherweise deutlich minimiert.

Karl Hempel leitete die Sitzungen des BDC souverän, ruhig, jedoch scharfen Bemerkungen nicht abgeneigt („völliger Blödsinn!“). Langatmige Stellungnahmen waren ihm ein Gräuel; der aufmerksame Beobachter merkte es an den „Restless Legs“. Objektive Kritik, die ihm subjektiv überzogen schien, ließ er zu und in die Entscheidungen einfließen, allerdings „contre cœur“.

Karl Hempel war stets bescheiden und zurückhaltend, aber bestimmt in seinem Auftreten. Alles Extrovertierte oder gar Bombastische war ihm fremd, dabei vermochte er durchaus mit einem gewissen Schalk sein Gegenüber auf das rechte Maß zu bringen. Eine kleine Anekdote mag dies verdeutlichen: Ein aufgebrachter Kollege kam in die Hamburger Geschäftsstelle, um sofort eine Lösung für sein Problem zu bekommen. Hempel bat ihn auf das etwas abgenutzte Sofa und ließ ihn reden, bis alles gesagt war, ohne selber einzugreifen. Am Ende stand der Kollege auf, bedankte sich überschwänglich und verließ das Büro in der Überzeugung, tatkräftige Hilfe gefunden zu haben, ohne dass sich an der Ausgangslage irgendetwas geändert hätte.

Alle die ihn erleben durften, ob Schüler, Mitarbeiter, Mitstreiter, Kollegen oder Freunde respektierten und schätzten ihn und seine unkomplizierte, gradlinige, humorvolle Art. Wir werden seinen Ausspruch: „Chirurgie muss dem Patienten nutzen und nicht dem Chirurgen“ immer als Leitspruch bewahren und sein Andenken in dauerhaften Ehren halten.

Karl Hempel hat sich um die deutsche Chirurgie und die deutschen Chirurgen verdient gemacht, die Historie des BDC ist ohne ihn nicht vorstellbar.

Editorial: Kongress-Hochsaison

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

in diesen Tagen findet der 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in München statt. Hochkarätige Referenten aller chirurgischen Fachgesellschaften stellen die aktuellen Entwicklungen in unserem Fachgebiet vor und geben dabei die Gelegenheit für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch. Wir freuen uns, Chirurginnen und Chirurgen aus aller Welt mit dem Sultanat Oman als Gastnation bei dem Kongress begrüßen zu dürfen.

Der diesjährige Kongress steht unter dem Motto: „Volle Kraft voraus – mit Herz, Hand und Verstand!“ Dieses Leitthema liegt uns im wahrsten Sinne des Wortes am Herzen, denn unabhängig von allen Innovationen bei den Operationsverfahren, in Leitlinien oder Medizintechnik, stets muss der Patient und auch die ärztliche Empathie im Vordergrund stehen. Um die zweifelsfrei vorhandene Faszination und Leidenschaft unseres Berufs – auch im Umgang mit den anvertrauten Patienten – weiter zu erhalten und zudem junge Mediziner dafür zu begeistern, müssen wir nicht zuletzt auch die sich abzeichnenden politischen Rahmenbedingungen sehr genau und kritisch beobachten.

Die aktuelle Gesundheitspolitik stand vor Kurzem beim Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg im Fokus, die sowohl „Kliniker“ als auch den Alltag von niedergelassenen Chirurginnen und Chirurgen entscheidend treffen kann. Sitzungen und Workshops zu unfall­chirurgischen Themen, Hygiene und vieles mehr standen außerdem auf dem Programm. In der Juni-Ausgabe werden wir auf die Highlights beider Kongresse ausführlicher eingehen.

Im vorliegenden Heft geht es unter anderem um das wichtige Thema „Operieren in der Schwangerschaft“. Der BDC hatte gemeinsam mit der DGCH und der Initiative OpidS eine Umfrage durchgeführt, die hier detailliert dargestellt wird. Im Anschluss werden die Änderungen des Mutterschutzrechts zusammengefasst. Jede schwangere Ärztin soll schließlich den Schutz erhalten, der für sie und das ungeborene Leben stets erforderlich ist. Es muss in der freien Entscheidung der Kolleginnen bleiben, inwieweit sie auch in der Schwangerschaft operativ/interventionell tätig sein möchten.

