Zur Märzausgabe 2026 | PASSION CHIRURGIE
In dieser Ausgabe stellen wir, wie im letzten Jahr, aktuelle Aspekte der Nachwuchsaktivitäten des BDC dar. Im Mittelpunkt der Diskussion standen dabei in den letzten zwölf Monaten die Umsetzung der Leistungsgruppen in Nordrhein-Westfalen und ihre Ausbreitung auf die Bundesrepublik, sowie die Einführung der Hybrid-DRGs. Beide politischen Entscheidungen haben einen großen Einfluss auf unsere Weiterbildung und die damit verbundene Zufriedenheit unserer nächsten Generation an Chirurginnen und Chirurgen. Objektiv beleuchtet haben dies Herr Krones und Herr Braun in ihrem Artikel über Resilienz und die ersten Ergebnisse der Weiterbildungsumfrage des Berufsverbandes zur allgemeinen Zufriedenheit in der chirurgischen Weiterbildung. Hierbei wurden das subjektive Wohlbefinden im chirurgischen Fach und das persönliche Stressempfinden erhoben sowie mögliche Faktoren bzw. Auslöser identifiziert. Um sich der Problematik weiter anzunehmen, plant der BDC ein eigenes Artikelformat zum Thema „Resilienz“, das persönliche Erfahrungsberichte, mögliche Bewältigungsstrategien sowie externe Unterstützungsangebote beinhalten soll.
Bekanntermaßen fällt der Zeitpunkt der Familiengründung sehr häufig in die Weiterbildungszeit der Kolleginnen und Kollegen. In einem weiteren Artikel geht Frau Rosch auf das Spannungsfeld zwischen der chirurgischen Weiterbildung und Familienplanung ein und zeigt mögliche Lösungsansätze auf. Der Artikel wird ergänzt durch den Beitrag von Frau Samland über moderne Arbeitszeitmodelle in chirurgischen Disziplinen und benennt praktische Umsetzungsstrategien zur Arbeitszeitgestaltung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern.
Überblickt man die letzten 20 Jahre der Nachwuchsförderung – sowohl der Fachgesellschaften als auch der Berufsverbände – zeigt sich, dass sich die wesentlichen Probleme bislang nicht signifikant lösen ließen. Durch die aktuell veränderten Rahmenbedingungen wird es sogar noch schwerer chirurgischen Nachwuchs für das Fach zu begeistern. Auch der Einsatz des Perspektivforums „Junge Chirurgie“ der DGCH versucht durch ihre Aktivitäten und Positionspapiere dem Nachwuchs aller chirurgischen Disziplinen in „Zeiten des Umbruchs“ eine Stimme zu geben und versteht sich als Plattform für Austausch, Vernetzung und Positionsbildung. Hierauf gehen Herr Schaaf und Herr Schlottmann in ihrem Artikel ein.
Auch oder vor allem die chirurgische Lehre an den Hochschulen hat Einfluss auf die spätere Berufswahl und kann somit als möglicher Einflussfaktor auf den chirurgischen Nachwuchs diskutiert werden. Der Kommentar von Herrn Keiber und Herrn Vogt geht darauf ein, wie hochwertige medizindidaktische Konzepte zur Nachwuchsgewinnung beitragen können.
Neben dem ausbleibenden chirurgischen Nachwuchs fehlt es auch an begeisterten Chirurginnen und Chirurgen, die sich in Fachgesellschaften und Berufsverbänden aktiv miteinbringen, um unser Berufsbild mitzugestalten. Aus diesem Grund wurde letztes Jahr der Young Surgeons Club (YSC) des BDC gegründet. Frau Heitzmann, Frau Betzler, Frau Vogel und Herr Braun stellen in ihrem Beitrag das neue Format vor, dass sich als eine Ergänzung zu bereits bestehenden Programmen versteht und eine enge Zusammenarbeit mit anderen Nachwuchsforen ermöglicht. So sollen die Interessen junger Chirurginnen und Chirurgen noch besser abgebildet werden und eine aktive Weiterentwicklung unseres Berufes stattfinden können. Interessierte, die sich beim YSC anschließen wollen, können sich jederzeit über unsere Geschäftsstelle melden. Wir freuen uns über jede aktive Teilnahme und Diskussion. Auch Studierende mit dem Berufsziel ein chirurgisches Fach zu wählen, sind herzlich willkommen.
Für mich persönlich hat sich die Perspektive vom ehemals Weiterzubildenden zum Weiterbilder insofern geändert, dass mir viel bewusster klar ist, in welchem engen Korridor wir uns aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen bewegen und dass wir – genau aus diesem Grund – alle Chancen der aktiven Mitgestaltung sinnvoll nutzen müssen. So verstehe ich mich als Motivator für das gemeinsame Ziel einer guten chirurgischen Weiterbildung.
Auf den nächsten Seiten haben wir außerdem noch eine neue Kolumne versteckt: Unter dem Motto „Why I do it“ erzählen uns ab jetzt regelmäßig Chirurginnen und Chirurgen, warum Sie sich für die Chirurgie entschieden haben, eben Passion Chirurgie!
Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre unserer Passion.
Kirschniak A, Braun B, Hättich A, Samland M: Editorial: Chirurgischer Nachwuchs. Passion Chirurgie. 2026 März; 16(03/QI): Artikel 01.


