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Unser Präsident, Prof. Dr. Michael-Jürgen Polonius, wurde im Dezember letzten Jahres 70 Jahre alt. Wir alle, der gesamte Berufsverband, besonders aber die Menschen, die intensiv und täglich mit ihm zusammenarbeiten, beglückwünschen ihn zu diesem Geburtstag und wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Michael Polonius, wie ihn seine Freunde nennen, wurde vor 70 Jahren in Braunschweig geboren. Er verbrachte seine Jugend in Breslau, Berlin, Tirol und im Allgäu. Nach der Schulausbildung und Abitur in Braunschweig sowie der Ableistung des Wehrdienstes, schrieb er sich in der Universität ein. Bezeichnend für ihn, begann er mit einem Studium Generale, um dann ab 1960 Humanmedizin in Freiburg, Wien und Hamburg zu studieren. Parallel dazu belegte er im Zweitstudium Sport, war er doch bereits in der Schule ein begeisterter Turner.

Im Studium engagierte er sich in der studentischen Selbstverwaltung, war Fachschaftssprecher in der Vorklinik an der Universität Freiburg und im klinischen Teil des Studiums an der Universität in Hamburg. Nach Staatsexamen und Ableistung der Medizinalassistentenzeit begann er die eigentliche Weiterbildung als Resident in Boston und Detroit. Diese Zeit hat ihn in bemerkenswerter Weise geprägt. Seine intensiven Beziehungen zur angloamerikanischen Medizin, sowohl auf wissenschaftlichem Gebiet, als auch in der klinischen Praxis, sind wertvoll und wegweisend für sein weiteres Berufsleben.

Die Weiterbildung in der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie begann für Michael Polonius 1970 in der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf unter dem von ihm hochverehrten chirurgischen und akademischen Lehrer Prof. Rodewald. Die strenge chirurgische Schule an dieser Klinik hat ihn für seinen weiteren chirurgischen Werdegang entscheidend geprägt. Zum Ende seine Tätigkeit in Hamburg arbeitete er von 1982 bis 1984 gleichzeitig als Consultant in der Herzchirurgie am St. Antony Hospital in London. Sein klinisches und akademisches Interesse hatte immer eine internationale Seite. So war es für ihn selbstverständlich, später die Herzchirurgie in Murmansk / Russland mit aufzubauen.

Im Jahr 1985 übernahm Michael Polonius die Leitung der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Dortmund und baute sie zu einer der bedeutendsten kommunalen Abteilungen der Herz- und Thoraxchirurgie in Deutschland aus. Von 1972 an war Michael Polonius bis vor wenigen Jahren Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und deren Präsident in der Zeit von 1997-1998.

2001 bis 2004 hatte er den Vorsitz im Unterausschuss des Ausschusses Krankenhaus im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), seit Beginn 2004 ist er unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Krankenhausausschusses. Seine Fähigkeit zu Integration und Moderation wird dort ebenso geschätzt wie in unserem Berufsverband. Trotz seines außerordentlichen Engagements für die eigene Klinik und seine wissenschaftliche Gesellschaft hat sich Michael Polonius schon früh berufspolitisch engagiert. Seit 1974 ist er Mitglied des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen und war bis 2001 Vertreter der DGTHG sowie Referatsleiter Herzchirurgie im Präsidium des BDC. Wolfgang Müller-Osten, damaliger Präsident des BDC, erkannte sehr bald die offene, international stimulierte und allem Neuen zugewandte Art des jungen Kollegen Polonius. Dabei war dieser junge Kollege, wie man hört, durchaus konfliktfähig, gelegentlich wohl fast provokativ, aber immer konsensfähig und bereit, gemeinsam erarbeitete Konzepte zielorientiert weiter zu entwickeln.

Müller-Ostens Nachfolger, Herr Hempel, beauftragte ihn später, die seit 1973 bestehenden Kontakte zur UEMS und den gesundheitspolitischen Gremien in Brüssel zu intensivieren, wozu er nicht nur wegen seiner exzellenten Englischkenntnisse besonders geeignet war. Unter der Präsidentschaft von Jens Witte wurde Michael Polonius 2001 Vizepräsident des BDC und hatte nach Wittes Tod die außerordentlich schwierige Nachfolge anzutreten. Er hat sich in dieser für uns alle schwierigen Phase mit großer Umsicht, Geduld und seiner Integrationsfähigkeit den Respekt des Präsidiums und der Mitglieder des BDC, sowie seiner Gesprächspartner in Politik und Fachgesellschaften erworben.

Michael Polonius ist kein Freund hastiger, tagespolitisch motivierter Entscheidungen und plakativer Auftritte. Seine Stärken sind Souveränität, Integration und politische Weitsicht. Beste Voraussetzungen, die in einem großen Facharztverband wie dem BDC bestehenden Partikularinteressen zu kanalisieren und diesen im Interesse aller Mitglieder zu führen. Das Präsidium des Berufsverbandes dankt Michael Polonius für sein Jahrzehnte währendes Engagement und wünscht ihm für die Zukunft Energie und Schaffenskraft sowie persönliches Glück und beste Gesundheit.

Ad multos annos!

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Autor des Artikels

Prof. Dr. med. Tilman Mischkowsky

BDC-Vertreter in der Projektgruppe „Ökonomie und Ethik“ehem. vizepräsident des BDCMitglied der AOTrauma DeutschlandDüwellstr. 1787435Kempten kontaktieren

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