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Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur: Start des softwarebasierten Nachweisverfahrens verschoben

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute (15. November 2022) bekannt gegeben, dass der Start des softwarebasierten Nachweisverfahrens, festgelegt in Richtlinie QSFFx, bezüglich der Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur um ein Jahr verlängert wird. Auch der Ausnahmetatbestand wird entsprechend um ein  Jahr verlängert.

Hintergrund ist laut G-BA, dass die Software zur richtlinien- und spezifikationskonformen Erhebung und Übermittlung der Daten aufgrund einer noch fehlenden technischen Spezifikationsversion und einer mindestens 9-monatigen Implementierungsdauer und anschließender Teststrecke nicht rechtzeitig zum derzeit vorgesehenen Verfahrensstart des Nachweisverfahrens und der Strukturabfrage der QSFFx-RL zur Verfügung gestellt werden kann. Folglich ist eine
Verlängerung der bestehenden Übergangsregelungen in § 12 QSFFx-RL zum Verfahrensstart des Nachweisverfahrens und der Strukturabfrage notwendig. In § 12 Absätze 2, 3, 4 und 5 QSFFx-RL erfolgt daher eine Anpassung der Fristen zur erstmaligen Datenübermittlung um jeweils ein Jahr.

Weitere Hintergrundinformationen: Meldung des G-BA

UEMS-Webinar “Surgical performance and fatigue” ab 10. November

Am 10. November 2022 von 18.30 bis 19.30 Uhr startet das Webinar “Surgical performance and fatigue” der Union Europeenne des Medecins Specialiste (UEMS). Das Webinar findet dann jeden zweiten Donnerstag im Monat zur selben Zeit statt.

Es ist das zweite Webinar der Section of Surgery in der UEMS. Dabei geht es immer um Themen, die für möglichst viele Chirurginnen und Chirurgen von Interesse sind. Das Webinar “Surgical performance and fatigue” wird von Prof. Paul Ridgway, Präsident der Division of General Surgery in der UEMS, durchgeführt.

Hier geht’s zur Anmeldung.

Honorarberichte der KBV – Quartal 1/2021

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Bericht des ersten Quartals 2021 zur Honorarentwicklung im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreszeiträumen veröffentlicht.

Hier geht es zum Download: Erstes Quartal 2021

Alle Honorarberichte der KBV – auch für die Vorjahre –, Kennzahlen der Abrechnungsgruppen, Fragen und Antworten zum Honorarbericht sowie grafische Darstellungen dazu finden Sie hier.

(Quelle: http://www.kbv.de/html/honorarbericht.php).

Der Honorarbericht und die Kennzahlen erscheinen quartalsweise. Das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (VStG) überträgt der KBV die Aufgabe, einen Bericht über die Ergebnisse der Honorarverteilung, über die Gesamtvergütungen, über die Bereinigungssummen und über den Honorarumsatz je Arzt und je Arztgruppe zu veröffentlichen.

Personalia im November 2022

Dr. med. Minh-Tung Cao, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit Zusatzbezeichnung Handchirurgie und Facharzt für Allgemeine Chirurgie, ist neu am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie am Städt. Klinikum in Brandenburg an der Havel und wird dort als leitender Arzt die Abteilung Plastische und Ästhetische Chirurgie aufbauen.

PD Dr. med. Antonio B. Ernstberger ist neuer Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum St. Marien in Amberg. Er war zuvor Chefarzt des Zentrums für muskuloskelettale Chirurgie am Klinikum Osnabrück.

Dr. med. Georg Fritzsch ist seit September 2022 neuer Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt. Er löst Dr. med. Detlef Schmidt ab, der seinem Nachfolger jedoch bis zu seinem Ruhestand noch zur Seite stehen wird.

Dr. med. Benedikt Haager, zuvor Leiter des Bereichs Thoraxchirurgie am Klinikum Memmingen, ist nun Chefarzt des neuen Fachbereichs Thoraxchirurgie am Klinikum Kempten-Oberallgäu gGmbH.

Prof. Dr. med. Carl Haasper, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Spezielle Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie und ehemaliger Chefarzt des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Ästhetik am AMEOS Klinikum Seepark Geestland, ist seit September 2022 Chefarzt der neuen Sektion Endoprothetik der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie der HELIOS Klinik Cuxhaven.

