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Der Chirurg soll ein Mann in den besten Jahren sein oder doch von diesem Alter nicht zu weit entfernt. Eine gelenke, feste Hand, die nie zittert; mit der Linken so gewandt wie mit der Rechten. Die Augen scharf und hell; im Gemüt unerschütterlich…

Eines beharrlichen Gemüts und einer ruhigen Hand bedarf der Chirurg heute wie vor 2.500 Jahren – daran hat sich seit den Zeiten des Hippokrates kaum etwas geändert. Ansonsten aber hat der antike „Handarbeiter“ mit dem modernen Chirurgen des 21. Jahrhunderts nicht mehr viel gemein.

Heute sieht sich jeder Arzt, zumal jeder Chirurg, tagtäglich mit der Frage konfrontiert, inwieweit er mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen und den ökonomischen Gegebenheiten den Ansprüchen von Patienten gerecht werden kann. Das gesamte Gesundheitssystem, aber insbesondere die 2.083 Krankenhäuser in Deutschland, befindet sich in einer tief greifenden Umbruchphase, die durch die demographische Entwicklung und den rasanten medizinischen Fortschritt beschleunigt wird. Wird es vor diesem Hintergrund in Zukunft auch weiterhin möglich sein, in allen Bereichen der Chirurgie eine Versorgung auf höchstem Niveau zu garantieren?

Eine Sensibilisierung für diese Thematik ist für Patienten und deren Angehörige, aber auch und gerade für Politiker und Krankenkassen unabdingbar. Der internationale Vergleich zeigt, dass die Kliniken in Deutschland die mit Abstand höchste Arbeitsproduktivität – gemessen an der Anzahl der Patienten pro Mitarbeiter – aufweisen. Bei hoher Versorgungsqualität sind sie wirtschaftlich organisiert und geführt. Vor dem Hintergrund stark angestiegener Operationszahlen mit einem Zuwachs von fast 20 Prozent in den letzten fünf Jahren auf nunmehr 13,7 Millionen im Jahr 2008 rückt der OP-Bereich, der von vielen als das Herzstück eines Krankenhauses angesehen wird, immer stärker in den Fokus.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hat sich in seiner 50-jährigen Geschichte als qualifizierter Gesprächspartner innerhalb der Ärzteschaft gegenüber den Körperschaften des öffentlichen Rechts, der Ärztekammer und den Kassenärztlichen Vereinigungen, sowie gegenüber Staat, Regierung und ihren Behörden fest etabliert. Durch sein starkes Engagement hat der Verband zur Sicherstellung der fachmedizinischen Patientenversorgung in Deutschland entscheidend beigetragen.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft erkennen, dass in einem zunehmend wettbewerblich geprägten Gesundheitswesen nicht einfach Bestehendes verwaltet und alte Besitzstände bewahrt werden können, sondern neue Wege zu suchen und zu beschreiten sind. Mit den Glückwünschen zum 50-jährigen Jubiläum verbinde ich daher die Hoffnung auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine patientengerechte und hochwertige medizinische Versorgung.

Ich wünsche dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen weiterhin viel Erfolg bei seiner Arbeit.

Dr. Rudolf Kösters
Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)

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