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Leserbrief

Betrifft: Artikel von Dr. med. Johanna Ludwig und Jonah Grütters in Passion Chirurgie 12/QIV/2026 „Gen-Z und Weiterbildung in der Chirurgie“HIER finden Sie den Artikel auf BDC|Online

Sehr geehrte Frau Ludwig, sehr geehrter Herr Grütters,

vielen Dank für Ihren Beitrag (s.o.). Um es vorweg zu sagen: die genannten “Konfliktlinien im chirurgischen Alltag” (S.22) sehe ich auch so. In Zusammenhang aber mit dem Absatz auf S.22, der mit “Kulturclash: Klinikalltag trifft Generation Sinn” überschrieben ist, in dem moniert wird, dass “Der Wunsch nach Selbstgestaltung, planbaren Arbeitszeiten und einer sinnstiftenden Tätigkeit, die über das bloße Abarbeiten hinausgeht, …auf eine Weiterbildungskultur [prallt], die noch immer von Unplanbarkeit, körperlicher Belastung und Hierarchien geprägt ist”, muss ich doch sagen: wer diese Einstellung zur Chirurgie als Beruf und Lebensaufgabe hat, sollte besser die Finger davon lassen. So ist Chirurgie nicht und so wird sie nie sein. Zur Chirurgie gehört genau das Unvorhersehbare, das an die Grenzen Gehen im Bereitschaftsdienst, die körperliche Belastung und auch mal das “Abarbeiten” von vielleicht weniger interessanten Aufgaben wie Arztbriefschreiben (und das soll jetzt zuhause digitalisiert im Home Office akzeptabler sein?). Und dass man ein paar Jahre vielleicht auch erst “lernen” muss (weil es zumindest eine fachliche Hierarchie gibt) und noch nicht gleich der große Chirurg sein kann, ist ja in jedem Beruf so, oder?

Chirurgie war für meine Generation (und ist es noch, ich arbeite noch im Alter von 76 an einer Klinik in Teilzeit als Leiter der Sektion Proktologie) eine Art Abenteuer. Diese Einstellung hat uns schon als Assistenten zusammengeschweißt. Selbst das nächtliche Operieren hat(te) seine Reize. Zu wissen, “Wir sind die einzigen, die sich hier im weiten Umfeld der Klinik um 3 Uhr in der Früh die Nacht um die Ohren schlagen, aber etwas Sinnvolles tun!” machte uns stolz und motivierte uns.

Wir haben in den 80er Jahren natürlich sofort erfolgreich gegen die 32-Stunden-Dienste geklagt (an einer Städtischen Klinik). Da gab es nichts zu beschönigen. Da wurde der Altruismus der Ärzte von Staat und Kommunen gnadenlos ausgenutzt. Aber wie sind Maß und Grenze “der Belastung und Zumutbarkeit durch die Arbeitsanforderungen in der Chirurgie” zu beurteilen und festzulegen?

Auch wir hatten einen in gewisser Weise autoritären Chef. So musste ich mir eine (damals durchaus übliche) farbige Haarsträhne wieder umfärben (nachzulesen bei Wolf Stelter, “Der Patron” (sic!), 2020, S. 280 ff.). Und im Nachbarort Offenbach flogen bei dem damaligen Chefarzt der Chirurgie die Messer im OP, wenn ihm etwas nicht passte.
Damals war Ladenschluss um 18:30 Uhr. Vor allem als Privatassistent (sowas gab’s damals noch!) kam man oft erst später aus der Klinik. Da hieß es dann originellerweise: Du kannst ja zum Flughafen fahren, da haben die Läden noch offen. Das sind mit Recht tempi passati. Das brauchte damals schon kein Mensch.

By the way: ich arbeite ja auch mit der Generation Z an unserer Klinik und ich kann mich über ihr Engagement nicht beklagen, trotz vielleicht da und dort anderer Einstellungen zu Freizeit und Dienstschluss.

Aber wenn ich Ihre Ausführungen so lese, da fehlt mir doch der erforderliche Beitrag der Generation Z zur Arbeitswelt, in der wir leben und zur Chirurgie. Es erscheint so, als müssten sich nur die Anbieter der Chirurgie (Kliniken, Ausbildende Ärzte usw.) ändern und den jungen Berufsanfängern sollte quasi der rote Teppich ausgerollt werden, damit sie sich bereit erklären können, die Ausbildung in der Chirurgie antreten zu wollen. Das klingt, als müsste die nachrückende Generation “gepampert” werden, um sich der Chirurgie widmen zu wollen… und als brächte das Berufsleben ganz generell nicht auch weniger schöne Seiten mit sich.

Ich glaube aber, auch weil ich es selbst so – noch unter ganz anderen, heute zu Recht inakzeptablen, Bedingungen – erlebt habe: die Sinnstiftung in der Chirurgie ergibt sich aus anderen Momenten und Erlebnissen als aus der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes, der Planbarkeit des Tagesablaufs, einer wie auch immer definierten Work-Life-Balance und fehlender körperlicher Belastung. Wem das zu fordernd ist, der sollte sein Augenmerk doch besser auf andere Berufsfelder (Gesundheitsamt, Medizinischer Dienst usw.) lenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Helmut Grosch
Moers

Antwort der Autoren auf den Leserbrief von Herrn Dr. Grosch

Sehr geehrter Herr Grosch,

vielen Dank für Ihre ausführliche und sehr persönliche Rückmeldung zu unserem Beitrag. Man merkt Ihrer Mail an, wie stark Chirurgie für Sie nie nur Beruf, sondern Lebensaufgabe war und teilweise bis heute ist. Diese Haltung verdient Respekt. Und sie erklärt auch, warum unser Text etwas in Ihnen ausgelöst hat.

Lassen Sie uns direkt klarstellen, wo wir vollkommen bei Ihnen sind: Niemand entscheidet sich leichtfertig für die Chirurgie. Niemand glaubt ernsthaft, dass dieser Weg ohne körperliche Belastung, Unplanbarkeit, Nachtdienste und Phasen des Abarbeitens funktioniert. Wer Chirurgin oder Chirurg wird, weiß, dass man Zeit, Energie und private Freiräume investiert. Und ja, viele tun das gerne. Auch heute.

Der entscheidende Punkt ist ein anderer. Es geht nicht darum, dass niemand mehr länger bleiben will. Es geht darum, dass niemand mehr bereit ist, das dauerhaft und alternativlos zu tun. Die Generation Z kalkuliert Belastung ein. Aber sie akzeptiert sie nicht als Endzustand.