PD Dr. med. Kia Homayounfar wird neben seiner chefärztlichen Tätigkeit in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Kassel, als Chefarzt auch den chirurgischen Bereich der Abteilung Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Bad Arolsen ausbauen.

Dr. med. Wojciech Jelen ist ab September 2022 neuer Chefarzt der Viszeralchirurgie im Krankenhaus Wittmund.

Dr. med. Hatim Kanaaneh leitet die neue Sektion Viszeralchirurgie innerhalb der Chirurgie am Diakonie-Krankenhaus Wehrda in Marburg.

Dr. med. Peter Korte übernahm zum 01.10.2022 die ärztliche Leitung der Unfallchirurgie und Orthopädie am Hümmling Krankenhaus Sögel. Korte ist spezialisiert auf minimalinvasive Hüft- und Beckenchirurgie sowie komplexe Ellenbogen- und Knieverletzungen und war zuvor am Klinikum Osnabrück in der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie tätig.

Dr. med. Klaus Küppers ist neben seiner Tätigkeit als Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am St. Vinzenz-Hospital in Rheda-Wiedenbrück nun auch verantwortlich für die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhospital in Oelde.

PD Dr. med. Jakob Nüchtern ist ab dem 1. September 2022 einer der neuen Chefärzte der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an den Westküstenkliniken in Heide. Der ausgewiesene Spezialist für die Versorgung von Schwerstverletzen folgt dem bisherigen Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Luitjens, der Ende August nach 23 Jahren in den Ruhestand geht.

PD Dr. med. Carolina Pape-Köhler ist seit dem 1.10.2022 eine der beiden Chefärztinnen der Adipositas Klinik am Klinikum Bielefeld/Rosenhöhe. Sie wird die duale Leitung neben Frau Dr. Beate Herbig übernehmen, die die Klinik seit dem 1. Dezember 2021 am Klinikum Bielefeld aufgebaut hat.

BDC engagiert für Orthopädie und Unfallchirurgie

Nicht nur mit einem eigenen Stand, sondern auch berufs- und fachpolitisch in verschiedenen Sitzungen hat sich der BDC auf dem heute zu Ende gehenden Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2022) in Berlin eingebracht. Der DKOU ist der größte europäische Kongress auf diesem Fachgebiet. Das Motto des Kongresses in diesem Jahr lautet: Mit Begeisterung für unsere Patienten!

Der BDC ist unter anderem mit seinen beiden Vizepräsidenten vor Ort. Sie haben das folgende Stimmungsbild übermittelt:

Dr. Jörg-A. Rüggeberg

“Berufspolitische Sitzungen sind ja leider meist etwas trocken und spärlich besucht. Ganz anders diesmal auf dem DKOU. Unsere BDC-Sitzung am Donnerstagnachmittag zum Thema ‘Karriere in der Chirurgie und Familie gründen – wie geht das zusammen?’ war ein absolutes Highlight mit begeisternden und fesselnden Vorträgen und einer lebhaften Diskussion. Mit Sicherheit war das für viele im Saal eine Motivation, Kinder und Karriere nicht als Hindernis, sondern als Chance zu verstehen.“

Dr. Peter Kalbe

“Die gemeinsame Sitzung zu ‘Basics in der Kniechirurgie – Operationstechniken’ am Freitagmorgen war von der AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie) mit absoluten Fachexperten besetzt und sehr gut besucht. Der BDC hat sich mit Tipps und Tricks zur Dokumentation und zu den notwendigen Genehmigungen eingebracht. Die Kooperation von fachlicher und berufspolitischer Sichtweise war sehr angenehm und zielführend.

Der BDC zeigt mit der Präsenz auf dem DKOU und mit dem September-Themenheft der Passion Chirurgie sein besonderes Commitment für die Orthopädie und Unfallchirurgie.”

BfArM veröffentlicht OPS 2023

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn/Köln hat mit Meldung vom 27.10.2022 die endgültige Fassung des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) 2023 veröffentlicht.

203 Vorschläge sind dort eingeflossen, zumeist von medizinischen Fachgesellschaften, Experten aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie von weiteren Organen der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.

Neu sind unter anderem spezifische Kodes für die Adipositaschirurgie.

Das systematische Verzeichnis des OPS ist die Basis für die Verschlüsselung von Operationen und Prozeduren im ambulanten und stationären Bereich. In der vertragsärztlichen Versorgung sind ausschließlich die im Anhang 2 des einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgeführten Kodes zu verwenden.

