Alle Artikel von kein Autor

Editorial 06/QII/2026: Passion Chirurgie

Zur Juniausgabe PASSION CHIRURGIE: Neuer BDC-Vorstand & Kongressnachlese 2026

Der BDC hat seit seiner Gründung im Jahr 1960 vieles erlebt: Die Reformen und Gesetze unterschiedlicher Regierungskonstellationen, kommende und scheidende BDC-Mandatsträger:innen und deren entsprechende Charaktere, starke und leisere Landesverbände, zufriedene und streitbare Mitglieder, politischen Rücken- und Gegenwind. In all diesen Jahren hat sich der Verband immer wieder selbst reflektiert und weiterentwickelt – im Blick dabei immer die Bedürfnisse der Mitglieder und der chirurgischen Community. In dieser Ausgabe verabschieden sich Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer und Dr. Jörg-A. Rüggeberg bei Ihnen, unseren Mitgliedern.

Veränderung gab es schon immer. Das macht es so spannend.

Der BDC ist die größte chirurgische Vereinigung Europas: Er ist eine Heimat für alle Chirurginnen und Chirurgen, sowohl in der Klinik als auch in der Praxis, angestellt oder niedergelassen. Doch äußere Kräfte ziehen auch an diesem Schwergewicht der ärztlichen Verbandswelt: Durch die Spezialisierung und immer kleinteiligere Subdisziplinen entstehen natürlich diversere Interessen, was sich in der steigenden Zahl der chirurgischen Verbände und Fachgesellschaften deutlich ausdrückt. Wir meinen: Nur gemeinsam sind wir stark und können unsere Forderungen gegenüber der Gesetzgebung durchsetzen. Daher kämpfen wir für die berufspolitischen Belange aller Chirurginnen und Chirurgen, insbesondere für die unserer Mitglieder. Wir sprechen auf verschiedenen Kanälen mit deutlicher Stimme. Und: Wir werden gehört! Über unsere berufspolitischen Aktivitäten berichten wir regelmäßig in den BDC-Medien und freuen uns über Resonanz und Feedback.

Wandel „in a nutshell“ – Wie sieht die Zukunft der Chirurgie aus?

Eine neue, selbstbewusste Generation mit eigenen Vorstellungen eines erfüllten Arbeits- und Privatlebens wächst heran. Ihnen bieten sich neue Chancen: Technologien entwickeln sich und ermöglichen neue, spannende Behandlungsfelder, durch künstliche Intelligenz steigt das Wissen exponentiell und wird allen zugänglich, digitale Tools bieten innovative Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung ohne verstaubte und immer bereits verliehene Bücher aus der Uni-Bibliothek. Auf der anderen Seite steigt für die Jungen der Druck in der Klinik, das Pflegepersonal dünnt sich aus und die persistierende Bürokratie lähmt die Motivation. Um die chirurgische Versorgung mit hoher Qualität zu sichern, müssen wir unseren Nachwuchs im Blick haben. Die Sicherung der fachärztlichen Weiterbildung, Entbürokratisierung und ein Arbeitsumfeld, mit dem sich die nachfolgende Generation identifizieren kann, sind und bleiben daher die Kernfelder unserer Arbeit im Verband.

Der BDC möchte mit seiner zukünftigen Arbeit den chirurgischen Nachwuchs noch stärker in den Fokus rücken und sich für dessen Bedürfnisse stark machen. Der BDC und seine Mitglieder sind bereits ein starkes Team an erfahrenen Chirurginnen und Chirurgen, nun brauchen wir im Verband Verstärkung von Seiten der Jüngeren. Daher haben wir im vergangenen Jahr den Young Surgeons Club initiiert, einen Verbund von Chirurg:innen am Anfang ihrer Karriere, die sich mit den Fragen der nachfolgenden Generation beschäftigt. Wir heißen sie herzlich willkommen und wünschen ihnen viel Erfolg.

Veränderungen in diesem Jahr

Liebe Mitglieder, eher kurzfristig und zwar schon in diesem Jahr stehen wir vor gewaltigen Umbrüchen im Gesundheitswesen, die für uns, Chirurginnen und Chirurgen in der Niederlassung oder in der Klinik und auch als Patient:innen Konsequenzen haben werden. Die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet mit Hochdruck an der Stabilisierung der GKV-Finanzierung, was neben all den in den vergangenen drei Jahren angestoßenen Reformen Auswirkungen auf unsere Arbeitsbedingungen und die Patientenversorgung von morgen haben wird. Der BDC wird sich bei der Umsetzung des Gesetzes und aller gesundheitspolitischen Reformen mit allen Kräften für die Interessen seiner Mitglieder einsetzen. Wir informieren Sie hierüber zeitnah.

