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Berlin, August 2013: Ein Unfall, blutende Wunden und schnell ist es passiert: der Betroffene kann sich bei unzureichendem Impfschutz mit gefährlichen Erregern anstecken. Bei Tetanus (Wundstarrkrampf) handelt es sich um eine potentiell tödlich verlaufende Erkrankung, ausgelöst durch Bakterien.

Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC): „Gerade wir Chirurgen müssen immer wieder nach dem aktuellen Impfstatus fragen, wenn wir Patienten in der Notaufnahme oder in der Praxis sehen. Selbst Bagatellverletzungen wie Schürfwunden können Eintrittspforte für Tetanus-Erreger sein.“

„Oft kommt sogar heraus, dass viele Patienten ihren aktuellen Impfstatus gar nicht kennen“, sagt Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Das beweisen auch die neuesten Zahlen des Robert Koch-Institutes: Nur 71,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gelten aktuell als gegen Tetanus geimpft.

Prof. Julia Seifert, Vizepräsidentin des BDC: „Tetanus ist keine Bagatelle. Es gibt hier schwere Komplikationen und tödliche Verläufe. Die Wahrscheinlichkeit nach dem Ausbruch einer Tetanus-Infektion zu sterben, liegt trotz Behandlung bei 25 Prozent, unbehandelt bei 100 Prozent!“

Alle 10 Jahre muss die Tetanus-Impfung in Kombination mit einer Impfung gegen Diphtherie aufgefrischt werden. Zusätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Kombination mit einer Pertussis-Impfung.

Pertussis, zu Deutsch Keuchhusten, hat sich wieder verbreitet – nur knapp 35 Prozent der deutschen Erwachsenen sind dagegen geimpft. Während diese hochansteckende Infektionserkrankung bei Erwachsenen meist harmlos verläuft, kann sie für Säuglinge und Kleinkinder eine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung werden. Nicht geimpfte Erwachsene können Keuchhusten auf Säuglinge im Familien- und Freundeskreis übertragen.

„Geimpfte Erwachsene schützen mit der Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis also nicht nur sich selbst, sondern auch Säuglinge und Kleinkinder in ihrer Umgebung“, betont Ansorg. „Und durch einen Kombinationsimpfstoff lässt sich diese Verantwortung mit dem ‚Pieks‘ einer einzigen Spritze wahrnehmen.“

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