Alle Artikel von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer

Kostenfreier Livestream mit Livechat: Update zu Covid-19

Liebe Mitglieder, liebe KollegInnen,

wir dürfen Sie über die kommenden Sendungen des Covid-19 Update, bei dem der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) Kooperationspartner ist, informieren und Sie herzlich zum Livestream mit Livechat einladen:

16. Dezember 18:00 bis 19:00 Uhr mit den Fokusthemen News —Update Prävention und Therapie — Vakzinierung
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Im Nachgang stehen die Sendungen als Video-on-Demand jederzeit auf der Plattform zur Verfügung.

Die Sendung ist kostenfrei für Ärzte und Ärztinnen!

  • Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland: Bitte registrieren Sie sich als Arzt oder Angehöriger der Fachkreise auf der Online-Plattform streamed-up.com mit ihrer EFN-Nummer oder einem gleichwertigen Nachweis.
  • Kolleginnen und Kollegen aus Österreich / Schweiz: Bitte registrieren Sie sich als Arzt oder Angehöriger der Fachkreise auf der Online-Plattform streamed-up.com mit ihrer Visitenkarte, Approbation oder einem gleichwertigen Nachweis.
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Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zu Live-Übertragungen von Operationen und Interventionen in Deutschland

Live-Übertragungen von Operation und Interventionen haben auf Grund der technischen Möglichkeiten inzwischen eine lange Tradition und werden auf Fachkongressen zum Zwecke der Fort- und Weiterbildung genutzt. Durch moderne Informationstechnologien können Operationen inzwischen weltweit ohne jegliche zeitliche Verzögerungen übertragen werden. Live-Operationen werden auch an medizinischen Fakultäten inklusive der akademischen Lehrkrankenhäuser zur Ausbildung eingesetzt, um Studierenden authentisch die Atmosphäre von Operationssälen zeigen zu können, häufig mit der Möglichkeit für die Studierenden, Fragen zu stellen und offene Punkte zu klären.

Der edukative Wert von Live-Übertragungen wird seit langem kontrovers diskutiert, ebenso die damit einhergehende potentielle Patienten-Gefährdung.

Daher wurden bereits in den Jahren 2007 und 2008 Positionspapiere von wissenschaftlichen Fachgesellschaften in den USA und in Japan zu diesem Thema publiziert, um durch verbindliche Regeln den Patientenbedürfnissen umfänglich Rechnung zu tragen. Dabei wurden die Aspekte der Patientensicherheit, die Anforderungen an das Format sowie Regeln für das Management von unvorhergesehenen Ereignissen und ethische Aspekte berücksichtigt.

Seit geraumer Zeit haben einige Medien wiederholt Initiativen gestartet, auch im deutschsprachigen Raum Live-Übertragungen von Operation und Interventionen im frei zugänglichen Fernsehen anzubieten.

Aus diesem Anlass ergibt sich für die wissenschaftlichen Fachgesellschaften die Notwendigkeit, auch für Deutschland ein Konsensuspapier zu erstellen, um verbindliche Regeln im Umgang mit Live-Operationen zu etablieren.

Die beteiligten Fachgesellschaften möchten ihren Mitgliedern mit diesem Konsensuspapier eindeutige und verbindliche Regeln zur Verfügung stellen, auf die man sich berufen kann.

Nutzen und Risiken von Live-Übertragungen von Operationen

Grundsätzlich wird anerkannt, dass durch Live-Übertragungen invasiver Eingriffe die Besonderheiten einer Methode bzw. Verfahrens realitätsnah dargestellt werden können. Allerdings muss gleichzeitig bedacht werden, dass bei Live-Übertragung häufig die Bedingungen, unter denen der Eingriff durchgeführt wird, von der alltäglichen Routine abweichen und der betroffene Patient damit potenziell einem höheren Risiko ausgesetzt sein kann.

Nach Ansicht der Fachgesellschaften ist es nicht auszuschließen, dass die Tatsache der Live-Übertragung Einfluss auf die Qualität der Leistung aller an der OP beteiligten Personen hat. Sei es, weil man besonders motiviert ist, eine gute Leistung zu zeigen und damit die Bereitschaft zum Risiko steigt, sei es, weil die ohnehin bestehende Anspannung vor Operationen mit einem hohen Schwierigkeitsgrad durch die Tatsache der Live-Übertragung noch zunimmt.

Live-Übertragungen sollten, damit sie ihren Nutzen zur Fort-, Weiter- und Ausbildung erfüllen können, so gut strukturiert sein, dass der Zuschauer die Entscheidungsprozesse während des Eingriffs nachvollziehen kann. Die notwendigen Instrumente, die einzelnen Schritte der Prozedur sowie die notwendigen begleitenden medizinischen Maßnahmen (z. B. Anästhesie, Kardiotechnik) auf hohem technischem Niveau müssen daher erläutert werden, ohne die Behandlung des Patienten zu verzögern oder gar zu unterbrechen und ihn/sie damit zu gefährden. Die Tatsache, dass man während der Operation sich nicht nur auf die reine medizinische Durchführung konzentrieren kann, sondern parallel dazu auch noch Wissen vermittelt, führt zu einer möglichen Doppelbelastung, die in sich automatisch die Möglichkeit der Gefährdung des Patienten trägt.