Im BDC selbst wird es dieses Jahr ebenfalls eine Veränderung geben: So verabschieden wir, Mitglieder des bisherigen Vorstands, uns von Ihnen. Wir bedanken uns an dieser Stelle für Ihre Treue und Ihren Zuspruch. Es war uns eine Ehre, für Sie den BDC in den vielen Jahren mitgestalten zu können und wir haben diese Aufgabe mit Freude angenommen. Nun begrüßen wir die neu gewählten Mandatsträger:innen des BDC-Präsidiums herzlich in ihren Ämtern, insbesondere den Präsidenten Professor Dr. Dietmar Pennig und die beiden Vizepräsidenten, Dr. Peter Kalbe und Professor Dr. Wolfgang Schröder. Informieren Sie sich hier über die Präsidiumswahlen 2026 beim BDC.

Passion für Chirurgie

Bei all dem Wandel – was haben wir alle gemeinsam und was hält uns zusammen? Was gibt uns Stabilität, Orientierung und Zuversicht – über alle Generationen hinweg?

Chirurgin und Chirurg zu sein bedeutet: Unmittelbare Behandlungsergebnisse am Patienten zu erzielen, ein hohes Energielevel bei der Arbeit, Belastbarkeit, Verantwortung für die Patienten, sich und sein Team zu übernehmen, Wissen weiterzugeben, Teamplayer zu sein, Leben zu retten und Lebensqualität zu verbessern. Das bedeutet für uns Leidenschaft für die Chirurgie.

Kann denn auch Berufspolitik leidenschaftlich sein? Wir sagen aus Erfahrung – ja! Für die Sache streiten, argumentieren, sich verbünden, berufspolitisch agieren und auch einmal laut werden – das geht nicht ohne Leidenschaft und Überzeugung. So wünschen wir der neuen Verbandsspitze, dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten sowie allen bisherigen und neuen Mandatsträgern des BDC, dass sie diese Leidenschaft immer in sich tragen, in guten wie in herausfordernden Zeiten.

Liebe Mitglieder, unterstützen Sie den BDC bei seiner Arbeit, in dem Sie ebenfalls Ihre Stimme einbringen: Stellen Sie sich für ein Mandat zur Verfügung, bieten Sie ein berufspolitisches oder fachspezifisches Thema, über das Sie in der Passion Chirurgie berichten möchten, tauschen Sie sich mit der chirurgischen Community und auf BDC-connect aus. Werden Sie ruhig einmal lauter – wir waren und sind es für Sie jeden Tag – mit Leidenschaft.

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Vizepräsident, lieber Hans-Joachim Meyer, lieber Jörg Rüggeberg,

 

an dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich für Euer Engagement und Euren Einsatz als Präsident und Vize-Präsident des BDC bedanken. Ihr habt den Verband in den vergangenen Jahren im Präsidium geprägt und weiterentwickelt. Ihr habt Euch darüber hinaus lange vorher schon für die Belange von Chirurginnen und Chirurgen in verschiedenen Funktionen erfolgreich eingesetzt. Eure fachliche und berufspolitische Erfahrung habt ihr mit Überzeugung und komplementär – aus Sicht der Klinik und der Niederlassung – für den BDC und seine Mitglieder eingebracht. Die Zusammenarbeit mit Euch war geprägt von hoher Fachlichkeit, Respekt und Humor. Dafür bin ich Euch, zusammen mit dem gesamten Team der BDC-Geschäftsstelle, dankbar und verbunden. Wir werden Eure Arbeit mit Energie weiterführen.

Seid herzlich gegrüßt und umarmt Eure Friederike Burgdorf
Dr. Friederike Burgdorf BDC-Geschäftsführerin

zusammen mit dem Team der BDC-Geschäftsstelle

Meyer HJ, Rüggeberg JA: Editorial Passion Chirurgie. Passion Chirurgie. 2026 Juni; 16(06/II): Artikel 01_02.

Editorial 06/QII/2026: Kongressnachlese DCK 2026

Zur Juniausgabe PASSION CHIRURGIE: Neuer BDC-Vorstand & Kongressnachlese 2026

Der DCK2026 in Leipzig hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, innovativ und zugleich menschlich die Chirurgie mit all ihren Fächern in Deutschland aufgestellt ist. Vom 22. bis 24. April wurde die Messestadt erneut zum zentralen Treffpunkt für Chirurginnen und Chirurgen aller Fachrichtungen – und zu einem Ort des intensiven Austauschs zwischen Wissenschaft, klinischer Praxis, Nachwuchs, Bundeswehr und Industrie.

