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Rezension: Chirurgie Basisweiterbildung – In 100 Schritten durch den Common Trunk


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ücher für die Basisweiterbildung Chirurgie haben es schwer. Schon deswegen, weil jeder etwas anderes unter Basisweiterbildung versteht. Die Inhalte sind in den Weiterbildungsordnungen der Bundesländer weitgehend einheitlich definiert, aber die Weiterbilder und auch die Weiterzubildenden erwarten in den Kliniken unterschiedliche Arbeitsabläufe, unterschiedliche Zeitplanungen und auch unterschiedliche Konzepte. Um so erfreulicher ist es, dass die Grundlage aus allen unterschiedlichen Konzepten, nämlich die sehr breite Vermittlung von Grundlagenwissen für die Chirurgie, im vorliegenden Buch zum Thema gemacht wurde.


K.-W. Jauch, W. Mutschler, J.N. Hoffmann, K.-G. Kanz
Springer Medizin Verlag Berlin/Heidelberg
2. Aufl. 2013, XIX, 848 S. 614 Abb., 400 Abb. in Farbe.
ISBN 978-3-642-23803-1, € 99,95

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Die Autoren haben sich offenbar gefragt, was die Absolventen der Medizinischen Fakultäten, die Ihre Weiterbildung zum Chirurgen gleich welcher Spezialisierung anstreben, in kurzer Zeit lernen und wissen müssen, um die Herausforderungen in der Klinik zu meistern. Dabei sind notwendiges Wissen und Tätigkeiten in den Kliniken aller Versorgungsstufen berücksichtigt. Die Autoren kommen aus allen Regionen Deutschlands und vertreten alle Spezialisierungen innerhalb der Chirurgie.

Der Aufbau des Buches ist folgerichtig und sehr gut gegliedert. Im Inhaltsverzeichnis sind die interessierenden Bereiche klar benannt, sodass das Finden der Information bereits auf den ersten Seiten leicht fällt. Der zweispaltige Druck mit vielen Tabellen, Bildern und Übersichten ist kleinteilig gegliedert und lädt zum informativen Lesen ein. Gleichzeitig ist das Nachschlagen von Wissen durch die informativen Zwischenüberschriften einfach.

Im allgemeinen Teil sind sämtliche Bereiche, mit denen Berufsanfänger zu tun haben, aufgeführt. Hier finden sich Erklärungen von Sachverhalten, die oft in der Klinik vorausgesetzt werden, die aber im Studienbetrieb und im praktischen Jahr nicht gelehrt oder nur kurz gestreift werden. Durch das Buch wird Wissen, teilweise verbunden mit Hintergrundwissen vermittelt, welches die Grundlage für die klinikspezifische Tätigkeit ist. Auch nach aktuellen Änderungen (z. B. Aufklärung und Patientenrecht) bleibt das Buch ein wertvoller Helfer bei der Arbeit auf Station und mit den Patienten. Gelegentlich wünscht man sich Beispiele wie Dosierungen oder genauere Anweisungen, die im Dienst als erste Arbeitshilfe dienen könnten.

Im spezielleren Teil werden Grundlagen der Diagnostik, der chirurgischen Technik und der im Common Trunk durchzuführenden Eingriffe aufgeführt und erklärt. Auch hier wird das Ziel, Wissen und Tätigkeiten zu vermitteln, die in der Klinik vorausgesetzt werden, erreicht. Zu empfehlen sind jedem „Neuling“ die Kapitel über chirurgische Techniken, die sich mit der Handhabung der Instrumente und der Fäden beschäftigen.

Die Kapitel „Ambulanz“ und „Notaufnahme“ vermitteln ebenfalls Grundlagenwissen, aber geben gleichzeitig Handlungsanweisungen für die Behandlung von Patienten, die sich in diesen Klinikbereichen vorstellen. Zusätzlich zu den Erklärungen finden sich Bilder und Schemata, die Schritt-für-Schritt bei der Diagnostik und Therapie anleiten und helfen. Für die Weiterbildungsassistenten im Common Trunk sind zusätzliche Bücher, die sich mit diesem notwendigen Teilbereich des Common Trunk (sechs Monate) beschäftigen, verzichtbar.

Die Intensivstation ist mit weiteren sechs Monaten der nächste Meilenstein in der Weiterbildung zum Chirurgen innerhalb des Common Trunk. Selbstverständlich ist ein entsprechendes Kapitel im Buch vorhanden. Die Diagnostik und Therapie bei Patienten mit chirurgisch zu behandelnden Krankheitsbildern werden ausgezeichnet dargestellt. Allerdings ist für Weiterbildungsassistenten, die auf einer interdisziplinären Intensivstation tätig sind, eine weitere Einarbeitung in spezifische intensivmedizinische Themen sinnvoll.