Was wir beschreiben, ist kein Wunsch nach Schonung oder rotem Teppich. Es ist die Frage, ob bestimmte Rahmenbedingungen noch zeitgemäß sind oder ob sie schlicht historisch gewachsen sind, ohne heute noch einen funktionalen Mehrwert zu haben.

Ein paar konkrete Beispiele, die Sie selbst ansprechen oder die täglich Realität sind:

Warum muss ärztliche Weiterbildung zwingend an Anwesenheit gekoppelt sein, auch nach einem Nachtdienst, obwohl Lehre planbar wäre und strukturell anders organisiert werden könnte.

Warum gibt es kaum entlastende Rollen für Tätigkeiten wie Lehre, Organisation oder Dokumentation, obwohl genau diese Aufgaben regelmäßig als Belastung empfunden werden.

Warum sollte ärztliche Dokumentation zwingend vor Ort erfolgen, wenn sie inhaltlich unabhängig vom OP oder der Station ist und technisch problemlos von zuhause erledigt werden kann.

Das sind keine Komfortforderungen. Das sind Effizienzfragen.

Wir wollen nicht, dass Chirurgie ihr Abenteuer verliert. Wir wollen, dass sie ihr Zukunftsversprechen behält. Denn so sehr das nächtliche Operieren für viele Ihrer Generation zusammenschweißend war, so sehr schreckt es heute ab, wenn Belastung ausschließlich über Härte legitimiert wird.

Der Subtext „Wir hatten es schwer, also gehört das dazu“ mag biografisch verständlich sein. Nachwuchspolitisch ist er bedenklich. Denn er übersieht, dass Sinnstiftung nicht verschwindet, wenn Strukturen moderner werden. Sie wird oft sogar stärker, wenn Menschen nicht permanent am Limit arbeiten müssen.

Und vielleicht ist genau das der gemeinsame Nenner zwischen Ihrer Generation und der unseren. Am Ende wollen wir alle das Gleiche: gute Chirurgie, motivierte Teams, exzellente Weiterbildung und Menschen, die diesen Beruf nicht nur anfangen, sondern auch langfristig ausüben.

Nicht für immer unter Vollast. Aber lange genug, um richtig gut zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Jonah Grütters
Johanna Ludwig

Rückantwort Dr. Grosch an die Autoren

Sehr geehrte Frau  Ludwig,
sehr geehrter Herr Grütters,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre ausführliche und wohlwollende Antwort! Sie hat mich sehr gefreut und angeregt, wobei ich das Thema als sehr komplex ansehe, wie es mein Leserbrief vielleicht nicht vermuten lässt, meine jetzige Antwort aber schon. Ich danke Ihnen aber auch, dass Sie sich berufspolitisch des Themas annehmen, denn die Bedeutung für unseren Beruf ist ja groß!

„Wohlwollend“ sage ich deshalb, weil natürlich beim Lesen meines Kommentars und in Anbetracht meines Alters schon mal Ihre Augenbrauen hochgegangen sein könnten: klar, so ein alter Sack: immer kalt geduscht und was ihn nicht umbrachte, machte ihn stärker. So haben Sie es aber dankenswerterweise nicht formuliert 😊.

Meine Antwort ist ziemlich lang, aber hoffentlich nicht langweilig, allerdings würde ich es nun dabei belassen wollen.

Ich möchte Ihnen zuerst noch etwas zu meiner Person und meiner Biografie mitteilen, die anders ist als vielleicht vermutet und die mich als prodromales Gen Z – Mitglied erscheinen lassen könnte.

Ich bin während der Medizinalassistentenzeit (heute PJ) in den 70er Jahren zweimal je 3 Monate nach Indien und Nepal gereist und habe damals vorher im Prüfungsamt in Frankfurt nachgefragt, ob das ohne Probleme möglich ist. Die Antwort: „des hat bisher noch kaaner wisse wolle“… Nach der Approbation habe ich vier Jahre Philosophie studiert und mich über die Teilnahme am KV-Notdienst finanziert. Nach dramatischen Veränderungen im Leben (Beziehungsende usw., Beendigung des Philosophiestudiums wegen mangelnder intellektueller Begabung) habe ich dann mit einer halben Stelle in der Chirurgie der Städtischen Kliniken Frankfurt angefangen: klare Probleme, klare Lösungen, keine mühsamen Erörterungen mehr von Sein und Existenz. Ein Assistenzarzt hatte auf halbe Stelle reduziert, um sich seinem neugeborenen Kind besser widmen zu können! Das war damals eine Sensation. Er suchte also jemand für die zweite Hälfte. Es handelte sich um Bernd Hontschik, der u.a. seit langem eine regelmäßige Kolumne in der „Frankfurter Rundschau“ schreibt („Dr. Hontschiks Diagnose“). Ich kannte ihn aus der „Portugal-Mediziner-Gruppe“, die wir damals die portugiesische Nelkenrevolution medizinisch unterstützten.

Nach drei Jahren, im zarten Alter von 37 Jahren, wechselte ich auf die erste längerfristige Ganztagsstelle.

Die damalige Ausbildung – und damit komme ich langsam wieder auf unser Thema zurück – war im Vergleich zu heute ein Traum: es gab genug zu operieren und wir hatten ein festes Rotationsverfahren für alle Assistenten in der Weiterbildung (damals noch mit Unfallchirurgie). Es war ein gerechter Plan für die 6 Jahre Weiterbildung, auf den sich alle verlassen konnten. Das war das Verdienst von Bernd Hontschik, unseres Assistentensprechers.

Damit zurück zum Thema: die heutige Weiterbildung hat sich massiv gegenüber früher verändert, die Chirurgie hat sich massiv verändert: viele Eingriffe gibt es gar nicht mehr (Magen), viele gehören nicht mehr zur Weiterbildung für die Allgemein- oder Viszeralchirurgie (Gefäße [außer Portanlage], damals noch Embolektomien, Amputationen usw., Unfallchirurgie usw.), wo man Umgang mit unterschiedlichsten Geweben und Krankheitsverläufen üben und erlernen konnte. Die Einführung der laparoskopischen Chirurgie wurde schnell auf die Assistenten erweitert, das ist bei den robotischen Verfahren heute nicht mehr so usw. usf.

Aber: geklagt wurde über nachfolgende Generationen schon immer: Wir waren damals die Generation „Wir wollen alles, und zwar sofort“ (Sponti- und Züricher Alternativ-Szene), s. auch den Song „I want it all, I want it now“ von The Queen. Und es gab schon in den 70ern den „NST“: den „Neuen Sozialisations-Typ“ (Thomas Ziehe), der sich angeblich nur noch narzisstisch um sich selbst dreht, keinen Bock auf Arbeit und Anstrengung und nur geringe Frustrationstoleranz hat.

