Ausrüstung und Organisation

Vorgehen bei der Behandlung von PatientInnen mit einer Infektion durch Covid-19
Wie gehe ich bei erkrankten PatientInnen vor?
Das Robert Koch-Institut hat Empfehlungen zum Umgang mit Covid-19 PatientInnen bei Operationen und der Pflege herausgegeben. Zudem erarbeitet die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) aktuell eine Leitlinie zum Thema COVID 19.
Schutzausrüstungsempfehlung für die Pflege von PatientInnen und für Operationen
Schutzkleidung (Langärmliger Schutzkittel + Einmalhandschuhe + Atemschutz (mindestens FFP2) + Schutzbrille/Visier). Bitte lesen Sie dazu auch die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.
Maskeneinsatz in der Pandemie
Einsatz von Masken außerhalb des Krankenhauses
Wenn man sich an den Abstand von 2 Metern hält, ist keine Maske für den Selbstschutz erforderlich. Ebenso bei einem flüchtigen Kontakt im Freien besteht keine Gefahr. Bis jetzt ist noch kein Fall einer Ansteckung im Supermarkt oder auf der Straße bekannt geworden. In Fällen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, z. B. öffentliche Verkehrsmittel oder Bezahlen an der Kasse, kann man eine selbstgemachte Stoffmaske tragen. Diese Masken sind für den Schutz anderer Menschen geeignet, eignen sich aber für den Selbstschutz nur bedingt.
Einsatz von Masken im Krankenhaus
Masken sind nur bei der direkten Patientenversorgung erforderlich: Bei einem bestätigten Covid-19-Fall heißt das: Dreilagiger, wasserabweisender Mund-Nasen-Schutz bzw. FFP1-Maske, Handschuhe und langärmeliger Schutzkittel bei Betreten des Zimmers.
Bei allen anderen Patienten stellt die konsequente Einhaltung der Basishygiene bei mit den Vorgaben zu Händehygiene, Handschuhgebrauch bei Schleimhautkontakt, Spritzschutz bei entsprechenden Tätigkeiten mit Gesichtsvisier/Schutzbrille den umfassenderen Schutz dar und sollte dementsprechend betont werden.
Der derzeitige wissenschaftliche Stand sagt, das Covid-19 durch Tröpfchen übertragen wird. Der RKI und die WHO empfehlen das Tragen eines MNS, nur bei Aerosol-erzeugenden Maßnahmen am Patienten wird zurzeit das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen (short-range aerosols).
Ressourcenschonender Einsatz von Masken in Praxen
Das Robert Koch-Institut hat sein Papier zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz und FFP-Masken aktualisiert. Demnach dürfen Atemschutzmasken unter bestimmten Bedingungen mehrfach auch für verschiedene Patienten in den Praxen weiterverwendet werden.
Hier finden Sie den Hygienetipp der DGK mit dem Titel "Benutzung von Masken bei Lieferengpässen"
Hier finden Sie den Artikel „Entscheidungshilfe in der Diskussion um Mund-Nase-Schutz: Pflicht oder Empfehlung?“ von Frau Prof. Seifert.
Wann werden die Praxen Schutzausrüstungen erhalten?
Am 14.04.2020 ist die erste Charge von 300.000 Schutzmasken für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Berlin eingetroffen. Diese werden an die Kven verteilt. Die nächsten Chargenlieferungen sind für die kommende Woche avisiert. Laut des Bundesgesundheitsministeriums hat die Auslieferung von neuer medizinischer Schutzausrüstung bereits am 20. März 2020 begonnen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung teilt auf Ihren Internetseiten mit, dass die Materialien für die ambulante medizinische Versorgung von einem privaten Logistikunternehmen direkt an die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) geliefert werden, die diese dann vor Ort an Praxen verteilen. Eine Anfrage an die KV sei dazu nicht notwendig. Bis zum 31. März 2020 scheinen die Materialien noch nicht in dem erforderlichen Ausmaß zur Verfügung zu stehen. Derzeit sei im Schnitt nur 1 Schutzmaske pro Praxis angekommen. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf direkt an Ihre Kassenärztliche Vereinigung.
Zusätzlich sollten Sie Ihre üblichen Lieferanten bitten, Sie zu informieren, sobald die benötigte Schutzausrüstung für Praxen wieder lieferbar ist.
Welche organisatorischen und hygienischen Maßnahmen muss ich in meiner Praxis ergreifen?
  • Trennen Sie möglichst die Patientenströme: empfehlenswert ist ein Patientenmanagement im Eingangs- bzw. Wartebereich.