Weitere Beiträge zur Kommunikation innerhalb des Teams, zur DRG-Kodierung 2019 – ICD-10-GM und OPS u. v. m. finden Sie zudem in dieser ersten Printausgabe 2019.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Meyer HJ, Anthuber M: Editorial: Kongress-Hochsaison. Passion Chirurgie. 2019 März; 9(Q1): Artikel 01.

Einladung zur BDC-Mitgliederversammlung 2019

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

hiermit lade ich Sie satzungsgemäß zur Mitgliederversammlung (Zutritt nur mit gültigem Mitgliedsausweis) des BDC ein.

Termin: Freitag, 29. März 2019, 11:45 – 12:30 Uhr

Ort:Internationales Congress Center München (ICM München), Saal 2, im Rahmen des 136. Chirurgenkongresses.

Tagesordnung

TOP 1

Bericht des Präsidenten

Meyer

TOP 2

Bericht des Schatzmeisters

Mayer

TOP 3

Antrag auf Entlastung des Vorstands

TOP 4

Nachwahl Präsidiumsmitglieder

TOP 5

Beschlussfassung Beitragsordnung

TOP 6

Bericht des Justitiars

Heberer

TOP 7

Aktuelle Probleme in der Berufspolitik: Sie fragen, wir antworten

Mitglieder des Präsidiums

TOP 8

Verschiedenes

Am Freitag, den 29. März 2019, 09:30 Uhr bis 12:30 Uhr, findet eine Rechtsberatung für BDC-Mitglieder mit dem BDC-Justitiar, Dr. Jörg Heberer, im Raum Büro 0.336 statt. Eine Anmeldung via justitiar@bdc.de ist erforderlich.

Editorial: Kongress-Highlights 2018

Auch in diesem Jahr können wir wieder auf erfolgreiche Kongresstage zurückblicken: Auf den 135. Kongress der DGCH in Berlin und den etwas „jüngeren Vertreter“, den 25. Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und noch einmal allen Organisatoren, Referenten, Besuchern und Ausstellern für die Ausgestaltung beider Kongresse danken, denn ohne sie wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen.

Beim diesjährigen Jubiläum des Bundeskongress Chirurgie Ende Februar standen die Auswirkungen des Koalitionsvertrages für niedergelassene Chirurgen im Vordergrund der politischen Diskussionen. Die Bedeutung und Gestaltung der sektorenübergreifenden Versorgung war ebenfalls wichtiges Thema. Der BDC hat gemeinsam mit dem BNC und BAO ein umfangreiches Fortbildungsprogramm zusammengestellt. Das Hauptaugenmerk beim Angebot an Fachvorträgen und Workshops lag ganz klar auf der praktischen Fortbildung unter dem Motto „How I do it“. Aber auch globale Themen wie „Ein Blick in die Zukunft des OP-Saals“ wurden in Sitzungen angesprochen. Einige ausgewählte Inhalte vom Bundeskongress können Sie in dieser Ausgabe nachlesen, so auch „Die Geschichte hinter der Geschichte“ von Nataly Bleuel, der diesjährigen Gewinnerin des Journalistenpreises der Deutschen Chirurgen, der in Nürnberg verliehen worden ist.

Der 135. Kongress der DGCH stand in diesem Jahr unter dem Motto „Tradition – Innovation – Globalisierung“. Es ist kaum möglich aus diesen vier Kongresstagen bei insgesamt 950 eingereichten Abstracts die zahlreichen Highlights für diese Ausgabe im Einzelnen als Kongressnachlese darzustellen. Daher haben wir mit verschiedenen Beiträgen vom Organspendelauf, bis hin zu den Themen Arztassistenten, chirurgischer Nachwuchs sowie Europäische Referenznetzwerken, Integration von ausländischen Mitarbeitern und einigen Kongress-Reden u. a. in der Rubrik DGCH INTERN versucht, eine „bunte Mischung“ zusammenzustellen, welche punktuell die Kongressinhalte widerspiegeln.

Gerade im Rückblick auf die beiden Kongresse möchte ich hervorheben, dass sich besonders in der wissenschaftlichen und berufspolitischen Entwicklung unseres Berufs – auch um zukünftig Nachwuchs für unser Fach zu begeistern – nur ein gemeinsames Auftreten und Vorgehen Beachtung finden kann. Wir müssen also innerhalb der verschiedenen Fachgesellschaften gemeinsam auch mit dem Berufsverband Lösungsansätze für die zahlreichen übergreifenden Probleme suchen, aber auch gleichzeitig stets mit allen Anstrengungen für unseren besonderen Beruf einstehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre und hoffe, Sie bereits jetzt für die Besuche der kommenden Kongresse motivieren zu können, da bekanntermaßen nach dem Kongress jeweils wieder vor dem Kongress ist.