Folgende Punkte sind bei der Überlegung, bei einer Veranstaltung Live-Übertragungen von Operationen und Interventionen anzubieten, zwingend zu beachten:

  1. Live-Übertragungen von Operationen und Interventionen sind ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungen mit geeigneter Infrastruktur für medizinisches Fachpersonal und Studierende der Medizin vertretbar.
  2. Live-Übertragungen dürfen nicht als Marketing-Maßnahme für einzelne Institutionen oder Fachabteilungen dienen. Das vorgenannte (abstrakte) Gefährdungspotential der Live-Übertragung darf nur dann in Kauf genommen werden, wenn daraus ein konkreter edukativer Nutzen für andere Mediziner/Operateure zu ziehen ist.
  3. Gänzlich abzulehnen sind Live-Übertragungen daher für ein Laienpublikum, da keine Bedeutung für eine sinnvolle Aufklärung gegeben ist und daher Aspekte, die den Bereich des Voyeurismus berühren, in den Vordergrund des Interesses gerückt werden könnten.

Forderungen der Fachgesellschaften an Live-Übertragungen

Die Live-Übertragung dient der Aus-, Fort- und Weiterbildung, ist aber gleichzeitig auch ein wesentlicher Teil der Behandlung eines individuellen Patienten mit einer möglicherweise lebensbedrohlichen Erkrankung, bei der es zu gravierenden Komplikationen kommen kann. Aus Sicht der Fachgesellschaften ist es aus den vorgenannten Überlegungen heraus mehr als fraglich, ob der Patient bei einer Live-Übertragung ein vergleichbares Risiko wie bei einer unter alltäglichen Bedingungen durchgeführten Operation und Intervention hat.

Für den einzelnen Patienten besteht kein individueller Nutzen, allerdings kann die Live-Übertragung einer OP dazu beitragen, dass Patienten zukünftig von vielfältig fortgebildeten Operateuren/Interventionalisten profitieren.

Folgende Punkte werden obligat gefordert:

  1. Nur Patienten mit einem niedrigen Risikoprofil dürfen für Live-Übertragungen ausgewählt werden.
  2. Die Patientensicherheit hat oberste Priorität. Bedürfnisse von Zuschauern sind zu keiner Zeit zu berücksichtigen.
  3. Die Privatsphäre des Patienten muss bei der Übertragung zu jeder Zeit geschützt und sichergestellt werden. Sensible Patientendaten dürfen nur den jeweiligen Operateuren/Operateurinnen und den direkt an der Behandlung beteiligten Personen (z. B. Anästhesisten) bekanntgemacht werden.
  4. Regelungen der ärztlichen Schweigepflicht, des Datenschutzes sowie die Persönlichkeitsrechte der Patienten/Patientinnen sind stets zu berücksichtigen.
  5. Jeder Patient muss schriftlich umfassend über die Rahmenbedingungen der Übertragung informiert und aufgeklärt werden. Hierbei muss ihm insbesondere klar dargelegt werden, dass für ihn selber kein unmittelbarer Nutzen besteht. Auch wenn dies (derzeit) noch keinen expliziten Niederschlag in der Rechtsprechung gefunden hat, sehen die Fachgesellschaften die Notwendigkeit, den Patienten insbesondere deutlich darüber aufzuklären, dass mit der Live-Übertagung ein Abweichen von der Routine verbunden ist und im Detail zu schildern, wie eine solche Operation abläuft. Dazu besteht jenseits rechtlicher Notwendigkeiten eine ethische Pflicht.
  6. Der verantwortliche Operateur/Interventionalist muss den Patienten persönlich aufklären, da nur er – unter Berücksichtigung der Ausführungen unter Ziffer 4 – einschätzen kann, was die Live-Übertragung für ihn bedeutet. Der Patient kann in besonders gelagerten Fällen auch von einem Arzt aufgeklärt werden, der die Aufklärung mit dem Operateur abspricht und der abschätzen kann, welches zusätzliche Gefährdungspotenzial für den Patienten durch die Live-Operation möglicherweise besteht.
  7. Im Vorfeld müssen verbindlich Prozeduren und besondere Maßnahmen für unvorhersehbare Ereignisse besprochen werden, um die Patientengefährdung zu minimieren. Dazu gehört zum Beispiel die obligate Vereinbarung, dass bei Eintreten ungeplanter Ereignisse die Live-Übertragung sofort zu stoppen ist.
  8. Sollten Live-Operationen durch Gastoperateure/Gastoperateurinnen durchgeführt werden muss im Vorfeld eine Vorstellung und Untersuchung der Patientin/des Patienten bei diesen Personen ermöglicht werden und der Patient muss über die damit verbundenen Besonderheiten aufgeklärt werden und ihnen zustimmen. Bei Einsatz eines Gastoperateurs muss ein Facharzt aus der Institution bei der Operation zugegen sein, an welcher die Patientin/der Patienten operiert wird, und der die Operation gegebenenfalls übernehmen kann.
  9. Der deutsche Facharztstandard muss jederzeit eingehalten werden.
  10. Die Operationen sollen (digital) aufgezeichnet werden.

Live-Übertragung für Laienpublikum, insbesondere im Fernsehen

Aus Sicht der Fachgesellschaften sind Live-Übertragungen im öffentlich zugänglichen Fernsehen inklusive Pay-TV abzulehnen. Dies deshalb, weil hier ein edukativer Nutzen nicht ersichtlich ist und man unterstellen muss, dass Marketingaspekte im Vordergrund stehen, die es nicht rechtfertigen, Patienten zusätzlich zu gefährden.