OPS und ICD-10-GM (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification) sind die Grundlage für die Entgeltsysteme in der ambulanten und stationären Versorgung.

OPS Version 2023 – Onlinefassung

Michael Aufmkolk und Holger Brinkmann als chirurgische Vertreter in Westfalen-Lippe gewählt

Prof. Dr. Michael Aufmkolk aus Ahaus, unter anderem Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, und Dr. Holger Brinkmann aus Soest, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, sind die neuen chirurgischen Repräsentanten in der Vertreterversammlung der KV Westfalen Lippe. Beide sind BDC-Mitglied.

Ihre Stellvertreter sind Dr. Kai Neumeuer, Paderborn, und Dr. Christoph Tacke, Hagen.

Die Wahl der neuen Vertreterversammlung für die XVI. Amtsperiode (2023 bis 2028) durch die ärztlichen und psychotherapeutischen Mitglieder der Kassenärztlichen

Vereinigung Westfalen-Lippe fand vom 20.09. bis zum 30.09.2022 statt.

Zu den Wahlergebnissen der KV Westfalen-Lippe

Personalia im Oktober 2022

Dr. med. Mark Banysch ist seit 15. August 2022 neuer Leiter der der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie im KKRN GmbH Marien-Hospital in Marl.

Dr. med. Jan Cruse ist seit April 2022 neuer Chefarzt der Klinik für Handchirurgie im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg (DKH).

Dr. med. Silke Juras, ehemalige Oberärztin der Klinik für Handchirurgie und angeborene Handfehlbildungen im Krankenhaus Marienstift in Braunschweig, ist seit dem 1. März 2022 leitende Ärztin der Klinik.

Dr. med. Daniel Kämmer, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie und spezielle Unfallchirurgie, wird zum 01.07.2022 einer der chefärztlichen Leiter der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sporttraumatologie der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath.

Dr. med. Michael Kindler, seit 2010 leitender Oberarzt für Viszeralchirurgie und Spezialist für laparoskopische Darmchirurgie an den HELIOS Weißeritztal-Kliniken in Freital, übernahm im August 2022 die chefärztliche Leitung der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

PD Dr. med. Aris Koryllos, ehemaliger Oberarzt der Lungenklinik und Thoraxchirurgie am Klinikum Merheim/Köln, begann am 01.06.2022 seine Tätigkeit als Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf.

Dr. med. Knut Müller-Stahl, Stellv. Landesverbandsvorsitzender des BDC|Bremen, ist seit Juli 2022 neuer Chefarzt der Unfallchirurgie am GESUNDHEIT NORD gGmbH Klinikum Bremen-Mitte sowie am Klinikum Bremen-Ost. Er ist Spezialist für Alterstraumatologie und war am Klinikum Bremen-Mitte zuvor Oberarzt.

Prof. Dr. med. Gero Puhl, Bauchchirurg und Spezialist für minimal-invasive und robotik-gestützte Operationen, unterstützt seit dem 01.Juli 2022 als leitender Arzt das Team der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie der DRK Kliniken Berlin Westend um Prof. Dr. med. Thomas Steinmüller.

Dr. med. Jan Volmerig wechselte zum 01. August 2022 vom Thoraxzentrum Aachen am Rhein-Maas-Klinikum an die Evangelischen Kliniken Essen-Mitte, Evangelische Huyssens-Stiftung Essen-Huttrop, und übernahm dort die Leitung der Klinik für Thoraxchirurgie. Volmerig ist Facharzt für Chirurgie und Thoraxchirurgie und als Experte für Lungenkrebs seit Jahren als Auditor für Lungenkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aktiv.

Leserbrief

Betrifft: Artikel aus Passion Chirurgie 06/II/2022: „Klimagerechtes Krankenhaus – Haben Einwegartikel darin eine Zukunft?“ von Lehmann F, Hübner A, Remmele J, Börner N, Samwer C, Prütting J. Sie finden den Artikel HIER.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

es ist für einen kalendarisch eigentlich im Ruhestand befindlichen – inzwischen auch schon 70 Lenze zählenden Chirurgen „alter Schule“ – wie mich eine ambivalente Information, dass die globale Klimakrise auch Meinungsführer der deutschen chirurgischen Fachgesellschaft dazu bewegt, das Prinzip der Single-Use-Wegwerf-Instrumente samt der Einmal-OP-Wäsche ernsthaft in Frage zu stellen. Ambivalent, da es m. E. in der Frage Klimarettung eher 5 nach 12 ist als davor, andererseits wird bestätigt, was die eigene chirurgische Schule (Essen) schon 1980 und 1990 vorhergesehen hat. (s. a.: Club of Rome: „Die Grenzen des Wachstums“ 1972.)