Das abschließende Kapitel „Stationsarbeit“ rundet das vorliegende Buch ab. Neuere perioperative Konzepte werden vorgestellt und erläutert und die Weiterbildungsassistenten finden Tipps und Hilfen für ihre Arbeit am und mit den Patienten und Angehörigen. In den Artikeln finden sich checklistenartige Tabellen, die bei den ersten Planungen von Stationsaufenthalten von Patienten hilfreich sind. Beispiele von klinischen Verläufen sind anhand des kolorektalen Karzinoms und Schilddrüsenerkrankungen aufgeführt.

Zusammenfassend ist das Buch ein ausgezeichneter Leitfaden für Assistenten in den ersten beiden Jahren (Common Trunk) der Weiterbildung zum Chirurgen. Alle relevanten Informationen sind komprimiert an einem Ort untergebracht und helfen dabei, die ersten Schritte selbstständig zu tun. Weiterhin ist das Buch allen chirurgischen Abteilungen zu empfehlen, die innerhalb des Common Trunk ausbilden. Einerseits werden die Inhalte der Weiterbildung sehr klar dargestellt und andererseits kann das Buch, wenn es für die Assistenten leicht erreichbar ist, die Arbeit im Regeldienst und im Bereitschaftsdienst unterstützen.

Sauer J. Rezension: Chirurgie Basisweiterbildung – In 100 Schritten durch den Common Trunk. Passion Chirurgie. 2013 Oktober; 3(10): Artikel 03_06.

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BDC-Seminar für Berufseinsteiger: Ein Gesamtkonzept für die ersten zwei Jahre

Die Weiterbildung der chirurgischen Assistenten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Einerseits wurden durch die Einführung der aktuellen Weiterbildungsordnung 2005 die zeitlichen Abläufe und die Inhalte der Weiterbildung geändert, so dass in vielen Kliniken bis jetzt keine endgültige Neustrukturierung stattgefunden hat. Andererseits ändern sich in einzelnen Kliniken die Arbeitsabläufe, so dass das Training der Weiterbildungsassistenten nicht mehr wie gewohnt stattfinden kann. Ein Beispiel ist die Umstellung der Operationen von konventionell auf laparoskopisch. Die gewohnte klassische Ausbildung zum Operateur am Patienten funktioniert hier nicht. Zusätzlich hat in den Kliniken eine sehr starke Arbeitsverdichtung bei oft gleichem Personalschlüssel stattgefunden. Die Zeit direkt nach dem Studium wird dadurch als sehr arbeitsintensiv erlebt und nicht als Weiterbildung empfunden. Die notwendige Hilfe in der Klinik kann durch die Arbeitsbelastung der Fach- und Oberärzte sowie der erfahreneren Assistenzärzte nicht geleistet werden. Im Seminar hörte ich wörtlich: „Wir alle haben Angst in den Diensten und brauchen Orientierung und einen Fahrplan …“ Gerade diese Orientierung ist nur über lange Zeit zu verdienen oder kann in einem breit angelegten Seminar wie dem BDC-Basischirurgie-Seminar erworben werden.

Als kompakter Kurs zur Wissensvermittlung und Orientierung sowie zu Vermittlung praktischer Fähigkeiten in der Chirurgie ist der 38 Stunden umfassende Wochenkurs „Seminar Basischirurgie – Common Trunk“ geeignet, da den Assistenten in dieser Woche in einem Repetitorium der Umgang mit den auf der Station und in der Notaufnahme auftretenden Problemen nochmals nahe gebracht wird. Zusätzliche Themen sind die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in der Chirurgie. Diese Inhalte sorgen für die notwendige Abrundung des Seminars für die Berufseinsteiger.

Die Arbeit in den praktischen Workshops des Seminars ist ebenfalls eine Auffrischung des Wissens und Könnens. Hier erhalten die Assistenten Tipps und Tricks für die praktischen Tätigkeiten. Das Seminar eignet sich für alle Assistenten im Common Trunk des Faches Chirurgie, da die grundlegenden theoretischen Grundlagen wiederholt werden und eine breite Streuung der praktischen Workshops existiert.