Zudem ist auch die berufsrechtliche und wettbewerbsrechtliche Tragweite derartiger Berichterstattungen zu berücksichtigen. Live-Übertragungen im öffentlich zugänglichen Fernsehen inklusive Pay-TV werden sich daher am Berufsrecht und Wettbewerbsrecht (insbesondere am Heilmittelwerbegesetz und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) messen lassen müssen, wofür dann auch der Operateur (mit-)verantwortlich ist. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Einflussnahme auf die Berichterstattung jenseits der Operation (also Interviews etc.) nur bedingt durch den Arzt beeinflussbar sind.

Auch diese, rein dem Eigenschutz des Operateurs dienenden Überlegungen, sind bei der Beurteilung der Live-Übertragung für Laienpublikum anzustellen, wenngleich das Patientenwohl allein schon ausreichen sollte, derartigen Übertragungen eine Absage zu erteilen.

Literatur

[1]   Guidelines on Live Surgery by ASCVTS Aug. 2007, Japanese Society for Cardiovascular Surgery, Japanese Association for Thoracic Surgery, Japanese Society for Vascular Surgery

[2]   Broadcast of Surgical Procedures as a Teaching Instrument in Cardiothoracic Surgery, Robert M. Sade, MD, for the American Association for Thoracic Surgery Ethics Committee and The Society of Thoracic Surgeons Standards and Ethics Committee, The Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery c Volume 136, Number 2

Das Konsensuspapier wurde federführend durch J. Gummert, W. Harringer, H.-J. Meyer und M. Ehrenfeld unter Mitwirkung der in der DGCH assoziierten Fachgesellschaften erstellt.
Dieser Artikel erscheint auch in der „Zeitschrift für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie“ im Dezember 2020, Ausgabe 6.

Gummert J, Harringer W, Meyer HJ, Ehrenfeld M: Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, zu Live-Übertragungen von Operationen und Interventionen in Deutschland. Passion Chirurgie. 2020 Dezember; 10(12): Artikel 06_04.

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Kostenfreier Livestream mit Livechat: Update zu Covid-19

Liebe Mitglieder, liebe KollegInnen,

wir dürfen Sie über die kommenden Sendungen des Covid-19 Update, bei dem der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) Kooperationspartner ist, informieren und Sie herzlich zum Livestream mit Livechat einladen:

12. November 18:00 bis 19:00 Uhr mit den Fokusthemen News — Epidemiologie — Infektiologie
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Einladung zur „digitalen“ BDC-Mitgliederversammlung 2020

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

aufgrund der aktuellen Vorgaben im Kontext der Corona-Pandemie hat sich der Vorstand des BDC dafür entschieden, die diesjährige Mitgliederversammlung nunmehr digital abzuhalten. Eine Versammlung im Karl-Storz-Haus wird demensprechend nicht stattfinden. Satzungsgemäß lade ich Sie hiermit zur Teilnahme an unserer Onlinesitzung ein.

Bitte teilen Sie uns bis zum 20. November 2020 per Email ([email protected]) mit, ob Sie an der BDC|Mitgliederversammlung teilnehmen werden. Bitte geben Sie zur Überprüfung der Legitimation Ihre gültige Mitgliedsnummer an. Die Einwahldetails für die Teilnahme an der Onlinesitzung werden wir Ihnen dann vorab zukommen lassen.

Selbstverständlich ist auch eine kurzfristige Teilnahme möglich. Wir danken für Ihr Verständnis!

Termin:   Samstag, 28. November 2020, 09:00 bis 10:30 Uhr

Ort:         Onlinesitzung via Zoom

TAGESORDNUNG

TOP 1

Begrüßung

Meyer

TOP 2

Feststellung der Beschlussfähigkeit

Meyer

TOP 3

Genehmigung der Tagesordnung

Meyer

TOP 4

Bericht des Präsidenten

Meyer

TOP 5

Bericht des Schatzmeisters

Mayer

TOP 6

Antrag auf Entlastung des Vorstandes

TOP 7

Nachwahl von Präsidiumsmitgliedern (siehe Anlage)

Meyer

TOP 8

Beschlussfassung: Verträge für den Vorstand

Heberer

TOP 9

Beschlussfassung: Beitragserhöhung

Mayer

TOP 10

Bericht des Justitiars

Heberer

TOP 11

Aktuelle Probleme in der Berufspolitik (Optional)

TOP 12

Verschiedenes

Zu TOP 7 – Nachwahl von Präsidi­ums­mitgliedern

Das Präsidium des BDC hat beschlossen der BDC-Mitgliederversammlung am 28.11.2020 folgende Wahlvorschläge für das Präsidium zu empfehlen:

Funktion

Kandidat zur Wahl

Stellvertreter (zur Information)

