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In dieser Ausgabe Passion Chirurgie mit dem onkologischem Schwerpunkt werden als onkochirurgische Themen der aktuelle Stand zur chirurgischen Behandlung von Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom dargestellt sowie die TAMIS – Technik (transanal minimal invasive surgery) diskutiert. Diese versteht sich als eine Optimierung des Zugangsweges bei endoskopischen Eingriffen (z. B. Polypktomie, ESD) oder bei Resektionen im Bereich des unteren Rektumdrittels.

Die Weiterentwicklung von chirurgischen Verfahren für diese Erkrankungsgruppe hat einen wesentlichen Anteil bei der Verbesserung der Behandlungsergebnisse mit Erhöhung der 5-Jahres-Überlebensrate.

Das kolorektale Karzinom stellt sowohl für Männer als auch für Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung und auch Krebstodesursache dar. Insgesamt beträgt in Deutschland die jährliche Neuerkrankungsrate zwischen 60.000 und 70.000 Fällen. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt zurzeit ca. 65 %.

Schwerpunkte im Kampf gegen diese Erkrankung stellen die Krebsfrüherkennungsprogramme mit der Vorsorgekoloskopie unter Berücksichtigung der Familienanamnese dar, die darauf abzielen, möglichst viele Frühstadien zu erkennen und Risikogruppen für diese Tumorentität zu erfassen. Der Anteil kurativer Eingriffe kann durch diese Maßnahme erheblich gesteigert werden.

Die Grundsätze bei der Versorgung des Primärtumors sind seit vielen Jahren definiert und tragen den Kenntnissen zur Tumorausbreitung und der speziellen Anatomie Rechnung (TME). Die minimal invasive Umsetzung der Operationstechnik zur Senkung des Operationstraumas mit seinen Auswirkungen sowie des Komplikationspotentials befindet dabei in einem bemerkenswerten Progress.

Eine Besonderheit in der chirurgischen Behandlung des kolorektalen Karzinoms stellt die Chirurgie der Lebermetastasen unter kurativer Intention dar. Hier haben sich in den letzten Jahren Grenzen verschoben. Indikation zur chirurgischen Intervention und der Zeitpunkt zu den Eingriffen unterliegen einer aktuellen Diskussion.

Wissenschaftliche gut konzipierte klinische Studien sind allgemein, aber auch für spezielle chirurgische Fragestellungen eine wichtige Grundlage für den Fortschritt in der Medizin. Hierfür bestehen für die Zukunft Herausforderungen und Zielsetzungen insbesondere zur Implementierung von chirurgisch-onkologischen Studien, die entsprechender Aktivitäten und strukturierter Umsetzung bedürfen.

Ein Fortschritt in der Diagnostik und Behandlung von onkologischen Erkrankungen ergibt sich aus den vielen neuen Erkenntnissen der onkologischen Grundlagenforschung und deren Transfer in die entsprechend mit der Erkrankung befassten Fachgebiete. Die molekulare Diagnostik und genetisch stratifizierte Darmkrebstherapien nehmen Einzug in den klinischen Alltag.

Bei all diesen Entwicklungen haben die interdisziplinären Kommunikationsprozesse, die die Risiko-Nutzen-Bewertung und besonders die Arzt-Patienten-Kommunikation einbeziehen müssen, einen hohen Stellenwert.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe Passion Chirurgie.

Ihr Prof. Dr. K. Dommisch

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Autor des Artikels

Prof. Dr. med. Klaus Dommisch

Leiter Tumorzentrum / Onkologisches Zentrum/ StudienzentrumHELIOS Kliniken Schwerin GmbHWismarsche Str. 393-39719049Schwerin kontaktieren

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