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Update: Tagesaktuelle Klinik-Bettenmeldung an das DIVI-Intensivregister ab sofort Pflicht

Die Übergangsregelung der DIVI Intensivregister-Verordnung ist verstrichen. Seit dem 16.04.2020 müssen Kliniken mit Intensivstation jeden Tag bis 9 Uhr ihre aktuellen Bettenkapazitäten an das DIVI-Intensivregister melden. Die Datenmeldungen müssen Kliniken gegenüber den eigenen Landesbehörden wöchentlich dokumentieren. Die neue Verordnung ist ein wichtiger Baustein, um fortan tagesaktuell valide Zahlen für das gesamte Bundesgebiet zu erhalten.

Hintergrund: Aufbau einer neuen IT-Plattform

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V. hat den Aufbau eines Registers gestartet, dass derzeit tagesaktuell die Versorgungskapazitäten und Fallzahlen zu intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Patienten darstellt. Ziel des Registers ist, die Verfügbarkeiten von Beatmungsbetten und von erweiterten Therapiemaßnahmen bei akutem Lungenversagen in Deutschland sichtbar zu machen. Hierzu melden Kliniken mit Intensivstationen selbstständig und freiwillig per Log-in ihre Daten und sind angehalten, diese täglich zu aktualisieren. Eine Meldepflicht gibt es derzeit noch nicht. Die aggregierten Ergebnisse können auf der Website der DIVI frei eingesehen werden. Eine Übersicht aller teilnehmenden Kliniken mit Ampeldarstellung zur Bettenverfügbarkeit hilft bereits Ärztinnen und Ärzten bei der Suche nach freien Kapazitäten. Auch wird seit dem 27. März über das Robert Koch-Institut jeden Morgen ein Tagesreport veröffentlicht.
Die Entwicklung des Systems befindet sich erst in der Vorphase des Aufbaus. In den kommenden Wochen wird das Register zu einer umfangreichen IT-Plattform ausgebaut, die ganz neue Möglichkeiten der visuellen Darstellung der Daten bietet:

Erster Schritt

  • Für Intensivmediziner, die bereits Daten in das System eingegeben haben oder die dies bald tun werden, wird eine moderne, nutzerfreundliche und schlanke Umgebung zur Datenerfassung zur Verfügung stehen. Diese ist z. B. auch für die Nutzung auf mobilen Endgeräten angepasst. Darin besteht vor allem die Möglichkeit, noch differenzierter Auskunft über die eigene Fachexpertise (via Kontaktmöglichkeiten) und die Kapazitäts- und Fallzahlen zu geben – ohne dabei aus dem bereits zu Beginn des Registers selbstgesteckten Ziel „Eingabe in ein bis drei Minuten möglich“ zu fallen. Die Eingabemaske wird auch direkt während der Dateneingabe die Gültigkeit der Daten in Echtzeit prüfen und damit die Datenqualität nochmals erhöhen.
  • Für Ärzte, die auf der Suche nach Fachexpertise oder Intensivbetten zur Verlegung eigener Patienten sind, wird es eine Umkreissuche mit Belegungsanzeige umgebender Kliniken geben. Darin kann interaktiv die Fallzahlentwicklung und die Kapazitätsentwicklung der letzten 7 Tage von benachbarten Kliniken eingesehen werden, was bei der Auswahl eines geeigneten Verlegungsbetts eine direkte Erleichterung in der Patientenorganisation darstellt.
  • Für Akteure im Handlungsfeld der öffentlichen Gesundheit/Public Health wird es einen zugangsgeschützten Bereich für interaktive statistische Auswertungen geben, in dem neben Kapazitätsdaten aus dem DIVI Intensivregister auch andere Datenquellen, beispielsweise der Gesundheitsämter, analysiert und zur Handlungssteuerung ausgegeben werden können. Dieses vollumfängliche Analyse-Tool wird allen Akteuren zur Verfügung gestellt, die einem öffentlichen Auftrag zur Sicherung der Gesundheit in Deutschland folgen: Bundes- und Landesbehörden, Krisenstäbe, Gesundheitsämter, Rettungsleitstellen, Ministerien und (z. B. universitäre) Forschungseinrichtungen.
  • Für Bürgerinnen und Bürger wird es eine differenziertere und durchsuchbare Übersicht teilnehmender – hoffentlich bald aller 1.160 – Kliniken mit Intensivstation geben. Das bisherige allgemeine Informationsangebot durch Karten- und Zeitreihendarstellungen wird durch eine interaktive, und vor allem minutengenau aktualisierte, Visualisierung ersetzt.

Zweiter Schritt

  • Für Krankenhäuser oder landesweite Verbünde, die bereits Kapazitätsdaten über andere elektronische Systeme erfassen, wird es eine technische standardisierte Schnittstelle zum Datenempfang im DIVI Intensivregister geben. Dabei ist sicherzustellen, dass diese Systeme die im Register erfassten Datenfelder auch vollständig abdecken. Eine entsprechende Beschreibung der Datenfelder und der Schnittstelle wird öffentlich zur Verfügung stehen. Ein konkretes Datum für die Veröffentlichung können wir derzeit allerdings noch nicht nennen.
  • Für Pressehäuser sowie Forschungstätige, welche die Daten des Registers für eigene Auswertungen und Visualisierungen (z. B. in Apps oder im Web) verwenden wollen, wird es einen Datenbank-Zugriff über eine API geben. Auch hier können wir mit Blick auf die aktuelle Lage noch kein genaues Datum der Fertigstellung nennen – asap, sobald die oben genannten Anforderungen fertiggestellt sind.

Quelle: Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)  e.V., Luisenstraße 45, 10117 Berlin,  www.divi.de, aktualisiert am 20.04.2020

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