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Berlin, 29. November 2017: Zu dem aktuellen Qualitätsmonitor 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erklärt der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer:

„Der BDC spricht sich generell für die Spezialisierung innerhalb der Chirurgie aus. Eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei komplexen Maßnahmen kann am besten über den Weg einer Zentralisierung erreicht werden, wie einige europäische Nachbarländer bereits zeigen. Gerade bei der Durchführung komplexer Behandlungsoptionen einschließlich operativer Maßnahmen, vor allem in der onkologischen Chirurgie, konnte die Ergebnisqualität bei einer gewissen Anzahl durchgeführter Maßnahmen bei gleichzeitiger Steigerung der Prozess- und Strukturqualität im interdisziplinären Konzept verbessert werden. Aber genauso klar ist auch, dass Mindestmengen als alleinige Qualitätsindikatoren nicht ausreichen, ganz wesentlich ist, die Indikationsqualität zu berücksichtigen.

Die generelle Ausweitung der Mindestmengenregelungen ist daher keine Lösung. Mindestmengen sind kein Allheilmittel gegen Schwächen des Gesundheitssystems und jede Ausweitung von Mindestmengen innerhalb der Chirurgie muss detailliert geprüft werden – vor allem müssen den geforderten Mindestmengen möglichst evidenzbasierte Daten zugrunde liegen.

Basierend auf dem aktuellen Qualitätsmonitor fordert die AOK einen konsequenten Umbau der Versorgungslandschaft mit Einrichtung von hochspezialisierten Zentren; dafür müsse der Gesetzgeber 75 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 bereitstellen. In den Strukturfonds sind hierfür bisher lediglich eine Milliarde Euro vorgesehen. Dabei stellt sich nun die Frage, warum sich die Kostenträger einer verbesserten Finanzierung von Zentren bisher eher verweigert haben.“

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