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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Orthopädie und Unfallchirurgie bilden den Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe Ihrer Mitgliederzeitschrift. Seit der Zusammenführung von Orthopädie und Unfallchirurgie (O+U) stellen Orthopäden und Unfallchirurgen die zahlenmäßig größte Fachgruppe innerhalb der chirurgischen Fächer. Dabei ist die Zuordnung zum Gebiet der Chirurgie für die primär operativ tätigen Kollegen eine Selbstverständlichkeit. Für unsere konservativ tätigen Kollegen allerdings nicht per se, denn sie gehörten vor der Zusammenlegung von O+U zu einem eigenen Fach. Trotzdem ist die Zuordnung von O+U zum Gebiet Chirurgie richtig und zeitgemäß.

Als Fachärzte für O+U verstehen wir uns als Spezialisten für die Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen und Verletzungen, insbesondere auch für muskuloskelettale Unfallverletzungen. Unsere Sicht ist allerdings nicht primär chirurgisch. Wir denken nicht in erster Linie technikorientiert, sondern krankheitsorientiert und behandeln auch Erkrankungen wie Rheuma, Rückenschmerz und Osteoporose. Auch bei der Arthrose – der prominentesten Erkrankung unseres Fachs – verlangen die Leitlinien zunächst eine konservative Behandlung. Erst wenn diese gescheitert ist, wird die Indikation zur Operation gestellt.

Publizierte Daten zeigen, dass über 70 Prozent der Patienten mit Hüftarthrose sieben Jahre nach der Erstdiagnose noch nicht operiert worden sind. Diese Zahlen belegen also auch bei der Arthrose den Vorteil einer primär konservativen Versorgung. Wir brauchen daher eine Stärkung der konservativen Inhalte bei degenerativen, traumatologischen oder angeborenen Situationen und haben das vor zwei Jahren gegenüber der Politik durch ein Weißbuch deutlich gemacht. Ein Facharzt für O+U ist mehr als ein amerikanischer „Orthopaedic Surgeon“.

Als Leiter des Fachreferats „Orthopädie/Unfallchirurgie“ im BDC und Vizepräsident des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) gehört die Zukunft aus meiner Sicht der partizipativen Entscheidung sfindung. Wir bringen unsere fachliche Kompetenz ein, der Patient seine individuelle Sicht.

Um den fachlichen Austausch zu fördern, findet auch in diesem Jahr wieder der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin statt. Ich möchte Sie herzlich dazu einladen, sich mit uns vom 22. bis 25. Oktober über Themen-Schwerpunkte wie Diagnostik und bildgebende Verfahren, Arthrose, Erkrankungen oder auch Verletzungen der Wirbelsäule auszutauschen. Der BDC wird beim Kongress Gutachterseminare veranstalten, die ich Ihnen ebenfalls empfehle. Die exzellente Zusammenarbeit mit dem BDC schätzt der BVOU auch über den Kongress hinaus. Beide Verbände werden daran anknüpfen.

Passend zum DKOU liegt der aktuelle Schwerpunkt des vorliegenden Hefts im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Lesen Sie u. a. einen Artikel zum Thema Schulterendoprothetik von Professor Liem und von Professor Krettek das spannende Thema „3D-Druck in der Unfallchirurgie“.

Leunert H: Editorial: Orthopädie und Unfallchirurgie. Passion Chirurgie. 2019 August; 9(09): Artikel 01.

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Autor des Artikels

Dr. med. Henning Leunert

Leiter Fach-Referat Orthopädie/Unfallchirurgie im BDCPraxis Leunert & LoberPotsdamer Str. 7/914513Teltow kontaktieren

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