Besonders beeindruckend war in diesem Jahr die spürbare Aufbruchstimmung. Themen wie Digitalisierung, robotische Assistenzsysteme, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin standen ebenso im Fokus wie die Frage, wie wir auch in Zukunft eine hochwertige chirurgische Versorgung unter zunehmend komplexen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen sichern können. Dabei wurde deutlich: Technologische Präzision, Personalisierung und die Passion für die Chirurgie stehen in perfektem Einklang zueinander.

Inhaltlich konnten wir das gewohnte, breite Spektrum der chirurgischen Fächer mit hochwertigen Sprecherinnen und Sprechern abdecken. Einen Schwerpunkt stellte in diesem Jahr die chirurgische Onkologie dar, die in einem „Onko-Day“ kombiniert von allen Fachrichtungen diskutiert wurde. Als weiterer, neuer Schwerpunkt rückte auch die interdisziplinär betriebene Wirbelsäulenchirurgie ins Zentrum des Interesses. Eine Besonderheit waren die Sitzungen über Computer-Hirn-Schnittstellen, welche von funktionellen Neurochirurgen, Neurowissenschaftlern und Ingenieuren in zukunftsgerichteten Sitzungen intensiv beleuchtet wurden. Mit diesen Themen konnten sich die Besonderheiten des Faches Neurochirurgie sehr gut präsentieren, was der geneigte Leser mir als gelerntem Neurochirurgen verzeihen möge.

Der Kongress überzeugte nicht nur durch wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch durch seine außergewöhnlich offene und kollegiale Atmosphäre. Zahlreiche Sitzungen waren geprägt von lebhaften Diskussionen, praxisnahen Fallbeispielen und einem bemerkenswerten interdisziplinären Geist. Gerade für junge Kolleginnen und Kollegen bot der Kongress wertvolle Möglichkeiten zur Vernetzung und Inspiration.

Der DCK2026 hat damit nicht nur aktuelle Entwicklungen sichtbar gemacht, sondern vor allem Zuversicht vermittelt: Die Chirurgie in Deutschland ist innovativ, engagiert und bereit, die Herausforderungen der Zukunft aktiv zu gestalten. Ein Kongress, der fachlich überzeugt hat – und menschlich in Erinnerung bleibt.

Univ.-Prof. Dr. med. Roland Goldbrunner

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Gesch. Direktor des Zentrums für Neurochirurgie

Direktor der Klinik für Allgemeine Neurochirurgie

Universitätsklinik Köln

Editorial

Goldbrunner R: Kongressnachlese DCK 2026. Passion Chirurgie. 2026 Juni; 16(06/QII): Artikel 01_01.

www.bdc.de

Personalia im Juni 2026

Prof. Dr. med. Sameer Dhayat ist seit April 2026 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie am St. Ansgar-Krankenhaus in Höxter. Er folgt auf Prof. Dr. Joachim Mellert, der nach mehr als zwei Jahrzehnten engagierter Tätigkeit im Sommer in den Ruhestand geht.

Dr. med. Peter Fricke leitet seit April 2026 als Chefarzt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum Cracau, in der er zuvor als leitender Oberarzt tätig war.

Dr. med. Klaus Frommhold, FEBS ist seit April neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Minimalinvasive Chirurgie am Elisabeth Hospital in Gütersloh.

Dr. med. Melodi Motamedi, zuvor Oberarzt im Haus, ist seit April 2006 neuer Chefarzt in Doppelspitze. Gemeinsam mit Dr. med. Sixtus Allert leitet er nun die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Sana-Klinikum in Hameln-Pyrmont.

Dr. med. Sven Schröder ist seit Mai 2026 neuer Direktor der Klinik Allgemein-, Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie am Klinikum Lüdenscheid, an dem er zuvor als leitender Oberarzt tätig war.

Falk Sonnabend ist seit April 2026 neuer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie des EndoProthethik Zentrums der Helios Klinik in Köthen.

Dr. med. Carsten Straßberger ist seit Mai 2026 neuer Chefarzt der Klinik für Chirurgie II (Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Handchirurgie) am Helios Klinikum Pirna GmbH. Zuvor war er als Oberarzt in der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Orthopädische Chirurgie an den Helios Weißeritztal-Kliniken im Klinikum Freital.

Dr. med. Gintautas Virakas wird ab Juli 2026 neuer Chefarzt der Koloproktologie am Prosper-Hospital Recklinghausen des Stiftungsklinikum PROSELIS gGmbh. Virakas übernimmt die wissenschaftliche Leitung der BDC-Fortbildung „Viszeralchirurgie Kompakt: Rektum- und Analfistelchirurgie“ im November.

Akademie aktuell: Mit unseren Fortbildungen angstfrei in die Facharztprüfung

Facharztseminare sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Angebots der BDC|Akademie. Sie sind gezielt darauf ausgerichtet, das in der sechsjährigen Weiterbildung erworbene Wissen kompakt aufzufrischen und prüfungsrelevant zu bündeln – damit junge Ärztinnen und Ärzte bestens vorbereitet in ihre Facharztprüfung gehen können.