In Arnsberg werden zum Beispiel folgende Workshops angeboten, die jeder Seminarteilnehmer durchlaufen muss:

  • Darmnaht
  • Gefäßnaht
  • Osteosynthese
  • Verbände und Gipsverbände
  • Vakuumverbände
  • Beurteilung und Versorgung chronischer Wunden
  • Arthroskopie
  • Laparoskopie
  • Thoraxdrainage
  • Reanimation

In diesem Jahr nahmen 48 Assistenten aus ganz Deutschland an dem zum dritten Mal in Arnsberg durchgeführten Seminar teil. Unter perfekten Rahmenbedingungen im Kaiserhaus (Konferenzsaal mit maximal 300 Plätzen und bis zu 24 Seminarräumen) wurde konzentriert gearbeitet. Teamarbeit war in den meisten Workshops notwendig und die Teambildung wurde durch zwei Abendveranstaltungen gefördert.

Die Teilnehmer hatten etwa die Hälfte eine Weiterbildung in Allgemeinchirurgie im Blick, etwa je ein Viertel war unfallchirurgisch oder viszeralchirurgisch interessiert. 91 % der Assistenten bekamen die Seminarkosten von den Krankenhäusern mindestens teilweise ersetzt. Hier zeigt sich ein gesteigertes Interesse der Kliniken an der strukturierten Weiterbildung ihrer jungen ärztlichen Mitarbeiter im Vergleich zu den Vorseminaren (2009: 80 %). Die Kostenübernahme von Weiterbildungsmaßnahmen ist offenbar ein Mittel, Assistenten zu akquirieren und eventuell zu binden. Weitere Basischirurgie-Seminare werden deutschlandweit durchgeführt (siehe Tabelle).

Auch die praktischen Fähigkeiten der Assistenten kurz nach dem Studium sind naturgemäß schlecht entwickelt. Nur sehr wenige Studenten (<5 %) haben ein klassisches chirurgisches Fach (incl. Orthopädie) als Ziel Ihrer Facharztweiterbildung. Dementsprechend sind die in der Chirurgie beginnenden Assistenten häufig nicht mit dem Alltag in unserem Fach vertraut. Wenige Wochen Famulatur und das Praktisches Jahr reichen dazu nicht aus.

Sollen und wollen die Assistenten ihre praktischen Fähigkeiten wirklich verbessern und erweitern, reicht das Seminar Basischirurgie nicht aus. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der eigenen Klinik mit häufigen Wiederholungen ist meist notwendig. Eine Evaluation am Beginn jedes Seminars Praxischirurgie hat gezeigt, dass zwischen 35 % und 80 % der Assistenten keine korrekten Knoten beherrschen, dieser Wert ist unabhängig vom Weiterbildungsalter (1. bis 5. Weiterbildungsjahr). Das bedeutet, dass die Assistenten sich nicht theoretisch mit der Knotentechnik beschäftigt haben. Aber die theoretische und praktische Durchdringung der verschiedenen Knotentechniken oder die schrittweise Anleitung zur Naht von Darm oder Gefäßen können kaum in der täglichen Arbeit geleistet werden. Das gleiche gilt selbstverständlich für Osteosynthesetechniken und die Arthroskopie, um nur zwei Beispiele aus der Unfallchirurgie und Orthopädie zu nennen.

Für den BDC wurde in diesem Jahr die logische Fortsetzung der Seminare Basischirurgie Common Trunk durchgeführt. In dem dreitägigen Seminar (Donnerstag bis Sonnabend) dominieren die praktischen Tätigkeiten. Der theoretische Teil umfasst nur die absolut notwendigen Grundlagen, wie die Beschreibung der Modelle mit denen gearbeitet wird, die Erklärung der verschiedenen Nahtmaterialien und die theoretischen Grundlagen der Knoten- und Nahttechniken.

Die praktische Arbeit beginnt noch am ersten Tag mit dem Erlernen und Wiederholen verschiedener Knotentechniken. Besonderer Wert wird auf das Begreifen und Automatisieren der sicheren Knotentechniken gelegt. Ebenfalls an diesem Tag werden konventionelle und laparoskopische Naht geübt.

Am zweiten Tag wird über acht Stunden an Schweinedarm und Schweineleber konzentriert konventionell und laparoskopisch gearbeitet. Die korrekte Knotentechnik wird wiederholt und bei den Nahtübungen immer wieder korrigiert. Ziel der Übungen ist nicht das Erlernen von speziellen viszeralchirurgischen Anastomosen, sondern der konzentrierte, technisch korrekte Umgang mit Nadelhalter und Faden am organischen Material (Schweinedarm). Die in immer neuen Variationen wiederholten Übungen erlauben eine gute Kontrolle und damit die Korrektur der von den Assistenten durchgeführten Arbeit. Als Highlight wird von den Teilnehmern die oft erste Cholezystektomie (Schweineleber) empfunden. Nach dem zweiten Tag können die Assistenten sicher knoten und sind auch in der Lage, einen laparoskopischen Knoten anzulegen.