Stellv. Akademieleiterin

Prof. Dr. Julia Seifert

Stellv. Akademieleiter

Prof. Dr. Michael Paul Hahn

Leiter Fach-Referat Thoraxchirurgie

Dr. Gunda Leschber

Prof. Dr. Erich Stoelben

Stellv. Leiter Themen-Referat „Leitende Krankenhauschirurgen“

Prof. Dr. Daniel Vallböhmer

Leiter Themen-Referat „Oberärzte“

Priv.-Doz. Dr. Hans Fuchs

Priv.-Doz. Dr. Martin K. H. Maus

Leiterin Themen-Referat „Familie und Beruf“

Dr. Frauke Fritze-Büttner

Dr. Markus Mille

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Kostenfreier Livestream mit Livechat: Rechtliche Folgen von Covid 19

Liebe Mitglieder, liebe Kollegen,

wir dürfen Sie über die kommenden Sendungen des Covid-19 Update, bei dem der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) Kooperationspartner ist, informieren und Sie herzlich zum Livestream mit Livechat einladen:

21. September 18:00 bis 19:30 Uhr mit dem Fokusthema
COVID-19: Rechtliche Folgen
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Im Nachgang stehen die Sendungen als Video-on-Demand jederzeit auf der Plattform zur Verfügung.

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Kostenfreier Livestream mit Livechat: Update zu Covid-19

Liebe Mitglieder, liebe Kollegen,

wir dürfen Sie über die kommenden Sendungen des Covid-19 Update, bei dem der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) Kooperationspartner ist, informieren und Sie herzlich zum Livestream mit Livechat einladen:

21. Juli 18:00 bis 19:00 Uhr mit den Fokusthemen News — Kardiologie/Angiologie/Nephrologie — Adipositas/Diabetes
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Editorial: Was bringt die Zukunft?

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

„Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen!“ – dieses Zitat wird verschiedenen Autoren zugeschrieben – in Zeiten wie diesen wird es einmal mehr nachdrücklich bestätigt. Im Kommentar der ­Märzausgabe unserer Mitgliederzeitschrift habe ich mir Mitte Februar bei der Manuskripterstellung die Frage gestellt, was uns die Zukunft mit Beginn der zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts bringen wird und was wir bei meist neuen Herausforderungen tun können. Abschließend habe ich noch die Hoffnung ausgesprochen, dass das damals noch epidemisch grassierende „Corona-Virus“ die Durchführung des Deutschen Chirurgenkongresses 2020 nicht beeinträchtigen möge. Dieses hat sich allerdings leider nicht realisieren lassen; im Gegenteil: Wir erleben derzeit eine gesellschaftliche Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig ist und nach Meinung vieler medizinischer Experten erst am Anfang steht. Das Sars-CoV-2-Virus, das sich mittlerweile pandemisch ausgebreitet hat, bestimmt aktuell den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt.

Mit dem Ziel einer Eindämmung der Infektionsraten und einer möglichen Vermeidung der exponentiellen Ausbreitung von Covid-19 herrscht, so auch in Deutschland, ein fast vollständiger „Shutdown“ mit Ausgangsbeschränkungen, physischem Abstand halten, Reiseverboten, Schließung von Geschäften und Betrieben, Einführung von Kurzarbeit und beruflichen Arbeitens im Homeoffice. Außergewöhnliche Notlagen erfordern nun einmal außergewöhnliche Maßnahmen durch die Politik und nach jüngst veröffentlichten Umfragen werden diese von 75 Prozent der Bundesbürger auch als sinnvoll angesehen, ebenso wie der im Eiltempo verabschiedete Nachtragshaushalt zur Finanzierung der vorgesehenen Hilfspakete. Die Regierungsparteien verfolgen damit verschiedene Ziele, wie beispielsweise eine weiterhin gute Gesundheitsversorgung – wobei die Rettung von Menschenleben Priorität haben muss – die Sicherung des Lebensunterhalts der Betroffenen und der Schutz von Arbeitsplätzen und Unternehmen.

Erfreulicherweise erleben wir in vielen Fällen auch eine Zeit des Zusammenhalts, der Solidarität und der Humanität. Insbesondere die Gesundheitsberufe, Ärzte und Pflegekräfte, stehen in dieser globalen Krise ganz besonders im Fokus. Es gibt keine wirklichen Alternativen: In allen Gesundheitssystemen in der Welt kommt es auf ihren Einsatz, ihre Expertise, Leistungsbereitschaft, Empathie und Mut an. Auch in Deutschland arbeiten Ärzte in Kliniken und Arztpraxen, im öffentlichen Gesundheitsdienst und in den Forschungseinrichtungen rund um die Uhr. Kollegen melden sich aus dem Ruhestand zurück und auch Medizinstudierende helfen, wo es notwendig ist. Der Krisenmodus ist deutschlandweit auf allen Intensivstationen, die zudem erweitert werden, angelaufen. In einem der besten Gesundheitssysteme der Welt bereiten wir uns so optimal wie möglich vor, um das Schlimmste zu verhindern. Dafür, liebe Kolleginnen und Kollegen, möchte ich Ihnen allen – auch im Namen des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie – ganz herzlich danken.

Auf der BDC-Website halten wir Sie mit wichtigen Informationen, Hinweisen und Tipps rund um Covid-19 und seinen Auswirkungen auf dem Laufenden. Wir haben eine ­Übersicht für Sie zusammengestellt, die stets aktualisiert wird. Wenn Sie weiteren Informationsbedarf haben, wenden Sie sich gern an die BDC-Geschäftsstelle. Das Team ist für Sie da! Selbstverständlich steht auch unser Justitiar, Herr Dr. J. Heberer, in diesen Krisenzeiten in allen juristischen Fragen zur Verfügung.

