01.05.2026 BDC|News
Why I do it – Meine Passion für Chirurgie: Johanna Betzler

Haben Sie es bemerkt? In der März- und Aprilausgabe haben wir die ersten beiden Interviews unserer neuen Kolumne „Why I do it: Meine Passion für Chirurgie“ vorgestellt. Heute folgt das dritte Interview dieser Reihe, die das Ziel verfolgt, positive Identifikationsangebote für das Berufsbild Chirurg:in zu schaffen und persönliche Einblicke in die Motivation hinter diesem anspruchsvollen Fach zu geben.
Die Interviews stammen aus dem Kreis der aktiven Mitglieder unseres neuen Young Surgeons Club (YSC). Der YSC ist ein vom BDC initiiertes Nachwuchsforum, das Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und junge Fachärzt:innen der Chirurgie zusammenbringt. Ziel ist es, die Perspektiven des chirurgischen Nachwuchses zu bündeln, aktuelle Herausforderungen der Weiterbildung sichtbar zu machen und Themen wie Arbeitsbedingungen, Strukturwandel, Surgeon Well-being und Resilienz stärker in den Fokus zu rücken. Der YSC versteht sich dabei ausdrücklich als ergänzende Plattform zu bestehenden Nachwuchsformaten und setzt auf Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren im chirurgischen Umfeld.
Why I do it: Meine Passion für Chirurgie
Meine Begeisterung für die Chirurgie begann bereits in meiner Jugend während schulischer Praktika. Schon in der 10. Klasse erzählte ich meiner sehr erstaunten Nicht-Mediziner-Familie, dass ich Chirurgin werden wolle. Was mich damals – und bis heute – an der Chirurgie fasziniert, ist die besondere Kombination aus handwerklicher Tätigkeit im OP, engem Patient:innenkontakt und dem unmittelbar sichtbaren Erfolg der durchgeführten Behandlung.
Unsere Patient:innen begeben sich im wahrsten Sinne des Wortes „in unsere Hände“ und vertrauen uns ihr Leben an. Dieses Vertrauen empfinde ich – auch während langer Nächte im OP – als ein großes Privileg. Auch die klinische Forschung ist Teil meines Berufsalltags. Die Fragestellungen chirurgischer Studien entstehen häufig direkt aus der Versorgung unserer Patient:innen, und die Ergebnisse können oft unmittelbar in ihre Therapie einfließen.
Ich gehe gerne zur Arbeit. Und auch wenn meine Kinder noch nicht ganz verstehen, warum ich manchmal abends oder nachts nicht zu Hause sein kann, habe ich immer das Gefühl, mit meiner Arbeit etwas Sinnvolles zu tun. Ich bin mir sicher, dass sie das schon jetzt spüren – und es später auch verstehen werden. Es ist mir ein großes Anliegen, mit veralteten Klischees über unser Fach aufzuräumen. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, Studierenden und jungen Weiterbildungsassistent:innen zu zeigen, dass es möglich ist, diesen Beruf mit Freude, Empathie und Erfolg auszuüben – und gleichzeitig auch neben der Arbeit ein glückliches Leben zu führen.
Nun übe ich diesen Beruf erst seit einigen Jahren aus und kann mir nicht anmaßen, weise Ratschläge zu erteilen. Einen Gedanken gebe ich Studierenden und jungen Kolleg:innen dennoch immer mit auf den Weg: Tut das, was euch wirklich begeistert. Wenn ihr jeden Morgen gerne zur Arbeit geht und abends erfüllt nach Hause kommt, wird euch das am Ende glücklicher machen, als jahrzehntelang einen Beruf auszuüben, der vielleicht etwas weniger anstrengend ist – euch aber nie wirklich begeistert.
Dr. med. Johanna Betzler |
Weitere aktuelle Artikel
11.03.2019 Akademie aktuell
Workshop: Intensivmedizin & Reanimation
Der sehr praxisorientierte Workshop für Berufseinsteiger vermittelt nötiges Grundwissen und chirurgische Basisfertigkeiten für den Berufsalltag auf der Station und in der Notaufnahme.
11.03.2019 BDC|News
Nachruf auf Dr. rer. pol. Ronny Dittmar
Am 26. Februar. 2019 ist nach langer, tapfer ertragener Krankheit Dr. Ronny Dittmar, unser hoch geschätzter Geschäftsführer des BDC, kurz vor Erreichen seines 42. Lebensjahres verstorben.
05.03.2019 EBM
Abrechnung EBM-Ziffer 30440 (Stoßwellentherapie beim Fersensporn)
Nachdem uns viele Anfragen zur Abrechnungsberechtigung der neu in den EBM aufgenommenen GOP 30440 erreicht haben, möchten wir diesbezüglich versuchen, Klarheit in das Geschehen zu bringen und auch unser weiteres Vorgehen in dieser Frage zu erläutern.
01.03.2019 BDC|News
BDC-Umfrageergebnisse: Operieren in der Schwangerschaft
Mit hohen Erwartungen, aber auch mit Skepsis haben viele Chirurginnen der Umsetzung des „Gesetzes zur Neuregelung des Mutterschutzes“ entgegengesehen, welches am 01. Januar 2018 in Kraft getreten ist. Bis dahin hatte das seit dem 24. Januar 1952 geltende Mutterschutzgesetz in Ergänzung mit den Vorschriften der „Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz“ (MuSchArbV) vom 15. April 1997 Gültigkeit.
Lesen Sie PASSION CHIRURGIE!
Die Monatsausgaben der Mitgliederzeitschrift können Sie als eMagazin online lesen.