Wobei „diese Zuschreibungen … sind meistens ein Gemisch aus kulturpessimistischer Verfallsrhetorik, anekdotischer Plausibilität sowie journalistischer Aufgeregtheit“, wie ich es schön formuliert gefunden habe (https://www.tagesanzeiger.ch/wird-man-narzisstischer-durchs-online-ich-262339899494, aufgerufen 1.3.26)

Andererseits: die Chirurgische Weiterbildung und Tätigkeit hat in den vergangenen Jahren tatsächlich deutlich an Attraktivität eingebüßt. Denn auch die Zukunftschancen sind nicht mehr so wie früher.

Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens und die Bürokratisierung („Dokumentation“ !!!)  zeitigen Folgen für die nachrückenden jungen Ärzte.

Hier zwei Fotos aus meiner Klinik, die einerseits den kulturellen Wandel der Jugend, andererseits die Bürokratisierung der Medizin zeigen und ich muss gestehen, dass mein früher unbedingtes Plädoyer für die Chirurgie in den vergangenen Jahren etwas zurückhaltender geworden ist. (Bilder folgen noch)

Was könnte man tun? Man müsste der nachrückenden Generation vermitteln, dass die Chirurgie mit all ihren beruflichen und die Lebensqualität beeinflussenden Nebenwirkungen trotzdem etwas Besonderes, etwas Tolles ist, das uns heraushebt, das Anerkennung verdient; das wäre v.a. Aufgabe der Politik und der Gesundheitsakteure mit entsprechenden Verbesserungen der beruflichen Situation und Bedingungen, aber durchaus auch unsere als Weiterbildende. Aber dass es ohne gelegentliche Mühsal und Härten nicht geht – auch wenn sich die Motivation nicht über die Härte definiert! So hatte ich das nicht gemeint!

Zusätzlich gälte es für uns Weiterbildende, zu vermitteln, dass Chirurgie einfach aufregend ist, hohe Kompetenzen (skills) erwerben und realisieren lässt und eine hohe Befriedigung verschafft.

Und dass sie außer der materiellen Vergütung auch eine sehr hohe immaterielle mit sich bringt: die Dankbarkeit der Patienten. Arbeit mit und am Menschen!

Da haben wir die Leidenschaft, die es für unseren Beruf braucht: die „Passion Chirurgie“. Die es aber doch überall braucht, in jedem Berufsumfeld, oder nicht?

Und man muss die Ärzte unbedingt von nicht zwingenden ärztlichen Aufgaben entlasten:  Die Bürokratisierung halte ich für das größte Problem, der geforderte Dokumentationsumfang, auch z.B. die Abschaffung der Schreibbüros, die uns zwingt, alle Briefe, Berichte etc. selbst zu schreiben oder bestenfalls mithilfe eines Spracherkennungsprogramms diktieren zu können. Teure und qualifizierte Arztzeit und Arztkompetenz wird hier verschleudert. Vermutlich ist das aber tatsächlich billiger als Schreibbüromitarbeiter:innen zu finanzieren (?).

Zum Topos der Gen-Z noch folgende Anmerkungen:

  • die Forderungen, die sie an uns und das Gesundheitswesen stellt, sind die vielleicht schichtenspezifisch? Wie äußert sich dazu die Gen-Z, die als Busfahrer, Lokführer, Schichtarbeiter, in der Hotellerie etc. arbeiten will oder muss?
  • die Gen-Z betreibt wie kaum eine frühere Generation Selbstoptimierung, quält sich in Fitness-Studios, kämpft sich durch Marathons und andere körperlich fordernde Sportarten; warum muss das im Beruf so anders sein, auch hier sind es ja keine 8 Stunden „Volllast“ täglich?
  • sie ist die Generation der Start-up-Gründer: gibt es hier geregelte Arbeitszeiten…?

Ihre “konkreten Beispiele“ sehe ich etwas kritisch: Sollte die Arbeit nicht besser am Platz bleiben? Die Verwischung der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit (auch die permanente Erreichbarkeit) sind doch viel diskutierte Probleme der heutigen Arbeitswelt.

Und die Lehre (ich verstehe darunter auch in interne Fortbildung) kann doch Spaß machen: wenn man aus erster Hand Wissen vermitteln kann.

Genug!

Vielen Dank, dass Sie mir geschrieben haben. Ich hoffe, mein Anliegen konnte ich nun etwas differenzierter darstellen, Leserbriefe sind ja immer etwas polemisch.

Viele Grüße!

Dr. med. Helmut Grosch
Moers

Why I do it! Dr. Wiebke Heitzmann

Ich habe mich damals aus dem Bauch heraus für die Chirurgie entschieden, obwohl ich initial Dermatologin werden wollte. Dazu beigetragen haben unter anderem sehr engagierte und inspirierende Fach- und Oberärzte aus meinem PJ-Klinikum, sowie die Eingriffsvielfalt die ich dort schon miterleben durfte. Die Stimmung im Operationssaal, das Ineinandergreifen und Funktionieren aller Beteiligten, die volle Konzentration jedes Teammitglieds und trotzdem immer wieder Raum zum Lachen – das ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben und begleitet mich bis heute.

Dazu kam eine Begeisterung für das handwerkliche Geschick, welches man mit anatomischer Expertise kombinieren muss, und die Erkenntnis, dass mir das Lernen von Handgriffen und Abläufen leichter fällt, als das klassische Auswendiglernen. In der ersten klinischen Verwendung kam noch die Faszination für onkologische Chirurgie hinzu und damit war der Weg quasi final gebahnt. Durch die gute und frühe operative Ausbildung in unserem Haus sind sowohl die Eingriffszahlen als auch die Motivation das Fach weiterhin zu verfolgen bisher stets angestiegen.

Wiebke Heitzmann, 29
Weiterbildungsassistentin Viszeralchirurgie
Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Personalia März 2026

M.D. Andrei Anghel ist seit Dezember 2025 neuer Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital.

Dr. med. Ghassan Batikha leitet seit Anfang 2026, gemeinsam mit dem bisherigen Chefarzt PD Dr. med. Thorsten Plusczyk, die Allgemein- und Viszeralchirurgie am Diakonie Klinikum Neunkirchen der Stiftung Kreuznacher Diakonie in kooperativer Leitungsform. Batikha hat das bisherige Spektrum der Abteilung bereits in seiner bisherigen Position als Sektionsleiter erfolgreich um Leberchirurgie und endokrine Chirurgie erweitert.

Dr. med. Cord Christian Corterier ist neuer Chefarzt der Klinik für Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie am Städtischen Klinikum Braunschweig (skbs). Zuvor war Corterier leitender Oberarzt in der Klinik für Plastische- und Handchirurgie/Brandverletztenzentrum an den BG-Kliniken Bergmannstrost.