Die BDC|Akademie, die mit einem aktuellen und interessanten Fort- und Weiterbildungsangebot in dieses Jahr gestartet ist, muss leider entsprechend der derzeitigen Vorgaben zunächst alle Seminare bis zum 16. Mai 2020 absagen. Wann und wie es dann weitergeht, bleibt abzuwarten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in Zeiten eines Ausnahmezustandes ist es hilfreich, bestimmte Regeln, so z. B. einheitliche Verhaltensmaßnahmen, zu haben. Auch berufspolitische Empfehlungen, planbare Eingriffe, wann immer es medizinisch vertretbar ist, zu verschieben, sind sinnvoll. Helfen Sie also dabei mit, unser Gesundheitssystem stabil zu halten, wobei zu hoffen ist, dass die verantwortlichen politischen Parteien ad hoc und nach überstandener Krise ihre Versprechungen umsetzen!

Bleiben Sie, Ihre Familien und Teams gesund!

Meyer HK: Editorial Was bringt die Zukunft? Passion Chirurgie. 2020 April; 10(04): Artikel 01.

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60 Jahre BDC – Rück- und Ausblick

Mit dem 60. Lebensjahr ist im normalen Berufsleben ein Ende der ärztlichen Tätigkeiten absehbar, nicht so beim BDC: Bei allen Veränderungen der globalen Politik, besonders auch unter gesundheits- und berufspolitischen Aspekten, war die Entwicklung zu einem der größten chirurgischen Berufsverbände Europas in diesem Ausmaß sicherlich nicht vorhersehbar.

Am 23. April 1960 versammelten sich 40 Chirurgen und gründeten den Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V., weil sie erkannt hatten, dass die konkreten Nöte der Einzelnen und deren berufliche Belange kaum Interesse bei der rein wissenschaftlich orientierten Deutschen Gesellschaft für Chirurgie fanden. Es war also durchaus eine Art „Abspaltung“. Schon vom Gründungspräsidenten und in der Folge erst recht von den Nachfolgern Müller-Osten und Hempel, die beide immerhin 40 Jahre lang die Geschicke des BDC bestimmten, wurde aber niemals eine Konfrontation mit der DGCH angestrebt, sondern stets eine enge partnerschaftliche Beziehung mit klarer Benennung der jeweiligen Aufgabenfelder gepflegt. Am besten passt hier der ebenso kurze wie eindeutige Ausspruch von Karl Hempel:

„Die Deutsche Gesellschaft ist für die Chirurgie zuständig, der Berufsverband für die Chirurgen.“

Schon in der Anfangsphase hat es sich der BDC zur Aufgabe gemacht:

  • Die Vertretung aller chirurgischen Berufsbelange innerhalb der Ärzteschaft gegenüber den Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie der Ärztekammer und den Kassenärztlichen Vereinigungen; ferner gegenüber dem Staat, der Regierung und ihren Behörden.
  • Die Beratung all dieser Organe hinsichtlich der chirurgischen Belange einschließlich der Probleme der Facharztausbildung und der neuen Gebührenordnung, Fragen der chirurgischen Pflichten und Rechte sowie die Beratung von Berufskollegen in Facharztfragen.
  • Die Wahrung der chirurgischen Interessen in der Öffentlichkeit und gegenüber den Publikationsmedien.
  • Der Berufsschutz des Chirurgen im Allgemeinen und nötigenfalls auch gegenüber dem Gericht.
  • Der Schutz gegen eine Einengung und Schmälerung unseres Fachgebietes.

Daran hat sich im Kern über all die Jahre nichts wesentlich geändert, allerdings sind zahlreiche neue Aufgaben dazugekommen, wie der Ausbau einer professionellen Pressestelle, die Herausgabe einer Mitgliederzeitschrift (beides seit einigen Jahren gemeinsam mit der DGCH), die Intensivierung der juristischen Unterstützung unserer Mitglieder sowohl in Grundsatzfragen als auch ganz individuell, ein umfängliches Versicherungsangebot und vor allem – mit Gründung der nunmehr Deutschen Akademie für Fort- und Weiterbildung – ein breit gefächertes Angebot an Seminaren, Workshops und Fortbildungsveranstaltungen. Umfragen unter unseren Mitgliedern zeigen, dass Versicherungsschutz, Seminarangebote und juristische Beratung auf der „Wunschliste“ ganz oben stehen, durchaus gleichauf mit der eigentlichen Kernaufgabe eines Berufsverbands, nämlich der Interessenvertretung nach außen.

Der BDC war mit Beginn der Siebzigerjahre die führende berufspolitische Vertretung der Chirurgen in Deutschland. Folgerichtig war der BDC dann auch über die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) aktiv in die europäische Politik der UEMS eingebunden, stets in engem Schulterschluss mit der DGCH. Im Dezember 1999 zog die Geschäftsstelle von Hamburg nach Berlin in das Langenbeck-Virchow-Haus um und vergrößerte den Stamm der Mitarbeiter deutlich in Richtung eines professionellen Unternehmens. Nicht zuletzt diesem Umzug ist es mit zu verdanken, dass letztlich das Langenbeck-Virchow-Haus nach mühsamen Verhandlungen wieder zur Heimat der deutschen Chirurgen geworden ist.