In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachgesellschaften und deren wissenschaftlichen Leitungen konzipiert, deckt das Seminarangebot alle acht Säulen der Chirurgie ab. Die mehrtägigen Kurse eignen sich damit nicht nur zur intensiven Prüfungsvorbereitung, sondern auch ideal als Refresher – etwa für Fachärztinnen und Fachärzte anderer Disziplinen sowie für den Quer- oder Wiedereinstieg.

BDC-Facharztseminare in der zweiten Jahreshälfte

Hier geht’s zu den Fortbildungen der BDC|Akademie, bitte geben Sie als Suchbegriff „Facharzt“ ein…

Why I do it – Meine Passion für Chirurgie: Frederik Schlottmann

In dieser Ausgabe lesen Sie das vierte Interview unserer neuen Kolumne „Why I do it: Meine Passion für Chirurgie“, die das Ziel verfolgt, positive Identifikationsangebote für das Berufsbild Chirurg:in zu schaffen und persönliche Einblicke in die Motivation hinter diesem anspruchsvollen Fach zu geben.

Die Interviews stammen aus dem Kreis der aktiven Mitglieder unseres neuen Young Surgeons Club (YSC). Der YSC ist ein vom BDC initiiertes Nachwuchsforum, das Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und junge Fachärzt:innen der Chirurgie zusammenbringt. Ziel ist es, die Perspektiven des chirurgischen Nachwuchses zu bündeln, aktuelle Herausforderungen der Weiterbildung sichtbar zu machen und Themen wie Arbeitsbedingungen, Strukturwandel, Surgeon Wellbeing und Resilienz stärker in den Fokus zu rücken. Der YSC versteht sich dabei ausdrücklich als ergänzende Plattform zu bestehenden Nachwuchsformaten und setzt auf Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren im chirurgischen Umfeld.

Mehr zum Young-Surgeons-Club lesen Sie HIER.

Meine Entscheidung für die Chirurgie wurde früh geprägt, insbesondere durch ein Wahlfach in der Handchirurgie und einen außergewöhnlich engagierten Dozierenden, der meine Begeisterung nachhaltig geweckt hat. Inzwischen arbeite ich selbst in der Plastischen Chirurgie und schätze vor allem die Vielfalt an Lösungswegen für komplexe Probleme sowie die Notwendigkeit, für jede:n Patient:in eine individuelle Strategie zu entwickeln. Mein Schwerpunkt liegt auf der rekonstruktiven Chirurgie – etwa in der Handchirurgie, der Mikrochirurgie oder bei Hautersatzverfahren nach Verbrennungen.

Die hohe Arbeitsbelastung ist dabei unbestritten und wird nicht vollständig aufgewogen, dennoch bleibt die Hoffnung auf strukturelle Verbesserungen, die es ermöglichen, langfristig in diesem Fach weiter tätig zu sein. Gleichzeitig sind die aktuellen Rahmenbedingungen mit wachsendem Druck, Bürokratie und zunehmenden Einschränkungen eine große Herausforderung, sodass es nachvollziehbar ist, wenn sich Kolleg:innen gegen diesen Weg entscheiden. Umso wichtiger ist es mir, mich auch berufspolitisch einzubringen und aktiv an Verbesserungen mitzuwirken. Der eigene Weg, geprägt von einem so inspirierenden Dozierenden, ist für mich zudem Ansporn, perspektivisch selbst eine solche Rolle einnehmen zu können – denn engagierte Mentor:innen sind für die Entwicklung in unserem Fach von unschätzbarem Wert. Meine Motivation liegt darin, dieses anspruchsvolle und vielseitige Fach langfristig mitzugestalten und meine Begeisterung weiterzugeben.

www.chirurg-werden.de

Dr. med. Frederik Schlottmann, 34 Jahre

Funktionsoberarzt, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Medizinische Hochschule Hannover

Schlottmann.Frederik@mh-hannover.de

Why I do it – Meine Passion für Chirurgie: Johanna Betzler

Haben Sie es bemerkt? In der März- und Aprilausgabe haben wir die ersten beiden Interviews unserer neuen Kolumne „Why I do it: Meine Passion für Chirurgie“ vorgestellt. Heute folgt das dritte Interview dieser Reihe, die das Ziel verfolgt, positive Identifikationsangebote für das Berufsbild Chirurg:in zu schaffen und persönliche Einblicke in die Motivation hinter diesem anspruchsvollen Fach zu geben.