Dr. med. Nina-Kathrin Kauer ist neue Chefärztin der Plastischen, Hand-, Ästhetischen und Verbrennungschirurgie des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein am Evangelischen Stift St. Martin in Koblenz und am Heilig Geist in Boppard. Zuletzt war Kauer im Heilig Geist Boppard leitende Oberärztin.

Dr. med. Omar Khader ist neuer Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Zuletzt war er als Sektionsleiter der endovaskulären Chirurgie in der Klinik für Gefäßchirurgie tätig.

Prof. Dr. med. Georg Lurje ist seit Dezember 2025 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis in Köln. Zuvor war Lurje Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantantionschirurgie der Uniklinik in Heidelberg.

Dr. med. Georgios Papapostolou ist seit Januar 2026 neuer Chefarzt der Abteilung für Gefäßchirurgie am Katholischen Klinikum in Bochum. Papapostolou ist auch kommissarischer Klinikdirektor.

Patrick Paulsen, seit 2018 leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie, ist seit kurzem neuer Chefarzt der Gefäßchirurgie der Sana-Kliniken Ostholstein.

Prof. Dr. med. Tim Vilz, zuletzt geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Bonn, übernahm im Januar 2026 die Professur für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Damit verbunden ist die Leitung der gleichnamigen Klinik am Campus Benjamin Franklin.

Dr. med. Rigo Voigt ist seit November 2025 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am SRH Klinikum Zeitz. Er folgt auf Dr. med. Thomas Bolle, der in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Akademie Aktuell: Frühjahrs-Fortbildungen für den chirurgischen Nachwuchs

Sagen Sie es weiter: noch Plätze frei!

Zwei Fortbildungen, die Sie dem Nachwuchs ans Herz legen sollten, denn die Facharztseminare der BDC|Akademie sind so konzipiert, um am Ende der sechsjährigen Weiterbildung das notwendige Wissen des Weiterbildungskatalogs für die anstehende Facharztprüfung noch einmal zu rekapitulieren und damit die jungen Kolleginnen und Kollegen direkt auf die Prüfung vorzubereiten, sind:

Die beiden folgenden Angebote aus dem BDC-Programm Basischirurgie vermitteln Berufseinsteiger:innen das nötige theoretische Grundwissen und die ersten praktischen Fertigkeiten, die für eine chirurgische Tätigkeit auf Station, in der Ambulanz, der Notaufnahme und auf der Intensivstation in den ersten beiden Jahren erforderlich sind. Im Mai finden statt:

Hier geht’s zu den Fortbildungen der BDC|Akademie.

Webinar-Reihe „Fraktur im Fokus“. Passion Chirurgie. 2026 Januar/Februar; 16(01/02): Artikel 04_01.

BDC-Praxistest: Moderne Lehre als Schlüssel zur Motivation – Nachwuchsmangel beginnt im Hörsaal

Vorwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt nichts Gutes außer man tut es. Lehre lebt von Inhalt, Technik und Vorbild. Chirurgische Inhalte unterliegen einer steten Entwicklung. Revolutionen sind selten, wir leben von Tradition. Vorbild meint Persönlichkeit, fachliche Anerkennung und Rhetorik. Charisma kann man erwerben, aber nicht üben, Rhetorik eher schon – ein ständig unterschätztes Thema in der Medizin. Am leichtesten zu modellieren ist die Lehrtechnik. Die Autoren unseres Praxistests plädieren deshalb für den Einsatz moderner Lehrtechniken im studentischen Alltag – KI statt Talar. Ein guter Ansatz, vielleicht präsentieren die Autoren mehr Details in einem Teil 2 ihres Kommentars?

Inspirierende Lektüre wünschen
Prof. Dr. med. C. J. Krones und Prof. Dr. med. D. Vallböhmer

Der Ärztemangel in Deutschland ist omnipräsent. Insbesondere in chirurgischen Fächern ist dieser schon jahrelang kein Randphänomen mehr. Eine genaue Betrachtung zeigt, dass dies nicht allein auf vorherrschende Arbeitsbedingungen, mangelnde Wertschätzung oder andere strukturelle Faktoren im Klinikalltag zurückzuführen ist. Ebenso entscheidend ist die Art und Weise, wie Chirurgie im Studium vermittelt und erlebt wird.

Dieser Kommentar diskutiert, wie hochwertige medizindidaktische Konzepte zur Nachwuchsgewinnung beitragen können, welche Veränderungen die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz im Lernverhalten der Studierenden bewirken und warum gerade in der Chirurgie das Potential dazu besteht, durch gute Lehre Karrieren früh zu prägen.

Wenn Lehre über Berufswahl entscheidet

Der Nachwuchsmangel in den operativen Fächern ist spürbare Realität in Klinik und Weiterbildung und stellt eine reale Bedrohung für die Versorgung der Patient:innen dar. In vielen chirurgischen Disziplinen bleiben Weiterbildungsstellen unbesetzt, die Zahl der Bewerber:innen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Ursachen hierfür liegen unter anderem an den Rahmenbedingungen, die eine chirurgische Karriere für junge Ärzte/Ärztinnen unattraktiv erscheinen lassen. In der öffentlichen Diskussion werden hier, zuletzt auch in Formaten des Berufsverbandes der deutschen Chirurgie (BDC), insbesondere eine hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eingeschränkt planbare Freizeit genannt [1].

Das Junge Forum O&U hat bereits 2021 exemplarisch zehn Forderungen an die Fort- und Weiterbildungszeit formuliert, um diesen strukturellen Problemen entgegenzuwirken [2]. Diese Ansätze adressieren wichtige Punkte des klinischen Alltags, werden jedoch der Komplexität des Nachwuchsproblems nicht vollständig gerecht.

Mindestens ebenso relevant für die spätere Facharztwahl ist die Art und Weise, wie die Fachrichtung im Studium gelehrt wird. In Befragungen unter Studienanfängern gibt etwa ein Viertel an, sich eine chirurgische Laufbahn vorstellen zu können. Nur ein Bruchteil dieser Studierenden wird jedoch nach Erhalt der Approbation tatsächlich eine operative Weiterbildung beginnen. Es scheint so, als würde das Interesse an der Chirurgie mit zunehmender Exposition gegenüber der klinischen Realität des Faches deutlich abnehmen [3].