Mit der Wahl des amtierenden Generalsekretärs der DGCH, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer im Jahr 2015 auch zum Präsidenten des Berufsverbands wurde eine von den Gründungsvätern des BDC noch durchaus vehement abgelehnte Personalunion eingeführt, die allen Bedenken zum Trotz eine außerordentliche Beförderung der Zusammenarbeit und keinesfalls eine Unterordnung oder gar „Eingemeindung“ zur Folge hatte. Es hat sich dabei rasch gezeigt, dass zwar unterschiedliche Schwerpunkte, diese aber letztlich mit dem gleichen Grundthema zu bearbeiten sind, die in dieser engen Gemeinsamkeit bei aller notwendigen Eigenständigkeit sehr erfolgreich nach außen kommuniziert werden können.

60 Jahre erfolgreiche Interessenvertretung dürfen nun aber kein Anlass sein, sich zurückzulehnen, sondern müssen vielmehr Ansporn sein, das Erreichte weiter auszubauen und vor allem sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Es genügt eben nicht, einfach das sogenannte Tagesgeschäft „routinemäßig“ abzuwickeln. Bei jedem neuen Projekt oder gesundheitspolitischen Vorgaben müssen wir darauf achten, was dies für die nachwachsende Generation junger Chirurginnen und Chirurgen für Konsequenzen haben wird. Dieses vor allem auch unter dem Aspekt eines äußerst umtriebigen Gesundheitsministers Jens Spahn. Der 16. Gesundheitsminister unseres Landes und sein Ministerium haben nämlich in der jetzigen Legislaturperiode Gesetzentwürfe und Verordnungen am laufenden Band produziert, wobei exemplarisch nur das Terminservice- und Versorgungsgesetz, das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das Digitale-Versorgung-Gesetz oder das MDK-Reformgesetz genannt seien.

Aktuell wird eine Neufassung der ärztlichen Approbationsordnung diskutiert mit Verlagerung der Ausbildungsschwerpunkte in Richtung Allgemein- und ambulante Medizin, ganz abgesehen von einer neuen Gewichtung der Themen Digitalisierung oder der Gewichtung der „sprechenden“ Medizin. Wir werden nicht zulassen, dass klassische Schwerpunktgebiete wie die Chirurgie zu Nebenfächern degradiert werden. Gleiches gilt für die Diskussion der chirurgischen Facharztweiterbildung. Der von der gemeinsamen Weiterbildungskommission des BDC und der DGCH zusammen mit allen chirurgischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden abgelehnte Erhalt eines Facharztes für Allgemeinchirurgie stellt uns nun vor die Aufgabe, diesen dennoch lebensfähig zu erhalten, will man diejenigen, die sich für diesen Karriereweg entscheiden, von vornherein eine vernünftige Chance einräumen. Diese Diskussion ist eng verknüpft mit der Frage der Ausgestaltung zukünftiger wohnortnaher Versorgung bzw. Veränderung der Krankenhauslandschaft mit Abschaffung kleiner Häuser.

Man hat den Eindruck, dass viele Gesetze im Detail sinnvoll, in der Nachhaltigkeit aber zu hinterfragen sind: Oftmals wäre größere Sorgfalt statt eines überhöhten Tempos effektiver, wie auch beim Referentenentwurf zur Reform der Notfallversorgung. Der BDC arbeitet ferner intensiv an Modellen sektorübergreifender Kooperation zwischen fachverschiedenen Häusern und ambulanten Strukturen. Wir werden eine patientengerechte Versorgung in der Tiefe nur durch Spezialisierung erreichen, aber mit dem Verlust der Breite unseres Faches. Nach unserer Auffassung lässt sich das nur durch Zusammenführung der individuellen Kompetenzen in Verbundsystemen darstellen.

War der Start des BDC vor sechs Jahrzehnten noch geprägt von etwaigen Animositäten, Misstrauen und Ausgrenzung gegenüber den wissenschaftlichen Fachgesellschaften, so haben wir jetzt eine enge partnerschaftliche Beziehung erreicht, die allen nützt. Faktisch wird die viel beschworene Einheit der Chirurgie gelebt, auch wenn sie formal nicht vollzogen ist. Wie allgemein bekannt, ist das Ganze eben immer mehr als die Summe seiner Teile.

Allein die Zahl von nahezu 18.000 Mitgliedern (gegenüber 40 „Versprengten“ zu Gründungszeiten) beweist, dass der gewählte Weg der Richtige ist und unbeirrt weiterverfolgt werden sollte.

Unser Dank gilt allen, die zur Weiterentwicklung des BDC im Sinne ihrer Mitglieder in all den Jahren beigetragen haben.

Meyer HK, Rüggeberg JA, Kalbe P, Burgdorf F: Editorial 60 Jahre BDC. Passion Chirurgie. 2020 März; 10(03): Artikel 01.

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Für Babyboomer ist 65 doch kein Alter mehr

Abb 1: Diese Tätigkeiten können sich Chirurgen nach dem Renteneintritt vorstellen

Mit 65 in Rente? Die Mehrzahl der Chirurgen würde gerne weiterarbeiten und ist auch offen für Veränderungen – doch nicht zu jedem Preis. Was sich „Silver Worker“ wünschen und welchen Mehrwert sie Kliniken bringen, weiß Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen.