Am dritten Tag werden drei Stunden Gefäßnähte geübt. Hier wird die korrekte Anlage der Naht (Nahtabstand, Stichrichtung) bei Gefäßanastomosen, Einnähen eines Patches und einfache Gefäßnaht trainiert. Weitere drei Stunden stehen im Zeichen der wirklichkeitsnahen Übung am perfundierten Oberbauchmodell (POP-Trainer, Schwein). Durch die Simulation von Durchblutung kann der Umgang mit Komplikationen erlernt werden. Insbesondere die Reaktion auf Blutungen wird geübt. Die fortgeschritteneren Teilnehmer können spezielle Techniken (Übernähung eines Magenulcus, Fundoplikation, Leberresektion) ausprobieren. Für die Teilnehmer mit wenig Übung stehen Cholezystektomie, Darmnaht und Splenektomie zur Verfügung.

Für jeweils sechs Teilnehmer steht ein Tutor zur Verfügung. Dadurch ist die sofortige Kontrolle und Hilfe für jeden Teilnehmer sichergestellt. Die Lernziele – theoretisches und praktisches Beherrschen sicherer Knoten, Beherrschen eines laparoskopischen Knotens, Erkennen von Komplikationen bei laparoskopischen Operationen und Umgang damit – wurden am Ende des Seminars von einem großen Teil der Teilnehmer vollständig beherrscht.

Die Kombination aus Basisseminar und Praxisseminar ist für die Assistenten im Common Trunk nützlich, da die theoretischen und praktischen Grundlagen für die erste Zeit der Weiterbildung in komprimierter Form erlernt und wiederholt werden können. Obwohl alle Kliniken durch die Ärztekammern zu einer strukturierten Weiterbildung verpflichtet sind, ist die Wissensvermittlung in der Klinik teilweise schwierig zu realisieren. Hier können die Seminare des BDC helfen. Für Allgemein-, Gefäß-, Kinder- und Viszeralchirurgen, steht eine Kombination beider Kurse zur Verfügung. Für die Unfallchirurgie und Orthopädie sind die Basisseminare geeignet, das Praxisseminar ist in Vorbereitung.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen zeigt mit seinem Seminarangebot großes Engagement in der klinischen Fort- und Weiterbildung und bietet gerade Berufsanfängern in der Chirurgie eine schwerpunktübergreifende Plattform zur Erweiterung des Wissens und zur Ergänzung der Weiterbildung in der eigenen Klinik.

Um sich zu unseren Seminarangeboten anzumelden, gehen Sie auf BDC-Online|Termine|Seminar- und Kongresskalender


Sauer J. BDC-Seminar für Berufseinsteiger. Passion Chirurgie. 2011 November; 1(11): Artikel 05_01.

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Praxisseminar Common Trunk – A & V erweitert die Fortbildungsmöglichkeiten der Assistenten in den ersten Weiterbildungsjahren

Noch ein Seminar für Assistenten, noch dazu für junge Assistenten! Was sollen die dort lernen, was sie nicht bei mir lernen können? Denkt man das als Chef- oder Oberarzt nicht häufig, wenn die nächste Einladung zu einer Fortbildung auf dem Schreibtisch liegt? Und ärgert man sich nicht schon am gleichen Tag über den Assistenten am Tisch, der schon wieder keine sichere Ligatur hinbekommen hat? Da kann man es ja gleich selbst machen! Am besten, man hat einen erfahrenen Facharzt am Tisch. Die Assistenten sollen die Knoten mal ein bisschen üben! Geht Ihnen das auch manchmal so?

Die praktischen Fähigkeiten der Assistenten kurz nach dem Studium sind naturgemäß schlecht entwickelt. Nur sehr wenige Studenten (< 5 Prozent) haben ein klassisches chirurgisches Fach (inkl. Orthopädie) als Ziel ihrer Facharztweiterbildung. Dementsprechend sind die in der Chirurgie beginnenden Assistenten häufig nicht mit dem Alltag in unserem Fach vertraut. Wenige Wochen Famulatur und das Praktische Jahr reichen dazu nicht aus.