Die Faszination für Chirurgie entsteht meist durch positive Erlebnisse im klinischen Alltag – durch Anleitung, Teilhabe und sichtbare Lernfortschritte. Offensichtlich bleiben solche Erfahrungen in operativen Fächern vielen Studierenden noch verwehrt. In Hospitationen und Praktika herrscht häufig Zeitdruck, strukturierte Lehre findet nur unregelmäßig statt und individuelles Feedback bleibt die Ausnahme. Wer sich hier wiederholt nicht wahrgenommen und nicht gefördert fühlt, entscheidet sich eher gegen das Fach – nicht aus Desinteresse, sondern aus Mangel an positiver Lernerfahrung.

Lehre als Rekrutierungsstrategie

Die Gestaltung der Lehre liegt zunächst im Verantwortungsbereich der medizinischen Fakultäten. Hier bietet die Medizindidaktik einen zentralen Ansatzpunkt. Sie kann als Hebel gegen den Nachwuchsmangel wirken, indem Lernräume geschaffen werden, in denen Motivation entsteht und Begeisterung vermittelt werden kann.

Gute Lehre wirkt über mehrere Dimensionen. Seit Jahrzehnten werden das Erleben von Kompetenz, Zugehörigkeit und Autonomie als zentrale Elemente intrinsischer Motivationsbildung verstanden. Gerade die Chirurgie kann diese Erfahrungen niederschwellig bieten, etwa durch das Anlegen einer Hautnaht oder erste Assistenzen im OP. Hierbei erlebte positive Erfahrungen verstärken zusätzlich das Selbstwirksamkeitserleben und die Identifikation mit der Fachrichtung.

Daher verwundert es nicht, dass praxisorientierte Lehrveranstaltungen von Studierenden regelmäßig besser bewertet werden als rein theoretische Formate. Insbesondere Programme wie die „Chirurgische Woche“ oder die Kursreihe „Nur Mut! Chirurgie zum Mitmachen“ des BDC zeigen, dass geführte praktische Veranstaltungen Begeisterung wecken und bestehende Vorbehalte abbauen [4, 5]. Die positiven Erfahrungsberichte der Studierenden verdeutlichen, dass es nicht an der grundsätzlichen Attraktivität der Chirurgie mangelt, sondern an der Art und Weise, wie sie vermittelt wird.

Solche Projekte schaffen Impulse, bewirken jedoch in der Regel keine nachhaltige, breite Veränderung. Entscheidend ist eine systematisch in den Klinikalltag integrierte Lehrkultur. Solange Lehre im klinischen Betrieb überwiegend als Zusatzaufgabe gilt, wird sie in guter Qualität nur punktuell stattfinden. Wird sie stattdessen als integraler Bestandteil ärztlicher Tätigkeit verstanden und organisatorisch gefördert, dann kann sie zu einer wirksamen Ressource der Nachwuchsgewinnung werden [6].

Vom Lehrbuch zur KI – chirurgische Lehre im digitalen Wandel

Kaum ein Bereich des Medizinstudiums hat sich im letzten Jahrzehnt so verändert wie der Lernprozess der Studierenden selbst. Als viele der heutigen Ärzte/Ärztinnen in Weiterbildung ihr Studium begannen, dominierten noch Lehrbücher, Skripte und frontaler Präsenzunterricht. Der Kontakt zum Operationssaal erfolgte meist spät, fast nur im Rahmen von Famulaturen und blieb überwiegend passiv.

Mit dem Aufkommen digitaler Lernplattformen wie AMBOSS oder Thieme via medici veränderte sich das Studium grundlegend. Klinische Fächer wurden strukturierter, Zusammenhänge zwischen Anatomie, Pathophysiologie und Therapie nachvollziehbarer. Die Wissensbasis wurde damit zwar breiter, doch die Kluft zwischen Theorie und Praxis blieb bestehen: Chirurgie als klickbares Lernmodul statt als erlebbares Fach.

Heute prägen KI-gestützte Lernsysteme die nächste Stufe des digitalen Lernens. Tools wie ChatGPT oder in Lernplattformen integrierte Assistenten sind fester Bestandteil des Alltags für Studierende. Sie werden genutzt, um differentialdiagnostisch zu denken, OP-Abläufe nachzuvollziehen oder klinische Entscheidungen zu simulieren. Lernen wird individueller, und im Dialog mit der KI zunehmend selbstgesteuert [7]. Diese Entwicklung bietet, trotz bekannter Nachteile und Limitierungen, viel Potential, verlangt aber zugleich eine didaktisch fundierte Einbettung in das Medizinstudium.

In der Realität hängt die diesbezügliche Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen von engagierten Einzelpersonen ab. Die institutionelle chirurgische Lehre hat auf diesen Wandel bislang nur begrenzt reagiert. Traditionelle Formate werden fortgeführt, während Studierende längst neue Lernwege nutzen. Dabei könnte gerade die Chirurgie von modernen Lerntechnologien profitieren: interaktive präoperative Fallbesprechungen, KI-gestütztes Feedback bei Naht- und Laparoskopietraining oder die Simulation komplexer Eingriffe sind bereits heute möglich [8–10]. Studien zum simulatorbasierten Arthroskopietraining zeigen, dass operative Grundfertigkeiten außerhalb des OPs in einer geschützten Lernumgebung effizient aufgebaut werden können [11]. Solche Formate können den OP-Alltag entlasten und bieten, eingebettet in ein bereits im Medizinstudium beginnendes Curriculum, hohes Potenzial für eine nachhaltige chirurgische Ausbildung [12].

Technologische Innovation ersetzt jedoch keine didaktische Innovation. Nur, wenn die neuen Werkzeuge gezielt eingebettet werden, kann aus digitalem Lernen auch Kompetenz entstehen. Im hier diskutierten Kontext kann die zunehmende Einführung von KI in die universitäre Lehre auch als konstruktivistischer Ansatz gesehen werden, der die aktuelle Generation in ihrer Lernrealität abholt.

Um dies umzusetzen, sollten etablierte Formate nicht verworfen, sondern sinnvoll ergänzt werden. Die Integration künstlicher Intelligenz darf dabei kein Selbstzweck sein, sondern muss die Entwicklung klinischer Handlungsfähigkeit unterstützen. Wenn die Lehre den Anschluss an die Lernrealität der Studierenden verliert, dann verliert sie auch ihre Überzeugungskraft und damit Ihren Einfluss auf die Wahl der Fachrichtung.

Warum die Chirurgie zur Vorreiterin werden kann

Die chirurgischen Fächer stehen im Zentrum zweier Herausforderungen: einem zunehmenden Nachwuchsmangel und einem tiefgreifenden Wandel der medizinischen Lehre. Genau in dieser Schnittstelle liegt jedoch auch eine Chance: Die chirurgischen Fächer könnten durch zeitgemäße Lehre als Vorreiter die Verbindung von Theorie, Technologie und praktischer Erfahrung exemplarisch gestalten. Gerade in einer Zeit, in der digitale Lernformen dominieren, muss die Chirurgie sichtbar machen, was sie einzigartig macht – das unmittelbare Erleben ärztlichen Handelns und Handwerks.