Ihr H.-J. Meyer

Meyer HJ. Kongress-Highlights 2018. Passion Chirurgie. 2018 Juni; 8(06): Artikel 01.

20 Jahre: Bundeskongress Chirurgie 2018 „Gemeinsam stark“

Fortbildung, Innovationsbereitschaft und ökonomisches Handeln sind feste Bestandteile unserer chirurgischen Tätigkeit. Auf diesen Pfeilern manifestiert sich der Bundeskongress Chirurgie 2018 in Nürnberg (23.02. – 24.02.2018). Auf Wunsch einer großen Mehrheit unserer Kollegen haben wir uns entschlossen, den Kongress um einen Tag zu verkürzen und Ihnen die Inhalte kompakt an zwei Tagen darzulegen.

23. bis 24. Februar 2018 in Nürnberg

Die unfallchirurgisch-orthopädischen Schwerpunkte werden in diesem Jahr auf Verletzungen des Beckens sowie der Wirbelsäule gelegt. Unter dem Motto „Ran an den Rücken“ werden wir auch konventionelle Behandlungsmöglichkeiten des akuten und chronischen Rückenschmerzes diskutieren. Als DGUV zertifizierte Veranstaltungen werden die Kindertraumatologie, die Rehamanagement/Rehamedizin und das Gutachtenseminar (Kurs 2) thematisiert und angeboten.

In der Eröffnungsveranstaltung werden wir über die Zukunft der sektorenübergreifenden chirurgischen Versorgung diskutieren. Im Anschluss erfolgt die Verleihung des Journalistenpreises des BDC.

Erneut werden wir das Thema Digitalisierung aufgreifen, bei dem sich das deutsche Gesundheitssystem einem enormen Erwartungsdruck ausgesetzt sieht. Dieser kommt aus der Politik, der Industrie und natürlich auch von unseren Patienten. Patienten wollen ihre Daten allen behandelnden Ärzten zukommen lassen, Untersuchungsergebnisse aus allen Versorgungsbereichen sollen mitgenutzt werden. Gleichzeitig erwartet der Patient jedoch, dass diese Daten strikt vertraulich behandelt werden. Die Politik möchte so schnell wie möglich diese neuen Techniken in Umlauf bringen und die Industrie verfolgt ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen. Über diese kontroversen Vorstellungen werden wir am Freitagmorgen in der Sitzung Digitalisierung und E-Health berichten.

Namhafte Protagonisten sind eingeladen und haben bereits zugesagt.Die zunehmende Problematik der multiresistenten Keime und der damit für uns verbundenen neuen Hygienevorschriften werden wir in der Hygienesitzung am Samstag ausführlich diskutieren. Die gleiche Thematik verfolgt uns am gesundheitspolitischen Vormittag, dazu werden namhafte Berufspolitiker Konsequenzen der Qualitätsindikatoren in der zukünftigen Medizin diskutieren.

Alle teilnehmenden Berufsverbände werden über aktuelle Entwicklungen aus ihrem Fach berichten. Die Sitzung Arzt und Recht wird über medizinrechtliche Neuerungen und natürlich über das Antikorruptionsrecht informieren.

Den Abschluss des Bundeskongresses bildet ein Symposium zu Kostenstrukturen von ambulanten Operationszentren und Abrechnungsmöglichkeiten ambulanter Operationen und Anästhesien.

Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, nach der Wahl ist vor der Wahl. Wir denken, dass die neue Bundesregierung mit neuen Gesetzen, die das Gesundheitssystem betreffen, nicht lange auf sich warten lässt. Dieser Kongress bietet Ihnen die Gelegenheit mit renommierten gesundheitspolitischen Experten in den Dialog zu treten. Danach mögen Sie sich selbst ein Bild machen, wo der Weg der Gesundheitspolitik 2020 hinführen wird.

Kommen Sie bitte zahlreich nach Nürnberg, denn nur gemeinsam sind wir stark!

Dr. med. Christoph Schüürmann
Vorsitzender BNC

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer
Generalsekretär DGCH
Präsident BDC

Dr. med. Axel Neumann
Präsident BAO

Dr. med. Michael Bartsch
Kongressleiter

Schüürmann C, Meyer HJ, Neumann A, Bartsch M: Einladung zum Bundeskongress Chirurgie 2018 „Gemeinsam stark“. Passion Chirurgie. 2017 November, 7(11): Artikel 04_02.

