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12 Jahre Chirurgisches Trainingslabor der DGCH

 

Chirurgische Trainingslabore, sogenannte „Skills labs“ haben eine zunehmende Bedeutung in der chirurgischen Weiterbildung in den USA und Kanada im Gegensatz zu Europa, wo diese Kurse bislang in die Weiterbildung nicht strukturiert integriert sind. In Deutschland findet eines der etablierten Chirurgischen Trainingslabore im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) nun im zwölften Jahr mit dem Ziel statt, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es im „Skills-Bereich“ aktuell gibt. In diesem Rahmen werden laparoskopische Kurse, Osteosynthesekurse, Basiskurse sowie offene Anastomosenkurse in der Viszeral- und Gefäßchirurgie abgehalten. Darüber wird jeweils ein offener Bereich im Labor eingerichtet, in dem Bewährtes und Neues rund um das Thema Skills Labs präsentiert werden kann und sich chirurgische Kursangebote im deutschsprachigen Raum der chirurgischen Öffentlichkeit präsentieren können.

Das Organisationsteam des „Chirurgischen Trainingslabors“ im Rahmen des Deutschen Chirurgenkongresses sieht in den Kursen und dem offenen Bereich des Labors also einen „Marktplatz“ für die Möglichkeiten, außerhalb des Operationssaales, chirurgische Fertigkeiten weiterzugeben (Abb. 1).

2005 wurde erstmals das „Chirurgische Trainingslabor“ in der heutigen Grundstruktur im Rahmen des 122. Deutschen Chirurgenkongresses eingerichtet. Begonnen wurde seitens der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV) mit einem Laparoskopiekurs, einem Viszeralchirurgischen Anastomosenkurs sowie seitens der Deutschen Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) mit einem Gefäßchirurgischen Kurs. In den Folgejahren kam ein Common Trunk Kurs für die Kollegen in den ersten beiden Jahren ihrer chirurgischen Weiterbildung hinzu, in denen sich die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V. (DGPRÄC) mit Nahttechniken und einfachen Lappenplastiken, die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie e.V. (DGT) mit der Technik der Thoraxdrainagenanlage und die DGAV verschiedene allgemeine Grundtechniken, wie z. B. das Legen eines zentralvenösen Katheters, einbringen. Seit einigen Jahren wurde nun auch ein Ostheosynthesekurs seitens der DGU eingeführt.

Kursprogramm des Chirurgischen Trainingslabors 2016

Kurse 26. – 29.04.2016

K1 Laparoskopiekurs (26. – 27. April 2016) Teilnahmegebühr: 125,00 €

Dienstag, 26. April 2016:

08.30 – 10.00 Uhr

Laparoskopische Grundtechniken

10.30 – 12.00 Uhr

Laparoskopisch Nähen und Knoten

14.00 – 15.30 Uhr

Laparoskopische Fundoplikatio (270° / 360°)

16.00 – 17.30 Uhr

Laparoskopische Entero-Entero-Anastomosen

Mittwoch, 27. April 2016:

08.30 – 10.00 Uhr

Laparoskopische Kolonanastomosen, Handnaht

10.30 – 12.00 Uhr

Laparoskopische Kolonanastomosen, Klammernaht

 

 

K2 Laparoskopiekurs + Erweiterungskurs (26. – 28. April 2016) Teilnahmegebühr: 150,00 €

 

 

Dienstag und Mittwoch, 26. – 27. April 2016:

 

Die Zeiten des Laparoskopiekurses entnehmen Sie bitte dem K1 Laparoskopiekurs (26. – 27. April 2016)

 

 

Donnerstag, 28. April 2016:

10.30 – 12.00 Uhr

Erweiterungskurs: Laparoskopische Fundoplikatio am POP-Trainer

 

 

K3 Chirurgische Basistechniken „Common Trunk“ (27. April 2016) Teilnahmegebühr: 100,00 €

 

 

Mittwoch, 27. April 2016:

08.30 – 12.00 Uhr

Nahtmaterialien, Hautnaht, Lappenplastiken

14.00 – 15.30 Uhr und 16.00 – 17.30 Uhr

Allgemeinchirurgische Basistechniken (z.B. Tracheotomie, Thoraxdrainage, Intubation, ZVK)

 

 

K4 Viszeralchirurgischer Nahtkurs (27. – 28. April 2016) Teilnahmegebühr: 125,00 €

 

 

Mittwoch, 27. April 2016:

13.00 – 14.00 Uhr

Kursbeginn, Einführungsübung, Eingangsevaluation

14.00 – 15.30 Uhr

Darm-Anastomose, End-zu-End

16.00 – 17.30 Uhr

Gastroenteroanastomose und Pankreasanastomose

 

 

Donnerstag, 28. April 2016:

08.30 – 10.00 Uhr

BII-Resektion mit Braun’scher Fußpunktanastomose

10.30 – 12.00 Uhr

Biliodigestive Anastomose und Roux-Y-Anastomose

14.00 – 15.00 Uhr

Rektumanastomose und Colonpouch

15.00 – 15.30 Uhr

Lernerfolgskontrolle

 

 

Dies war durch enge Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie mit der Industrie möglich. Neben der Miete und Einrichtung der Räume sind Nahtinstrumente, Nahtmaterial und Klammernahtinstrumente, Übungsmaterialien, Laparoskopietürme und vieles andere mehr zur Realisierung des Labors erforderlich. Als Hauptsponsoren unterstützen die Firmen KARL STORZ GmbH & Co. KG, Johnson & Johnson Medical GmbH / Ethicon, Covidien Deutschland GmbH ein Unternehmen der Medtronic plc und Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG 2016 im 12. Jahr die DGCH bei der Realisierung des Labors als nachhaltige Partner für Fort- und Weiterbildung mit Finanz- und Sachmitteln im Wechsel an den beiden Kongressorten München und Berlin. Darüber hinaus stellt die Firma LapSim (Göteborg, Schweden) jeweils fünf Laparoskopiesimulatoren für die Demonstration virtueller chirurgischer Techniken zur Verfügung. Die Firma 3b Scientific GmbH stellt darüber hinaus für den Common Trunk Kurs seit Jahren verschiedene Übungsmaterialien zur Verfügung, die Firma P.J. Dahlhausen & Co. GmbH die Handschuhe.

K5 Gefäßchirurgischer Nahtkurs (28. – 29. April 2016) Teilnahmegebühr: 125,00 €

 

 

Donnerstag, 28. April 2016:

16.00 – 17.30 Uhr

Gefäßchirurgische Grundtechniken

 

 

Freitag, 29. April 2016:

08.30 – 10.00 Uhr

Aortenprothese, Gefäßanastomose

10.30 – 12.00 Uhr

Interventionelle Techniken

14.30 – 16.00 Uhr

Venenpatch, Composite-Bypass, Cuff-Anastomosen

 

 

K6 Osteosynthesekurs im Chirurgischen Trainingslabor (28. – 29. April 2016) Teilnahmegebühr: 100,00 €

 

 

Donnerstag, 28. April 2016:

08.50 – 16.00 Uhr

Osteosynthesekurs

 

 

Freitag, 29. April 2016:

08.30 – 12.00 Uhr

Osteosynthesekurs

Seitens des Organisationsteams möchten wir uns bei allen Sponsoren, aber auch bei den Kollegen, die für die wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Laufe der Jahre das Labor tatkräftig unterstützt haben, bedanken. Auch ohne die Mitarbeiter der Medizinischen Congressorganisation Nürnberg und unseres studentischen Team wäre das Labor so nicht realisierbar. Wir fordern alle Anbieter innovativer Modelle und chirurgischen Lehrkonzepte im Zusammenhang mit der chirurgischen Fort- und Weiterbildung auf, sich im Rahmen des Chirurgischen Trainingslabors zu präsentieren. Dies ist durch Stände im Labor oder durch Posterpräsentationen möglich, die bei den Mitgliedern des Organisationsteams bis zwei Wochen vor dem Kongress angemeldet werden können. Die Anmeldung zu den Kursen (Tab. 1) ist über die Kongressseite (www.chirurgie2016.de) möglich.

Abb. 1

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S. Elhabash

Klinik für Allgemeinchirurgie

Viszeral-, Thorax- und Endokrine Chirurgie

Johannes Wesling Klinikum Minden

Hans-Nolte-St. 1, 32429 Minden

Prof. Dr. Dr. med. Thomas Carus

Asklepios Westklinikum Hamburg

Chirurgische Klinik

Suurheid 20, 22559 Hamburg

Organisationsteam Chirurgisches Trainingslabor

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

Prof. Dr. med. Jürgen Faß

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Klinikum Kassel GmbH

Mönchebergstr. 41-43, 34125 Kassel

Organisationsteam Chirurgisches Trainingslabor

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

Prof. Dr. med. Berthold Gerdes

Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral-, Thorax- und Endokrine Chirurgie

Johannes Wesling Klinikum Minden

Hans-Nolte-St. 1, 32429 Minden

Organisationsteam Chirurgisches Trainingslabor

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

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Weitere Artikel finden Sie auf BDC|Online (www.bdc.de, Rubrik Wissen | Aus- Weiter- und Fortbildung).