Zitat heute, aus o. g. Beitrag: „Hier ist eine interdisziplinäre, an evidenzbasierten Kriterien ausgerichtete Diskussion (…) notwendig.“ Wo ist bitte noch Diskussionsbedarf? Der nachhaltige Weg in die Zukunft wäre kurz, effektiv und erfolgreich, wenn man sich (ausnahmsweise) der Instrumententechnologie vor 30 Jahren erinnerte. Der Klimaschutz erfordert Sofortmaßnahmen, nicht in zwei oder in fünf Jahren („Time is running out“ Greenpeace). Ich vermute mit einigem Wahrscheinlichkeitsanspruch, dass die heute verantwortliche Chirurgen:innen-Generation nicht weiß, dass gängige alltägliche Klammernaht- und Schneide-Instrumente (CEEA, GIA,TA, PPH usw.) ursprünglich als wiederverwendbare Mehrfachgeräte entwickelt und auf den Markt gebracht wurden. Dasselbe gilt für Laparoskopie-Trokare. Selbst zu Beginn der MIC-Revolution Anfang der Neunziger Jahre war die Frage der Mehrfachinstrumente nicht entschieden. Sie wurde in den kommenden Jahren aufgrund massiven Drucks der Medizinproduktehersteller und unter billigender Duldung wichtiger universitärer chirurgischer Meinungsführer gegen medizinische und ökologische Vernunft durchgesetzt. In den Nuller Zweitausender Jahren wurde hinter vorgehaltener Hand die Nachricht verbreitet, dass zwei konkurrierende chirurgische Schulen bestünden, die entweder mit der einen oder der anderen Weltmarktführer-Firma kooperieren, und dies inoffiziell, under cover (Stichwort: Interessenkonflikt).

Ich erinnere mich sehr gut an einen aus heutiger Sicht epochalen Vortrag des leider kürzlich verstorbenen Ordinarius in Aachen, Prof. Volker Schumpelick, beim deutschen Chirurgenkongress 1992 in München, Thema: „Laparoskopische Herniotomie: Contra“. Im Fokus stand die virtuelle Umsatz- und Gewinnerwartung der beiden schon damals aktiven Weltmarktführer für Klammernaht und Schneideinstrumente. Anhand anschaulicher Balkendiagramme hat Schumpelick den rasanten Fallzahlanstieg der Industrie hochgerechnet über ein oder zwei Dezennien. Dieser Vortrag (Nr. 196 des Programms) ist nicht mehr zitierbar, da in Langenbecks Archiv nicht als Abstract publiziert und auch später nicht als Originalarbeit. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt … In der Realität kam es bekanntermaßen schlimmer als in der warnenden Prognose von Schumpelick. TEPP und TAPP lösten die Shouldice-Methode ab, dann kam die laparoskopische Kolonchirurgie. Unseren damaligen chirurgischen Lehrern an Universitäten, beispielhaft: Chr. Herfarth, Heidelberg, F.P. Gall in Erlangen, F.W. Schildberg in Lübeck, dann in München, dem zu früh verstorbenen Rudolf Pichlmayr in Hannover, Karl Kremer in Düsseldorf, H-J. Peiper in Göttingen und meinem Lehrer F.W. Eigler in Essen – war bewusst, dass der Weg in die Wegwerfgesellschaft ein Irrweg war. Sie konnten aber der zunehmenden Macht des Geldes, d. h. der Übernahme der Steuerung im Gesundheitswesen durch die Kaufleute und Gesundheitsmanager, nicht Paroli bieten. Auch hatte das Thema aus Sicht der universitären, forschenden Chirurgie nachrangige Bedeutung.

Heute, da ein relevanter Beitrag der Chirurgie – weltweit – zur Reduktion des Plastikmüllbergs dringend nötig wäre, kann man nur an die ökologische Vernunft der medizinischen Entscheidungsträger und der Medizinprodukte-Industrie appellieren, in kürzester Zeit die Blaupausen der Mehrfachinstrumente aus der scheinbaren Mottenkiste des vorigen Jahrhunderts hervorzuholen. Ernstzunehmende Klimaforscher sehen den Kipppunkt („Point of no return“) in Sichtweite: 2030.

