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Quelle: Cameravit/istock

Mit diesem Worten appelliert der BDC-Vorstand an die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gestartete Petition zu unterschreiben, mit der sie auf zentrale Missstände in der aktuellen Gesundheitspolitik zulasten der niedergelassenen Ärzteschaft aufmerksam machen möchte:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Maß ist voll!

Die Kassen verweigern uns eine Honorarsteigerung, ganz zu schweigen von einem Inflationsausgleich.

Die leidige Diskussion um die IT mit dem drohenden Austausch der Konnektoren nimmt kein Ende und droht wie immer, auf dem Rücken der Ärzte ausgetragen zu werden.

Unser Einsatz in der Pandemie mit millionenfachen Impfungen wird in keiner Weise wertgeschätzt. Die Bitte, wenigstens unseren Angestellten einen Coronabonus zu gewähren, wird glatt abgelehnt.

Und jetzt plant Minister Lauterbach die Rücknahme der Regeln zur extrabudgetären Vergütung für Neupatienten und Akutfälle in der offenen Sprechstunde, obwohl er diese selbst und höchstpersönlich vor zwei Jahren als dringend notwendig und für die Versorgung unverzichtbar zusammen mit Jens Spahn eingeführt hat. Die seinerzeit verhandelte Gegenleistung der Ärzte von fünf zusätzlichen Sprechstunden (25%!) hingegen soll bleiben.

Es ist jetzt an der Zeit, geschlossen Widerstand zu zeigen!

Wir wissen alle, dass leider die Bereitschaft der Kollegenschaft überschaubar ist, zum Beispiel durch temporäre Praxisschließungen oder sogar größere Demonstrationen eigene persönliche Opfer in Kauf zu nehmen, wie es bei jeder Gewerkschaft ein probates Mittel zur Umsetzung ihrer Forderungen wäre.

Umso wichtiger ist es, zumindest vom Schreibtisch aus ein Zeichen zu setzen, indem Sie die beigefügte Petition der KBV mit wenigen Mausklicks mitzeichnen. Das ist wenig Aufwand und könnte der Auftakt zu weiteren Solidarmaßnahmen werden. Es versteht sich von selbst, dass es keinerlei Effekt bringt, wenn diese Petition nur von einer Handvoll Aktiver unterstützt wird. Vielmehr ist eine breite Mehrheit erforderlich, ansonsten erweist sich die Ärzteschaft als schwach und nur den Eigeninteressen der Einzelnen unterworfen. Dann darf aber auch niemand klagen, dass sich die Dinge immer nur zu unserem Nachteil entwickeln.

Deshalb die dringende Bitte: Unterzeichnen Sie die Petition und nutzen sehr gerne die Gelegenheit, eigene Schreiben in ähnlicher, nicht unbedingt wortgleicher Fassung auch direkt an den Minister, an die Landesministerien und an Ihre Wahlkreisabgeordneten zu versenden.

Noch ist das Gesetzgebungsverfahren zu beeinflussen, aber nur mit zahlenmäßig hoher Beteiligung.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer
Präsident des BDC

Dr. Jörg-A. Rüggeberg und
Dr. Peter Kalbe
Vizepräsidenten des BDC

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