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Berlin, Februar 2013: Berufsverband der deutschen Chirurgen (BDC e.V.) warnt: Wir brauchen dringend mehr Spender und Organe – viele Patienten auf den Wartelisten sterben!

Der Organspende-Skandal in Deutschland führt jetzt zu vielen personellen Konsequenzen. Zuletzt in München, wo es Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Spenderlebern gab. „Es ist gut, dass die Probleme in den entsprechenden Kliniken und Zentren aufgearbeitet werden“, sagt Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbandes der deutschen Chirurgen. Er warnt jedoch: „Jetzt müssen wir uns dringend wieder auf die Transplantationen konzentrieren. Ob Herzen, Nieren, Lebern – leider sterben derzeit mehr Patienten als vor dem Skandal, da die Zahl der Spender drastisch zurückgegangen ist.”

Allein die Zahl der Herztransplantationen habe einen “historischen Tiefstand” erreicht, teilte gestern die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) am Rande ihrer Jahrestagung in Freiburg mit. “Ein normaler Patient hat kaum eine Chance, an ein Spenderherz zu kommen”, sagte DGTHG-Präsident Friedrich Wilhelm Mohr. Den bundesweit mehr als 1.000 Patienten auf der Warteliste hätten zuletzt jährlich rund 320 Spenderherzen gegenübergestanden.

Prof. Bruch appelliert an die Spendenbereitschaft der Bürger: “Unsere Chirurgen versuchen alles Menschenmögliche, um zu helfen. Aber sie brauchen zur Transplantation nun einmal Organe. Das heißt, wir brauchen dringend mehr Spender in Deutschland. Unser Vorschlag: In jeder Praxis und jeder Klinik sollten die Spenderausweise bereit liegen. Jeder braucht sich nur einen zu nehmen, unterschreiben und in die Brieftasche stecken. ”

Auch von der Webseite des BDC kann sich jeder ab sofort einen Ausweis herunterladen, ausdrucken und einstecken. “Es ist so einfach und gleichzeitig sicher, seine Spendenbereitschaft zu dokumentieren”, erläutert Professor Bruch.

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