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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
geehrte Leserinnen und Leser,

die demografischen Entwicklung und vermehrte Risikofaktoren führten in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme von Behandlungsfällen mit Gefäßerkrankungen. Diese Entwicklung wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen und stellt damit eine große Herausforderung für die behandelnden Gefäßmediziner dar. Herr Grundmann skizziert diese wichtige Entwicklung der letzten Jahre anhand der Epidemiologie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), die auch als häufigste Diagnose in den behandelnden ambulanten und stationären Zentren der Gefäßchirurgie gilt.

Die Gefäßchirurgie hat sich in den letzten Jahren als eigenständiges Fach sehr gut entwickelt – mit derzeit ca. 300 eigenständigen Kliniken und über 600 Kliniken, in denen Gefäßchirurgie betrieben wird. Die Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie begann sich sehr früh mit dem Thema Qualitätsverbesserung auseinanderzusetzen, wodurch mittlerweile über 130 zertifizierte Gefäßzentren existieren. Des Weiteren wird in einer Vielzahl von Praxen sowohl die venöse als auch die arterielle Chirurgie auf hohem Niveau angeboten.

Die Gefäßchirurgie ist somit für interessierte Kollegen und Kolleginnen vor allem aber für den Nachwuchs ein höchst attraktives und vielseitiges Fachgebiet – aufgrund der breiten diagnostischen, interventionellen und operativen Möglichkeiten und Betätigungsfelder, aber auch aufgrund der Tatsache, die Tätigkeit sowohl im Krankenhaus als auch in ambulanten Strukturen ausführen zu können.

In den Artikeln von Herrn Uhl, Herrn Noppeney und Herrn Bischoff werden exemplarisch die wichtigsten Betätigungsfelder der Gefäßchirurgen und die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen pAVK, Phlebologie und Aortenchirurgie dargestellt.

Neben der demografischen Entwicklung mit einer Zunahme der Patientenzahlen ist jedoch auch die breite Positionierung der Gefäßchirurgie als wichtige Säule sowohl der Gefäßmedizin, als auch der Chirurgie zu betonen. Dies betrifft neben der diagnostischen Kompetenz (inklusive Ultraschall) und der konservativen Gefäßmedizin vor allem die aktiven Weiterbildungsbemühungen in der interventionellen Therapie der venösen und arteriellen Gefäße, die von entscheidender Bedeutung für eine weitere gute Entwicklung des Faches sind. Es ist zwingend notwendig, die chirurgischen Techniken weiter zu entwickeln und neue Formen der Ausbildung und Weiterbildung zu etablieren, die es ermöglichen, die komplexen chirurgischen Techniken auch in Zeiten der zunehmenden endovaskulären Eingriffe adäquat weiterzubilden.

Von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung des Faches Gefäßchirurgie ist damit die neue Weiterbildungsordnung, die derzeit mit der Bundesärztekammer bearbeitet wird und die Grundlage für die weitere Ausbildung und das Betätigungsfeld der Gefäßchirurgen/innen darstellen wird.

Wir hoffen, Ihnen mit den nachfolgenden Beiträgen einen Überblick über die aktuelle Entwicklung in der Gefäßchirurgie zu geben und auch Ihr Interesse für das weiterhin wachsende Fach der Gefäßchirurgie wecken zu können.

Mit herzlichen Grüßen
Markus Steinbauer

Steinbauer M. Editorial: Gefäßchirurgie – ein starkes Fach mit Zukunft. Passion Chirurgie. 2016 Oktober; 6(10): Artikel 01.

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Autor des Artikels

Prof. Dr. med. Markus Steinbauer

Leiter Fach-Referat Gefäßchirurgie im BDCChefarzt der Klinik für GefäßchirurgieKrankenhaus Barmherzige Brüder RegensburgPrüfeninger Str. 8693049Regensburg kontaktieren

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