In dieser Ausgabe lesen Sie das vierte Interview unserer neuen Kolumne „Why I do it: Meine Passion für Chirurgie“, die das Ziel verfolgt, positive Identifikationsangebote für das Berufsbild Chirurg:in zu schaffen und persönliche Einblicke in die Motivation hinter diesem anspruchsvollen Fach zu geben.
Die Interviews stammen aus dem Kreis der aktiven Mitglieder unseres neuen Young Surgeons Club (YSC). Der YSC ist ein vom BDC initiiertes Nachwuchsforum, das Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und junge Fachärzt:innen der Chirurgie zusammenbringt. Ziel ist es, die Perspektiven des chirurgischen Nachwuchses zu bündeln, aktuelle Herausforderungen der Weiterbildung sichtbar zu machen und Themen wie Arbeitsbedingungen, Strukturwandel, Surgeon Wellbeing und Resilienz stärker in den Fokus zu rücken. Der YSC versteht sich dabei ausdrücklich als ergänzende Plattform zu bestehenden Nachwuchsformaten und setzt auf Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren im chirurgischen Umfeld.
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Meine Entscheidung für die Chirurgie wurde früh geprägt, insbesondere durch ein Wahlfach in der Handchirurgie und einen außergewöhnlich engagierten Dozierenden, der meine Begeisterung nachhaltig geweckt hat. Inzwischen arbeite ich selbst in der Plastischen Chirurgie und schätze vor allem die Vielfalt an Lösungswegen für komplexe Probleme sowie die Notwendigkeit, für jede:n Patient:in eine individuelle Strategie zu entwickeln. Mein Schwerpunkt liegt auf der rekonstruktiven Chirurgie – etwa in der Handchirurgie, der Mikrochirurgie oder bei Hautersatzverfahren nach Verbrennungen.
Die hohe Arbeitsbelastung ist dabei unbestritten und wird nicht vollständig aufgewogen, dennoch bleibt die Hoffnung auf strukturelle Verbesserungen, die es ermöglichen, langfristig in diesem Fach weiter tätig zu sein. Gleichzeitig sind die aktuellen Rahmenbedingungen mit wachsendem Druck, Bürokratie und zunehmenden Einschränkungen eine große Herausforderung, sodass es nachvollziehbar ist, wenn sich Kolleg:innen gegen diesen Weg entscheiden. Umso wichtiger ist es mir, mich auch berufspolitisch einzubringen und aktiv an Verbesserungen mitzuwirken. Der eigene Weg, geprägt von einem so inspirierenden Dozierenden, ist für mich zudem Ansporn, perspektivisch selbst eine solche Rolle einnehmen zu können – denn engagierte Mentor:innen sind für die Entwicklung in unserem Fach von unschätzbarem Wert. Meine Motivation liegt darin, dieses anspruchsvolle und vielseitige Fach langfristig mitzugestalten und meine Begeisterung weiterzugeben.

Dr. med. Frederik Schlottmann, 34 Jahre
Funktionsoberarzt, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Medizinische Hochschule Hannover