Zeitgemäße und attraktive Lehre hat das Potential, die Berufswahl entscheidend zu beeinflussen. In der Chirurgie werden kognitive und manuelle Kompetenzen wie in kaum einem anderen Fach vereint. Wird diese Besonderheit in der Lehre konsequent abgebildet, entsteht ein klarer Mehrwert und eine Abgrenzung gegenüber theoretischen Disziplinen. Hochwertige Lehre ist damit nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern ein strategisches Instrument zur Nachwuchsgewinnung.

Langfristig wird daher die Zukunftsfähigkeit der Chirurgie maßgeblich davon mitbestimmt werden, in welchem Maß es gelingt, klinische Realität und digitale Innovation miteinander zu verknüpfen. Die Lehrkultur kann entscheidend dazu beitragen, die operative Medizin als attraktives und fortschrittliches Fach zu positionieren. Chirurgische Nachwuchsbildung beginnt dort, wo Lehrende Begeisterung vermitteln – im Hörsaal, im Seminar oder am Operationstisch.

Die Literaturliste erhalten Sie auf Anfrage via passion_chirurgie@bdc.de.

Korrespondierender Autor:

Dr. med. Lukas Keiber

Arzt in Weiterbildung für Orthopädie und Unfallchirurgie

Hessing-Kliniken Augsburg

lukas.keiber@hessing-stiftung.de

Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Vogt

Ärztlicher Direktor

Hessing-Kliniken Augsburg

Professur für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Universität Augsburg

Gesundheitspolitik

Keiber L, Vogt S: BDC-Praxistest: Moderne Lehre als Schlüssel zur Motivation – Nachwuchsmangel beginnt im Hörsaal. Passion Chirurgie. 2026 März; 16(03/I): Artikel 05_03.

www.bdc.de

26 Jahre Engagement, Herz und Verstand: Danke, Hanne Quandt!

Nach fast 26 Jahren engagierter und verlässlicher Arbeit im Sekretariat des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie verabschieden wir unsere geschätzte Kollegin Hanne Quandt in den wohlverdienten Ruhestand. Mit ihrer Kompetenz, Umsicht und Herzlichkeit war sie über viele Jahre eine unverzichtbare Stütze des Verbands. Sie hielt den organisatorischen Ablauf zusammen, war Anlaufstelle für Mitglieder, Vorstände und Kolleginnen und Kollegen – stets mit einem offenen Ohr, einem freundlichen Wort und einem beeindruckenden Überblick über alle Details. Ihr unermüdlicher Einsatz, ihre Loyalität und ihre ruhige, verlässliche Art haben den Verband in vielfältiger Weise geprägt. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen – für ihre hervorragende Arbeit, ihr Engagement und die vielen kleinen und großen Dinge, die sie tagtäglich möglich gemacht hat. Wir wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute – Gesundheit, Freude, Zeit für Familie, Hobbys und für alles, was bisher zu kurz gekommen ist. Möge dieser neue Lebensabschnitt genauso erfüllend und bereichernd sein wie die gemeinsame Zeit mit uns.

Der Vorstand, die Geschäftsführerin und das gesamte Team des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie

BDC: Wie fing das mit dir und dem BDC an?

Hanne Quandt (HQ): Anfang 2000 wollte ich mich beruflich umorientieren und bin auf neue Stellensuche gegangen. Die Angebote waren noch nicht so im Überfluss vorhanden wie heute. Aber dranbleiben und niemals aufgeben war schon immer meine Devise und mein Leitspruch, der mich heute noch begleitet. Dann entdeckte ich in einer großen Berliner Zeitung (nicht die mit vier Buchstaben ) eine Stellenanzeige, die mich sofort ansprach. Die Anzeige habe ich heute noch in meinen Unterlagen. Ich bewarb mich sofort, hatte mich im Sekretariat bei Frau Spindler erkundigt und wartete dann gespannt ab. Es dauerte gar nicht lange und ich erhielt von Herrn Dr. Felsing (), damaliger Geschäftsführer, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich fuhr nach Berlin und war aufgeregt aber auch etwas Freude schwang mit. Ich wollte die Stelle unbedingt. Als Frau Spindler mir die Tür öffnete kam mir eine Freundlichkeit und Herzlichkeit entgegen, so dass im ersten Moment meine innere Aufgeregtheit verflogen war. Das Vorstellungsgespräch mit Herrn Dr. Bauch () damaliger Vizepräsident, Herrn Dr. Felsing und Frau Spindler (Sekretärin) verlief sehr gut. Am Schluss des Gespräches informierte mich Dr. Felsing, dass er sich melden würde. Auf dem Weg nach Hause ging mir nochmal alles durch den Kopf und ich dachte, das alles war bestimmt umsonst. Ich kam gerade zu Hause an, da klingelte das Telefon (Handy gab es noch nicht). Herr Dr. Felsing rief an und sagte mir, dass die Entscheidung auf mich fiel. Ich war so glücklich und erfreut in diesem Moment, dass ich innerlich einen riesigen Luftsprung machte, den ich kaum unterdrücken konnte, sodass wir beide lachen mussten. Ich wurde zum 20.03.2000 eingestellt und ich fühlte mich sofort sehr wohl, strotzte so voll Elan und Tatendrang, die Arbeit machte mir großen Spaß. Meinen vorherigen Job hatte ich dann gekündigt. An dieser Stelle gilt mein ganz besonderer Dank an Herrn Prof. J. Witte (), der meinen Arbeitsvertrag unterschrieb und ihn mir dann übergab, sowie an die Herren Dr. H.-H. Felsing und Dr. J. Bauch auch wenn alle drei Herren nicht mehr unter uns weilen. Nochmals Dankeschön!

BDC: Wie viele Präsidenten hast du erlebt?

HQ: Insgesamt habe ich vier Präsidenten erlebt, angefangen mit Herrn Prof. Witte. Er war eine herausragende Persönlichkeit, nahm sich immer Zeit und hatte ein offenes Ohr auch für Themen, die mal nicht im beruflichen Fokus standen. Er war sehr warmherzig und menschlich. Ich kann mich noch erinnern, es war wahnsinnig interessant, wenn er uns erzählte, welche Persönlichkeiten er operiert hatte – natürlich unter Diskretion und streng vertraulich. Nach seinem Tod übernahm Herr Prof. Polonius erst kommissarisch die Position des Präsidenten und wurde nach anschließender Wahl als Präsident bestätigt. Mit ihm gemeinsam durfte ich die Jahre von 2003–2010 zusammenarbeiten. Er verstarb im Mai 2025.
Von 2010–2015 war Herr Prof. Bruch Präsident des BDC und seit 2015 Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. H.-J. Meyer.