Elhabash S. / Carus T. / Faß J. / Gerdes, B. 12 Jahre Chirurgisches Trainingslabor der DGCH. 2016 März, 6(03): Artikel 03_02.

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BDC-Workshop ‚Nur Mut! Chirurgie zum Mitmachen…’

Moderne Nachwuchsförderung am Johannes Wesling Klinikum (JWK) Minden

Das Lehrkrankenhaus in Minden freut sich, die ‚Nur Mut’-Kampagne des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) unterstützen zu können, indem wir versuchen, den Medizinstudenten in einer modernen Klinik durch einen Workshop für Nachwuchsmediziner das Fach Chirurgie nahe zu bringen. So fand am 19. November 2011 in Minden wieder ein Studentenkurs statt. Wenige Tage nach dem wir den Kurs über die Geschäftsstelle des BDC in Berlin angeboten hatten, waren bereits alle Plätze ausgebucht.

Für den Kurs konnten wir kompetente Referenten des BDC, der benachbarten Universitäten und aus unserem Klinikverbund gewinnen, die in kurzen Einführungsvorträgen vormittags die praktischen Übungen am Nachmittag vorbereiteten. So wurden dann in Übungsmodulen von jeweils 40 Minuten sechs repräsentative praktische Übungen aus dem chirurgischen Fach absolviert. Dazu gehörten natürlich das „Nähen und Knoten“, das „Gipsen“, die „Osteosynthese“, die „Laparoskopie“, die „Mikrochirurgische Technik“ und nicht zuletzt die „Reanimation“.

Der BDC und das Klinikum Minden arbeiten bereits seit drei Jahren zusammen und veranstalten gemeinsam die Nachwuchs-Workshops mit dem Ziel, den medizinischen Nachwuchs für die attraktiven operativen Fächer zu begeistern. Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des BDC in Berlin, hält deshalb auch jedesmal selbst den Einleitungsvortrag für die Veranstaltung.

Eingebunden sind im Mindener Klinikum neben der Mindener Klinik für Allgemeinchirurgie, die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, die Klinik für Neurochirurgie, die Klinik für Nephrologie, das Institut für Anästhesie sowie die chirurgischen Abteilungen der Krankenhäuser Bad Oeynhausen, Lübbecke und Rhaden.

Studenten üben Operationen an Simulatoren

In der Pilotenausbildung ist das Training am Flugsimulator seit langem ausgefeilter Standard und ein Kern des Sicherheitskonzeptes in der Luftfahrt. Auch in der Chirurgie gibt es mittlerweile sehr gute Simulatoren, an denen operative Fähigkeiten trainiert werden können. Für den diesjährigen Kurs konnten moderne Operationssimulatoren zum Ausprobieren bereit gestellt werden, ganz zur Freude aller teilnehmenden Studierenden, die von den Geräten gar nicht mehr weg wollten. Das Klinikum Minden wurde von einem großen amerikanischen OP-Gerätehersteller als Ausbildungspartner für die in Israel entwickelten Simulatoren ausgewählt. Die Studierenden konnten so die laparoskopische Chirurgie an Operationstrainern üben, in denen z. B. eine Gallenblasenoperation schon sehr realitätsnah durchgeführt werden kann.

Abb. 1: Übung am Simulator

Weitere Übungen fanden an einem Wiederbelebungssimulator statt, der von dem Förderverein für die operativen Kliniken am JWK gesponsert wurde. Die Sonographie bei verschiedenen Krankheitsbildern konnten die Teilnehmer ebenfalls am Simulator unter Anleitung von Prof. Radermacher üben. Zusätzliche OP-Übungen fanden an Kunstknochen und an Kokosnüssen statt, bei denen die Knochenbruchversorgung unter Anleitung von Dr. Jäger und die Schädeleröffnung unter Anleitung des Neurochirurgen PD Dr. Knappe geübt werden konnte.

Nach einem arbeitsintensiven Tag sind sich alle Teilnehmer der Nachwuchsveranstaltung am Mindener Klinikum sicher: „Die Fahrt nach Minden hat sich gelohnt“.

Gerdes B. BDC-Workshop ‚Nur Mut! Chirurgie zum Mitmachen…’. Moderne Nachwuchsförderung am Johannes Wesling Klinikum (JWK) Minden. Passion Chirurgie. 2012 Januar; 2(1): Artikel 02_05.

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