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In einer nur knapp 100jährigen Entwicklungsgeschichte hat die Technik der Arthroskopie die Chirurgie der Gelenke revolutioniert. Mittels Arthroskopie wurde eine zuverlässige Diagnostik intraartikulärer Veränderungen möglich. Längst hat jedoch die Arthroskopie das Stadium der Diagnostik verlassen und es hat sich das Feld der arthroskopischen Chirurgie entwickelt.

Eine etablierte Technik stellt hierbei der arthroskopische Kreuzbandersatz dar. Auch wenn dieser seit nunmehr ca. 20 Jahren überwiegend mittels arthroskopischer Technik erbracht wird, hat sich in letzter Zeit eine Individualisierung der Operationstechnik anhand anatomischer Landmarken zum Standard entwickelt. In dem CME-Artikel von Dr. Ruße wird der aktuelle Stand hierzu dargestellt.

Der Entwicklungsprozess der Arthroskopischen Chirurgie ist längst noch nicht abgeschlossen. Offene Operationsverfahren werden aufgrund einer geringeren Zugangsmorbidität und besserer Visualisierung weiterhin durch arthroskopische Techniken verdrängt. Außerdem hat die Arthroskopie mittlerweile den Gelenkraum verlassen und es werden auch komplexe, rekonstruktive Eingriffe durch eine Kombination aus intra- und extraartikulären Prozeduren möglich. Hiervon hat vor allem die Schulterchirurgie profitiert, sodass es hier in den letzten Jahren eine stetige Neuentwicklung von Operationstechniken gegeben hat. Ein Großteil dieser Operationen kann mittlerweile ambulant erbracht werden. Diesem Komplex widmet sich ein Artikel von Dr. Ingenhoven in diesem Heft.

Neben der Verfeinerung bereits etablierter Techniken wurde mit der Hüftgelenkarthroskopie in den letzten 10 bis 15 Jahren ein ganz neues diagnostisches und therapeutisches Feld entwickelt und ist in der Therapie des femuroacetabulären Impingements fest etabliert. Dennoch gilt es, gerade für solche neuartigen Techniken die Grenzen der Arthroskopie heraus zu arbeiten. Diese Grenzen werden in dem Artikel von C. Sobau charakterisiert.

Eine solche rasante Entwicklung in einem chirurgischen Fach ruft jedoch auch neue Fragen und Probleme auf den Plan. So galt es zunächst, die neuen Eingriffe in die Abrechnungssysteme zu integrieren, insbesondere in den EBM. Hierzu fehlte ein kompetenter und entsprechend organisierter Ansprechpartner. Als solcher gründete sich dann im Jahre 1989 der Berufsverband für Arthroskopie (BVASK e.V). Die Notwendigkeit einer solchen berufspolitischen Vertretung zeigt sich auch aktuell in den Vorbereitungen zu einem neuen EBM.

Für den BVASK stellte das Bemühen um die Qualitätssicherung von Beginn an ein Kernthema dar. Qualitätssicherung ist längst von einem integralen Bestandteil chirurgischen Handels zu einem Politikum geworden. Umso wichtiger ist es, den Bereich der Qualitätssicherung aus ärztlicher Hand zu gestalten. Die aktuellen Richtlinien sowie Perspektiven werden in einem weiteren Artikel dieses Heftes dargestellt.

Ihr

PD Dr. Ralf Müller-Rath

Müller-Rath R. Arthroskopie im Fokus. Passion Chirurgie. 2013 November; 3(11): Artikel 01.

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Autor des Artikels

PD Dr. med. Ralf Müller-Rath

Facharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieOrthopädische Praxisklinik Neuss - OPNBreite Straße 9641460Neuss kontaktieren

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