Die Interviews stammen aus dem Kreis der aktiven Mitglieder unseres neuen Young Surgeons Club (YSC). Der YSC ist ein vom BDC initiiertes Nachwuchsforum, das Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und junge Fachärzt:innen der Chirurgie zusammenbringt. Ziel ist es, die Perspektiven des chirurgischen Nachwuchses zu bündeln, aktuelle Herausforderungen der Weiterbildung sichtbar zu machen und Themen wie Arbeitsbedingungen, Strukturwandel, Surgeon Well-being und Resilienz stärker in den Fokus zu rücken. Der YSC versteht sich dabei ausdrücklich als ergänzende Plattform zu bestehenden Nachwuchsformaten und setzt auf Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren im chirurgischen Umfeld.

Why I do it: Meine Passion für Chirurgie

Meine Begeisterung für die Chirurgie begann bereits in meiner Jugend während schulischer Praktika. Schon in der 10. Klasse erzählte ich meiner sehr erstaunten Nicht-Mediziner-Familie, dass ich Chirurgin werden wolle. Was mich damals – und bis heute – an der Chirurgie fasziniert, ist die besondere Kombination aus handwerklicher Tätigkeit im OP, engem Patient:innenkontakt und dem unmittelbar sichtbaren Erfolg der durchgeführten Behandlung.

Unsere Patient:innen begeben sich im wahrsten Sinne des Wortes „in unsere Hände“ und vertrauen uns ihr Leben an. Dieses Vertrauen empfinde ich – auch während langer Nächte im OP – als ein großes Privileg. Auch die klinische Forschung ist Teil meines Berufsalltags. Die Fragestellungen chirurgischer Studien entstehen häufig direkt aus der Versorgung unserer Patient:innen, und die Ergebnisse können oft unmittelbar in ihre Therapie einfließen.

Ich gehe gerne zur Arbeit. Und auch wenn meine Kinder noch nicht ganz verstehen, warum ich manchmal abends oder nachts nicht zu Hause sein kann, habe ich immer das Gefühl, mit meiner Arbeit etwas Sinnvolles zu tun. Ich bin mir sicher, dass sie das schon jetzt spüren – und es später auch verstehen werden. Es ist mir ein großes Anliegen, mit veralteten Klischees über unser Fach aufzuräumen. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, Studierenden und jungen Weiterbildungsassistent:innen zu zeigen, dass es möglich ist, diesen Beruf mit Freude, Empathie und Erfolg auszuüben – und gleichzeitig auch neben der Arbeit ein glückliches Leben zu führen.

Nun übe ich diesen Beruf erst seit einigen Jahren aus und kann mir nicht anmaßen, weise Ratschläge zu erteilen. Einen Gedanken gebe ich Studierenden und jungen Kolleg:innen dennoch immer mit auf den Weg: Tut das, was euch wirklich begeistert. Wenn ihr jeden Morgen gerne zur Arbeit geht und abends erfüllt nach Hause kommt, wird euch das am Ende glücklicher machen, als jahrzehntelang einen Beruf auszuüben, der vielleicht etwas weniger anstrengend ist – euch aber nie wirklich begeistert.

www.chirurg-werden.de

Dr. med. Johanna Betzler
Assistenzärztin
6. Weiterbildungsjahr, angestrebter Facharzt Viszeralchirurgie
Chirurgische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
johanna.betzler@umm.de

 

Personalia im Mai 2026

Prof. Dr. med. Joachim Andrassy übernimmt ab April 2026 die Leitung der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Kinderchirurgie an den Kliniken Böblingen.

Dr. med. Raphael Bocklage ist seit März 2026 neuer Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St. Marienhospital in Vechta. Zuvor war er am DIAKOVERE Krankenhaus in Hannover tätig.

Dr. med. Kai Peter Drastig ist seit März 2026, gemeinsam mit Dr. med. Birgit Schulz, neuer Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Krankenhaus Bethesda in Freudenberg. Der Spezialist für endoprothetischen Ersatz von Knie- und Hüftgelenken war zuletzt Chefarzt der Atos Orthopädischen Klinik Braunfels.

PD Dr. med. Nikos Emmanouilidis ist seit April 2026 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein und Viszeralchirurgie an den Helios Kliniken Mittelweser, Nienburg.

Dr. med. Jens Fielitz, seit 2023 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, ist nun auch der ärztliche Leiter der Pleißental-Klinik in Werdau.

Dr. med. Kerstin Gray-Valdes ist seit Februar 2026 neue Chefärztin der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der GFO Klinik Brühl – Marienhospital.

Dr. med. Verena Grünewald ist seit April 2026 neue Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Evangelischen Bethesda Krankenhaus in Mönchengladbach.