Neues zur Weiterbildungsordnung

Trotz einstimmigen Beschlusses der gemeinsamen Weiterbildungskommission von BDC/DGCH und allen chirurgisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften inklusive deren Berufsverbänden zum Verzicht auf die Facharztkompetenz Allgemeinchirurgie bei Einrichtung einer gemeinsamen Kompetenzsäule Allgemein- und Viszeralchirurgie wurde auf dem 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg erneut der Erhalt der Facharztkompetenz Allgemeinchirurgie von den Delegierten der Landesärztekammern beschlossen. Die Weiterbildungskommission der Fachgesellschaften und der Berufsverbände hatte sich dann darauf geeinigt, an der Beschreibung der Inhalte aktiv mitzuwirken.

Von Seiten der Unfallchirurgie und Orthopädie wurde darauf hingewiesen, dass aus ihren Fachbereichen keine elektiven Maßnahmen, wie z. B. Gelenksersatz, in die Kompetenzbeschreibungen aufgenommen werden, sondern es sich primär um notfallmäßige Eingriffe aus diesem Gebiet handeln soll. Ferner wurde beschlossen, dass nach Erlangung der Facharztkompetenz Allgemeinchirurgie keine Kompetenz zur Speziellen Viszeral- oder Unfallchirurgie angestrebt werden kann.

Der jetzige Facharzt für Allgemeine Chirurgie weist eine Weiterbildungszeit von 72 Monaten auf, wobei jeweils 18 Monate in der Viszeral- und Unfallchirurgie in entsprechenden zur Weiterbildung zugelassenen Kliniken abgeleistet werden müssen. Zudem sind jeweils sechs Monate in der Notfallaufnahme und Intensivmedizin obligat. In der Viszeralchirurgie sind u. a. mehr als 400 operative Eingriffe notwendig; in der Unfallchirurgie und Orthopädie sind u. a. 200 konservative Behandlungen von Distorsionen und Frakturen sowie 100 Osteosynthesen bei Frakturen und Osteotomien vorgesehen. Wie diese Empfehlung der BÄK, die im sogenannten „Wiki-BÄK“ zur Kommentierung steht, nun von den Landesärztekammern umgesetzt und vor allem auch von den weiterzubildenden Ärztinnen und Ärzte angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Als Zusatzweiterbildung steht zudem die Notfallmedizin mit einer Weiterbildungszeit von 24 oder 36 Monaten derzeit in der Diskussion. Ein endgültiges Konzept dieser Zusatzweiterbildung steht dabei noch aus. Der Antrag auf eine Zusatzweiterbildung Einsatz- und Katastrophenchirurgie, der primär mit Unterstützung der Bundeswehr und weiteren Hilfsorganisationen vorgelegt worden ist, wurde vorerst abgelehnt. Weitere Gespräche zwischen der Bundeswehr und den Fachgesellschaften – allerdings nicht mit dem Ziel einer Zusatzweiterbildung, sondern zur Beschreibung einer möglichen speziellen Qualifikation bei diesem „Modellversuch“ – sind hierzu geplant.

Meyer HJ: Neues zur Weiterbildungsordnung. Passion Chirurgie. 2018 Januar, 8(01): Artikel 05_01. 

120. Deutscher Ärztetag

Erlauben Sie mir einige kurze Anmerkungen zur Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags in Freiburg. Fast schon im Zeichen des Bundeswahlkampfes übte der Präsident der Bundesärztekammer, F. U. Montgomery, scharfe Kritik an einer möglichen Bürgerversicherung. In einem weltweit besten Gesundheitssystem wäre eine solche „viel ungerechter“ und „die Bürgerversicherung ist der Turbolader zu einer echten Zwei-Klassen-Medizin“, wie er schon vor fünf Jahren bei der Eröffnung des Ärztetags in Nürnberg festgestellt hatte. Zudem forderte Montgomery die Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung, zudem eine zeitnahe Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 sowie eine bedarfsgerechte Finanzierung der Krankenhäuser. In der bestehenden Diskussion über die Notfallversorgung schlug er die Einrichtung eines „Runden Tisches“ bei der Bundesärztekammer vor. Schließlich sprach sich Montgomery für eine rasche Umsetzung der Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte aus und warnte davor, in der heutigen Krankenhauslandschaft, den Arzt zum Erfüllungsgehilfen ökonomischer Optimierungsstrategien zu degradieren. Vermissen musste man aber Stellungnahmen zum Transparenzkodex, Digitalisierung oder leider auch zur Weiterbildungsordnung.

