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Die Intensivmedizin nimmt in der akutmedizinischen Versorgung schwer kranker Patienten eine zentrale Rolle ein. Obwohl die Behandlung auf einer Intensivstation Überleben sichern kann, wissen wir heutzutage, dass Überlebende einer Intensivtherapie regelhaft unter erheblichen langfristigen Einschränkungen leiden: kognitive Störungen, Verlust von Mobilität und psychische Erkrankungen sind gravierende und häufige Folgen einer intensivmedizinischen Behandlung. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 2,1 Millionen Patienten intensivmedizinisch behandelt, von diesen wurden 400.000 Patienten beatmet. Die Kosten dieser Behandlung belaufen sich auf schätzungsweise 12 bis14 Milliarden Euro.

Im Rahmen eines zweitägigen Workshops „Intensivmedizin und Reanimation“ beschäftigen sich die Teilnehmer mit den unterschiedlichen Anforderungen an Diagnostik und Therapie schwerkranker Patienten. Zunächst wird in Vorträgen zu den Themen maschinelle Beatmung, Elektrolyt- und metabolische Störungen, hämodynamisches Monitoring und Gerinnungsmanagement und Reanimation ein Update zum „State of the Art“ gegeben. In praxisorientierten Workshops, in denen in kleinen Gruppen fallbasiert komplexe Krankheitsbilder simuliert werden, werden die Teilnehmer „hands-on“ durch die Diagnostik und Therapie der Sepsis, des perioperativen Delirs, dem Polytrauma und der Blutung geführt.

So stellen Sepsis und septischer Schock nach wie vor ein führendes Problem in Bezug auf Morbidität und Mortalität bei kritisch Kranken dar. Neben der Grundlagenforschung und der Suche nach neuen bzw. verbesserten Therapiestrategien ist auch eine verbesserte medizinische Ausbildung notwendig, um eine effiziente Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in der klinischen Routine zu erreichen.

Die im Oktober 2015 publizierte neue deutsche S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie) fordert: „Der intensivmedizinisch behandelte Patient soll wach, aufmerksam, schmerz-, angst- und delirfrei sein, um an seiner Behandlung und Genesung aktiv teilzunehmen.“ Schmerz, Agitation und Delir sind Herausforderungen des intensivmedizinischen Alltags, die gegenseitig interagieren und das Patienten-Outcome nachhaltig negativ beeinflussen. Das Delir ist die häufigste psychische Erkrankung auf der Intensivstation. Besonders gefährdet sind dabei beatmete Patienten, bei denen Prävalenzraten von bis zu 83 Prozent dokumentiert sind. In Workshops werden in einer realitätsnahen Arbeitsumgebung verschiedene Fallbeispiele simuliert, welche die praktische Umsetzung der Konzepte aus den neuen Leitlinien zum Management von Schmerz, Agitation und Delir (PAD-Management) trainieren sollen.

Eine weitere Zielstellung im Rahmen des Simulationstrainings ist die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten über die Symptomatik, Diagnostik und Therapie hämorrhagischer Diathesen und thrombophiler Gerinnungsstörungen im intensivmedizinischen Alltag.

Weitere praxisnahe Simulationen widmen sich Problemen wie dem Atemwegsmanagement, der Defibrillation, der mechanischen Beatmung, intraossärer Zugänge u. v. m. Durch die Arbeit in kleinen Gruppen ist der Benefit für jeden einzelnen Teilnehmer hoch.

Die Kurse und Workshops werden von erfahrenen Tutoren aus dem Gebiet der Anästhesie und Intensivmedizin durchgeführt.

Als Tagungsort dient uns das Simulationszentrum in der Villa Bergmann in Potsdam. Die Villa Bergmann befindet sich in einer der schönsten Lagen in Potsdam und Berlin.

Der ehemalige Eigentümer der Villa, Prof. Ernst von Bergmann, war Chirurg, Lehrstuhlinhaber der chirurgischen Universitätsklinik in Berlin, Militärarzt und Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Sein Wohnhaus im italienischen Stil liegt am Ufer des malerischen Tiefen Sees. Ihn durchfließt die Havel und verbindet die Berliner und Potsdamer Seen. Auf den sanften Hügeln der gegenüberliegenden, großzügigen Parklandschaft erhebt sich das Schloss Babelsberg. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Glienicker Brücke, jenes durch den Agentenaustausch zwischen Ost und West berühmt gewordene Bauwerk an der Grenze zur ehemaligen DDR.

Wir freuen uns, Sie in Potsdam begrüßen zu dürfen

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Workshop „Intensivmedizin und Reanimation”

01. bis 02. Juni 2018, Potsdam

Information & Anmeldung

Tel. 030/28004-120, Fax 030/28004-129 oder per E-Mail: [email protected]

Schröder T, Marusch F: Intensivmedizin und Reanimation in Potsdam. Passion Chirurgie. 2018 Februar, 8(02): Artikel 03_02.

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Autoren des Artikels

Dr. med. Torsten Schröder

Anästhesiologie und IntensivmedizinCharité Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité MitteChariteplatz 110117Berlin kontaktieren

Prof. Dr. med. habil. Frank Marusch

Vorsitzender Landesverband BDC|BrandenburgÄrztlicher Leiter - Zentrum für ChirurgieKlinikum Ernst von Bergmann gemeinnützige GmbHCharlottenstr. 7214467Potsdam kontaktieren

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