  • Für die Videosprechstunde gilt: Bis zum 31.5.2020 ist diese ohne Mengen-Beschränkung möglich
  • ÄrztInnen können bis zum 31. Mai 2020 weiterhin aufgrund telefonischer Anamnese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mit Gültigkeit für eine Woche ausstellen. Eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist für eine weitere Woche möglich.
  • Rezepte und Überweisungen können Sie bei in der Praxis bekannten Patienten per Post zustellen und/oder Abholung nach terminlicher Vereinbarung ermöglichen, z. B. zu festgelegten Zeiten.
  • Informieren Sie Ihre PatientInnen über Ihre Kommunikationswege (Praxishomepage, Telefon, Anrufbeantworter) über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) für medizinische Hilfe in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen sowie für bestimmte Patientenfragen zur Vorgehensweise bezüglich COVID-19.
  • Bieten Sie allgemeinverständliche Informationen zu SARS-CoV-2 und der zugehörigen Krankheit COVID-19 einschließlich Inkubationszeit sowie zu Verhaltensmaßnahmen an
  • Möglichkeiten des Umgangs mit persönlicher Schutzausrüstung in der Praxis (PSA): Als Alternative zum Einwegkittel kann ein wasch- und desinfizierbarer Kittel, z. B. OP-Kittel nach entsprechender Aufbereitung wiederverwendet werden. Eine Alternative zu einmalverwendbaren FFP-Halbmasken sind wiederverwendbare Masken mit desinfizierbarem Grundkörper und entsprechendem Partikelfilter, der nach Verwendung entsorgt wird. Wiederverwendung: legen Sie eine für Publikumsverkehr nicht zugängliche Ablageort für die PSA fest, so dass diese gemäß den Vorgaben des RKI wiederverwendet werden kann.
  • Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden. Eine Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren finden Sie hier
Hier finden Sie ein kostenloses E-Learning Tool zum Thema Händehygiene in medizinischen Einrichtungen.
Begleitendes Maßnahmenpaket der KBV zu einer Exit-Strategie aus medizinischer Sicht
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ein Konzeptpapier vorgestellt, das aus medizinischer Sicht Maßnahmen beschreibt, die die schrittweise Rückkehr von den einschränkenden Regelungen zur Wiederaufaufnahme des Regelbetriebs unterstützen. Primäres Ziel ist dabei, Die Stabilität des Gesundheitssystems zu wahren und so weit wie möglich COVID-19-Verdachts-und Erkrankungsfälle von anderen Patienten zu trennen. Daneben beinhaltet das Papier einen risikogruppen-spezifischen Ansatz. Im Zentrum des Konzepts steht eine strukturierte Vorgehensweise in die Normalität nach dem Prinzip bestmöglicher Risikoverminderungen.
Die Maßnahmen umfassen folgende strategische Themen: Gezielte Testungen, Konsequente Patienten-Separierung, Einschätzung zur Wirksamkeit der Antikörper-Testungen, Aufrechterhaltung besonderer Schutzmaßnahmen für Risikogruppen, Langfristig: Steuerung der Impfnotwendigkeit
Welche Konsequenzen hat es, wenn ich oder ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet werde? Muss die Praxis schließen? Zahlt meine Versicherung?
Ob die Praxis geschlossen werden muss, entscheidet das Gesundheitsamt. Wenn ja, dann haben Sie auch Anspruch auf Entschädigung.
Bitte melden Sie eine Praxisschließung auch an das Arztregister. Dies soll in Kürze auch online möglich sein.
Die Bundesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am 23.03.2020 über finanzielle Hilfen für Unternehmen verhandelt und ein neues Gesetzespaket für das Gesundheitswesen beschlossen. Dieses sieht insbesondere für niedergelassene ÄrztInnen einen Ausgleich der Mindereinnahmen und des Mehraufwands für Praxen vor. Hier gibt´s weitere Informationen
Wir empfehlen Ihnen bezüglich der von Gesundheitsminister Jens Spahn getroffenen Zusage zum Ausgleich von Corona-bedingten Verlusten: Dokumentieren Sie sorgfältig, welche Maßnahmen mit welchen Auswirkungen infolge der Corona-Pandemie in Ihrer Praxis erforderlich waren, d.h. Op.-Absagen, Praxis-Schließungen, Kurzarbeit etc.
2+

Werden Sie Mitglied im BDC

Beantragen Sie jetzt Ihre Mitgliedschaft in Deutschlands größtem chirurgischen Netzwerk und profitieren Sie von vielfältigen Leistungen und Angeboten.

Passion Chirurgie

Lesen Sie PASSION CHIRURGIE!

Die Monatsausgaben der Mitgliederzeitschrift können Sie als eMagazin online lesen.