Als kompakter Kurs zur Wissensvermittlung und Orientierung sowie zur theoretischen Vertiefung praktischer Fähigkeiten ist der Wochenkurs „Seminar Basischirurgie – Common Trunk“ geeignet, da den Assistenten in dieser Woche in einem Repetitorium der Umgang mit den auf der Station und in der Notaufnahme auftretenden Problemen nochmals nahe gebracht wird. Die Arbeit in den praktischen Workshops im Seminar Basischirurgie ist ebenfalls eine Auffrischung des Wissens und gibt Tipps und Tricks für die praktischen Tätigkeiten. Das Seminar eignet sich für alle Assistenten im Common Trunk, da die grundlegenden theoretischen Grundlagen wiederholt werden und eine breite Streuung der praktischen Workshops existiert. In Arnsberg werden zum Beispiel folgende Workshops durchgeführt: Knotentechniken, Darmnaht, Gefäßnaht, Osteosynthese, Verbände und Gipsverbände, Vakuumverbände, Beurteilung und Versorgung chronischer Wunden, Arthroskopie, Laparoskopie, Thoraxdrainage, Reanimation (2x).

Sollen und wollen die Assistenten ihre praktischen Fähigkeiten wirklich verbessern und erweitern, reicht das Seminar Basischirurgie nicht aus. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der eigenen Klinik mit häufigen Wiederholungen ist meist notwendig. Aber die praktischen Tätigkeiten kommen in der täglichen Arbeit zu kurz. Vor allem das strukturierte Lernen und Üben dieser Tätigkeiten kann die Weiterbildung in der Klinik oft nicht leisten. Für das Üben unter Anleitung fehlt die Zeit zwischen Stationsbetreuung und Fortbildung, Dienst und Operationssaal. Eine Evaluation am Beginn jedes Seminars Praxischirurgie hat gezeigt, dass zwischen 35 Prozent und 80 Prozent der Assistenten keine korrekten Knoten beherrschen, dieser Wert ist unabhängig vom Weiterbildungsalter (1. bis 5. Weiterbildungsjahr). Das bedeutet, dass die Assistenten sich nicht theoretisch mit der Knotentechnik beschäftigt haben. Aber die theoretische und praktische Durchdringung der verschiedenen Knotentechniken oder die schrittweise Anleitung zur Naht von Darm oder Gefäßen können kaum in der täglichen Arbeit geleistet werden. Das gleiche gilt selbstverständlich für Osteosynthesetechniken und die Arthroskopie, um nur zwei Beispiele aus der Unfallchirurgie und Orthopädie zu nennen.

Für den BDC wurde im Mai in Wendisch-Rietz erstmals die logische Fortsetzung der Seminare Basischirurgie Common Trunk durchgeführt. Dieses Seminar basiert auf den von Professor Dommisch entwickelten Kursen, die mehrfach für Assistenten der HELIOS Kliniken durchgeführt wurden. Es wurde für den BDC modifiziert.

In dem dreitägigen Seminar (Donnerstag bis Sonnabend) dominieren die praktischen Tätigkeiten. Der theoretische Teil umfasst nur die absolut notwendigen Grundlagen, wie die Beschreibung der Modelle, mit denen gearbeitet wird, die Erklärung der verschiedenen Nahtmaterialien und die theoretischen Grundlagen der Knoten- und Nahttechniken.

Die praktische Arbeit beginnt noch am ersten Tag mit dem Erlernen und Wiederholen verschiedener Knotentechniken. Besonderer Wert wird auf das Begreifen und Automatisieren der sicheren Knotentechniken gelegt. Dabei sollen die Assistenten erfahren, dass ein sicherer Knoten bereits nach wenigen Schlägen sitzen muss. Ebenfalls an diesem Tag wird die konventionelle und die laparoskopische Naht geübt. Der Tag klingt mit einem „GetTogether“ aus, bei dem Gelegenheit ist, sich besser kennen zu lernen.

Am zweiten Tag wird über acht Stunden an Schweinedarm und Schweineleber konzentriert konventionell und laparoskopisch gearbeitet. Selbstverständlich wird die korrekte Knotentechnik nochmals wiederholt und im Lauf des Tages bei den Nahtübungen immer wieder korrigiert, wenn nötig. Ziel der Übungen ist nicht das Erlernen von speziellen viszeralchirurgischen Anastomosen, sondern der konzentrierte, technisch korrekte Umgang mit Nadelhalter und Faden am organischen Material (Schweinedarm). Die in immer neuen Variationen wiederholten Übungen erlauben eine gute Kontrolle und damit die Korrektur der von den Assistenten durchgeführten Arbeit. Als Highlight wird von den Teilnehmern die oft erste Cholezystektomie (Schweineleber) empfunden. Nach dem zweiten Tag können die Assistenten sicher knoten und sind auch in der Lage, einen laparoskopischen Knoten anzulegen. Für die weitere Stärkung des Teamgefühls sorgt das gemeinsame Abendessen der Teilnehmer und Tutoren.