Welche Ereignisse sind dir im Gedächtnis geblieben?

HQ: Natürlich der Tod von Prof. Witte, der uns damals schockierte. Ich war zu dieser Zeit im Urlaub und man hatte mich zurückgeholt, um alles Wichtige in die Wege zu leiten und auch Prof. Polonius bei allen Aufgaben dabei zu unterstützen. Er sprang kommissarisch sofort ein.
Auch schöne Ereignisse habe ich in Erinnerung – wie die jährlichen Teamausflüge, die immer abwechslungsreich waren und total viel Spaß machten. Vielleicht kommt diese Frage noch dann dazu später mehr.

BDC: Was hat sich über die Jahre im Verband verändert?

HQ: Verändert hat sich u. a. die Personalstruktur. Nach und nach vergrößerte sich die Anzahl der Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle von damals sechs auf jetzt 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie mit dem Ausbau weiterer Abteilungen wie z. B. in der Akademie und in der Kommunikationsabteilung mit Marketing und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das zeigt, dass sich auch die Ansprüche angepasst haben und weiterhin anpassen werden, denn der Verband steht nicht still. In meinen fast 26 Arbeitsjahren im BDC wurde mein Büro und Aufgabenbereich stets angepasst und umstrukturiert. Nach kurzer Einarbeitungszeit dürfte ich die jeweiligen Geschäftsführer und Präsidenten in ihrer Arbeit unterstützen. Im Laufe der Zeit wurde immer mehr digitalisiert, Papier reduziert, die Technik wurde immer mehr zum Standard und modernisiert. Man übernahm immer mehr Verantwortung, arbeitete vorwiegend selbstständig und das Aufgabenspektrum wurde immer spezieller. Man fuchste sich überall rein – wie man so sagt.

BDC: Welche Schwerpunkte hat der Verband aus deiner Sicht immer verfolgt?

HQ: Die Fort- und Weiterbildung stand und steht immer im Fokus. Allein die Fort- und Weiterbildungsangebote haben sich stets den Entwicklungen angepasst. Wenn man die Arbeiten vergleicht, zu dem Zeitpunkt, als ich beim BDC die Arbeit aufnahm, ist das gegenüber heute gar nicht mehr vergleichbar. Was wurden damals u. a. an Diktaten – noch mit Kassettenaufnahmen – geschrieben. Heute ist das gar nicht mehr denkbar, zukünftig übernimmt das die KI und ChatGPT.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Dienstleistung für unsere Mitglieder, die sich in den letzten Jahren immer mehr in unterschiedlichen Richtungen entwickelte und auch weiterentwickeln wird. Für die Mitglieder da zu sein, sie zu beraten und bei gewissen Belangen zu unterstützen, ist nach wie vor sehr wichtig und man merkt es täglich an den Anfragen, die uns erreichen. Die Dankbarkeit, die uns erreicht, spornt uns immer weiter an.
Es hat sich auf allen Ebenen fortschrittlich, dienstleistungsmäßig und technisch so viel weiterentwickelt. Das muss auch so sein, das ist der Lauf der Zeit. Der BDC ist für seine Mitglieder da und passt sich in allen Belangen an.
Und natürlich auf politischer Ebene: Der Slogan war und ist: „Der BDC vertritt alle chirurgischen Berufsbelange innerhalb der Ärzteschaft gegenüber den Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie der Ärztekammer und den Kassenärztlichen Vereinigungen; als auch gegenüber dem Staat, der Regierung und ihren Behörden“.

BDC: Was hat dir an deiner Arbeit am meisten Freude gemacht?

HQ: Mir hat die Arbeit hier im BDC von Anfang an sehr viel Freude und auch Spaß gemacht. Ich war stets mit Herzblut dabei und habe meinen hohen Arbeitsanspruch im BDC einsetzen dürfen. Für mich war alles ganz spannend. Besondere Freude kam auf, wenn alles perfekt lief, ob es die Vorbereitungen zu den Sitzungen mit den teils dazugehörigen Abendveranstaltungen waren, die ganze Büroorganisation mit allem was dazu gehörte, der Austausch mit den jeweiligen Präsidenten und Geschäftsführern, unter den Kolleginnen und Kollegen, die telefonischen Beratungen unserer Mitglieder, die engen Kooperationen mit der damaligen Funk-Gruppe, der Ecclesia Gruppe, der Kanzlei Dr. Debong in Heidelberg und natürlich der Kanzlei Dr. Heberer in München. Es gab nichts, was ich nicht gern mochte. Und wenn die Arbeit dann auch gewürdigt wurde, hat man sich gefreut und war stolz auf das Geleistete.

BDC: Welche lustigen Ereignisse gab es?

HQ: Da gab es in den fast 26 Jahren so viele. Diese hier aufzuzählen oder näher zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Es war schön und das Lachen kam wirklich nicht zu kurz. Eine kleine Episode fällt mir gerade ein. Ich war noch nicht lange beim BDC. Im großen Besprechungsraum befand sich eine kleine Küche mit zwei eingebauten Kochplatten. Eine damalige Kollegin aus Hamburg hatte Geburtstag und für uns alle zu Mittag gekocht – natürlich zu Hause vorgekocht und im Anschluss hatten wir gemeinsam gegessen und dabei viel gelacht. Sie hatte so viele teils lustige Storys erzählt. Für mich war das damals neu. Und wie mir erzählt wurde, wurde für den damaligen Präsidenten das Obst geschnitten und sein Obstteller angerichtet.
Als ich beim BDC anfing, hatten wir für die Vorstandssitzungen die belegten Brötchen noch selbst zubereitet. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Hauscaterer im LVH und belegte Brötchen beim Bäcker gab es damals auch noch nicht. Jeder ist mal einkaufen gegangen und hatte alles Notwendige besorgt. Lange, lange her – und so wandelt sich alles.

BDC: Was wirst du vermissen?

