Wirtschaftliches und Kodierung

Durchgangsarztverfahren im Zusammenhang mt Covid-19: Maßnahmen und Übernahme durch die gesetzliche Unfallversicherung
Auf Nachfrage des BDC hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Stellung bezogen und auf ihre Website zu den Maßnahmen und häufig gestellten Anfragen rund um das Durchgangsarztverfahren im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen hingewiesen. Diese sehen Sie in der Verlinkung. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Die DGUV teilt darin mit, dass grundsätzlich die Anordnungen und Entscheidungen der örtlichen (Gesundheits-) Behörden gelten sowie im konkreten Einzelfall das medizinisch Notwendige. Das könne dazu führen, dass Verfahren zur Rehabilitation nach Arbeitsunfallverletzungen oder bei Berufserkrankungen nicht nach den üblichen Kriterien ablaufen könnten. Bei schwierigen Entscheidungen empfiehlt die DGUV die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger.
GOÄ: Abrechnungsempfehlungen der Bundesärztekammer
Update: Die Bundesärztekammer hat in Abstimmung mit BPtK, PKV-Verband und Beihilfekostenträgern die Verlängerung der Befristung der Abrechnungsempfehlungen zu telemedizinischen Leistungen bei Erbringung im Rahmen der COVID-19-Pandemie bis zum 30.09.2020 beschlossen. Darüber hinaus konnte mit dem PKV-Verband und den Beihilfekostenträgern ein Konsens zur Änderung des Geltungszeitraums der gemeinsamen Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und Beihilfekostenträgern für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie erzielt werden. Sie gilt rückwirkend ab dem 09.04.2020 bis zum 30.09.2020. Die Details finden Sie in der Verlinkung.
Die Bundesärztekammer konnte am 13.05.2020 mit dem PKV-Verband konsentieren, dass eine Berechnungsfähigkeit der betreffenden Leistungen ab dem 05.05.2020 möglich ist. Weitere Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem PDF.
Der Ausschuss „Gebührenordnung“ der Bundesärztekammer hat am 07.05.2020 folgende Abrechnungsempfehlungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie veröffentlicht. Diese beziehen sich auf die folgenden Themenbereiche: 1.) Gemeinsame Abrechnungsempfehlung von Bundesärztekammer, PKV-Verband und Beihilfekostenträgern zur Analogabrechnung für die Erfüllung aufwendiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie 2.) Gemeinsame Abrechnungsempfehlung von Bundesärztekammer, BPtK, PKV-Verband und Beihilfekostenträgern zu telemedizinischen Leistungen bei Erbringung im Rahmen der COVID-19-Pandemie 3.) Abrechnungsempfehlung der Bundesärztekammer zu telemedizinischen Leistungen (in Abstimmung mit dem PKV-Verband) 4.) Abrechnungsempfehlung der Bundesärztekammer zur mehrfachen Berechnung der Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen (in Abstimmung mit dem PKV-Verband). Alle Details finden Sie im PDF.
Krankenhäuser: Informationen zur Kodierung nach ICD-10 GM
Wichtiges Update: Am 24.03.2020 wurde von WHO und DIMDI ein weiterer Reservekode freigegeben, um klinisch-epidemiologisch diagnostizierte Erkrankungsfälle ohne Virusnachweis einheitlich abzubilden und damit die epidemiologische Erfassung von COVID-19 zu optimieren. Die Definition des bereits eingeführten Kodes U07.1 wurde entsprechend angepasst: U07.1! COVID-19, Virus nachgewiesen. U07.2! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen. Am 17.02.2020 wurde von WHO und DIMDI der Reservekode U07.1! für die „neue“ Coronavirus-Krankheit (COVID-19) freigegeben und die Verwendung in Deutschland “ab sofort” verbindlich gemacht. Damit wird der bereits existierende (obligate) Sekundärkode B97.2! Coronaviren als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind spezifisch ergänzt. In unserem BDC-Artikel erklären wir Ihnen genau, wie kodiert werden soll.
Praxen: Informationen zur Kodierung nach ICD-10 GM
Ab April: Änderung der Kodierrichtlinien für SARS-CoV-2. Die Weltgesundheitsorganisation hat neue Vorgaben veröffentlicht. So werden ab Quartal zwei die „Verdachtsfälle“ mit dem Kode U07.2 ! kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die durch einen Labortest nicht nachgewiesen werden konnte. ÄrztInnen müssen diesen neuen Kode erst ab 1. April 2020 anwenden, folglich sind Änderungen oder ein „Umkodieren“ in der Abrechnung für das erste Quartal 2020 nicht erforderlich.