Aus Fehlern lernen, das ist eine respektable und zu bewahrende chirurgische Tradition.

Mit freundlichem Gruß

Prof. Dr. med. Ulrich Krause
Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurg
Lauterburgstr.21
96472 Rödental
ulrichcfwk.uk@gmail.com

Kraus U: Leserbrief. Passion Chirurgie. 2020 Oktober; 12(10): Artikel 04_06.

Schreiben des BDC und der DGCH an die Regierungskommission zur Krankenhausreform

Schreiben des BDC und der DGCH an die Regierungskommission zur Krankenhausreform

Unter Bezug auf die Förderung ambulanter Operationen und Prozeduren gemäß Auftrag im MDK Gesetz
von 1.1.2020 und unter Berücksichtigung des IGES Gutachtens vom 1.4.2022

 


Sehr geehrter Herr Professor Bschor, sehr geehrte Mitglieder der Regierungskommission,

die Vorschläge im IGES-Gutachten zur Erweiterung des Katalogs von in der Regel ambulant durchzuführenden Operationen und stationsersetzenden Eingriffen werden vom Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) grundsätzlich begrüßt. Allerdings wird empfohlen, dies schrittweise umzusetzen und zunächst auf häufig durchgeführte Eingriffe
und Prozeduren zu beschränken. Wir sehen darin eine Chance, basierend auch auf den positiven internationalen Erfahrungen, im Interesse der Patientinnen und Patienten das vorhandene Potential für ambulante Therapien zu nutzen. Um eine qualifizierte Nachsorge und damit die Patientensicherheit zu gewährleisten, ist der Begriff der ambulanten Leistungserbringung an die internationalen Gepflogenheiten mit der Möglichkeit einer erweiterten Nachbeobachtung, z. B. unter Einbeziehung von Praxiskliniken (Day Surgery) und ggf. auch kurzstationärer Behandlung, anzupassen.

Bei der Realisierung ist zu berücksichtigen, dass in vielen Krankenhäusern erst geeignete Strukturen für ambulante Eingriffe errichtet werden müssen. Wenn man die Verlagerung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich fordert, so muss dafür Sorge getragen werden, dass adäquate Strukturen vorgehalten und genutzt werden können. Grundsätzlich gilt das Primat einer Gleichbehandlung zwischen existierenden vertragsärztlichen Strukturen und krankenhausgestützten Einrichtungen. Der Aufbau unwirtschaftlicher Doppelstrukturen ist zu vermeiden.

Das im Koalitionsvertrag erwähnte Prinzip einer Hybrid-DRG unter gleichen Bedingungen bei allen Beteiligten wird ausdrücklich befürwortet, so wie es bereits in einer BDC-Modellregion in Thüringen An die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung erprobt wird. Es bleibt dann in der Beurteilung des ärztlich Verantwortlichen, ohne finanzielle Anreize, ausschließlich aus der individuellen Patientenkonstellation über das konkrete Vorgehen zu entscheiden. Bei allen Reformplänen darf die Gewährleistung der zukünftigen chirurgischen Weiterbildung nicht aus den Augen verloren werden. Zahlreiche zu verlagernde bisher stationär erbrachte Operationen und Prozeduren sind typische Weiterbildungseingriffe. Die jetzige Regelung im Vertrag zum Ambulanten
Operieren nach § 115 b SGB V fordert hingegen eindeutig für ambulante Eingriffe den Facharzt-Status, so dass Ärzte in Weiterbildung davon ausgeschlossen wären.

Wir bitten Sie, unseren Vorschlag in Ihre Überlegungen zur Weiterentwicklung der Versorgung
einzubeziehen und stehen Ihnen gerne auch für einen fachlichen Austausch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Dr. med. h.c.
Hans-Joachim Meyer
Dr. med.
Jörg-A. Rüggeberg
Dr. med.
Peter Kalbe
Präsident (BDC) Vizepräsident (BDC) Vizepräsident (BDC)
Prof. Dr. med.
Andreas Seekamp
Prof. Dr. med.
Thomas Schmitz-Rixen
Präsident (DGCH) Generalsekretär (DGCH)