Johanna Klatzek ist seit Anfang März 2026 neue Chefärztin der orthopädischen Abteilung an der Dr. Becker Klinik Norddeich. Die Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie bringt langjährige Erfahrung aus der Akutmedizin und der orthopädischen Rehabilitation mit.

Dr. med. Jens Rudzewski ist seit März 2026 neuer Leiter der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des Wermelskirchener Krankenhauses. Zuvor war er langjähriger leitender Oberarzt des Hauses.

PD Dr. med. Daniel Schubert, bislang Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale), hat ab März 2026 die standortübergreifende chefärztliche Verantwortung auch am Krankenhausstandort Halle-Dölau übernommen.

Leserbrief

Leserbrief zum Editorial von Prof. Dr. Carsten Krones in Passion Chirurgie 01/02/2026 „Stille Heldengeschichten“ mit Schwerpunkt „Perioperatives Management“. HIER finden Sie den Artikel auf BDC|Online.

Sehr geehrter Herr Professor Krones,

Ihr mit Selbstkritik an den Irrwegen, oder netter gesagt: Sackgassen unseres Berufsstands gewürztes Editorial habe ich mit Genuss gelesen.

Ich war als Chirurg mit TG Unfallchirurgie seit 1981 bis zu meinem Ruhestand ab 2018 in der Chirurgie tätig und habe einige der im Text erwähnten technischen Entwicklungen live miterlebt – aber zum Glück nicht alle mitmachen können, oder müssen. Nach meiner Tätigkeit in der Unfallchirurgie bin ich ab 1992 wieder in eine gemischte Abteilung gegangen und hatte dort die Gelegenheit, noch in die laparoskopische Chirurgie einzusteigen. Interessanter Weise hat sie mir durch mein vorheriges Training in der Arthroskopie weniger Schwierigkeiten bereitet als einem meiner Kollegen, der aus der Abdominalchirurgie kommend den umgekehrten Weg gehen wollte (vom großen in den kleinen Raum).

Aber gerade auch die flächendeckende Einführung der minimalinvasiven Chirurgie z. B. an der Gallenblase hat, nach ihrer Etablierung durch einige bewundernswerte Pioniere, ihren Zoll gefordert. In den 1990er Jahren hat die Industrie den Verkauf ihrer Laparoskopie-Türme sehr stark gepusht. Als Konsequenz haben wir zunächst eine sprunghafte Zunahme der akzidentellen Gallengangsverletzungen erlebt, aber auch einige andere schwerwiegende Komplikationen, vor allem durch ältere Kollegen, die sich untrainiert, aber überzeugt auf die neue Technik stürzten. Die Single-Port-Chirurgie der Gallenblase hat sich mir z. B. nie erschlossen. Was schaden einem Patienten ein bis zwei weitere Einstiche für 5 mm-Ports, deren Narben in der Regel nach etwa einem Jahr unsichtbar sind? War das nicht vor allem ein bisschen Schicki-Micki?

Ein weiteres dunkles Kapitel aus meinem Teilgebiet war die Hüftgelenksprothetik mit dem Robodoc-System in den 1990er Jahren, die wegen erheblicher Komplikationsraten heute praktisch kein Thema mehr ist. Ich kann mich noch gut erinnern, wie damals die Industrie ihre millionenschweren Roboter mit dem Argument der Konkurrenz- und Zukunftsfähigkeit selbst an kleine Kreiskrankenhäuser zu verkaufen versucht hat. Nach wenigen Jahren sind diese teuren Geräte dann alle irgendwo im Keller gelandet.

Als sehr hilfreich für die tägliche Praxis habe ich in meiner Tätigkeit die Entwicklung der Ultraschall-Schneidesysteme und des Neuromonitorings an der Schilddrüse erlebt. Die Entwicklung neuer Techniken für die Chirurgie ist sicher notwendig und faszinierend. Aber durch die Begeisterungsfähigkeit und den Spiel- und Basteltrieb vieler Chirurgen stehen wir, so habe ich es jedenfalls erlebt, leicht in Gefahr, Grenzen der Sinnhaftigkeit zu überschreiten und damit auf solche historischen Irrwege zu geraten. Deshalb danke für Ihr interessantes Editorial, das auf die weniger publikumsträchtigen, aber wichtigen Entwicklungen hinweist.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen,

Dr. med. Frank Schönbach
Lahntal

Schönbach F: Leserbrief. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 04_05.

OP-Abfall als Kunstobjekt – Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe

Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe

Der BDC befragt die Nachhaltigkeitskünstlerin aus Groningen, Niederlande, zu ihrer Arbeit.

Passion Chirurgie: Können Sie uns etwas mehr über sich und Ihre Kunst erzählen?
Maria Koijck (MK): Ich bin Maria Koijck, geboren 1965, und habe mein ganzes Leben in Groningen verbracht.