Ab Juni: Mit dem Kode U99.0! sollen Fälle erfasst und spezifisch gekennzeichnet werden, bei denen keine Symptome für eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt.
Praxen: Was muss ich bei der Berechnung von Leistungen beachten?
Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden in voller Höhe seit dem 01.02.2020 extrabudgetär vergütet. Wichtig ist, dass die ÄrztInnen die Fälle in der Abrechnung mit der eigens geschaffenen Kennzeichnung 88240 versehen.
Der durchgeführte Labortest auf das COVID-19 kann von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder von Fachärzten für Mikrobiologie durchgeführt und berechnet werden (GOP 32816 im EBM).
Aktuelle Sonderregelungen für die Abrechnung in der Praxis
Derzeit gibt es eine Vielzahl an Sonderregelungen. Sie finden eine gute Übersicht mit Angabe der jeweiligen Gültigkeit in dem verlinkten Dokument der KBV

Rettungsschirm für die Praxen
Das Gesetz zum Ausgleich finanzieller Belastungen in Gesundheitseinrichtungen infolge von COVID-19 hat heute den Bundesrat passiert. Es enthält auch Umsatzgarantien für Praxen von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.
Höhe der MGV bleibt unverändert
Für den ambulanten Bereich sieht das Gesetz vor, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang ausgezahlt wird. Die Krankenkassen müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten. Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung ist eine Fallzahlminderung in einem Umfang, die die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen im Benehmen mit den Krankenkassen zu treffen.
Ausgleich für extrabudgetäre Leistungen
Ärzte haben zudem Anspruch auf eine Ausgleichszahlung für extrabudgetäre Leistungen wie ambulante Operationen. Dafür muss allerdings der Gesamtumsatz ihrer Praxis (EGV und MGV) um mindestens zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal sinken und die Fallzahl zurückgehen. Zudem ist geregelt, dass Ausgleichszahlungen mit Entschädigungen, die beispielsweise nach dem Infektionsschutzgesetz bei einer angeordneten Quarantäne gezahlt werden, verrechnet werden müssen.
Verdienstausfall infolge angeordneter Quarantäne/Tätigkeitsverbot
Wenn Sie einen Verdienstausfall infolge von Quarantäne oder eines Tätigkeitsverbots haben, können Sie eine Entschädigung erhalten. Das Tätigkeitsverbot oder die Quarantäne muss vom Gesundheitsamt oder einer anderen zuständigen Stelle angeordnet sein. Weitere Informationen und den Antrag finden Sie auf dem Infoportal über das Infektionsschutzgesetz.
Engagement des BDC zu Kompensationsleistung für die Ärzte
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Brief der Allianz Deutscher Ärzteverbände an die PKV bzgl. der entstandenen Verluste in der Privatliquidation
Wie ist der Ablauf bei einer Betriebsschließung?
Im Fall einer drohenden Betriebsschließung aus infektionsschutzrechtlichen Gründen, sollte zuerst die zuständige Behörde kontaktiert werden. Diese gibt den Ablauf der Antragstellung vor. Eine Liste der zuständigen Behörden aufgeteilt nach Bundesland finden Sie hier.
Wer trägt während der Zeit der Entschädigung die Beiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung?
Die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungspflicht besteht weiterhin. Die jeweiligen Beiträge – also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil – trägt das jeweilige Bundesland. Die Sozialversicherungsbeiträge werden also auch gegenüber den genannten zuständigen Behörden geltend gemacht.
Personalmanagement in Praxen: Ein Praxismitarbeiter ist zuhause in Quarantäne, hatte bisher aber keine Symptome. Nach einigen Tagen wird er plötzlich krank: Was muss ich tun in diesem Fall?
Der Personaleinsatz stellt Praxen aktuell vor große Herausforderungen, beispielsweise wenn Mitarbeitende möglicherweise in Quarantäne müssen. Die neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sollen in diesem Spannungsfeld helfen. Hier finden Sie die detailierten Handlungsoptionen des RKI. Generell gilt: sobald Praxismitarbeiter erkranken, besteht Arbeitsunfähigkeit. Dann gehen die Entschädigungsansprüche (z.B. Anspruch auf Entgeltfortzahlung) auf das Bundesland über. Bei Arbeitsunfähigkeit ist also trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich.
Eckpunkte „Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige“
Das BMWi und das BMF haben ein Soforthilfe-Programm zugunsten von Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständigen und Angehörigen der Freien Berufe, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen, beschlossen.
Kredite und Soforthilfen
Ab dem 15. April 2020 können Sie den KfW-Schnellkredit 2020 bei Ihrer Bank oder Sparkasse beantragen. Damit sollen laufende Kosten wie Miete, Gehälter und Investitionen gefördert werden. Grundvoraussetzung sind eine Mindestmitarbeiterzahl von 10 und die Gründung der Praxis/Firma /des MVZ spätestens zum 01. Januar 2020. Für den KfW-Schnellkredit benötigen Sie lediglich eine Schufaauskunft. Weitere Informationen finden Sie in der PDF.
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