Die Chirurgie hat – wie andere medizinischen Fachgebiete auch – ein Nachwuchsproblem. Silver Workern kommt daher eine wachsende Bedeutung zu. Nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer sind heute bereits 7 Prozent aller berufstätigen Ärzte älter als 65 Jahre, bei den Chirurgen sind es 6,6 Prozent. Dieser Anteil wird voraussichtlich weiter steigen. Eine Umfrage des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC) unter 1.400 Mitgliedern aller Altersgruppen zeigt: Die Hauptmotivation nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten, ist für die große Mehrheit, den Selbstwert zu erhalten, Wertschätzung zu erfahren sowie das Gefühl, noch gebraucht zu werden.

Doch weiterarbeiten heißt nicht unbedingt, ab morgens um sieben für zwölf Stunden am OP-Tisch zu stehen. Wer 35 Chirurgenjahre auf dem Buckel hat, könnte auch ein wenig kürzertreten oder andere Tätigkeiten übernehmen, etwa in der Nachwuchsförderung. So können sich rund drei Viertel der befragten Chirurgen eine Lehrtätigkeit oder ein Mentoring nach dem Renteneintritt vorstellen und ebenso viele würden sich eine ärztliche Tätigkeit in Teilzeit wünschen.

Welchen Vorteil hat das für die Kliniken? „Kliniken können enorm von Silver Workern profitieren“, meint BDC-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer. Allerdings müssten sie ihren Chirurgen akzeptable Bedingungen bieten – und das sei noch nicht immer gegeben. Prof. Meyer ist selbst Silver Worker und vertritt neben dem Berufsverband auch die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie als Generalsekretär.

Abb. 2: Sind altersgemischte Teams erfolgreicher als andere Teamkonstellationen? Das denken…

„Silver Worker brauchen akzeptable Bedingungen“

Health Relations (HR): Herr Professor Meyer, was halten Sie davon, wenn ein 70-Jähriger noch operiert?

Meyer: Wenn jemand noch fit ist, spricht überhaupt nichts dagegen. Für die Generation der Babyboomer ist 65 doch kein Alter mehr. Klar gibt es individuelle Unterschiede, und ich rede nicht davon, dass jemand mit Gehhilfe am OP-Tisch steht. Aber viele von uns sind in so einer guten mentalen und körperlichen Verfassung, dass sie selbst noch mit 75 gute Arbeit leisten können. Bis zu diesem Alter ist eine chirurgische Tätigkeit meines Erachtens durchaus verantwortbar.

HR: Wie groß ist die Bereitschaft unter Ihren Kollegen, nach dem Renteneintrittsalter weiterzuarbeiten?

Meyer: Der Großteil wird mit 65 sicherlich nicht die Kelle fallen lassen. Ich glaube sogar, dass wird künftig eher die Ausnahme sein. Das zeigt ja auch unsere Umfrage ziemlich deutlich.

HR: Das sind doch gute Aussichten für Kliniken, die händeringend Nachwuchs suchen, oder?

Meyer: Das Nachwuchsproblem wird durch die Silver Worker allein natürlich nicht gelöst. Aber sie können indirekt zu einer Lösung beitragen, indem sie junge Leute für das Fach begeistern, sei es durch Vorlesungen, Vorträge, Publikationen und – ganz wichtig – bei der Betreuung von Medizinstudenten im Praktischen Jahr. Hier werden die entscheidenden Weichen gestellt, ob jemand den Traumjob Chirurg ergreift oder eben nicht. ‘Silberlöwen’ wie ich haben in der Regel eine große Leidenschaft für ihren Beruf und einen riesigen Erfahrungsschatz: Es wäre nicht klug, dieses Potenzial zu verschenken. Übrigens zeigt auch unsere Umfrage, dass alle Generationen der Meinung sind, dass altersgemischte Teams erfolgreicher sind als andere Teamkonstellationen.

HR: Was müssen Kliniken denn tun, um ihre Silberlöwen zu halten?

Meyer: Es müssen akzeptable Bedingungen geboten werden. Wenn einer mit 65 zum Beispiel keinen Nachtdienst mehr machen möchte, ist das genauso nachvollziehbar, wie der Wunsch, unter den gleichen Konditionen wie bisher weiterzuarbeiten. Bedauerlicherweise zeigen sich viele Häuser da heute noch wenig flexibel. Es gibt jedoch einige Beispiele in Deutschland, wo Best Ager weiter in führenden Positionen sind oder Spezialaufgaben übernommen haben. Ich kenne Kollegen, die sind sogar noch mal an Universitätskliniken gewechselt, um dort spezielle Eingriffe vorzunehmen. Von solchen Arrangements profitieren beide Seiten enorm.

HR: Sie sagen, die Bedingungen müssen stimmen. Wie attraktiv ist es für einen Seniorkliniker, noch mal eigener Chef zu werden und sich in einer Praxis niederzulassen?

Meyer: Zahlen zu solchen Seitenwechslern haben wir leider nicht. Ich kann mir für die eigene Person aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Niederlassung eine attraktive Alternative zur früheren Klinikwelt darstellen kann. Meiner Ansicht nach gibt es in Kliniken genügend Betätigungsfelder, auch außerhalb des OPs.

HR: Welche Aufgaben haben Sie konkret im Sinn?