Mit achtzehn begann ich ein Studium an der Kunstakademie, brach es aber nach der Hälfte ab. Es wurde einfach zu viel geredet und zu wenig gemacht. Ich hatte absolut keine Ahnung, was ich dort eigentlich tat. Im dritten Jahr gab ich das Studium ganz auf und beschloss aus Frustration und dem Wunsch heraus, endlich einen richtigen Beruf zu erlernen, Klempnerin zu werden.

Das war auch nicht ganz mein Ding, aber ich habe gelernt, wie man Rohre verlegt und Abflüsse anschließt. Damit habe ich etwas Geld verdient und mit meinen Ersparnissen bin ich nach Frankreich gefahren, um Fallschirmspringen zu gehen. Dort ging es schief: Ich habe mir den Knöchel gebrochen und landete wieder im Krankenhaus in Groningen. Die Genesung dauerte ein Jahr, und ich war oft dort.

Während dieser Wochen wurde mir etwas klar: Die Arbeit der Krankenschwestern war wunderschön und wichtig. Das inspirierte mich dazu, eine berufsbegleitende Ausbildung zur examinierten Krankenschwester zu absolvieren. Ich arbeitete viele Jahre lang mit großer Freude als Krankenschwester, aber man kann sich seinem Wesen nicht entziehen, und schließlich fand ich nach vielen Umwegen meinen Weg zurück zur Kunst.

Ein echter Wendepunkt kam während eines Besuchs in Sierra Leone. Ich war auf Einladung eines Freundes dort, der für Save the Children arbeitete. Dort sah ich zum ersten Mal die „Plastiksuppe“ – nicht als abstraktes Konzept, sondern in der Realität. Dieses Bild veränderte mein Leben. Von diesem Moment an beschloss ich, dass sich meine Kunst darauf konzentrieren musste, das Bewusstsein für unsere seltsamen und oft absurden Abfallgewohnheiten zu schärfen.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass die Menge an Abfall, die während Ihrer Krebsbehandlung anfällt, zu einem Thema werden könnte, über das man sprechen sollte?
MK: Als ich die Schere, mit der gerade meine Verbände abgeschnitten worden waren, im Behälter für scharfe Gegenstände liegen sah. Ich verstand wirklich nicht, was sie dort zu suchen hatte, und brachte sie, ohne mir dessen bewusst zu sein, zur Krankenschwester zurück. Sie sagte mir, das sei völlig normal: Es handele sich um eine Einwegschere. Ich dachte sofort: Wer ist hier verrückt? Edelstahl ist ein wertvolles Material, das man mehrmals verwenden kann – Einweg? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Von diesem Moment an wusste ich: Ich muss etwas dagegen unternehmen.

Wer hat Sie in Ihrem Bestreben unterstützt, Einblick in die enorme Menge an gebrauchten Materialien zu gewinnen?
MK: Meine Onkologin teilte meiner Chirurgin sofort mit, wer ich war und was ich wollte. Ich wollte nach meiner Brustrekonstruktion meine chirurgischen Abfälle mit nach Hause nehmen. Sie gab zu, dass dies eine ungewöhnliche Bitte war, aber sie hatte vollstes Verständnis dafür. Als ich nach zehn Stunden Narkose aufwachte, stand sie strahlend neben meinem Bett: Sechs große Säcke mit Abfällen standen in meinem Zimmer bereit.

Wer hat positiv auf Ihr Projekt reagiert?
MK: Eigentlich zunächst einmal niemand! Die Leute fanden es seltsam, Krankenhausabfälle zu einem Projekt zu machen. „Du wurdest gut behandelt und es geht dir jetzt besser, oder?“, sagten sie. Es bedurfte viel Überzeugungsarbeit, um klar zu machen, dass es nicht um mich ging, sondern um die enorme Umweltverschmutzung in Krankenhäusern.

Meine Tochter hat mir bei dem Video geholfen – sie ist Videografin –, aber selbst sie sagte: „Mama, ich würde gerne wissen, was in deinem Kopf vorgeht, dass du auf so etwas kommst.“

Während COVID, als ein Theater leer stand, habe ich dort zusammen mit einer Gruppe von Freunden und meiner Tochter die Aufnahmen gemacht. Als der gesamte Abfall ausgelegt war, konnte man plötzlich spüren, wie sich die Atmosphäre veränderte: Hier geschah etwas. Von diesem Moment an erhielt ich nichts als Unterstützung und Lob für das Projekt.

Auf welche Hindernisse sind Sie bei der Arbeit an deinem Projekt gestoßen?
MK: Als ich meinen Abfall aus dem Krankenhaus mitnehmen wollte, stellte sich heraus, dass das gar nicht so einfach war. Die Krankenhaushygieneabteilung war der Meinung, dass der Abfall ihnen gehörte und ich ihn nicht mitnehmen durfte. Letztendlich haben wir ihn zusammen mit dem Pflegepersonal an einem Sonntagabend heimlich aus dem Krankenhaus geschmuggelt.