Bundesgesundheitsminister H. Gröhe wiederholte seine Forderung nach einer Mannschaftsleistung im Gesundheitswesen. Auch er betonte die Notwendigkeit und Unterstützung einer neuen Gebührenordnung für Ärzte und widersprach ebenso klar dem Konzept einer Bürgerversicherung. Auch die zunehmende ökonomische Umformung der Medizin lehnte der Minister mit dem Hinweis ab, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Sollte er im Amt bleiben, habe er sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen.

Nach allen diesen Ausführungen wird jedoch auch klar, wie schwierig es sein wird, nicht nur hinsichtlich der Musterweiterbildungsordnung in der Chirurgie, das japanische Sprichwort: „Eine Freude vertreibt 100 Sorgen“ in realiter erleben zu können.

Meyer H.-J. 120. Deutscher Ärztetag. Passion Chirurgie. 2017 Juli, 7(07): Artikel 05_new.

Beschlussprotokoll vom 120. Deutscher Ärztetag

Editorial: „Nach dem Kongress ist vor dem Kongress!“

Diese Erfahrung traf in diesem Jahr besonders zu, denn noch nie lagen der Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg und der 134. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie terminlich so nah beieinander wie 2017. Dieses Faktum stellte also eine besondere Herausforderung dar.

Die Berufsverbände BDC, BNC und BAO legten in Nürnberg vom 10. bis 12. März den berufspolitischen Schwerpunkt auf die Frage: Was passiert mit den freiberuflichen Fachärzten nach der Bundestagswahl? Politiker von drei großen Parteien nahmen während des nun schon traditionellen politischen Vormittags beim Bundeskongress dazu Stellung. In weiteren Sitzungen wurden Portalpraxen, Einholung von Zweitmeinungen sowie die Terminservicestellen, die in letzter Zeit in den Medien für sehr viel Zündstoff gesorgt haben, thematisiert. Über einige der Diskussionen und Vorträge aus Nürnberg berichten wir in dieser Ausgabe mit den Kongressen im Fokus. Die Verleihung des „Journalistenpreis der Deutschen Chirurgen 2017“ und der „Wolfgang Müller-Osten-Medaille“ im Rahmen des Bundeskongress sind ebenfalls Themen in dieser Ausgabe.

Auch beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurden verschiedene berufspolitische Aspekte, die Chirurgie betreffend, dargestellt und diskutiert. Unter dem Kongressmotto „Verantwortung, Vertrauen, Sicherheit“ standen vor allem die politisch vorgegebenen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Gerade hinsichtlich des Mangels an Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern ist dieses Thema aktueller denn je. Umso wichtiger ist es, den Zustand in anderen europäischen Ländern zu erfahren, um ggf. neue Lösungsansätze zu finden. Als besonderer Schwerpunkt wurde die aktuelle Situation der Notfallversorgung und -chirurgie in Deutschland thematisiert – insbesondere die notwendigen Vorbereitungen bei weiter zunehmender „Bedrohungslage“. Zu einigen Highlights der Kongresstage finden Sie sowohl in der Rubrik INTERN DGCH als auch in CHIRURGIE sowie CHIRURGIE+ Beiträge. Ein Novum in München war die Durchführung des Nachwuchs-Kongresses „Staatsexamen & Karriere“, der nun schon zum zehnten Mal vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen und dem Berufsverband Deutscher Internisten zur Vorbereitung auf die 3. Ärztliche Prüfung für Medizinstudenten organisiert wurde. Auch darüber wird in dieser Ausgabe ausführlich berichtet.

Als ein Fazit beider Kongresse stellte sich einmal mehr heraus, dass etwaige unterschiedliche Standpunkte der chirurgischen Akteure offen diskutiert werden müssen: Also miteinander und nicht über einander reden! Nur bei Demonstration der „Einheit in der Chirurgie“ kann der Nachwuchs für unser Fach begeistert und gewonnen werden. Dafür brauchen wir nicht noch mehr Dirigismus, wir müssen den freien und selbstbestimmenden Arztberuf in allen Bereichen stärken – und zwar gemeinsam und nicht nur auf den Kongressen.

Ihr H.-J. Meyer

Meyer H.-J. Editorial: Nach dem Kongress ist vor dem Kongress. Passion Chirurgie. 2017 Mai; 7(05): Artikel 01.