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© iStock/David Crespo

Der folgende Text ist nur die Einleitung einer Denkschrift an die Politik. Es geht um inakzeptable Kürzungen der Vergütungen für erbrachte Leistungen und ist ein Notruf aus allen Krankenhäusern. Wegen der Länge konnten wir ihn nicht in Gänze abdrucken und laden Sie ein, HIER weiterzulesen …

Kein anderer Bereich im deutschen Gesundheitswesen hat in den vergangenen Jahren so viele Reformen erfahren wie der Krankenhausbereich. Über die Jahre ist so eine administrative Überregulierung entstanden, die angesichts ihres Umfangs, ihrer Komplexität und Regelungstiefe über alle Maßen hervorsticht. Die Ursachen für diese Entwicklungen sind vielfältig. Doch können Folgen der Einführung der pauschalierenden stationären Vergütungssysteme (DRG-System, PEPP) sowie Auswirkungen anderer allgemeiner Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser unzweifelhaft als relevante Faktoren benannt werden. Die Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen zahlreicher Vorschriften sowie die Belastung und die Wertschätzung gegenüber den Menschen, die die Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern rund um die Uhr sicherstellen, sind hierbei völlig aus dem Blick geraten und haben tragfähige Grenzen weit überschritten. Der Beitrag zeigt aus der Perspektive der Deutschen Krankenhausgesellschaft relevante Fehlentwicklungen exemplarisch auf und fordert zugleich eine dringende Zäsur.

Deutsche Krankenhäuser stellen ihre Leistungsfähigkeit bereits seit vielen Jahren erfolgreich unter Beweis. Bei vergleichsweise niedrigen Leistungspreisen stehen sie für eine bundesweite, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung und genießen hohe internationale Anerkennung. Sie versorgen jährlich ca. 19,2 Millionen stationäre Patienten und stellen den medizinisch-technischen Fortschritt sicher. Mit der Ausbildung von Pflegefachkräften und Ärzten leisten die Krankenhäuser zudem einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung des zunehmenden Personalbedarfs einer älter werdenden Gesellschaft. Nicht zuletzt sind Ärzte und Pflegefachkräfte sowie weitere Berufsgruppen der Garant für eine durchgängige Rund-um-die–Uhr-Versorgung, die Patientenbelange auch in schweren Stunden kompetent und empathisch berücksichtigt.

Demgegenüber sehen sich Ärzte und Pflegefachkräfte selbst zunehmend einem Klima mangelnder Wertschätzung und stetig wachsenden Misstrauens ausgesetzt, insbesondere seitens der Krankenkassen, aber auch von Seiten der Politik und der Öffentlichkeit. Medienwirksam untermauerte, pauschale, oft wenig fundierte Vorwürfe stützen den politisch formulierten Bedarf nach immer mehr „Transparenz“, „Qualität“ und „Regulierung“ bis tief in die innerbetrieblichen Abläufe der Krankenhäuser hinein. Wie die Einführung der neuen Vergütungssysteme zieht auch dieses Misstrauen zusätzliche Reformen mit daraus resultierenden Kontrollen und weiterer Bürokratie nach sich. Dabei treten Versorgungsrealitäten sowie der Bedarf nach einer patientenindividuellen Versorgung in vielen Vorschriften immer weiter in den Hintergrund. Ersetzt werden sie durch mannigfache medizinfremde Detailregelungen, die primär dem Zweck der Kostendämpfung und Strukturbereinigung dienen. Notwendige Zeit für die Patienten geht immer mehr zugunsten administrativer Aufgaben von zweifelhaftem Nutzen verloren.

Krankenhausmitarbeiter sehen sich hierdurch einer undurchdringlichen, demotivierenden und belastenden Regelungsfülle ausgesetzt, die ein zunehmend unattraktives berufliches Umfeld zeichnet. Nicht zuletzt werden dem Gesundheitswesen durch die zunehmende Bürokratisierung der Patientenversorgung enorme Finanzmittel entzogen, die die Versicherten in Form von Krankenversicherungsbeiträgen vermutlich eher für ihre medizinische Versorgung bereitstellen. Angesichts des Ausmaßes erreichter Verwaltungsbürokratie und damit einhergehender Probleme drängt sich immer mehr die Frage nach der Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen vieler Vorschriften sowie nach den Risiken einer in dieser Weise fortgesetzten Gesundheitspolitik auf. …

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Schlottmann N: Notruf aus allen Krankenhäusern an die Politik: Überregulierung und Misstrauensbürokratie im Krankenhaus. Passion Chirurgie. 2018 November, 8(11): Artikel 05_01.

Autor des Artikels

Dr. Nicole Schlottmann

Geschäftsführerin Dezernat V – Medizin IDeutsche Krankenhausgesellschaft e.V.Wegelystr. 310623Berlin kontaktieren

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