01.04.2026 Thoraxchirurgie
Editorial 04/2026: Thoraxchirurgie im klinischen Alltag

Zur Aprilausgabe 2026: Thoraxchirurgie
AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN UND INTERDISZIPLINÄRE PERSPEKTIVEN
Die vorliegende Ausgabe widmet sich zentralen Themen der Thoraxchirurgie. Neben onkologischen Erkrankungen wie dem Lungenkarzinom gehören auch entzündliche Erkrankungen der Pleura, der spontane Pneumothorax sowie thorakale Verletzungen im Rahmen des Polytraumas zum klinischen Alltag. Das Themenheft greift ausgewählte klinisch relevante Aspekte unseres Fachgebiets auf und vermittelt einen praxisorientierten Überblick über aktuelle diagnostische und therapeutische Konzepte. Gleichzeitig wird deutlich, wie breit gefächert und interdisziplinär die moderne Thoraxchirurgie heute aufgestellt ist.
Den Auftakt bildet der Beitrag von Hoffmann zur Lungenkrebsfrüherkennung. Das Lungenkarzinom zählt weiterhin zu den häufigsten und prognostisch ungünstigsten onkologischen Erkrankungen. In Deutschland werden jährlich rund 57.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, etwa 45.000 Patientinnen und Patienten versterben an den Folgen der Erkrankung. Ein wesentlicher Grund für die weiterhin hohe Mortalität ist die häufig späte Diagnosestellung. Die Einführung des Low-Dose-CT-Screenings stellt daher einen wichtigen Schritt dar, um Tumoren früher zu erkennen und die Prognose zu verbessern. Der Beitrag zeigt, wie strukturierte Früherkennungsprogramme dazu beitragen können, Lungenkarzinome in einem heilbaren Stadium zu diagnostizieren – ein Ansatz, der eine enge Zusammenarbeit zwischen Pneumologie, Radiologie und Thoraxchirurgie erfordert.
Der Beitrag von Welter und Mezher widmet sich der operativen Therapie pulmonaler Metastasen. Da Lungenmetastasen bei zahlreichen malignen Erkrankungen auftreten können, betrifft dieses Thema nahezu alle chirurgischen Disziplinen. In vielen Bereichen der Onkologie kann die thoraxchirurgische Metastasenresektion einen wichtigen Beitrag zur Langzeitprognose leisten. Moderne minimalinvasive Operationsverfahren sowie eine differenzierte Patientenselektion haben die operative Behandlung in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.
Mit dem Pneumothorax greift Cosmas Wimmer ein Krankheitsbild auf, das häufig in der Notfallmedizin diagnostiziert und behandelt wird. Während in vielen Fällen konservative oder interventionelle Maßnahmen ausreichend sind, stellt sich bei rezidivierenden oder komplizierten Verläufen häufig die Frage nach einer operativen Therapie. Der Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle Therapieempfehlungen, Operationsindikationen und moderne minimalinvasive Behandlungsverfahren.
Ein weiteres klassisches Thema der Thoraxchirurgie ist der Übergang vom Pleuraerguss zum Pleuraempyem. Dominik Herrmann, Erich Hecker, Hans-Stefan Hofmann und Michael Ried beleuchten Diagnostik, konservative Therapie und operative Behandlung dieses Krankheitsbildes und unterstreichen dabei die Bedeutung einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit Internisten, Pneumologen, Infektiologen und Intensivmedizinern.
Den Abschluss bildet der Beitrag von Schreyer und Raab zur Versorgung des Thoraxtraumas beim schweren Polytrauma. Thoraxverletzungen treten bei einem erheblichen Anteil polytraumatisierter Patientinnen und Patienten auf und können maßgeblich zur Morbidität und Mortalität beitragen. Die Behandlung erfolgt im Rahmen strukturierter Traumaversorgungskonzepte und erfordert ein eng abgestimmtes Vorgehen verschiedener Fachdisziplinen, bei dem auch die Thoraxchirurgie eine wichtige Rolle spielt.
Die Beiträge dieses Themenheftes spiegeln zentrale Aspekte der Thoraxchirurgie wider – von der onkologischen Chirurgie über entzündliche Erkrankungen bis hin zur Notfall- und Traumaversorgung – und verdeutlichen zugleich die enge Vernetzung unseres Fachgebiets mit zahlreichen anderen Disziplinen. Ich danke allen Autorinnen und Autoren herzlich für ihre engagierten Beiträge zu diesem Themenheft und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Hecker E: Thoraxchirurgie im klinischen Alltag – aktuelle Herausforderungen und interdisziplinäre Perspektiven. Passion Chirurgie. 2026 April; 16(04): Artikel 01.
Autor:in des Artikels
Weitere aktuelle Artikel
15.04.2026 BDC|News
Neue Ausgabe PASSION CHIRURGIE: Thoraxchirurgie
Mit der Aprilausgabe rückt die Thoraxchirurgie in den Fokus – ein Fachgebiet, das sich durch seine große klinische Bandbreite und enge interdisziplinäre Vernetzung auszeichnet.
01.04.2026 Thoraxchirurgie
Vom Pleuraerguss zum Pleuraempyem – Diagnostik und Therapie im chirurgischen Alltag
Ein Pleuraerguss kombiniert mit klinischen Infektionszeichen ist charakteristisch für einen parapneumonischen Erguss (PPE), der die häufigste Ursache für ein Pleuraempyem darstellt. Die Inzidenz dieser pleuralen Infektionen ist ansteigend und stellt ein zunehmend klinisch relevantes Krankheitsbild dar, welches eine differenzierte Abklärung und Behandlung erfordert.
01.04.2026 Thoraxchirurgie
Operative Therapie von Lungenmetastasen
Die Lungenmetastasektomie hat sich als wichtiger Baustein in der Behandlung von pulmonal metastasierten soliden Tumoren etabliert [1]. Unter günstigen Voraussetzungen kann die Operation dabei der konservativen Therapie und der Bestrahlung in der Verbesserung des Overall survivals (OS) überlegen sein (HR: 0.68; p < 0.001) [2].
01.04.2026 Thoraxchirurgie
Lungenkrebsfrüherkennung
Das neue Früherkennungsangebot für Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-Computertomographie hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni 2025 durch Ergänzung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen.
Lesen Sie PASSION CHIRURGIE!
Die Monatsausgaben der Mitgliederzeitschrift können Sie als eMagazin online lesen.