Meyer: Silver Worker können Klinikteams beratend unterstützen, fachlich und im organisatorischen Bereich. Vorstellbar ist auch eine Doppelspitze der Klinikleitung für einen überschaubaren Zeitraum. Silver Worker können sich an akademischen Lehrkrankenhäusern in die Lehre einbringen und damit Operateure enorm entlasten und gleichzeitig etwas für den dringend benötigten Nachwuchs tun. Oder sie können jungen Forschern helfen, Forschungsanträge zu schreiben und bei Literaturrecherchen unterstützen. Warum sind wir Chirurgen denn forschungsmäßig im Vergleich zu den Neurowissenschaften so weit hinten? Weil wir den Großteil des Tages am OP-Tisch stehen!

HR: Ein Schlusswort?

Meyer: In Zeiten, wo wir über Ärztemangel, Wettbewerbsdruck und den Trend zur Spezialisierung reden, wären Kliniken gut beraten, ihren erfahrensten Mitarbeitern individuell passende Angebote zu machen. Denn mit jedem, der geht, geht auch eine „Goldgrube“ an Wissen und Fähigkeiten verloren.

Erstveröffentlichung in Health Relations, dem Online-Magazin des Deutschen Ärzteverlags für die Healthcare-Branche. Das Interview führte Beatrice Hamberger.

Meyer HJ: Für Babyboomer ist 65 doch kein Alter mehr. Passion Chirurgie. 2020 Februar, 10(02): Artikel 04_05.

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Wir feiern 60 Jahre BDC!

Editorial

Ich hoffe sehr, Sie alle hatten einen guten Start ins neue Jahr! Ein neues Jahr, das für uns besonderer Anlass zur Freude ist: Der BDC feiert nämlich seinen 60-jährigen Geburtstag!

Auf der Gründungssitzung im Jahr 1960 wählten die 40 anwesenden Chirurgen Herrn Prof. Dr. med. H. Killian aus Freiburg zum ersten Vorsitzenden. Ihm zur Seite wurden neun Beisitzer ausgewählt, die mit dem Aufbau der zu gründenden Landesverbände betraut wurden. Die Strukturen seit der Gründung haben sich natürlich entsprechend geändert, aber so manche Leitidee hat bis heute ihre Bedeutung behalten. Die Wahrung der Einheit der Chirurgie und die damit einhergehende Abgrenzung zu Nachbargebieten beispielsweise. Eine Idee, die den BDC und auch die DGCH immer beschäftigt hat und weiterhin wird. Aber man kann sicherlich feststellen, dass die Fachgesellschaft und der Berufsverband wahrscheinlich noch nie enger Hand in Hand zusammengearbeitet haben als heute.

60 Jahre BDC bedeutet aber vor allem Danke zu sagen! Danke an alle unsere Mitglieder, die uns seit vielen Jahren die Treue halten. Den Worten lassen wir natürlich auch Taten folgen: Aktuell können Sie einen Rabatt für Ihren Mitgliedsbeitrag für dieses Jahr gewinnen. Mehr Informationen dazu finden Sie nach dem Editorial.

Ich möchte die Gelegenheit aber auch nutzen, um Sie zum Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg und zum DCK 2020, also dem Deutschen Chirurgenkongress, in Berlin einzuladen. Unter dem diesjährigen Motto „Intelligenz, Intuition und Individualität“ hat der amtierende DGCH-Präsident Prof. Dr. med. Thomas Schmitz-Rixen ein umfangreiches Programm zusammengestellt, so u. a. zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz bis hin zur Robotik. Einzelheiten zur Anmeldung und zum Programm finden Sie hier im Heft. Bei den Kongressen wird man auch an den BDC-Messeständen erkennen können, dass wir unser 60-jähriges Jubiläum feiern – wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Die erste Printausgabe PASSION CHIRURGIE im März wird im Zeichen dieses Jubiläums stehen. Wir werden die Arbeit des BDC der letzten Jahrzehnte Revue passieren lassen, vor allem aber auf Projekte und anstehende Herausforderungen der kommenden Jahre eingehen.

Einladung zur BDC-Mitgliederversammlung

Bitte merken Sie sich den Termin für die nächste Mitgliederversammlung (Zutritt nur mit gültiger Mitgliedskarte) vor:

Termin: Freitag, 24. April 2020, 12:10 – 13:10 Uhr

Ort: CityCube Berlin, Level 3 – Saal M1, im Rahmen des 137. Chirurgenkongresses

Ebenfalls am Freitag findet von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr eine Rechtsberatung für BDC-Mitglieder statt. Unser Justitiar, Herr Dr. Jörg Heberer, steht Ihnen dafür im Raum 0.12 zur Verfügung. Eine Anmeldung via [email protected] ist zwingend erforderlich.

In dieser Ausgabe stehen die Behandlungsmöglichkeiten der Leistenhernie im Fokus – wie immer ergänzt durch Neuigkeiten aus der chirurgischen Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie aus den Bereichen Recht und Patientensicherheit: Viel Freude bei der Lektüre!

Ich wünsche Ihnen nun für das Jahr 2020 viel Glück und vor allem aber Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit im privaten wie beruflichen Umfeld.

Meyer HJ: Editorial: Wir feiern 60 Jahre BDC! Passion Chirurgie. 2019 Januar; 10(01): Artikel 01.

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