HQ: Darüber muss ich gar nicht nachdenken. Natürlich das ganze Team! Es hat mir sehr viel Spaß und Freude gemacht, dass wir uns untereinander stets unterstützen, uns sehr gut verstanden, ein großes Vertrauen vorhanden war, viele gemeinsame Teamevents erleben durften, für den einen oder anderen beratend und unterstützend behilflich sein konnte und auch mal ein offenes Ohr für andere Probleme zur Verfügung stehen dürfte. An dieser Stelle ganz lieben Dank an das Team in der Geschäftsstelle aber auch nicht zu vergessen, an die Kolleginnen, die nicht mehr beim BDC angestellt bzw. bereits im Ruhestand sind.
Und selbstverständlich nicht zu vergessen, alle Mandatsträger, Vorstandsmitglieder, Präsidenten, Geschäftsführer, die ich in meiner langjährigen Betriebszugehörigkeit kennenlernen und unterstützen durfte. Bei Ihnen möchte ich mich ganz herzlich bedanken – für das Vertrauen, dass Sie mir alle entgegengebracht haben und auch die gute Zusammenarbeit der fast 26 Jahre. Diese Zeit hat bei mir viele positive Spuren und Erinnerungen hinterlassen. Die Arbeit im BDC ist und war mein Herzblut von Anfang an. Ich habe sehr gern im BDC gearbeitet, mich engagiert und hatte Freude und Spaß daran. Das trieb mich auch immer an.

Hier nochmal ein großes DANKESCHÖN an alle!

BDC: Welcher Moment war für dich ein Erfolg für den BDC?

HQ: Die ersten Chirurgentage im Langenbeck-Virchow-Haus, die der BDC und das Team eigenständig organisierten sowie die Quo Vadis Chirurgia-Veranstaltungen. Es war immer sehr spannend, interessant und vielseitig auch in der Vorbereitung und anschließenden Durchführung. Das ganze Team war immer mit sehr viel Engagement und Freude dabei.

BDC: Dein schönstes Team-Event?

HQ: Da gab es so viele schöne und kreative Events, die Spaß machten, da kann ich mich gar nicht für ein konkretes entscheiden. Ob dass das Bogenschießen war, gemeinsames Plätzchen backen und/oder gemeinsames Kochen in unterschiedlichen Kochstudios, Segway-Fahren durch Berlin, Grillabend bei Dr. Felsing auf dem Grundstück, Dampferfahrten von Berlin nach Grünheide, auf dem Müggelsee, Weihnachtsessen und Besuche auf den Weihnachtsmarkt, Paddeltouren im Spreewald und auf der Spree in Berlin, Inline-Skates im Fläming, Fahrradtour in Potsdam, Führung durch die Beelitzer Heilstätten mit Baumpfadwanderung. Alle waren ein Highlight an denen das Team und ich sehr viel Freude hatten.

BDC: Was wünschst du dem Team in der Geschäftsstelle und dem BDC?

HQ: Nochmals ein großes Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit und die vielen schönen Erinnerungen! Ich wünsche allen und natürlich dem BDC weiterhin viel Erfolg, ein Wachstum in allen Bereichen, dem Team beruflich und persönlich alles Gute, Gesundheit und uns allen eine friedliche Zukunft.
Dankeschön, dass ich ein Vierteljahrhundert Teil des BDC war und meinen Anteil an der Mitgestaltung leisten durfte.
Für mich beginnt nun ein neues Kapitel in meinem Leben – der (Un-)Ruhestand. Es war schön! Auf Wiedersehen!

Optimal als Hybridveranstaltung: Facharztseminar O&U am 18.-21.03. online/Leipzig

Gehen Sie optimal vorbereitet in die Prüfung: Das BDC-Facharztseminar für Orthopädie/Unfallchirurgie dient zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung und als Update für Fachärztinnen und Fachärzte. Vom Polytrauma über State of the Art bei Hallux valgus Korrekturen, Sportverletzungen, Rheuma und Skoliose bis hin zu kindlichen Wachstumsstörungen – Referent:innen aus ganz Deutschland machen Sie in fünf Tagen fit für Ihre Prüfung und bringen Sie auf den neuesten Stand der Behandlungsstrategien und Techniken der Orthopädie/Unfallchirurgie. Das ist auch eine Chance, alle offenen Fragen zu klären!

Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.

Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.

Führungsseminar: Refresherkurs Chirurginnen auf dem Weg nach oben 27.-28.03. Berlin

Leadership in surgery next level
Dieser Refresher-Kurs richtet sich an Chirurginnen mit Ambitionen auf eine Führungsposition – und an alle, die bereits erste Module der BDC-Seminarreihe absolviert haben.

Gemeinsam entwickeln wir Erfolgsstrategien für den nächsten Karriereschritt mit:
-Erfahrungsaustausch,
-Selbstreflexion und
-praxisnaher Gruppenarbeit.

Unser Fokus: weibliche Führung, Karriereplanung sowie starke Kommunikation & Sichtbarkeit.

Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.

Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren.

Noch freie Plätze: Vorbereitung auf die M3-Prüfung mit Prüfungssimulationen

Staatsexamen und Karriere ist eines der effektivsten M3-Trainings, die es auf dem Fortbildungsmarkt gibt. Die nächste Veranstaltung findet vom 20.-21.03.2026 in Essen statt und hat derzeit noch freie Plätze. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung: Staatsexamen und Karriere

Das M3-Abschlusstraining Staatsexamen & Karriere beinhaltet:
-viele Prüfungssimulationen
-abwechslungsreiche Sitzungen statt Frontalprogramm
-Referierende, die selbst erfahrene Prüfer:innen sind und Insights bereithalten
-Falldiskussionen
-Videositzungen
-Prüfungssimulationen und nicht zu vergessen:
-positive vibes statt Angst.

Nach sechs langen Jahren ist das M3-Staatsexamen die letzte große Herausforderung vor der Approbation und damit der realen Arbeitswelt des medizinischen Alltags. Die Erfahrung vieler Prüfer:innen an den Universitäten zeigt, dass hier im Besonderen der erste Tag mit der mündlichen Prüfung am Krankenbett die eigentliche Hürde ist. Denn diese ganz sicherlich stressvolle Prüfungssituation wird im Praktischen Jahr nicht ausreichend trainiert und die Studierenden erscheinen in der Präsentation und Diskussion medizinischer Fakten oftmals unsicher.

Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung: Staatsexamen und Karriere

Facharztseminar Gefäßchirurgie am 23.-27.02.2026 in Berlin mit Prüfungssimulation!

Das Facharztseminar Gefäßchirurgie bringt das Spektrum der Gefäßchirurgie in sehr komprimierter Form auf den Punkt und vermittelt den aktuellen Wissensstand. Es dient zur umfassenden Vorbereitung auf die Facharztprüfung für Gefäßchirurgie sowie als Refresher-Kurs für Fachärzte und Fachärztinnen.

Das Programm und die Anmeldung stehen auf den Seiten der BDC|Akademie bereit.

Mitglieder des BDC erhalten deutlich vergünstigte Teilnahmegebühren. Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und der Österreichischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie erhalten die gleichen Konditionen.