Wie wurde Ihre Botschaft von der Öffentlichkeit und den Medien aufgenommen?
MK: Ich war völlig überwältigt. Von dem Moment an, als mein Video online ging, eskalierte die Situation plötzlich. Es kamen Reaktionen aus aller Welt. In den ersten zwei Monaten gab es enorme Aufmerksamkeit, mit Interviews im Fernsehen und im Radio. Aber es gab auch Ärzte, die mich persönlich anriefen, um mir zu danken. Im Gesundheitswesen war dieses Problem seit langem bekannt – aber wie bringt man es auf die richtige Art und Weise an die richtige Zielgruppe? Mein Video war genau die richtige Antwort darauf.

Auch jetzt noch erhalte ich Anfragen von Menschen aus allen Teilen der Welt, die mein Video für Vorträge, Bildungsprogramme und Publikationen verwenden möchten.

Hier geht’s direkt zu Maria Koijcks Video…

Zur Person

Maria Koijck
Designerin bei Bas-is und freischaffende Künstlerin
Niederlande
www.mariakoijck.com

Welche Reaktionen haben Sie erhalten?
MK: Wie bereits erwähnt: alles von völliger Verwunderung und Bewunderung bis hin zu dankbaren Nachrichten von Ärzten und Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Es hat offensichtlich bei vielen Menschen einen Nerv getroffen.

„Maria schuf ein Kunstwerk aus Abfällen, die bei einer Operation anfielen: ihrer eigenen Operation.“ Haben Sie schon vor Ihrer Operation mit Abfällen gearbeitet, oder war die Operation der Moment, in dem Sie begonnen haben, sich darauf zu konzentrieren?
MK: Seit meiner Zeit in Sierra Leone hatte ich beschlossen, meine Kunst den Abfällen zu widmen. Schon vor meiner Brustkrebsdiagnose habe ich große Gemeinschafts-Kunstprojekte ins Leben gerufen. Zusammen mit lokalen Gemeinschaften haben wir aus Abfall große Tiere geschaffen: Zuerst haben wir aufgeräumt, um Materialien zu sammeln, und diese dann in große Kreaturen verwandelt. Ich habe einen riesigen Dinosaurier aus Plastikflaschen in Brasilien, ein Nashorn aus Dosen in Südafrika, einen Flamingo aus Flip-Flops in Bonaire und vieles mehr geschaffen.

Als bei mir Brustkrebs diagnostiziert wurde, erschien es mir völlig logisch, dieses Thema auf persönlicher Ebene anzugehen. Vor allem, weil ich als ehemalige Krankenschwester aus einer ganz anderen Zeit die Dringlichkeit dieses Themas plötzlich noch stärker empfand.

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?
MK: Im Moment konzentriere ich mich auf Zigarettenkippen. Wussten Sie, dass eine einzige Zigarettenkippe 1.000 Liter Wasser mit Mikroplastik verschmutzen kann? Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen.

Wie können wir uns stärker dafür sensibilisieren, Abfall zu vermeiden? Haben Sie eine Empfehlung aus der Perspektive eines Künstlers?
MK: Machen Sie das Problem auf schöne, originelle Weise sichtbar, sodass die Menschen es sich tatsächlich ansehen und ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen wollen. Wenn Sie mit dem Finger auf andere zeigen und ihnen die Schuld geben, hat das den gegenteiligen Effekt. Die Menschen gehen sofort in die Defensive und ziehen sich zurück.

Panorama

OP-Abfall als Kunstobjekt – Maria Koijck, die Künstlerin auf und hinter dem Titelbild der aktuellen Ausgabe. Passion Chirurgie. 2026 Mai; 16(05): Artikel 09.

www.bdc.de

Jetzt neu: Jahresprogramm der BDC|Akademie für 2027 online

Die BDC|Akademie bietet im Jahr 2027 unseren Mitgliedern und allen chirurgisch Interessierten ein Programm, welches neben lang bewährten „Klassikern“ der Fort- und Weiterbildung auch wieder neue Präsenz- und Online-Angebote im Portfolio hat. Dem BDC ist es wichtig, dass das Akademie-Portfolio nicht nur das individuelle Lernverhalten, sondern auch die aktuellen Erfordernisse in den Kliniken berücksichtigt. Daher freuen wir uns über Ihr Feedback, Ihre Anregungen und Ihre Themenwünsche.

Planen Sie jetzt Ihre Fortbildungen für 2027! Hier geht´s zum Programm der BDC|Akademie (LINK)