Auch der dritte Tag ist arbeitsreich. Über drei Stunden werden Gefäßnähte geübt. Hier wird die korrekte Anlage der Naht (Nahtabstand, Stichrichtung) bei Gefäßanastomosen, Einnähen eines Patches und einfache Gefäßnaht trainiert. Weitere drei Stunden stehen im Zeichen der wirklichkeitsnahen Übung am perfundierten Oberbauchmodell (POP-Trainer, Schwein). An diesem Modell können die am Vortag erlernten Fähigkeiten gefestigt werden. Durch die Simulation von Durchblutung kann auch der Umgang mit Komplikationen erlernt werden. Insbesondere die Reaktion auf Blutungen wird geübt. Die fortgeschritteneren Teilnehmer können spezielle Techniken (Übernähung eines Magenulcus, Fundoplikation, Leberresektion) ausprobieren. Für die Teilnehmer mit wenig Übung stehen Cholezystektomie, Darmnaht und Splenektomie zur Verfügung.

Die Übungen erfolgen allein (Knoten), paarweise (Laparoskopie, Darmnaht, Gefäßnaht) oder zu dritt (POP-Trainer). Für jeweils sechs Teilnehmer steht ein Tutor zur Verfügung. Dadurch ist die sofortige Kontrolle und Hilfe für jeden Teilnehmer sichergestellt.

Am ersten Kurs nahmen 24 Assistenten, vorrangig aus dem 1. Weiterbildungsjahr, teil. Das Konzept der kurzen theoretischen Einweisung und der ausgiebigen Übung unter Anleitung wurde von den Teilnehmern sofort angenommen und gut bewertet. Die Module „POP-Trainer“ und „Laparoskopie“ waren am beliebtesten. Das verwundert nicht, 18 der 24 Teilnehmer wollen Allgemein-, Kinder- oder Viszeralchirurg/in werden. Die Kliniken (alle Versorgungsstufen waren vertreten) erkennen den Wert der zusätzlichen externen Angebote offenbar zunehmend an. Nur drei Teilnehmer haben den Kurs komplett selbst bezahlt. Alle anderen bekamen die Kosten vollständig oder teilweise erstattet. Die Lernziele – theoretisches und praktisches Beherrschen sicherer Knoten, Beherrschen eines laparoskopischen Knotens, Erkennen von Komplikationen bei laparoskopischen Operationen und Umgang damit – wurden am Ende des Seminars von einem großen Teil der Teilnehmer vollständig beherrscht.

Die Kombination aus Basisseminar und Praxisseminar ist für die Assistenten im Common Trunk nützlich, da die theoretischen und praktischen Grundlagen für die erste Zeit der Weiterbildung in komprimierter Form erlernt und wiederholt werden können. Obwohl alle Kliniken durch die Ärztekammern zu einer strukturierten Weiterbildung verpflichtet sind, ist die Wissensvermittlung in der Klinik teilweise schwierig zu realisieren. Hier können die Seminare des BDC helfen. Für die Allgemein-, Kinder- und Viszeralchirurgen, mit Einschränkung für die Gefäßchirurgen steht eine Kombination beider Kurse zur Verfügung. Für die Unfallchirurgie und Orthopädie sind die Basisseminare geeignet, das Praxisseminar ist in Vorbereitung.

In diesem Jahr werden noch vier Basisseminare (Arnsberg, München, Berlin, Hamburg) und ein Praxisseminar A & V stattfinden. Durch die laufende Evaluation ist das System lernend und wird ständig verändert und verbessert. Optimal wäre eine Rückmeldung der Weiterbilder, ob und wie ihre Assistenten vom Kurs profitiert haben und welche Vorschläge die Weiterbilder zur Gestaltung der Kurse haben.

Sauer J. Praxisseminar Common Trunk – A & V erweitert die Fortbildungsmöglichkeiten der Assistenten in den ersten Weiterbildungsjahren. Passion Chirurgie. 2011 Juli; 1(7): Artikel 02_06.

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